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Tagbl-li-HauS"

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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

Von 8 Uhr morgens bis » Uhr abend», anher Sonntag»

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Berliner SchriftleitungÄesWiesbadenerTagbkattslBcrlinVV

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Montag» 7. Februar» morgens.

Londer-Kusgabe.

ISIS.

Abgewlefene englische Vorstöße.

Erfolglose französische Sprengungen.

Wieder ein englischer Doppeldecker erlegt.

Der Tagesbericht vom 6. Februar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 6. F«br. Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Kleinere englische Abteilungen, die südwestlich von Mcssines und südlich des Kanals von La Bass6e vorzu- stvßen versuchten, wurden a b q e w i e s e n.

Französische Sprengungen bei Berrh- an-Bac, auf der Combreshöhe und im Priesterwald ver­liefen ohne besonderes Ergebnis.

Bei B a p a u m c wurde ein englischer Doppel- decker zur Landung gezwungen. Die Insassen sind ge- sangen.

Lstlicher und Balkankriegsschauplatz.

Keine Ereignisse von Bedeutung.

Oberste Heeresleitung.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

Amtlich

W.T.-B. Wien, 6. Fahr. (Nickjdamtlrck.)

verlautet vom 6. Februar, mittags:

Der gestrige Tag verlief aus allen Kriegsschauplätzen ebne besondere Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. H ö f e r, Feldmarschallentnant.

Die jüngsten deutschen Erfolge auf der Westfront.

Vorboten einer neuen großen feindlichen Offensive?

Br. Berlin, 6. Febr. <Eig. Dvahtberickt. Zens. Mn.) Vom westlichen Kriegsschauplatz wird der „Voss. Ztzg." gemeldet: Die Franzosen machen die größten An­strengungen, die erlittenen Schlappen wieder a u s- zugleichen und vor allem unsere Arbeiten zu stören. Der jüngste deutsche Gewinn bedeutet eine wichtige Verkürzung unserer Frontlinie, die vorher in einem Bogen bestand, jetzt aber gerade verläuft und dadurch ein früher mögliches Flanken- feuer verhindert. Man wollte überdies c^plan- ten Sprengunaen des Feindes durch eigene Sprengun- aen zuvorkommen und auch sonst angckündigten Offensiv ibewegungen v o r b a u e n. Denn auf solche Absichten des Gegners scheint in jüngster Zeit seit Aushören der Regenperiode eine erhöhte feind­liche Angriffstätigkeit ans der ganzen Front im Artois und Französisch-Flandern hiirzu- deuten. Zu den Anzeichen, die dafür sprechen, gehört auch die dauernde Beschießung von Lens und anderen Orten hinter der Front, nicht minder, die ge­steigerte Tätigkeit der Flieger und zudem die Un­ruhe, die sich weiter nördlich vei den Engländern bemerkbar gemacht hat. Ob in alledem bereits Vor­boten einer neuen großen französisch-eng­lischen Offensive zu erblicken find, sei WEnn- gestellt. Möglich, daß man damit zu rechnen hat. Nun, w i r sind gerüstet. den Feind zu empfangen, wenn das blutige Spiel noch einmal beginnt. Es wind auch diesmal seiner Üibermvcht nicht gelingen, durchzubrechen. Gegen Überraschungen sind wir gelchützt und vollauf Mvappnet, jedem Ansturm standzuhalten.

Was man nicht alles tut, um Italien zu halten.

Ein internationales AiiSschufi-Parlamcnt in Paris!

Br. Lugano 6. Febr. iE lg. Drahtbericht. Zens. Bin.) Der französische Deputiert« Marcs! C o ch t n ist gestern in Jom eingetroffen, um die Zustimmung der italienischen Parlamentarier zur Beteiligung an einem internatio­nalen Ausschuß-Parlament, das in Paris tagen Aird, zu erlangen. Nach dem „Secolo" werden rn demselben Frankreich, England und Italien durch je 25 Senatoren und Deputierte vertreten sein. Der Zweck sei, eine 'nn i g ere Verbindung und leichtere Verständigung zwischen ocn verbündeten Ländern herbe izufühvcn.

