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Wiesbadner Tagblsü.

Verlag Langgasfe 21 12 ftUSOöbßll» „T-M-u-HaaS" Nr.8«s».sz.

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Nr. 96. . 64. Jahrgang.

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Samstag, 26. Februar 1916.

flbßtiö s Riisoabe.

Var erste große zort von Verdun in unserer Hand!

Die panzerfeste Douaumont von Brandenburgern gestürmt!

W T-B. Großes Hauptquartier, 26. Feür. (Amtlich.) Die Panzerfeste Douaumont, der nordöstliche Eckpfeiler der permanen­ten Hauptbefcstigungslinre der Festung Verdun, wurde gestern nach­mittag durch das Brandenburgifchc Infan­terieregiment Nr. 24 e r st n r m t und ist f e ft in unferer Hand.

Oberste Heeresleitung.

*

ES geht vorwärts vor Berdum; sichtlich vorwärts! Das ist die frobe Kunde, die die Meldungen aus dem Haupt­quartier, sich ständig steigernd, in den letzten Tagen uns ge­bracht haben. Betrug der Raumgewiun unseres Vorstoßes schon am e r st e n Tage, dein 22. FÄruar, 30 Quadratkilo­meter, so wurde am zweiten Tage Brabant, Haumont und Samognicux .um«t> das gesamte WaDgebiet nordwestlich', nörd­lich und nordöstlich von Benuinwnt sowie Herbebois als ge­nommen genreldet, und am dritten schon kamen sKhS wei­tere befestigte Dörfer und Höfe, Ehanrp sttcuville an dar Maas, CoteletteS, Marmont, Bcau-mont. Ehambrcttes und Ornes dazu; die Gesangenenzahl hatte sich von 3000 auftüber 10 000 erhöht. Heute aber hören wir mit freudigem Stolz, datz gestern Freitagnachmittag bereits das erste starke ge­panzerte Fort der ungcheuvr starken Festung von unseren Tapferen gestürnit worden ist. Danrit sind wir, wenn auch die weiteren noch zu bewältigenden Anisgaben ein riesiges Stück Arbeit bieten, ckn gutes Stück näher hevangekommen an Beridun selbst; in feine ständige Befestigung ist die erste Bresche aelegt. Douaumont ist fest in unserer Hand! meldet die Oberste Heeresleitung. Bon der Grundlinie Eon sen­il oje-AzanneS, van der unser überraischendcr Vorstoß ausging, habeii Wir jetzt bereits mehr als die Hälfte der Ent­fernung bis zum Kern der Festung durchmessen. Das ist ein gewaltiger, herrlicher Erfolg in wenigen Tagen, mn Erfolg, fiir den wir unseren todesmutigen Helden wie ihren Führ-orm unauslöschlichen Dank schulden. Es geht v o r - wärts auf Verdun! Das ist unsere frohe Hoffnung und Gewißheit. Nicht nur ganz Deutschland, die ganze WM hat nnnmchr die Augen auf diese Stadt gerichtet, um die hoffent- M-, in den kommenden Tagen ein schicksalsschwerer Schlag zu Miseren Gunsten fällt, der den Beginn der endgültig ent. scheidenden Periode des Krieges, den großen Entsche;- dungskampf auf französischem Boden onckeitet. Der Beginn dieser Einleitung ist glänzend. Was in diesen wenigen Tagen geleistet worden ist, übersteigt weit den Rahmen örtlich er Kämpfe und mutz von größtem Ein­fluß für die allgemeine L age jdini. So sehen teftr denn, mit dem Herzen bei den Unsrigen vor Surr? gewaltigen Feste Frankreichs weilend, dem Kommenden mit Stolz und Dank­barkeit über das Erreichte und freudigen Hoffnungen für den weiteren Fortschritt entgegen.

*

Eine Schilderung über die siegreichen Kämpfe bei Verdun.

Das glänzende Zusammenwirken von Artillerie und Infanterie.

