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Verlag Langgaffe 21 .

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Kreilag, 21. Januar 1916.

klbend-Kusgabe.

Nr. 34. . 64. Jahrgang.

Oer Krieg.

Oer Tagesbericht vom 21. Januar.

klbgetviefsne russische vorstötze zwischen Minsk Tzartorqsk.

T.-B. Großes Hauptquartier, 21. Jan. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Auf der Front zwischen Minsk und Czarto- rysk wurden Vorstöße schwacher russischer Abteilungen leicht abgewiesen.

Balkankriegsschauplay.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Oie Ereignisse aus dem Salkan. Eine neue Beschießung von vedeagatsch und Porto-Lagos.

W.T.-B. Sofia, 20. Jan. (Nichtamtlich. Vulgär sche Lelegraphen-Agentur.) Amtlich wird gemeldet: Am 18. d. M., um 8 Uhr vormittags, erschien ein feindliches, ans 24 Kricgs- einheiten bestehendes Geschwader vor Dedeagatsch. Um 9,42 Uhr vormittags eröffncten die Schiffe das Feuer auf die Stadt und die umliegenden Höhen. Mittags war die Be­schießung beendet. Die Schiffe fuhren auf die hohe See hin­aus. Der Beschießung fielen keine Menschenleben zum Opfer; nur vier Pferde wurden getütet. Am selben Tage kreuzte ein aus 16 Schiffen bestehendes feindliches Geschwader von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags in der Bai von Porto-Lagos. Um 1,65 Uhr begannen die feindlichen Schiffe, die um Porto-Lagos gelegenen Höhen zu beschießen. Sre unterbrachen das Feuer erst um 5,36 Uhr nachmittags, worauf sie sich in der Richtung gegen die Insel Thasis ent­fernten. Es waren keine Opfer zu beklagen.

Oie Crinksprüche von Nisch.

Oie Ansprache des bulgarischen 3«ren.

W. T.-B. Nisch, 20. Jan. (Nichtamtlich.) Bei der Be­gegnung in Nisch richtete bei der Tafel Zar Ferdinant. an Kaiser Wilhelm folgende Ansprache:

Ew. Majestät! Von ganz besonderer Bedeutung ist der heutige Tag. Heute vor 218 Jahren setzte sich &rv Majestät großer Vorfahre Friedrich I. mit machtvoller Hand die Konigskroue Preußens aufs Haupt, und am 18. Januar 1871 erstand unter Preußens glorreicher First: ung das neue Deutschland. .König Wilhelm I. prokl rmierte sich in Versailles zum deutichen Kaiser. Heut«, den 18. Jan 1916, durchfahrt sein Enkel, nachdem seine machtvollen Waffen den Sieg errungen haben, das einst van den «erden gegründete Altserb ien und betritt sicheren Schrittes das einstige Römerkastell Nisch. In meinem Namen, in dem meines Hauses und im Namen meines Volkes spreche ich Ew. Majestät unseren Dank aus für die ums erwiesene hohe Ehre des Besuches und heiße den deutschen Kaiser in der Geburtsstadt Konstantins des Großen herzlich willkommen. Um so größere Bedeutung hat Ew. Majestät Besuch für mein Land, als er angesichts der gewaltigen Stürme des Weltkrieges stattfindet, in dem das bulgarische Volk sein eigenes Schicksal mit dem des deuuchen Volkes verbunden hat, um der gerechten Sache oer Zentral st aaten beizustehen und seine berechtigten nationalen Ansprüche gleichzeitig zu erreichen. Zur Verwirklichung dieses Zieles ist aus Ew. Majestät Befehl g«. merrtfcrm mit unserem tapferen österreichisch-ungarischen Ver- bündetem das ruhmgekröntc deutsche Heer mit meinen Bul­garen in den Kampf getreten, in dem unsere Krieger ihre glänzenden militärischen Tugenden offenbart haben. Die Welt hat mit Staunen und Bewunderung die Kraft Deutschlands und seiner Verbündeten kennen ge­lernt und glaub: an die Unbesiegbarkeit des deutschen Heeres unter der Leitung und der Führung des deutschen Kaisers. Ich erhebe das Glas aus die kostbare Gesundheit und das fernere Wohlergehen Ew. Majestät, des erlauchten Kriegsherrn des deutschen Heeres, meines mächtigen und teueren Verbündeten, mit dem Segenswunsche, daß das Jahr 1916 uns durch einen dauerhaften Frieden die heiligen Früchte unserer Siege bringen möge, eines Friedens, der es meinem Volke gestattet, in Zukunft auch ein rreuer Mitarbeiter an Werken der Kultur zu werden. Und wenn ums das Schicksal eine Fortsetzung des Krieges aufer- l«gt, so wird mein Volk in Waffen gerüstet sein, bis zum Scblusie seine Pflicht zu erfüllen. Ave Imperator, Caesar et Rex, Victor et Gloriose! Ex Nissa antiqua omnes orientis populi te salutant, redemptorem, ferentem oppressis prosperitatem atque salutem -vivas! Kaiser WiOhrim II. lebe hoch!"

