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Verlag Langgasse 21

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Berliner Schriftleituug des WiesbüdenerTagblatis:Berlin».,PotsdamerStr. 121L. Frrnspr.:AmtLützo«6202«.6203.

Sonntag, lo. §ebruar 1916 ,

Morgen - Kusgabe.

Lagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen.

Nr. 75 , o 64. Jahrgang.

in Weites englisches Schiss nn der Soggerbnnft »ernWet.

Die Geretteten der „Arabis".

W. T.-B. Berlin, 12. Febr. (Amtlich. Drahtbericht.) Der amtlichen Veröffentlichung vom 11. Februar über die Ver­nichtung der „A r a b i s" durch unsere Torpedoboote ist hin­zuzufügen, daß, wie die tatsächlichen Feststellungen mit Sicherheit ergeben haben, auch das durch einen Torpedo ge­troffene zweite englische Schiff gesunken ist.

DeS ferneren wurde festgestcllt, daß im ganzen der Kommandant, der Schifstarzt, ein Offizier, ein Deckoffizier und 27 Mann der „Arabis" gerettet worden sind. Hiervon sind auf der Rückfahrt infolge des Aufenthalts im Wasser der Schiffsarzt und drei Mann gestorben.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Ein neuer österreichisch-ungarischer Erfolg bei glitsch.

Die wiedergeworrnene Vorpostenschanze von Tcrrnopol. — Abgeschlagene italienische An­griffe westlich von Tirana.

Gsierreichisch-ungarischer Tagesbericht,

W. T.-B. Wien, 12. Febr. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 12. Februar, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Gestern wurden abermals zahlreiche russische Aufklärungsabteilungen abgewicsen. Es kam auch zu stärkeren Geschützkämpfen. Vom Feinde . unter schwerstes Artillcriefeucr genommen, mußte in den Nachmittagsstunden, die schon mehrfach genannte V o r p o st e n s ch a n z e nordöstlich von Tarnopol geräumt werden. Die Russen setzten sich in der verlassenen Stellung fest, wurden aber in der Nacht durch einen Gegenangriff in heftigem Kampfe wieder hinausgeworfen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der kästen ländisch ui Front finden seit einigen Tagen wieder lebhafte Artilleriekämpfc statt. Bei Flitsch eroberten unsere Truppen heute früh eine feindliche Stellung rm Rombon-Gebiet. Wir er­beuteten 3 Maschinengewehre und nahmen 73 Alpiui gefangen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Westlich von Tirana versuchten italienische Kräfte sich der von uns genommenen Höhensteknng zn bemäch­tigen. Unsere Truppen schlugen alle Angriffe zurück.

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. Höser, Feldmarschallentnant.

Die „L«sita»ia"-zrage endgültig geregelt.

Graf Bernstorff bei Lansing zur Tafel.

Br. Rotterdam, 12. Febr. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Amerikanische Berichte lassen erkennen, daß die ,,Lusitauia"-Angelcgcnhcit nunmehr endgültig geregelt ist. _ Laut einem Exchange-Telegramm war der deutsche Botschafter in Washington Graf B e r n st o r f f gestern abend zu dem Staatssekretär Lansing zur Tafel ge­laden, und zwar zum ersten Dialc, seitdem die „Lusi- tania"-Frage aufgerollt wurde, was amerikanische Blätter besonders hcrvorheben.

*

Nach den Meldungen der letzten Tage war ja damit zu rechnen, daß die Mischen Deutschland und den Ver­einigten Staaten bestchende Streitirage über den „L u s i ta n i a"-Fall durch eine Verständigung gelöst werden würde. In den letzten Stunden hatte sich zwar noch eine Änderung der deutschen Note erforderlich ge­macht, die aber anscheinend so schnell erfolgte, daß nun bereits die . zustandegekommene Verständigung und damit die Erledigung der schwebenden Ange­legenheit gemeldet werden kann. Wir kennen die Ein­zelheiten der Wmachungen in diesem Augenblick noch nicht, -so daß es müßiges Beginnen wäre, sich bereits in ausgedehnten Erörterungen zu ergehen.

