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VikMem iaablatt.

Perlag Langgafse 21 Tttrtrfwm+Titfft 12 ÄUSOdbCfl»Tag»latt^-»s" Nr.««5y-S3.

KS°lt«.S°ll° geöfft,e't°°o«Vm°rge'nS b.» 7 Uhr rtenb?. IVocyeNlNcy ^ ö «°n 8 Uhr morgen- bi, 8 Uhr adends. ortet Sonnt«,.

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Tagblatt-HauS" Nr. 6850-53.

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Mittwoch, 26. Januar 1916.

klbend-Ausgabe.

Nr. 42. . 64. Jahrgang.

vergebliche stanzösische Gegenangriffe in Flandern.

Weitere erfolgreiche deutsche Fliegertätigkeit

Der Tagesbericht vom 26. Januar.

W. 1.-8. Großes Hauptquartier, 26. Jan. (Amtlich.-

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die Franzosen versuchten durch eine große Zahl von Gegenangriffen die ihnen entriffenen Gräben östlich von Neuville zurückzugewinnen. Sie wurden jedeSmal, mehr­fach nach Handgemenge, abgewiesen.

Französische Sprengungen in den Argonnen verschütteten auf einer kleinen Strecke unseren Graben. Bei Höhe 285 nordöstlich von La Chaladc besetzten wir den Sprengtrichter, nachdem wir einen Angriff des Feindes zum Scheitern gebracht hatten.

Marineflugzeuge griffen militärische Anlagen des Feindes bei La Panne, unsere Heercsflugzcuge die Bahnanlagen von Loos (südwestlich von Dixmuiden) und von Bethune an.

Östlicher und Balkankriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse. Oberste Heeresleitung.

Albanien.

(Von einem ölten Offiziers

Mit -der Einnahme von Skutari haben sich die Ope­rationen der österreichifch-ungarisckien Truppen schon über die Grenzen Montenegros ausgedehnt und albanisches Gebiet betteten, der montenegrini­sche Feldzug ist mit der oollständigen Besetzung DSlonte- negros und der Niederlegung der Waffen durch seine Bewohner beendet. Was nun noch folgt, sind höch­stens kleine örtliche Kämpfe mit einzelnen Abteilungen, die den Krieg auf eigene Faust fortführen wollen. Bei dem gebirgigen Charakter -des Landes kann es aller­dings noch einige Zeit dauern, bis volle Ruhe hergestellt ist. Einen Einfluß auf die a l l g e m e i n e militari- s ch e Lage wird dies aber nicht mehr ausüben und die Aufräumungsarbeiten können auch von Truppen zwei- t e r und dritter Linie ausgeführt werden, die die österreichische Heeresleitung ohne weiteres herangezogen haben wird, so daß die eigentliche Armee st o e v e ß für andere Zwecke wieder zur Verfügung steht.

Nach der Eroberung von Serbien war die große Frage, ob die Operationen gegen Montenegro fortge­setzt werden würden, oder ob sich die Heeresleitung der Mittelmächte llnd ihrer Verbündeten mit der Besitz­nahme des eroberten serbischen Landes begnügen würde. Die Ereignisse haben gezeigt, daß die Mittelmächte im unmittelbaren Anschluß an den glücklich durch- geführten Serbenfeldzug auf dem Balkan reinen Tisch machen wollten und ihre Bewegungen bis zur vollen Besetzung Montenegros ausgedehnt haben. Nun­mehr entsteht wieder eine ähnliche Frage, ob die Operationen auch weiterhin gegen Albanien fortgeführt werden sollen.

Die Besetzung von Skutari. die ohne joden Kampf erfolgt ist, schafft in gewisser Weife schon eine vollendete Tatsache in dieser Hinsicht, denn damit hoben -die k. und k Truppen schon die w i ch t i g st e Stadt von Nord­albanien besetzt. Da der Vormarsch gegen Skutari von der K ü st e aus im Bofanatal erfolgte, haben sich die Österreicher auch an der Adria weiter nach Süden ausgedehnt und damit die wichtigsten Ver­bindungen in die H-iud bekommen, die von der Küste in dos Innere Nordalbauiens führen. Eine Mel­dung derAgence Havas", die aus Saloniki stammt (wir teilten sie gestern morgen mit. Schrift!.), enthält die Nachricht von dom allgemeinen Vormarsch der Öster­reicher und Bulgaren nach Albanien. Danach sollen die f. und k. Truppen im Marsche auf Durazzo begrifen sein, während bulgarische Truppen aus Valona vor- aehen und das nordöstlich davon gelegene Berat be­reits von österreichischen und bulgarisckwn Truppen ein­genommen sei. Duvazzo liegt von Sklltari in der Luft­linie etwa 90 Kilometer, Valona von Durazzo ebenfalls 90 Kilometer entfernt, Berat etwa 40 Kilometer von Valona. Eine Bestätigung dieser französischen Meldun­gen ist bisher, noch nicht cingegangen. sie muß deshalb, wie alle ausländische Berichte, mit großer Vorsicht aus­genommen werden. Es ist sehr wohl möglich, daß die Meldungen über den bulgarischen und österreichisch-un­garischen Vormarsch auf Valona absichtlich in die Welt gefetzt worden sind, um die öffentliche Meinung in Italien zu beunruhigen und autz-ureaen und die italienische Regierung zur endlichen Ausführung der von den Westmächten schon lange gewünschten albani­schen Expedition zu veranlassen. Das siegreiche Vor­dringen der Österreicher an der Adr i a muß in

Italien als ein harter Schlag empfunden werden, durch den die ganze italienische StÄlung empfindlich be­droht ist. Je mehr die Österreicher nach Süden vor­rücken, desto mehr dringen sie in das Gebiet ein, das die I t a l i e n e r als ihren Machtbereich bezeichnet haben. Gerade Valona bildete bisher das Noli me tanfyere der italienischen Politik.