Br Berlin, 25. Fobr. (Eiq. Drahdbericht. Zens. Bin.) Der „B. Z." wird vom westlichen Kriegsschauplatz unter dem gestrigen Tage gemeldet; Die siegreichen Kämpfe in: der M«as nördlich von Bcrdun haben am gestrigen Dage in neuen Erfolgen von erheblicher Bedeutung ihre Fortsetzung gesunden. Ich hatte heute vormittag Gc- stqenl'eit, von einigen erhöhten Punkten in der Hcuer- Imie Einsicht und Überblick über das mächtige 3 ch I a ch t- qelande zu gewinnen, über das nach wie vor unauf­hörlich der Dmmer der Geschütze rollt. Das ganze Ge­biet östlich des Flrffses, wo vor einigen Tagen unser Borstch! cinsetzch, besteht ans einer Kette von gewaltigen und fast kahlen Höhcrrzügen. Auf diesem ganzen Front­abschnitt begann am 21. Februar, morgens y 2 9 Uhr, cm mörderisches Feuer unserer Artillerie. Durch die aus- gezeichnete Tätigkeit unserer Flieger wurde den feind- lichrn Flugzeugen das Eindringen in den Luftbcrcich hinter unserer Front verwehrt und dadurch die Beob­achtung des Gegners gestört. Bis znm späten Nach­mittag raste nun am 21. unser Feuer mit schwerster Wucht gegen die über alle Begriffe testen Stellungen des Feindes, dir Gräben zerstampfend die dichten Draht­verhaue ,» Fetz« zerreiüend. jede« Zugang vom Süden

her sperrend. Um 0 Uhr nachmittags drang dann unsere Infanterie, zunächst etwa in der Mitte des bczeichncten Abschnittes vor, südlich von Flabas dem Hau m 0 n t- Walde zu, nördlich des Ortes Hanmont, auch der stärkste Stützpunkt des Waldreviers, der sog. Sperr­stellung, fiel in unseren Besitz. Am folgenden Tage, dem 22. Februar, wiederholte sich das gleiche Spiel des Zu­sammenwirkens von Artillerie und Infanterie. Dre Batterien legten ihr Feuer weiter südlich auf dre nächsten Stellungen des Feindes. Abermals um 5 Uhr begann der Sturm und brachte nach einer halben Stunde den Ort Hanmont in unsere Hand, während zur selben Zeit mehr östlich der C a u r e s - W a l d g a n z d u r ch- a c st osten wac. Weiter ging die Bewegung, dre sich nun in südwestlicher Richtung vorschob. Nun war das Ziel die sog. Brabanter Stellung der Fran­zosen, die sich an den Ort Brabant anlegtc. Mörser und Haubitzen spien Tod und Verderben gegen diese festen Verschanznngcn. In der Nacht kam ein Mann von drü­ben hcrangckrochen und meldete, ein Kapitän mit 60 Mann wolle sich ergeben, das; aber das Feuer zu stark sei. Darauf legte die Artillerie ihr Ziel werter nach hinten, worauf die betreffende Truppe sich ergab. Andere folgten. Am 23. 0 . M. war dann die Brabanter Stellung und der Ort genommen. Man muh nur ein­mal den kahlen Höhenrücken sehen, der sich von Con- scnvovc südlich nach Brabant hinzieht, um zu begreifen, was es hcistt, ein solches Gelände im Sturm zu erobern. Für die Tapferkeit uns die todcsverachtcndc Ent­schlossenheit der Truppen, die einen solchen Hang hiüauf- klettcrn» ist lein Wort der Bewunderung zu hoch.

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Der Fall des Festungswerkes.

Sein Ausbau.

