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58 e,j ^f* 6 i« ft ”$Sfä“. c 2 XDöcbenilicb 12 Ausgaben. „T-gbl,tt^°«r- Rr.ss5o.53.

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Zreitag, 4. Zebruar 1916.

Morgen - ktusgabe.

Nr. 57. . 64. Jahrgang.

Diirago nnti SSalono durch Seeslugzeuge beschossen.

llruja in Albanien genommen!

Lebhafte Fliegertätigkeit in Ostgalizien und Wolhynien. — Ein österreichisch-ungarischer Erfolg am Tolmeiner Brückenkopf.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 3. Febr. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 3. Februar, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Nordöstlich von B o j a n scheiterte ein gegen unsere Vorpositronen gerichteter russischer Handstreich. In Ostgalizien und an der wolhynischcn Front wurde beiderseits rege Fliegcrtätigkeit ent­faltet. Eins der russischen Geschwader warf 6 Bomben auf Budzacz ab, wobei 2 Einwohner getötet und mehrere verletzt wurden. Ein anderes verwundete durch eine Bombe nordöstlich von Lnck drei eben eingebrachtc russi­sche Kriegsgefangene. Unsere Flugzeuggeschwadcr be­legten mit Erfolg die Räume westlich von C z e r t k o w und nördlich von Zbaraz mit Bomben. Sonst stellen­weise Geschützkämpfe.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der k ü st e n l ä n d i s ch e n Front wurden die Geschützkämpfe wieder an mehreren Punkten recht leb­haft. Am Tolmeiner Brückenkopf erweiterten un­sere Truppen durch Sappenangriffe ihre Stellungen westlich von Santa Lucia. In den vom Feinde ver­lassenen Gräben wurden zahlreiche Leichen und vieles Kriegsmaterial vorgefundeu.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die in Albanien vordringendrn österreichisch- ungarischen Streitkräfte haben mit ihren Vortruppen die Gegend westlich von K r u j a gewonnen.

In Montenegro nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

*

Oie erfolgreiche Arbeit österreichisch-ungarischer Flieger.

Glanzleistung eines Linicnschisfleutnants.

W. T.-B. Wien, 3. Febr. (Nichtamtlich.) Am 2,0. Januar haben fünf, am 27. Januar zwei und am

1. Februar drei unserer Seeflugzeuge Durazzo und namentlich die Zeltlager nächst der Stadt mit ver­heerender Wirkung bombardiert und sind trotz heftiger Beschießung durch Lanabatterien und Kriegsschiffe jedesmal unbeschädigt zurückgckehrt. Am

2. Februar wurde B a l o n a von drei Seeslugzcugen bombardiert; Hafenanlagen, Flottcnankeruugen und Zeltlager wurden mehrfach getroffen. Im heftigen Feuer der Land- und Sckiiffsbattcrien erhielt eines der Flugzeuge in dem Motor zwei Treffer, durch die es zum Riedergehen auf das Meer gezwungen wurde. Der Führer der Gruppe, Linienschiffslcutnant K o n j o v e c, lreß sich ohne Zögern neben das beschädigte Flugzeug auf die durch die Bora stark. bewegte See nieder und es gelang ihm, trotz des Feuers der Bat­terien auf Saseno und zweier mit voller Kraft heran- kahrender Zerstörer, die zwei unversehrt gebliebenen Fliegeroffiziere in seinem Flugapparat zu bergen, das beschädigte Flugzeug gründlich unbrauchbar zu machen, mit der doppelten Bemannung gerade »och zurecht wieder aufzufliegen und nach einem Fluge von 22« Kilometer in den Golf von Cattaro heil zurückzukehren.

Österreichisch-ungarisches Flottenkommando.

*

.. Wir begrüßen diesen neuesten Erfolg unserer Ver­bündeten an der Donau mit lebhafter Genugtuung. Zeigt er doch von neuenr wie das englisch-franzosisch- serbisch-italienische Truppenkvnglomerat auch in Durazzo und Valo-na nicht mehr sicher ist und wie die öster­reichisch-ungarische Marine tatsächlich die östliche Adria und chre Ufer beherrscht. Besondere Freude mutz aber auch der Heldenmut des Linienschiffsleutnants aus- läfen, der die hageldicht um ihn herumfliegenden feind- lrchen Geschosse verachtend, seine Kameraden aus ge­fährlicher Position in stürmender Ser befreite und sie nach vollbrachter gänzlicher Zerstörung des angefchosse- nen Flugzeugs noch in seinen Apparat berget konnte, um sodann den Flug noch dem schützenden Hafen zu nehmen.

Oer Krieg gegen England.

Die „Appam" vor Fort Monroe.

Nr. Rotterdam, 3. Febr. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Der Dampfer „Appam" ist noch immer im Bereich der Kanonen der Festung und wird dort bleiben, bis das Depar­tement des Äußern entschieden hat. Die Zollverwaltung hofft, das Schiff nach Norfolk oder Newport News durch- lassen zu können.

„Der verteufelt geschickte Streich".

