Sonntag, 5. März 191«.
°Nr. 109.
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M««eW-Sk»saaöe. Evste» D»«k.
WresdaDemkr Ta-ME.
rriL k«mde fosar im»ittrn des WÄtkvl«g-es AMchen ervog««. wml es so gar mcht Al Äen spiairiichen ÜL>«r- iW^rmrg«, m deWg cmf die Fragen des Judentums tziüffen wsWe. Drc ErKscimg, dre wir jetzt von Bertvand rinld von d«s dazu >gshörigen Aufsatz in den „Preußischen Jahrbüchern" erchatten, Äst ü ö e r ra-sche n d und eröffnet AnSb^cke. Hrern-ach bedeutet jene Ernennung wirWch ein führ merLwirrdtges Symptom dafür, daß Beotvcmd in bezug auf Marokko recht hat, iwenn er den Svemiern hier Bestrebungen zutrnut, die über idias Dtaß ihres küimnevKchen Anteils hinausgehen. „In Nordafrika lvohnen viele Nachkommen der Juden, die Ferdinand und Jsobella aus Spanien ver- trieben haben, und sie sprechen noch immer Spanio- l i s ch. Um sich die Sympathien dieser einflußreichen Bevolkerungsklasse für ihre Kossonialpoli- l i k zu verschaffen, 'hat also die spanische Regierung an der Universität Madrid «inen Pvofeffor flir die LSiGenschaften des Judentums bestellt. Es liegt auf der H«nd, in welchem grellen Widerspruch zu den Tva- ditiemm des alten Spanaen die Begründung dieses Lehrstuchts steht. Ilber es^qilt «inen Bechuch, die gegenwärtig d«m christlichen «Spanien noch gründlich' cchge- meiigteu norldafrikanischen Spaniolen für ihr altes Baterland rusralisch zurückzugewinnen und so der aus- breit»«»Ä«dürftigen spanischen Nationalität jenseits der Strohe von Gibraltar einen ersten A n- knüpfungspunkt zu sichern. Deshalb hat das «ganze amtliche Spanien, seine hierarchischen Bestandteile einGerechnet, der als großen Staatsakt feier- Uch in Szene aelsetzten Einführung jenes Universitätslehrers in sein Amt bei gewohnt. Charakteristisch für die Stimmung -der Spanier ist auch, daß >der betreffende jüdische Gelehrte gerade aus Berlin berufen wurde."
Es, tvird wohl so sein, wie es hier dargestellt wird, und die Sache geht uns aus inneren wie aus äußeren Gründen in der Tat nahe genug an. Über die möglichen praktischen Wirkungen der spanischen Stimmungen wird man allerdings vorsichtig urteilen müssen.
Die nordische Ministerkonferenz,
Br. Christianm, 4. März. (Eig. Drahtbericht. Zeris. Bln.) Me Nachricht von der bevorstehenden Konferenz in Kopenhagen wird von der hiesigen Presse nieist kommentarlos gebracht. Daß auch -diesmal wieder die Anregung von dem schwedischen König ausgegangen ist, verdient besondere Beachtung; ebenfalls, daß. ent- gegengesetzt seinem Wunsche, die Konferenz in Stockholm stattfinden zu lassen, sie auf besonderen Wunsch des Dänenkönizs nach Kopenhagen eingeladen wurde. Dem Umstand, >daß diesmal im Gegensatz zur Malmöer Konferenz auch die drei Ministerpräsidenten an den Beratungen tsilnehmen, wird hier besondere Austnerk- scmckert beigelogt, namentLch weil zwilchen dem schwedi- schon Reyrernngschef und dem Minister des Auswärti- gen in Mrßerpolitischen Fragen nicht inimer gleiche An- tzhMNtngen festzustellen Maren und sind. „Berdensgcmg" erhofft von der Konferenz ein noch besseres Verhältnis im Norden und zu den, kriegführenden Europa. „Mor- genblad" wagt, aus dem Zusgmnientreten der Konferenz schließen zu dürfen, daß die Gerüchte, dre einem ge- wissen fScmlunovischen Lande mehr aktiviMche Tenden- AM m der Politik zusprechen, als den anderen skandi- naivffchen Regierungen, nicht wahr gesprochen hätten und hofft, daß eine dritte Konferenz in Ehristiania tagen werde.
Die Neutralität der Schweiz.
