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< Leite S_Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt._ Wiesbadener Uaatzialt.Jrettag, 3. März 1S16. Nr. 105.

KreHe des T onaufÜTsten kums oder die rumänischen Bauern -schrieb, vereinigte sich trat ihr Mit« Kremnitz, mit der sie auch «ine Reihe von Romanen veröffentlichte.

Die italienische Presse über den Feldzug in Albanien.

Anklage» gegen den „Verteidiger" Durazzos.

Nr. Lugano» 2. März. (Eig. Dnahtbcricht. Jens. Bin.) Nach der Räumung von Durazzo taldelt die italienische Pvesse heftig, dass Gencral Bertotti die Verteidiger Durazzos verlustreichen Kämpfen auSsetzte, wo die Räuniurrg ohnehin beschlossen Ivar. Mit dem gestern erschienenen Dekret des ReichSverwesers wird die Verfügung vom 1. Dezember zu­rückgezogen, nach der der Kommandant in Albanien direkt der Regierung in Rom unterstellt war. Von jetzt an steht also General Bertotti unter den: Oberbefehl CadornoS. Daraus wird geschlossen, daß Cadorna die Leitung der Operationen in Duirazzo mißbilligt. Die Presse begrüßt die NenordlM!!^;, beklagt aber die Unsicherheit und die widerspruchsvollen Entschlüsse.

Tiefer Eindruck in Berlin.

r. Berlin, 2. März. (Gig. Drahtbcricht. Zcns. Bln.) In Run änicn wird man sich heute sagen dürfen, daß seine Trauer auch eine deutsche Trauer ist. Königin Elisabeth aus de poesieumflossenen fürstlichen Residenz Neuwied, an der Seite des unvergessenen Hckhenzollevn in das ausblüh'ende Valkanland gekommen, blieb ums mit ihreni freundlichen KunWnn eine der s y m p a t h i s ch st e n Erscheinungen auf Königsthronen. Carmen Shlva, die gern dichtete, malte, und auch zu wohltätigen Zielen stets hilfsbereite Kand erwies, scheidet in einem für d«L rumänische Volk kritischen Augen­blick aus dem Leben. Sie hatte es verstanden, unS durch deutsche Vermittlung für rumänische Lieder untd Sagen, für Sitten und Q obrünche der Land- und Bergstämme zu inter­essieren. Sie suchte, wie ihr im Tod vorausgegangener Ge­mahl, Ruuönien ider westlichen Kultur anzuschließen. Die für sie gewiß schmerzliche Enttäuschung, das geliebte Land durch üble Berater dem Leitgedanken einer 30jährigen frucht- kar'cn Regierung entfremden zu sehen, mag ihr Ede be­schleunigt laben.

Der neue rumänische Unibersität4rektor beabsichtigt sein Amt niederzulegen.

XV. T.-B. Bukarest» 2. Mürz. (Nichtamtlich. Drocht- sievicht.) BlättermelÄung!e.n aus Jassy zusalft? Kat der oben erst in sein Amt -getretene Universitätsrektor Stere gestern den Senat 'der Universität ein.bernsm nnld ihm nritgeteilt, baß die gegen verschiiehenc Studen­ten verhängten Strafen gemäß Beschluß des Pro- sessorkülleglnms aufzuheben seien. Der Senat stirnnrte dom Beschluß zu. Ter Rektor hoib hervor, daß sich die Stri>dentenbeweaunq von außen geleitet uird ge­schürt, .gegen ferne Person gerichtet habe. Uni tveitere Verwicklungen zu vermeidm. sei er fest entschlossen, von seinem Amt z u r ü ck z u t r e t e n. Dem Unterrichts- minister wurde telegraphisch von dem Beschluß .Kennt­nis gegeben. _

Der ttrieg gegen Italien.

Snlandras Widerstand gegen die Inter­ventionisten.

»r. Lugano, 2. März. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der römische Berichterstatter des „Resto del Cardino" will wissen, daß Salandra allen Forderungen der in-terveniio- mistlschon Partei, Vertrauensmänner in das Ministerium zu entsenden, höflichen aber unbeugsamen Widerstand ent­gegensetzt. Er hat die Alternative gestellt, daß das Kabinett in feiner jetzigen Zusammensetzung bleibe oder zurücktrrte.

