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Seite 4._Mend-Anss-rbe. Erstes Matt.

'Bevölkerung awfzubringen. Da ihnen 'das offene Kollektieren

meist nicht gestattet werden kann, erstreben sie ihr Ziel auf Umwegen. Diese Sachlage wissen Händler mit minder­wertigen Waren (Büchern, Bildern, Wandsprüchen, An­sichtskarten und dergleichen) geschäftlich auszubeuten. Gegen Mgabe eines ganz unbedeutenden Gewinnanteils an die Ver­eine wissen sie Empfehlungsschreiben, Stempel, Sammel­ader EinzeichnungSbüchcr der Vereine zu erlangen und mit diesen Hilfsmitteln ihr Geschäft zu beleben, indem sie den Käufern den Irrtum erregen, es handle sich um ein Werk der Mildtätigkeit, und das Unternehmen arbeite nur zum Besten des Vereins. Ihre Reisenden führen meistens einen Wander- gewerbeschein und ein sogenanntes Einzcichnungsbuch mit sich, dos den für behördlich genehmigte Hauskollekten vorgcschriebe- nen Kollektenbüchern möglichst täuschend nachgebildet ist. Das dem Buch vorgeheftete Empfehlungsschreiben nimmt sich ver­trauenerweckend aus, zumal, wenn — wie es häufig der Fall ist — ein Pfarramt oder eine Verwaltungsbchörde sich her- beioelaffen hat, irgend einen Vermerk (es sei auch nur ein „Gesehen", eine UnterschriftsbeglaubiMng usw.) mit dem Amtssiegel in dem Buch anzubringen. Das Publikum, welches den eigentlichen Inhalt solcher Vermerke erfahrungsgemäß nicht zu lesen pflegt, nimmt in derartigen Fällen fast durch- weg an, es handle sich um eine behördlich genehmigte Kollekte. Da aber solches Verhalten der Reisenden geeignet ist, den Tat­bestand einer verschleierten Kollekte zu erfüllen — was das Kammergericht ausdrücklich anerkannt hat — und da die Geschäfts kniffe solcher Reisenden meist hart an Betrug grenzen, wenn sie diese Straftat auch nicht immer nachweislich begehen, ersuche ich, die Nachgeordneten Behörden gefälligst zu veranlassen, daß derartigen Unternehmern un­ter keinen Umständen amtliche Empfehlungen, Visa und Amtsstempel erteilt, Fälle trotzdem geschehener Erteilung gemeldet und in Betracht kommenden Reisenden in geeigneter Weiie überwacht werden, damit ihr Treiben rechtzeitig ver- hindert und bestraft werden kann.

Eine ähnliche Anordnung ist in der Rheinprobinz bereits früher ergangen.

Lumpen und Kltpapier.

In fedem Haus gibt es Lappen und Kleidungs, st ü ck e, mit denen sich nichts mehr anfangen läßt, und in keinem Haushalt wird cs auch an alten Zeitungen fehlg-r, für die man keine Verwendung hat. In der heutigen Morigen-AuSgwbe ist bereits auf den großen volks­wirtschaftlichen Wert der Lumpen und des Alt­papiers hingewiesen worden. Demnächst bietet sich Gelegen­heit, das alte Zeug loszuwerden und damit gleichzeitig dem Vaterland einen Dienst zu erweisen. Wie uns die Abtei­lung 3 des Kreiskomitees vom Roten Kreuz mitteilt, hat sie die Absicht, im Einvernehmen mit den Militärbehörden im Monat Februar eine großzügige Sammlung von Lumpen und altem Zeitungspapier zu veranstalten, und zwar nach denr Muster der Reichs-Wollwoche. An den Sammeltagen, die noch näher bekanntgegeben werden, sollen Wagen durch die Straßen der Stadt fahren, um die zu sanrmelndeur Sachen aufzunehmen. Es ist Pflicht der Bürgerschaft, die Samm­lung, deren Ergebnis für das Vaterland nutzbar gemacht werden soll, mit allen Kräften zu unterstützen. Das Opfer, das diesmal die Bürgerschaft bringen soll, ist ein außerovdentlich leichtes; es wird eigentlich nicht mehr gefor­dert, als die Bereithaltung des durchaus überflüssigen, nicht selten im Wege oder vergessen in Winkeln liegende» Alt­materials, dessen Geldwert zudem recht gering ist.