Oer Krieg gegen Rußland.

Größte Zuversicht an der bessarabischen Front.

Die letzten russische« Mißerfolge.

Br. Berlin, 6. Febr. (Erg. Drahtbericht. Zens. Mn.) Er .Deutschen Tagesztg." wird von der bessarabischen Front 'wter dem 4. Fcbr. gemeldet: In dem vor BojaN in die russische Stellung hineingesprengten Trichter, den die Russen, sie tn ihrem Bericht vom 28. Jan. behaupten, besetzt haben wollen, bin ich heute gewesen. Zwar bewirft der Feind

aus seinem nahen Graben den Trichter mit Handgranaten, stört aber uns damit nicht iin geringsten, den gewonnenen Boden anSzutauen. Eine ganze russische Kom» p a g n: e ist bei der Sprengung in die Luft geflogen. Etwa 20 oder weniger betäubte Leute b'lreben übrig, die von uns aufgehoben wurden. Die Stimmung ist hier ganz auf der Höhe und man sieht hier weiteren Untern.ihm-.mgen der Russen an der bessarabischen Front mit größter Zuversicht entgegen.

Eine Verschärfung des reaktionären Kurses in Rußland.

(Meldung unseres Sonderberichterstatters Sorge.)

Stockholm, 6. Fsör. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Vln.) Der Ministerwechsel h.rt in Rußland außerordent­liches Mißbehagen herborgcrufen. Alle politischen Kreise vertreten die Auffassung, daß der reaktionäre Kurs eine Verschärfung erfahren wird. Von parlamentarischer Seite erfahre ich -darüber folgende Einzelheiten: Goremylin sprach selbst den Wunsch über seinen Rücktritt aus, da er wegen seiner angegriffenen Gesundheit und Altersschwäche sich der 'mmer iebbafter werdenden Opposition nicht gewachsen fühle. Für die Wahl seines Nachfolgers war Goremykins Einfluß maßgebend. Chwostow hatte sich Hoffnungen auf den Premierminister gemacht, was jedoch wegen seines Gegen­satzes zu dem übrigen Ministerium unmöglich war.^ Es ist anzunehinen, dag Ehwostow sich dem Ministerium Stürmer f u g t. Die entscheidende Beratung fand in Zarskrje Dselo am 31. Januar statt. Es nahmen außer Stürmer und Gore- mykin noch isst: Thwostow, Boliwanow und der Marine­minister Grigovowitsch. Der Zar soll Goremykin gerührte Abschiedsworte gesagt haben und ihm die Verleihung des Grafentitels angekündigt haben. Sofort nach seiner Rückkehr nach Petersburg konferierte Stürmer mit den Mitgliedern der übrigen Ressorts. Es verlautet, daß eine weitgehende Kabinettsumbildung bevorstcht. Der Rücktritt des Unterrichtsmini st cr§ Grafen I g n a t i e w und des Reichskontrolleurs Cbanronow wird allgemein besprochen. Stürmer empfing darnach die Vertreter der rechten Reichs- latsgvuppe, darunter den Grafen Bobrinsky, der in das neue Ministerium eintceten dürfte. Der Minister bezeichnet die R e ch t e als e w i g e S t ü tz e des Landes, auf deren Un­terstützung er sich allein oeblasse. Im Taurischen Palais schlug die Nachricht wie eirie Bombe ein. Es herrschte gerade besondere Lebhaftigkeit, da die Mehrzahl der Dumadeputierten in Petersburg eingetroffsn war, und da die allgemeine Frage erörtert wurde, ob die Duma dauernd vertagt sein sollte. Nachdem Stürmers Ernennung bekaunt geworden war, tauchte sofort das Gerücht auf, daß die Duma-Einberufung

auf unbestimmte Zeit verschoben sei. Der Vor­sitzende der Finanzkem Mission S ch i n g a r e f f teilte als In-

sormation mit, daß Stürmer beabsichtigt, mit Hilfe der Sin- kommensteuerv 0 rlage die Parteien gegeneinander auszuspielen. Die Duma fordert eine besondere K r i e g s st e u e r, der Reichsrat eine feste Einkommen­steuer. Beide Kammern sind unnachgiebig gestimmt.