W. T.-B. Bern, 4. März. (Nichtamtlich.) Die Ausschüsse der beiden eüdgenösfischm Räte tagten in mehreren Sitzungen zur Boebermtuing des Berichtes des Bu-ntzesvates über se ne Maßnahmen zur Wahrung der Neutralität, der in der Morrtag. dem 6. März, beginnenden Bundesvea-famm- innig den Haiupdverihcmidlumqsgegonstand bilden wird Die Ausschüsse besprachen ausfükmkich die jüngsten Vorgänge chie Oberste nangslegsnheit) und erhielten von den Vertretern des BundesnsteS eingehend Aufschlüsse über fsine Maßmchnien zur Wahrung der Neutralität, Ban schweizerrsch-sranzösisäier Seite wrude verschieldenitillch Kr itik geübt an der Hallneig der
die Binde 'des Roten Kreuzes am Arm, trat ihr ernst ent. gegen. Hottlos griff sie nach einer Stütze, das — das — bedeutete —
»Nein, — nein-", beruhigend sagte es der Mann,
„er lebt — er — ist hier sogar"-
Starr blickten die Augen der beiden ineinander und er- kannten sich.
„Er lebt — aber-?"
„Er ist nur — er hat —"
„Er hat — was —,— was ist er?"
Mit schleppendem Schritt sich ihr nähernd, sah er an sich herab und dann ihr scharf ins Antlitz. Hart fielen ihm die Worte dom Niünd:
' „Sr ist nur-auch ein armer Teufel!"
Auffck luchzen'd ließ das junge Weib das Haupt in die Hände sinken.
Ihn aber reute seine Tat. Niederträchtig und wirklich t-evffitch erschien sie ihm plötzlich. Sanft suchte er die Vec- zweifelte aufzurichten und stammelte:
„Vergeben Sie mir-, so war es nicht gemeint-,
eS kann ja wieder gerade werden. —"
Da^wandte sie ihm ihr Antlitz zu, nicht Tränen der Der. Zwerflung waren es, die in ihren Augen standen, ein seliger, v«k»rter Schimmer durchleuchtete ihre Mienen. Die StraNen bedhftet, treuester Liebe brachen aus ihnen hervor und glitten an ikm vorüber, dorthin, wo der Zerschmetterte rbrer narrte. .. urd während die Tränenspuren ihre Wangen 1 . 5 in K'nes, glückliches Lächeln ihre Lippen. M^erd ^ha kb und doch befreiend, halb spöttisch fast fanden
vt£ «WtlCt
„O, Sie dnwtmer, dummer Teufel."
Professor Hans Christiansen.
Prffeftor Hans Ehristiansen, der seit einigen Jahren in Wiesbaden seinen Wohnsitz aufgeschlagen hat, vollendet mor- gen sein fünfzigstes Lebensjahr. Er wurde am L März 1888 irr tz le« sb n rg als Sohn eines Kaufmanns
Regiennny, ohne daß aber auch von ihuar lLgeudwelchar Antrag gestellt worden wäre auf Bcschränkurrg der von der Bnndesversamnchumg bei Ausbruch des Krieges der NeAierrurg enteiltem Generalvollmacht. Schließlich wurde in allen Punkten Sine vollständige Einigung erzielt. Der Ausschuß des NationaLvates faßte «imstimmig folgenden Beschluß: Die Kommission konstatiert die Notwendigkeit der Aufrecht- erhaltnng der Vollmachten, die dem Burtdesrat durch Bundes-. Beschluß vom 3. August 1914 erteilt worden sind. Sie hat Kenntnis geeromnfen von der ErKärung des Burtdesrates, daß er von diesen BSllmachten, wie bis zu dresem Tage, auch fernerhin Gebrauch machen will für die Sichecheit nnd Unabhängigkeit des Landes, für die Aufvechterhaltung seäner Neutralität nrid für BeobachNvng peinlicher Unparteilichkeit in Hinsicht crujs alle Kriicgführenden. Nachdem die Kourmisfion von dem Oberkommando der Armee die Erklärung eiitgegen- genommen hat, daß dieser ir all diesen Punkten immer einig grng und einig bleiben wird mit dom BnndeSrat, nachdem ste Kennträs gsnnmkiren hat von der bindenden Erklärung des Bumdesrates, daß er- für jede Session der Bundesvevsamm- lang, sofern es notwendig ist, Bericht erstatten wird über die von ihm kraft seiner Vollmachten getroffenen Maßnahnren, beantragt die Kommission die Genehmigung des zweiten Berichtes ldes Bumdesvates vom 19. Febrimr 1916 über die von ihm kraft des Buudesbeschlusses vom 3. Angnst 1914 getroffenen Maßnahmen.