Vor Abschluß der letzten italienischen Anleihe.

Br. Lugano» 2. März. (Eig. Drahtbericht. Zells. Bln.) Hcn.de werden in Italien die Zeichnungen auf die Anleihe geschlossen. Offiziell wird das Ergebnis wahrscheinlich mit drei Milliarden angegeben, ohne Unterscheidung der Barzeichirungen und des Titelumtnusches. Die wicflichen neuen Zeichnungen dürsten tvohl H/ 7 Milliarde betragen. Bei 600 Millionen monatlichen Kriegskosten wird die neue

Anleihe also die Mittel fiir 2y z Monate Krtegssühruug bringen. Die Regierung weist der HeereSverwaltmrg weitere 200 Millionen für Kv-egSzwecke zu. Die niedrigen einzelnen Zuweisungen erklären sich aus d:r dürftigen Schatzreserve.

Italiens höhere Kriegskosten.

W. T.-B. Bern, 2. März. (Nichtamtlich) Das römische Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret, durch welches der Etat des Kriegstrinisteriums für 1915/16 um 200 Millionen erhöht wird.

Das Ende der italienischen Herrschaft in Albanien.

Br. Berlin, 2. März. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Die „B. Z." meldet auS dem k. k. Kriegspvesseguartier: Die Vertreibung der Italiener cruS Durazzo hat Bdi einem großen Teile der albanischen Bevölkerung lebhafte Befrie­digung hervorgerufen. Die Krarde von dem Einzug der Truppen erfolgte durch optische Signale von Hügel zu Hügel. Schon wenige Stmiden nach der Einnahme der Stadl wußte die einheinvifche Bevölkerung von Tirana, Kawaja, Krvsa und Elbasan von dem Ende der italienischen Herr­schaft in Nordal'banien. An manchen Orten kam cs zu Stimpathfleflrndgebungeu: namentlich in Elbasan vevanstaltote die albanische Bevölkerung aus eigenem Antriebe eure Kund­gebung vor dem österreichrsch-ungaoisch en Sratlonskommando. Nordalbanien ist nun bis etwa iin das Gebiet oer seinerzeit projektierten Bahnli.nlie Duuazzo-Kawaja-Cettin;e-Elbasan- Ochridaffee hinein in der Hand 'der Eroberer. Das in feste Hand genommene Gelltet umfaßt annähernd 20 000 Quadrwt- kilomrter.

Oer Krieg gegen Rußland.

Der russische Staatshaushalt in der Duma.

W. T.-B. Petersburg, 2. März. (Nichtamtlich.) Bei der Budget Beratung in der Duma stellte der Bericht­erstatter Firfoff fest, daß sich die im Budget auSgewiese- ren ordentliäen Einnahmen aus 3 022 048 318 Rubel urd die citatliideti Ausgaben auf 3 282 463 678 Rubel s cl. ein, fr daß die ordentlick en Ausgaben die Einnahmen um 210414 380 Rubel übersteigen. Tie irn Budget aufge- stihrten Ausgaben bilden, so führte der Berichterstatter aus, nur einen Teil der gesauten Ausgaben, da die aus Weisung der obersten EtaattverNoltung angewiesenen Kriegsaus- goben zu ei- bis drein al die ordentlichen Ausgaben über­steigen können. Die außerordentlichen Kriegsaufwen­dungen nciscn folgende Ziffern auf: 8 Milliarden Rubel für 1815, und wenn der Krieg das ganze Fahr noch dauert, 11 Billiarden Rubel i'm Führe 1816. Alle diese Ausgaben könnten nur mit Hilfe von Kiwditoperationem geleistet wer­den. Der Bcnickterstatter legte weiter dar, daß sich die An- baufläcke um 2 660 000 Desjotinen vermindert habe, aber dank der guten Ernte sei diese Verminderung nicht fühlbar gevorden. Der Zufluß von Geld in das Land habe sich 'in der Vermehrung der Einlagen gezeigt. Die Verwehrung habe die bisher ohne Beispiel dastehende Summe von 8 0 0 M i l l i o n e u Rubel erreicht. Der Fi nanzm inist er erklärte, daß die Ausgaben die Ein­nahmen sciätzungsweise um 377 Millionen übersteigen wer­den. Der Minister hofft, die neuen Einnahmequellen, die tdurch den Kriegszustand geschaffen worden seien, würden mehr als 500 Millionen ergeben. Mas die Steuerpläne an- lom'ge, sei es wünschcknkwert, den Staatshaushalt an den Vorteilen, die sich aus den Untermöhmungen der Kriegs­industrie ergäben, teilnehmen zu lassen. Im Hinblick auf die außerardenilicle Vttmehrung der Ausgaben in den erstem Fahren nach dem Krieg werde man für eine Deckung der 'bedeutenden Fehlbeträge Sorge tragen müssen. Die Mittel, dak Gleichgewicht des Staatshaushalts Nticderherzustellcn, feien erstens strengste Sparsamkeit und zweitens die Entwicklung der säiaffenden Kräfte des Landes. Dieser zweite Weg erfordere, idaß nur solche Steuern »ns Auge gefaßt werden, die die wirtschaftlichen Quellen der Be- vclkerunig nicht verstopfen. Es sei notwendig, der wirt­schaftlicken Unabhängigkeit der Ratio» eine freie Entfaltung zu sickern umd die Mittel zur Fortführung des Kriegs aus­findig zu weck cm. Die täglichen KriegSausgoben betrugen zu Anfang des Kriegs 10 und sind nun aus 31 Millionen ge­legen. Die Gesamtheit dieser Ausgaben werde 1810