Br. Berlin, 26. Febr. (Eig. DvahtSerich.t. Zeus. Mn.) Zu dean Siege bei Douulumont schreibt die „B. Z.": Gestern michmittaig rst das BrandenL-uirgische Lnsanterie-Regiment Rr. 24 itiiotenkt Hand in das Fort Dauaumom ein- gcidrungen niid hat es erobert und fest in seiner Hand be­halten. Das Fort Douaumont bildet den nordöstlichen Pfeiler der ganzen befestigten Stellung von Verdun. Es liegt 8 Kilometer von der Stadt selbst entfernt, -.'.örtdlick; der großen Straße Verdun-Etain-Metz. Es besitzt eine über­höhende Lage, die das Vorzeläude weithin beherrscht und unter Feuer uimnmt. Es «ist eine un Frieden mit allen Mitteln der Kunst und Technik auHgebau-te modsrne P a n z e r f e st e, in der die modernsten Errungenschaften der Befestigungskimst vereinigt sind. Es b-steht aus mehreren einzelnen Werken mit «dazugehörigen Pcmzovbaticricii, Auschlutzstnien, Jnsaw teviestellunaen und bergl. m. Von der Höhe von Douaumont aus zicht sich die weitme Befestigung chnevs«s in südlicher Richtung nach der Maas hin, andererseits geht sie über das Fort Vaux in südlicher Richruny. Die Eroberung des Werkes von Douaumont ist desbelb von so entscheidender Be- dguitung, weil damit die erste Bresche in den Borning der permanenten BeseKigung gelegt ist. Der schwerste Schritt bei eine.- FcstungSbelagcrung und be» uinem FestungSangrisf «ist der Einbruch in den kreiSsörmige.". Ring der Außen- ioorke. Deshalb ist «in Erfolg an dieser Stelle der Regel auch vor; sntscheidends: Bödcutirng.

Eilende Zusammenziehung grosser französischer Truppenmassen.

Br. Budapest, 26 Febr. (Eig. Drcchtbvvicht. Zens. te) Nach italienischen Privatmeldungen sind auS Tüdfr ankverch ungeheure Truppen,nassen an die Nordostfront abtrans- portiert worden.

Nene Tage ängstlicher Sorge in Paris.

Br. Lugano, 26. Febr. (Eig. Drahtbericht. Zens. Wrch De- Parm'M Bspichterstatter des „Corrievc della Sera nreDet Mwr dem 24. d. M.: Die Gemüter «der Pamser stehen uruer dem starken Eindruck der Kämpfe «bei Verdun. Fmchoc, al- Michnr sind für die Pcmiffer nsue Tage ängstliryer Sor«e an­gebrochen, während deren keiner an etwas anldmes^ denken kann als an «den wüteiiden Kampf gegen den e r ni n Age n­den Feind. NichLestowoniger zckgt das öff-mtlnhe ^.eben keine Veränderung, und die B-völkeANNg bestmßrgt sich eimcr vorzüglichen Hailtung. Die Dsutschsn haben zu chrmr Än- gviffen riesige Vorbereitungen getroffen Undin­ge h eure Massen Munition angchäuft. Das ^euer ihrer ArMevie ist stärker Äs das gegsn die ^R«ssen am Dunai«cc, aber glücklicherweise sind die Franzosen tn d«r Lage, die Angriffe ebenso kräftig abzuwehren. (?!) D,e br-° herigen Grfölge der DenHchen sind geringfügig (?!) und man könne noch nicht von einem eigentlichen Anyrfff auf Verdun reden Die Kritiker besprechemi miit Ruhe die Lage umd ent­halten sich allzu optimistischer Voraussagungen. Sie legen sich auch die Friage vor, öS die Schlacht sich nicht ivöiter aus- dchncn loerde.