Über hie Verhältnisse in Mittel- und Südalbanien

lagen schon seit längerer Zeit keine genaueren Nachrich­ten vor. Es war nur bekannt, daß die Bulgaren die

Gegend von Dzakora, Dibra, Ochri-da besetzt

hatten. Ob sie darüber hinaus in Albanien in west­licher Richtung vormarschiert waren, ist nicht bekannt. Gelegentlich traten ausländische Meldungen auf, nach denen bulgarische Truppen in Elba sau eingerückt sein sollten. Diese Angaben sind aber niemals bestätigt worden. Es läßt sich daher auch nicht feststellen, ob das südlich von Elbasan gelegene Berat jetzt tatsächlich von

den Bulgaren veietzl worden ist. Der Vormarsch der Österreicher auf Daivagzo ist an und für sich nicht un­wahrscheinlich, da er die einfache Fortsetzung der bisherigen Operationen darstellt, und der Vormarsch dorthin -gleichzeitig mit der Besetzung von Skutari stattgefuuden haben kann. Diese Stadt ist bereits am Sonntag eingenommen worden, es kann also ganz gut am Montag schon die Marschrichtung der vordersten österreichischen Truppen auf Durazzo hin erkannt wor­den sein.

Ans Italien ist berichtet worden, daß in den letz­ten Tagen zwischen dem König, der Regierung und -der Heerführung zahlreiche Besprechungen stattgefunden haben uud -daß auch ein lebhafter Meinungsaustausch mit den Wcstmächten erfolgt ist. Es liegt nahe anzu- nohmen, daß dabei die albanische Frage im Mittel­punkte der Erörterung gestanden hat. So wie die Ver­hältnisse sich zugsspitzt haben, muß Italien auch ent- s ch e id en d e Maßnahmen nach der einen oder anderen Richtung fassen. Die jetzige verhältnismäßig schwache Besetzung einzelner Küstenorte, zu denen auch Valona gehört Schwalbennester an der Felsküste, so bezeich­net, sie ein auswärtiges Blatt, läßt sich in der bis­herigen Weise nicht weiter aufrechterhalten. Bestätigen sich die Nachrichten von dem Vormarsch, der Bulgaren auf Valona und dem Vordringen der Österreicher auf Durazzo, so müssen die Italiener entweder ihre Trup­

pen gänzlich zurückziehen und Albanien frer- geben, oder die dort schon befindlichen Truppen be­deutend verstärken, um sie zur Durchführung eines erfolgreichen Kampfes fähig zu machen. Ob Italien allerdings in der jetzigen Lage an, feiner Nord- grenze ruhigen Herzens stärkere Abteilungen nach Albanien entsenden kann, ob es sich stark genug fühlt, ein schwieriges, viel Kräfte und Mittel in An­spruch nehmendes Unternehmen in Albanien durchzu- führen, und ob es schließlrch imstande ist, die Verbin­dungen über die See gegen die unermüdlich tätige österreichisch-ungarische Flotte in genügender Weise zu sichern, das sind die Fragen, die augenblicklich die italienische Regierung und Heeres- führung beschäftigen werden und von deren Beantwor­tung die kriegerische Entwicklung auf dem Balkan ab­hängig ist.

Nach der Besetzung von Skutari.

Italiens neue Besorgnis irm seine Truppen in Albanien.

W. T.-B. Bern, 26. Jan. (Nichtamtlich.) Laut Popolo d'Jtalia" machte in Mailand die Nachricht von dem Einzug der Österreicher in Skutari großen Ein­druck. Man habe nicht geglaubt, daß die Österreicher sich so schnell der Stadt bemächtigen wurden. Es frage sich jetzt, was ans den Italienern in Albanien werden müsse, wenn die Österreicher weiter vorrückten, denn E s s a d - P a s ch a könne die Österreicher allein nicht aufhalien.

Der montenegrinische Ministerpräsident beim König von Italien.

W. T.-B. Bern, 26. Jan. (Nichtamtlich.) Der montene­grinische Ministerpräsident Miuskowitsch wurde in Rom von dem König von Italien empfangen. Er ist nachmrrbags von Rom über Genua nach Lyon abgereist. Man ver­hehlt sich in italienischen Kreisen nicht, daß die auZge- bliebene Unter st ü hung Italiens bei der mon­tenegrinischen Regierung Bitterkeit hevvovge-nusen habe.

Die Königin von Montenegro gegen die italienischen Vorwürfe.

Die Verteidigung des Lowtschen.

Nr. Berlin, 26. Jan. (Eig. Drahtbertcht. Zens. Mn.) We verschiedene Morgenblätter melden, berichtet Dp