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»erlas Saagzaffe *1

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„T»^I»tt>H«rS" Nr. «50-53.

Lsn 8 Uhr morgens bi» 8 llhr abend», »Uber Sonntag».

Donnerstag, 17. Zebruar 1916.

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J ^ r *vr^r „„„„ Für die Ausnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen

Berlin IV., P»tsdamerStr. 12 H. Feruspr.: Amt Lützow 6202 u. 620 .). Tagen und Blbtzen^mrd^ein^Bewübrudernonm^

Nr. 89. 64. Jahrgang.

klbend-Nusgabe.

Der Krieg gegen England.

O Berlin, 16. Februar.

Wenn man wissen will, wie England unter der steten Bedrohung einer Verschärfung unseres Untersee- bootskrieges leidet, so muß man die Dinge beim rechtem Namen nennen und demgemäß die Tatsache anerkennen, daß dieser Unterseebootskrieg seit dem Mai 1915 nicht entfernt mit der Entschiedenheit ge­führt worden ist, die unsere Seestreitkräste doch wohl anwenden könnten. Die ganze Kraft wurde in den ersten drei Monaten eingesetzt, vom 18. Februar bis Ende Mai. Schon das hatte genügt, um dem Verkehr Großbritanniens mit den Neutralen und mit den eige­nen Kolonien die empfindlichsten Wunden zu schlagen. Der Bezug von Rohstoffen und Lebensmitteln wurde sofort erschwert und verteuert. Es ist hier nicht der Ort, zu untersuchen, durch welche vielleicht zwingenden Umstände es dahin kommen nrußte, daß das Zuge­ständnis an Amerika erfolgte, feindliche Handels­schiffe erst nach stattgehabter Warnung und Unter­suchung zu versenken. Jedenfalls datiert von da ab die veränderte Führung des Unterfeebootskrieges, die nunmehr binnen kurzem, wie bekannt, a u fh ö r e n soll. Hat England aber bereits bis heute schwersten Schaden durch das bloße Dasein unserer Tauchboote erfahren, so kann man sich leicht sagen, wie sinnlos die in London ausgestellte Behauptung ist, daß die An­kündigung einer Verschärfung des Unterseebootskrieges bedeutungslos sei, daß sie an dem bestehenden Zustande in Wirklichkeit nichts ändern werde. Kein seines Verstandes mächtiger Mensch im Jnselreiche kann glauben, daß das wahr ist, eine Durchführung des Unterseebootskrieges in der Richtung unserer Denk- schrist vom 8. Februar müßte vielmehr die englische Handelsschiffcchrt und damit den ganzen wirt­schaftlichen Be st and des Mutterlandes tödlich treffen. Von diesem Gesichtspunkte aus gewinnt nun aber die Frage, ob nicht die britrsche Regierung bis zum Ende dieses Monats a u Zwei che n de Winkelzüge ffnden wird, eine außerordentliche Bedeutung. Wir inüssen -daran feschalten, daß es -unseren verantwort­lichen Männern, den: Reichskanzler, der Heeresleitung und der Leitung unserer Seestreitkräste, äußer st er Ernst mit der Absicht ist, den verschärften Seekrieg mit allen Mitteln rücksichtslos zu führen. Gleichwohl ist manches in der gegenwärtigen Lage nicht so einfach, wie es aussieht. Anscheinend hat unser Vor­gehen den Erfolg gehabt oder könnte ihn doch haben, daß Herr Wilson nunmehr in England die Forderung stellt, jeden Anlaß für die von uns angekündigte Ver­schärfung dadurch zu beseitigen, daß aus die Bewaff­nung von Handelsschiffen unbedingt verzichtet wird. Wie nun, wenn diese Forderung in London ange­nommen werden sollte? Ein in der deutschen Presse vorgekommener Hinweis aus solche Möglichkeit ist mehrfach »dahin verstanden worden, daß unsere Denk­schrift vom 8. Februar, wonach bewaffnete Handelsschiffe fortan als Kriegsschiffe angesehen und somit ohne vor­herige Warnung versenkt werden sollen, haupffächlich oder nebenbei (es kommt zuletzt aus dasselbe hinaus) den Zweck Hobe, durch ein solches Druckmittel unsere Feinde und besonidersEngland zum Verzicht auf die Be­waffnung von Handelsschiffen zu bewegen. Wir möchten uns nicht darüber äußern, ob Vermutungen dieser Art die Absichten unserer leitenden stellen richtig wieder­gäben, wir halten es aber auch gar nicht ffir nötig, solche Untersuchungen anzrrstellen, weil es für uns keine Frage ist, daß jedes scheinbare Entgegenkommen Englands nur eine Finte sein wird, um die wir uns nicht zu kümmern haben werden. Unser .Haupt- feind »hat den Krieg bisher nicht so geführt, daß ihm irgendwelche Rücksicht auf Vertragsverpflich­tungen und in der Not erpreßte Zugeständnisse zuzu- trauen wäre, wir glauben nicht einmal, »daß die britische Regierung Zugeständnisse in der angegebenen Richtung m^hen wird, aber selbst wenn es der Fall sein sollte, würden sie so mit sp.tzfindigen und hinterhältigen Bedin­gungen beschwert sein, daß sie tatsächlich nichts zu bedeuten hätten. Ob es bei uns Personen gibt, denen es genügen mag, die Waffe der Unterseeboote zu besitzen, ohne daß sie enffvrechend gebraucht wird, das wollen wir dahingestellt sein lassen und nur dies eine bemerken, »daß die Behauptung, es sei so, keinerlei Beweiskraft »hat. Indessen selbst wenn es Stimmungen und Strömungen in dieser Linie geben sollte, braucht man wohl nicht zu besorgen, daß sie auf die praktische Probe werden gestellt .werben; England wird mit seinem Hochmut und mit seinem wachsenden Willen zum Kampfe schon »das Seinrqe »dazu tun, daß »der Untersee- bootskriea demnächst wirklich wieder »aufleüen muß. Schließlich aber kommt es bei der Betrachtung der Ver­hältnisse sehr wesentlich darauf an, was w i r von unse­rem Standpunkt aus zu wünschen haben, und so soll offen gesagt werden, daß uns «in nachgi»ebiges England tveniger recht wäre als eines. Las. auj seine Stärk

