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Tagdlali-Hans".

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BerlinerSchriftl-itnngdcsWiesb°denerTr.ql.lattS

12 Ausgaben.

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Tagblatt -Haus" Nr. 6650-53.

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eitlicber SaNsorm: W Psg. in davon abweichender Satzaussnhruna, sowie- fürOll- übrigen örtliche»

in einheitlicher Sätzsorm

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Montag, 31. Januar 1916.

Anzeigen: Mg.'sür alle auswärtigen Anzeigen: 1 Mk. sur örtliche Rellamen, ö Mk. brr-nibw-irtlg« Reklame». Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach be,onderer Berechnung.

Bei wiederholter Aufnahme unverände rter Anzeigen in kurzen Zwiichenraumcn entiP.cchender^lachlLR

- aM Für die Aufnahme ron Anzeige» an vorgelchriebene» Berlin W., Potsdamer Str. 121 L. Fentspr.rAmtLu tzow 6202 n.6203. Tagen und Plätzen wird keine Bewahr übernommen.

Nr. 30. . 64. Jahrgang.

Abend-Ausgabe.

Ein weiterer Zeppeiinangriff "s auf Paris.

Weitere Beute bei La Folie. Gescheiterte russische Angriffe westlich Riga.

Der Tagesbericht vom 31. Januar.

W. T.-B. Großes Häuptquarticr, 31. Jan. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Unsere neuen Gräben in der Gegend von Neuville wurden gegen französische Wiedercrobcrungsvcrsuchc be­hauptet.

Die Zahl der nordwestlich des Gehöftes La Folie ge­machten Gefangenen erhöhte sich auf 318 Mann, die Beute auf elf Maschinengewehre.

Gegen die am 28. Januar südlich der Somme von schlesischen Truppen genommene Stellung richteten die Franzosen mehrlache Fenerüberfällc.

Allgemein litt die Gefechtstätigkeit unter nebeligem Wetter.

In Erwiderung der Bombenabwürfe französischer Luftfahrzeuge auf die offene, außerhalb des Operationsgebiets liegende Stadt Freibura, haben unsere Luftschiffe in den beiden letzten Nächten die Festung Paris mit anscheinend befriedigendem Erfolg angegriffen.

östlicher Kriegsschauplatz.

Russische Angriffsversuche gegen den Kirchhof von W i s - m a n an der Aar (westlich von Riga) scheiterten in un­serem Infanterie- und Artillcriefeuer.

Die Lage auf dem BalkankiicgSschauvlatz ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Oie £age.

Das Ziel unserer Angriffe in: Westen. Die Durchdringung Montenegros.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

S. Berlin, 31. Jan. (Zeus. Bln.) Tie Kämpfe an der Westfront, von denen die letzten Heeresberichte melden, ver­folgen ein ganz bestimmtes Ziel. Bei ihrer großen Herb st offensive hatten die Franzosen an der Höhe von Bim» kleine Vorteile erzielt und Gelände unserer früheren Front fest geh alten. Diese an sich unwesentlichen feind­lichen September-Erfolge sollten wieder ausgeglichen und das ursprüngliche Kampfgebiet zurück­genommen werden. Diese Aufgabe ist im vollen Um­fang gelöst worden.

Auf dem Balkan rücken die österreichischen Kolonnen unaufhaltfan ins Innere vor, von A v k o v a z nach D u r a z z o, von N i k s i c nach S a v a i k, von G u s i n j e nach Plav. So kommt das montenegrinische Gebiet systematisch in die Hände unserer Verbündeten.

Oie Ereignisse aus dem Nalkan.

Der österreichisch-ungarische Vormarsch in Albanien.

Berlin, 31. Jan. (Zeus. Mn.) DemV. L.-A." geht über den Vormarsch in Albanien ans dem k. k. Kriegspressc- quartier folgender Sondsrbericht zu: Der unerwartet glatte Verlauf von Entwaffnung und Beruhigung in Montenegro hat schneller als ursprünglich erhofft werden durfte, ge­stattet, den Vormarsch nach Albanien aufzunehmeu. Unsere Kolonnen ziehen am Fuhr des albanischen Gebirges nach Süden gegen die Küste; sie schützen die bewaldeten und überschwemmten Strecken der feindlichen Einwirkung von der Seeseite.

Die günstige militärische Lage der Mittel­mächte in Albanien.

