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Verlag Lmrggasse 31

„Tagdlall-Haus".

KAalter-Hallk geöffnet von 8 Uhr morgens bis 7 llh: abends.

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12 Ausgaben.

Fernruf;

„Tagdkatt.Haus" Nr. «850-53.

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Samstag» 19. Zebruar 1916.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 83. . 64. Jahrgang.

llavaja in Albanien besetzt.

Die Beute im Rombongebiet und bei

Oslavia. — Malborghet unter heftigem italienischen Artilleriefeuer.

Vsterreichisch-ungarischer Tagesbericht

^V.T.B. Wien, 18. Febr. (Nichtamtlich.) Amtlich »erlautet dom 18. Februar, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Außer den gewöhnlichen Artilleriekämpfen keine Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Artillerietätigkeit war gestern im allgemeinen schwächer als in den letzten Lagen. Malborghet fand wieder unter feindlichem Feuer. Die Säuberung des Vorfeldes im Rom bongebiet brachte 37 Ge­fangene und 1 Maschinengewehr ein. Ein Angriff mehrerer italienischer Kompagnien wurde a b ge­wiesen. Bei Oslavia wurden seit den letzten Kämpfen 7 Maschinengewehre, 2 Minenwerscr und 1200 Gewehre cingebracht.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Eine unter unserer Führung sichende, durch öster­reichisch-ungarische Truppen verstärkte Albanesen- Gruppe besetzte Kavaja. Die dortige Besatzung, Gendarmen Essad-Paschas, konnte sich der Gefangen­nahme nur durch die Flucht zu Schiff entziehen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höf er, Feldmarschalleutnant.

Ein französischer Dampfer von einem U-Boot torpediert.

W. T.-B. Wien, 18. Feibr. (Nicktmmtlich. Draht­bericht.) Am 16. Februar, morgens, torpedierte eines unserer Unterseeboote vor Durazzv einen fran­zösischen Dampfer, der dann ans einer Untiefe auflief. Das Flvttcnkommando.

Oer Krieg der Türkei.

Der amtliche türkische Bericht.

W. T.-B. Konstantinopel, 18. Febr. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) Das Hauptanarticr berichtet: Bon der Jrakfront und von der Kaukasusfront keine Nachricht von Wich­tigkeit. An der D a r d a n e l l e n f r o n t eröffnete ein Kreuzer das Feuer in der Richtung auf Sedd-ül-Bahr und zog sich nach dem 16. Schnß infolge Antwort unserer Küsten­batterien zurück.

Zum Zall Erzerums.

Die angebliche Stärke der Besatzung.

»-7. Rotterdam, 18. Febr. (Eig. Drahtbericht. Jens. Mn.) Aus Petersburg wird gemeldet: Der „Armeebote" schätzt die Armier in Erzerum auf 100006 Mann und die Bewaffnung der Festung auf 467 Kanonen in den äuße­ren Forts, 374 Kanonen in den inneren Forts und im übri­gen noch 211 Kanonen. (Anmerk.: Eine Bestätigung dieser Zahlen bleibt abzuwarten.)

Starke Übertreibungen eines englischen Diplomaten.

Br. Rotterdam, 18. Febr. (Eig. Drabtbericht. Jens. Mn.) Ein Vertreter von Reuter hatte eine Unterredung mit einem en g l i s ch e n Diplomaten, der viele Fahre zur Türkei und dem Orient in näheren Beziehungen stand. Er erklärte, daß die Eroberung Erzernms, welches das Herz der öst­lichen Türkei sei, gewaltiges Interesse habe und in der gan­zen mohammedanischen Welt große Wirkung Hervor­rufen wende. Nicht nur erachte man Erzerum für unein­nehmbar ldie in früheren Kriegen erfolgte zweimalige Ein­nahme beweist das Gegenteil. D. Schrift!.), es galt auch als Schlüssel zu dem türkischen Gebiet in Asien. Die Meldung des Falls von Erzerum würde im ganzen Orient ihre Wirkung tun. In Bulgarien werde sie Bestürzung Her­vorrufen, in Persien Erleichterung schaffen, in Kon- st a n t i n o p e l werde sie wie ein Donnerschlag wirken, nicht nur aus praktischen, sondern auch aus Gefühlsrücksich­ten. Ganz Türke st an liege nunmehr den Russen offen, und sie würden jetzt die Verbindung zwischen der Hoch­ebene Armeniens und der mesopotamischen Südebene Her­stellen. Dadurch würden sie Bagdad von Norden her ernst­lich bedrohen. Die Eroberung Erzerums nach einer Belage­rung von 8 Tagen — schloß der Diplomat — sei eine der glänzendsten Waffentaten. Erzerum war keine veraltete Festung, denn seit 1910 war man andauernd daran tätig, es zu modernisieren. Dabei war Erzerum eine der rein­sten natürlichen Festungen der Welt. — Der „L.-A." bemerkt dazu: Es ist begreiflich, daß die Russen und Engländer von der Einnahme der alten Festung eine Verbesserung khves Loses im Irak erhoffen und diesen Unsinn auch alle Welt glauben machen wollten. Davon kann aber nicht die Wcke Lei n,

KiLcheners Befürchtungen wegen Ägyp rns.

