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Sonntag, 27. Zebruar 1916. Ül0f g£1ts fiUSgCtfeC. Nr. 97. . 64. Iahrgang.
Die Zranzosen weichen auch östlich Verduns!
Die ganze Woevre-Zront der Zranzosen zusammengebrochen!
weitere bedeutende Zortschriite v»r Verdun unter den Augen des Katfess!
Die Höhen und das Dorf von Louvemont und die Befestigungen östlich davon erobert. — Die Einnahme der Panzerfeste Douaumont. — Zusammenbruch des feindlichen Widerstandes auf der ganzen Front der Woevre-Ebene! — Die Verfolgung tm Gange.
Der Tagesbericht vom 26. Zebruar.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 26. Fe'br. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Wie nachträglich gemeldet wurde, ist in der Nacht vom 25. Februar östlich von Armentidrcs der Vorstoß einer englischen Abteilung nbgcwicscn worden.
In der Champagne griffen die Franzosen süd- lich von St. Maric-a-Py die am 12. Februar von uns genommene Stellung an. Es gelang ihnen, in den ersten Graben in einer Breite von etwa 250 Meter e i n- z u d r i n g e n.
östlich der Maas wurde»- in Anwesenheit des Kaisers und Königs an der Kampffront bedeutende Fortschritte erzielt. Die tapferen Truppen erkämpften sich den Besitz der H ö h c südwestlich Louvemont, des Dorfes Louvemunt und der östlich davon liegenden B e f c st i g u n g s g r u p p c. In altem Drange irach vorwärts stießen brandcnburgische Regimenter bis zum Dorfe und der Panzerfeste Donau- m o n t durch, die sie mit stürmender Hand nahmen. In der Woevre-Ebene brach der feindliche Widerstand am der ganzen Front bis in die Gegend von Marchcville (südlich der Nationalstraße Metz-Paris) zusammen. Unsere Truppen folgen dem weichenden Gegner dicht aus.
Die gestern berichtete Wegnahme des Dorfes C h a m v Neuville beruht auf einer irrtümlichen Meldung.
östlicher Kriegsschauplatz.
Außer erfolgreichen Gefechten unserer Bortrup- p c n ist nichts zu berichten.
Balkankriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Österreichisch-ungarischer Tagesbericht«
W.T.-B. Wien, 26. Febr. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 26. Februar, mittags:
Russischer und italienischer Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unsere Truppen sind bis an die Landzunge östlich und nördlich von Durazzo vorgedrungen.
Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. Höscr, Feldmarschallentnant.
Oie Lage im Westen.
Der deutsche Lrsolg im Gberelsatz.
Alle Gegenangriffe des Feindes vergebens.
Br. Berlin, 26. Febr. (Eig. Dcahtdericht. Zeus. Bin.) _ Der Kriegsberichterstatter Pietsch meldet aus dem Großen Hauptquartier unter dem 25. Februar: Ten erfolgreichen Kämpfen der letzten Woche in Obereis aß folgte, wie an vielen anderen Stellen der gesamte» Westfront am 22. Februar crn sehr kräftiger B o r st o ß unserer Truppen bei Hcidwciler, süd- wcsllich Jllsurt am Rhein-Rhonc-Kanal, der von sehr gutem Erfolg gekrönt war, indem unsere braven Feldgrauen nach äußerst heftiger Artillerievorbereitung und Überwindung der feindlichen Hindernisse sich in Deutz der feindlichen Stellung in einer Breite von 700 Meter und 400 Meter Tiefe gesetzt haben. Der Vorstoß unserer Truppen war trat, der Schwierigkeit des Geländes und des jede Bewegung hemmenden hohen
Schnees von bewundernswertem Schneid, so daß cs ihnen schon beim ersten Ansturm gelang, sich ^ rn den Besitz der feindlichen Gräben zu setzen. Alle Versuche des Gegners, durch nächtliche Gegenangriffe sich wieder in de» Besitz der verlorenen Stellung zu sehen, kostete nur unnötig Tote und Verwundete. Alle feindlichen Berichte, die verlorene Stellung sei wiedcrcrobert, sind falsch. Nach Aussagen von Gefangenen wurde der deutsche Angriff mit bewundernswerter Kraft durchge- führt. Die französischen Gefangenen, die sichtlich unter der herrschenden Kälte litten, führten bittere Klage über den durchaus mangelhaften Ausbau ihrer Stellungen und das vollständige Fehlen jeder Eniwäsicrungsanlage.
SchrreeUnwetter in Frankreich.
W.T.-B. Paris, 26. Feür. (Nichtamtlich. Drahtberichi.) Ein heftiges Schneeunwetter, von Westen kommend, ist über Paris und Nordosten und Südo steil Frankreichs niedergegangen. Das Unwetter zerstörte die BeebrnÄungen.
