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y Seite 2. Menv-Nusgabe. Erstes Blatt.

-weiß, daß sein Kriegsgeschäst bankrott macht, und daß sich die öffentliche Meinung des Landes gegen es wendet. Es kommt chm nicht darauf an, die Familienehre der /italienischen Königin herabzusetzen, wenn ihn', da­durch eine Gnadenfrist gewonnen wird. Der „Ver­räter Nikita" hat als wahrer Patriot gehandelt, als er unnütze Menschenopfer ersparte und sich bei den unbedingt siegreichen Mittelmächten vielleicht mildernde Um­stände für die Z-ukunft sicherte. Mögen sich andere Völker für England und die Entente verbluten.

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Die serbischen Flüchtlinge in Italien

W. T.-B. Bern, 18. Jan. (Nichtamtlich.) Die „Tribuna" läßt in einem Begrühungsart'.kel cm die in Brindisi cm» gekommene serbische Regierung durchblicken, daß italie­nische Beamte die serbischen Flüchtlinge nicht über­mäßig zuvorkommend behandeln. — Dem „Corrieve della Sera" zufolge passieren andauernd serbische, von Bari kommArde Flüchtlinge Rom, wo nur wenige Aufenthalt nehmen. Die meisten ziehen die Weiterfcchrt nach Frank­reich vor. In den letzten Wochen sollen mehr als 20 000 Serben Rom passiert haben.

Unruhige Stunden in Italien.

W. T-B. Mailand, 17. Jan. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der „Secolo" meldet aus Rom: Der italienische Gesandte bei der serbischen Regierung ist gestern ftüh in Rom eingetroffen, wo er mit dem Minister des Äußern eine Besprechung hatte. Der König isi angeblich nach Tarent zu einer Begegnung mit dem Prinzcr Mirko von Montenegro abgereist.

Die Bestürzung in Italien schon vor dem Bekanntwerden der Kapitulation Montenegros.

Br. Lugano, 17. Jan. (Eig. Drahtbericht.^ Zens. Bln.) Jede Nachricht aus Italien, sowie di- gesamt- Prege spiegeln die trotz aller Beschönigungsversuchc wachsende Bestürzung über den öster­reichischen Vormarsch in Montenegro wider. Die mehr oder minder osiiziösen Blätter sahren in der Verteidigung der Regierung sori. Die „Stampa" erklärte Diesmal sei alles ge- s ch e h e n, man habe die Serben mit Munition und 5000 Tonnen Lebensmitteln unterstützt und dabei die Dampfer ,sörindisi" und „Citta di Palermo" verloren. Italien yabe neue Beschlüsse nicht zu fassen. Der „Messaggero" wünscht, dah der gemeinsame Kriegsrat in Paris schleunigst wieder zusammenrrete, und der „Secolo" kommt geradeswegs zu dem Schlüsse, Italien möge den Mut haben, Albanien a u f z u g e d e n und die dort gelandeten Truppen zurückziehcn, falls cs dort allein den Bulgaren, Österreichern und Deutschen gcgenüberstehen muß.

Oie griechischen Schwierigkeiten.

O Berlin, 17. Jan.

Die neue Gewalttat unserer Feinde in P h a l i r o n beweist nicht -die Stärke, sondern die ratlose Schwäche der Gegner. Griechenland soll zur Ver­zweiflung getrieben werden und in diesem Zu­stande einen unüberlegten Schritt tun. Es würde den Engländern und den Franzosen gut gefallen, wenn König Konstantin, geneigt durch die abermalige schwere Ver­letzung griechischen Gebiets, seine Wahl endgültig träfe und an unsere und unserer Verbündeten Seite träte, älso die Feindseligkeiten gegen die Eindringlinge er- üffnete. Zu dieser letzten Wahl soll Griechenland ge­trieben werden, wobei man freilich die darin liegende Geringschätzung der griechischen Truppen mit zu den Be- weisen eines geradezu sträflichen Hochmuts im feind­lichen Lager rechnen muß. Würbe sich Griechenland affen für unseren Vierbund entscheiden, so wäre für die Fembe, und das ist ihre Rechnung, die Bahn frei für jede nur denkbare weitere Gewalttat, eine ganze Reihe griechischer Inseln würde besetzt werden, und die Aufgabe, sie für das bedrängte Hellenenreich zurück- zugewinnen, würde nicht bloß im Kriege, sondern auch i!m Frieden zweifellos schwer genug, sein. Nun ist aber die feindliche Taktik von so dürftiger Einfachheit imd Durchsichtigkeit, daß sie ganz gewiß ebenso fehl- schlagen wird, wie das allen bisherigen Maßnahmen des DiewerbaNbes widerfahren ist. Die politische

Unlerhaltungsteil.