etwa 12 Milliarden erreichen. Um sie zu deckon, sei es notwendig, den allgemeinen Krctdit in Anspruch zu nehmen. Bisher haben die Krctditcperaticnen auf dem inneren Markt 41 J2 Milliarden ergeben. Die Notwendigkeiten des Krietzs bringen eine kräftig« Ausgabe von Papiergeld mit sich. Diese vern ehrte Ausgabe verpflichte zu äußerster Vorsicht. Der Dinister erllärte, daß die Aukgab« einer neuen i Urtie­ren Anleihe Hon 2 Milliarden vorbereitet wurde, und sagte, er sei des Erfolgs um so sicherer, als die Vertreter des Volkes nun von der Tribüne der Duma einen Aufruf an die «Bevölkerung richten und sie ermahnen können, den Staat im Kamps gegen den Feind zu unterstützen.

Die Neutralen.

Die Niederlande und Deutschland.

W.T.-B. Haag, 2. März. (Nichtamtlich. Draht, beruht.) „SSmocrlaniü" schreibt in einem äeitortild: Die Erklärung -des M i n i st e r § des Äußern in der Ersten Kammer wird sicher in weiten Kreisen miit großer Genugtuung aurgenomuten werden. Sie hat jödcim Zweisvl daran, daß die Niederlande Deutsch­land vollkommen frei gsgenüüerstchen, ein Endie ge- vivcht. Die Angielegenheit kann Äs erledigt betmchtet werden.

Weitere 18 Millionen Kronen für die

schwedischen Neutralitätsforderungen.

W. T.-B. Stockholm, 2. März. (Säichtamtlich. Trahtba- rickt.) Der HaUShaltkauSschuh des Reichstags hat die Reigierungsvovlage, dre 25 Millionen Kror-cn zur Deckung der Kosten fiir di« Ncminalität fordert, auf 18 Millioueu er­mäßigt. Der Reichstag hat diese Summ« bewilligt.

Japans Widerstand «regen ein neues chinesisches Kaiserreich.

Strcklrlw, 2. D orz. (Zacks. Bln.) Rach den russischen Vläitern hat die jopanisck e Regierung beschlossen, an Franicltkai eine letzte Warnung zu richten. Wenn Fr'.amsckükai trotzdem cm dem Entschluß der Wiedereinführung der R rrorckie in sisitra fis tzkll und es ihm nick-t gelingt, wir der llerclnücnören des Südens «in Rbersinkommen zu treffen, würde Fopon den Revolutionären feimie Offene Un- tevfrützumg ambieten.

Ein Denerungsstreik in Madrid.

