Einzelbild herunterladen
 

Seite 2 < Abend-AusgnLe. ErstcS Blatt.

Dienstag, 29. F-brnar IMS.

Nr. 100.

anSjjttüfem. Mcm muH Berdua als einen Teil der Linie der Verbündete« gewachten nud wicht als eine Festung mit be- iHonoeren Attributen. Permanente Fortifickationen such irr Ai«sem Kriege wegen der großen Kraft der schweren Haubitzen nicht länger von Bedeutung, und alles, was bis» >5jer geschehen ist, ist, daß ein besonders verwundbarer vor­springender Weil der Front eingedrückt ist, ebenso, wie diuS an andeven derartigen Punkten schon früher geschehen ist.

Der Kmttpf im OSerctsaß.

Die Bedeutung der Fessrlballonbeobachtung.

' Br. Berlin, 29. gebt. (Eig. Dccchtdericht. Jens. Wln.) Aus dem Großen Hauptquartier berichtet der Kriegs­berichterstatter H. Pietsch über die Kämpfe im Sun d- g a u: Nach unserer ebenfalls erfolgreichen Offensive bei

0 b e r s e p t und H e i d w e i I e r, wo wir planmäßig unsere Stellung iu der Zeit vom 14. bis 22. Februar verbesserten und den Gegner unter Hiuzufügung großer Verluste zum Verlassen seiner Stellung au dem gewünschten Punkte gezwungen haben, dauern die Ar- tiHeriekämpfe mit erhöhter Tätigkeit an. Auch beiderseits des Münstcrtales auf den hohen Ufern der Fech lassen unsere ehernen Fcuerschlünde ihre un­heilverkündenden Stimmen hören und sämtliche Täler der Südvsgesen, die Schluchten zwischen den schnee­bedeckten Bergen gellen unaufhörlich wider von dem Donner der beiderseitigen Geschütze verschiedenster Kaliber. Besonders bei Altkirch und dicht an der Schweizer Grenze hat sich die beiderseitige Ar- tillerictatigkeit verstärkt. Die Erfolge unserer Artillerie in den Südvogcsen sind nach einwandfrei angestellten Beobachtungen unserer Fesselballons fraglos, da alle Einschläge und erzielten Wirkungen erkennbar sind. Hier in dem überaus welligen Gelände, wo die Beob­achtung von erhöhten Punkte» sehr erschwert, wenn nicht ganz unnläglich ist, kommt die Bedeutung unserer Fesselballons als Bcobachtungsposten dank unserer ge­übten Bemannung und der für ihre Zwecke hervör- rägenden Ausrüstung zu ihrer vollen Geltung.

1 Berlin. 29. Febr. (Zons. Mn.) Fm Obmeffatz HW die -erhöhte Kampstätigkeit an. Wie der Sonderberichterstatter Der „Köln Ztg." meldet, ist allenthalben in den südlichen Provinzen u-nd im Sriindgau- starker Geschützdonner zu hören. Besonders lebhaft sei das Feuer im Tal von 'Hetzers! und in der Umgebung von Altkirch, wo letzt­hin ein Vorstoß bei Heidweiler stattfand, sowie in der südlichsten Gegend der deutschen Front, an der Schweizer Grenze. Auch hier habe letzter Tage bei Obersept durch eine wohlvorbereitete Wegnahnre einer französischen Stellung eine tvchentliche Verbesserung der deutschen Linie stawge- lfttnden.

Ein interessanter Armeebefehl Joffres.

Die Wirkung der steten deutschen örtlichen Erfolge.

W. T.-B. Berlin, 29. Febr. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Unter dän in den letzten Tagen erbeuteten Papieren befindet sich folgender Befehl:

Gr. H. Qu. Gcm.-Staat Nr. 18630.

Geheim. 31. Januar 1916. Anweksung für die Lberbefehls-haber der Heeresgruppen.

^Mehrfach hat der Feind in der letzten Zeit an verschie­denen Stellen unserer Front örtliche Angriffe ge­wacht. Jedesmal hatteer Erfolg und behaup­tete ihn. Dieser Zustand kann nicht sortdauern, ohne auf die S t im m u n g der Armee zu drücken. Ich kann nicht zulossen, daß die Zeitspanne des Abwarte ns, die wir durchmessen, zur Tatenlosigkeit führt. Die Mhrckng aller Dienstgrade muß sich darauf einrichten, den deutschen Unternehmungen z u v o r z u k o m m e n und sie zurückzuweisen. Das wird sich, ohne die Infanterie allzu großen Verlusten auszusetzen, dadurch erreichen lassen, daß jedesmal die gesamte zur Verfügung stehende Artillerie, schwere Artillerie, Feldartillerie und die Grabenartillerie, unverzüglich zur Wirkung gebracht wird, unter Einsatz von Munition nach Ermessen.

