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Nr. 3«.

Samstag, 28. Januar 181«.

Wiesbadener Tagblatt.

Mbenv-Ausgabe. Erstes Blatt.

«Seite S.

beim Empfang der Delegationen ans LoScana, die Regierung fei sicher, richtig gehandelt zu haben. Der Ministerpräsident ermahnte sodann die oberen Klassen, in allen Teilen der Be- välkernng patriotische Propaganda zu treiben.

(In der Konsulta zu Rom fühlt man also deutlich genug, wie sehr die Vorwürfe der Verbündeten drücken und deshalb will man ihnen dadurch begegnen, daß man vor aller Welt bezeugt, Italien habe feine Pflicht getan, Schriftl.)

Folgen des italienischett Kohleuuurngels. e Br- Zürich, 22. Jan. (Erg. Drahtber. Zens. Bin.) Es wind eine starke Betriebsein st ellung auf dem Luganer- und Comer-See gemeldet. In kurzer Zeit mutz die vollständige Einstellung der Schiff­fahrt erfolgen, wenn es in den nächsten Tagen nicht gelingt, Kohlen hereinzubekormnen.

Verurteilte italienische Gctreidclicferanten.

Berlin, 22. Jan. DaZ ,.B. T." meldet aus Lugano: Das Kriegsgericht in Bologna hat füns Getreideliefe- r a n t e u d e r A r m e e zu 10 bis 14 Jahren, das in Florenz fünf Schubfabrikanten zu einem halben bis 5 Jahren Zucht­haus verurteilt.

Die Lage im westen.

Ernste Mahnungen in der pariser presse,

Frankreichs Blut „nicht unerschöpflich"!

W.T.-B. Bern, 22. Jan. (Nichtamtlich.) Im Pariser „Journal" wärmt Charles Humbert vor der Vergeu» düng von Menschenmaterial und fordert, dah alle Mann­schaften, die an der Front nicht brauchbar oder nötig |ctcit, in die Heimat zurückgeschickt werden. Er sagt: Das Leben wird täglich teurer, täglich wird die produktive Tätigkeit des Landes schwächer. Siecht man denn nicht, dah die wirt­schaftlichen Dinge eine immer bedentemderc Rolle in den Kriegsproblemen spielen? Man verlangt die Wiederauf­nahme der Geschäfte. Wie soll das möglich sein, lvenu der Armee die Köpfe überall mangeln? Frankreich machte für i die heilige Sache der Alliierten Anstrengungen ohne­gleichen; es hat die Hauptlast des Krieges getragen und das meiste Mut vergossen. Es hat ein Recht auf Schonung. Frankreich hat niemals gezögert, wenn man ihm seine Pflichten vorgehalten hat. Denken wir jetzt auch ein wenig an diejenigen Pflichten, welche man gegen uns übernommen hat. Frankreichs Blut ist nicht unerschöpflich. Lassen lür ihm das Wenige, was es notwendig zum Leben braucht.

Vie Beschietzung von Nancy.

Br. Genf, 21. Jan. (Eig. Drahtber. r-ens. Bln.) stber die in der Nacht zum Tonnerstag erfolgende Be­schießung von Nancy durch eine Taube berichtet „Petrt Journal": Die Einwohner wurden 11 Uhr nachts durch das Donnern der Abwehrkanonen aus dem Schlafe geschreckt. Es war einer Taube gelungen, Nancy zu überfliegen und vier Bomben abzn- werfen. Ein Haus wurde in Brand gesteckt.

König Ludwig von Bayern an der Westfront und in Belgien.

Der erste Besuch König Ludwigs im neuen Jahre bei feinen tapferen Truppen in Frankreich.

IV. T.-B. Berlin, 22. Jan. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Im Hauptquartier des Kronprinzen sahen sich Pater und Sohn wieder. Begleitet von dem Kronprinzen fuhr der König täglich zu dem Standort der Truppen und über­reichte persönlich zahlreiche Auszeichnungen an Offiziere, Unteroffiz-ere und Mannschaften. In den Reden, die er an 'die Soldaten hielt, sprach er in herzlichen Worten seine A n - erkennung und seinen Dank für die Leistungen aus, durch die sie der Jahrhunderte alten Geschichte des bayerischen Heeve» neue Ruhmesblätter angefügt haben. „ES ist eine schwere Aufgabe", schloß der König eine seiner Reden, „in monatelangeu Kämpfen im Stellungskrieg die fe>nd- liche Übermacht abzuwehven. Aber ihr habt diese Aufgabe glänzend gelöst. Ihr tut, das erwarte ich von euch, dessen bin ich sicher, eure Pflicht, auch wenn es wieder vor­wärts geht.

