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Berlag Langgasse 21

TagtNltl-Hmrs".

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Tagilatt-HauL" Nr. 6LS0-5'i.

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Montag» 17. Ianuar 1916.

Kbenö-Kusgabe.

Nr. 26. ü4- Jahrgang.

Der Rrieg.

Der CaoesDericht vom 17.Januar.

zv. T.-B. Großes Hauptquartier, 17. Jan. (Amtlich.)

rveKlicher Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

In der Stadt Lens wurden durch das feindliche Artillerieseuer sechzehn Bewohner getötet und verwundet.

Gestlicher Nrjeassckauplatz.

Schnee stürme behindern auf dem größten Teile der Front die Gcfechtstätigkcit. Es fanden nur an einzelnen Stellen Patrouilll-nkämpfe statt.

Salkankriegsschauplatz. .

Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.

Oie Ereignisse aus dem Balkan.

Neue Beute in Montenegro.

Der lvinterkrieg im ksochgebirge der alpen.

K- u. K. Kriegsprcstrquartier, 17. Jan. (Eig. Draht- bericht. Zems. Bln.) Nördlich Grahovo wurde ein Muni­tionsdepot, in Ubli ein Ndagazin mit 50 000 Patronen erbeu­tet Bei der Erstürmung der Gradinahöheu wurden über 500 Gefangene eingebracht. Die Bevölkerung bleibt in den eroberten Dörfern zurück und verhält sich ruhig.

In Kärnten und T i r o l hat der Krieg einen Charak­ter. wie er in der Weltgeschichte nur selten vorgekommen ist. Die Aufgabe, die Trupven während des Winters im Hoch­gebirge unterznbringen und zu ernähren, mit Munition und Proviant zu versorgen, schien fast unlösbar, und die Lösung dieser Aufgabe erforderte eine unglaubliche Masse von Arbeit. Auf 1500 oder 2000 Meter hohen und noch höhe­ren Kammlinien wurden Unterkünfte gebaut oder in die Felsen gebohrt und heizbar gemacht, in denen Offiziere und Mannschaften möglichst bequem nntergcbracht sind. früher kaum Wege waren, sind stellenweise für A-u tos und Lastautos fahrbare Straßen gebaut worden. Sonst schleppen Tragtiere auf kleinen Schlitten und Hundege­spanne Verpflegung und Munition in die Stellung hinein. Mit Wintersachen sind die Soldaten reichlich ausgerüstet und die Wachposten, die die schwerste Aufgabe haben, sind mit Stroschuhen und elektrifcheil Wärmemitteln gut versorgt, so daß trotz Schnee und Kälte Erfrierungen in nur äußerst seltenen Fällen verlommen. Größere Un­ternehmungen der Infanterie sind gänzlich ausgeschlossen. Die Italiener belästigen unsere Stellungen und die Dörfer hinter unserer Front mit Artilleriefeuer. Die Italiener haben sich auch in ihren Stellungen eingerichtet, Wintersachen haben sie auch, leiden aber doch sehr unter den Mtterungsunbilden, namentlich die süditalienischen Truppen.

Oer Lowtschen etn zweites Gibraltar.

W T.-B. Rotterdam, 17. Jan. (Nichtamtlich.) Der Rolterd. Courant" meldet aus London: DieTimes" schreibt in einem Artikel, daß Österreich-Ungarn im ungestörten Besitz des Berges Lowtschen aus der Bucht von Cattaro ein zwei­tes Gibraltar machen und veichältnismäßig sicher gegen Nordalbanien vorrücken könne. Diese Aussicht ist für die Alliierten und besonders für Italien nicht angenehm. Jetzt, nachdem es nicht gelungen ist, Montenegro Hilfe ju bringen und nachdem derselbe Versuch schon im Fall Ser- l i e n s mißglückt ist. gelangt man zu der Vermutung, daß, wenn solche Pläne bestanden haben, man bei deren Durch­führung nicht glücklich war.

Die Zahl dcr montenegrinischen Gefangenen und Überläufer wächst.