Auf diese Weife wird der Gegenangriff 'gelingen können, in dem er entweder sofort einsetzt und dem Feind keine Zeit läßt, sich e i n z u r i ch t e n, oder sobald als mög­lich, aber dann nach einer neuen gründlichen Artillerievorbereitung. Anweisung vom 20. Jan. 1915 gibt hierzu -alle notwendigen Fingerzeige.

(Gez.) I o f f r c.

valona.

Räumung oder Verteidigung?

Bon dem eroberten DuvaMo nach dein zu er- o -betitbe n Volona sind es in der Luftlinie rund 100 Kilometer. Stellt matt die un glaublichen Weg-e- ti erh alt nifs e und örtlichen Schwierig­keiten in Rechnung, io wird -man sagen können: In den nächsten Wochen steht 'das Schicksal Valonas außer Zloeffft. Die Frage ist vielleicht nur noch, rfb es Italien in Albanien zu einem Entscheidung skaimp.se oder zu einem letzten „glorreichen Rückzüge", das heißt, zu einer Räumung Aalonas unter dem Schutze feiner Schiffsgeschütze, ähnlich wie in Durazzo, kommen lassen wird. Tatsächlich lvar !man in Rom noch vor recht kurzer Zeit entschlossen, Dalona zu r ä u m e n. In An­cona wies der WanderrÄner Barzilai darauf hin, daß die Mission Italiens, idem serbischen Heere zu Hil.se zu kommen, die einzige Aufgabe, die Italien in Albanien zu erfüllen gehabt .habe, erledigt sei. Die Re­gierung, deren Propagandist Ba-rzilai in -Ermangelung „erlöster" Betätigungsgebiete ist, wollte also die Be­völkerung darauf vorbereiten, daß italienische Truppen schr bald nichts mchr in Albanien zu tun häbon werden. Aber plötzlich schlug die Stimmung um. Ob es Briands Besuch war. der die entgegengesetzte Anregung gab, ist schlver zu sagen, denn die Bewegung für eine „starre Haltung in Valo-na" setzte schon vor dem Eintreffen des franMischen Ministerpräsidenten in Rom ein. Es war also zum nlindesten der Schatten, den dieses „denkwürdige" Ereignis vorausiwarf. Jeden­falls: man besann sich. Barzilais Redereien über Balona stehen, 'o hieß es nun, in: Widerspruch zu der Stellung, die Italien immer in der albanischen Frage vor und während des Krieges eingenommen hat, und auch zu der Rede, die S o n n i n o am 2. Dezember m -der italienischen Kammer hrelt. Valona war schon im Oktober des Jahres 1914, als von einer .Hilfeleistung für Serbien noch gar nicht die Rede sein konnte, angeb­lich nur zum Zwecke, der albanischen Bevölkerung Krankenpflegerdienste zu leisten, in WirKich- keit aber — das ging aus den jubelnden Kommentaren hervor, mit denen die gesamte Presse diese Expedition von Sanitätern begleitete — deshalb besetzt worden, wer! Italien die Einflußsphäre, die es sich -wäh- rend der ganzen Tauer der Londoner Konferenz immer Vorbehalten hat, bedroht fühlte. Und Sonnino 'hatte in lener Rede vom 2. Dezember wörtlich gesagt: „Die An­wesenheit unserer Flagge auf dem jenseitigen User <es Adriatischen Meeres wird auch dazu beitragen, die tiaditionelle Politik Italiens in bezug auf Albanien zu bekräftigen, das jetzt wie in der Vergangenheit ern Interesse ersten Ranges iür uns darstellt, insofern als sein mit der Gestaltung der Besitzverhältnisse am Adria­tischen Meer eng verbundenes Schicksal sowie die Auf- rechterhaltung der Unabhängigkeit des albanischen Volkes, desien ausgesprochene, altehrwürdige Naitionali- tat aus selbstsüchtigen Gründen verleugnet worden ist, für Italien von der größten Bedeutung ist." Die italie­nische Presse l>ct mit Recht daraus aufmerksam gemocht, daß eine Regierung, die diese Erklärung abgegäben hat, Valona u n m ö g I i ch kampflos räumen könne, ohne die ganze Vergangenheit, ja gelieiligte Überlieferungen und Lebensrntercsscn Italiens zu verraten. Man sollte meinen, daß das Ministerium Salandra- Sonnrno, wenn es von der -Wichtigkeit, die Alba- nie ns Selbständigkeit für Italien hat, so fest überzeugt ivar, nicht einen Augenblick über die von ihm zu fassenden Entschlüsse im Zweifel sein konnte. Man suchte nach der heimlichen Duelle des Widerstandes rnnevhalb der staatlichen . Gmxrlten. Es war — &öborna. Wie gegen die Beteiligung Italiens in SiÄonikr, so war er auch gegen Verstärkungen in Dalona. solange die „nationalen" Forderungen gegen Oster- r e i cn nicht durchgesetzt f etert, gebe er keine Truppen zu Feldzügen auf außeritalienischen Kriegsschauplätzen der. Und er machte diesen Grundsatz zup Bedingung für sem Bleiben an der Spitze -des „ruhmreich" steckengebli ebenen italienischen Heeres. Aber oie Suppe wird nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird. Cadorna ließ mit sich reden. Cadorna gestattete einen Werlaß für Dalona, und dem Befehlshaber der

