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Sreitog, 10. Marz 1916.
Neue Erfolge vor Verdun.
Von unserem militärischen Mitarbeiter.
Der Leutzsch: Mittzwvchs-Hc:ve-Ä>errchtz bracht: uns noch m c h r, iaLä -der fcauzösi'che ain Dago vorher ver- rnnten ließ. Seit dem Sturm auf Douaumont gmg unsere tapfere Infanterie zum zweiten Üföate m ah n- I i d) großem Umfange zum Kampfe von Dtann gegen Mann über. Die schwere Schivesterwaffe hatte ,, rhre glünÄIrche Arbeit seit länge: als einer Woche tüchtig verrichtet. Die DeckungSmittel Ser feinidtichen Artillerie waren durchschlagen, ihre Wirkung hierdurch zip nächte geworden. Die Drahthindernisse und die sonstl- gen neuzeitlichen Annäherungshinldexniffe hatte sie vernichtet und Sen deutschen Stzurmkokoun-en eine vrerte Gasse zum siegreichen Anlauf gebahnt. In der ansehnlichen Breite von 6 Kilometer und in einer Trefe von mehr als 3 Kilameter üoecrannten die deutschen Sturinkolonncu die stark ausgebauten feindlicheit Stellungen, von denen eine immer hinter der anderen lag. Der derltsche Heeresbericht m>eldet nänikich, daß der Feind auf beiden Zeiten des Farges Haches, also nördlich und lüdlich 'ich festgesetzt hatte. Trotz alledem hatten sie der Wirkung unserer schweren AngrWfs- mittlll ebenso wenig widerstehen tonnen, wie sie fähig woran, den deutschen Sturmlaus ° abzuschlagen. In w -estlicher Richtung war das Dorf Bethincourt für die Franzosen ein guter Schutz der linkeil Flanke, wahrend im O st e n das Dorf Farges am Fkußuser die deutsche Umfassung zu verhindern schien. Dennoch glückte der deutsche Einbruch. Die militärische Tat ist uni so anerkennenswerter, als der Forgesbach ein beträchtliches Hindernis bildet, gumai in der gegenwärtigen Jahreszeit, und dieses angesichts eines st arte >1 Feindes von uns überwunden werden mußte und auch gononrnren wurde. Der deutsche Stoß erfv-kgte von un- srrem linken Fsirgel von der Älaas aus, denn die französischen Meldungen sprechen -davon, daß die dcutscheii Kampflinien sich an der am Flußbett gelegenen Bahn Verdun-Tun entlangschlängelten. Von hier aus wurde der östliche Teil der französischen Forgesstellungen auf beiden Flußusern erobert. Der deirtschc Heeresbericht läßt keinen Zweitel darüber, daß der Kamps ein harter war, denii die stattliche Gefangenenzahl von 58 Offizieren und 6277 Mann bildete den unverwunideten Nest der Grabenbesatzlingen. Der übrige Teil wurde nivdergemiacht. Die mutigen Sturmtrilppen stießeii weiter vor und erkämpften sich den Zugang zu dem Höhengelände südlich Jorges, bas am Qsthänge gelegene NegnSdille wurde ebenfalls erobert. Die ganze DLaas- schleise ist mit dam 7. März mit Ausnaihme des nach Süden abfallenden kurzen Hanges sin unumstrittenen Besitze der Unsrigen. Weiter westlich wurden die Waldungsn des Rabenholzcs mid diesenigen von Emnidres von: Feinde gesäubert, black) französischen Meldungen werden die westüHsn Büsche noch- von ihnen gehalten. Der rechte deutsche Flügel känrpft am 7. März noch unterhalb, d. h. östlich Bethincourt und bat vor seiner Front das zusammenhängende Bergmassiv der Höhe „der tote Mann". In diesem Abschnitt ist -das bringen besonders blutig, denn lowolil die südlich gelegenen Höhen als auch die westlich daran anschließenden Waldilngen können für die artilleristische Wirkung der französischen Verteidigung nicht nur in der Front, sondern auch in der Flanke gegen uiis dienen. Seit dom 21. Februar ist diese Kamvfeszone nach den französischen Berichten unter deni Feuer unserer schweren Ar- tillerre. Tie deutsche Infanterie kann dmnnach erst darin zun: Angriff auf diesem Flügel Vorgehen, weim die 'kindliche Artillerie niedecgekänrpst ist. Nicht nur ihre Vernichtung sondern schon ihre Aufsrndimg in dem wcrld- und schluchtenreichen Gelände, bedarf unscrer- scits der intensivsten Arbeit. 'Nach französischen Belichten ist hier die deutsche Fliegertätigkeit eine oußewrdentlich rege gewesen. Es entspricht der Zielbewußtheit und Planmäßigkeit unserer Heeresleitung, daß sie hier mit deni Feinde ganze Arbeit verrichtet, -i*i- mit unnötiges Blutvergießen erspart wird und die Grundlagen des Erfolges mit jedem Tage an Festig l'cit zunehmen.