Aber das eine wissen und fühlen wir, daß G r u f Bernstorff an dieser Beilegung eines hochdodeut- scimen Streitfalles offenbar das größte Verdienst sukommt. Aus mannigfachen Auslassungen und Draht­nachrichten der letzten Wochen und Tage -mußte man immer wieder hercmskesen, wie der diplomatische Ver­treter Deutschlands in Washington mit aller Energie

1 und selbstlosen Aufopferung bemüht war, alle strittigen Punkte, alle Schärfen und Härten zn beseitigen und die gefährlichen Klippen zu umfahren. Graf Bernstorff ging wohl ebenfalls von dem Grundsatz aus, daß wir, jedem Gegner, der uns erficht, fest und getrost ins Auge scheu, daß wir es aber auch vermeiden wollen, uns neue Gegner auf den Hals zu laden. Die Verdienste des Deutschen Staatsmannes hat denn auch der ameri­kanische Staatssekretär Lansing -gebührend schon da­durch anerkannt, daß er ihn zur Tafel lud; eine Ehrung, die dadurch zum besonderen Ereignis ward, weil sie, wie die Meldung gleichzeitig besagt, zum ersten Male wieder seit der Aufrollung des Streitfalles erfolgte.

. Daß der englischen Negierung diese Wendung der Drnge nicht gelegen kommt, konnte inan aus den von jenseits des Kanals kommenden Blättern ebenfalls be­reits seit Tagen erkennen. Fürchtet man doch nun an der Downing,street, daß sich Herrn Wilsons Zorn nun gegen sie richten wird r-nd hat doch selbst der Rauh- reiter aus dem spanisch-amerikanischen Kriege und che- nralige Präsident Roasevelt, der sich sonst immer als einer der heftigsten Ankläger gegen Deutschland ge­bärdete, kürzlich auch gegen die Vergeüvaltigung aller Rechte durch England gewaltig tarn Leder gezogen. Ob man freilich in Wirklichkeit allzu schlimm mit den Briten ins Gericht gehen wird, bleibt noch abzuwarten.

England wartet auf Wilsons weitere Entschließung.

Roosevelt predigt auch gegen England.

»r. Amsterdam, 12. Febr. (Eig. Dralstöericht. Zens. Bln.) Der Washingtoner Vertreter der Londoner „Morning Post" bereitet seine Leser daraus vor, daß Wilson, nachdem nun die ,.Lusitania' -Frage mit Deutschland geregelt sei, sich sehr entschieden gegen -England wenden werde. Der Bericht­erstatter -betont, Wilson werde sich bemühen, zu beweisen, daß er nicht nur gegen Deutschland mut>ig sein könne. Zur Beleuchtung des allgemeinen Empfindens führt der Be­richterstatter Satze aus e>ner Rede cm, die Roosevelt am Mittwochabend in New Dort gehalten hat. Roosevelt, den ge­wiß kein Mensch für deutschfreundlich halten kann, hatte ge­sagt. die Rechte der Neutralen kommen nicht mehr m Betracht. England hat alle ' nternation-alen Gesetze vergewal- tl g t und eine Politik verfolgt, die zu verfolgen England uns durchaus verbieten wollte, als wir den Süden blockierten.

An der Doggcrbnnk und Themserrründung.

Weitere englische Berschleierungsversuchr.

Nr. Rotterdam, 12. Fear. (Erg Draihtbericht. Zens. Bin.) Zu der Meldung des deutschen Marinestabs über das See­gefecht an der Doggerbank erWrt die englische Admiralität, wie bereits kurz erwähnt, die in der Depesche aus Berlin als Kreuzer bezeichneten Schiffe seien vier Minensuche- gewesen, von denen drei unversehrt zurück­gekehrt seien. Der „Nieuwe Rwtterd. Courant" bemerkt dazu, daß der Kreuzer „A r a b i s" wahrscheinlich der im Jahre 1914 vcm Stapel gelaufene, 3697 Tonnen verdrängende Motor­dampfer der Londoner Flower-Motor-Schiffs-Cömp. gewesm sein könne. Anläßlich einer Anfrage der „Times", was von der bewußten Meldung aus Berlin zu halten sei, derzufolge ein deutsches Unterseeboot vor der Themse- mündung fünf englische Schiffe versenkt habe, erklärt die britische Admiralität, diese Meldung sei erfunden. Gegen­über dieseni allgemein gehaltenen Ableugnungsversuch ver­weist der „L.-A." auf den neuen Bericht unseres Admiral­stabs vom 4. Februar, wonach am 31. Januar und 1. Februar ein deutsches Unterseeboot :n der Themsemündung eirren eng­lischen armierten BeivachnngSdampfer, einen belgischen und drei englische zu Bewachuiigszwccken dienende Fischdampfer versenkt hat.