i dortigen italienischen Landungstruppen wurde das Kommando auch über die Seestreitkräste an der offinam- schsn Küste übertragen. Daraus und aus 'dem Umjtaride, daß die aus Duvazzo geworseu-en Truppen nicht nach Hause, sondern nach der .Safts Dalona" verschifft wur­den. kann allerdings geschlossen werden, daß Italien sich in Valona zur Mensur stellt. Unseren österreichischen Bundesbrüdern und den wacker«! Bulgare», die über Elbasan heranrücken, ein willksasWeLer Waffen gan g.

Die ansehnliche Beule in Durazzo und die kopflose Flucht der Italiener.

Berlin, 29. Febr. (Zvns. Mn.) Msr Vie Muchit der Italiener ans Durazzo trird dem „L.-A." von einem Sonder­berichterstatter gemeldet: Uder Hals -und Kopf sind dis

Jtationor ans Durazzo geftüchtot. Sie mutzten fast die ge­samte Artilleriemunition und v-ielle Geschütz« den Siegern überlassen. Auch die Diesigen, seit ■ Monaten aus. J t gestapelten Lcbensmittelvorräte fielen den öster- veichisch-unAarifchen Truppen in die Hände. DaS van den fliehenden JtzKenern angelegte Feuer, durch das die Stadt großen Schaden erlitt, wurde von den k. i. Truppen te-ilwetse gelöscht.

Köln, 29. Febr. (Zeus. Bln.) Die Wegnahme von Duvazzo Hatz obwohl sicher erwartet, in der ganzen Monarchie ungeheuren Jubel erweckt, in den sich, wie der ^Köln, Ztg." aus Wien gemeldet wird, schallende Heiterkeit dar­über Mischt, daß die amtliche italienische Meldung diese höchst -unsveiiwilliae -und überhastete Flucht, die selbst das Einsetzen starker Schifssa-rtillerie nicht hat aufhalten können, nach dem Daüdanellemnuster als Abreise ftüsi-ovt. Wien entfaltete schon Somrtagabend, als die Nachricht von der Einnahme Duuazzos die Stadt wie ein Lauffeuer durchflog, zum Zeichen ihrer Fraulde rsichon Flaggenschnruck, wobei das Kriegs- ntinistsrium voranging. Die Montagsblätter erinnern an die hochsahrende italienische Anküirdigung der Besetzung Albaniens durch Italien als 'dessen hm-ptssichlichstes Kriegsziel zur Siche­rung der Herrschaft über die „bittere" Adria und stellen fest, daß mit dem Einzug der österveichisch-u>ngcmischen Lvuppen in Duvazzo nun auch Mittclalbanien, dessen Borort Durazzo fei, den Hervschaftsgölüsten Italiens endgültig erft- iunnden sei.

Die „pkernnräsiige" sträirMUNK!

Eine nützliche Feststellung.