W. T.-B. Madrid, 2. März. (Nichtamtlich. Reuter.) Fnifolge der Brvtteuerunig ist ein Streik ausge- brockön. Alle Arbeit ruht. Die Gendarmerie nahm Verhaf- tur.igen vor. Mehrere Meckschen wurden verwundet. Die Unruhen haben einen ernst'en Charakter angenom­men. Die Gendvtmerie ist machtlos. Der Bürgermeister hat abgedcmkt.

Die Regelung derRartoffelversoreung.

Die Kvrtoffelveroidnunyon, über deren „Fülle" neulich im Nbgiec>rdwellenhauS geklagt worden w(ar„ haben «ine neue Vermehrung «rfahnen Müssen, dtesmaldurch Matznahman von tief e inschnei >d«nd«r Wichtigkeit, die, wie angenom­men werden mutz, nun endlich der Knappheit am Kjar- toffelln «iw Emde machen werden. Dar FrühjahrShöchftpreis, der dom 15. März ab geltem soll, ist im Osten auf 4,50 M. pro Zentner fesigeseht worden, steiigend van Monat zu Monat um 25 Pf. bis zum 15. Juni. (Diese „Reports" bedeuten natürlich nicht etwa «ine Prämie zugunsten derjenigen Lamdwirtze, die aus irgend welchen Gründen erst später zum Verkauf rder zwo Lieferung kommen werden, sondern nur eben eine lnapp zureichende Entschädigung für den twtsäch- liichen Schwund usw.) Für Frühkartoffeln ist ein Hhchiflpreis von 10. M. pro Zentner festgesetzt. Die Fest­setzung von Kleinhandelspreisen bl«M künfti'g den Kommu- neu überlassen. Sitz bleiben zwar in idemselben Umfang wie bisher zur Festsetzung verpflichtet. Nur wird ihnen die Höchstgrenz« nicht vargeschrieben. Gleichzeitig ist durch den Reichskanzler ^bestimmt worden, daß, wer der Aufforderung zur Herausgabe und Ablieferung seiner Kartoffeln nicht nachkonmt, enteignet werden kann. In diesem Fall darf der Erzeuger von seinen Vorräten n u r den B e -

Verdun!

Nun hält die Welt schon Dag um Tag Den Atem an und lauscht. —

Des Schlacht eyengels Flügelschlag,

Das große Wort verwehren mag,

An dem ihr euch berauscht!

Nicht deutsche Art ist RuhmeSwont!

Uns gilt die Mannes tat!

Sie ist 'der Deutschen starker Hont, —i Sie kennt tm deutschen Herzen fort Als eine gute Saat!

Ihr habt mit Worten mcht gespabt,

Und wir nicht mH der Tat!

Euch hat das Lvgenwort genarrt.

Und das Erwachen wird euch hart!

Uns reist die Frucht zur Mrhd!

Im Panzerkletd steht euer HauS, —

Ihr glaubt, — es sei gefeit? —

Wir klopfen an, — ihr müßt hinaus!

Mit uns im hehren Schlachtrngraus Ist die Gerechtigkeit!

Wir bauen unser Werk aus Gott Im Völkerweltgericht I Durch Nacht und dunkle Tchesnot, —.

Durch Dornenfelder blwtigrot Führt unser Weg zum Licht!

Wiesbaden, Europäischer Hof. ,

Hans Felgenhauer von u. zu Nsesa.

Wie Marie v. Elmer-Eschenbach zur Dichterin wurde.