Br. Berlin, 17. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Bln.) DerDass. Ztg." wind aus dem Kriegspresse- quartier unter dem 16. Januar gemeldet: Die Offen­sive in Montenegro steht im Zeichen günstigen Fort- fchreitens. Namentlich an der Westfront kommen die Angriffstruppen tüchtig vorwärts. Während früher die montenegrinischen Abteilungen der Gefangen­nahme sich stets mit außerordentlichem Geschick zu ent­stehen wußten, wenden jetzt täglich neue Gefan­genentransporte eingobracht. In -den letzten Tagen waren es insgesamt gegen 1500. Auch Über­läufer, die von der völligen Kriegsmüdigkeit bei einem Hauptteile der gegnerischen Truppen zu melden wissen, finden sich immer häufiger bei den Vorhuten ein. vte Beratungen in Rom.

Hilse, wenn cs zu spät ist?

Berlin, 17. Jan. (Zeus. Mn.) We demBerl. L.-A," aus Lugano gemeldet wird, hält die ernste Lage in Monte­negro alles Interesse der leitenden italienischen Kreise fest. Nach demSecolo" fanden zahlreiche Besprechungen zwischen dem König, den Diplomaten und den Ministern statt.

W. T.-B. Pari», 16. Jan. (Nichtamtlich.) Da?Petit Journal" meldet aus Rom: Die unerwartete Rückkehr des Königs soll den Zweck haben, mit dem Prinzen Danilo alle Maßnahmen zur Unterstützung Serbiens

und Mowenegros zu erörtern und die Frage zu prüfen, ob für Italien die Notwendigkeit bestehe, am Krieg mit den Alliierten an allen Fronten teilzunehmen, besonders cm jenen, wo ein Einschreiten Italiens das Schnellste und Wirksamste sein könnte.

Br. Lugano, 17. Jan. (Eig. Drahbbericht. Zeus. Bln.) Auch gestern fanden, demSeeolo" . zufolge, :ählreiche Besprechungen Mischen dem König, den Diplomaten nnd Ministern statt. Die ernste Lage in Montenegro hält alles Interesse der leitendem Kreise fest. Salanöra empfing vormittags den Schatzministcr Carcano. Dieser begab sich darauf zum Minister des Äußern Sonnino, bei dein auch Salandra eintva-f. Diese Zusammenkünfte, die der Minister öes Äußern, die aus die Konferenz des Königs mit dem italienischen Bot­schafter von Paris Tittoni folgten, haben Gerüchte er­weckt, welche, wie derSecolo" erklärt, aus ^nähe- liegenden Gründen nicht mrtgeteilt wenden können. Gestern vormittag empfing der König. in Ihsstündiger Audienz den Kalonialmmister Martini. DieTri­buns" erklärt sich in der Lage, mitteilen zu können, daß die italienische Regierung in bezug auf die Vor­gänge in Montenegro und den Rückschlag, die sie in Albanien Hervorrufen können, diejenigen Maßregeln zu ergreifen im Begriffe steht, welche geeignet. sind, allen feindlichen Unternehmungen in diesem Gebiet zu begegnen.

Montenegros Eroberung und der Londoner vertrag.

Eine Anfrage in dcr italienischen Kammer.

W. T..B- Rom, 17. Jan. (Nichtamtlich. Draht- oericht.) Der Abgeordnete R a r m o n d o überreichte dem Kammerpräsidenten eine Anfrage an den Minister des Äußern, den Kriegsminister iind den Marine- irnnister. Raffnando will wissen, ob zur Zeit der Unter­zeichnung des Londoner Vertrages die Erobe­rung Montenegros vorgesehen worden sei, ferner worin die Untätigkeit Italiens ihre Gründe habe und ob die Regierung und die Militärbehörde sich mit der Loge Nordalbanisns befaßt hätten.

Die italienische Presse gegen die englischen und französischen Anklagen.