Badische Handwerk'skammervertreler in Wie».
Frennbliche Begrüstung- durch Oberbüi Kermeister Weiskirchner.
W. T.-B. SSSieit, 4. März. (Nichtamtlich.) Die hier weilenden Mitglieder der badischen Handwerkskammer und Handwerkerverhindungen besichtigten gestern das Rathaus. Bürgermeister Dr. Weiskirchner begrüßte die Herren in seinem Empfangsfalon und sagte: Tie Beziehungen zwischen dem österreichischen und dem deutschen Gewerbestand waren immer die besten. Durch gegenseitiges Einvernehmen haben wir uns bemüht, die Interessen des Gewerbes zu fördern. Ich hoffe, daß Si- von den Einrichtungen, die Sie bei uns gesehen haben, befriedigt sein werden, und Sie werden sich andererseits aus dem Leben in unserer Stadt überzeugt haben, daß die Wiener nicht minder wie die großen deutschen Städte bestrebt sind, das wirtschaftliche Leben aufrecht zu erhalten und durchzu- halten bis zu einem baldigen glorreichen Ende. Der Bürgermeister schloß mit den besten Wünschen, daß der bürgerliche Erwerbsfleiß in den deutschen Städten gesegnet sei und das Handwerk blühe und gedeihe. Der Vorsitzende der Handwerkskammer Mannheim, Stadtrat Groß, dankte dem Bür- germeister, der Eemeindevertretung und der gesamten Wiener Bevölkerung für den außerordentlich liebenswürdigen Empfang und bezeichnete es als ein Glück für jode Stadt, wenn so einfichtsvälle und gewerbefreundliche Männer an ihrer Spitze stehen, wie es in Wien der Fall ist. Unter Whrung des Vizebüngermeisters von Wien begaben sich die Herren sodann in den Rathauskeller und blieben dort kurze Zeit zusammen.
Deutsches Reich.
* Zur Abhilfe gozen Pnpierknapvheit. Unter Berücksich- vgung der Popierknappbeit erklärte sich die sächsische Regierung bereit, 5 000 0 FestMeter Schleifholz mehr als etatswäßig schlagen zu lassen. Die Zweite Kammer nahm diese Erklärung dankend an.
9*«* UN- JfTöHft
Dirnstzulage für Sanititsfekdwebel. Für die Bemessung .der Dievstzulage für Santzätsfeldwobel bei mobilen Sani- tätsforn ationen und bei den Reserve- usw. Lazaretten sind die Kopfzahl des Krankenpflegepersonals und die Zahl der planmäßigen Laperstellen maßgebend.
Post und Eisenbahn.
Rangstellung der L-komotivführer. Auf ein Throngefuch ist dem Verband der deutschen Lokomotivfübver der Bescheid geworden, daß die Lokomotivführer wie alle mittleren Beamten zu den oberen Militärbeamten gehören.
geboren und verlebe auch seine erste Jugend daselbst. Schon früh kam er zu einem Stubenmaler in die Lebre. ging dann mit 20 Jahren in die Freu de, studierte einige Jahre auf der Münchener Kunstgem erbeschule und landete Ende 1889 in H a m b u r a, wo er Lebrer an der Malerschule wurde und anfing, sellstördig Arbeiten auf dem Gebiet dekorativer Malerei auszuführen. Er wußte sich bald Anerkennung zu verschaffen, wurde bereits 1883 im Auftrag des Hamburgs- scken Senats zum Studium der Weltausstellung und der amerikanischen Kunst nach Ehicago gesandt, hielt nach seiner Rückkehr Vorträge über das Erschaute und veranstaltete als Führer einer jungen Künstlergruppe Ausstellungen und Feste, in denen zum erstenmal der Gedanke ausgesprochen wurde, sich von -der sklavischen Nachahmung historischer Stilarten sreizumachen und mehr und mehr einer zeitgemäßen Ausdrucksweise aus archntektouischem und kunstgewerblichem Gebiet Platz zu schaffen. Auf Anraten Brinckmanns, des verdienstvollem Direktors tes Hamkmrgischen Kunstgewerbe, museums, ging Christiansen 1896 nach Paris, um einige Zeit in der Akademie Julian Ntstudien zu treiben. Außer- dem verlegte er sich im besonderen auf die Herstellung von Kartons für Glassenster aus Opalefzenzglas und wurde einer der ersten farbenfrohesten Mitarbeiter der eben gegründeten „Jugend". Im Jahre 1897 heiratete er in Paris. Bald dar- auf erhielt er den Besuch des kunstsinnigen Großherzogs von Hessen, der ihn zu bestimmen wußte, eine Berufung als Professor nach D a r m st a d t anzunehmen, um dort eine K ü n st- l e r k o l o n i e zu begründen. Mit großer Begeisterung kam Ehristiansen im Jahre 1889 in die hessische Residenz und versuchte eifrig, seine persönliche Ausdrucksweise in allen mög- lichen Techniken zu zeigen. Der rührige Herausgeber de-- „Deutschen Kunst und Dekoration", Alexander K o ch, widmete seinen Arbeiten mehrere umfangreiche Hefte seiner Zeitschrift aus denen deutlich der Einfluß zu beobachten ist, den Ehristiansen aus die Entwicklung unseres modernen deutschen Stils hatte. Seine Anregung, in einex^größeren Ausstellung er» zusammenhängendes Bild des Wollens der jungen Kunst- kerk«lomie zu zeig-n, fand in den Hof-, Künstler- und Finanz.