Eine offenbar allgemeine Losung in der Beurteilung durch die französtsthe Militärkritik.

w T -B Bern, 26. Febr. (Nichtamtlich.) Die deutsche« Angriffe bei Berdum bilden den Gegenstand besonderer Aus­merks, amkeit der französischen MiLtärkritiker, dre Mrsi-qeruend nach einM allgemeinen LHumtz die Lag-e üeirrteilen. Di«e Ve- traung der deutschen Verluste stcht neben der Gerrng- schätzung der bisheniyvn dsuMm Erfolge. Auch nnrsien sie die Stärke «dsr Befestigunigieni uwd das Vertrauen au- das .Heer und die Führung betonM. ^Ilnverkennbar ist' iedoch ein IT n t e v tomi hchmlicher Befürchtungen. Einige geben offen zu. daß die Franzosen natürlich nenneno- locrte Verluste hatterr, ivas wie eine vorbawende Be- ruhiguing airissvicht. „Demps" sirgt in einer jvrttrk der mili­tärischen Lage: Die Deutschen kMen nicht che Belage- tm na von V-erü)uin fc-ectorniffn, ujiibent einen JCngrtff mit lebendiger Kraft. Verdun fekbst ist sticht angegtisfen ivorden, sondern die Deutschen liefenn die Schlacht gegen das Feld­heer aulf einem Gelände, das wie geschaffen zur Berter» di au na ist. Si«e tmsftn auf eine Linie hmtenchnam'er. Selbst wenn der Feick alle Hindernisie icheuwittde n wur de, so wübde ein Sieg nicht ein enticheidendes Evgelbiiw «briinaen. Der Feliud wüvde die französiiche ^ront an EL ihrer festesten Stellungen durck.brochen hrchen. Ab« das französische Heer würde nicht vernichtet und Paris mcht bnetzt sein. Wenn Frankreich am .KriegSattfany stände, dann könnte es beunvuhigcn. So aber hat der Feind einen Sieg nötig, der unverzüglich Eösoige ergibt. Und lolme w^d er bei Verdun Nicht smden. Den Schluß «dreier bedenkdchen KriW bildet ein Zensurstrich.

Die „vopgeschriebene" Rückzugsbewegung.

Amtliche französische Eingeständnisse.

■W T -B Paris, 26. Febr. (Nichtamtlich.) KviekMericht von Donnerstaynachmittag: Fm Artois Handgranatenkampf östlich von S 0 u ch e z. Im der G-gond nürMch von V e r d h dauerte der Kampf mit derselben He^trgkeat wah­rend der ganzen Nacht vom rechten Maasurer bis suidlrch von Ornes an. Infolge der Hefti^mt der feindkichM Be­schießung unserer vomeschobenen Stellung von Brabant--sur-. Mmse räumten unsere Truppen das Dorf, von der Dunkel- hsit begünstigt und durch Seitensiener von unserem MeLv-n. gen ans dl-mstiicken Maasufer unterstützt. Ein aulf Samog- ueur gerichteter Angriff wurde abgeschlagen; ein anderer durch mindestens eine Brigade uuternomAMner gegen den Wa^Ü von Taures gerichteter Angrffs nahm uns e'inen Teil dieses Waldes zurück, dessen südlich er Zipfel von uns gegenwärtig gehalten wird. SämÄiche aüff Beaumont aerchteten Angriffe warm; rncht imistaiide, uns aus «Resem!^ Ort zu vertreiben, vor welch,em u,stiere Stellungen Kegen, -östlich dieses WickmtteS beherrschen wir die jenseits von Ornes und südlich von Herbebois gelegenen LaufMäbem Frr Bermwidung unnötiger Verluste wurlden die vo.-q!,e>'chri ebenen Rückzugsbewegungen i.n ausgezeichneter Ordnung duDcbgeffihrt, ohne datz der Feind, der nur unter beträchtlichem Schwierigkmtur^ und Verlusten ' v 0 r d r i n g t, unseoe Front an irgend «nvm Punkt zu durchbrechen vermochte. Langsame an«dan,er»e Be­schießung im Abschnitt von Ornes-Froinezey. Lu^oth- r in gen faßte der Feind in einem unserer vor«ge^chobenen Posten am Ehenrinctwalü Fuß, wor Ms wir ihn^ ;oMt ver­jagten. Einige Patrou illenzusarnmenstohe osmch von