Daß der Zeiwunkt, wann eS wieder vorwärts geht, reckt bald kommt, daö wünsche ich euch von Herzen.

Ich zweifle nicht, dah der .Krieg, der siegreich begonnen wurde, auch siegreich beendet wird." Gegenüber den Land- siurmbataillonen, die der König in den Etappen sah. drückte er seine Freude über ihre gute militärische Hai. t u n g auS. Er wies darauf hin, daß, obfchon di« Aufgabe d«S Landsturms darin bestehe, den Rücken der kämpfenden

feS PrunkgebüudeS hinwufgehen würde! Wohl niemand hat eine solche Möglichkeit geahnt. Jetzt aber erscheint uns da» wie etwas Selbstverständliches, dar wir alle mit Freude ge­nießen, denn ein Theaterabend bringt wieder frische Luft in das harte Einerlei des Kriegsdienstes. Und wir bedauern die etwas verschnupften Liller, die nun vor den Toren des großen Gebäudes sielwn und sich an den Gedanken gewöhnen müssen, daß die Vollendung des vor dem Krieg begonnenen Theater. Neubaus ein Werk deutscher Kulturarbeit ist. Deutsch- Sol» doten, Techn'ker, Handwerker und Künstler haben den in der Nähe des Bahnhofs neben der Börse gelegenen Prunkbau fertiggestellt, der mit den mit Brettern dicht benagelten Türen und Fenstern am Besinn des Kriegs aussah wie so viele beim Kampf um Lille zerstörtem Gebäude. Und als der erste Weih, nachtstag 1915 herankrm, da hielt, einer Einladung de» Gouvernements folgend, das Deutsche Theater in Hannover seinen Einzug m das prächtige Gebäude, und der erste Abend, der als Eröffnungsvorstellung. Goethes „Iphigenie" brachte, erhielt bekanntlich eine ganz besondere Note durch die Anwesenheit des bayerischen Kronprinzen Nupprecht. So hat deutscher Fleiß, deutsche Kunst mitten im Krieg und mitten in Feindesland eine neue Insel deutscher Kultur geschaffen, wohl geeignet, die Slugen unserer Gegner über unser vermeintliches Barbarentum zu öffnen. . . Man könnte dem Künstlertempel auch den Namen „Feldgraues Theater" geben, denn wie die Vollender des Baues Feldgraue gewesen stnd, wie an der Kasse und in den Wandelgängen Feldgraue sichen, so setzt sich auch da» Publikum aus Feld­grauen ■ zusammen. Der Zuschauer ist erstaunt darüber, welche Wege unser« Soldaten oft zu machen haben, um ein» mal einer Vorstellung beiwohnen zu können. Drei bi» vier Stunden Marsch, oft direkt aus der Front, au» dem Schützen, graben heraus, verschlagen da nichts. In ganzen Trupp» wer- den sie oft hevangeführt, mit vollster Aufmerksam keit Versal, gen sre we auf der Bühne, und mit hell«i» blanken

Armeen zu deckerr und zu sichern, sie doch auch schon wieder-

holt zum Kampfe gegen den Feind gerufen wuroen und daß auch diese Landsturmleute ihre Treue zum Vaterlarw mit ihrem Leben besiegelten. Er lobte chr korrektes Verhaften gegenüber der Einwohnerschaft des Landes und mayntelre, stets militärffcher Zucht und Sitte eingedenk zu fern, damit die Landesbewöhner mich nach ihrem Abzug nur mir Achtung von ihnen sprechen. Von der Front begab sie, der König nach Brügge, um Seeürügge und dre Kustelwe- festigungen bis Ostende zu besichtigen, dann von da nach Antwerpen. Nach einer Rundfahrt durch dre S.adt und den Hafen besuchte er verschiedene Sehenswürdigkeiten und nahm wirf dem Fort Warne St. Catherine einen Vortrag des Gouverneurs über den Angriff und die Einnahme des ,;ortö entgegen. Vorgestern traf der König in Brüssel ern, von wo er Freitagmittag die Rückreise nach München antrat.

Auswechslung von Fivilgefangenen.

Eine deutsch-französische Vereinbarung.