— Kriegsauszeichnungen. Mt dem Etserneir Kreuz 1. Klasse wurde der Hauptmann Erich Wilke aus Wies- baden. Führer einer Pionierkompagnie im Pionierbataillon 21, und der Lagerarbeiter Fritz Barth aus Limburg a. d. L. ausgezeichnet. — Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Ober­leutnant z. Sec Wilhelm M a r s ch a l l, Sohn der Jngenieurs- witwe Käthe Marschall in Wiesbaden.

_Wiesbadener Tsgblarr.

— Todesfall. Gestern abend starb nach längeren! Leiden .Herr Hotelbesitzer Wilhelm Schäfer von hier im Alter von 50 Jahren. Der Verstorbene war Mitbesitzer des BadhauseZ „Zum schwarzen Bock" am Kranzplatz, das er g ein einsam mit seinem Bruder von den Eltern übernommen und in der ge­diegenen Weise betrieb, die dem Haus, einem der ältesten und bekanntesten Dadhäuser Wiesbadens, seit langem den besten Ruf verbürgt.

— Die Steuerpflicht der Einkünfte aus ausländischen Unternehmungen. Der Privatier G. in Wiesbaden hat gegen seine Veranlagung zur Gemeindeernkonrmensteuer für das Rechnungsjahr 1912 nach fruchtlosem Einspruch Klage er­hoben, weil sein Einkommen aus einem gewerblichen Unter- nebmen in England voll in Ansatz gebracht war. Die Ein­nahmen aus diesem Unternehmen machten fast sein gesamtes Einkommen aus. Mit dam Einspruch und demnächst der Klage beantragte G., dre Steuer auf den einem Mertel seines Ein­kommens entsprechenden Satz zu ermäßigen, indem er auf 8 49 des- KomrnunalabgabengesetzeS hinwies. Hiernach ist bei der Veranlagung .der Steuerpflichtigen zur EnrLornmen- steuer in ihren Wohnsitzgemeindeu derjenige Teil des Ge­samteinkommens, der in anderen Gemeinden aus der Be­teiligung an dem Unternehmen einer Gesellschaft mit be­schränkter Haftung gewonnen wird, außer Berechnung zu lassen; die Wohnsitzgerneinde ist jedcch, wenn das hieraus sich steuerpflichtige Einkommen weniger als ein Viertel des Ge­samteinkommens beträgt, berechtigt, durch Gemeindebeschluß —ein solcher ist für Wiesbaden ergangen — ein volles Viertel de§ AsfamtsinkvmmMs für sich zur Besteuerung in Anspruch zu nehmen. Der Bezirksausschuß wies die Klage ab. Diese Entscheidung hat jetzt im der Revisionsinstanz der erste Hilss- senat des Oberverwaltungsgerichts bestätigt. Aus der Entstehungsgeschichte wie dem Wortlaut des § 49 deS Kom- munalabtzabengesetzeZ erhelle, so führte der Senat in der Hauptsache aus, mit voller Deutlichkeit, daß dessen Bestim- mung nur Gesellschaften mit beschränkter Haftung in Deutschland im Auge habe. Stehe somit der § 49 dem Kläger grundsätzlich nicht zur Seite, so sei es unerheblich, ob das englische Unternehmen im Vergleich mit unseren Gesell­schaften mit beschränkter Haftung gestellt werden könne

— Beschäftigung von Kriegsgefangenen. Bei dem hiesi­gen Arbeitsamt sind in den letzten Tagen zahlreiche Aufträge um Juweffung von Kriegsgefangenen singegangen. Nach Verhandlungen mit der Inspektion der Kriegsgefangenenlager in Frankfurt a. M. zeigt es ach, daß den Wünschen der Auf­traggeber wegen Mangel an geeigneten Kriegsgefangenen nicht voll entsprochen werden kann. Dem Arbeitsamt wird auf Antrag gestattet, selbst in den Kriegsgefangenenlagern nach geeigneten Arbeitskräften Umschau zu halten, und er­sucht 1-aher olle Arbeitgeber, die Arbeitskräfte benötigen, und gegebenenfalls bereit sind, sich intelligente Leute selbst für ihre Betriebe anzulernen, ihm dies baldmöglichst mitzutoilen Die Kriegsgefangenen werden vom Arbeitsamt zu den Löhnen ibgegebcn, die augenblicklich in dem Gewerbe für deutsche Ar­beiter gezahlt werden. Nähere Auskunft ist im Arbeitsamt, Zimmer Nr. 9, zu erhalten.

