Verlag Langgafse 21
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Zreitag, 25. Zebruar 1916. tttOF0{tt * Nr. 93. . 64. Iahrgang.
DK Italiener bei vurazzo geschlagen!
Flucht der Feinde hinter den inneren Verteidigungsring.
Gsterreichifch-ungarischer Tagesbericht-
lV. T.-B. Wien, 24. Febr. (Nichtenntlich.) Amtlich verlautet vom 24. Februar, mittags:
Russischer und italienischer Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unsere Truppen in Albanien haben gestern die Italiener und ihren Bundesgenossen Essad bei Durazzo geschlagen. Am Vormittag bemächtigten sich unsere Patrouillen — während kleinere Abteilungen den unteren Arzon übersetzten — der letzten feindlichen Bor- posrtionen östlich von Bazar-Sjat. Am Mittag wurde die italienische Brigade Savona auch aus ihrer stark vusgebanten Hauptstcllnng östlich des oben genannten Ortes geworfen.
Gleichzeitig erstürmte eine andere Kolonne die zehn Kilometer südöstlich von Dnrazzo angelegten Vcrschan- zuilgcn von Sasso-Bianco. Der Feind verlies? seine Graben zum Teil fluchtartig und wich hinter den inneren Verteidigungsring.
Es wird verfolgt.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
sluch ein Nampfesmittel!
In Frankreich hat man offenbar längst ein gefaben, daß der Krieg limt den Waffen gegen die Deutschen zu keinem ersprietzichen Ende führen wird. Deshalb hat man seit.einiger Zeit -dort etliche Leute in Dienst gestellt — es werden Wohl einige der jämmerlichen Hochverräter sein, die deinr Kriogsbeginn schleunigst ihr deutsches Vaterland verließen —, die die deutsche Sprache einigermaßen beherrschen und damit beauftragt sind, einen traurigen Kampf mit der Feder und der Druckerschwärze gegen die Deutschen zu stihren.
Es wird von diesen Gesellen ein Blättchen hergestellt, das sich „Die Feldpost" nennt und das ans dem Kopfe mit dom deutschen Adler und deni deutschen Fahnenband geschmückt ist, um so den Anschein zu erwecken, als ob es von deutscher Sei t e herrührte. Dieses Blatt sucht man durch Befestigung an kleinen Gummiballons an die Front in die Hände der deutschen Soldaten und über die Front hinaus in die Hände der deutschen Bevölkerung zu bringen. Ter Inhalt ist hauptsächlich darauf aogestimmt, die Flaumach er ei zu begünstigen, die Zustände in Deutsch, land an der Hand angeblicher oder ans dom Zusammen- lpmg gerissener Zitate deutscher Zeitungen und deutscher Schriftsteller als höchst bedenklich erscheinen zu lassen und demgegenüber den Anschein zu erwecken, als ob drüben bei den Verbündeten und namentlich in Frankreich alles rm besten Lot sei und die Stimmung der Bevölkerung nichts zu ^wünschen übrig lasse.
Der Versuch, der hier gemacht wird, um die deutsche e-, l vrIvevolkerung — von unseren wackeren Leuten an der Front ganz zu schweigen! — in ihrer Stimmung zu beeinflussen, ist viel zu plump und zu durchsichtig, als daß er irgend einen Erfolg zeitigeir könnte. Das Dtäch- Wert, das am Kopfe mit dem ordinären Motto: „Durchhalten, Durchleigen, Durchhungern. Durch- movden" verleben ist, pflegt bei den Deutschen, denen es gelegentlich rn die Hände fällt, nur ein verächtliches Latein hervorzurufen. Eine Massenverbreitung ist auch schon um deswilleii ausgeschlossen, weil den Behörden meistens ganze Packen der Blätter von der Bevölkerung isW zugestellt werden, die damit „beglückt" werdei! sollte. .Dre Auffassung jener Burschen, die .das Blatt in dentswen Lettern Herstellen lassen, als ob die den pche Bevölkerung dauiit in den Glauben versetzt wero-en konnte, es ^handle sich hier um eine Druckschrift, die von deuticher Seite herrührt, ist natürlich durch die Tatlawe sofort wwerlegt worden. Die ruhige und klarblickende deut? che Bevölkerung erkennt rratürlich ans den ersten Blick, daß gier nicht von deutscher Seite, sondern von den G e g n ern ein . Pamphlet herausgoschrckt wird, Und sie weiß es dementsprechend zu würdigen; damit .r-' n i Bevölkerung auf den Schwindel nicht hereinfallt, ist der ganze Zweck der Übuna verfehlt.