Sr. Berlin, 22. Jan. (Eig. Drohibericht. Zeus, -orn.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Nach langen Berhanüem-gcn ist soeben zwischen btt deutschen und bor französischen Jic-gt«* rung eine Vereinbarung wegen Freilassung der beider­seitigen nicht wehrfähigeli Z i v i l g efangenen zustande gekommen, welche die bisher getroffene Verabredung erqeoucy erweitert. Auf Grund der neueu Vereinbarung sollen näm­lich unverzüglich folgende drei Klassen ZwÄgesangener m Freiheit gesetzt und in die Heimat entlassen werden. 1. Frauen und Mädchen; 2. männliche Personen unter 17 und über 55 Jahre; 3. Männcr zwischen 17 und 5b Jahrien, dre wegen chres körperlichen Zustandes zur Erfüllung militärischer Pflichten völlig untauglich sind. Ausgenommen oon der Freilassung sind nur Personen, die sich wegen gemeiner Verbrechen oder Vergehen mit Einschluß derer gegen dre Sicherheit des Staates in Untersuchungs- oder Strafhaft be­finden, ferner die Geiseln im eigentlichen Sinne, o. h. solche Personen, die nach dem Völkerrecht zur Sicherstellung des Wohlverhaltens der Bevölkerung oder zur Erfüllung ge­wisser ihr auferlegter Verbindlichkeiten sestgehalten werden können. Die Vereinbarung findet Anwendung sowohl auf die rm eigenen Staatsgebiete mit Einschluß der Kolomen und Protektorate festgenommenen feindlichen Zivilpersonen, Ls auch auf solche Zivilgefangene, die aus den von den beider- seitigen Streitkrästen besetzten feindlichen Gebieten oder von eigerren, neutralen oder feindlichen Schiffen fortgefübrt wur­den. Wie sich aus diesen Verabredungen ergibt, gelang es leider nicht, das Abkommen dem deutschen Vorschlag gemäß auch auf die beiderseitigen wehrfähigen Zivilgefangenen zu erstrecken. Immerhin ist die Vereinbarung als m s e n t- licher Fortschritt im Sinne der Menschlichkeit zu oe- grüßen, da hiernach auf beiden Seiten viele Tausende Zivil- gefangener, die an der Kriegsführung völlig unbeteiligt ,md, die Freiheit zurückerlangen. Insbesondere können auch dre aus dem Elsaß oder dem deutschen Schutzgebiet fortgeführten Personen, so weit eS sich nicht um Wehrfähige handelt, in die Heimat zurückkehren. Die Vorbereitung für die Durchführung der Vereinbarung wird nach Möglichkeit beschleunigt, so daß mit einem baldigen Eintreffen der be- teiligten Deutschen gerechnet werden kann.

Der Nrieg gegen England.

Unser« U-Boot« an der Arbeit.

W. T.-B. London, 22. Jan. (Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der britische Dampfer „Southerland" wurde am 17. Jan. versenkt. Die Besatzung ist am 20. Jan. in Malta gelandet worden. Ein Laikare wurde getötet.

ver Kampf um die Wehrpflichtbill

W. T.-B. Manchester, 22. Jan. (Nichtamtlich. Drahtbe- vicht.) Der Londoner Berichterstatter des „Manchester Guardian" legt der gemeldeten Äußerung des Ministers Lono im Unterhaus, daß Kiichener die durch die Dienstpflichtbill vsvfngbar zu machenden Truppen als ausreichend für den Sieg erachte, erhebliche Bedeutung bei. Dies sei augen­scheinlich so aufzufassen. dah die Forderungen McKennas und RuncimanS auf eine Beschränkung der militärischen An­strengungen angenommen seien, was durch ihr Ver­bleiben im Kabinett bestätigt zu werden scheine.

vor ver Verschärfung der Blockade.

Sr. Haag, 22. Jan. (Eig. Dva'htbcnicht. Jens. Mn.) „Rveire" meldet auS Melbourne: DaS Verbot der

australischen Regierung für jegliche Ausfuhr nach Holland, ist eine Folge der englischen Bestrebungen zur Verschär- f 'u i! g der Blockierung Deutschlands. — Grey teilte dem Unter.