— Die Preußische Verlustliste Nr. 433 liegt mit der Säch­sischen Verlustliste Nr. 243 in der Tagblattschalterhalle (Aus­kunftsschalter links) sowie in der Zweigstelle Dismarckring 19 zur Einsichtnahme auf. Sie enthält u. a. Verluste der Jn- fanterie-R'egimenter Nr. 117 und 353, der Reserve-Jnfan- teine-Regimenter Nr. 86, 87, 88, 224 und 253, des Landwehr- Jnfanterie-Regiments Nr. 80.

— Verhafteter Schwindler. Gestern wurde in einem hiesi-. gen Hotel der feldgraue „Gefreite", der, geschmückt mit dem Band des Eisernen Kreuzes sowie des Mecklenburgi­schen Berdienstkreuzes, einen hiesigen Pensionsinhaber sowie ein Schuhgeschäft gebrandschatzt hat, in dem Augenblick fest» genommen, als er weitere von ihm bestellte Sachen in Emp­fang nehmen wollte. Es handelt sich bei dem Verhafteten um einen 17 Jahre alten Burschen namens Alexander

Freitag, 21. Januar 1U10. Nr. 34.

Rogge aus Kassel. Im Dezember v. I. war er als frei­williger Kanonier beim Militär eingetreten, kurze Zeit nach­her rückte er j-edoch aus. Außer den bereits bekannt geworde­nen hat Rogge hier eine ganze Zahl weiterer SchwinOe leien verübt. U. a. hat er sich aus Kredit eine Reithose, eine Offr- ziersunisorm, die Uniform eines Feldwebels usw. usw. be­schafft, dem Anschein nach, um gelegentlich die Charge wech- jeln zu können. Auch gefälschte Urlaubsscheine befanden sich im Besitz des Festgenommeuen, der übrigens ih Berlin, Char­lottenburg lind wahrscheinlich auch noch in anderen Städten genau wie hier geschwindelt hat.

— Erwischte Durchgänger. Die beiden Kaufmannslehr­linge Müller und Hahn aus Frankfurt a. M., die vor eini­gen Togen ma: 6666 M. durchbranntcn, wurden inzwischen in Stralsund festgenommcn.

— Kleinverkausspreise, die nach der heutigen Marktlage im Sinne von Zister 3 der Verordnung des stellvecrretenden General­kommandos 18. Armeekorps vom 20. Juli 1915 sur mittlere bis

t ute More als angemessen gelten. Für Mistbeet-, Treibhaus- und -palierware sind die Preise nicht maßgebend. Speisekartossel» das Psund 4 Pf., Weißkraut 0 bis 3 Pf., Wirsing 9 bis 12 Pf., Rotkraut 12 bis 14 Pf., Holländer das Stück 50 bis 30 Pf., Rosenkohl das Pfund 35 bis 40 Pf., Winterkohl (Blaukraut) 10 bis 12 Ps., Kohl­rabi (oberirdische) das Stück 5 bis 10 Pf., Spinat das Pfund 15 bis 18 Pf., gelbe Rüben 10 bis 12 Pf., Karotten 15 bis 18 Ps., rote Rül-cn 10 bis 12 Pf., weiße Rüben 3 bis 12 Pf., Schwarzwurzeln 20 bis 30 Ps., Kopfsalat das Stück 3 bis 10 Pf., Eskarolsalat 15 bis 2k Ps., Feldsalat das Pfund 25 bis 40 Pf., Zwiebeln 15 bis 20 Pf., Eßapfel 18 bis 30 Pf., Kochäpfel 15 bis 18 Ps., Eßbirnen 20 bis 30 Pf., Kochbirnen 15 bis 20 Ps., Kastanien 40 bis 50 Pf., Apfelsinen 8 bis 15 Pf., Zitronen 8 bis 10 Ps, Trinkeier das Stück 25 bis 26 Pf., Handkäse 8 bis 10 Pf.