Bus Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Die Woche.
Neunzehn Monate stehen wir bereits im Weltkrieg, und die Hoffnung ist gering, daß der ungeheure, Blut, Güter und Kulturwerte verschlingende Brand nach Ablauf des vierund» zwanzigsten Monats erlöschen wird. Wessen Herz wurde « den ersten Kriegsmonaten nicht von eisigem Schauder bei der Vorstellung ergriffen, daß der Krieg wirklich zwei Jahre und länger dauern -könnte, wie Lord Kitchener in den Augusttagen 1914 -verkündigt hatte? Und nun haben wir ihn nicht nur länger als einundeinhalbes Jahr ausgehalten, wir sind nach dieser langen und furchtbaren Zeit, die nicht nur große Opfer an das Feldheer, sondern auch an uns in der Heimat gestellt hat nicht mehr geschwächt als unsere Gegner, die die Hoffnung ruhig begraben könnten, von der Zeit zu er- reichen, was sie trotz großer Übermacht mit den Waffen nicht fertig bringen. Wir haben's neunzehn Monate ertragen und werden auch zwei Jahre durchhalten, und, wenn es sein muß, noch länger durchhalten,' obwohl wir, das Schreckliche des blutigen Ringens tief empfindend, Gott danken würden, wenn der Krieg recht bald sein Ende finden würde. Freilich wollen wir den Frieden, aber nicht den Frieden, den uns, unter völliger Verkennung der Lage, unsere Feinde angeblich zu diktieren hoffen. Deslhgfb heißt's weiter marschieren und weiter die Last tragen, die der Krieg auf die Schultern eines Volkes legt, bis endlich die Vernunft auch bei unseren Gegnern siegt und sie die Zwecklosigkeit der Anstrengungen erkennen, die sie machen, um Deutschland aus dem Sattel zu heben. Das kann unmöglich noch lange dauern.
Wir müssen weiter kämpfen und dürfen uns auch daheim nicht der Ermattung hingeben. Und je länger der Krieg ^dauert, je mehr werden wir uns zu einer möglichst einfachen Lebensweise bequemen müssen. Mit Dingen, die zwar unentbehrlich, aber nicht im Überfluß vorhanden sind, muß sparsam uwgegangen werden. Das hat man sich in der Stadt, aber auch auf dem Lande zu merken. Dieser S p a r s a m k e i t, die heute ein wichtiges Kampfmittel geworden ist, muß sich jedermann befleißigen, der Bemittelte ebenso gut wie der Unbemittelte. Je länger der Krieg dauert, um so enger muß sich das Volk zusammenschließe tt. Keinem Volksteil darf Uxsache gegeben werden, sich zurück- gesetzt zu füsslen, und wenn jemals die Befolgung des Wortes am Platze war: „Wer zwei Mäntel hat, der gebe dem einen, der keinen hat", so ist das heute der Fall. Wir dürfen da- heim nicht ermatten; wer kann, darf nicht sagen: „Ich gebe nichts mehr, weil mir die Geschichte zu lang dauert und zu lästig wird!" Den Volksgenossen, die von dem Krieg am stävfften in ihrer Existenz bedroht sind, den Angehörigen der Krieger, muß nach wie vor die hilfteiche Hand gereicht werden. Sie dürfen nicht aus Unlust im Stich gelassen wer- den, kern Bemittelter hat heute das Recht, zu sagen: „Ich habe genug getan und gebe nichts mehr!"