.vjN der letzten Nun,wer. die uns zu Gesicht ge- koinmen ist, wird der - vampfhafte Versuch imternom- En, diL «tlNimung rn Frankreich als rosig zu gchildern. Daß es in Frankreich anders aussieht. ist von LlMvandfreien Zeuaen oft genug bäkräftigr worden. -,|n nochK overflachlicher Weise wird der Knrs- sturz des dentichen Geldes in der Schweiz ini deutschfeindlichen srnne ausgebeutet ; ärztliche Untersuchungen Über die körperliche Entwicklung der S ch u l f i n d e r
während der Kriegszeit werden rn tendenziöser Weise zitiert, gelegentliche Zeltungsbemerkungen werden mit schalen, losen Glossen versehen. Ein angeblich in Berlin verteilter Zettel, der zu Friedenskundgebungen aufforderte, wird abgedruckt, und was dergleichen Sachen mehr sind.
Alles dies muß natürlich seine Wirkimg auf eine Bevölkerung verfehlen, die, wie die deutsche, voll erfüllt •ft von der Überzeugung, .daß wir für die gerechte und' heilige Sache unseres Varerlandes kämpfen, die über ernst und gewissenhaft genug ist, unr sich selbst zu jagen, daß ein solcher gewaltiger Krieg kein K i n d erspiel ist. Immerhin könnte nian in manchen Kreisen aus der Auftnachung des hier erwähnten Sudelwerks sind aus dem dabei benutzten BLaterial ersehen, wie sehr sich die Gegner bemühen, mis allen Klagen und Beschwerden Honig zu saugen und sie im Sinne der Ermutigung ihrer eigenen Bevölkerung anszu- beuten. Bei allem, was an Sorgen und unvermeidlichen Schwierigkeiten vorgebracht wird, sollte man immer zugleich an die Wirkung im feindlichen Ausland denken! Im übrigen sind die Pläne der Gegner, uns journalistisch durch „.Feldposten" und ähnliches Zeug bcizukommen, das dazu verwendete Papier nicht wert. Es gehört die ganze kindliche Selbstgefälligkeit ifret Franzosen dazu, sich einzubilden, daß dieses neue Kampfesmittel auch nur ein Fünkchen zu -der endgültigen Entscheidung beitvagen wird.
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Der Vorstoß auf Verdun.
Scinc Wirkung ans die französischen Linien.
Br. Genf, 24. Febr. (Erg. Drähtbericht. Zeus. Bln.) Während gestern eine von einer Gallieni nahestehenden Seite stammende „Tornps"-N.ote die Vermutung aussprach, Humbert, .der Befehlshaber der Vevdun-!Gegend, werde ohne JnonspruchimhmL der im Schutze der Befestigung Verduns liegenden Abteilungen die Beschäftigung der nördlichen Fortstruppen rasch wenden, zeigen die heutigen Stimmen der Fachkvitiker einen wesentlich verminderten zuversichtlichen Inhalt und Ton. Die vorliegenden Meldungen lassen erkennen, daß die über Nacht eingetretene A u s- dchnung des Kampfgebiets auf 4» Kilometer den Humbertschen Boraussichten und Gegenmaßnahmen keineswegs entspricht. Man gewinnt den Eindruck, Laß HuiNbert zur 'Sicherung des sehr gefährliche Strecken umfassenden Geländes Maloncöurt bis Etain ans Im- provisationcn angewiesen ist.
Französische Besorgnisse vor einer mächtigen deutschen Offensive.
Br. Genf, 24. Febr. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.)