kochend, den hingeworfencn Handschuh ausnehmen will. Nach den Erfahrungen mit »der bisherigen, doch lwcchrlrch milden Führung »des Unterseebootskrieges wissen wir, daß mit der Verschärfung dieses Krieges dre wundeste »Stelle des Jnselrerchs getroffen werden kann. Sie muß »aber geiroffen werden, wenn wir »mrt dem stärksten unserer Feinde, fertig werden sollen, dem — sagen wir cs offen — bisher nur ein B r n ch- teil von »den unseren anderen Gegnern bereiteten Ein­bußen hat zugefügt werden, können.. Wenn England schon so gelitten hätte wie seine' Alliierten,, dann wären wir dom Frieden näher als wir es sind. Darum muß der Hauptschlag gegen England geführt wevden, und dazu bedürfen wir der rücksichts­losen Einsetzung unserer Seestreitkräste.

Oie bewaffneten Handelsdampfer.

„Reuter" und die englische Presse über Amerikas Stellungnahme.

W.T.-B. London, 17. Febr. (Nichtamtlich. Reuter.) Wie bereits verlautete, werden die Vereinigten Staaten in kurzem an Deutschland und Österreich- Ungarn die Frage richten, wie sie scstzustcllcn beab­sichtigen, ob ein Handelsschiff bewaffnet ist oder nicht, che sie es ohne Mrrnung versenken. Es wird gesagt, daß das amerikanische Memorandum an die Ententemächte wegen der Entwaffnung der Han­delsschiffe einzig und allein im Interesse der Menschlichkeit gesandt wurde und keine Ab­änderung der geltenden Regeln beabsichtigt wird.

„Daily Mail" erfährt aus Washington, die Regie­rung habe tatsächlich schon über die gegenüber der deut­schen Ankündigung einzuhaltcnde Politik entschie­den. Man sei zu dem Schlüsse gelangt, daß das bestehende Gesetz gelten muffe, bis die Kriegführenden Lansings Vorschläge, die Handelsschiffe zu entwaff­nen, angenommen hätten. Die Vereinigten Staaten würden deshalb darauf bestehen, daß das Leben der Bürger, die auf unbewaffneten Handelsschiffen, die keinen Widerstand leisten, reisen, sichergestcllt sein Müsse. Die Aufgabe festzustellen, ob ein Han­delsschiff bewaffnet ist oder nicht, falle den Komman­danten der 17- Boote zu. Die Vereinigten .Staaten ständen auf dem Standpunkte, daß die Regie­rungen dieser Kommandanten für alle ihre Mißgriffe verantwortlich seien.

