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Srertag, 3. März 1916.
Morgen - klusgabe.
Hr. 105. . 64. Jahrgang.
Der Krieg.
Der Krieg gegen England.
Der Minensucher „Au Revoir" von einem Unterseeboot versenkt.
Ein russischer Dampfer torpediert. _
W. T.-B. London, 2. März. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Lloyd meldet: Der Minensucher „Au Revoir" ist von einem deutschen Unterseeboot torpediert worden. Die Besatzung wurde gerettet. — Der russische Dampfer „Alexander W e n tz e l" ist versenkt worden. 18 Mann der Besatzung sind ertrunken, 11 wurde» gerettet.
Zum Untergang der „Maloja".
TV. T.-B. Rotterdam, 2. März. (Nichtamtlich. Dmhtibevicht.) Der „Maasbode" erfährt aus London: Bei dem Totenschaugericht über mit ber „McÄoja" ver- unMckten Personen sagte ein Schiffsaffizier ans, daß nach seiner Meinung das Schiff torpediert worden sei, daß zwei Dampfer kurz hintereinander in die Lust flogen und der zweite Dampfer nnmittetbar hinter der „Maloia" ffchr.
Deutsche Minen an der englischen Küste.
Gens, 2. Marz. (Zens. Blp.) Wie schweizerischen Blättern zu entnehmen ist, haben die deutschen Minenleger an der englischen K ü st e eine außerordentlich große Zahl von Minen neuesten Typs auZgelegt. In seemännischen Kreisen Englands herrscht kein Zweifel mehr darüber, daß Deutschland den Seeminen in den, neuen Feldzug gegen die englische Schiffahrt einen großen Raum zugewicsen habe. Der Umstand, daß an einem Tage im Bereich der englischen Küste vier große Dampfer aus Minen gelaufen sind, diene als Bestätigung. ( Die doppelte Katastrophe dar Dover, bei dec die Überlebenden in einem Dampfer vom kaum erreichten Lande aus den Untergang des anderen Schiffes mit an- schen mußten, habe in London den größten Eindruck gemacht. Mehrere Blätter fragen, wo denn der Schutz der englischen Flotte vor den feindlichen Minenstreuern sei.
Die gefürchteten deutschen Luftschiffe.
Rotterdam, 2. März. (Zeus. Bin.) Überall in England werden Maßnahmen gegen Zepp-elinan griffe getroffen. Um Samstag gegen Mitternacht wunde in Plymouth ein V e rs uch sü la rm ins Merk gesetzt, wie er bei der Ankündigung von deutschen Luftfahrzeugen in Lürklickkeit erfolgen soll. Sebald der Alarm erscholl, wurden sän tbiche Achter gelöscht; die Leute auf den Stvaßen drehten selbst die Liatennien aus, die Stadt lag bald in tiefem Tunke!; die Scheinwerfer traten in Tätigkeit. Die Lilitarbehövde traf noch andere, nicht näher .erwähnte Anordnungen. Der Versuch soll ergeben haben, daß die Alvrmlaute in den Vororten nicht vernommen wurden, daß von den umliegenden Hügeln «die Stadt durch die Scheinwerfer stärker belichtet war, als es durch die hellste gewöhnliche Beleuchtung möglich gewesen wäre. Am Freitag voriger Arche ist in faft ganz Schottland das Verbot des An- zütldens von Lichtern mach Sonnenuntergang in Kraft getreten.
Englands Vorbereitungen zum Boykott deutscher und österreichischer Waren.
W. T.-B. London, 2. März. (Nichtamtlich. Draht- tericht.) „Reuter" meldet: Die „Daily News" schreibt: Ein enger Kreis von Mitgliedern des Kabinetts berät, -ob angesichts des nächsten Budgets eine wichtige Änderung der Handels- unb Bilcmzpalitik vor-ge- nonvmen werden soll. Wie verlautet, besteht bie Abficht, die Einfuhr beittscher Güter nach ton Kriege zu veMieten. Es wird gewünscht, daß diese Frist von anderen jetzt zu ergreifenden .Maßregeln begleitet werde, unl die Einfuhr aus tor Kolonien rind den alliierten Ländern nach Großbritannien zu fördern. Man hofft auf diese Weise eine Mauer gegen die enormen Anstrengungen im Handel aufzurvchten, die Deutschlaird nach dem Kriege beabsichtigt. Die Förderung der Einfuhr aus den Dominions und den alliierten Ländern wird, lvenn die Absicht gewisser Mitglieder des Kabinetts durchdringt, Vorzugstarife zur Folge haben. Es soll schon im nächsten Budget mit der neuen Politik begonnen werden. Alle diese Angelegenheiten werden bei l er geimeinsamen Konferenz der Verbündeten in Paris, die bald stattfinden soll, zur Sprache gelangen.