Der deutsche Tagesbericht bezeichnet als Ziel des deutschen Sieges vom 7. März auf dein linken Maas- user: Die erstrebte und nunmehr erreichte Übcrein- si i m m u n g unserer Linien ö st! i ch und westlich der Alaas. Mer auch sonst ist der Gewinn ein iiberaus reicher. Die französischen Truppen auf deni südlichen Hange der Maasschleife N'ftnden sich in der ungünstigen Lage, vor sich eure unerbittliche Sturnitruppe zu haben, und hinter sich die über einen .Kilometer breite Wasser enge der Maas. Es fragt sich also, ob cs diesen ciüaoschnittcnen Truppen noch möglich sein wird, rechtzeitig durch die einzige Nückzugspfortc. »das Dorf E u m i ö r e s, den Abzug antveten zu können. Wird der Bois de Cumilnes auch in seinem Südrande durchstoßen, so ist ein Rückzug, da za das rechte Ufer von ims beherrscht wird, kaum mehr ausführbar. Durch die Er-
Kbend-Kusgabe.
cderung der Cöte de Löie verengt sich wiederum der deutsche Angrrffsflügel auf dem wsstlrchcn Ufer und kann so noch inehr an Stoßkraft gegen das Hohen- gelände südlich Bethincourt an Wuck)t gewinnen. Der Hauptvorteil besteht indes in der Sicherstellung des Kampfraumes für unsere weittragenden Geschütz e nunmehr auch auf dem westlichen Maasuser. Die vordersten Infanterie l i n i c n sind jetzt von dem Westsektor von Verdun: ümn Fort de
Vourrus und Warre nnr uoch 6 Kilometer entfernt. Hinter ihnen tritt nun unsere, schwere Ar- tillerre gegen diese permanenten Werke in Tätigkeit. Der Sieg' vom 7. Marz ermöglicht daher das u m- faff ende Feuer gegen die starken Bollwerks sowohl von vorn wie von der Seite. Hierin liegt wohl die größte Bedeutung unserer jüngsten Erfolge.
Wiederum ineldet der deutsche Tagesbericht uns gestern einen neuen glänzenden Waffcnerfolg lind wiederum erleben die Franzosen eine peinliche Überraschung, einen neuen schweren Verlust in >dem Bestand ihrer permanenten Werke vor Verdun. Glaub) der Gegner, nach seinen jüngsten Presseäußerungen zu urteilen, der deutsche Stoß iei bereits erlahm t. den
Nr. 118.
Zeit vor denr Kriege in den Ruhestand getreten, gehört e.- zu den vielen alten Offizieren, welche dom Ruse des Vaterlandes im August 1914 sofort Folge leisteten. Ehre ihm und seinen braven Regimentern: Die
svcmAösilsche Heevesleitunq fetnen oitf ctiten toeitcreti -Mi =* cjtiff westlich der Maas gefaßt zu sein. Der ^>toß er-, folßtc ofcci* ntcftfc l)\£i f ‘ottbcun cutf bemt teerten Ujtcr. Unsere Gefechtsfront vor Ver-dnn hat durch diese neue berrliche Waffentat eine neue höchst wichtige Verckur- -unq erfahren. Durch den Fall von Vaux sind nun auch die südlich gelegenen Werke der -Ostfront stark ge-
^ Immer,. enger schürzt sich der , eiserne Ring um Der- dun. Immer m«e-hr muß Fei-nä) cüms'DhSN, «o-atz uns die nötige Kraft zum Angriff gegen alle Fronten innewohnt. Der Tag von Vaux und die Helden der 9. Rvservodivision haben dies bowigsen. Ihnen gebührt hierfür der Dank des Vaterlandes. 21.