W- T.-B Rotterdam, 3. Febr. ^Nichtamtlich. Drahtbericht.) Ter „Notterd. Courant" meldet aus New Dorl: Der deutsche Kom­mandant der „Appam", Leutnant Berg.Ehat in einem Presscgespräch mitaeteill, dass er selbst und drei andere Deutsche leicht vecmund'.t wurden, aber niemand getötet. Die Presse spricht sich über die Ver­wegenheit der Deutschen aus, di: ihre Prise quer über den Lzean zu bringen wüsten. Der „Sun" zufolge spricht man nt der britischen Botschaft von dein „Appam '-Fall als von einem v e r. t e u f c l t geschickten Streich. Reuter meldet auI Norfolk: Leutnant Berg erzählte noch, dag die ,Mivr" am 10. Januar die „Farrmgfcid" erbeutet und in Grund gebohrt hat und hierauf die „Cerbrids.e" mit einer Ladung Kohlen nahm. An Bord des letzteren Schiffes wurde eine Priseilbesatzung gegeben. Am 13. 5an. benerkte die „Möve" die „Dromenby", sie keinen Widerstand leistete und versenkt wurde, aal 15. Januar die „Ariadne" mit einer Werzen- ladnng, die ebenfalls versenkt Ivurde, ani lö. Januar wurden zwei Schlisse aus der „Appam" gelöst. Die „Möve" näherte sich dcui Schisse unter britischer Flagge und wechselte Salutschüsse. Als sie nahe genug herangckommen war, hißte sie die deutsche Flagge. Die „Appam" führte di: britische Flagge, bis sie innerhalb der 3-MeUcnzone kam. Bei der Ankunft erklärte Leutnant Berg, daß er genug Lebensmittel an Bord ha-?.

Bergs Ersuchen.

W. T.-B. Washington, 3. gebt. (Nichtamtlich. Draht- Ei ericht. Reuter.) In dem Bericht des Zollvernehmers von Norfolk an bas Fmanzbepartoment wind gesagt, daß Leutnant Berg uni ein Quantum Steinkohlen und Proviant ersuHte, der nur für kurze Zeit aus­reichen würde. Er hat nicht um eine Frist ersucht, um Reparaturen vorzunehmen. Das Neutralitätsamt hat begonnen, Mer die rechtliche Stellung der „Appam" uM der an Bovd befindlichen Personen zu beraten. Diese Körperschaft ist von deutscher Seite dar­auf aufmerksam gemacht worden, daß wenn die deutsche Pviseubesatzung interniert würde, dasselbe auch für die Kanoniere der britischen Schiffe an Bord gellen müsse.

Die Erzählung des englischen Kapitäns.

W. T.-B. Rotterdam, 3. Febr. (Mchtamtlich.) Der „Nieuwe Rottend. Courant" meldet aus New Aork: Kapitän Harrison von der „Appam" erzählte einem Lotsen: Es war hellichter Tag als wir das Schiff sichte­ten, das aussah wie ein gewöhnlicher Frachtdampfer, der laugfam näher kamt. Wir fürchteten nichts, und trafen keine Vorbereitungen, um Widerstand zu leisten, da wir gar nicht aus einen Angriff gefaßt waren. Plötz­lich feuerte das Schiff als Zeichen für uns, daß wir bei­drehen sollten, vor unseren Bng. Zugleich verschwand die falsche Verschanzung, die offenbar aus Segeltuch hergestellt war. und wir sahen eine Batterie großer Kanonen. Wir ergaben uns ohne Wider- stand. Die Prisenbemannung kam unter dem Schutz der Kanonen an Bord und entwaffnete die Mannschaf, ten, die in den Kafüten eingeschlossen Wunden. 20 deutsche Gefangene, die sich an Bovd befanden, wurden befreit und halfen den Angreifern. Als wir dann die Weiterreise antraten, wurde ein Deutscher mit dem Menst in der drahtlosen Station des Dampfers betraut und erhielt den Auftrag, alle Tele­gramme aufzunehmen, aber keine zu versenden. Die Besatzung und die Passagiere dursten täglich in kleinen Abteilungen Luft schöpfen. Aus diese Weise vermochten die wenigen Deuffchen die Hunderte von Gefangenen leicht zu überwachen. Der Lotse teilte mit, daß die Passagiere sich nicht Mer die Behandlung beklagt haben.

England erkennt den deutschen Unter­nehmungsgeist an.

Br. Rotterdam, 3. Febr. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Die gesamte englische Presse befaßt sich mit der „Appam". Geschichte. In den Kommentaren ist deutlich der Sport- geist der Engländer zu erkennen. Sie schätzen den frischen Mut und den Unternehmungsgeist der deutschen Seeleute, die kühl den erbeuteten englischen Dampfer unmittelbar darauf als Hilfskreuzer zur Vernichtung weiterer englischer Schiffe verwendeten. Diese Anerkennung paart sich mit der Freude, daß kein Menschen­leben zu beklagen ist.

Der Zeppelinangriff auf England.

Das britische Kricgsamt berichtet.

