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Montag, 24. Ianuar» morgens.
Lönder-Ausgabe.
191 %
(Eine ersolgreiche Minensprengung bei Neuville.
Militärische kinlac en östlich velfort mit Bomben belegt.
OerTaoesberiS t vom 23.Januar.
W.T-.B. Großes Hauptquartier, 23. Jan. (Amtlich.)
westlicher Kriegsschauplatz.
Bei Neuville (nördlich vou Arras) bemächtigten sich unsere Truvprn nach einer erfolgreichen Minen- sprengung der vordersten feindlichen Stellung in einer Breite von 250 Metern. Wrr machten 71 Franzosen ',u Gefangenen.
In den Argonnen besetzten mir nach kurzem Hand- granatenkampf ein feindliches Grabenstück.
Militärische Anlagen östlich von Belfort wurden mit Bomben belegt.
Die Lage aus dem östlichen und Bälkankriegsschau- platz ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
vie Adriahäfen Avtivari und Dulcigno besetzt.
Erfolge über die Russen am pruth. — Kuffsscher klntzViff südlich oon Vubno. — vie Waffenstreckung in Montenegro. — 1800 Serben gefangen.
Ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 23. Jan. (Nichtmntl. Drcchtiber.) Amtlich verlautet vom 23. Jan., mittags:
Russischer Kriegsschauplatz.
Aus der Höhe von D o l z o k, nördlich von Bojan, am Pruth, sprengten wir vorgestern abend einen russischen Graben durch Minen in die Lust. Von der 300 Mann starken Besatzung konnten nur einige Leute lebend geborgen werden. In der Nacht von gestern aus heute vertrieben unsere Truppen den Feind in demselben Raume auS einer seiner Ver- schanzungen. Nordwestlich von Nscieczko ist eine von uns eingerichtete Brückenschanze seit längerer Zeit das Kampfziel zahlreicher russischer Angriffe. Fast jeden Tag kommt es zu Nahkämpsen. Die braven Verteidiger halten allen Anstürmen stand. Südlich von D u b n o griff der Feind heute früh nach st a r k e r Artillerie > Vorbereitung unsere -Stellungen an.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Am T o l m e i n e r Brückenkopf im westlichen Abschnitt des Krnschen Kammes und an einigen Teilen der Tiroler Front fanden Geschützkämpfe statt. Im Raume von Flitsch wurde rin Angriff einer schwächeren feindlichen Abteilung am Nombon-Hang llbgcwirsen. Einer unserer Flieger warf auf Magazine der Italiener in Borgo Bomben ab.
Südöstlicher Kriegs Schauplatz.
Die Waffen st reckung der Montenegriner nimmt ihren Fortgang. An zahlreichen Punkten des Landes wurden die Waffen nieder- gelegt. An der Nordostfront von Montenegro er- gaben sich in den letzten Tagen über 1500 Serben. Die Adriahäfen A n t i v a r i und Dulcigno wurden von unseren Truppen besetzt.
Der Stellvertreter des (Flirts* des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
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Befriedigender Fortgang der Waffenstreckung ln Montenegro.
Unsere Verbündeten Herren deS Landes.
Br. Berlin, 23. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zonf. Mn ) »er „Doll, si'st-" wird unter dem 22. d. M. aus dem Kriegs, preflequartier gemeldet: In der Hauptsache geht die Waffenniederlegung sowohl an der Front alS im Innern des Lande» jetzt klogwS vor sich. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist nach den langen Kämpfen jetzt kriegsmüde. In allen Orten melden sich bei den Behörden jetzt Soldaten, um die Waffen abzu-jeben, um dann in ihr Heim znrückzukehren. Wo noch Widerstand geleistet wird, hat er meist seine Wurzeln in dem Umstand, daß der Montenegriner von seiner Waffe unzertrennbar ist, daß daher manche eS für unvereinbar mit ihrer Mannes, würde halten, diese» Attribut de» Erwachsenen au» der Hand zu geben.
