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Donnerstag, 2, März 1916.

Kbend-Ausgabe.

Nr. 104. . 64. Jahrgang.

Abermalige nutzlose Gegenangriffe aus

Douaumont.

Lebhafte slrlMerietätigKeit im Nord- teil der russischen Zront.

Der Tagesbericht vom 2. März.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 2. März. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage hat im wesentliche» keine Änderung rfahren. . . . .

Im Dscrgebiet war der Feind mit Artillerie oe- svnders tätig. .

. Auf dem ö st l i ch en Maasufer opferten die nran- ,-losen an der Feste Douaumont abermals ihre Leute in nutzlosen Gegenangriffsversuch cn. «östlicher Kriegsschauplatz.

Aus dem nördlichen Teile der Front erreichten die Artlllcrrekämpse teilweise große Lebhaftig­keit. Kleine Unternehmungen unserer Vorposten gegen feindliche Sicherungsabteilnugen hatten Erfolg.

Nordwestlich von Mit au unterlag tm Luftkampf rin russisches Flugzeug. Seine Insassen fielen in unsere Hand. Unsere Flieger griffen mit Erfolg die Bahnanlagen von Molodezno an.

Balkankriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Ksterreichisch-ungavischer Tagesbericht

W. T.-B. Wien, 2. Diärz. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 2. März, mittags: Nirgends beson­dere Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralsiabs: v. Höf er, Feldmarschallentnant.

Die Lage im Westen.

Französische Besorgnisse trotz der vorüber­gehenden Ruhe vor Verdun.

W. T.-B. Bern, 2. März. (Nichtamtlich.) Die Lage an der neuen Angriffsfront beunruhigt die Militärkritiker der Pariser Zeitungen, fenic eindringlich davor warnen, aus der scheinbaren Ruche voreilige Schlüsse zu ziehen. Die Lage ist befriedigend, schreibt derDemps". Aber sie bleibt nichts- destowenilger sehr ernst. Unser starker Gegner hat nicht nrit einem solchen Aufwand eine so bedeutende Aufgabe unternommen, um nach .einiktm kleinen Mißerfolg zu verzich­ten. Oberstleutnant Rous 'f e t beantwortet imPetit Pjarifien" die Frage, ob die Stoßkraft wohl ihr Grab ge­funden habe, damit: Man konnte es nicht .besser. Aber ich gebe mich bezüglich der Härte, der Aufgabe, die noch zu er­füllen ist, keinen Illusionen hin. Pichon ruft imPetit Journal" dem 'Volk zu,, man solle Vertrauen haben. Nur so kömve foem Feind begegnet werden, der neue An- griffe vorbereite.

Absetzung vor Berdun korumandierender Generale.

Berlin, 2. März. (Zens. Bln.) DerB. L.-Ä." meldet aus Basel: DieBasler Nvchr." meLen: Nach einem Pariser Telegramm desSecolo" wurden einige Generale der Armee von Verdun wegen U n h i g k e i t -a b g e s e h t. Als rreuer Befehlshaber wird General Petin genannt.

Auch Senator Hurnbert warnt vor dem zu frühen Siegesgeschrei.

Die deutsche Offensive wird erst eigentlich beginne»!

V/. T.-B. Paris, 2. März. (Nichtamtlich.) Die neuen Angriffe im Woevre veranlaßen Ssimtor H u mbert im Journal" zu dem Ausruf: Es ist oßso wieder einmal zu früh, die Schlappe unserer Feinde zu verkünden und von ihren Mßerfolgen zu sprechen. Im Gegenteil, würde ich eher zu der Annahme neigen, daß die Schlacht von Berdun erst recht eigentlich beginnt. Sodann singt Humibert der methodischen Vorbereitung und systemati­schen Durchführung der deutschen Vorstöße ein wahres' Lob­lied. Es wäre ein Wahnsinn. zu glauben, daß die Deutschen bereits fertig sind. Unter dem besonderen Hinweis auf die tadellose Artillerieausrüstung Deutschlands, an der über 1 300 000 Mhnn arbeiteten, nimmt Humbert mit der ernsten , Mahnung, den Ern st der Lage nicht zu verkennen, seinen alten Ruf nach Kanonen und Munition wieder auf.

