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Donnerstag, 24. Februar 1916.
Kbenö-Ausgabe.
Nr. 92. . 64. Jahrgang,
Weiterer Ausbau der (Erfolges nördlich Verdun.
Die Orte Brabant, Haumont und Samognieux genommen.
Der Tagesbericht vom 24. Februar.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 24. Febr. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Der Erfolg östlich der Maas wurde weiter ausgcbaut. Die Orte Brabant, Haumont und Samognieux sind genommen. Das gesamte Waldgebict nordwestlich, nördlich und nordöstlich mm Veaumont sowie Herbebois ist in unserer Hand. Südlich von Metz wurde ein vorgeschobener französischer Posten überrascht und in einer Stärke von über 50 Mann abgcfüljrt.
Östlicher Kriegsschauplatz.
Auf dem nördlichen Teile der Front lebhaftere Artillerickämpfe;. an zahlreichen Stellen Patrouillengefcchte. Keine besonderen Ereignisse. Balkankriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Lin neues Lebenszeichen der „Möve".
4§ine weitere Prise unter deutscher Flagge.
206 Gefangene versenkter englischer Schisse.
TV. T.-B. Madrid, 24. Febr. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Amtlich wird gemeldet: In Santa Cruz ans Teneriffa ist das englische Schiss „W e st b u r n" (3200 Tonnen) unter deutscher Flagge vor Anker gegangen, um Schäden auszubcsscrn. Tic Besatzung besteht aus 7 Manu, von denen einer eine Mütze mit der Aufschrift „S. M. S. Möben" (Möve?) trägt. Die „Westburn" brachte 206 Gefangene der englischen Schiffe „H o r a c e" (3335 Tonnen), „C l a n- m a c t a v i s h", „E d i n b u r g" (Lloyds Register enthält nur „Edinburg Castle", 13 326 Tonnen), „C a m- b r i d g e" (1258 Tonnen), „F l a m e n c o" (4540 Tonnen) und des belgischen Schiffes „L u x e m- bürg" (4322 Tonnen), sowie 11 spanische Matrosen mit.
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Etwas mehr als drei, Wochen ist & her, seit die .Appwm", ein enMches Schjiff unter deutscher KrliegSf7a>zge und mit ter Kunde tafti sieben versenkten fwrÄLchen Schiffen im r.vrdvmenikonischen Herfen von Norfolk eintraf und jom.it be- Ees, daß trotz aller englischen Herrfchinft zur See doch noch deutsche Kr i egsschiffe aus dem Meer ihn Wesen treiben. Seitdem httben sich das ftwbRche und neutrale Adrs- ' lcmü und sewst wir die Köpfe zerbrochen über Charakter und l'kwneN des geheimnisvollen Schiffes, das diese Tat vollbrachte.^ Jkvr es ein Schiff mit Namen „Möve" oder „Pprrxe rder wer-war das Schiss? Und mvnnlgfiwch luavcn die Fragen und Deirvchtjungien, die über sein weiteres Verhalten angestellt wurden. Jetzt fomttft sine neue Kunde, desn ersten Ereiignis würdig an die Seite zu stellen. Wieder ist ein englisches Schiss unter deutscher Flagge in einen neutralen Hasen, dtesmjal auf der Spvniw zn- Mhörigen JnU T e n e r i f f a, eingesatzren und hatte 206 Gefangene von verschiedenen enMchen Schüssen an Bord. Znm Teil stammen sie, wie van der ..Clammactavisih", ..Cambridge" und „Mamero", von den schon in dem ersten AppEmbericht vom 2. .Febrnbr genannten Schiffen, zum Teil bandelt es sich um Schiffe, die der angeblichen „Möve" erst in den letzten Wochen nach der Trennung von der „Appam" zum Opfer gefallen sein müssen. Wie immer dem iauch sei, wir grüßen auch diese deutschen Helden, die abermals ein englisches rchiff unter deutscher Wqgge unbehelligt vom Feind tu einen nentWken Hafen zju führen vermochten und somit uns neue Itachricht v« der Tätigkeit des gcheimnisvollien Schiffes mitten aus dem Otzean gaben. Dcuerifftr und die spanischen Inseln sind nicht die Vereinigten Staaten, die Regievung von Nddrid nicht die in Washington. So wird diesmal die Entscheidung, was mit dem Dampfer zu geschehen 'habe, wohl -auch schneller fallen. Denn wieder wirb wohl der englische Geilandte, diesm«!! der in Madrid, vorstellig werden, daß das ei NLebrächte enMch'e Schiff seinen Reedern zurüchz.ugeben oster als Kriegsschiff zu erLören sei. Herr Ro>ma.nones a-ber wild nicht anders als entscheiden können, daß die „West- burn" eine Prise ist, und zwar eine gute, deutsche Prise, eiin Etz-chch, dvm auch das Prisengericht be«pM)- ten wffL. * ^ \ ~ -
Deutschland und Amerika.
