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Beitel,

»arckring . _ __ _ _ __ - . - -. _

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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-23.

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KÄ»« r Ä’i«ÄZtS Berliner Schriftleitung desWiesbadenerTagiletts: Berlin^., Patsdamer SN.121L. Fernspr.: Amt Lützow 6202 « 6203. Tagen und Platzen wird reine Gewähr übernommen.

Dienstag, 13. Zebruar 1916.

Morgen - klusgabe.

Nr. 75 . . 64. Jahrgang.

weitere Zortschritte gegen vurazzo.

Heftige Geschühkämpfe an der küsten­ländischen Front. Die Nordseitc des Arzon nördlich und östlich Durazzo erreicht.

GsLerreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-Ef. Wien, 14. gebt. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 14. Februar, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Gcschützkämpfc an der k ü st e n l ä n d i s ch e n Front waren gestern an einzelnen Stellen sehr heftig. Unsere neugewonnene Stellung im Rombon- gebiet wurde gegen mehrere feindliche Angriffe be­hauptet.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die in Albanien operierenden k. und k. Streitkräftc haben mit Vortruppen den unteren Arzon gewonnen. Der Feind wich auf das Südufer zurück.

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. Höfer, Fcldmarschalleutnant.

Zortgesetzte lebhafte Gefechtrtätiglett an der Westfront.

700 Meter der französischen Stellung in der Champagne, 400 Meter im Oberelsaß ge­nommen. — In der Champagne wieder 7 Offiziere und über 300 Mann gefangen, 3 Maschinengewehre und 5 Minenwerser, im Oberelsaß einige Dutzend Gefangene, 2 Maschinengewehre nnd 3 Minenwerfer erbeutet. — Die deutschen Flugzeuge über den Bahnanlagen und Truppenlagern der Fern de.

Der Tagesbericht vom 14. Zebruar.

(Wiederholt, da mir in einem Teil der Wend-Ausgabe mitgeteÄt.)

W.T.-B. Graßes Hauptquartier, 14. Februar. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die lebhaften Artilleriekämpfc dauerten auf einem großen Teile der Front an. Der Feind richtete nachts wieder sein Feuer aus Lens und Lievin.

Südlich der Somme entwickelten sich heftige Kämpfe um einen vorspringendcn erweiterten Sappenkopf. Wir gaben den umfassenden Angriffen ausgcsetzten Graben auf.

In der Chamvagnc wurden zwei feindliche Gegenangriffe südlich von St. Marie-ü-Pp glatt abgewiescn. Nordwestlich von Tahure entrissen wir den Franzosen im Sturm über 7VV Meter ihrer Stellung. Der Feind ließ 7 Offiziere, über 300 Mann gefangen in unserer Hand und büßte 3 Maschinen­gewehre und 5 Mineawerfer ein. Die Handgranatenkämpfe üstlich von Le Fond de Champagne sind zum Stillstand ge­kommen.

Südlich von Lusse (östlich von St. Die) zerstörten wir durch eine Sprengung einen Teil der feindlichen Stellung.

Bei Obersept (nahe der französischen Grenze, nordwestlich von Pfirt) nahmen unsere Truppen die französischen Gräben in einer Ausdehnung von etwa 4VV Meter» und wiesen nächt­liche Gegenangriffe ab. Einige Dutzend Gefangene, zwei Maschinengewehre nnd 3 Minenwerfer sind in unsere Hand gefallen.

Die deutschen Flugzeuggcschwader griffen Bahnanlagen und Truppcnlagcr dcS Feindes auf dem nördlichen Teile der Front an.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Abgesehen von einigen für uns erfolgreichen Patrouillen- gefechten hat sich nichts von Bedeutung ereignet.

Balkankriegsschanplatz.

Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung.

Der Jahrestag von Masuren.

Von unserem militärischen Mitarbeiter.