Br. Berlin. 28. Jan. (Eich. DvoSBbeiücht. Zens. Bin.) Der „B. L.-A." meldet an» de« KriegSpresseauartter: Die
kommenden Ereignisse ergebe» den Beweis» daß, seitdem der
Weltkrieg im glanze ist, die Lage der k. k. Streitkräfte im besonderen wie im allgemeinen niemals glänzender gewesen ist. Die Watfenstreckung in Montenegro vollzieht sich befriedigend. Wir sind Herren deS Landes, nachdem unsere Streitkrüfte, unbekümmert um den Gang der Unterhandlungen, nicht gezögert, ihre Unternehmung im Süd- osten in allen erforderlichen Richtungen fortzusetzen. Die beherrschenden Städte in der Zetafurche und in der Ebene am Skutarisee sind in unserer Hand und auf den. kurzen unleidlichen Verkehrswegen, die südlich des Skutari- sees über Skutari nach Nordalbanien führen, dringen starke Heereskolonnen kaiserlicher und königlicher Truppen vorwärts. Gegenteilige vehauptunc en der „Kgencia Stefani".
Nutzloser Widerstand eines Teils der montenegrinischen Armee.
W. T.-B. Rom, 23. Jan. s Nichtamtlich. Drahtbericht. Agencia Stefani.) Der König von Montenegro unid PrinzPeter siiid gestern in Brindisi etngetvoffen. Sre werden die Reise noch Lvcn fortsetzen. Prinz Mirko und drei Minister der Regierung bleiben in Montenegro auf ausdrücklichen Wunsch des Heeres, das den Kampf fortsetzt. Der nwndenogriirische Ministerpräsident veröffentlicht dazu sine ausführliche Darlegung, im welcher er vebauptel. dah die W affen still st andsberhandlun- gen mit Österreich-Ungarn einzig unld allein darauf abgezielt hätten, den Rückzug der montenegrinischen Truppen zu sichern. Es sei sicher, dah der Vormarsch der österreichisch- ungarischen Truppen auf diese Weise um mindestens eine Woche aufgehalten worden sei.
W. T.-B. Rom, 23. Im. (Nichtamtlich. Agencia Stefani.) Das montenegrinische Generalkonsulat veröffentlicht folgende Depescli«, die ihm aus Brindisi von dem montenegvimischcn Ministerpräsidenten M i u s k o v i e Angegangen ist: Da die letzte Phase des Krieges in Montenegro weiter kommentiert wird, dürste es nützlich sein, dem Publikum folgendes mitAuteilen: Der Meinungsaustausch mit den östervsichischen Mlitürbehörden war aus zwei Gründen nötig geworden: 1. durch den Fall der Lowtschenstellungen, den wir zu vermelden gehofft hatten, und 2. durch dem Einzug des Feindes im Cettinje. . Die Schritte wegen eines Waffen- stillstautdes zielten einzig und allein dahin, Zeit zu gewinnen, um den Rückzug der Armee aus Podgorica und Slutari zu sichern und zu vermeiden, dah die übrigen montenegrinischen Truppen, die sich an den anderen Fronten viel weiter von Podgoriea entfernt behänden, ahgeschintten wurden; sowie um Zeit zu haben, die serbischen Truppen aus Pedgorica und Stutari nach Alessio und Duvazzo zu schaffen. ES ist sicher, dah auf diese Weise die österreichischen Truppen rn ihrem Vormarsch um mindestens eine Woche aufgehalten wurden. Die Matter ziehen im allgemeinen mit Absicht irrtümliche Schlüsse. Aber die maßgebenden montenegrinischen Faktoren werden das Publikum bald über die Ereignisse, die sich m Montenegro abgespielt haben, aufklären können; Ereignisse, über die das Publikum unglücklicherweise sehr schlecht unterrichtet ist. Die montenegrinische Armee unter dem Befehl des ehemaligst Ministerpräsidenten Generals Vokotic setzt den Kampf gegen den Feind fort in der Absicht, sich mit der serbischen Armee zu vereinigen.
Lyon als Asyl der montenegrinischen Regierung.