Neue englische Tcnbenznachrichtcn.
W. T.-B. Pari?, 21. Febr. (Nichtamtlich. Agence HcrvaZ.)
»New Dork Hcrald" erführt aus Washington, die Regierung der Vereinigten Staaten habe beschlossen, ihre Beziehungen zu B c r n st o r f f abznbrcchen und mit Berlin direkt weiter zu verhandeln.
(Notiz: Die Nachrichten des skrupellosen antideutschen Hetzblattes „New Dark Herald" sind mlit aller Vorsicht auszunehmen. Wie wir erfahren, ist an hiesiger cmrsticher Stelle über den angeblichen Beschluß der Vereinigten Staaten n i ch t s b e k a n n t.)
Br. Lugano, 24. Febr. (Cig. Drahtbericht. Zenis. Bin.) Amtliche Depeschen melden, daß die amerikanische Marineleitung Wilson drängö, den deutschen Standpunkt hinsichtlich des Unterseebootkrieges a n zu nehmen» da bei dem lvahrscheinkichrn, wenn nicht sicheren Kriege zwischen Japan und Amerika um die Herrschaft im Stillen Ozean das Unterseeboot die beste Waffe sei. — Weiter meldet das .,B. T." aus Rotterdam: Dem „Exchange- Bureau" zufolge erklärte Lansing, daß durch die neu« deutsche Unterseebooterklärung die Lage zwischen Amerika und Deutschland ebenso ernst sei wie in früheren Tagen der „Lusitania"-Frags.
(Alle Nachrichten aus Amerika — das sei immer wileder betont — entstammen englis che n Onellen u:id sind dementsprechend zu bewerten. Was an den sich vielfach widersprechenden Meldungen richtig ist, können wir natürlich nicht sofort festitellen. So viel dhat wissen wir, daß es sich bei den meisten, besonders bei den Routermeldunigen, um T enden z- meldungen handelt. Schriftl.)
Der Fall „Avpam". — Der verschärfte Untersecbootskrieg.
W. T.-B. London, 21. Febr. (Nichtamtlich.) „Daily Telegraph" meldet: In gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen in Washington glaubt nun- l«stnmnt, daß Staatssekretär Lansing entscheiden wird, daß die „Appani" eine gute deutsche Prise ist, daß sie aler nicht in einem amerikanischen Hasen dauernd Schutz finden kann und deshalb amerikanisches Gebiet verlassen muß. — „Morning Post" erfährt ans Washington, es werde der Tatsache, daß Wilson mit den Führern der verschiedenen politischen Gruppen sine UnterrÄnmg hatte, große Bedeutung bei- gemeffen. Einzelheiten fehlen aber. Dian glaubt, daß der Präsident die Führer über dir Spannung der Beziehungen zu Deuischlarch unterrichtete und sie bat, öffentliche Erörterungen der Lage zu unterlassen, um zu vermeiden, daß die Erbitterung des Landes wachse. Wenn cs zum Bruche kommen würde, würden die Demokraten und dir Republikaner die Politik des Präsidenten unterstützen. Man glaubt jedoch nicht, daß Deutschland leichten Herzens sich'Än wichtiges neutrales Land entfremden würde. — „Times" erfährt aus New Jork: Staatssekretär Jagow teille den Bereinigten Staaten durch Bernrittlung des Berichterstatters der „Nein Jork World", Karl v. Wiegand, mi>t, daß es die un- äbästdeuliche Absicht der deutschen R e g i e r u n g sei, am angegebenen Tage, nämlich den 2. März, damit a n zufangen, bewaffnete Handelsschiffe wie Hilfskreuzer zu behandeln.
Leutnant Bergs Erklärung.
Di-. Haag, 24. Febr lEig. Drahtbericht. Iönst. Bln.) Reuter meldet, Leutnant Berg habe erklärt, daß er die „Appam" eher vernichten würde, als zugeben, daß sie wieder in engliscki« Hände gelange. Er hat jedoch praktisch das Schiff nicht nrehr in seiner Gewalt, da zlvei amerikanische Poli- z eibeamte an Bocd der „Appam" Wache halten, und zwar aus Anlaß eines Versuches der englischen Reederei, sich wieder in den Besitz des Schiffes zu setzen.