(Heil Dir, Kaiser, Herrsche und König. Si-gr-ich-.r und Ruhm- eekicrtar! Aist dem D-dm des alten Nisch arnßen Dich alle Völker bet Ott*«« fff« Besreier, der den Unterdrückten Gedeihen und Wehl, tatet bringt. Heil Dir!!

Oie Antwort unseres Baisers

lautete:Ew. Mafestät! Ew. Majestät haben auf das Datum des heutigen Tages besonders Rücksicht zu nehmen geruht, an drei wichtige Epochen anknüpfend, die mit diesem Tage zu- sammenfallen. Oftmals habe ich diesen für uns denkwür­digen und stets gleich bedeuffamen Tag sowohl als junger Mensch cm der Seite meines Großvaters und später selbst als Herrscher inmitten der Ordensritter festlich begangen. Nun­mehr zum zweiten Male durch Gottes Ratschluß feiere ich denselben im Felde aus alth i sto r ischem Boden. Durch bulgarische Tapferkeit ein herrliches Stück Land erkämpft, empfangen vom König inmitten seiner tapferen Truppen und seiner glorreichen Führer, geehrt durch Ew. Majestät mit dem hohen Orden, vor allem aber mit der Chef­stelle des 12. Balkan-Jnfanterie-Regiments, so haben Ew. Majestät mir die Feiier gestaltet, wie sie schäum zu erwarten ich nickt imstande gewesen wäre. Der heutige Tag hat mir die Erftillung eines lang gehegten Wunsches gebracht und die soeben gehörten gütigen Worte Ew. Majestät bezeugen das, wie auch :ch in der Bewertung dieser Stunde von den gleichen Gefühlen durchdrungen bin. Herausgeror- dert von Gegnern, die das ffiedliche Blühen und Ge­deihen Deuffchlands und Österreich-Ungarns neideten und in frivolster Weise die kulturelle Entwicklung ganz E n r o p a s aufs Spiel setzten, um ums und unsere treuen Bundesgenossen bis in die Wurzeln unserer Kraft zu- tressen, standen wir in hartem Kamvfe, der sich bald noch weiter ausdchnte, als die Türkei, von den gleichen Feinden be­droht wie wir, an unsere Seite trat und in zähem Ringen ihre Weltstellung sickerte. Ta erkannte Ew. Majestät Weisheit die Stunde für Bulgarien, seine alten guten Rechte geltend zu machen und.dem tapferen Lande die Wege zu einer herrlichen Zukunft zu ebnen. In treuer Wafsenbrüdevschaft mit den Verbündeten begann der glänzende Siegeszug Sw. Majestät in Waffen ge- rüsteten Volkes, das unter Leitung seines erlauchten Kriegs­herrn ein hehres Ruhmesblatt nach dem anderen in die Ge­schichte Bulgariens einfügte. Um den Gefühlen, die für solche Taten in mir und in ganz Deutschland leben, sichtbaren Aus­druck zu geben, habe ich Ew. Majestät gebeten, die Würde eines preußischen Feldmarschalls anzunehmen und bin mit meiner Armee glücklich, daß Ew. Majestät auch in diesem besonderen Sinne einer der Unseren ge­worden sind.