Aus dem Landkreis Wiesbaden.

— Dotzheim, 20. Jan. Trotz der schweren Zeit zeigt der Jahres­abschluß der biesigcn S a m m e l st e l l e der Nass. Landes- bank fü, das vergangene Jahr ein verhältnismäßig günstiges Resultat, wenn die einzelnen Zahlen gegen das Jahr 1914 auch natürlicherweise etwas zurückbleiben. In 765 Posten wurden 87 977 M. enigczablt, in 852 Posten 63 758 M. zurückgezahlt. — Herr Psarrer B a l tz c r von Eckelshausen, dem vom 1. Dezember ab die hiesige cvai'.gclische Pfarrstell: übertragen wurde, wird am nächsten Sonn­tag durch den H-rrn Generalsuperintendentcn Hofpcediger O h l y in sein neues Amt eingeführt werden.

Provinz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

sit. Rüdcsheim, 20. Jan. Eeheimcr.Regierungsrat Wagner feierte heute sein 25jähriges Jubiläum als Landrat des Rheingaukreises. Dem um die wirtschastlichc Entwickelung des Kreises hochverdienten Beamten wurden zahlreiche herzliche Aufmerk­samkeiten zuteil. _ _ „ .

S. Dom Westerwald, 20. Jan. Im Obervesterwaldkrers stt der Bi« t t e r p r e r s auf 2.30 M. gestiegen, nachdem der Höchstpreis für Butter ausgehoben worden war. Im Ilnterwesterwaldkreis hat der König,. Landrat einen Höchstpreis neuerdings festgesetzt, und zwar für den Erzeuger wrs 2.20 M., Verkaufspreis für den Ver­braucher aus 2.30 M.

Wetterberichte.

Beobachtungen in Wiesbaden

von der Wetter»tatiou uett .\aua. Vereins für Natorkuuda.

20 Januar

7 Uhr

mar trenn.

3 ühr

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Baroact u auf 0* »uck Normalßch wer» Bwonitw »ak dem Meer»Mj>:eg«l . .

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755.1 765 9 5.1

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82

5.3

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Dunatapannung (nnn) . .. .»•»•••• Bakrtir« Pauoütigkail (%)

Wind-Richtung und •Stfcrto MadaraofclagahAba (mm) . *•••♦*

BftehsteTemperatur (tftlsiua) 8.4. Niedrigste Temperatur 3,6.

Wettervoraussage für Samstag, 22. Januar 1916

Ton der meteorologischen Abteilung des Physikal. Vereins an Frankfurt a. M.

Meist trüb, zeitweise Regen, etwas milder.

Wass erstand des Rheins

am 2t Januar.

Biebrich- Vtgtl. 3 47 m g.gaa 2,52 m »m u.jtrij.a Cormltt»*.

Caab. » 511» » 3.14 » » » »

Mainz. 1,78 » » 1.79 » » » »

Handelsteil.

Steigerung der Roheisenerzeugung.

$ Berlin, 20. Jan. Nach den soeben abgeschlossenen Ermittelungen des Vereins Deutscher Eisen- und Stahl- bodustrieller betrug die Roheisenerzeugung im deutschen Zollgebiet im Monat Dezember (31 Arbeitstage) ins­gesamt 1 029 144 Tonnen gegen 854 186 Tonnen im Dezember 1914 (31 Arbeitstage). Die tägliche Er­zeugung belief sich auf 33 198 Tonnen gegen 27 554 Tonnen im Dezember 1914. Die Erzeugung verteilte sich auf die einzelnen Sorten wie folgt (wobei in Klammern die Er­zeugung für November "angegeben ist): Gießereiroheisen

164 372 Tennen (160 959 Tonnen), Besserner-Roheisen 19 997 Tomen (17 786 Tonnen), Thomas-Roheisen 642 233 Tonnen (642 603 Tonnen), Stahl- und Spiegeleisen 183 681 Tonnen (177 393 Tonnen), Puddel-Roheisen 18 861 Tonnen (20 493 Tennen). Von den Bezirken sind im Dezember 1915 (gegen­über Dezember 1914) beteiligt: Rheinland-Westfalen mit