Heute, am 15. Februar, jährt sich der denkwürdige Dag, welcher vor 12 Monaten ben siegreichen Abschluß lder neuntägigen Schlacht in Masuren und die end­gültige Befreiung unserer Ostmark von russischer Schreckensherrschaft bedeutete. Den nördlichen Teil un­serer Ostfront, die Provinz Ostpreußen, schützten in den letzten Kriegsnivnaten des Jahres 1914 die Verteidi­gungsstellungen an der Inster nnd Angerapp, die Sperren an den Zugängen zu den .masurischen Seen, sowie eine lange Kette von Schützengräben int südlichen Anschluß bis über Neidenburg. Die Sicherung

Schlesiens, der anderen Wundstelle an unserer. Ostgrenze, erreichte Feldmars«hall Hindenburg durch seine erfolg­reiche zweite Offensive in Polen. Südlich der Weichsel standen die deutschen Truppen tief in Polen und wuß­ten die russische Ausmiersamkeit durch demonstrative An­griffe an der Bzura und Rowka im Januar 1915 nach diesem Frontteil abzulenken.

Anfangs Februar des neuen Jahres war für unsere -oberste Heeresleitung die Zeit gekommen und die Kräfte verfügbar, um aus dem östlichen Kriegsschar» platz neben dem erstrebten Waffenersolge über die Russen die Säuberung unserer Ostmark zu vollenden. Der Plan Hinidenburgs bestand darin, die Russen in ihrer Sorge unr das Schicksal Warschaus zu be­stärken und unter geschickter Ausnutzung dieser Irre­führung zum vernichtenden Schlage auf seinem nörd­lichen Flügel auszuholen: >durch Unfassen des Feindes in der Front an der Angerapp, durch Umklammerung deiner Rechten von Tilsit, seiner Linien aus der Rich­tung von Johannisburg. Zu 'diesem Zweck mutzte die 170 Kilometer lange seindliche Frontlinie durch­brochen werden, denn nur so konnten Platz und Be­wegungsfreiheit für die Umfassungskolonnen gewonnen werden. Mißlang die Umklammerung, warf der Gegner diesen Flügcltruppen überinächtige Kräfte schnell entgegen, so mußte das ganze Unternehmen kläg­lich scheitern. Dem Feldherrnblick Hinbenburgs ist es für ewige Zeiten zu 'danken, daß er die Wund- stellen des Feindes mit klarem Blick erkannte nnd hier­nach handelte. Aber auch sonst stellten sich schwere Hindernisse dem kühnen Plane entgegen: Die Schwie­rigkeit der Nachrichtenüb crmittclung infolge der trau­rigen Wege- und Witterungsvechältnisse, gewaltige An­forderungen an Marschleistungen und Opfermut der Truppen, der fechtenden ebenso wie der für den Nach­schub sorgenden im Hinblick ans die Armut des ausge- sogenen Landes, des Fohlens brauchbarer Straßen. So weit menschliche Voraussicht die zu erwartenden Schwie­rigkeiten _ obschwächen oder beseitigen konnte, war dies im reichlichsten Maße geschehen. Bis in die kleinste Kleinigkeit war alles für einen Winterseldzug vorbe­reitet worden: durch Beschaffung warmer Kleidung, durch Bereitstellung Hunderttausender von Schlitten und Schlittenkufen, um die Fahrzeuge sowohl bei Schnee wie auch bei. Danwetter verwenden zu können.

