Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tsgblatt.

B«l«s L««-S«s,e LI 12 ^tUSGübCVl» „sagjutt^Ll" Nr. 6S5S-S3.

U?0£l)Crilltö| *■“ Bon 8 Uhr morgen« Bis 8 Uhr aBenb«, außer Sonntag».

Schalter-challe geöffnet von 8 Uhr morgen» bi» 1 Uhr abend». ^

ktezngs.PrriS für beide Ausgaben: 7» Pfg. monatlich, M. 2 25 vierteljLhrUch durch den Verlag Langgaffe 81. ohne Bringerlovn. M. 3.80 vierteljährlich durch alle deutschen Poslanstaltkn, ausschließlich Bestellgeld. — Bezug». SestWungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die 8»rialtell- BiS- mareiring IS, sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: di- dortigen Au»- gabeüellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden TagblaN-Träger.

„Tagblatt-Haus" Rr.S«5»-SS.

Bon 8 Uhr morgen» bi» 8 Uhr abend», außer Sonntag».

Berliner Echriftleitung des Wiesbadener TagblEBerlinlV

—, Kür die Ausnahme von Anzeigen an »orgeschriebenea

, Potsdamer Str. 121L. Fernspr.: Amt Lützow 6202 «. 6206. Tagen und Plätzen wird leine Gewähr ubernommeiu

lötxbl

WqKoleschan

(L, _ 0 fschati

wjescfie

oßoc/escüe^ oßadorntP > j * oSuhcdoi

Bo Fisctiteßem 57

oDscftqfS

ivtorft

Ka/meM

Mtessiu

o •Kttieb

'S rin-

Werten

/tar/roHo* olefin .

0BitSi3Mra\ 'Skudrmje

MTthref

eklere

'Mtschter

^SchustMze

Maritie,

0 ) OchlftW

i toten

°B/nar

noraselo

Wunan

aSresc/)

> °6ra#m

Bistrup /

Donnerstag, 20. Januar 1916.

Oer Krieg.

Die Ereignisse auf dem Balkan.

Die Begegnung von Nisch.

W. T.-B. Sofia, 20. Jan. (Nichtamtlich. Bulgarische Telegraphen-Agentur.) Bei der zu Ehren Kaiser Wilhelms in Nisch veranstalteten Parade über die vereinigten Truppen zeigte der Kaiser ganz besonderes Interesse für die mazedonischen Abteilungen, die größtenteils aus ehe­maligen Parteigängern gebildet sind. Der Kaiser unterhielt sich mit jedem Offizier und jedem Soldaten uind fragte sie, ab sie zufrieden seien, daß ihr Land befreit sei. Im Anschluß an die Parade überreichte der Kaiser (wie bereits gemeldet) König Ferdinand den Feldmarschallstab, wobei er auf deutsch sagte, er sei begeistert von der Tapferkeit der bulgarischen Armee und ihrer glänzenden Teilnahme an dem gemeinsamen Werke. Er bitte den König, den Mair- schallftab als ein Zeichen von Dankbarkeit der deutschen Armee anzunehmen. Der König antwortete auf bulgarisch, er sei stolz darauf, sein Heer an der Seite des heldenhaften, ruhm­bedeckten deutschen Heeres kämpfen zu sehen. Er sei überzeugt, daß ihr Zusammenwirken eS den beiden Ländern ermöglichen werde, das zu erlangen, worauf sie ein Recht hätten. Er werde den Marschallstab mit Stolz tragen.

Ordensverleihungen des Kaisers.

W. T.-B. Sofia, 20. Fan. (Nichtamtlich.) Bei seinem Besuche in Nisch verlieh Kaiser Wilhelm allen selbstän­digen TruppenbereHlShabern und vielen höheren Offizieren der bulgarischen Armee das Eiserne Kreuz. Minister­präsident Radeslawow erhielt das Großkreuz des Roten Adlerordens, der Chef des Gckheimen Kabinetts des Königs, Dvbrowstsch, der königliche Kommissar in Nisch Tsthopra- schikoss, Genevalpvstdirektor Skojanowitsch und der Direktor der Staatseisenbahnen Morfofs erhielten das Eiserne Kreuz 2. Klaffe, der Direktor der Presssäbteilung, Herbst, den König­lichen Kronenorden 2. Klaffe.

Aus der Berliner Presse.