Die militärischen Mitarbeiter der französischen Blätter glauben, das? die gegenwärtigen Kümpfe an der Westfront die Vorbereitungen für eine mächtige deutsche Offensive sind, die sich, sobald bessere Witterung cintritt, auslösen wird. Man bespricht cifria die präge, an welcher Stelle der Front der Hanptschlag der Deutschen erfolgen wird.
Der Eindruck der deutschen Erfolge.
Genf, 24. Febr. (Zeus. Bln.) Die seit Montag- abend in zwei der wichtigsten Sektoren am La B a sf 6 e- Kanal imd an der Maas von den Franzosen erlittenen erheblichen Gelände-Einbußen haben in Paris um so schmerzlicher berührt, als der „Tenrps" und .niiderc vom ftanzösischen Hauptquartier unterrichtete Blatter noch vorher nachdrücklich versicherten, daß gegen einen nördlich Verdun vorzutragenden deutschen Angriff sowie gegen etwa bei Arras und weiter südlich gleichzeitig unternommene deutsche Vorstöße die zuverlässigste Abwehr vorbereitet sei. Jetzt wird kleinlaut zugestanden, daß die Ereignisse der letzten vier- nndAvonzig Stunden einen solchen Optimisnius nickst vellkonimen rechtfertigen. Es wäre auch nutzlos zu leugnen, daß die französische Maasfront durch die Verluste bei H a u m o n t und Beau.in o n t eine Schädigung erfuhr. über die französische Schlappe behält sich die Fachiritik eine eingehendere Besprechung bis zum Eintreffen weiterer Meldungen des dortigen Scktor- kemmandanten vor.
Die interparlamentarische Konferenz der Alliierten verschoben.
W.T.-B. London, 24. Febr. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) „Tally Telegraph" meldet, daß die interparlamentarische Konferenz der Alliierien, die vom 6. bis 8. März in Paris stattfmden sollte, auf die Tage voin 27. bis 29. März ver- schoben worden sti. weil die russischen Vertreter wicht früher nach Parts kommen können. Die Konferenz soll über den Handel und die kaufmännischen Beziehungen nach dem Kriege beraten.
Sich verschärfender Papiermangel in Frankreich.
Br. Berlin, 24. Febr. (Eig. Drahtbericht. Zenf. An.) ! Der Papiermangel rn Frankreich wird so bedrohlich, daß das 1
„Journal", „.Matin". „Petit Journal" und „Petit Partsien" übercinioekommen find, an fünf Tagen der Woche nur noch vierseitig, an den übrigen sechsseitig zu erscheinen.
Oie Ereignisse auf dem Balkan.
Italienische Kavallerie ans Saloniki.
Br. Bildapcst, 24. Febr. (Eig. Trahtbericht. Zenf. Bln.) „A Villag" zufolge wird nach einer Nachricht aus Saloniki dort für die nächsten Tage das Eintreffen der ersten italienischen Kav alle rieüiv ision erwartet. Italien hat als Ergebnis der Verhandlungen mit Briand seine Kavallerie, die weder an der öfter- reichlichen Front, noch in Albanien Verwendung finden kann, der Entente-Heeresleitung in Saloniki zur Verfügung gestellt.
Italien und Griechenland.
Dle Beratung zwischen dem griechiischM Gefanditen in Ranr und Sormirw hat, wie der römische Bericht erstaüer der „Schampa," in amMchen römischen Kreisen hört, das Ergelbuis yrhübt, daß die llulienische Regierung darauf verzichte, von der griechischen Negierung weitere Erklärungen Wer den Nvlschjenfiall in der griechischen Kämpier' zu Verkujugen. Tie römische Regierung habe bchigllch Einspruch erhoiben gegen das S t i 11 f chw eigen des griechischen Kchnimer- präsLeintcn gegenüber den beleidigenden AnAfAhrungen des Apgeordnetein von Korfü.
Die Verbündeten auf Korfu.