Berlin, 31. Jan. (Zeus. Bln.) Die Albanien von Norden und von Südosten flankierende Gruppierung der Mittelmächte gestatte, wie eine Wiener Meldung oer Kreuzztg." besagt, nach Belieben ein konzentrisches Vor­gehen gegen die größeren und sür die Beherrschung von Albanien wichtigen Sammelräume. Dadurch werde der Nach­teil ivett gemacht, der sich aus einem einseitigen Vormarsch aus Nordalbanien nach dem Süden ergeben könnte.

Die Truppenlandungen in Saloniki und Valona.

Zwei italienische Transportdampfer versenkt?

Sr. Sofia, 31. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Die letzten, auf indirektem Wege aus Saloniki e-nge- laufenen Nachrichten besagen, daß in den letzten Tagen nur wenig Truppen in Saloniki ausgefchifft würden, und zwar ausschließlich 'Engländer. Das gesamte Landungsheer der Verbündeten dürfte etwa 216 060 Mann stark sein. Davon sind aber gegen 60 000 an Verwundeten, Toten und Ge­fangenen abzurechnen, und ferner etwa' 50.000 für den Etappen- und Hilfsdienst, so daß wenig über 10 0 0 0 0 w i r l- Itd/c Kämpfer vorhanden sind. Aus Valona liegen Nachrichten vor, wonach in den letzten Tagen weitere italienische Truppen dort gelandet wurden- Die

Italiener beabsichtigen, im ganzen das Landungskorps auf etwa 50 000 Mann zu bringen. Im Hafen von Valona srllen ztvei italienische Truppen schiffe mit Landungs­truppen von der österreichischen Flotte versenkt werden sein.

Valona, die Hoffnung der Italiener.

Berlin, 3t. Jan. (Zeirs. Bln.) Tie Turin erSiampa" bestätigt verschiedenen Blättern zufolge, daß die Italiener auf den Rat Essad-Paschas Durc^zo kampflos ansgeben, da­gegen aus Valona mit Hilfe der Alliierten ein zweites Durazzo machen wollen.

Zar Ferdinand über Kaiser Wilhelm.

Sofia, 3t. Jan- (Jens. Bln.) Bei dem Gottesdienst, der die hier anwcfcndrn deutschen Offiziere, Soldaten und Missionen aus Anlaß des Gebu.rstagS Kaiser Wilhelms ver­einigte, hat Zar Ferdinand seinen herzlichen Gefühlen für den Kaiser in einer Weise Ausdruck gegeben, die von allen Anwesenden tief empfunden worden ist. Auf Wunsch des Königs nähmen zu seiner Rechten und Linken je fünf deutsche Soldaten Platz, in deren Mine der Zar für das Wohl des Kaisers betete. Dann schritt der König auf den Präsidenten der deutschen Kolonie in Sofia, Herrn Paul Kaufmann, zu und sagte ihm.Noch nie in meinem Leben habe ich so inbrünstig mitgebetet wie heute. Möge Gott diesen unvergleichlichen Führer feines Volkes uns noch viele Jahre gesund erhalten und ihm Erfolge jeder Llrt ver­leihen. Sagen Sic als Ältester der Kolonie Ihren Lands­leuten, daß ich ihnen meine besten Wünsche übermitteln -aste. Es ist eine -erhebende Feier für mich gewesen." Vor der Kirche fand dann auf Befehl des Zaren ein Vorbeimarsch der erschienenen Mannschaften aller Art statt.

Eine Begegnung zwischen dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin nnd dem König von Bulgarien.

W. T.-B. Sofia, 31. Jan. (Nichtamtlich. Bulgarische Telegraphen-Agentur.) In der Nacht zum Samstag begaben sich der König und die Königin in Begleitung des Ministerpräsidenten' RadoAawaiv, des Generalleutnants Gnowel, des deutschen Militärattaches in Sofia, Oberstleut­nants v. Mastow, nach Risch. Am Samstag besuchte der König den Herzog Johann Albrecht z u M e ck l c n - bürg und begab sich danach mit der Königin in die königliche Residenz) wo er mittags den Besuch des Großherzogs Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin empfing. In Gegenwart des Ministerpräsidenten ernannte der König den Großherzog zum Ritter des Nationalordens der hlölgarifchen Apostel St. Ktzrill und Methodi. Er hob in feiner Ansprache die hohe Bedeutung dieses Ordens für den christ­lichen Orient hervor. Der Großherzog dankte tiefbewegt. Um 1 Uhr nachmittags stattete der König dem Großherzog in feinem auf dem Bahnhof in Risch stehenden Zuge einen Be­such ab. Um ii /2 Uhr begab man sich zum Frühstück, an dem tcil-mchmen: der König und die Königin, der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, Prinz Heinrich XXXVII. von Reuß, Ministerpräsident Rädoslawow, Generalleutnant Grewel und das Gefolge des Königs und des Großherzogs. Auf eine kurze Ansprache des Königs erwiderte der Großherzog mit einer Rede, in der er auf die Bande enger Verwandtschaft hinwies, die das großherzogliche Hans von Mecklenburg- Schwerin mit dem Königshaus von Bulgarien verbüßen, Bande, die ans der Zeit seines Großvaters Friedrich Franz II. stammten. Der Großherzog drückte ferner seine Freude aus. He er in Baanjä bei der Besichtigung der mecklen­burgischen Truppen empfunden habe, die für die Freiheit Mazedoniens kämpften. Um 7)4 Uhr setzte der Großherzog seine Röffe im Svnderzug fort.