W. T.-B. London, 3. Febr. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet: Das Kriegsamt veröffentlicht felgendes: Der vollständig ungenaue Bericht im amtlichen Telegramm aus Berlin über die W i r k u n g e n des deutschen Luftangriffs <in der Nacht vom 31. Januar bildet einen weiteren Beweis für die Tatsache, daß die Angreifer ganz außerstande sind, ihre Lage oder ihren Kurs mit einiger Genauigkeit sestzustellen. Eine Anzahl von Fällen/ in denen leichte Verletzungen vorge- korninen sind, wurden noch außer den bereits mitgeteilten Zahlen berichtet, so daß jetzt folgende Zahlen vorliegen: tot : 33 Männer, 20 Frauen, 6 Kinder; verwundet: öl Männer, 48 Frauen, 2 Kinder. Zwei Kirchen sind beschä­digt worden. Das Versammlungslokal einer Pfarrgemcinde wurde zerstört. 11 Häuser sind demoliert und eine große Anzahl beschädigt woroen. An zwei Stellen wurden Eisenbahnanlagen nicht sehr schwer beschädigt. Nur zwei Fabriken, wovon keine einen militärischen Charak­ter besitzt, wurden stark beschädigt. Zwei oder drei andere leicht. Die Gesamtzahl der Bomben, die bis jetzt entdeckt worden sind, ist über 300. Viele fielen in den ländlichen Gegenden nitt>er, wo gar kein Schaden angerichtet wurde.

Die Ereignisse auf dem Balkan.

König Rikita mit Gewalt entführt!

Br. Rotterdam, 3. Febr. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Der vorzüglich unterrichtete Konstantinopeler Mitarbeiter des „Nicuwen Rottcrdamschen Courant" meldet aus Montenegro, daß man den König von Montenegro zuerst mit allen Mitteln der Überredung zum Verlassen Montenegros veranlaßt habe, da cs eine Schande sein würde, vom Feind gefangen genommen zu werden und er dadurch scrnc Krone verspielen würde. Der König aber wollte von diesen Vorstellungen nichts hören. Er hatte das Los des Landes urü> seines Hauses in die Hand Kaiser Franz Josephs gelegt und setzte aufrichtiges Vertrauen in dessen Ritter­lichkeit und Aufrichtigkeit. Als die Gesandten der En­tente einsahcn, daß ihr Plan nicht gelingen würde und cs für bestimmt notwendig erachteten, zu verhindern, daß der König selbst Frieden mit den Zentralmächten schließe, wurde er in der Nacht vom 21. zum 22. Januar gewalttätig weggeführt und mit dem Prin­zen Peter nach San Giovanni di Mcdua gebracht, wo beide sofort auf einem italienischen Torpedoboot einge- schifft wurden, das sie nach Brindisi brachte.

Freilassung der Ksnsulatsbeamtcu.

Die Konsuln selbst noch in Haft.

Sr. Innsbruck, 3. Febr. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Heute nacht passierten Innsbruck über die Schweiz die ans Frankreich heim-gekehrten, von den französischen Behörden freigelassenen Beamten der österreichischen, bulgarischen und türkischen Konsulate in Saloniki. Die Beamten des deutschen Konsulats fahren heute über Lindau gleichfalls zurück. Dagegen befinden sich die K o n s u l n selbst nach Mitteilung der heim-gekehrten Herren noch in Hast.'

Der Luftangriff auf Saloniki.

Betrachtungen der griechischen Presse.

W. T.-B. Athen, 3. Febr. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Zum Luftangriff aus Saloniki schreibt „Kairi": Wir hoffen, -daß die Regierung e n er g i s ch gegen das neue, gegen Grie­chenland begangene Verbrechen Einspruch erhebt. Das Blait „Embros" ist der Ansicht, daß zwar die Verantwortung in erster Linie diejenigen trifft, die die Engländer und Fran­zosen nach Saloniki gerufen häben, daß aber das Bombarde­ment einer Stadt, die von einer anderen Bevölkerung als der der Kriegführenden bewohnt ist, ungerechtfertigt sei. Das Matt fragt, ob die Regierung nicht besser daran täte, die griechische Armee znrückzuvufen, die, von Gefahren umgeben, sich nicht wehren könne, ohite aus ihrer Neutralität heraus- zutreten. „Nea Hrmera" rät der griechischen Bevölkerung in Saloniki, die Stadt zu verlassen, in der cS bald noch mehr Ruinen geben würde.

Oie Rriegsziele der Feinde.

O Berlin, 2. Februar.

Unsere Feiube erfüllen die Well täglich mit der lärmenden Versicherung ihres unzweifelhaften, ganz sicher kommen müssenden Sieges. Wir Deutschen und unsere -Verbündeten sagen nichts dergleichen, weil wir es nicht nötig haben. Wir handeln, während jene nur zweifelhafte Wechsel auf die Zukunft ausstellen, deren Unsicherheit zwar den betörten Massen nicht klar sein mag, den Regierungen aber um so mehr. Von Zeit zu Zeit Mipffeh.lt es sich, die Summe bet Ereignisse