„Daily Telegraph" meldet aus New Dort, die Tele­gramme aus Washington lauteten alle dahin, daß die Regierung Deutschlands neuen Drohungen wegen der bewaffneten Handelsschiffe keinen Wider st and entgegensetzen werde. Man vermute, daß das Kabinett durch Marinesachverständigc beeinflußt werde, die glau­ben, daß Amerika mit seiner sehr entwickelten Küsten- linic sich v i e l auf Unterseeboote werde verlassen muffen. Wenn dem so sei, wäre jede Politik, die darauf ausgehe, die L e ist u n g s f ä h i g k e i t der II-Boote zu neu­tralisieren, gegen das Interesse der Sicher­heit der Nation.

Die Verluste der „Arethusa"

Rotterdam, 17. Febr. (Zeus. Mn.) Die englischen Matter beklagen außerordentlich den Borlust des KreugeirS „Arethusa". Es sei :inS der schnellsten Schiffe and auch hinsichtlich schiner Bewaffnung außerordsnMch leistungs­fähig ge»we>fen. Drei Wochen nach Ausbruch des Krieges habe es an dem Gefecht in der Nordsee deiloenommen. Der Kreuzer habe sich dabei tüchtig gewehrt umid sei im schwerver­letzten Zustande nach England zurückgekehrt, wurde aber bald wieder seetüchtig gemacht. Im Dezember habe er an einem Angriff englischer WasferfluWeuye aus deutsche Kriegsschiffe teilgenommen und ,.m Januar habe er in der Nordfeeschlacht in der Nähe von Helgoland den „Blücher" torpediert.

W. T.-B. London, 17. Febr. (Nichtamtlich. Doahtberichi.) Amtlich wird zu dem Unfall der „Arethusa" gemeldet: 12 Per- soiren werden vermißt, 8 sind verwundet.

Englands Beklemmungen.

Keine Schiffe, kein Geld, keine Männer.

London, 17. Febr. (Zeins. Mn.) Das bekarmte englische Blatt .Speobator" schreibt über das in briiischen Schiffahrts­kreisen herrschende Chaos: Augenblicklich ist alles in Ver- w»irrung. Die Industrie ist ohne Organisation. Der Krieg hat alle normalen Verhältnisse über den Hausen geworfen. D»ie ?ldMiralität braucht Schiffe, so auch das Kri«gsin inist e- rium, K auch das .Handelsamt, so o»uch der Zuckerausschuß, so auch das Landwirtschaftsamit. Es wird natürlich gesagt, daß die Fühlung zwischen tfmen fehlt, aber es weiß jeder, der den Schissähirtskoeisen angehört, daß die Veranstaltungen mangel­haft sind. Eine jede Anforderung, von welcher RegicruugS- seite sie auch gekommen sein mag, hat dazu geführt, _bie Frachtsätze in der ganzen Welt in die Höhe zu fetzen. Eine führet« Schiffahrts-Zeitschrift hat berechnet, daß der ver­fügbare TonnLngehalt durch Forinahme oder Verluste von Schffsi«, um nahezu 1 900 000 Tonnen sÄt Bsgi«r

der Feindseligkeiten zusarnmengeschrumpst ist. Man erwä^,

ibas das bedeutet, wenn das Gesetz von Angebot und Nach­frage nicht «^schädigt wevden soll! Die Verschwendung dauert weiter an; die Verzögerungen im Entladen und Laden, werden nicht geringer; die Bedürfnisse für Heere und Flotten der Alliierten vermindern sich rtidji; Öie Forderungen an Munition, Heizuagsmaterial und Nahrungsmitteln von Über­see sind ungeheuer. Die Krisis ist akut yrfb tvird es stetig mehr. Wenn nicht ein vollkommenes und drastisches HM- mirtfcel an$ett>enib , et tutrib, rmch öec Si g, ßuf w ir u <n&> uinsere Alliierten heute mit Vertrauen rechnen, anfyeschobrn, wenn nicht au-fg ea eben werden. — amerikanische Korrespondent, der der „Continental Times" den bezü glich en Ausschnitt auS den: „Spevtawr" eingösandt hat, fügt hinzu: Sie sehen, die Engländer sind in harter Klemme, nicht nur was Geld, ''andern auch was Schiffe anbetrtfst. «re singe» nicht länger: „Wir haben die Männer, »wir haben tue Schiffe, wir haben auch dos Geld!"