Berlin, 20. Jan. (Jens. Bln.) Zur Monarchsnznsaminen- kunft von Nisch schreibt die „Germania": Die Situation gipfelte in dem äußeren Ausdruck einer inneren urid testen Zusammengehörigkeit für eine voraussichtlich lange Zeit der Menschheitsgeschichte. Sie erinnert bis zu einem gewissen Grade an 1871, als Deutschlands Fürsten aus feindlichem Boden in Versailles zusammentvaten, um den Grundstein zu legen zu unserem heute so glänzend bewährten Gebäude des neuen Deutschen Reiches, zeugt von der TanerhastiMit dieses deutschen Bundes und von dem Segen, den er unserem Volke gebracht hat, auch von der Größe, zu der er es emporgehoben vor aller Welt.

Lin wiener Urteil zur BeGegnung von Nisch

W. T.-B. Wien, 20. Jan. (Nichtamtlich.) Die „Neue Freie Presse" schreibt: Die Zusammenkunft von Risch ist eine Bekräftigung der Wegfreiheit zwischen den Mittelmächten auf dem Balkan. Österreich-Ungarn und Deutschland haben gemeinschaftlich die herzlichsten Gefühle für Bulgarien, und die Zusammenkunft zwischen Kaiser Wil­helm und Zar Ferdinand wird sicherlich diese Empfindung be­stärken. Der Besuch des Kaisers in Nisch, der früheren Haupt­stadt Serbiens, die jetzt in den Besitz Bulgariens gekommen ist, ist ein bedeutsames Ereignis.

*

Montenegro.

Don General der Infanterie z. D. v. Blume.

Berlin, 18. Jan.

Als e r st e r der uns feindlich gegenüiberstchenden Staaten hat Montenegro die Waffen gestreckt, sich auf Gnade und Ungnade ergeben. Es ist zwar her kleinste und ärmste von ihnen, immerhin ein Staat, der bisher allen Angriffen überlegener Feinde gegenüber feine SeDstäntugkeit behauptet und in der Balkanpolitik eine nicht unwichtige Rolle gespielt hat. Daß er hierzu imstande, gewesen und 'glbst als Königreich an­erkannt worden ist, verdankte er der zähen Tapferkeit seiner kriegerischen Bevölkerung, der rauhen Gebirgs- natur seines schwer zugänglichen Gebietes, nicht zum wenigsten auch den von ihm gepflegten nahen Bezichun- gen zu Rußland. Begrüßte doch der Zar den Herrscher der Schwarzen Berge, Nikita, vor nicht langer Zeit in Petersburg als den einzigen zuverlässigen Freund Rußlands. Auch ist Nikita der Schwiegervater des regierenden Königs von Italien sowie des Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch, des ehemaligen Oberbefehls- habers der russischen Armee, jetzigen Generalgouver­neurs von Kaukasien.

Mit Serbien war Montenegro durch die Lage seines Gebietes und durch die Blutsverwandtschaft der Be­völkerungen eng verbunden und infolgedessen durch deu Fall Serbiens unmittelbar bedroht. Da die .montene­grinische Armee jedoch keine nennenswerte Offensiv- kraft besitzt, so hatte der Kaiserstaat freie Hand für die Wahl des Zeit Punktes zur Wrechnung mit diesem Gegner. Dsstff, daß er sogleich nach Niederwerfung

erbend'Kusgabe.

Serbiens hierzu schrstt, ist vernrutlich der Umstand mrt- entscheidend gewesen, daß das Gebiet Montenegros den Zusammenhang der Herzegowina mit A l b a n r^e n unterbricht, und daß in dem letztgenannten Lande In­teressengegensätze zwischen der Donaumonarchie und Italien bestehen, die der Lösung, harren. Dre Schwierigkeiten einer Winterossenstve in den: ranhen

t ochgebirge sind gewiß nicht unterschätzt worden. Wer sterreich-Ungarn war zu dem Vertrauen berechtigt, daß seine vortrefflichen Truppen und deren bewährte Führer diese Schwierigkeiten überwinden würden. Sie haben die ihnen gestellte Ausgabe in einer Weise g e - löst, die über jedes Lob erhoben ist. Und nicht gering ist der Vorteil zu veranschlagen, daß diese Trup­pen nun für andere Zwecke zur Verfügung stehen., So ist nun wieder einer der kleineren Staaten, dre im Vertrauen auf die Macht und die Versprechungen von vier europäischen Großniächten sich zur Teilnahme an dem Beutezüge gegen uns und unsere Verbündeten haben verleiten lassen, zugrunde gegangen. Was haben jene getan, um ihn davor zu erretten? Rußland allein hat Opfer dafür gebracht. Es

Nr. 32. . 64. Jahrgang.

unsere bevorstehende Vernichtung zur Befreiung der Menschheit ankündigt.