Mit Gottes gnädiger Hilfe ist hier und auf allen anderen Fronten Großes, Bewundernswertes erreicht. Ge» fühle heißen Dankes gegen den Allmächtigen empfinde ich, daß es mir vergönnt ist, an dieser historischen, jetzt durch tapferes Blut neugefestigten Stätte inmitten unserer sieg­reichen Tnuppen, Ihre werte Hand zu drücken und Ew. Maje- stät Wort zu vernehmen, aus dem der feste Entschluß hervorleuchtet, einen erfolgreichen dauerhaften' F r i ed e n zu erkämpfen in* unter den Segnungen desselben die im Sturm des .Krieges besiegelte treue Freund­schaft fortzufetzen in ebenso getreuer gemein­sam e r A r b c i t bei den hohen Ausgaben, die uns die Sorge für die Wohlfahrt unserer Völker anserlegt. Mit der festesten Zuversicht fasse mich ich dieses Ziel ins Auge und erhebe mein Mas. uni zu trinken auf das Wohl Ew. Majestät und Ew. Majestät Hauses, auf das ruhmgekrönte bulgarische Heer und die Zukunft Bulgariens!"

Ordensverleihungen.

Ein Dankgottesdienst in Sofia.

W. T.-B. Sofia, 20. Fan. (Nichtamtlich. Bulgarische Telegraphen-Agentnr.) Der denffche Kaiser hat deni Kron- pvinzen Boris den Schwarzen Adlerorden verliehen und den Prinzen K y r i l l ä la suite eines Husaren-Re­giments gestellt. Eine große Zahl mazedonischer Offiziere und Soldaten haben Eiserne Kreuze erhalten. Zar Ferdinand hat dem .Kaiser das Großkveuz des Militär- ordens für Tapferkeit im Krieg verliehen; General b Falkenhayn und Feldmarschall v. Mackensen er­hielten die 1. Klasse dieses Ordens. Zahlreiche andere deut­sche Offiziere erhielten gleichfalls Tapferkeitsorden.

Vor seiner Ankunft in Nisch sprach der Kaiser den Wunsch aus, die ehemaligen mazedonischen Partei­gänger zu sehen, von denen er so viel gehört habe, und die jahrelang mit bewundernswerter Tatkraft und eisernem Willen im Kampf für die Freiheit ihrer Heimat ausharrten.

Zar Ferdinand, die beiden Prinzen, Ministerpräsident Radoslawow, Generalissimus S ch e k o w, die Mitglieder des königlichen Gefolges und Oberst Protogerow begleite­ten den Kaiser be' der Abreise bis zur Station Stalatsch, wo ein Mahl stattsand. Um 4 Uhr morgens kehrten der Zan die Prinzen, der Ministerpräsident und die Herren des Ge­folges nach Nisch zurück.

In Sofia wurde am 19. Januar in Gegenwarl des Ministerpräsidenten, des Generalissimus und aller Armee- fühver ein Dankgottesdienst abgehalten.

3ar Ferdinand auch österreichisch-ungarischer Feldmarkchall.

W. T.-B. Wien, 20. Jan. Der Kaiser verlieh dem bul- Mrischen König di« Würde eine? österveichisch-ungarischen Felomarschalls. Das kaiserliche Handschreiben hierüber wurde dem König am 17. Januar vom Gardekapitän Grafen L o n y a y übergeben.

Bulgariens Aufgabe als Balkanvormachl.

Berlin, 21. Jan. (Zeus. Bln.) Über Bulgarien und Deutschland heißt es in derDeutschen Tagesztg.": Durch den Krieg ist Bulgarien über sei.ne frühere Rolle weit h in­an Sge wachsen und wir sind nicht im Zweifel, daß die militärische, politische und wirtschaftliche Bedeutung des bul- garischen Staatesund Volkes noch weit mehr zunehmen wird. ES würde eine sehr oberflächliche politische Betrach­tungsart bedeuten, wollte der Deutsche Bulgarien in erster Linie nur als Brücke zwischen Konstantiuopel und Budapest und in weiter Folge Wien und Berlin und darüber hinaus als ein wichtiges unentbehrliches Glied des großen lebendigen Menschenlagers Europas gegen Rußland betrachten. Dieses beides bedeutet zwar viel, erschöpft aber lange nicht die Be­deutung Bulgariens in Gegenwart und Zukunft. Ein S:urt, der so sicher, klar und zielbewußt seinen Weg geht, der so kurze Zeit nach dem Balkankrieg eine so gewal­tige Heeresmacht hat schassen, organisieren und vorbe­reiten können, ein iolcher Staat, ein solches Volk mit solchen Leitern hat sich seinen Platz im Rate der Völker ge­macht. Es muß in der Linie der bulgarischen Entwicklungs- Möglichkeit unbedingt dafür gesorgt werden, auf der Balkan­halbinsel eine Vormacht zu bleiben. Das Deutsche Reich hat alles Interesse daran, diese Entwicklung mit Genugtuung und wo es immer möglich ist, fördernd zu würdigen. Wir hoffen, daß man ebenso wie in Bulgarien bald in Deutschland erkennen und unter politischem !oie wirtschaftspolitischem Ge­sichtspunkt bereitwillig bestätigen möge, wie wirksam für beide eine enge, vertrauensvolle und direkte Zusammen­arbeit in der europäischen und in der Balkanpolitik sein wird.

ver erste Balkanzug in Berlin.