Ein englisches Urteil über die Heftigkeit des deutschen Angriffs.

W. T.-B. London, 2. März. (Nichtamtlich.) Liewat Fraser schneibt in derDaily Mail": Die Franzosen sind vielleicht in Liner Hinsicht bei Berdun überrascht worden, nämlich durch die außerordentliche Schnelligkeit, Ge­walt und HavstwückiAkeit des deutschen Angriffs. Die

leptan französischen Bulletins deuten an, daß die Heftigkeit des deutschen Angriffs olle Erwartungen übertreffe. Diese MMhode entspreche der deutschen Theorie vom Krieg, ist aber niemals vorher in einer solchen rücksichtslosen Entschlossenheit antgewanldt worden.

Die Flucht dev Zivilbevölkerung aus dem Bezirk von Verdun.

W. T.-B: Bern, 2. Wiärz. (Nichtamtlich.) Aus einer Meldung desPetit Puntsten" geht hervor, daß zahlreiche Dörfer in der Umgebung von Berdun geräumt werden. Außer den bereits früher geflüchteten Einwohnern der Stadt verlassen weitere Scharon V e r d u n, die in Paris inangst- vokl er Erwartung-neuerNachrichten ankoMmen. Die Stadt hat schwer gelitten. Die Einwohner in . 'den Kellern standen unter dem Eindruck, daß sie unter einem ununterbrochenen, Eisen- und Feuerregen lebten, der über Berdun und die Nachbarschaft niodergimg. Vielfach mußten die Leute zum Verlassen der Stadt ge­zwungen worden. Jede Verpflegung wurde einfach un­möglich. Zurzeit ist dir Stadt bis auf ein Dutzend Ein­wohner und einige Beamte vollständig geräumt.

Ein älter Bürger Verduns erzählt, daß die schwere Artillerie der Deutschen Dienstag die Stadt sehr beschädigt habe. Diele Einwohner sind getöttzi worden. Besonders die nrrtere Stadt hat großen Schäden Wittert. Die neue Kirche von Berdun und die schöne alte Kathedrale aus dem 12. Jahr­hundert waren das Ziel der feindlichen Geschütze. (Wenn das zutmMt, so haben die Franzosen, tvie in Reims, die Kirchtürme zu militärischen Zwecken mißbraucht und dadurch die Be­schießung selbst verschuldet.) In der Nacht von Donnerstag auf Freitag fiel fÄe Minute eine schwere Granate in die Stadt. Einzelne Teile 'derselben bilden nur noch Ruinen und sehen aus, als ob ein Erdbeben ftattgefunden hätte. Bis Frei­tag sind höchstens noch MO Einwohner in der Stadt gebtiebcir.

Der Zug der Flüchtlinge.

Schweizerische Blätter melden, daß in Paris, Orleans und in südlicher gelogenen Städteer 18 600 Flüchtlinge aus Bevdun und Umgebung untergebrwht wurderr.

Der vermißte Schwiegersohn BoulangerS.

Br. Genf, 2. März. (Gig. Drahtbericht. Zenf. Bln.) BmUangers Schwiegersohn, der nationalsitifche Deputierte T r i a n d, der als Oberstleutnant ein Jägerbataillon vor Berdun befehligte, wirrid lautLibre Parole" vermißt. Er ist vermutlich gefangen. Tviand war einer der Führer der parlamentarischen Rechten at-rtb bei Vorbereitung des Krieges der eifrigste publizistische Helfer Delcassäs.

Französische Fachkritik an der Heeres­leitung.

Der Ruf nach der Entlastung Verdftns.

Br. Genf, 2. März. (Etg. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der militärische Mitarbeiter idcsRadikal" Oberstleutnant Pr'is ist erstaunt, daß die französische Heeresleitung, Verdun nicht durch eine O f f e ns i v e gegen die deutsche Front entlaste. Er hofft, daß der geeignete Augenblick nicht vetsäumt werde. Gustave H e r v e erörtert imLa Wctoive" scbon den Fall Verduns, wobei die Deutschen weiter nichts gewännen, als die Vovtreibung ihrer Front von 20 Kilo­meter, hinter denen sich eine noch stärkere Ma n e r finden würde.

Der französische Geländeverluft bei Berdun.