W. T.-B. Lyon, 23. Jan. sNichdamtlich.) Die Königin von Montenegro ist mit den Prinzessinnen hier eingetroffen.
W. T.-B. Paris 23. Jan. (Nichtamtlich.) Einer Mätter- meldumg zufolge ist der S i h der montenegrinischen Regie- numg nach Lyon verlegt worden.
vie Entente und Griechenland«
Besprechungen mit SkuludiS.
W. T.-B. Paris, 23. Jan. (Nichtamtlich.) Eine Athener Privaltmeldung des „Temps" berichtet über einen Besuch der Gesandten Englands und Frankreichs bei dem Ministerpräsidenten. Er hatte bgfriedigende Mit- deilunaen über Korfu zum Gegenstand. Dm französische Ge. sandte Gullemin hatte daraus noch eine sehr lange Besprechung mit Skuludis über die allgemeine Lage, und aus diesem Gedankenaustausch ergab sich der Eindruck der Beruhigung »md Entspannung, welchen die gemäßigtere Haltung eines Teiles der Athener Blätter verstärkte.
Feindliche Abmachungen über Rorfu.
W. T.-B. London, 23. Jan. (Nichtamtl. Drcchtiber. Reuter.) Die „Evmnng Nciws" melden aus Athen: Der englische und französische Gesandte suchten S k u l u d i s auf und trafen eine befriedigende Abmachung über Korfu.
Vor dem Belagerungszustand in Griechenland.
Br. London, 23. Jan. (Eig. Drcchtber. Zenf. Bln.) Reuter meldet aus Athen: Es ist sehr wahrscheinlich, daß der Belagerungszustand verhängt wivd. — In einer Unterredung mit dem Vertreter des „Rußkoje Slowo" sagte der König: „Wenn die Minister mir Vorschlägen, den Belagerungszustand zu verhängen, io :verde ich diesen Vorschlag annehmen. Ich habe nicht die Absicht, die freie Meinungsäußerung in Wort und Schrift zu unterdrücken, aber ich kann es nicht zulasten, daß Blätter Veröffentlichungen machen, die meine Ge
fühle verletzen. Ich kann es nicht zulassen, daß griechische Blätter fremde Länder, ohne zu zaudern, dazu aus- iovdern, die angeborenen Rechte Griechenlands zu unterbinden. Der Belagerungszustand ward sich auf alle diese Mißbräuche erstrecken."
Die Eröffnung deS griechischen Parlaments.
W. T.-B Athen, 23. Jan. (Nichtamtlich. Agsnoe Havas.) Die Kammer nimmt ibre Arbeiten am Montag aus. Eine Thronrede wird nicht verlesen. Die Regierung behAt sich aber vor, an einem späteren Zeitpunkt Erklärungen über'die politische Lage ctbzuyeben. Man nimmt cm, dah R o u p h o s, der früher« Gouverneur von Kreta, Kammerpräsident wird.
Freilaffung der Salonillier Ronsuln?
\V. T.-B. New Bork, 23. Jan. (Nichtamtlich. Reuter.) Der Washingtoner Drcichtecstatter der „Assoeiated Preh" mel- set, dah dank dem Eintreten der amerikanischen Regierung der deutsche, österreichrsch-ungarische. türkische und bulgocksche Koirsul, die in Saloniki gefangen genommen worden waren und sich an Bord eines französischen Kriegsschiffes befanden, freigelassen werden sollm.
Italien und die Lage ln Ribanien.
Wichtige Ministerberatungen. — Bor der Ankunft Briand».