Das bulgarische Rcgieruugsorgan über die bevorstehende Vertreibung Italiens vom Balkan.

TV. T.-B. Sofia, 31. Jan. (Nichtamtlich. Dracht- sicricht.) Das RegicrungsorganNarodni Prava" bringt einen Artikel über Italien, in dem es heißt: Italien seufzt unter dem Drucke seiner politischen und militärischen Qfjnmadit. Die Trimme von einer Beherrschung beider Adriauser seien für immer zer­stoben. Wenn Italien nicht freiwillig seine Truppen aus Albanien zurückzieht, so werden stc geschlagen und si erjagt werden. Der Fall Montenegros gibt den Anlast zur endgültigen Vertreibung Italiens von dem Balkan.

Radoslawow über die politische Lage.

Sn. Berlin, 30. Jan. lEig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Dr. Lederer, der Sofioter Äorichtcrstatter desBerliner Tageblatts", der gestern in Berlin mit seinem Telegramm über die Haltung Rumäniens einiges Aufsehen erreg!e, be­stätigt heute in einer Unterredung mit dem Ministerprä­sidenten RadoSlawow, daß er nicht feine eigene A n - sicht, sondern die in bulgarischen R e g : c r u n g S - kreisen vorherrschende wiedergab. Wir wiederholen, daß nach der Berliner Auffassung eine einschneidende Veränderung in der Bükarester ^Neutralität nicht iein- getretcn und kaum zu erwarten ist. In der Unterredung sagte RädoSlawow dem Berichterstatter zunächst über Mon­tenegro:Ich muß ehrlich gestehen. >datz wir bei Ein­leitung dieser Verhandlungen vorn ersten Augenblick an rsicht

gerade mit unbedingtem Vertrauen in die Aufrichtigkeit König MkikaS von Montenegro beseelt waren. Mit feiner Mauen Politik hat König Mkita höchstens die Zukunft s'mer Dynastie gefährdet, die auf dem besten Wege war, über ein vergrößertes Montenegro zu gebieten." Auf die Frage, ob Saloniki nicht eine politische Gefahr bedeute, weil Griechen­land und Rumänien zum Kamps gegen uns verleitet werden könnten, sagte Radoslawow: Auch diese Gefahr soll man nicht hoch einschätzen. Rumäniens 'Haltung aber wirO wohl in absehbarer Zeit eine Klärung erfahren müssen. Ber der nicht ganz erfolglosen Wühlarbeit des Vierverband cs in Bukarest ist Klarheit in dieser Frage sür die Zentralmächto und deren Verbündeten begreiflicherweise von großer Wich­tigkeit. Die kleinen Nationen sind durch diesen Krieg in ein« schwierige Lage geraten. Meiner Ansicht nach hätte auch Rumänien aus dem Solidaritätsgefühl der neutralen nnd kleinen Staaten heraus gegen das Vorgehen der Engländer nnd Franzosen in Griechenland protestieren müssen, Es ist gefährlich sür die kleinen Völker, das Recht der großen anzuerkenncn, sei cs auch nur durch Stillschweigen."

Enthüllungen über Montenegro.