Nachdem bie Bereitstellung der Angriffstruppen vor­trefflich verschleiert war, begann ber Auftakt zu der großen Schlacht von unserem rechten Flügel, welcher nach Durchbruch durch den Johannisburger Forst, Er­zwingung des Überganges über den Pissecksluß, am 8. Februar die Stadt Johannisburg eroberte. Der Osfensipstvß war so gewaltig und überraschend, baß alle Versuche des Feindes, durch -Gegenstöße von Kolno her den deutschen Umfassungsflügel abzubrücken, ohne Erfolg blieben, uns jedoch zahlreiche Beute und Ge­fangene brachte. Die Truppen der Generale Falk und S i | m a n n hatten sich den Raum erkämpft, der notwendig war, uim die ursprünglich östliche Front all- orählich nach Norden auf Lyck hin abdrehen zu können. Fast gleichzeitig wie ans -dem Südflügel begann der Angriff des Nordflügels aus der Gegend von Tilsit. Durch schnelles Zufassen wurde -der Versuch des Fein­des, kampflos nach Osten abznziohen, uni dann später Flanke und Rücken der Deutschen zu gefährden, glän­zend^ vereitelt. ^ Das verständnisvolle Zusammen­arbeiten aller Führer sowie die beispiellose Ausdauer der ihnen unterstellten Truppen bildeten auch hier die Happtträger. des großen Erfolges. Unermüdlich ging es in nordsüblicher Richtung weiter vorwärts. Am 11. Februar wurde die wichtige russische Rückzugslinie die Bahn G umb in n e n - K o w n o von uns n-a-ch- lwltig Zerstört und am 12. Februar stand die Armee des Generalobersten v. Eichhorn, mit ihren Haupt­kräften auf russischem Boden bei Mariampol undKalvaria. Währenddessen hatte sich auch die deutsche Mitte dem Angriff der beiden Umsassungs- slügel angeschlossen. Sie blieb den: Feinde dicht auf den Fersen. Mit jedem Tage näherten sich die beiden äußersten Enden des Bogens, welche die 10. russische Armee des Generals S i e v e r s umspannte. Noch den einen verzweifelten Versuch machte der Feind, den letz- ren Abzugskanal^ von Lyck nach Osten an dein für die Verteidigung besonders günstigen Seenlabyrinth sich offen zu halten. Vergehens leisteten hier sibirische Kerntruppen am 12. nnd 13. Februar den heftigsten Widerstand, um dem bedrängten Gros kostbare -Stun­den zu gewinnen. Der weit auSholende deuffche An­griff gegen die Flanken der Seenstellung führte zu dem Zusammenbruch der für uneinnehmbar gehaltenen Verteidigungslinie, als am 13. Februar, morgens, das ruhmreiche Füsilier-Regiment Nr. 33 die mittelste der drei eisernen Sperren gesprengt hatte. Am 14 mußten die Russen nach hartem Kampfe auch die Stabt Lyck selbst dem Sieger überlassen, welcher unter den Augen des Allerhöchsten Kriegsherrn diese denkwürdigen Ruhmestaten vollbracht hatte. In un­

vergeßlicher Erinnerung wird die welthfftoriiische Szene bleiben, wie K a i j e r W i l h e I m am Abend des 14., freudig begrüßt von den ihm umringenden Helden­söhnen, schweigend betrachtet von Tausenders russischen Gefangenen, mitten zwischen den rauchender Drummern des brennenden Städtchens schlichte Worte des pauke» den braven Truppen spendete.

Der letzte Widerstand der Russen war gebrochen, Ostpreußen von ihrer Schreckensherrschaft snr immer befreit, der noch nicht zertrümmerte Rest des Herndcs im Wald von Augustowo von den siegreichen Heeren am 20. Februar auf allen Seiten umstellt. Das zahlen, mößiige EridergÄnis ^dieser Schlacht, 'welche in ihrer Hauptsache neun Tage lang dauerte und am 15. Fe­bruar beinahe beendet war, bestand in 110 000 Gefan­genen, 300 Geschützen und 200 Maschinen­gewehren. Hindenburgs Genie und in seiner .Hand eine allen widrigen Witrerungseinslüssen trotzende Armee hatten den Russen ein zweites K a n n ä und ein nochmaliges Tannen barg bereitet. Seit dem 15. Februar 1915 bildet die Winterschlacht^in Masuren ein nimmer welkendes Lorbeerreis an den Fahnen dieser aus Junganannschast, Landwehr nnd Landsturmtruppen bestehenden Verbände. Sie schuf, damals ra>d> nicht erkennbar, die strategische Grundlage für die spätere Umklammerung nnd Vernichtung 'der Rare w- und N j e m e n f e st u n g e n. Ohne Hin- denburgs W i n t e r s ch l a ch t ivären Rußlands Heere und Festungen niemals so schnell und gründlich zer­trümmert worden, wie dies später der Fall rvar. dl.

Zur Beilegung 6er deutsch-amerikanischen Streitfrage.