Aus Kunst und Leben.

* Die Literarische Gesellschaft hat ein ganz anderes Ge­

präge erhalten, seit sie ihren Sitz im „Roten Saal" des Kur­hauses innehat. Meist ist der Saal gut besucht, gestern aber war er überfüllt. Ter Abend versprach besonders interessant zu werden, und er wurde es auch. Ejnar Forchhammcr hat hier eine große Gemeinde, und auch wenn er nur als Rezitator auftritt, wie dies gestern der Fall war, verfehlt er nicht, die gewohnte Anziehungskraft auszuüben. Dem nordischen Dichter I. P. Jacobsen war der Abend gewidmet. Herr Forchhanrmer gab einen ganz kurzen Lebensabriß des Dichters wieder, las Teile aus dem Roman „Marie Grubbe" vor, dann Gedichte, später Teile ans Novellen. I. P. Jacobsen ist ein echter Dichter, der sich in liebevoller Kleinmalerei ge­fällt, und der die Natur mit -Dichteraugen schaut. Herr Forchhommer verstand es, die Werke des Dichters dem Publikum fernkünstlerisch zu übermitteln. Er liest einfach und eindrucksvoll, und sein angenehmes Organ umschmeichelt den Zuhörer, ohne ihn zu ermüden. Die von Sinding verton­ten Gedichte sang Frau Rane Fcrchhammer mir Ge­schmack und tiefem Gefühl. Ihr durchdachter Vortrag ist zu rühmen. Am besten gelang der Künstlerin das Lied. „Im /Serail, im Garten", das, leise hingehaucht, angenehmen Ein­druck hinterließ. Ein Lob gebührt Herrn Secker, der schmiegsam und diskret ain Flügel begleitete. Die so zahl­reichen Anwesenden zeichneten das Künstlerpaar durch freund­lichen Beifall aus. B. v. N.

* Uraufführung von Viktor Hahns Warbeck-Tragödie in Darmstadt. Viktor Hahn hat in seiner Ausarbeitung des Schillerschen Fragments von den beiden Möglichkeiten der Stoffbehandlung, entweder aus dem Gegensatz zwischen der angemaßten großen Rolle des Betrügers Warbeck und seiner Unfähigkeit, eine Komödie zu schaffen oder aber die Tragik dieses Gegensatzes zu behandeln, an der der Held zugrunde jgeht. den letzten Ausgang gewählt, der der ursprüngltchen ^Schille-schen Absicht entspricht. Von Schiller selbst rührt der -größte Teil des in Versen ausgeführten ersten Auszugs her, ^iowre das Szenarium, an das sich Hahn im großen und