Wien, 31. Jan. (Zens. Bln.) Dem Berichterstatter der Neuen Freien Presse" in Cattaro teilte ein österreichisch-un­garischer F li e g e r l e u t n a nr, stier anr 8. November irr n ontenegrinische Gefangenschaft geraten war, über die Vor­geschichte der montenegrinischen Waffenstreckung folgendes mit: Er war zuerst in Tamlowgrad untergebracht, wo es ihm his auf Nahrungsmangel im allgemeinen gut ging. Am 12. Januar wunde ihm und den Mitgefangenen erzählt, datz ch Nikschitz nach dem Bekanntwenden der letzten stürmischen Skupschtinasitzung Unruhen ausgebrochen seien. Im Zu­sammenhang mit der schrecklichen an Hungersnot gren­zenden Teuerung schob man sie ain 13. Januar nach Pod- gorii-a ab, aus Furcht Vor einem Aufstand, der tatsächlich am 14. ausbrach und zur Ermordung zweier Stabs- offtziere und zur Plünderung der Magazine führte. Am 2V., nachmittag, begannen auch in Podgoritza Unruhen; die ge­fangenen Offiziere wurden deshalb in die starkgebaute staatliche Tabakfabrrk gewiesen; alle Fenster dersel­ben waren mit Genüarmen besetzt, Handgranaten lagen be­reit. Am Nachmittag stürmte die Menschenmenge die Lebensmittel-und Mnnitionsmagazine; eine , Gendarmerieabteilunq hieb mit Säbeln uitd Kolben auf die Menge ein. Schließlich fuhren zwei Maschinen­gewehre auf, die unter der Menge ein furchtbares Blutbad anrichteten. König Nikolaus war bis zu diesem Tage in Podgoritza gewesen. Bei Beginn des Aufruhrs fuhr er mit allen Ministern int Kraftwagen angeblich nach Plawnitza ab, um sich dort dem Volk zu zeigen, und dann zurückzukchrcn. Tatsächlich kehrten jedoch nur die Minist er zurück, der König fuhr weiter nach der Küste und von dort in einem Torpedoboot nach Brindisi, wohin die Königin und die Töckiter vorausgesahren waren. Tie Verbände des montenegrinischen Heeres sind bereits völlig aufgelöst, die Soldaten in ihre Hcimatsdörser zurückgekchrt, ein regu­läres monteuegriuisches Heer gibt cs nicht mehr, auch nicht in der siarken Rjrkastellung. Einzelne kleinere Ler- bände widcrsetzcn sich der Waffenstreckung nur wegen der Aussicht aus Plünderung, wvrmt sich auch die bürgerlich« Devölkerting eifrigst beteiligte. Die einschneitenden Offiziere wurden ermordet. Daß keinerlei Erbitterung gegen den Gegner herrscht, wird durch die Tatsache bewiesen, daß gefangen gewesene Offiziere das halbe Land >1 n belästigt im Kraftwagen durchfahren konnten. Der Ausbruch des Auf­ruhrs wurde auch durch den niederschmetternden Eindruck des für unr,täglich gehaltenen Sturms ans den L 0 w t s ch e 11 herbeigesührt. Die ganze Bevölkerung erwartete sehnsüchtig das Erscheinen der österreichisch-ungarischen Truppen, von denen sic Linderung ihrer s ch r e ck l i ch e n Not erhoffte. Di« Serben und Montenegriner sind aufeinander sehr schlecht zu sprechen, zugleich aber von, wütendem Haß gegen di« Italiener erfüllt.

Enthüllungen aus dem serbischen Staats­archiv.

Tie Verhandlungen des Trcivcrbandcs mit Bulgarien.

V/. IVB. Sofia, 31. Jan. (Nichtamtlich. Bon dem Ver­treter des WolMchen BurocruS.) Das BlattUtro" br-ugt Telegrainme aus dem serbischen Staatsarchiv, be­treffend die Berhamdlungsn der Entente mit Bulgarien. In einem Bericht des serbischen Gesandten in Petersburg, erpa- laikotoitsch, an Paschiffch vom August 1015 heißt es: Ssasonow sagte mir, Serbien muß jede territoriale Abtretung an Bul­garien ab sch lagen; die Verhandlungen müßten in di« Läitge gezogen werden, um Zeit zu gewinnen; dann würden die Ereignisse Btügarien zwingen, sich mit ivenigem zu be­gnüge»:. Dieses Wenige werde, die serbische Öffentlichkeit nicht auftegen. Sswonow lade Paschiffch nach Petersburg ein, um die AütretungSverbandtungcn zu eröffnen. Ssasonow werde schon Bnkgarieu überreden. Delegierte nach Petersburg zu senden. Blieben die Verhandlungen ergebnislos, io sei immerhin Zeit gewonnen. Inzwischen werde Rußlano taraix arbeiten, Bulgarien auf die Seite der Entente zu ziehen. Es folgt dann eine Mitteilung Pascht ts.chs an Spalaikowitsch: Das serbische Hauptquartier bewilligte keinerlei territorial« Abtretungen; das Hauptquartier sei sicher, daß Rumänien und Griechenland den Bukarestee Vertrag vespektieren werben. AnderevsestL erachte das Hauptquartier gegenwärtig eftro