Die Räumung von Gallipoli. — Der Feldzug in Meso' otamicn W. T.-B. London, 18. Febr. (Nichtamtlich. Druhtbericht.) Im Oberhaus berichtete K i t ch e rrc r, daß indische Divi­sionen aus Fvankrüich und Flandern ioeggenommen scheu, und sagte: Nachdem die Deutschen den Weg nach Kon- stantiuopel such gemacht Achten, konnte die türkische Armee, durch die deutsche Hilfe verstärkt, entweder eine TLuppswbewegung gegen Ägypten gusiführen oder die Stxeit- kräste Mesopotamiens verstärken und zugleich chnen mächtigen Artillierangrisf amif 'Unsere Stellungen auf Gallipoli machen. Wir beschlossen daher, Gallipoli zr räumen, um unsere Truppen in Saloniki und Ägypten zu vermehren. Die Türken drohen jetzt mit einem ernsteren Versuch, Ägypten anzugreifen. Wir haben entsprechende Vorbereitungen ge­troffen, um den Sneskanal zu verteidigen. Der oeutsch- tüMschc Einfluß aus die Führer der Senussen bewirkte, daß die Araber in der Chremtika und in Tripolis eine feindliche Haltung gegen Ägypten Einnahmen. Der erste Versuch dieser Art scheiterte vollkommen. Obwohl die Bewegungen in dem tvestlichen Teil der Wüste noch chne gswiisse Unruhe Hervor­rufen bildet die bewundernswerte Ergebenheit des ägypti­schen Volkes e^ne tmrksame Schranke gegen jedes Eindringen jener Stämme in kultiviertes Gebiet. Wer Me s op ot ami e n sagte KÄchgner, die türkischen Stellungen wurden am 27. Jan. angegriffen; fte waren aber zu stark, umi genommen zu wer­den- General Ahlmer erwartet weitere Verstärkungen, bevor er seinen Vorinarsch Mueiuert, um eine Vereinigung mit Towshend herzustellen. Towshend hat genügende Vor­räte, um sich mit seinen Truppen eine beträchtliche Zeit zu halten. Der Feldzug in Mesopotamien, der bisher von Indien aus befehligt worden war, wird jetzt vom Kriegsamt geleitet.

Der Krieg gegen England.

Unsere U-Boote an der Arbeite

W. T.-B. London, 16. Febr. (Nichtamtlich. Draht­bericht. Verspätet eingrtroff-en.) „Lloyd" meldet: Der Dampfer „Tergcstca" ist an der Ostküste ver­senkt worden; die Besatzung wurde gerettet.

Gegen die englische Blockadepolitik.

Die Bereinigten Staaten beabsichtigen, völlig unabhängig vorzugehcn.

W. T.-B. London, 18. Febr. (Nichtamtlich. Druhtbericht.) Reiuter meldet: Der Washingtoner Berichterstatter der Asso­ciated Preß meldet: Das Staatsdepartement stellt in Ab­rede, daß Schweden neuerlich eine Konferenz der Neu­tralen wegen der Blockierung Deutschlands vorgefchlagen habe und erklärt, daß die Vereinigten Staaten unabhängig von den anderen neutralen Staaten gegen die Blockade zu pro­testieren beabsichtigen.

Deutschland bietet Schadenersatz für die „Artemis".

Rotterdam, 18. Febr. (Zeus. Bln.) Das holländische Ministerium des Äußern teilt mit: Bon der deutschen Regierung lief eine Depesche ein, woraus hervorgeht, daß die deutsche Untersuchung des „A r t e m i s" - Falles ergeben habe, daß das holländische Motorschiff sich keinesV ergehe n s schuldig gemacht habe. Die deutsche Regierung gibt zu, daß die Torpedierung z u Unrecht erfolgt sei. Sie mißbilligt die Haltung ches deutschen Torpedobootskomüimndanten, bietet der

holländischen Regierung ihre Entschuldig um g <n Und ist bereit, Schadenersatz zu leisten.

Erneute Stockung in der „Lusitania"- Angelegenheit.

Man sucht nach einem neuen Widerspruch zwischen der

„Lusitania"-Note und neuen Unterseebootkriegsnote.