Mrssb-rderreV ftanHsifi_

wie die militärische Lage auf dam Balkanist so be­schaffen, baß wir eine Unterstützung Lurch die griech­ischen Waffen w eb e r brauchen noch wünschen können. Unser Interesse wirb durchaus Durch die Ber- behaltung der griechischen Neutralität befriedigt; bas gleiche gilt, wie kaum hinzuaesugt zu werden braucht, von den Interessen unserer Verbündeten ganz ebenso. Die Besorgnis aber, daß sich dieser Zustand ändern könnte und daß es dem Drängen der Feinde wähl gar gelingen möchte, Griechenland mit sich fort­zureißen, diese Möglichkeit tritt, je länger desto mchr in den Hintergrund, sie spielt kaum noch irgendwo in den politischen Erwägungen eine Rolle. Wie es nun aber auch mit Griechenland werden mag, die Linie der Entwicklung geht im S ü d o st,e n ungebrochen weiter, sie verläuft nach dem Willen des Siegers und nicht nach den ohnmächtigen Versuchen im feindlichen Lager, durch Winkelzüge und Brutalitäten das unentrinnbare Schicksal noch abzuwenden. Die feindlichen Truppen werden an den Küsten nur gerade solange bleiben können, wie es die Langmut unseres Vierbundes ihnen gestatten wird. Man kann sich nicht vorstellen, daß ein g ew i s senh a fter mili­tärischer Fachmann, Franzose oder Engländer, wirklich zu glauben vermöchte, diese von ihrer natürlichen Basis losgelöste Heeresanasse in Saloniki werde den Bul­garen oder, wenn es ''ein muß, unseren und . den österreichisch - ungarischen Truppen Wider­stand leisten können. Das Schicksal des Landungsheeres wird besiegelt sein, wenn wir und unsere Freunde es für an der Zeit halten. Bis vor acht. Tagen hatte der Vierverband immerhin noch einen Aktivposten in Montenegro. Auch damit ist es jetzt vorbei, und zwar für immer. Die bewundernswerte Leistung der österreichisch-ungarischen Truppen hat in den schwar­zen Bergen ein politisches Urteil von geradezu g e * schichtlicher Bedeutung vollzogen, Italien ist jetzt endgültig vom Balkan weggewiesen. G e r ad e I t a l i e n ist durch den Sieg unserer Freunde tödlich getroffen worden, und mit unaufhalt­samer Notwendigkeit wird sich Folge an Folge raüjen, auch die Zukunft der albanischen Gebiete lichtet sich, und ber Tag ist nicht mchr fern, wo in Nordeprrus der Wille unseres Vierbundes in freundliche Berührung mit g r i e ch i s ch e n Wünschen und Forderungen kommen und zu ihrer Verwirk­lichung mittelbar oder unmittelbar wird kb ei tragen können. Die Leidtragenden werden aber auch hier wieder die Italiener sein, ebenen es in und mit Valona genau so gehen wird wie Engländern und Franzosen in und mit Saloniki. Man wirb sie dort be­lassen, solange es sich rechtfertigen läßt; man wird sie hinauswerfen, wenn die Stunde gekommen ist. Den Griechen aber geziemt Geduld. Wir wissen frei- nch, wie schwer ihnen diese Tugend gemacht wird, die Gewalttat von Phaliron zeigt es aufs neue, aber in Athen regiert die Klugheit, und auf sie dürfen wir auch setzt vertrauen.

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Ein Ultimatum an Griechenland?

Ein neuer Gewalttätigkeitsakt des Bierverbandes?

Br. Sofia, 18. Jan. (Eig. Drcchtbericht. Z«nf. Tln.) Nach einer Athener Meldung haben England und Frankreich gestern der griechischen Regierung eine befristete Note überreicht, die tatsächlich einem Ultimatum gleichkommt. Die Note erklärt, Griechenland solle binnen 48 Stunden allen diplomatischen Vertretern und Konsuln der BierbundSmä ächte die Paffe zustellen, wid­rigenfalls der Bierverband die zur Wahrung seiner Inter­essen für nötig erachteten Schritte unternehmen werde.

Griechenland fordert die Räumung seines Gebiets?

vis Panik in Kthen zur Besetzung von phaliron.

W. T.-B. Wien, IS. Jan. (Nichtamtlich.) Die „Neue Freie Presse" meldet aus Sofia: Girechenland wird heute in

ganzen gehalten hat. Freie Dichtung ist das Vorspiel. Hahns Sprache zeigt fast durchweg die edle Leidenschaftlichkeit und die plastffche Wvrtm-alerei Schillers. Die einzige Ausstellung wäre die Verwendung einiger moderner Fremdwörter, die den historischen Stil des Dvamals empfindlich stören. Der Stoff selbst und seine Behandlung ist so „aktuell" wie möglich für ein historisches Drama. Die Schilderung der Dorischen Herr- schaft im England des ausgehenden 15. Jahrhunderts ließe sich ohne werteres auf die heutigen Verhältnisse übertragen. Der Schrllersche Entwurf ist bekannt genug, so daß es sich er­übrigt, auf den Inhalt des Dramas einzugehen. Hahn ist es gelungen, in seinem Werk den Betrug des falschen Prinzen, der den patriotischen Zweck das verwerfliche Mittel heiligen läßt, zu adeln und den Helden als Märtvrer der guten Sache zu verklären. Wie auch bei Schiller, tritt das deklamatorische Element ziemlich in den Vordergrund; die eigenen Ergänzun­gen Hahns, so namentlich die Liebesszene zwischen^ Warbeck und der Prinzessin, und vor allem das Vorspiel, sowie tue Schlußszene verraten ungewöhnliches dichterisches Empfinden und ebensolche dramatische Begabung. Spielleiter war Herr Baumeister, de- durchweg vollendete farbenschöne Bilder gestellt uiid vor allenr auch die geschichtliche Treue in der Aus­stattung gewahrt hatte. Die Gerichtshalle des Vorspiels und die Huldigungsfzene waren Meisterstücke geschmackvoller urtd historisch-treuer Geschichtsbilder. Herr Baumeister gab den Warbeck mit Feuer und Leidenschaft und glänzender Sprech­kunst. Eine glänzende Leistung war ferner die Margarete von Aork Fräulein A l s s e n s, die die kalte, herzlos berech­nende, politische Intrigantin prächtig zum Ausdruck brachte. Viktor Hahns Werk wunde vom Publikum sehr warm ausge­nommen. Der Dichter muhte nach dem zweiten und jedem folgenden Akt auf der Bühne erscheinen, um den Dank und die Anerkennung der Hörer entgegenzunehmen. Warbeck dürfte sich dauernd auf dem Spielplan der deutschen Bühnen halten; er bedeutet eine sehr schätzende Bereicherung unseres historischen Tragödiensch-atzes. , Eie.