Ministerpräsident Stürmer außerhalb jeder Partei.

Auiqeschosene Srnrstwosstümgk«.

\V. T-B. Kope«haz-n, 6. Tr(W-drrm'.stch.) „Brrlingske Tidendc" meldet aus Petersburg: Weg.-.i des Protest:-? des Münsters des Jnmrn sind die Sitzungen der S.-mg'.vos in elf Gouocmcruems aus;»sitzt worden, darunter insbesondere in den Gouvernements P» t e r s b u r g und Moskau. Der Minister wird jedoch später einen Ta< für den Zusammentritt keststym. der stoch vor dem I. März staltfinden soll.

Der Minister Präsident Stürmer nahm unsrwirtclerweise an der Sitzrno des Reichsraies teil. Ans eine Rede des Borstandes der kcnstrvcniten Partei erklärte er, daß er zukünilig außerhalb jeder Partei sichen müsse.

Die Einberufung der russischen Duma zum 22. Februar bestimmt«

Br. Kopenhagen, 6. Febr. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Nach einer Petersburger Drahtung ist im gestrigen Minister­rat u. a. auch die Einberufung der Duma zum 22. Februar beschlossen worden.

Eine russische 3-Milliarden-Anleihe in Japan.

W. T.-B. London, 6. Febr. (Nichtamtlich.) Die „Times" erfährt, daß Verhandlungen über eine russische Anleihe in Japan über 5 Milliarden Den geführt werden. Die Anleihe würde die Bezahlung der großen Kricgsauf- irägc wesentlich erleichtern, die Rußland in Japan gemacht hat, zumal bei dem jetzigen Wechselkurs. Zugleich würde England dadurch finanziell wesentlich entlastet werden.

Oie Ereignisse auf dem Valkan.

Griechenland besinnt sich aus sich selbst?

Ein Kabinett der Aktivität?

Br. Rotterdam, 6. Febr. (Eig. Drachtzbericht. Zens. Mn.) Dem „Echo -de Paris" zufolge, das sich diese Nachricht aus Athen drahten läßt, steht die Ersetzung des Ministeriums Skuludis durch ein Kaoinett der Aktivität unter R-Hallis oder Gunaris un­mittelbar bevor.

Die montenegrinische Königssamilie im Lyoner Asyl.

W- T.-B. Lyon, 3. Febr. (NkchräMtstch. Meldung der Agenc« Havas.) Die montenigrinifche König-srimilir soll sich endgültig m einer Villa in dir Umgebung von Lyon ut'.derl»ss«n. Die bei dem montenegrinischen Hof beglaubigte» Diplomalen lind bereits in Lyon angekommcn. Der italienische Geianüt: stellte jich heute vor­mittag vor

Prinz Danilo.

W. T.-B. Lyon, 6. Febr. (Nichtamtlich.) Prinz Danilo und seine Gattin haben Rom verlassen und begeben sich in ihre Villa Arethusa am Kap Martin.

Die sächsische Mission beim Zaren Ferdinand.

W. T.-B. Sofia. 6. Febr. (Nichtamtlich.) Zu Eihren der sächsischen Mission, die dem Zaren Ferdinand das G r o tz - kreuz des St. Heinrich-Ordens überbracht hat, fand >m Königk. Schloß Abendtafel statt, an der das Königs­paar, Prinzessin Eudoxie, der Ministerpräsident, der Kriegs­minister, der Genecalstabschef Choftow, General Sawow, Generalleutnant Markow, der deutsche Geschäftsträger von Hösch, der Militärattache und der Marineattache der deut­schen Gesandtschaft teilnahmen. Zar Ferdinand brachte einen Trinkspruch aus auf den König von Sachsen, die sächstschen Truppen und das säWscke Vclk, in dem er seinen Dan-k für die Verleihung der höchsten sächsischen Kriegsauszeichnung ausspvach. Er führte weiter aus: Ms Herzog zu Sach- >' c n bin ich ebenso erfreut wie gerührt von diesem so hohen Beweis verwandtschaftlicher Gefühle meines königlichen Vetters und Neffen. Als oberster Kriegsherr der bulgarischen Armee bin ich stolz und glücklich, mit dieser un­gewöhnlichen Ehrung als Ausdruck bundestreuer Gesinnung und Anerkennung gemeinsam errungener Erfolge ausgezeich­net worden zu sein. Ich bitte Eure Exzellenz, Seiner Maje­stät dem König Friedrich August meinen wärmsten Dank da­für zu übermitteln. Möge die treue Waffenbrüder­schaft, die in den überstandenen schweren Kämpfen den Ring unseres Bündnisses immer fester geschmiedet hat, auch nach erlangter glücklicher Friedenszeit unsere Völker einander immer näher bringen zum friedlichen Austausch geistiger und wirtschaftlicher Güter und unsere Länder einer glänzenden und segensreichen Zukunft ent- g egenführen.