W. T.-B. London, 18. Febr. (Nichtamtlich. Ditchtberichi.) Die „Times" meldet aus New York: Die Beilegung des „Lujsiia>»tia"-Falles » d möglicherweise verschoben wer­den, ms Deutschland einen Plan, bewaffnete Handelsschiffe zu, torpedieren, anifgegeben hat. Dies ist heute dem Washingtoner Berichterstatter des Mattes von Staatssekretär Lansing mitgeteitt worden, nachdem dieser von Bernstorff Deutschlands Antwort auf die Frage der Vereinigte» Staaten in der „Lulsitaniä'-AngelegeNheit evhalten. hatte Staatssekretär Lansing sagte nicht, wie weit die Regierung zu gehen beabsichtigt' Wilson will aber offenbar untersuchen, ob zwischen Deutschlands Versprechungen in der „Lusitanoa"- Note und der neuen deutschen Unterseebootspolitik em Widerspruch besteht.

Keine Versck^ebnnq des neuen Unterseeboot­kriegs« ,

W. T.-B. Berlin, 18. Febr. (Nichtamtlich. Drahtbevicht.)

Über den nach einer Zeitungsmeldung aus New Dork von Deutschland gemachten Vorschlag, die Torpedierung bewaff­neter Handelsdampfer bis April zu verschieben, damit die amerikanische Regierung ihre Bürger, die um Pässe nach- suchen, vor der Einschiffung ans solchen Dampfern warnen kann, ist an hiesiger amtlicher Stelle nichts bekannt.

Die englischen Handelsschiffe unter staat­licher Kontrolle.

Berlin, 18. Febr. Der ,^L.-A." meldet aus Kopen­hagen: „Daily Chroniote" zufolge hat die Negierung beschlossen, alle britischen Schiffe Wer 100 Tonnen unter die Kontrolle der britischen Regierung zu stellen, so daß bidfc stets Wer ihre Verwendung ver­fügen kann. Damit ist fast hie gesamte englische Handelsflotte der Kontrolle des Staates unterstellt.

Verändertes Schiffsbautzrogranrm.

2700 Munitionsfabriken unter Staatskontrolle.

W. T.-B. London, 18. Febr. (Nichtamtlich. Drechtberüht.) Im Oberhäute erklärte Lord Crewe am 15. Febr.: Der Bau von Kriegsschiffen habe in allen Zweigen befrie­digenden Fortschritt gemacht. Der Charakter der Schiffsbauten würde durch die Erfahrungen der ersten Kriegsstadien beein­flußt. Die Ausführungen 'des Bamprognanrms haben durch den Arbeitermangel Ändevungen erfahren. Der Ersatz gelernter Arbeiter durch ungelernte unld weibliche fft beim Schiffsbau schwer anweisbar. — - Die Liefertnng von M u na t i o n ist jetzt besriedigemd. 2700 Munitionsfabriken stehen unter Staatskontrolle, aber dar Verbrauch der Munition wird sich vermehren, wenn die Tage länger werden. Bisher hatte keine Armee auf irgend einem Kriegsschauplatz wirklich einen unbegrenzten Munitionsvorrat. Das Schlagwort vom Evschöpfiungskrieg ist irreführend, wenn Man gilaubt, daß wir den Krieg unbegrenzt fortfnhren können, ohne alle An­strengungen zu machen.

Lord Derby soll Leiter des amtlichen Presse­wesens werden.

IV. T.-B. London, 18. Febr. (Nichtamtlich. Druhtbericht.) Bezugnehmend auf einen Artikel in der „Tribüne", in dem die englische und deutsche Pressekampagne verglichen wird. Mögt die „Times" vor. das offizielle Pressewesen Lord Derby zu unterstellen.

Oie Ereignisse auf dem Balkan.

Die Mitteilung der montenegrinischen Friedensverhandlnngen an König Rikita.

Noch keine Antwort aus dem Lyoner Exil.

W. T.-B. Wien, 18. Febr. (Meldung des Wiener KovrespondenIbureans.) Am 2. Februar sprach der inonte- nogrinische bsvollmächiigte Minister Jovo P o p o v i t f ch in Begleitung des Generalsekretärs im montenegrirtischen Ministerium des Äußern Ramadanoviffch, bei dem Vertreter des k. u. k. Ministeriums des Äußern in Cettinje mit der Bitte vor, er möchte einen vom montenegrinischen Ministerpräsidenten ad interim, dem Justiz­minister Markokodnlovitsch, gezeichneten Vertrag an König Nikolaus zur weiteren Beförderung übernehmen. In dem erwähnten Schriftstück baten die montenegrinisch:n Minister den König unter Berufung daraus, daß unsere Delegierten zur Stelle seien, um die vom König selbst erbetenen Friedensverhandlnngen zu beginnen, seine Unter­händler unverzüglich zu ernennen und sie bevollmächtigen zu wollen. Ta die montenegrinischen Minister tatsächlich keine Möglichkeit besahen, mit dem in Frankreich weilenden König in Verbindung zu treten, so übernahm die k. u. k. Regierung, nachdem sie sich der Vermittlung der königlich spanischen «Regierung versichert hatte, den montenegrinischen Vortrag und überinittelte ihn der königlich spanischen Botschaft am Wrener Hof mit dem Ersuchen um Weiterleitung. Auf eine diesbezügliche Anfrage der königlich spanischen Regierung