W. T.-B. Bern, 17. Jan. (Nichtamtlich.) In einem neuen Leitartikel zur Haltung der italienischen Regierung in der M v n t e n e g r o-Angelegenheit schreibt derCorriere della Sera": Die französische und die englische Presse, denen wahrscheinlich bald die russische folgen werde, hätten gegen Italien einen Feldzug unternommen, der nicht zu - 1 älliger Natur sei. Er bestehe aus einer Reihe ver­steckter und offener Angriffe gegen Italien und sei nicht geeig­net, dem Ansehen Italiens bei Verbündeten und Gegnern zu dienen. Das Blatt wiederholt, daß Italien auf seiner Front einen harten Kampf bestehen müsse; niemand würde chm beistehen, wenn heute Österreicher, Ungarn und Deutsche eine große Offensive ergriffen. Italien sei in den Krieg eingetreten, chne für diesen Fall zu ver­langen, daß die Franzosen und Engländer nach Italien müß- ten. Es könne daher auch seinen Boden nicht von Verteidi­gungskräften entblößen, um anderwärts Abenteuern nachzujagen, sondern bÄüvfe seiner Truppen im eigenen Lande. Die Alliierten zeigten sich uns recht wenig dankbar für die Wohltaten, die ihnen Italien erst durch seine Neutralität, später durch sein Eintreten in den Krieg erwiese» habe. Dieser sei sogar in einem Augenblick erfolgt, der andere Völker zaudern gemacht hätte. Wenn ührigens Frankreich nicht über die Artillerie verfügte, um den Lowtschen zu reiten, wie hätte Italien darüber verfügen rönnen, Montenegro hätte nur gerettet werden können, wenn man Serbien gerettet hätte.

Ein neuer Gewaltakt der Entente gegen Griechenland.

Die Feinde landen in der griechischen Bucht von Phaliron.

Sofia, 16. Jan. Die Nachricht von einer Truppen­landung «der Entente in Phaliron kam in hiesigen ein- güwei'hten Kreisen nicht überraschend, da man bereits 'eit einigen Tagen wußte, mit welchen Absichten sich hie Entente trug. Beweis ist ein Artikel -des offi­ziösenEcho de Bulgarie", welcher vor dom Bekannt­werden der Ereignisse geschrieben wurde und auf den bevorstehenden neuen Gewaltakt der Entente hinweist. Das Blatt führt aus, -das Vorgehen der Entente auf dem Balkan, besonders seit einem Jahre, beweise, daß das Gefühl des Unvermögens, Deutschland auf den großen Schlachtfeldern im Osten und Westen zu be­siegen, die neutralen Staaten als Mittel suche, den Sieg herbeizinführen. Hierzu bediene sich die Entente entweder Versprechungen, wenn es sich um eine Regie­rung handele, der man weder direkt noch indirekt Her­kommen kann, wie Rumänien, oder Drohungen oder schließlich der Gewalt. Bulgarien h:abe alles dies erfahren. Es gab die einzige Antwort, die seiner Würde und seinen L-ebensinterejsen entsprach. Das Watt fährt fort: Griechenland befindet sich gegen­

wärtig unter dem unerhörten Terror von vier Grohnrächten. Sie unternehmen eine rnaterrelle Blockade und die nwvalische Belagerung eines kleinen Staates, welcher nur verlangt, daß man ihn in Frie­den läßt. Griechenland will nrcht Krieg, weil lern Volk Krieg führt, ohne durch gebieterische Notwendig- feit, seine Existenz zu sichern, dazu^ gezwungen zu sein. Die Entento indessen, welche -das -schwer! sür die Ver­teidigung der kleinen Nationen gezogen haben will, verlangt brutal von den kleinen Nationen, ihr Todes­urteil zu unterzeichnen. Das griechische Volk ist in einer unhaltbaren Lage. Energische schnelle Entschlüsse drängen sich naturgemäß den leitenden Männern auf, wenn sie nicht die Würde und Unab­hängigkeit des Landes fremden Wünschen opsem w-ol- len. (Notiz: Über eine Landung rn Phaliron (also öst­lich vom Piräus in gößter Nähe der Landeshauptstadt Athen!) liegen anderweitige Meldungen bisher nicht vor. Schrift!.)

Oie vierverbandstruxpLN verlassen wieder phaliron.

YV. T.-B. Sofia, 16. Jan. (Nichtamtlich.) Die in Phaliron gelandeten Eutcntctruppcn haben sich, nach- dem sie einige Durchsuchungen vorgcnomrncu hatten, wieder cingeschifft.

Eine neue griechische Protestnote an den Vrerverband.

eluch der Piräus von den Seinden bereits besetzt?