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Die Bestätigung der Reuter-Meldung bleibt abziuwarten. Immerhin könnte die angebliche Äußerung des Leutnants Berg ernst genommen weüden, wenn er wirklich gezwungen Würste, wieder aufs Meer zu gehen. Immer und ewig wer- den ja die amevikanischen Polizisten sticht an Bord des Schffses bleiben können, beionders wenn es so weit sein sollte, die Anker lichden zu müssen. Wir hatten aus die in Leutnant Bergs Hände gegebene VernichtnngSniöglichkeit schon seinerzeit bei Besprechung über die Rechtsfrage der „Appam". ob Kriegsschiff oder Püffe, hingewiesen'und dabei einen Fall auS dein amerikanischen Sezessionskriege angeführt, in dem der Kapcrkreuzer „Florida" in Norsälk versenkt wurde, iwii er durch die von Brasilien geforderte Rückkehr nach seiner Flucht aus dem neutralen Hafen in Gefahr geraten »väve, durch die draußen vor Norfolk wartenden Schiffe der feindlichen Norostoaten genommen zu iverdcn.
Oer Waffenerfolg im Westen.
(Von unserem militärischen Mitarbeiter.)
Seit dlra zwei Wochen meldet uns der deutsche Heeresbericht fast täglich ansehnliche Erfolge auf einzelnen Punkten der westlichen Kampffront. Nördlich und südlich von Ipern wurden die deutschen Linien näher an die Stadt und den Kanal herangesäioben, bei Neuville gewännen wir fast -schntffche Verluste aus
der letzten großen Champagnüschlacht • wieder zurück, nördlich und südlich der S o m m e wurden a n f e h n- li.che Teile der vordersten .französischen Stellungen von den mutigen Angreifern erobert und auch^in der Champagne beseitigten mehrere erfolgreiche Stüvrne die letzten Einbuchtungen aus dcinr grossen Ringen lm Oktober 1915. Schon diese nicht unbeträchtlichen Waffenevfolge riesen bei unseren Gegnern eine wachsende Beunruhigung hervor. Schon sie zeigten, daß deutscher Angriffsgeist während der zurückliegenden 18 Monate in den dcutichen Schützengräben nicht erloschen war imd daß dem wuchtigen deutschen Sturms die französische Widerstandskraft nicht gewachsen fei. Diesen Fortschritten auf der Nord- rmd Mittelfront habe!, unsere tapferen Truppen nun aber einen neuen, höchst beachtenswerten Sieg hinzugeffigt. Seit mehreren Tagen war ein heftiges Artillerieseuer aus der ganzen Front zwischen Schmelzer Grenze und Nordsee entbrannt. Unausgesetzt suchten die französischen Flieger die Vorgänge hinter unserer Front zu entschleiern, ohne daß ihnen dieses gelungen wäre. Nach nivnatelangem Warten und fapferom Ausharren ergriff dieideutsche Heeresleitung östlich der Maas eine erfolgreiche Offensive in dem RcnMe zwischen Co n s e n v o y e und A z a n n e s. Das Ka-mpsgelände springt hier etwa halbkreisförmig in die deutschen Linien ein und besteht aus enrem bewaldeten Höhengelände von durchschnittlich 350 Meter Höhe. Ans dem >westlichen Teile fallen die Hänge ziemlich steil bis zu den Ufern der Maas ab. an deren östlicher Flnß- seite die von Dun nach Verdun ziehende Straße herab-
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führt. Confenvoye selbst bildet den Brücke n- k o p s zwischen dem östlichen rmd westlichen Dkaas.ufer und fft deshalb militärisch von großer Bedeutung. Ter Ort selbst scheint noch in der Hand der Franzosen zu sein. Enr Verkchr zwischen idem östlichen und westlichan Ufer ist sedoch nach den jüngsten dent- scheu Erfolgen für die Franzosen nicht mehr möglich. Sie können nicht nrehr nngchindert ihre Truppen von dem einen zuni anderen User hinüberwerfen. Die Straße nach Verdun selbst, wichtig ffir den Ver- lehr der vorgeschobenen sranzöfischen Stellungen mit den Hauptsorts, liegt inehr denn zuvor unter >dem Feuer der deutschen Geschütze. Der Mittelpunkt der neugewonnenen deutschen Frontlinie liegt bei dom Dorfe Hauniont. welches nördlich und östlich von SÄ- stücken umgeben wird. Dieser Teil des Kvimpsgeländes ist ein besonderZ übersichtlicher. Auf der östlichen Hälfte wird der deutsche Erfolg durch den Ort Azannes begrenzt, von Bedeutung dadurch, >daß nicht weniger als 4 Straßen strahlenförmig sowohl nach Süden nach Verdun und Etain, wie vor allen Dingen nach Norden ans Monmcdy und Longnyon abzweigen. Die mannigfachen Waldstücke dieser Hochfläche boten den Franzosen eine sichere Verteidigungsstellung. Die deutschen Angriffe drückten ihre Linie um 3 K ilometer'tiefer und in einer Breite von 10 .Kilometer näher an .Verdun heran. Es handelt sich hier um die Besitz- krgreiifung eine-2 Teiles der vorgeschobenen, Jnfarrterie- stellungen', die jedoch sin Laufe der cinundernhalb Zähren zu ansehnlicher Stärke auKgehaut wM-