Augen ziehen sie nach der Vorstellung, die natürlich schon am Nachmittag beginnt, wieder hrnau» zum rauhen Waffenhand, werk. Ein solcher Theaterbesuch ist ihnen eine Erholung im wahrsten Sinn« des Worte», die Sinne werden wieder aufge- frischt und neu belebt, und selbst ein fröhlicher Schwank tut seine Wunder. Nach der „Iphigenie" de» ersten Weihnacht», tag» kam SchönthanS „Raub der Sabinerinnen" und r,ß die Dhsaterurlauber zu wahren Lachsalven hm. „Das ist noch ’tnal ein Unterstand, srn man sich gefallen läßt", meinte schmunzelnd ein ivuckerer Kanonier beim Verlaffen de» Theater». MS dritte» Stück gab es das Lustspiel „Die be- rühmte Frari" von Schönthan und Kadelburg, das ebenfalls twtz de» „vorfeldgrauen", mevalingetrünkten Stoffes Froh- siim und Heiterkeit erweckt«. Dann folgte ein Gastspiel de» Düsseldorfer Schauspielhauses mit HanS Sach», Kleist und Shakespeare! Die Hanr-Sachsiade vom „Kälber- brüren" bildete den Auftakt der lustigen Abende. Hierauf gab cö Kleists „Zerbrochener Krug" und Shakespeares ewig junger Fiafchingdscha»ank „Was ihr wollt". Nicht mit Unrecht bemerkte die „Liller Kvisg»zcitung" dazu: „Das Stück eines eirglischen Schriftstellers, auf französischer Bühne, von Deut­schen gespielt: wirklich, ,,wa» ihr wollt", c» ist alles da!" Und tvarum sollte Shakespeare auch jetzt nicht von deutschen Künst­lern gespielt wenden? Gehört er doch uns mit viel mehr Recht al» den Engländern, denn w:r haben uns ihn erobert. Und nur deutsche Künstler können ihn so geben, wie er gegeben wevden soll. Unsere Feldgrauen aber haben bei den verschie­denen Komödien der Irrungen und Wirrmrgen herzlich glicht und herzlich geklatscht. . . Währenddessen trösten sich di« Liller in einem dem Theater gegenüberliegenden Gebäude, an dem in goldenen Buchstaben aus einem Schild zu lesen ist: ,.A tntr'actc". Hier gib: e» Curacao und andere Liköre, und in den Duft der Zigaretten mischt sich leise das immer wieder gehörte Wort „c'est la guerre." (kz.)

haus mit, daß er in der nächsten Woche eine Erklärnntz

über die Blockadepolitik der. englischen Regierung abgeb« werde. Bei dieser Gelegenheit solle», auch einige Eingaben von Parlanientsmitgftedern, die sich auf die Blockierung Deutschlands beziehen, beraten wevden.

Die „Times" schreibt: Die Debatte ün UiftevhauS vbec die Blockade verspricht ein Ereignis von größter Beden- tung zu werden. Mau erwartet, daß die Regierung den Au» trag, der hierüber eingeöracht wird, annehmen wird. Die Annahnie durch das Unterhaus würde der Regierung bei ihr« neuen Polittk eine kräftige Stühe gewähren. Die neu« Politik rönne als eine regelrechte Blockade- und Konterbandepolitlk der vier alliierten Großmächte bezeichnet wevden. Das Parlament wird die kräftigste Politik, welche die Minister Einschlägen können, um Deutschland Daumenschrauben anzulegen, unterstützen. Grey rau* tm Lauf der Debatte eine wichtige Rede halten.

Eine öffentlich betriebene pvnbelSspionage der englisch«» Regierung, zugleich ein neues Geschäft dcS Krämervolks l

Sr. Amsterdam, 22. Jan. (Eig. Dvcchtbericht. Zenf. Bln.) Die englische Regierung beabsichtigt, wie aus Londoner gut« Quelle verlautet, zur angedrohten Verschärfung der |»f*. nannten Blockade eine Zrntralkontroll stelle deS gesamten Überseehandels einzurichten, die de« Zweck verfolgt, den Überseehandel in die Hände englischer Etportfirmen zu bringen. Die neutrale Schiffahrt wird dann den neutralen Ländern die Waren für englische Rcchirnng zu« führen. Damit biercn sich für England zweierlei Vorteile: Zunächst kann eS den Umfang der Warensendungen nach de«, jenigen nentralen Ländern beschränken, bei denen anzn- nehmen ist, daß die Waren zum größten Teil den Feind er- reichen; ferner würde der Geldgewinn, den jetzt «Lei« di. Neutralen einsteckcn, mit England zu teilen sein. Der Hauptzweck dieler Neircrung geht aber aus den Anmerkungen des Minister? Runciman hervor, der diese Pläne bearbeitet hat. Danach versucht England durch diese Maßnahmen, seinem HauptkriegSziel, der Eroberung des Welthandel», etwaS »aber zu kommen. Wenn es jetzt gelingen würde, de« größten Teil drS neutralen Handels mit Hilfe einer mäch­tigen Flöte in die Hände der englischen Exporteure zu bringe«, wäre England einen bedeutenden Schritt weitergekommea. Diese« ZwangSsystem unterscheidet stch in nichts von einer öffentlich betriebenen HandelSspionage der englffche« Negierung.