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Die neueste französische Havas-Beschönigung
Berlin, 10. März. (Zeus. Bln.) Nüer dis Schlacht von Verdun verbreitet die Havas-Agsntur folgende Dieldungr
Unsrigen sei die Lungenkrast im Ringen um Verdun aiisgegangen, die neue deutsck)e Siegesm-eldung belehrt ihn über seinen grobeii Irrtum. Seit dorn 8 Marz ist die Panzcrfostc und das Dorf Vaux in deutschem Besitze. Dieses Werk bildet den Schulterpu^nkt de: frEzösilschen V^rtevdivMNgAml'O. Sle ist Äie Stelle, die. deutsche Fvont von westvstlicker Rickdnnci nach Süden obbog Aus einer steileii. dichkbowaldeteii Höhe von »949 Meter gelegen, war cs im l'lw'Muß mit dem benachbarten Douaun-ont ein si a r k e r Stützpunkt, der nutze- ren Panzeok-ette von V-erdnn. &6cttlo toic diejseL lst Lvn d urchaus mod erne ä Fort mit ähnüchen Panzer-, lltücken- und Flankierungsanlagerr. In ursti- tärischer Hiirsicht koan ihm daher dieselbe hohe Böden- tung zu wie jenein. Mit der Front nach Osteii be- Lerrscht es nicht nur die nach Norden aus Damviller führende Straße, sondern auch die nach' -Osten, auf Eta in, und die südliche, nach Eir. Diese Mffgaben erfüllt das Werk nun nicht inehr. Seine artilleristische Verteidigungskraft erhielt wähnscheinlich >deil ersten schweren Stoß, michdem am 25. Fobraar das ,4 Krlo- motor nördlich gelegene Beroiwaur und gleichzeitig das östliche vorgelagerte Dieppe von uns erobert worden waren. Am 8. D!ä:z meldeten die Franzosen, daß die deutschen Truppen einen von Norden irach Süden oerichtcten Angriff gegen Vaux tmtern-ommen hätten. In den deutschen Berichten lasen >v:r bisher nichts über die ftattgchabtcn Kämpfe. Die deutsche .Heeresleitung ineldet erst am 9. Marz die erfreulich: irnd stolze Tatsache. Nicht nur die Panzerleste, sondern auch das nördlich gelegene und mit ihm durch ausgedehnte Befestigungsanlagen verbundene Dorf gleichen Namens gingen in unseren Besitz über. Als die Sieger disses Tages nennt die deutsche Meldung die tapferen Neferve- Regsinente: 19 und 6, Söhne Schlesiens und Polens errangen hier in heißem Ringen unvergängliche Lorbeeren. In der Nacht vom 8. zmu 9. März wurde die Ruhmestat vollbracht und ibc Führer war der Generalleutnant v. Giretzkt, ein alter Generalstäbler, ehemals Kammandeur der 1. Division «t Königsberg. Kurze
Der Tag verlief für miss günstig. Der Feind unternahm nach einem heftigen Feuer zw-ei starte Stürme gegen unfere Stellungen nördlich van Berdum, eine foestltch der WMts gegen Bethinco-irt, eine andere östlich des Flusses an der Ojt- feile des Forts Douaumont. Diese beiden Angriffe wurden troi'- .der Be^litung (b'CE üuf^cbotcrtcii Särieifräste durch uitfoc Artilleriefeuer glatt ausgelMen. Arn rechten Ufer besetzten die Deutschen wohl das Werk von Hardaumont, eine Stellung, -die, überragend wie Douaumont, aus einem Fort u:id einem Doof besteht. Aber ut.m darf darin nur crnen relativen und augenblicklichen Erfolg erblicken, da dasselbe Werk ihnen ain 7. März von uns abgenomMn wurde und es wohl möglich ist. datz wir schon morgen wieder -darin Fuß fasftm. Es handelt sich um ein verhältnismäßrg unbedeutendes Ereignis in der hin- und her. wogenden Schlacht. Von ganz anderer Natur ist der Vorfall, den wir am lircken Ufer durch unsere glänzend ausg-esührteir Gegenangriffe erzielten, deren Ergebtüs war, daß wir den .Rabenwald chois de Cocbeau) fast gänzlich vom Feinde säuberten. Dieser hält zurzeit nur den östlichen Rand besetzt. Unsere Liirie läuft gegenwärtig durch Betbrncourt, den illabenwatd, den Norden von Cumieres. die .Höhe der Cöte de I'Qi-e, wo unsere -erste W:derstanÄslini-e durch feste Stellungen von Le Roort Hamme bis südlich bis Cumiöres gebildet rvivd, d. h. unsere Lage hat sich in diesem »schnitt merklich gebessert. (Der Stempel der Beschön'gung ist diesem Ähach- wcrk deutlich ausgedrückt.)
Schwindender Glaube an die Beschwichtiflungen.
Genf, 10. März. (Jens. Bln.) Jmnter nock, sucht sin großer Teil der Presse den Vorstoß auf Verdun dam Publi- ftim als mißlungen zu schilderir, was aber nur von einem geringen Teile des Voltes gegkurbt wird. Von der radikalen Partei >oird tveirer gegetl Poincare und das Ministerium gewühlt. Ein weiteres Vordringen der Deutschen bei Bevdun könnte politisch zuungunsten der jetzigen Regierung auSfallen.
französische Besorgnisse und Mahnungen.
Bi. Genf, 10. März. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Das „Journal des Debüts" bespricht in einem Leitartikel die allgemeine Lage, welche beeinflußt wird durch die Vorgänge bei V e r d u n. Deutschland entfalte eine ungeheure diplo».