W. T.-B. Bern, 23. Jan. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Nach dem „Corvieve" fand gestern nachmittag im Palazzo Braschi eine Beratung zwischen Salandra, Sonnin o, C o r e i und Z u p e l l i statt, der ein« zeit lang auch eine sehr hochstehende Militärperson beiwohnte. Es wurden alle mit der Anwesenheit italienischer Truppen in Albanien zusammenhängenden Fragen eingehend behundelt. Abends sprach man m einigen römischen Kreisen von der nahe bevorstehenden Ankunst B r i a n d S. Das Gerücht geht schon seit einigen Tagen um. Einige glauben, Tittom sei bei seiner vor 5 Tagen erfolgten ALrvis« nach Panis beauftragt werden, diesen amtlichen Besuch zu veranlassen. Briand soll am Montag oder Dienstag mit einigen französischen Ministern eintreffen. Andere behaupten, er komme erst in lO Tagen allein. Die Nachricht seines bevorstehenden Eintreffens wird von der „Tribuna" bestätigt. Laut „Secolo" hat Salandra seinen aus morgen eingesetzten Besuch in Turin aus schwerwiegenden Staatsgründm bis Februar verschoben.
Das Schicksal Albaniens in den Händen des BierverbandeL.
W. T.-B. Paris, 28. Jan. (Nichtamtlich.) Wie dem „Journal" aus Rom gemeldet wird, hat Italien alle Entscheidungen über Albanien dem Kriegs rat deS Bierver- bandes in London übertragen.
Rückkehr GiolittiS nach Rom.
Sr. Lugano, 28. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zeins. Bln.) „Carriere della Sera" meldet, daß man auf dem Monte Cittorio vielfach von der Wiederkehr GiolittiS nach Rom spricht. Giolitti werde in den ersten Tagen des Februar seine Gemahlin nach Frascati begleiten, wo sie alle Jahre zur Kur weilt, und wird dann wahrscheinlich bald nach Wiederaufnahme der Arbeiten des Parlaments nach Rom kommen. Das vatikanische Blatt „La Carrespottdenta" bestätigt diese Nachricht.
*
5utn Klkeaerdombarvement von ftncotta?
Eine italienische Falschmeldung.
W. T.-B. Wien, 23. Jan. (Nichtamtlich.) Von zuständiger Sötte wird mitgetoilt: Die Ageneia Stefani meldet die Zerstörung unseres Seeflugzeugs „I. 5 9" nick> dre Gefangennahme der zwei Flieger, und will damit beweisen, dah unser offizieller Pressebericht vom 17. d. M„ wonach alle unsere Flnazenge, die Ancona bombardiert hatten, unbeschädigt zurückgekshrt sind, unrichtig ist. „L 59" hat aber dm Angriff aus Ancona gar nicht mitgemacht. Es ist zirka 23 Meilm von P o l a durch einen Motordefekt zum Niedergehen aufs Meer genötigt worden, was der italienischen Behörde, deren Sprachrohr die Agmcia Stefam ist, au? den Aussagen der zwei Gefangenen zweifellos auch bekannt w.rr.
Die Einigkeit zwiscken Bulgarien und veutrckiand.
i Neue englische Lügen
XV- T-B. Sofia, 22. Jan. iNichtamtlich. Mitteilung der Bul- eariichen Telegrcphencigentur.) In drin Augenblick, da die Herrscher Bulgariens und Deusschlands in Nisch inmitten ihrer Truppen feierlich die Unlöslichkeit des bulgarisch - deutschen Bündnisses bekräftigten, haben einige große Blätter de: englischen Presse, so „Dailv News" nnd „Daily Telegraph", ihren Lesern versichert, daß schwere Zerwürfnisse zwischen Bulgarien und Deutschland herrschten und daß dieses vor dem Entschluß stehe, einen Sonderfrieden mit den Verbandsmächten abzuschließen. Um ihre Nachrichten wahrscheinlicher zu gestalten, fügten diese Blätter noch hinzu, daß zwischen König Ferdinand und seinem Volte wegen Mazedonien tiefgehende Mißhelligkeiten bestünden und deshalb ganze Regimenter gemeutert hätten. Die beste Widerlegung dieser Erfindungen ist et, daran zu erinnern, daß die Führer res H-eer.-s, das die ganze Ration oh« Unterschied der Panei dcrftellt, etU freiem Willen reicht »ssen da den, dem König den Marschallstab der bulgarischen Armee angutnet«, wodurch sie einen grnfbaren Beweis der Anhäuglichken n»tz Bewunderung, die sie fite ihre» H errs ch er tzrze^ gegeben haben.