Englischer postraub.

Sr. New York, 22. Jan. (Eig. Dnadtbevicht. Zenf. Bln.) Seit mehr als einem M o n a t sind hier Postsendungen aus Deutschland, besonders Briefe, Zeitungen, Zeit, fchriften usw. nicht mehr eingetroffen, so daß ttän annehmen kann, daß me deutsche Post von Anfang Dezember an amerikanische Adresiaten nicht mehr in teren Hände gelangt. Wahrscheinlich haben englisch« S ch -i f f e die Postbeutel für Amerika geraubt.

Die Kampfunlust der Derby-Rekruten.

Sr. Amsterdam, 22. Jcm. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) „Daily Mail" berichtet, daß bei dem Aufruf der ersten Gruppe der Derby-Rekruten, dre am Mittwoch stattscmd, nicht weniger als 8000 Gesuche um Freilassung vinreichten. AuS LeedS wird berichtet, daß viele der Berufenen sich ittcht melden.

Die internierte englische Unterseebootsbesatzung.

W. T.-B. London, 22. Jan. (Nichtamtlich.) Fm Unter- hauS sagte Grey auf eine Anfrage des llnio nisten DellairS, daß der Beschluß der niederländischen Regierung, die Be­satzung de» Unterseebootes „E 17" zu internieren, noch immer den Gegenstand von Berattmgen bilde. Grey sagte weiter, er ■ würde eine Erklärung über die Blockade abgeben, wenn die Angelegenheit in der nächsten Woche zur Sprache gelange Vie Wirkung ver englischenKSchiffsverluste auf vie Versicherungsgesellschaften.

Sr. Haag, 32. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) I« der „Times" teilt die Versicherungsgesellschaft „Liverpool Associated" mit, daß sie im vergangenen Jahr an dem Un­tergang von 628 Schiffen beteiligt war, deren Wert 20 744 000 Pfund Sbrrliug betrug. Im Jahre 1914 hatte die Gesellschaft nur einen Verlust von 272 Schiffen im Wert von 13 688 000 Pfund Sterling zu beklagen. In dieser Zahl sind übrigen» nur Schiffe einbegriffen, deren Wert nicht über 200 000 M. beträgt. Der Gesamtrauminhalt der 1915 unter- gegangenen Schiffe beträgt 1 825 009 Tonnen, wovon 797 000 Tonnen auf englische Schiffe entfallen. Von den unterye- gangenen Schrffen sind 448 durch feindliche Kreuzer

Kleine Chronik.

Theater und Literatur. Schönherrs so eifrig be- kämpftes Schauspiel „DerWeibsteufel" wurde am tzof. theater in Braunfchweig mit starkem Erfolg gegeben. Auch der Herzog war im Theater und beteiligte sich lebhaft an den Beifallsbezeigungen. — In den Berliner Kammer- spielen wird daö Schauspiel heute zum 150. Mal aufgeführt.

In Mrc von 71 Jahren ist in Freiburg i. B. der be- kannte Professor, Historiker und Journalist Alfred D o v e, dor mit Fveytag dre Wochenschrift „Das neue Reich" ins Leben rief, verstorben. Sein jüngerer Bruder Heinrich ist der de- kannte Parlamentarier und Syndikus der Berliner Handels­kammer.

Bildende Kunst und Musik. Joachim Alb recht, Prinz von Preußen, hat ein vaterländisches Lied, „Die Blumenteufe l", nach einem Gedicht von Heinz Schcrrpf, komponiert, das soeben im Verlag von A. Robitfchok nr Wien erschienen ist.

Arn Rcannheinier Hoftheater findet am kommenden Samstag die Urcmsführung der dreiakttgen Operette „Dia RegimentSfahne" von dem Wiener Komponisten Lud­wig Sandow statt.

Unsere literarische SonntagS-Beflage

„Anterhaktende

enthält in der nwrgen erscheinenden Nr. 3:

Die Heldm. Bon M. W. S o p h a r. — Deutsche Shmboke« Bon Pius Alexander Wolfs.— Der Aberglauben im Heiz- wesen. Bon Lr. H. Lux. — Winternacht. Gedicht von Nikolaus Lenau. — Im Busch. Von Ketha Klitsch er« Merzenich.