Ose Krieg gegen England.
Der verschärfte Unterseebootkrieg wird pünktlich beginnen.
W. T.-B. Berlin, 26. Feür.' (Zeus. B-r.) Die , Nordd. Allg. Zig." schreibt zum B - B o o t s k r i c g: Es sind trotz der klaren Darlegung des Staatssekretärs v. Jagow Zweifel entstanden, ob die Grundsätze der unter dem 10. Februar veröffentlichten Denkschrift über die Behandlung bewaffneter Kauffahrteischiffe d u r ch g e f ü h r t werden würden. Diese Zweifel sind gänzlich u n v e r st ä n d l i ch ,urd unbegründet. Es hat nie die Absicht bestanden, von den in der.Deuk- »chrift anaekündigten Maßnahmen a bz n w e i ch c n. Die energische Führung unseres B-Bootskriegcs nach den Grundsätzen der Denkschrift wird zu dem angc- setzten Zeitpunkte beginnen.
Eine offene Drohung der Demokraten
Gegen die vierverbandsfreundliche Haltung des Präsidenten in der Untcrsecbootsfrage.
Nr. Rotterdam, 26. Febr. (Eig. Dvahibwicht. Zens. Mn.) Der Washingtoner Bevichterstattsr des „New Dark Herald" meldet, daß gestern mittag die demokratischen Mitglieder der Kommission für auswärtige Angelegenheiten des Repräsenimrtenhcrnses ihren Vorsitzenden Flood beauftragten, Präsident Wilson mitKuteilen, daß sie ihn in seiner Politik nicht mehr unterstützen können. Sie erklären, nicht miit der Auffassung Wilsons einverstaiidcn zu selin, das; Amerikaner das Recht baden sollen, an Bovd von Handelsschiffen unter der Fahne einer der kckegfühvenden Nationen zu reifen, wenn derartige Schiffe nach Äuffassimg der Mittelmächte bewaffnete Kauffahrteischiffe seien. Tiefe Erklärung der denro- kratischen Mitglieder der Kommission wird als eine offene Drohung, einer Bruck) mit der Regierung hercheizuführcn, betrachtet.
Die Mehrheit des Kongresses für die Warnung an die Amerikaner.
W. T.-B. Waslüngtcn, 26. Fobr. (Nichtamtlich. Draht- berickt. Reuter.) Der Republikaner Lodge erklärte, er werde Wilson unterstützen. Per schiede ue Parteiführer im Kongreß geben Wilson bekannt, daß alle 'Mitglieder des Kongresses U-ünschteu, daß die amerikanischen Bürger gewarüt werden, nicht mit bewaffn eien Hetidelssclifseu zu reisen. Sie versicherten ihn gleichzeitig, daß sie treckten würden, eine Verhandlung in dieser Angelegenheit im Kongreß zu verhindern, so lange die Verhandlungen über die „L u st t a n i a" noch schweben.
Brhon .sandte ein Pregramm an die Mitglieder des 'Kongresses, in dem er sich dafür einsetzi, daß die Amerikaner g e w a r n t trerden sollen. Senator Jones brachte eine Restluttc'n «in, in der er erklärte, der Senat sei der Auffassung, daß jetzt Streitfragen, welche die nationale Ehre berühren, im Kongreß verhandelt werden müssen, ehe die Entscheidung falle, und dgtz auch kein Ultimatum geschickt und die diplomatischen Beziehungen nicht abgebrochen werden 'dürften, ohne daß diese Ange- logercheit im Kongreß vorgelegt werden wird.
Eine englische Stimme nber Asqurths FricdcnsbcdingUNgrn.
W. T.-B. Rotterdam, 26. Febr. (Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdanrsche Courant" meldet aus London: Der „Manchester Guardian" lobt den Akut der Männer, welche die Sache des Friedens jetzt in England verteidigen.