Das Geben für di« Kriegsfürsorge in der Heimat tut not. Wir haben gehört, daß die A b t e i l u n g 4 des R o t e n Kreuzes, die sich in ungemein rühriger und bisher auch äußerst erfolgreicher Weife der Angehörigen der Wiesbadener Krieger angenommen hat, genöttgt war, die Stadt um einen monatlichen Z u s ch u ß zu bitten, weil sie ihre Ausgabe ans eigenen Mitteln nicht mehr voll erfüllen kann. Magisttat und Stadtverordnete haben einen Zuschuß in ganz ansehn, ltcher Höhe bewilligt, aber es kann sein, daß die Abteilung trotzdem nicht ganz dos tun kann, was sie tun möchte und was wir alle wünschen müssen, daß es geschieht. Der Opfersinn darf nichtermatten, es muß weiter für die großen Aufgaben des Roten Kreuzes gegeben werden. Keiner darf anderen zurufen: „Durchhalten, durchbaltenl", wenn er nicht selbst alles tut, um den anderen das Durchhalten möglich zu machen, um ihnen das Herz zu stärken und fie geistig und körperlich aufrecht zu halten. Es gihf aber leider Gottes im Krieg zahlreiche Volksgenossen, die aus eigener Kraft wirtlckaftlich nicht durchhalten können. Für sie muß gesorgt werden. Geschiobt das in einer Weise, daß Not und Elend nicht die Oberhand gewinnen, dann wird auch das Heimatbeer stark bleiben und den Kampf um das Vaterland ebenso siegreich besteben wie umere Truppen im Feld!
kreisen Hessens großen Anklang. Am 15. Mai 1901 konnte die D arm städter A u Sstellung. das „Dokument deut-
scher Kunst", eröffnet werden. Sie bestand aus einer Reihe Künstlerbäuser. die von ihren Besitzern vollständig eingerichtet waren, außerdem aus anderen Gebäuden mit Malereien und Plastiken, solchen mit Blumenkultur, Mode und vielen ande- ren künstlerischen Dingen. Die Ausstellung erregte das größte Aussehen, da sie zum erstenmal die Lebensfähigkeit der aus unserer Zeit, ihrer Technik und ibrem Material her- aus geborenen Kunst bewies, sie ward der Ausgangspunkt für das bald allgemein werdende Stte-ben in Deutschland nach einer neuen Kunstrichtung. Ans die Dauer erwies sich aller- dings Darmstadt dem Künstler doch zu wenig als der Boden, auf dem seine Kunst gedeihen konnte: auch die übrigen mit ihm berufenen Künstler, Behrens, Bosselt, Habich.
B ü r ck und die leider bald darauf verstorbenen Olbrich und Hu ber trieb es bekanntlich bald wieder fort, um in der Künstlcrkolonie neuen Stürmern und Drängern Platz zu machen. Nach längeren arbeitsreichen Jahren in Paris gelang es Christiansen 1911, sein Haus „In Rosen" in Darm- stadt zu verkaufen: er wählte dann Wiesbaden zu seinem ferneren Wirkungskreis ols Portrait- und Landschaftsmaler Architekt und Kunstgewerbler.
Vor etwa zwei Jahren bat Cbristiansen seine fruchtbare Tätigkeit unterbrochen, um einen philosophischen Gedanken auszuarbeiten: seine Schrift „Meine Lösung der Welträtsel" erschien kürzlich in der hiesigen Hofbuch. Handlung von Heinrich Staadt in der 3. Auflage. Cbristiansen glaubt, in einem von ihm entdeckten Prinzip, das er „Kos- mos-Prinzip" nennt, den Schlüssel gefunden zu baden, der, wie er sich ausdrückt, ave Rätsel de? Kosmos absolut und relativ zu lösen berwag." Der Künstler ist auch auf dem Gebiet der Philosophie wie auf dem -der Malerei und Architektur Autodidakt. Der enge Rabmen dieser kleinen Würdigung erlaubt leider nicht ein näheres Eingehen auf seine philosophischen Gedanken. Hoffentlich wird Hans Christiansen noch lange Jahre in Wiesbaden ein Feld für sein vieffeittses Schaffe» finden.