Br. Haag, 2. März. (Eig. Dvahtbericht. Zens. Wkn.) Im ganzen so gibt ..Daily Chronicle" zu hat Frwnk- r-eich in der sechStüsgigen Schlacht von Wevdun bis zum Sonntag über 4 Meilen und 7 Kilometer Gelände verloren.

Gewaltige französische Verluste bei Verdun.

Br. Amsterdam, 2. März. (Erg. Drahtüericht. Zens. Bln.) Ein Gewährsmann, des Vertveters derVoss. Ztg.' meldet aus Lmidon, dctz nach dort eingstroffenen zuverlässtgerr Privatmeldungen aus Haris die franzSsischen' Verluste boi Verümn bis 28. Februar ajuf 63 000 Mann geschätzt werden.

Br. Christi-inia, 2. März. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Berdun ist jetzt fast ganz zerstört. Dir Straßen sind von Manerresten der beschossenen Gebäude gesperrt. Man muß sich einen Weg durch r-iÄwgrstürzte Telephondrähte, Balken und Steine bahnen. Warr ioatet durch Aerbrochenes ForrsterglaS. In 1>er ganzen Stadt ist keine nnh.eschadigte FsnsterschMe.

Schwere ArLilleriekämPfr zwischen Ärmentieres und Albert.

Br. Haag, 2. März. (Erg. DvcchtLericht. Zeus. Mn.) Het Bad,evta,n.L" Msldri aus Lowdou: An.'der Front zwischen Armsntidres und der Gegend südlich von A I b e r t herrscht lebhafte K a mp f t ä t i g k e i t. Die deutsche Artillerie beschießt mit autzerordentÜcher Heftigkeit die französischen Stellungen. Die Fran­zosen sind sich jedoch ihrer Kraft, wohl betoqtzt und nehmen die Beschießung mit Ruhe hin. Ihre Artillerie beantwortet das Feuer mit großem Erfolg. Bethune, .Sonchez und andere an der Front getegenen

Dörfer werden lancjjam zu Ruinen. Die inrütavesche Bedeutung dieser Orts'cha,ften ist durch das letzte Feuer der Dsutsclien äußerst gering geworden.

Ein angeblicher englischer Fliegercrsolg.

W. T.-B. London, 1. März. (NichtamSich. TrÄhsdericht.) Retstar meldet: Die AdcniraÄotät toifft, daß der Micgcr- leutnant Simons ein feindliches FIiwUautz cmgrüff^ unv hcruinterfchoß, das ln Flammen gehüllt vor den bÄgstsihcn Linien niederfiel.. Der Kampf nind desien BeLba.uf wMÄei« durch die belgischen Soldaten von den Lcmjfgräben auK be­obachtet. »

Der Unterseebootskrieg.

Unsere U-Boote an der Arbeit.

W. T.-B. London, 2. März. (Nichtacntlich) Lloyds Agentur meldet: Der britische TcrmpferThornaby" soll versenkt worden und die ganze Besatzung umgvkvmmen sein.

VV. T.-B. London, 2. März. (Nichtamtüch.) Das Reuter, sche Bureau bringt eine verspätete Meldung aus Marseille, daß der britische DampferDenaby" im Mittelmeer ver- senkt worden ist.Daily Telegraph" meldet: Der Fisch- dampfcrR e e i ch" aus Bucki ist gesmrken.

Der Tag der UnterseebootkriegverschEfung.

Berechtigte Hinweise auf die unaufschiebbare Entscheidung.

Berlin. 2. März. (Zanf. Bln.) Im Anschluß am die gestern, anrtlvch gemokdote Berfa.-! kung ftraizösifchvv Hilfskreuzer »uf der Höhe von Le Havne bringen verschiedsrm BvrLner MorgeiMätter Itachrichton cruS Pcwis, wonach ein fr awzö» sifcher Minenfnicher vor Havre torpediert wirc'de.

In derGermania" heißt cS: Die rjcu.cn Erfolge unserer Unterseeboote vendiemen auch deshalb Mterstrtichen zn roerden, weil sie die Kvaft des UniesnehmunJsgeiftes, der in urigerer Marine herrscht, umverminderc glänzend zeigen. Denrselben Blatte scheint die Frage offen bleiben zu müssen, ob die ge. nml-dete Versenkung bereits mit der Verwirklichung der Au- künditzwng in der bekannten Denkschrift vom 8. FeLruw: zu- sancmerchängt.