obwohl er mit ihrer Auffassung nicht überein stimmt, u-as Blatt bespricht sodann die von Asquith mAgeteilten FriedensbediMguugen und sagt-, dw letzte Bedingung, nämlich eine entscheidende Niederlage, sei selbstventäudlich, denn wenn Deutschland nicht entscheML». besiegt fei, bestehe keine Aussicht, die anderen Bedingungen durchzusetzen. DaS Blatt nennt die Früsdensbedingumgen ein ehrgeiziges Programm. Sie seien augenblicklich unmöglich, womit gesagt sein solle, daß sie unter den gegebenen Umständen aanz außerhalb des Mackstbererches der Alluerwn liegen. Das Black fährt fort: Wenn wir mit den dr:rch
ASgutch mitgetckiften Friedensbcdittguugen nicht ubeveui- strmmen, müssen wir das rund heraussagen. Stimmen wir ldnen zu, so muß das Gerede über einen Frieden aufhoren und der Krieg fortgesetzt werden. Es ist natürlich auch möglich, den Absichten ASquikhs zuzustimmen und sie doa> a.s unerreichlnr zu verwerfen. Wenn wir von einem priesen ivreckwn, müssen wir die Bedingur.gen, die Asquith in seui-r Mde zu Beginn des Krieges in Dublin stellte, verwerfen, da sie, wie uunmchr mit Bestimmtheit gesagt werden kann, mit einem jetzt oder später zu fchließendeu Frieden unvWin'var sind. Wenn wir dagegen diese Bedingungen annehmen, nichi nur als ein Ideal, sondern als etwas, was !vir zu erreichen trachten, dann tun wir besser daran, den Kuieg fortzufetzen und den Blutverlust und das Elend iveitcr zu ertragen. Die Ansichten sind geteil!, iveiriger über das KuiegsKiol als über die Aussichten des Krieges. Wenn mau glaubt, Äatz die msti- ttäri'sche Lage an einem toten Punkt mrgekontinen ist, über den man nicht hinwegkounnLN kann, bann wäre es die Pfliicht eines j.eden Menschen, der fein Vaterland lieibt, zu versuchen, einer Marter, die zu nichts führen kann, ei>n Ende zu machen. Wir wollten, daß cs möglich iväre, sich «in deutlicheres Bil-d davon zu niachen, wie die Regierung sich deu Weg zum Siege vorstellt.
Englands nnnötigc Besorgnisse um seine Banknoten.
W.T.-B. Louden, 26. Febr. (Nichtamtlich. Trcchtbericht. ^ie „Times" erörtert ein Telegramm aus Rotterdam, tvon ich englisches Papiergeld in Deutschland im Umlauf fei und von dort auch in 'das neutrale Ausland komme. Die „Times" erklärt, daß diese Noten UichrischÄnnch Fälschungen feien. ES sei unwahvscheinlich, daß eug- ltscke Noten aus ehrliche Weise nach Deutschland gelaugteu. Berhältnismäßig wewitze seien überhaupt aus deui Lande gelangt, und diese kämen rasch wieder zurück. Die „Times" warnt die Neutralen, solche Roten zu kaufen. (Anm. des W. T.-B.: Die Warnung der „Times" ist überflüssig; es ist eine Fabel, daß eitglische Banknoten in Deuttschlalid umlauifen. Sie würden bei unS im Untlause nicht geduldet taeedcn.)
vor Durazzo.
Aon einem alten Osfizier.
Auf Manrkche.m Gebiet sind die Kämpfe ,boi Durazzo jetzt in ein entscheidendes Stadimil getreten, indein die österrcichMbungarischen Truppen üttit den italienischen Verteidigern dieses Ortes auf dmu ltzampfselde zusanmiengestoßen jind. Auf den der Stadt vorgelagerten östlichen Höhenzügen ist es dabei zu größeren Kümpfen gekoimnen, oei denen die öfter- tLichisch-ungarrschen Trnpven siegreich blieben. Die volle Bedeutung dieses Erfolges läßt sich erst richtig beurteilen, wenn dabei die besonderen örtlichen Verhältnisse berücksichtigt werden.
Durazzo. das alte Dvrrthachimn der Römer, in dein Cicero als Verbannter lebte, und das deren Militärischen Stützpunkt der ponWejanisck-ett Streitrnacht bildete, bcs sic in der Schlacht von Pharsalns endgültig gsschlagen wurde, liegt aus einer schmalen Halbinsel, die vorn Festlande durch eine rnehrere Kilometer breite Lagune getrennt ist. Die Verbindung amt dem Festlande erfolgt nur ans zwei schmalen fandigenJcmdzimgen, ruid zwar in: äußersten Norden bei Pata und im äußersten Süden bei der Stadt 'Dilva.zzo 'elbst. Die Stadt liLgt an: Südende dieser- .Halbinsel, wo sich auch der Hafen und die Reede befinden. Östlich der Lagune erhebt sich das Gelände zu einem ichinalen, Gebirgsrücken, der im Süden alllnäbtich in das albanische Gdbirgsürnd über- c-eht und im Sasso-Bianeo, etwa 10 Kiloaneter südöstlich von Durazzo, unmittelbar an die Küste heranreicht. Nach Osten fällt der erwähnte Höhenzug zur breiten Talniederung des Arzenflusses ab, der inr allge- meinen eine Richtung von Südost nach Nordweft -.-e- sitzt und östlich von Pata in das Däser münd et- -or Arzenfluß legt sich also frontal emsm von Ofte u^an- rückcnden Angreifer .vor und bleibt die rMÄMM .Ler>