456 831 Tonnen (395 600 Tonnen), Siegerland, Kreis Wetzlar und Hessen-Nassau mit 66 187 Tonnen (52 477 Tonnen). Schlesien mit 66126 Tonnen (31166 Tonnen), Norddeutschland (Küstenwerke) mit 20 129 Tonnen (14 830 Tonnen), Mitteldeutschland mit 29724 Tonnen (25 299 Tonnen), Süddeutschlund und Thüringen mit 20 446 Tonnen (15 473 Tonnen), Saargebiet mit 64 061 Tonnen (53 554 Tonnen), Lothringen mit 157 508 Tonnen (124 464 Tonnen), Luxemburg mit 148 132 Tonnen (111323 Tonnen). Die Jahres erzeugung 1915 beläuft sich auf insgesamt 11790199 Tennen (gegen 14 389 852 Tonnen im Vorjahr und gegen 10135 329 Tonnen in den ersten 12 Kriegsmonaten August 1914 bis Juli 1915). In den letzten fünf Kviegsmonaten August bis Dezember 1915 betrug die Roheisenerzeugung zusammen 5 2 09 405 Tonnen gegen 8 539 712 Tonnen in den ersten fünf Kriegsmonaten August bis Dezember 1914.

Banken und Geldmarkt.

* Holländische Handelsbank, Amsterdam. In deutschen Blättern erbietet sich eine Firma dieses Namens zur Be­sorgung von Wertpapierverkäufen für deutsche Kapitalisten In deutschen Geschäftskreisen liegen jetzt, laut „Frkf. Ztg.‘, Nachrichten vor, daß es sich um einen „erst kürzlich in Amsterdam etablierten Konzern“ handle, der dort am Platze gänzlich unbekannt sei. Hiernach ist also große Vorsicht geboten.

* Die Österreichische Kriegsdarlehnskasse gewährte bis Mitte Januar 170 Mill. Kr. Darlehen, worauf 70 Millionen ■nrückgezahit wurden.

* Interessengemeinschaft österreichischischer Banken. Wien, 21. Jan. Zwischen der Allgemeinen Depositenbank und der Mährischen Eskomptebank wurde eine Interessen­gemeinschaft vereinbart.

* Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation beantragt eine Restdividende von 2 Lstr. 3 s und einen Bonus von 5 s auf die Aktie, zahlbar abzüglich Einkommen­steuer. Für 1914 wurden Dividende uni Bonus in gleicher Höhe ausgeschüttet.

Ausländische Wechselpreise.

w Amsterdam, 20 Jan. Scheele auf Berlin 42.125 (wie zuletzt), auf London 10.80 (10.77), auf Paris 38.60 (38.70), auf Wien 28.50 (28.30).

w. Zürich, 20. Jan. Deutschland 95.75, Wien 64.50, Holland 250, Paris 88.30, London 24.60, New York 5.17, Italien 77.25.

w. London, 19. Jan. Privatwechselzinsfuß —, Silber 26V-, d. — Bankeingang 631000 Lstr.

* Die Ultimoregulierung in Hamburg. Die Regulierung der ar der Hamburger Börse bestehenden restlichen Lom­bardgeschäfte wurde abermals bis zum Ultimo Februar hinausgeschoben. Der Zinssatz wurde auf 5% Proz. festgesetzt.

Industrie und Handel.

* Gewerkschaft Wilhclmine, Hannover. Der Gruben­vorstand bringt zum 31. Januar 125 M. Zubuße je Kux zur Einziehung.

* Erweiterung der Organisation in der knochenver­arbeitenden Industrie. Die nicht organisierten Verarbeiter von Knochenabfäilen haben sich nunmehr in einer Parallel­aktion zu der in der Scneidomandel-Gruppe be­reits bestehenden umfassenden Organisation des Knochen­gewerbes gleichfalls zu einer Interessenvertretung zu­sammengeschlossen, um nach dem Vorbild der verschie­denen Vereinigungen anderer Gewerbezweige gegebenen­falls als geschlossener Verbandskürper der Regierung gegen­über auf treten zu können. Es würde dann somit die ge­samte deutsche Knochenindustrie in zwei geschlossenen Gruppen vertreten sein.