In der Antwort auf den vom Handelsamt ausgehenden Plan, den Handel anzuzeigen, der früher in den Händen Deutschlands und Öfterreich- Ungarns war, sind während der letzten Wochen zahlreiche Anfragen von Firmen aus allen Teilen Groß- blitanniens eingelaufen, um die Namen von Fabrikanten zu erfahren, die gewisse Waren liefern könnten. Der Stadtvat von Manchester bat -beschlossen, keine Kontrakte mit irgend einer Perion deutscher oder österreichischer Nationalität einzugehen, oder mit einer Firma, deren Kapital zu einem Drittel in Den Händen von Personen dieser Nationalität ist. Dieser Beschluß wird allen Stadtbehövdcn von England und Wales zur Kenntnis gebracht.
Ein englisches Ausfuhrbureau in New Hork.
W. T.-B. Washington, 2. März. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet' Die britische Botschaft teilt mit, daß ein Buweau eröffn-et worden ist, das Zeugniste für die A u S - fuhr amerikanischer Güter nach den skandinavischen Ländern ausstellen werde.
Eröffnung der englischen Sparfamkeits- kampagne.
TV. T.-B. London, 2. März. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet: Gestern ist in der Guildhall .unter feem Vorsitz des Lordmayors die große nationale Sparsamkeitskampagne eröffnet worden. Die Minister McKemm, Kitchener, Bonar Law und Balfour sprachen und ermahnten alle Klassen zu größter Sparsamkeit. Bonar Law erklärte, der Handel sei eine der Hauptwaffen Englands. Deutschland habe die Welt in Elend gestürzt (?), weil es geglaubt habe, es würde daraus Nutzen zi-ehsn. Ob es dafür England werde entschädigen müssen oder nicht, das Land seä jedenfalls eiitig in dem Entschluß, daß Deutschland das britische Reich nie wieder ausbeuten dürfe. Es wurde een- stimmtg eine Resolution angenommen, in der es heißt, daß kem Opfer zu groß wäre, um den Sieg zu sichern.
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Der deutsche Denkfchriftsanhang.
TV. T.-B. Washington, 2. März. (Nichtamtlich. Drahthericht.) Lau fing hat an tot Botschafter Ger arid in Bevlin ein Käbeltekegmimm gerichtet, in hem er um Mitteilung ersucht, mit welchem Schiffe der Anhang zu der deutschen Denkschrift über tot Unterseeibootskrieg abgejanidt worben sei, und wann ihr Eintreffen in Amerika ztt erwarten sei.
Wilfous Aufforderung an den Kongreß.
Untcrstützcnde Zustinmiung der Presse und der Republikaner.
TV. T.-B. Amsterdam, 2. März. (Nichimntlich. Drahthericht.) Einem hiesigen Blatte zufolge erfährt die „Tinies" aus Washington: Wilsons plötzliche
Forderung, .daß der Kongreß über die auswärtige Politik beraten und der Regierung in to Frage des Reffens von Amerikanern auf bewaffneten Handelsschiffen fein Vertrauen aussprechen soll, erregt im Kongreß Aufsehen. Diele KongreßmitAioder finden bas Austreten des Präsibenten klug und energisch. Die Presse und bie Republikaner unterstützen den Präsidenten. Die Demokraten würden ihn auch nicht im Stiche lassen können, ahne in die Karten der beutfchen Botschaft zu spielen. Man glaubt, baß die Stellting Wilsons stärker geworben ist.
Oie Lage im westen.
Unnötige feindliche Illusionen.