Die bulgarischen Blätter über die Reden der Ententeminister.

W. T.-B. Sofia, 5. Febr. (Nichtamtlich.) In B-e- jprechung Her Reden S sa s o n o w s, P o i n ca r 6 s. Vandervel'des und Sa landras hebt die buk-gari- sche Presse den müden Grundton hervor, 'der allen bissen Kundgübn-lnasn gerneinsam sei. Auch im Ministerwechsel in Rußland erblickt die bulg>avkschc Presse aller Parteien ein Anzeichen für das Erlahmen der russischen Widerstandskraft. Dis Blätter schöpfen daraus die Hoffnung ans baldigen Frieden, betonen jedoch, daß der Vievbund angesichts des nLihen Zieles in seinen Anstrengungen nicht Nachlassen dürfe. So sagt „Mir": Alle bisherigen Bemühungen der En­tente waren fruchtlos und berechtigen sie zu k e i n e r Hoffnung mehr. Ihre einzige Hoffnung fft und bleibt der Friede. Erfolge erzielten bisher nur die Mittelmächte. Diese müssen mit aller Kraft trach­ten, bis zuletzt Sieger zu bleiben. Nur dann .werden wir den ersghnten dauerhaften Frieden erlangen. In demselben Sinne sprechen sich „Preporetz" und die übri­gen Blätter aus.

Die Untersuchung gegen die Abgeordneten der Genadiew-Gruppe.

W. T.-B. Sofia, 6. Febr. (Nichtamtlich.) Der Sonder- kcrichterstatter des 2B. T.-B. erfährt über die Vor­geschichte des Haftantvags gegen die 14 Abgeordneten fol­gendes: Bekanntlich hat die französische Regierung im letzten Sommer den Agenten Desclosiers nach Bulgarien entsandt, um Getreideankäufe in größeren: Umsang zu machen. Dcsclosiers wandte sich um Vermittlung an verschiedene Ab­geordnete der Genidiewgruppe, die das Zünglein an der Wage der Sobvanje bildete. Die bulgarische Mobil­machung beendigte die Verhandlungen. Nach KriegsEs- l'vuch leiteten die Gerichtsbehörden eine Untersuchung wegen des Verdachts ein, dag das Getreidcgeschäst nur vorgeschoben fei und die Vorschüsse Bestschungsgetder an die Abgeordneten darftellen. Nachdem früher vier Abgeordnete verhaftet wor­den ivaren, beantragte jetzt, wie kurz gemeldet, der Unter­suchungsrichter bei de: Sobranje, die Verhaftung neun weiterer Abgeordneten zu gestatten und den Protest der vier Abgeordneten zurückzuweisen. Namen wurden bei der Ver­lesung des Antrags nicht genannt. Die Sobranje verwies den Antrag, wie genieldet, ohne Debatte an den JmmunitätS- ausschuß.

Aus dem rumänischen Parlament.

Toma Jonesrn im Senat.

W. T.-B. Bukarest, 5. Febr. (Nichtamtlich.) Senatssitzung vom 4. Februar. Toma Jonescu interpellierte wegen gesetz­widriger Ernennungen an beiden Universitäten des Landes. Er sqgte, es sei allerdings schwer, unter den heut».