Verschiedene Blätter rieh,wen BeonnlasfwuL, irr letzter Stunde zu betonen, daß Deutschland vor eurer uinmMchieb- barem, Enffchgidumg stehe. DieTägliche Rundschau" schreibt: Wir stehen vor einer unaufschiebbaren En'tfchchtmng. Wir müssen fetzt in dieser Stmck»e ums darüber schlüssig machen, ob wir gegen Miseren ErzfeindEngland, gegen Len Llnstifter alles Übels, die einzige W-affe, die wir gegen ihn Hadem, rücksichtslos mnd nnbelirrt durch lähmende Hemmunga«, ann-eeden »vollen oder nicht. Wrr besitzen keine gn-dere Waffe, um Englaitd auf den Leib zn rücken, und wir .müssen rhre üolh Schäwfe hemte treffen lassen, wenn sie ihre Wirkung tim soll. Schon streckt England seine gierigen Finger nach nroferen Schiffen in den portuyiesrschcn Häfen. Schon hören wir, wie es «in Südamerika zu damfetben Schiffs- raulb zu amiimieren verfluchte. Morgen werden die Weizen- schiffe astfangM, über daS Meer zu laufen, die ein weiteres Jahr Weltkri^ey in ihrem, gefüllten Bäuchen trugen. Morgen Müssen wir anfnntzen, sie rücksichtslos abzutun öder die Ent­scheidung in neue rmabsehbare Ferne rücken übernrorgsn ist es zu spät.

Von einem Unterseeboot verfolgt.

Hovas nreLdet aus Marfeiille: Der DampferDnc d'Auraalc" der Compaguse TvanSoilMÜquc kam Morrtag- urorgcu hier an, nackidem er der Be.rfolgung eines felmdlicher Untsrfeebootes entgangen war.

Englands Vssorgnisie um die neuen U-Voole.

Br. »Amsterdam, 2. März. (Eig. .Drahtbericht. Zsns. Bln.) Me .gestern eirgetroffenen englischen Aertungen veröffent­lichen Leitartikel über !die Wiederaufnahme des Unterseebootskriegs. Der Wftcderbeginn der deut­schen Umterseebootstätigkeit dürfte, wenn er wirklich schär- f e t e Formen amnehMtn sollte, in Verbindung stehen «mit den Gerüchten, daß neue unb mächtige Unterseeboote den Deutschen zur Verfügung stehen. ZwoiMoS häben die neuen deutschen Unterseeboote einen größeren Aktionsradius als die alten. Dies wurde durch Be­richte bestätigt, feeren zufolge solche Boote bis zur Levante und weiter gekranmen sind. Es ist wahrscheinlich, daß sie imstande sind, etwa 4000 Meilen an der Oberfläche mit einer Gjeschwinditzleit von 12 Knoten zurückzulegen. Boote vön 1M0 Tonnen und mehr könnten große Mengen Feuerung, Wjaffer und Munition mit sich führen, rmmentlich da letztere mi§ Bowiben und Granaten bestünde. Man darf sogar er­warten, daß Boote im Atkantischen Ozean operieren »varfeen, und es ist bei der Findigkeit der Deutschen durchaus nicht uirmäglich, daß sie dort eine Basis zur Einnahme von weiteren Vorräten einrnchteu. TieMorntng Post" sagt: Unl letzten Monat sind 40 bis 50 Schiffe versenkt oder abge- fangen worden. Die genaue Zahl könnte nickt angegeben werden, ober der Verk u st könne nicht unter 43 sein. Bon Läsfen englifütLn Berlusteu kommen auf daS Konto der M ö v c" allein 13 Schiffe. Es ist möglich sagt das Blatt, .daß dieMöve" aus Kiel older Wilhelmshaven in nebligem Wetter entkam. Es ist aber.vielleicht wichtiger, festMstellmi. wo sie jetzt hirgekofffmen, als wie sie es affgestellt, dorthin zu kommen, wo sie fetzt ist. Jedenfalls ist die größere AlWhl