Das Vorgclände im Norden und Osten von Verdun in deutscher Hand. Glänzende Ansnützung der letzttägigen Pause.
Br. Berlin, 2. März. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Bin.) Aus dem Großen Hauptquartier wird dem „L.-A." unter dem 1. März gedrahtet: Die Franzosen bleiben wieder einmal die alten Optimisten, wenn ihnen auch das Wasser bis an die Kehle reicht. Ihre amtlichen Berichte der beiden letzten Tage wissen mit Befriedigung von einem Nachlassen der deutschen Anstrengungen vor Verdun zu erzählen und ziehen hieraus weitgehende Schlüsse. In der Tat hat aber die Arbeit der beiden letzten Tage nicht nur der Vortreibung unserer Stellungen gegolten, über deren glänzende Erfolge täglich unter genauer Angabe des Raumzuwachses berichtet wurde. Die Tatsache, daß der Radius unserer Angriffsstcllungcn vom Norden bis zum Südostcn heute um Kilometer kürzer ist, als er cs am ersten Tage unseres Vorgehens war, ergibt natürlich im Hinblick auf die Art der Einsetzung der artilleristischen und infan- teristischen Kräfte neue Möglichkeiten. Sie sind in diesen Tagen, die von den Franzosen so optimistisch irrig als Tage deutschen Nachlassens gedeutet wurden, glänzend ausgenutzt worden. Die Erfolge dieser nicht überstürzenden und in weiter Voraussicht jeden Vorteil abwägcnden Taktik werden sich offenbaren. Es ist im Laufe dieser Kämpfe vor Verdnn vom ersten Tage an einer der wichtigsten Lcikvunktc der deutschen Heeresleitung gewesen, das eingesetzte Truppenmaterial nirgends sinnlos zu opfern. So nahm denn unser großer Vorstoß aus Verdnn mehr den Charakter einer Reihe einander folgenden und hintereinander überflutenden Stoß welle ii an. Es ist mit Recht unbedingt vermieden worden, den Sturm in jener mcnschcn- schlächtcrischcn Art cinziiseven, wie ihn etwa die Fra n- z o s c n im September b. I. in der Champagne versuchten, wie ihn die Russen jüngst erst an der besiarabi- schcn Front vergeblich immer wieder nnsctztcn. Unsere Waffen stchcii vor den N o r d i o r t s von Verdun und haben sich bis an den Fuß der Cäte de Lorrain, die ihren Rücken wie einen Fels vor den Osten der Festung stellen, herangekämpst. Unser Heeresbericht hat von
einem nicht gesprochen: Von dem Ausmaß des bisher gesicherten Geländcgcwinnes. Dieser hat seit dem 2i. Februar, gering bemessen, den Raum von Quadratkilometer erreicht. Das ist mehr als das Vierfache von dem, was die Franzosen im Herbst 1915 ut der Champagne nehmen konnten. Wir haben die,en Zuwachs unter Hingabe von Verlusten erreicht, die als gering bezeichnet werden können. Damit ist das Vor- geländc im Norden und Osten von Verdun in dcut,cher Hand.
Der Kriegsplan unferer Feinde für das Jahr 191«.
Englische Selbsttröstungen.
Br. Amsterdam, 2. Alärz. (Eig. Dr-ähtzbericht. Zens. Mn.) Der „Daily Telegraph" führt aus: Diese wirkliche Gr otz of se nf i v-e stellt den entschiedenen Versuch dar, den Kriegsplan der Veckünideten für das Jahr 1916 z-u zerstören. Es ist ein Versuch, die w e st- lichen Werbündeten zum Kampfe zu zwingen, ehe das Wetter den Russen neue Bewegungsfreiheit gibt, ein Versuch, die Ansführuipg des fange vorberet- teten Angriffes der Verbündeten an der Westfront jetzt zu erzwingen und so die angelsammelten Kräfte zu früh zu verschwenden. Von diesemt Gesichtspunkt aus betrachtet, dürfte der Hieb gegen Verdun wahrscheinlich nur eine eigentliche Phase darstellen. Doch wer zuletzt lacht, lacht am b-esten. Die Ansichten des Feirvdes waren längst bekannt und brachten keine Über- rafchungen. Die Kriegsräte der Verbündeten werden von Köpfen geleitet, die sich durch solche kolossalen Demonstrattonen nicht gleich beirren lassen. Es ist zweifellos Tatsaäie, daß General Joffre Mit eben- folcheni Donnerhieb antworten könnte, aber er spieü ein Spiel nach eigener Art. Wenn er imftanide ist, den Krieg so fortzusetzen, wie er ihn jetzt führt, muß der deutsche Sturmangriff wie immer solche wütenden An- ariffe in verbältnisimäßia kurzer Zeit zu einem Ende fc-mimen. Befinden sich die Franzosen dann hinter ihrer ungebrochenen Linie in der Defensive, so hat der Feind die größte Niederlage erlitten, die ihm bisher beschieden war.