Er. Sofia, 17. Fan. (Eig. Drahtbcricht. Zens. Bln.) Zu den Vorgängen im Athene: Hafen Phaliron wird an maßgebender Stelle erklärt, daß Griechenland sich in einer überaus schwierigen Lage befindet, daß es jetzt voll­ständig blockiert sei. Hier eingetrossene Nachrichten be­sagen, daß die englisch-französische Flotte nur den täglichen Bedarf an L c b e n 3 m i t t e l n für die Bevölkerung in den Häfen ausschiffen läßt. In dem gestrigen Kronrat in Athen wurde wegen der erneuten Verletzung der Neutralität Griechenlands eine neue Protestnote an den Bicrverband ausgcarbeiret. Ein großer Teil der Staatsarchive soll nach Larissa (Nordwesten Griechenlands) geschafft worden fein, wohin bei cvent. Gefahr die griechische H a u p t st a d t verlegt werden soll. Nach einer anderen zuverlässigen Meldung soll auch der PiräuS bereits besetzt worden sein. Die Sofioter Regiernngskrcise bewahren trotz der Vorgänge m Griechenland weiterhin Optimismus. Im Lager der Re­gierungskreise gibt man der Überzeugung Ausdruck, daß die n 8 ch st e Woche wichtige Ereignisse bringen wird.

Oie Schreckensherrschaft der verbündeten in Saloniki

Br. Sofia, 17. Jan. (Eig. Drcchifhericht. Jens. Bln) Tagtäglich treffen nach langem lloche-rirven Flüchtlinge aus Saloniki in jchrecklichcm Z-ujtanb hier ein. Gestern kam eine sülche Flüchtlingskarawane unter Leitung des deutschen Seel­sorgers in Scrlorrik:, Braune, hier an. Mitglieder dieser Karawane erzählen, die Engländer betrachten die Leiden der Bevölkerung als örtliche Unterhaltung; um keine Panik zu erregen, werden die Verhaftungen nachts borge- nonrmen. Verschlossene Tore werden einfach aufgedro'chen. So -wurden die Angehörigen des Direktors Broomann mitge- schleppt, nachdem vorher Broomann selbst, der krank aus dem Bett gezogen wurde, verhaftet worden war. Ebenso wurden der Direktor der Banquc de Salonigue, Kahnfried, nnd dcr deutsche Gra-f Blücher verhaftet. Als die Gräfin den franzö­sischen Vizekonsul Beauregard um die Erlaubnis ersuchte, chrem Manne warme Kleider bringen zu dürfen, antwortete dieser Beauregard:Ihr seid Deutsche und habt so viel Grau­samkeiten bei uns begangen, daß wir nun Vergeltung ühen müssen." Auch der Jonrnalist Seddler sowie die Gemahlin und Kinder des deutschen Konsuls sind in Gefangenschaft.

me Alliierten sprengen den Bahnhof von Uilindir in die Luft.

W.T.-B. Athen, 16. San. (Nichtamtlich.) Die Agcncc Havas" meldet aus Saloniki: Gestern sprengte eine Truppenabteilung dcr Alliierten mit Dynamit den Bahnhof von Kilindir in die Luft; gleichzeitig zerstörte sie die Geleise auf eine weite Strecke.

Ver Bahnhof von ttilindir erfolgreich von deutschen Klugzeugen beschossen.

Zwei französische Lustzcngc vernichtet.

W.T.-B. Sofia, 16. Jan. (Nichtamtlich.)Kam- bana" meldet: Deutsche Flugzeuge bombardierten

den Bahnhof von Kilindir, dcr von Franzosen be­setzt worden ist. Ein B c » z i n d r p o t ist ver­brannt. Zwei französische, Flugzeuge wurden im Lnftkampsc vernichtet. Die deutschen Flugzeuge kehrten wohlbehalten zurück.

ttönig Peter nach Edipfos abgeveist.

W. T.-B. Athen, 16. Jan. (Nichtamtlich. Meldung des Reuterschen Bureaus.) König Peter ist heute an Bord eines französischen Kriegsschiffes a b g c r e i st. Er begab sich mit dcr Bahn nach EdipsvS, wo er heute abend cintrisft.