Eine zweite englisch-französische Anleihe in Amerika?

Berlin, 17. Febr. (Zens. Mn.) Indirekte Londoner Nachrichien, die Berliner Müttern aus Wien zugehen, sollen, bestätigen, daß der Mschluß einer zweit»en engpisch-sran- zösischen Anleihe in den Veveiiftgten Staaten in Höhe von 400 Millionen Dollar bevorstehe.

Weitere amerikanische Stahlsirmen unter englischer Kontrolle.

New York, 17. Febr. Zens.. Bin.) Die „Tribüne" ver­öffentlicht folgernde Meldung aus Bridge Port: Zwei

hi»esigL Stahlfirmen stick cnisgesordeot worden, sich unter- schriftlich zu verpflichten, weder an einen Feind Groß­britanniens, noch an irgendein nicht nfft ihm verbündetes Larck zu exportieren, ohne dem britischen Konsul in New Uork Kenntnis zu geben. Die „American Tube and Stamping Company" und die .Crane Dalve Company" tveriden durch diese Vereinbarung 'direkt berührt, die sich nur ans solche Firtnen bezieht, die bei der Herstellung ihrer Produkte Eisen- mangan verwenden. Dies Material wird direkt von den Eng- ländern kontrolliert, die seine Berschfffung nach Belieben stoppen können. — Der Präsident der „American Tube and Dtmnping Company", C. D. S. H. Miller, erklärte aus Be- fragen, die Festsetzungen des Abkommens s»eien schon einige Zeit in Kraft, seien aber nun verschärft worden. Me be- troffcnen Gesellschaften müßten jetzt von jedem ihrer Ab­nehmer Garantien vorlegen.

Oer Krieg gegen Rußland.

König Friedrich August von Sachsen in Rußland.

Dresden, 17. Febr. (Zens. Mn.) Der Kön»ig weilte am 14. Februar in Litowsk. Bei Besichtigung der Be- festiaunasanlEn wurden an verschiedenen Punkten Bor- träge gehalten Auf dem Bahnhof und in der Zrtadelle waren» sächsische Eisenbahnbeamte und verschiedene sächsische For­mationen ausgejtellt. Am 18. Februar traf der Komg M Lodz ein Unterwegs verließ der König in Lukow und Norormnsr auf kurze Zeit den Zug, um di»e aus den Bahnhöfen stellten sächsischen Eisenbabnbeamiten zu begrüßeru In Lodz fand Empfang durch den Generailgonv»erne>ur aus dem B-chnhof statt. Die Rückkehr des Königs nach Dresden erfolgt heute DonnerNtagabsnd 7,30 Uhr.

Deutsche Schisfahrtshindernisse und Minen in der Ostsee.

W.T.-B. Stockholm, 17. Febr. (Nichtamtlich) Der deutsche Gesandte hat dem Ministerium des AnL- wartigen gestern folgende Mitte-Nung überreicht: In nächster Z»-it werden außerhalb des schwedischen SeegebietLs an ver­schiedenen Stellen zwischen 85 Grad 18 Minuten und 55 Grad 26 MinutM nördlicher Breite und 12 Grad 42 MMuien und 13 Grad östlicher Länge Schissahrtshrndernrsse und Minen aufgelegt w»erden. Sobald nähere MiftMnngen etn- gegangen sind) werden dte notwendigen Anweisungen für die Schiffahrt erteilt werden.

Oie Lage im Westen.

Neue Versicherungen der verbündeten gegenüber Belgien.

Italien und Japan pflichten der Erklärung zu.

W. T.-B. Paris, 17. Febr. (Nichtamtlich. Draht­bericht. Havas.) Die Liplomatischen Vertreter Frank­reichs, Englands und Rußlands beim König der Belgier haben dem belgischen Minister des Äußern in einer Adresse gemeinsam folgende Erklärung über- reicht:

Eurer Exzellenz! Di? verbündeten Srgnatar- mächte der Verträge, welche diellnabhängigksit und Neu­tralität Belgiens gewährleisten, beschlossen heute durch einen feierlichen Akt die Erneuerung der Ver- Pflichtungen, die »sie gegen ein heroisches und treues Land übernahmen. Infolgedessen haben wir Ge­sandten Frankreichs, Großbritanniens und Rutzlands, von unseren Re gi eru n gen ggbörig l«pcckknächt»gt, di».

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