Oie Ereignisse auf dem Balkan.
Verstärkte neue Truppenzufammenziehungen in Saloniki.
IV. T.-B. Amsterdam, 2. März. (Nichtamtlich. Dmhtbericht.) Einem hiesigen Blatte zufolge erfährt die „Times" aus Saloniki: Die tägliche Ankunft von Verstärkungsabtcilnngen findet jetzt in größerem Maßstabe statt als je. Alle diese Truppen sind bereits akklimatisiert. Die Ankunft der serbischen Armee von Korfu wird in den erster Tagen -des'März erwartet.
Esfad zu feiner Flucht aus Durazzo. ' Schwere Verluste bei der Einschiffung der Italiener.
Nr. Genf, 2. März. (Eig. Drcchtbericht. Zeus. Bln.) Bevor Esfad sich nach Friankveich begcüi. vechtfertigie er dem Bsrichberstatt-er des Pavifer „.Journal" geyenüber sein Verhalten in Dur-azzv. Die italienische Führung sei starken Flanki-srungen ausgofetzt gsioelsen. Erst nachdem Genenal F ru r r ii n i, welcher Durazzo unverteidigt lassen wollte, durch General F e r r e r o -ersetzt worden war, begcmn>en die Bor- berertnng-en, den Österreichern -entgegenzutreten. Aber wider Erwarten war deren Artillerie trotz der Gieländehindernisse so wirksam, daß der italienische RückWg u n v e r in e i d l r ch wurde und i-nfa-lge ungünstiger Seeverhältnisse sehr schwere Verluste bei der Einschiffung der Truppen entstanden.
Die Königin-Witwe von Rumänien f.
\V. T.-B. Bukarest, 2. März. (Nichtamtlich. Drahlbe- richt.) Königin-Witwe Elisabeth ist heute vormittag gestorben.
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Mit der Königin-Witwe Elisabeth von Rumänien ist eine Fn-rsiin deutschen Bluts dohinyegangen. Als Tochter des -Fürsten Hermpnn zu Wiüd-Ncujwied am „r-aufchenden Rhein" am -28. Dezember 1843 geboren, war sie seit 15. November 1869 mit dem erst als Fürst, dann als König von Rumänien nogiierer.fcni Karl I. aus dem Haufe Hohenzollern- Sigmvringcn vcvmählt. In den Leiden und Beschwerden, mit denen auch Karol von Rumänien zu kämpfen hatte, nvhw sie innigen Anteil an dem Geschick ihres Gatten und ermunterte ihn in seiner Aübeit zur Neuordnung der Zu- ftäm-de in dem -balkanisch-walachischen Fürstentum. Wenn es Karl gelang, die SchjUiiärigLeiten im Innern zu besiegen, so gebührt der Fürstin und Königin ein nicht zu unterschätzendes Verdienst. Literarisch gebildeten Kreisen ist die Fürstin besonders unter dem Namen Car m eit Sylva bekannt. Ist -sie doch mit poesi-cvollen E-cdicht-en, mit Novellen, Skizzen und Märchen h-crvorgetüeten, -die sie als -geist- und phantastev-olle Dichterin erkennen lasten. In die Heimat, an den Rhein, führen vor allem „Mein Rhein", „Heimat" u. a. Wo sie in rumänischer Sprache schrieb, wo sie für die gobildetvve«