Wien, 21. Febr. (Zenst Bln.) „Die Zeit" vervollständigt heute ihre Mttelluntzen über die Bcobochtungon des KonMs EWl >auf Korfiu. Der Hwfen von Korfu und die angrenzenden Territoriajlgcsrässer wurden von den Franzosen durch eine dreifache CchuHnetzknie gegen Torpedoboot- und Tauch- bovtangriffe geschützt. Eine dieser Linien würde jedoch eines Tages vom griechischen Fischern als gute Prise «ingebrmht und ganz osten in der Stabt zu guten Preisen verkauft. Die Bevölkerung Korfus ist durchpus deutschfr euüdl i ch gesinnt und sieht die französischen und serbischen Eln- dringli.nge mtt schoeWn Augen an. DeAhaLb entstehen fortwährend kleine McibcreiM zwischen diesen und den Kwrfivicn. Die Frangosen bemächtigten sich sofort nach der ÄarLung der drahtlosen Station, aus der sie die brcki griechischen Beamten einfach himaustomplimentierten.
Griechenlands unumstöstliche Neutralität.
Skuludis über die Grundlnqen der griechischen Ziikmists- politik.
Br. Berlin, 24. Febr. (Eiq. Trahtbericht. Zenf. Bln.) Der Sonderberichterstatter des „B. T." meldet aus Athen: Ministerpräsident Skuludis erklärte mir
beute in längerer Unterhaltung die Grundlage seiner politischen Prognose für die nächste Entivickclnng. Wir können, so begann Skuludis, unsere Politik der Neutralität keinesfalls andern. Niemand »vird uns zwingen können, sie aufzugeben. Richtig ist, das; vor einigen Wochen der B e r i n ch gemacht wurde. Damals versuchten die Ententemächte zwischen dem 1. und 10. Januar unseres Stils das griechische Volk durch A u s h u n ge r u n g zur Empörung gegen die Regierung zu bewegen. Sie setzten uns ans dreitägige G e t r c i d e r a l i o n c n nnd nötigten uns, von Gc- inüsen und Früchten des Landes zu leben. Hängt aber, fragte ich, nicht die Popularität der Regierung an dem Leben des Königs, der sein Land durch den Krieg verdoppelt hat? Keineswegs, sagte der Minister, er und seine Regierung stützen sich wechselseitig. An Stelle des Königs und au meine Stelle werden sofort bereite Nachfolger treten, wenn wir gingen. Ich fragte ihn nun, ob sich diese Stimmung nicht nach dem Fall von Saloniki ändern könnte. Sic glauben also, erwiderte Skuludis, an eine baldige Offensive. Auch wir hoffen alle darauf, je schneller, desto besser. Wissen Sie, fügte er lebhaft hinzu, das? die Besetzung Salonikis durch die Fremden wie ein Alpdruck auch auf sedcn: Griechen liegt? Wird aber nicht, fragte ich. der Eintritt der Bulgaren auf griechisches Gebiet von der Entente hier zur Agitation ausgenützt werden? Wir hoffen und sind überzeugt, erwiderte der Minister, daß die Bulgaren sorgsam darauf bedacht sein werden, das Sf I b st gesüh l der Griechen zu schonen. Auf alle Fälle wird uns die Welt nicht aus der Neutralität keraustreten scheu, weder durch Ereignisse, noch durch die Waffen gezwungen.
Die Befehlsvertettung und die „Leistungen" der Mittelmeerflotten der Alliierten.
W. T.-B. London, 24. Feür. (Nichtamtlich. Drahtberichi) Reüksr meldet: Balfour erklärte, daß der französische Admiral gouriticr das allgemeine Oberkommando im Mittelmeer habe und der Herzog der Abruzzen in der Adria und ihren ZuflchrtSstvatzen koimnmikpere. Britische Offiziere hätten andere lokale Kommandos iime. Balfour fügte hinzu, daS Werk der Alliiertciw-Flotte im Mittelmoer wird am besten durch den cnsolgreichen TqanSport großer militärischer Streitkräste nach Saloniki »und Baloira sowie durch die e» folzreiche (!) Räummilg der Dardanellen nnid den Trq>nstz»pj der serblfchen Arm« von AAmüen. bcleuMÄ,