Berlin, 21. Jan. (Zeus. Bln.) Der erste Balkanzug auS Konstantinopel traf letzte Nacht um 11,25 Uhr mit unwesent­licher Verspätung in Berlin aus dem Bahnhof Fviedrichstvaße ein. Von der kolossalen Lokomotive wehten osmanische, bul­garische, ungarische, österreichische und deutsche Flaggen. Der Zug bestand auS fünf Wagen. Die ihm entsteigenden deut­schen und türkischen Offiziere wurden von dem Publikum freudigst begrüßt.

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Griechenlands letzte Frieöensftunde bald gewesen?

Londoner Erwartungen.

Berlin, 21. Jan. (Zens. Mn.) DerB. L.-A." erfährt aus London, die dortigen politischen Kreise seien allgemein der Meinung, Griechenlands letzte Friedensstunde werde bald geschlagen haben.

ver Streit um die Aufgabe des Saloniki­abenteuers.

Die Deutschen müssen an der Westfront getroffen werden.

Br. Amsterdam, 21. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) England drängt nach einem Bericht derB. Z.", wie be­reits auch von anderer Seite schon gemeldet, andauevnd aus Ausgabe der Saloniki-Expedition, doch wollen die Franzesen nichts davon wissen. DieTimes" gibt jetzt die Gründe an, weshalb England sich aus Saloniki zurück- ziehen möchte. Das Matt sagt: Die Alliierten müssen alle Kräfte im Westen einsetzen, um dort eine entscheidende Schlacht und den Sieg Herbeizufuhren. Die Deutschen müß­ten an der Westfront um reden Preis geschlagen werden. Täg­lich müßten 20000 Deutsche getötet wenden, bis Deuffchlaud cinsehe. daß sein Ziel unerreichbar ist. Es sei verkehrt, gegen Deutschlands Bundesgenossen zu kämpfen, es müßten vielmehr die deutschen Soldaten getroffen werden, und das gehe eben nur im Westen. DieTimes" sagt schließlich, die Engländer hätten bisher Erfolge erzielt, wodurch sie in den Besitz von 600 000 Ouadratm eilen deuffcher Kolonien gelangt seien, was dreimal so viel wäre, als die von Deutsch­land in Frankreich und Rußland besetzten Gebiete.

Wer da weiß, was hinter den Kulissen vorgeht, wer den Streit zwischen England einerseits und Frankreich und Rutz- land andererseits über Saloniki kennt, der jetzt das Thema er Besprechungen des gemeinschaftlichen Kriegsrats bildet, er wird verstehen, warum und zu welchem Zweck diesen zweifellos inspirierteTimes"-Artikel gerade jetzt erscheint, venizelos als Schürer revolutionärer Propaganda.

Sr. Budapest, 21. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) A Villag" veröffentlicht eine lange Drahtung aus Saloniki, die besagt: Einer Athener Drahtnachricht zufolge ist die

griechische Regierung in den Besitz zweifelsfreier Be­weise gelangt, woraus hervorgeht, daß Venizelos wäh­rend der Kammerwahlen Vorbereitungen getroffen hatte, um das Land im geeigneten Augenblick in gldcouen zu setzen. Es wurde eine revolutionäre Agitation gegen König Konstantin und die griechische Regierung entfacht, Waran Venizelos in eigener Person allerdings rächt teiluahm, Werl man ihm vertraulicherweise zu wissen gab, daß er ständig unter polizeilicher Bewachung stehe und die Regierung von jedem seiner Schritte unter­richtet sei. Die Agitation der Anhänger Venizelos' trifft die Regierung nicht unvorbereitet. Allein ihre AktonSfreiheit erscheint durch die auf griechischen! Boden stehenden engusch- französtschen Truppen beeinträchtigt. ES ist von großer Be­deutung, daß der größte Teil der Station und die gesamte Armee auf seiten des Königs «nt seiner friedlj ebenden Pvlitik