* Vom süddeutschen Brettermarkte. Mannheim, 20. Jan. Am Brettermarkt vollzog sich weitere Befestigung. Der Preis für die 100 Stück 16 Fuß langer, 12 Zoll breiter und 1 Zoll starker Ausschußbretter ist auf 234 bis 235 M. frei Schiff Mittelrhein, gestiegen (gegen 226 bis 229 M. am 10. Januar).

* Die Handeisschraubenvereinigung beschloß wegen der weiteren Steigerung der Selbstkosten die Preise für Handel;-schrauben durch Herabsetzung der Rabatte für die wichtigsten Sorten um 1 bis 5 Proz. zu erhöhen. Die Deue Rabattliste tritt mit dem 20. Januar d. J. in Kraft.

* Zur Frage einer Kohlenpreiserhöhung. Gegenüber einer anderweitigen Meldung, daß der Saarfiskus be­absichtigen soll, bei der lemnäihst erfolgenden Festsetzung der Verkaufspreise für Lieferungen ab 1. April d. J. eine Erhöhung der Preise um iurehweg 1 M. pro Tonne vorzu­nehmen, erfährt die „Frkf. Ztg.“, daß in bezug hierauf keinerlei Beschlüsse vorliegen. Bekanntlich laufen die Abschlüsse des Saarkohleafiskus bis zum 1 April, während das Kohlensyndikat seine Verkäufe nur bis zum 1. März getätigt hat. Es ist deshalb kaum anzunehmen, daß der Saarfiskus sich schon jetzt über eine Erhöhung der Preise schlüssig macht und dadurch dem Kohlensyndikat die Möglichkeit gibt, ebenfalls eine Preiserhöhung vorzu­nehmen, wobei dann dem Saarfiskus der größere Teil der Verantwortung für die neuerliche Kohlen Verteuerung zu­fallen würde. Man wird vielmehr annehmen dürfen, daß der Saa.-fiskus ab wartet, was Jas Kohlensyndikat in dieser Hinsicht tun wird.

Marktberichte.

— Fmchtmarkt zu Wiesbaden vom 20. Jan. Preise für 50 kg. Heu, höchster Preis 7.70 M., niedrigster Preis 7 M., Durchschnittspreis 7.47 M., Richtstroh, höchster Preis 4.50 Mark, niedrigster Preis 4 M., Durchschnittspreis 4.25 M. (alles einschließlich Fuhr lohn). Angefahren waren 6 Wagen mit Heu und 2 Wagen mit Stroh.

W. T.-B. Berlin, 20. Jan. Getreidemarkt ohne Notiz. Die Kauflust am heutigen Produktenmarkt war sehr' gering. Die Umsätze beschränkten sich auf das Notwendigste. In einigen Artikeln war reichliches Ange­bot, doch blieben die Forderungen in allen Fällen unver­ändert.

* Eier im Großhandelsverkehr. Berlin, 20. Jan. Ge­stempelte vollfrische ausländische —.— W., in- und auslän­dische bessere Sorten 13.50 bis 14 M., in- und ausländische geringe Sorten 10.50 bis 11 M., Kalkeier —.— M. Flau.

W. T.-B. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 20. Jan. Frühmarkt. Im Warenhandel ermittelte Preise: Mais­mehl 87 bis 92 M., Reismehl 115 bis 120 M., Strohmehl 26 bis 30 M., Pferdemöhren 3.60 M., Futterkartoffelfi 3.30 M. nomi­nell, ausländische Hirse 650 bis 680 M. nominell, Mohrrüben 4 bis 4.2 0 M.

Avcnö-Ausgave umfaßt 6 Seiten ^

CuttpiicgctiNeuer, U. 0 eger yor st.

BerauUvorlstch für den dolitticheu Teil, «. Hegerhorst, für den UittnM. tmtgSMI B. v. Nauendors. für Nachrichten aus Wiesbaden und den Nach, da Linken, I. B. H Diefenbach: ,nr „GerichlsiaaN, H. Diesenbach: für „soort und Luftfahrt" I. B.: C. LiS-Ner. für „Bermj.ehteS" »ud tna „Briestaftea"- C. Losacker: für den HandetStei! W. Etz; für die Lnaerae» und Reklamen: H. Dorna u f sämtlich in Wiesbaden.

Druck und vertag der L. Schelle,ibeegichen Has.Bachdruckerei tu WieghOdeH,

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