Die Ausnahme der deutschen Note in England.

Weitere holländische Urteile.

W.' T.-B. Amsterdam, 12. Febr. (Nichtamtlich. Drahtbe- Ächt.) Reuter telegraphiert, >daß die deutsche Note, in der ge­droht wird, bewaffnete Handelsschiffe wie feindliche Kriegs­schiffe zu behandeln, nach der in England herrschenden Auf­fassung keine tatsächliche Änderung des bestehenden Zustandes bringe. Man fasse die Rate in England als völlig bedeutungslos auf. Ihr einziger Zweck fei, zu verfluchen, die zukünftigen ToLpeDier-ungen in den Augen der Neutralen zu rechtfertigen. Sachverständige auf dem Gebiete des Völkerrechts hätten dargelegt, daß die Handels­schiffe feit undenklichen Zeiten zur Verteidigung bewaffnet trmrde»; chr Recht, sich zu verteidigen, sei bis zu diesem Kriege niiemails bestritten worden. — Die Haaaer Zeitung „Baderlaind" schreibt: Deutschlands Recht, bewaffnete Han­delsschiffe des Feindes wie feindliche Kriegsschiffe zu behan- deln, steht fest. Jeder Kriegführende hat dieses Recht. Es sei in dem Vertrag über die Verwandlung von Handelsschiffen m

Kriegsschiffe auf der zweiten Friedenskonferenz festgelegt und spater durch Deutschland, Lsterreich-Ungarn, England uud Frankreich ratifiziert worden. Aber die Art, wie eine alte Frage und eine alte Taktik an dem Tage, da man sie begraben glaubt, wieder belebt werde, berühre wenig sympathisch.

W. T.-B. Haag, 12. Febr. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der „Nieuwe Courant" schreibt über die letzte deutsche Note, sie möge u. a. als ein Versuch betrachtet ioerden, für den Krieg mit Unterseebooten -eine rechtliche. Regelung zu schaffen. Dieser Krieg sei bisher vollständig ungeregelt gewesen. Wenso wie die Rechtlichkeit durch den Krieg verschoben wor­den sei, habe dieser Mangel an Gesetzmäßigkeit zu einer Anarchie geführt. Die Bewaffnung von HaüdeNschiffen von Kriegführenden wird nun aufhören müssen, wenn das Auf­treten der Unterseeboote in den Rahmen einer gesetzlichen Regelung gebracht werden soll. Eine Sanktion für derartige Regeln bestehe nicht. Die Möglichkeit von Jrvtümern werde nicht eingeschränkt, um so weniger, als die Kriegsschiffe eines kriegführenden Landes sich nicht gescheut haben, eine falsche Flagge zu führen. Das Blatt fährt fort: Das braucht uns aber nicht zu hindern, es beifällig zu begrüßen, daß der Ver­such unternommen wird, der Anarchie Fesseln anzulegen, die auf dem Gebiet des Seekrieges herrscht, seit die Unter­seeboote gegen die Handelsschiffe auftreten. Natürlich werde zur Entwaffnung der Handelsschiffe eine Frlfft zugestmiden werden müssen, falls die Entente überhaupt auf die Idee ein- gähe und auch ihrerseits die Maßregeln, die sie teils gegen den Untcvseebootskrieg, teils für ihn erlassen hat, rückgängig macht. BieUeicht Hilst da einiger Druck seitens der Neutralen.