'Marie v. Ebn'er-Eschenbach hat von der Höhe ihres Ruhms und der Steife ihres Alters mit besonderer Whrung und Liebe auf die Tag« ihrer Kindheit und der Zeit als Mädchen und junge Frau zurückgeblickt, da ihr Dichtertalent die Schwingen entfaltete, die erstem zagen Flüge wagte und trotz Mer Hemmnisse, Widerstände und Mißerfolge immer von neuem zum Licht emporstrebte. In dem wundewollen Spiegel­bild ihrer „Kinderjahve", in ihren entzückenden Erinnerungen aus den „Lehrjahren" verfolgen wir dies Sachregen und Ent- ftftai einer großen Begabung, die durch alle Dornenpfade und Irrwege hindurch zur Sonnenhöhe gelangte. Die ersten Empfindungen des Kindes bereits verraten eine viel reichere Plhaintasietätigkeit, als sie etwa ihre geliebte Schwester/die Fvitzi, besaß. Die Märchen Perraults lösen in ihr eigene Erfindungen aus, und bald hat sie sich ein Märchenland zu- vechtphamtasiert, das j,ens>eits der Berge rurd eines großen Meeres sich in blühender Schönheit dehnt. Wenn sie so von diesem Feenpavadies träumte, dann sagte die Schwester wohl unwillig miitzbilligond: „Du bist aber heute wieder so kurios!" „Mnüihlich genügte es mir nicht mehr, nur in Gedanken in meinem Lande zu weiten, und ich eröffnete eine Korrespon­denz mit seinen BWvohnern. Ich schrieb kleine Briefe auf das feinste Papier, das ich auftrsiben konnte, und übergab es den Lüften zur Besorgung. Glückwünsche zu dem beselig­ten Leben, das meine fernen Freunde führten, Ausbrüche der Sehnsucht und Grüße bildeten den Inhalt meiner Briefe." Später „begann sich eine mütterliche Liebe für meine Verse und meine Prosa in mir zu regen, und statt sie den Lüften aüSzulrefern, schrieb ich sie sauber und nett in 'ganz kleine Hefte, die ich selbst verfertigte, und von denen ich immer mehrere Exemplare bei mir trug." Die kleine Marie dekla­mierte nun, wo sie ging und stand, ihre Oden und Hymnnr; aber die Schwester sagte stets bittend: „Ach, geh, mach' doch

keine Gedichte!" Im diesen Worten war der Grundton an- gesck lagen, mit dsni ihre Familie lange Zeit ihr ganzes dich- terisäes Ctrchben begleitete. „Die stumme Ablehnung, die mein erstes poetisches Gestammel durch eine Getreueste und Geliebteste erfuhr, wurde nieiner Schriftstellevei bis ins reifste Alter durch andere Vicloetreue und Vielgeliebte zuteil. All- verehrte, auch von 'den Meinen airerkannte Autoritäten chatten mir länigst ein Talentchen und die Berechtigung, «Z aus­zuüben, zugesprcchen, und immer noch bewahrten die mir teuorst.en Menschen über meine aer nefas geborenen Geistes- kimder ein rücksichtsvolles Schweigen."

Ms sie ihrer verehrten Großmama in der Angst und Überfülle ihnes Herzens gestand, daß sie Poesien mache und machen müsse, da wies diese sie mit einer smist ganz unbe­kannten Strenge zurück. Nur eine fühlend« Brust fand sie unter den Ihren; dos war „Onkel Moritz", ein junger 'Ober- teuimamt toi Geniekorps, der eines Tages zufällig ein .Heft von ihr ^ aufschlug und darin eine französische „Ode ä Napoleon" fand. „Vom wem ist denn das?" «ragte er, und erhielt die Antwort: „Es sind Gedichte von der Marie." Der Onkel äußerte sich zunächst nicht, schickte aber dann Marie 2? in Wm er sie aufforderte, nicht in französischer

Sprach'e zu dichten: „O sing auch du, du deutsche Maid, / Nicht fremden Ruhtn in fremdem Kleid! / Du bist ein Sproß aus gut gevmam'schem Blut, / Was deutsch du ^denkst, Hab' deutsch zu sagen auch den Dkut." „Diese Verse galten mir", fa . ! ® ^bner. „Am mich waren sie gerichtet, und ich fühlte wich dadurch hochgeehrt und ausgezeichnet. Und wie leuckchete ihr Inhalt Mir ein und erhellte mir das Herz! Ich durfte sagen, 'was ich mir dachte, wenn ich es nur in deutscher Spr^ache s<rgte/ Der DnM, der <rus her flehten französisch plappernden Kckmteß so die deutsche Dichterin mochte, war Morch v. Mner-Efchjenbach, ihr späterer Gatte und Lebem- gesährle. Von der Lhrik wurde Marie auf das Drama ge» tenJt durch den regelmäßigen Besuch des Burgthaaters, das für f,« cm Quell edelster Freude, ein Bildungsmittel ohne, glmchen wunde. „Ihm verdanke ich die Grundlage zu meiner äsihetffchem Erziehung, die damals begomreu hat, und h-ntz x

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