Wir aber wollen uns, wie jedes Erfolges, so auch des bevorstehenden ersten Friedensschlusses freuen, darüber jedoch nicht den Ernst der Aufgaben vergessen, die uns noch zu lösen bleiben. Unsere Feinde, allen voran England, verkündet: lauter als je, die Waffen nicht vor unserer völligen Demütigung niöderlegen zu wollen. Wohlan, so kämpfen wir um unsere Existenz, in dem Bewußtsein, daß wir sie nur durch die Vernichtung unserer Hauptfeinde sichern können. m

völlige Ruhe auf der montenegrinischen Front.

Br. K. u. K. Kriegspressequartirr, 20. Jan. (Eig. Draht- bericht. Zeus. Bln.) Nachdem nun an alle mvutencgrini- schen Fronten der Vesehl gelangt ist, den Kampf einzustellcn, herrscht völlige Waffenruhe. Die Waffen- niederlegung geht überall ungestört v»r sich. Die Okkupatronstrnppen haben mit schönem Eifer über­all begonnen, Lebensmittel abzugcben, da das Lan-

c fS6r/scBfe

qiasetom

o

SatcnftscA

Die Kampfe um

tmsaou. Ttra/m.

■ ■ -■ .e » 1 - - - >- i .‘ Hm

«r

hat alle seine verfügbaren Kräste zusammenger-afft zu dem Versuch, sich einen Weg durch Rumänien nach dem Balkan zu öffnen. Und als sich dies als unausführbar erwies, hat es die gesammelten Massen zu wildem An­sturm gegen die österreiMch-ungarisch-deutsche Grenz- wchr in der Bukowina und Ostgalizien ge­führt. Dort sind sie, unfertig wie sie waren, unter furchtbaren Verlusten kläglich gescheitert, haben nur bewiesen, daß Rußland unfähig ist, in dem gegen­wärtigen Kriege mit Aussicht auf Erfolg noch mitzu- wivken. Italien hat sich im wesentlichen mit plato­nischer Teilnahme an dom Schicksal des Schwieger­vaters und, seines Volkes begnügt. England und Frankreich aber, die „Hauptbeschützer" der kleinen Staaten, haben Hunderttausende ihrer Krieger zur Hilfe der Balkanvölker übers Meer gesandt und verwenden sie dort, außer zum Bau von Schutzwchren für sich, lediglich, um unter frivoler Verletzung aller Grundsätze des Völkerrechts einen Kleinstaat, der eine ihnen wohlwollende Neutralität bewahren möchte, zu zwingen, daß er für sie die Kastanien aus dem Feuer hole. Es ist wirklich schwer, eine Satire nicht zu schreiben, zumal angesichts der großen Worte, mit denen man von Paris und London der Welt täglich

von solchen nahezu entblößt ist. Die V ol t s st r IN m u n g ist dadurch den österreichisch-ungarischen Soldaten sehr freundlich geworden. Der Schritt der Regierung und des Königs wird von allen montenegrinischen Kreisen, die von der Aufopferung für die Entente längst nichts mehr wiffe» wollten, sehr günstig beurteilt.

Die Abberufung der Lntentezesandten aus Montenegro.

Rückkehr der montenegrinischen Staatsbank nach Cettinje.

Berlin, 20. Jan. (Jens. Bin.) über die Abberufung der Ententegesamdten aus Montenegro heißt es in verschiedenen Morgenblättrrn aus Mailand: Italien hat mit Frankreich und England seine Gesandten am montenegrinischen Hofe zurückgezogen. Die diplomatischen Beziehungen dev Weltmächte zu Montenegro sind damit eingestellt. Die mon­tenegrinische Staatsbank wird aus Messia nach Cettinje zurückgebracht, wohin auch die montenegrinischen Staats, beHörden znrückkehren.

Ein dänisches Urteil.

Berlin, 20. Jan. (Zeus. Bin.) Nach der „Köln. Ztg." schreibt ein führendes dänisches Blatt, daß die Unterwerfung Montenegros auf Rußland einen peintichen und schmerz, lichen Eindruck machen muffe. Der Zar habe sei neu besieg