W. T.-B. Wien, 29. Febr. (Nichtamtlich.) der Be. sprechiung der Eröberu-ng Durazzos sagt die „Wiener Allg. Ztg.": Man hat von Italien selbstverstürMich nichts anderes erwartet, als daß es jetzt die Räumung Duoazzos als im Plan der italienischen Kriegführung gelegen erklärt. Keinem unbefangenen Kritiker wird die Lösung der Frage gelingen, warum die Jitaliener hingcgangen sind, wenn es in ihrem Plan lag, wieder wegzugehen. Wir können nich: arrnehmen, daß sie aus Liebe zu -Österveich-Ungarn uns eine Positiv» überlassen haben, die «ine gewaltige Stärkung unserer Stellung ct der Adria bedeutet. Nein, die Dinge biegen in Wirklichkeit so, daß der Verlust Duwazzos genau in dem gleichen Maße, in welchem er für uns einen Machtzu- wachs bedeutet, den teuersten italiewilschen Aspirationen eine» schweren Schlag z'.üfiigt.

Der Dank für die „wirksame^' Serbien geleistete Hilfe.

Eine Rundreise des serbischen Kronprinzen.

\V. T.-B. Athen, 29. Febr. (Nichtamtlich. Agence Havas.) Anfangs März begibt sich der Kronprinz von Ser- bien in Begleitung von Paschrtsch nach Rom, Paris und London, umi den Ententemächten für das zu danke-n, was sie für Serbien getan haben.

Die Franzosen in Saloniki.

Rosenbanl, 29. Febr. (Zens. Bl-n.) Im „Petit Pa rissen"

-von: 24. Fckr, schreibt -ern ftianzösischer Jufcmteriehcnlpt- inann: Wie ich höre, ließ die griechische Regierung alle fran- zos-enfreundlichen Offiziere aus dem besetzten Gebiet und Saloniki enffernen. Wir sind da unten nicht gerne ge­sehen. Man beharidelt uns bloß anständig, weil wir Geld unter die Leute bringen. Eine Verständigung mit den ©in- wohneun ist ganz ausgeschlossen. Es ist -unmögliches BoK,

Ein dritter französischer Landungsversuch i» Phaleron.

Der griechische Kommandant droht mit den Geschützen.

Br. Budapest, 29. Febr. (-Eig. Dvah Gericht. Zeus. Bln.) ?lus Athen wird gemeldet: Die Franzosen

Nnterhattungsteil.

Konrolrche Schauspiele.

M o n t a g, den 28. Februar: „Hcdda Gabler". Schau- spiel in 4 Mten von Henrik Ibsen. Übersetzung der gro- ßen Gesamtausgabe.

Die «gestrige Aufführung von „Hedda Gabler" im Königl. Theater stand unter keinem besonders günstigen Stern. So lange die Intendantur sich nicht enffchließt, für die neueren bürgerlichen Schauspiele überhaupt die Bühne zu ver- kleinern, den Rahmen intimer zu gestalten, werden seine Wirkungen immer verlogen gehen, werden die Künstler ver- geblich darnach trachten, ihre Leistungen ahzustnfen, werden diese riesengroßen Zimmer immer unnatürlich, fast lächerlich Essehen.

DaS alles trat gestern wieder störend in die Erschei- umng. Das Zimmer wirkte wie ein Tanzsaal, die Spielen- -den -verloren sich gänzlich darin 'und von den «engen Ber- hültniffen", über die Hedda Nagt, -war wenig zu merken.

Die Hcdda selbst wurde von Frau G eb ü'h r dargestellt, die wir bereits schätzen lernten durch ihre muntere, sichere Art, besonders durch die prächtige Leistung der „Viktoria" -in Rittners Schauspiel .Binder der Erde". Daß die Künst- Terin mit der Hellen kühlen Stimme aber die Hedda nicht spielen kann, war vorvuSzuschen. Es ist eigentlich nicht .wecht, Frau Gebühr vor eine solche Aufgabe zu stellen, die ihrsm innersten Wesen so fernliegt, und die jodenfalls Frau Wayrhammer besser gelüst haben würde. Hedda Gabler muß «ein warmes, ernschmeichelüdes -Organ haben, muß Dämon sein ünd Weib Kigleich, muß bestricken und betören können, «Mß ihre Launen mit einer gewissen Gr-qzie und Selbstvec- stärkdlichkeit haben, die einen Reiz mehr an ihr ausmachen, -Ke muß die Schmiegsamkeit und Grausturrleft einer Katze

bestzen. Das alles fehlt Frau G-eibühr, die ein viel zu ein» fack er und gerader Charakter zu sein scheint, um jemals die komplizrerte, seelisch zerrissene Hedda Gabler darzustellen, um «biefen 0.1'cxaltez mit allen feinen feinen Verästelungen und Untiefen glau-bhast und reizvoll M bringen. Sie hatte etwas puritanisck Strenges, Dürftiges, besonders im ersten Akt, mit dem unvorteilhaften Kleid und der überschlichten Haartracht. Störend und unwei-blich wirkte hier und auch später das -Bergen -der Hände in die Taschen. Es hätte pikant sein können, — -qber die Wirkung war eben die andere, unschöne.