Kleine Chronik.

Theater und Literatur. Agnes Sonnt, die seit Kriegs­beginn für die Berwundetenfürforge tätig ist, hat chrem letz­ten Gafffpiel in Hannover einen würdigen Abschluß ge-

Dicnstag, 18. Januar 1816. _Nr. ^

einer Note von der Entente die Räumung des griechische«

Territoriums fordern. — „tttro" zufolge hat We Besetzung von Phaliron in Athen eine ungeheure Panik er» regt und Enttüstnngen und Kundgebungen gegen die Ver­treter der Entente hervorgerufen. Durch das rechtzeitige Einschreiten der Behörden wurde ein Angriff des B » lkes auf die französische und englische Gesandtschaft verhindert.

Die Franzosen in Ravalla.

Sr. Sofia, 18. Jan, (Eig. Drahtbericht. Zens. Dln.) Die „Kampana" meldet aus Athen: Die Franzosen setzen ihre Truppenlandungen in Kavalla Port. Die Entente plant noch Var Einsetzen der Offensive gegen Saloniki die Belagerung Kavallas. Die Franzosen quartieven sich in den Wohnungen der geflohenen Bevölkerung ein. Der griechische Milrtärbefehlshaber hat von seiner Regierung noch kerne Verhaltungsmaßregeln erhalten.

General Sarrai! Oberbefehlshaber in Mazedonien.

w. T.-B. Amsterdam, 18. Jan. (Nichtamtlich.). DSr BlättermMmng, daß die englisch-französischen Strettkrafte irr Mazedonien unter den Oberbefehl des Generals « a r r a r l gestellt worden sind, wird durch eine Meldung des Rourer- schen Bureaus aus Saloniki b e st ä t i g t.

Die Kriegsschiffe vor dem Hasen von Saloniki.

Br. Sofia, 17. Jan. (Erg. Drahtbericht. Zens. Mn.) In Saloniki wurden zwei Flugplätze errichtet. Vor dem Hafen liegen 12 große K r i e g s s chi f f e und Kreuzer, darunter der russische Kreuzer „Ascold itrib 20 kleinere. Die verankerten Schfffe werben durch ein Minenlager geschützt, das sich von Kara Bnrun bis Kavaüa hinzieht.

Die feindliche prückrensprengung bei UMndir

Noch weitere acht kleinere Brücken zerstört.

W. T.-B. Bern, 18. Jan. (Nichtamtlich.) Der „TempS" meldet aus Achen: Die Miwrten sprengten _ außer der

Stoukmabrücke noch acht kleinere Brücken zwffchen Porop uetd Kilmdrr. Man vermute, daß ähnliche Vorbeugungsmaß- vegeln unverzüglich auch auf dem Wege nach Monastir ge- traffen werden würden.

Die Lahmlegung des griechischen Schiffs» Verkehrs.

W. T.-B. Haag, 18. Jan. (Nichtamtlich.) Der „Nisuwe Courant" meldet aus London: Ein Telegramm aus Achen be­richtet, daß seit einem Monat keine Dampfer oder Segel­schiffe von Griechenland auSgefahren oder angekommen sind. Bon mehreven hundert Schiffen, die ausgeführen sind, um Lebensmittel zu laden, ist man ohne Nachricht.

ß Wiener Stimmen zur Landung vor den Toren Athens.