Enthüllungen des Münchenev amerikani­schen Generalkonsuls Gaffney.

Die cinentliche Ursache der Nachgiebigkeit Wilsons — der Widerstand des Kongresses gegen die Militärvorlage.

Br. München, 14. Febr. (Eig. Drcrhtbericht. Zens. Mn.) Der frühere amerikanische Generalkonsul G a f f n e h setzt in der „Diünch. Ztg." seine Enthüllungen über Amerika fort. Gaffney betont, daß die drei großen Ereigniffe. der letzten Tage, die zukünstige Führung des 17-B o o t k r i e gs gegen England, die UnterrSdung des Reichskanzlers und der Rücktritt des amerikanischen Kriegsministers, das ganze Netz von Feindseligkeiten gegen Deutschland plötzlich zerrissen halben. Präsident Wilson forderte von den Wählern sofortige Keiszsbereitschaft. Sein getreuer Gefolg- nkann, der Advokat Garreson, den Wilson zum Kriegsminister gemacht hatte, okM'ohl er n i e in seinem Loben einen Säbel in der Hand gehabt, erhielt den Auftrag, inzwischen, während Wilson Kriegswerbsarbeit betrieb, eine große Militär­vorlage im amerikanischen Kongreß durchzubringen. Aber der Kongreß zeigte, daß er von den Plänen Wilsons n: ch t s wissen will, und die Niederlage Wilsons war urwerkenn- bar. Präsident Wilson hatte geglaubt, in den englisch- amerikanischen Zeitungen die Stimme des amerikani- schcil Volke? zu koren, und ist sich nicht darüber klar geworden, daß diese ganze Preßsehde der größte politische Schwindel aller Zeiten und aller Jahrhunderte gewesen ist. Wir Ameri­kaner, so schreibt Easfney, haben während der ganzen Zeit gewußt, daß Wilson nicht im Sinne des ganzen amerikanischen Volkes sprach; aber wir sind jetzt von Herzen froh, daß endlich die amerikanische Volksvertretung Wilson ihre Ansicht kundgeian hat. Ich bin überzeugt, daß nunmehr das Ende der Mißverständlnisse zwischen Deutsch­land und Amerika gekommen ist. Wir Demokraten ddeLserts und jenseits des großen Wasser? wissen, wie dringend not­wendig die allerbesten.Beziehungen zwischen dem fried­lich gesinnten Amerika und dem für den Krieg kämpfenden Deutschland sind. Die Handelsbeziehungen sondern dringend eine Besserung; sowohl rn Amerika wie in Deutschland macht sich das Bedürfnis nach erneu-tem Warenaustausch nachdrücklich bemerkbar. Dieser Friedensfrage muß jetzt die ganze Aufmerksamkeit aller derer gewidmet sein, die es g u t mit beiden Ländern meinen. Hier­über werde ich spater, wenn die jetzt angebahnte Verständi­gung vollkommen geworden ist. Ausführlicheres Mitteilen.

Reuter über die unlzebliche Ausnahme der neuen deutschen U-Bootnote in der Union.

IV. T.-B. New York, 14. gebt. (Nichtamtlich. Droht- bericht. Reuter.) Die Washi-nptorrer Berichterstatter der hiesigen Blätter fprAhen bi-e Ansicht aus, baß Wilson infolge des neuen deutschen Momorantums über den 17 -Boots k.r i c g, bas ans Lansings Note an bte Mächte, in welcher die Entwaffnung ber Handellsda-mpfer vorgeschlagen wirb, gefolgt ist, wahrscheinlich in eine e n b l o s e Kontroverse ver­wickelt wird. Dem Berickcherstatter deS'. „New York Heralb" Mfolge soll man ini Staatsdepartement E r- stannen darüber ausgedrückt haben, daß die ameri­kanische Presse glaubt, die Negierung ber Vereinigten Staaten habe bie neuen beutschen Vorschläge »>ng,e- nommen und protestiere gegen Ä«MnOe aus Ham- b-elsfchisfe nicht. Der Berichterstatter der »ZÄ»