. lernten wir in dieser Hedda nur eine unangenehme, ewig nörgelnde kleinliche Bütgersfrau kennen. Nichts Mystisches cder igar ShmbolischeS haftete ihr an. Direkt ab­stoßend aber -war die Szene, da Hedda Lövborgs Manuskript verbrennt. Und wie stark kann gerade d i c Szene winken, -so stark, daß man erschauert vor diesem Dämon-Weib.

Von den übrigen Mitwirkendcn ist Herr E v erth als Tesmann lobend hcrvorzuheben, der seiner Aufgabe voll und ganz gerecht Wunde. Er war der Tesmann, wie er sein soll. Ein argloses, weichherziges großes Ki'nL, das viel Liebe für feine Frau hat, grenzenlos zerstreut und auch wieder selbstsüchtig ist, und nicht ahnt, -auf welch schwankem Grund sein Glück steht. Weiterhin überraschte Fräulein Reimers als Frau Elvstedt. Zwur sah unsere Naive sehr, sehr jung aus; man konnte chr die fünf Ghejahre nicht recht glaubenj glaubhaft aber war ihr Spiel. Überall -warmer, echter Hcrzenston, bald zitternd vor Angst, bald bebend vor Liebe. Fräulein Reimers gab feh r v i e l in dieser Rolle. Herr S ch wia b als Brack blieb zwar fein und gemessen, blieb aber doch seiner Rolle manches schuldig, ebenso Herr E h r e n s als Lövborg.

Die nicht schr zahlreichen Anwesenden folgten dem Spiel mit sichtlicher Anstrengung und trugen durch ihr Der- halten dazu bei, das Zuhören zu erschweren. Es wurde viel

gchustet, genießt, in die Taschentücher trompetet, und oft ging ein unruhiges Raunen durch das HauS: «man karr» nichts verstehen".

Trotzdem war der Beifall zmn Schluß recht herzlich, _ !B. v. N.

Konzert.

Das von früherem Wirken her noch -wahlbekannte und beliebte „L i n d n e r - Q u w r t e t t" hatte seit längerer Zeit seine KawwermusiKonzerte ganz eingestellt; um so mehr war es erfreulich, zu erfahren, daß die Herren Lindner <1. Violine), Peters (2. Moline), Weimer (Viola) und Back haus (Ecllo) ihr Ensemble doch vorsorglich weiter- pf.Iegten: sic traten gestern in einem „Brahms-Abend" zum Bösten des „Roten Kreuzes" mit gutem Erfolg wieder ein­mal an die Öffentlichkeit. Zur Vorführung des Brahmsschen Streichquintctts (<Ztz-Dur Op. 111) hatte sich den genannten Herren noch Herr Pjh. K a u l als musikalisch zuverläffi'ger 2. Bratschist hinzugesellt, uiid öte§ nicht oben leichte, noch viel weniger leichtgewchene Werk fand eine Darlegung, di« ebenso viel ernstes Studium als musikalisches Berstäüdnis und warme Hingabe bekundete. Gleich der Anfang des Ouintetts hat den Cellisten Mezeit zu schaffen gemacht: das Eell-o vermag mit dem HaupttheMa schwer durchzudringen, wann die übrigen Instrumente ihr Tremolo im vorlgeschriebe- nen Fortisftmo hera'uswnrzeln. Es war ein annehmAarer Ausweg, daß man gestern nach dem ersten kräftige!» Ein­gangstakt die Begleitung zum Mezzosorte abdämpfte: Harr Backhaus konnte sich da üiit seinem schönen, breitge- sponnenen Ton gehörig durchsetzen. Merkwürdig reich be- dacht ist in dem Werk die Bratsche, die schon im «1. ALegro"« noch mehr im „Adagio", nicht selten die Führung übernimmt: überall zeigte sich Herr WeiM er als tüchtiger Beherrscher 'seines Jnjtrusnents. Herr L i n d n ew ließ ferne Geige an