W. T.-B. Wien, 18. Jan. (Nichtamtlich) Die Blätter betonen, daß die bisherigen, in Saloniki, Korfu wnd Santi Quaranta verübten Gewaltakte der Entente durch die nach Privatmeldungen erfolgte militärische Besetzung des Piräus und von Phaliron noch überboten worden. Die „Neue Freie Presse" schreibt: Wenn der König von Grie­chenland auch wach dem Einbruch in ?lthen die Macht hat, feine Politik gegen die Entente zu verteidigen, würde sie mili- tärifche Besetzung Athens die Gruppe der Mtttelmächte nicht empfindlich treffen. Selbst im schlimmsten, kaum vor- auSzäsetzenden Falle würde eine erzwungene Unter, stütz u ng der Armee, die in einer ihr verhaßten Ge­meinschaft kämpfen müßte, militärisch ohne Wert fern. DaS Blatt glaubt indessen, daß der Einbruch in Phcckiron und in den Piräus nur die Aufmerksamkeit in London und Paris von den schweren Niederlagen in Serbien, auf Gallipoli ustd in Montenegro ablenken und die Volksmassen in den Sittaite- Wmdern über den Stand des Krieges täuschen solle. Jeden, falls müßten die kleinen neutralen Völker endlich zu dem Bewußtsein kommen, wer sie bedrohen und ihre Kraft miß­brauchen wolle. — Die „Reichspost" meint dagegen, wenn die Landung vor den Toren Athens tatsächlich erfolgt sei, könne man sich auf jäh überstürzende Ereignisse gefaßt machen. Es scheine nicht, daß Griechenland in der Verfassung sei, sich zu wehren­

geben. Die Künstlerin mietete für einen Nachmittag das dor-

tige Residenz-Theater und lud 800 Soldaten aus den ver- sch,-denen Lazaretten zu einer Aufführung von LesfingS „Minna von Barnhelm" ein, in der Agnes Sorma die Haupt­rolle übernahm. Der Leiter des Lazarettwefens in Hannover, Generalarzt Dr. Geißler, erhielt von der Künstlerin überdies eine ansehnliche Summe zur Anschaffung von Gaben für die­jenigen Verwundeten, die der Vorstellung mcht beiwohnen konnten.

Das Bremer Stadttheater brachte am 14. Januar „David", ein Schauspiel aus großer Zeit in 5 Aufzügen von Ludwig Jacobs-Kötter, zur Uraufführung. Das Werk wurde sehr gut gespielt und fand lebhaften Beifall.

Bildende Kunst und Musik. Der Bildhauer Professor Julius Moser ist in Steglitz bei Berlin, 84 Jahre alt, gestorben. Er war ein Studiengenoffe von Reinhold Begas und studierte unter Leitung von Dock an der Ber­liner Akademie. Unter anderem ist dre Saudsteiuftgur, Kunsttechnik, in der Nationalgalerie von ihm, weitere mch- rere Gruppen an Berliner Brücken.

Der Kaiser hat Alberi Niemann zu dessen 85. Ge­burtstag nachstehendes Telegramm zugehen lassen: „Zur heu­tigen Vollendung Ihres 85. Lebensjahres meinen wärmsten Glückwunsch. Gott schenke Ihnen über die jetzrge ernste Zeit hinaus noch glückliche Jahre im Frieden des deutschen Vater­landes. W. R."

Wie dem neuesten Heft der „Kunstchronik" zu entnehmen ist, werden in der spanischen Kunftzeitschrift „Boietin de la Sociedad Espaniola de Excursiones" von dem Erforscher der Kunst in Aragonien, Ricardo bei Arco, Ausnahmen und Daten mehrerer visher gänzlich unbekannter WandgemäldeGohas veröffentlicht. Diese Malereien wurden zu Zaragoza im Palacio Sobradiel aufgefunden, der heute der Famckre Coudes de Gavarda gehört. Die Wand­gemälde sind 1,30 Meter hoch und stellen religiöse Motive dar. So sind die „Heimsuchung", die „Beweinung Christi", die „Erscheinung des Engels an den heiligen Joseph" sowie die Gestalten de- heckigen Joachim, Cayetan, Vincens Ferrer und Anna wiedergrgeven. Die Malereien stammen aus der frühesten Zeit Govas und sind im Auftrag des Don Joaguin M. Cavero, Conde de Solvadiel, ausgeführt worden.