Feindliche Handelsdampfee gegen Untersee­boote.

Er. Rotterdam, 12. Febr. (Erg. Drahtbericht. Zens. Mn.) Der Mitarbeiter der ..Times" weist auf die zahlreichen Fälle hin, wo Handelsschiffe mit Erfolg den Kampf gegen Unter­seeboote ausgenommen haben. Der C. O. Linieudampfer „Kashgar" schoß in der Nähe von Malta auf ein Unter- stvboot und zwang es, zu tauchen-. Cs erschien dann auf der anderen Seite des Danrpsers wieder, wurde abermals be­schossen uud verschwand. Ein ähnliches Zusammentreffen halte zchn Tage später der Dampfer „City of Marseille" an der italienischen -Küste. Am 22. Jamrar beschoß der franzö­sische Dampstr „L a P l a t a" ein Unterseeboot in einer Ent­fernung von einer halben Meile mit seinem Heckgeschütz. Das Boot tauchte gleichfalls und verschwand.

Die Vernichtung des „Clan Maetavish".

Amsterdam, 12. Febr. (Zens. Bln.) A d in i r-a l IeIlicoe hat, -wie das „Allgemen Haudelsblad" -meldet, an die Besitzer des Handelsschiffs „Clan Mactadist)", das im Kampf gegen die „Möve" bekanntlich gesunken ist, ein Tele- grainm gerichtet, toorin er sagt, daß die Haltung des „Clan Mactavisb" die Flotte mit Bewunderung erfülle.

Der Kriegsrat in der Dnwningftraßc.

Br. Rotterdam, 12. Febr. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die VerösfenUichung der deutschen Denkschrift, womit eine Verschärfung des Unterseebootkrtegs angetündigt wird, hat in England riesiges Aufsehen erregt urtb. zur Folge gehabt, daß, wie aus Lorrdon gedrahtet wird, Donnerstag in Dow- ningstreet der größte Kriegsrat zusammentrat, der jemals in London stattgefunden hat. Den Vorsitz führte Asgnith, ferner waren anwesend Lloyd Georges, Balfonr, McKenna. Bonar Law, French und der erste Seelvrd Jackson sowie verschiedene Wmrvale und Generale, Persönlichkeiten der mit England Verbündeten Staaten nahmen dagegen an diesem Kriogsrat, der zwei Stunden dauerte, nicht teil.

Gegen die unzureichende Luftver­teidigung-

Richter und Presse greifen die verfehlte Organisntion an.

W. T.-B. London, 12. Febr. (Nichtamtlich. Drahtbevicht.) In oinein Bericht der Graffchaft Darmouth kriristert der Rich­ter die Torheit und Gleichgültigkeit der ReHrewung bei der B ekämpfung der Luftangriffe. Die Zeppeline müß­ten von der Küste, vom Meer und aus der Luft durch Geschütze vertrieben werdöst. Wenn die Vorbereitungen getroffen würden, während die atinofphärisc^n BedingutrKeu für die Angriffe günstig wären, würde wahrscheinlich gar kein An­griff stattfirildcn, oder die Angreifer mit Verlusten vertvickben werden. Die Regierung babe ebenso sehr die Pflicht, harm­lose Nichtkämpfer zu verteidigen, wie die Soldaten im Feld mit Munition zu versorgen. Der Mchter empfahl den Ge- m e i n d e v e r t r e t u n g e n des Begiicks, sich den Forderun­gen aus dem Inland anzuschließen, daß die Rogfevung einen bestimmten Verteidigungsplan gegen die mörde­rischen Lustangriffe vovbereite.

W. T.-B. London, 12. Febr. (Nichtamtlich. Drahtbcnicht.) Die „Times" schreibt in einem Leitartikel: Das Publikum wird ohne Vergnügen lesen, daß unsere Flugzeuge erst auf- gestlegen sind, iiacho«ndie Angreifer weggeflogen waren. Das Publikum ist durch dre nsuchten EnthÄüuqsen über deir Mangel an eurer wirksamen und einheitlichem Äan ä o o ll eides