Sette 4 . M»rgcn-A«sgabe> Erstes Blarr.
sie nur für die Dauer des Krieges gelten sollen. Man wird un. bedingt prgeben müssen, daß eine systematische Neuordnung der Finanzen eines Bundesstaates während des Krieges untunlich ist, schon weil sie kaum durchgesührt werden kann, ohne Rücksicht aus die Neuordnung der Finanzen im Reiche.
Die „Germcmia" sogt: Das Bild von dem Stande der preußischen Staatsfinanzen, das Exzellenz Lentze zeichnete, ist vielleicht um einiges dunkler, als mancher erwartet haben mag, es kann aber im ganzen unter den gegebenen Verhältnissen als vorzüglich bezeichnet werden. Aus dem Vorschlag für neue Steuervorlagen erkennt man dm guten Willen, die Hauptkriegslasten den stärkeren und leistungsfähigeren Schultern auszubürden.
In der „Bossischen Zeitung" heißt es: Der Finanzmimster habe viit dem Brauch gebrochen, daß die Fehlbeträge in die laufenden Etats eingestellt und durch Defizitanleihen aufgebracht werden. Der Finanzminister habe damit dartun wollen, daß auch nach dem Kriege an Überfluß nicht zu denken sei. Unter diesen Umständen den Betrag auf Anleihe zu übernehmen, ist überhaupt m,ß- sich Es frage sich nur, ob man unbedingt den Weg gehen müsse, den der Finanzminister vorschlägt. ,
In der ..Tagt. Rundschau" wird den alten Parieren zur Er- wägiing empfohlen, in ernste Selbstprüfung einznrreten, wie ihre Grundsätze und Methoden mit den Erfahrungen der Zeit und den Aufgaben der Zukunft in Einklang zu bringen seien. S,e könnten, ohne nervös zu werden, abwarten, wie sich die Dinge in der Sozialdemokratie weiter entwickeln. Man möge in aller Rübe daran denken, daß die sozialdemokratische Fraktion nicht die Zustimmung aller ihrer Wähler hat und daß die deutschen Arbeiter, die aus dem Schützengraben zurückkehren, nicht mehr die verhetzten und verärgerten Männer seien, die auf jede Phrase von Liebknecht und Genossen hereinfielen.
Die Frage der deutsch-österreichisch-ungarischen Wirtschaftsgemeinschaft.
W.T.-B. Salzburg, 14. Jan. (Nichtamtlich.) Der Prä- fldent des AbgeorLmetenhviuises Sylvester verlangt in einem Artikel über die Wirtschaftsgeiweinschwst zwischen Österreich- Ungarn und dem Deutschen Reiche, es müsse jetzt endlich auch der Wey der Duirchführnng der wirtschaftlichen Gemeinschaft betreten werden. In erster Linie müsse an die Regierungen herangetreten werden, dass sofort in den drei Staaten Delegierte ernannt wenden, die sich mit diesen Fragen autoritativ zu befassen hoben.
Frankfurter Liebesgaben für die österreichisch- ungarische« Truppen.
W. T.-B. Wien, 14. Fan. (Nichtamtlich) Die Brrrger- schrst der Stadt Frankfurt a. M. hat einen besonderen Beweis für ihre Sympathien für die lssterreichisch-Mrgarische Armee erbracht. Vor einigen Tagen sind in Wien zwei Waggons mit Lebensmitteln angelangt. Di« Waggons enthielten Wäschestücke, Lebensmittel, Getränke, Zigarren und Zigaretten und waren zur Verftigung des k. !. KriegSfür- forgoamtes gestellt. Zu der Sammlung der Liebesgaben, die einen erheblstben Wert darstellt, hat die gesamte Frankfurter Bürgerschaft in hochherziger Weise beigetragen. Seitens des KriegSsürsorgeamtes wurde die Weiterlettung der Liebesgaben an die Front sofort bewerkstelligt.
Deutscher Reich.
* Hos- uud Personal-Nachrichten. Die Kronprinzessin, bcr Groß Herzog und die Greßyerzogtn von Mecklenburg-Schwerin und der Herzog und die Herzogin von Braun- schweig sind Donnerstagvocmittaq von Schwerin zu kurzem Besuche am Hose in Neustrelitz eingetrosfen.
* Eine Ehrung des Generals v. Emmich durch den Herzog von Brauu- schweig. Um den ruhmreichen Eroberer Lütfichs besonders zu ehren, tat der Herzog Ernst August von Braunschweig, der längere Zeit lm Hauptquartier des Generals Emmich geweilt Hai, angeordnet, daß das von Enimich getragene Großkren z des Ordens Hein- richsdeS Löwen nicht weiter vergeben, sondern zum dauern, den Gedächtnis im Museum zu Brrunschweig «mfbe- wahrt werden solle, in dem sich bereits das gleiche von M o l t k e getragene Ordenskrruz befindet.
* Sitzung des Herrenhauses. In der Freitazsitzung erhob sich nach der Vereidigung des Grafen Stollberg-Wernigerode das Haus zu Ehren der verstorbenen Mitglieder v. Wedel-Piesdors, Dr. Brunner, v. Dziembowski, Dr. Landsberg und Gras Kalnlim. Der Präsident teilt die zugegangenen Vorlagen mit, darunter jene, be- treffend Sicherstellung der kommunalen Wahlrechte der Kriegsteil, nchmer, betreffend Verlängerung der Amtsdau-r der Handelskammer- Mitglieder und betreficnd Abänderung der hannoverischen Jagdver- ordnung. Die nächste Sitzung findet mn 18. Januar statt. Tagesordnung Fischereigesetz, kleinere Vorlagen.
* Tod eines langjährigen Reichstagsabgeordneten. Der langjährige frühere nationaKiberale Reichstagsalbgevrdnete für den Wahlkreis Schwerin-Wismar, Geheimer Fmanzrat B u e s i n g, ist im Alter von 78 Jahren iu Schwerin ge- starben.
* Eine neue Ordensstiftung des Königs von Württemberg.
Der König von Württemberg hat zu Ehren seiner Gemahlin ein Kreuz gestiftet, das den Namen „Charlottenkreuz" führen soll. Das ..Charlottenkreuz" wird vor allem cm solche Personen ohne Unterschied des Standes und Geschlechtes verliehen werden, die im Felde oder in der Heimat besondere Verdienste um die Pflege der Verwundeten oder Erkrankten oder auf dem Gebiet der Kriegsfürsorge erworben haben.
klus Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Tin scharfer Iugend.Lrlatz gegen die Jugend von Rassel.
Einen ungewöhnlich scharfen Erlaß gegen die Jugendlichen 'urm 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr hat der kommandierende General des stellvertretenden Generalkommandos des 11. Armeekorps, General der Infanterie v. Hangwitz in Kassel, mit dem 12. Januar in Kraft treten lassen. Darnach wird bestimmt, daß Jugendliche keine Lichtspieltheater besuchen dürfen. Außerdem wird chnen das ziellose Auf- und Abgehen an Orten, die noch von den Ortspolizeibehörden zu besttmmen sind, verboten. Ferner werden die Polizeibehörden angehalten, strengstens darauf zu achten, ob Jugendliche Zigaretten kaufen urid diese rauche». Der Verkauf von Zigaretten und alkoholischen Getränken an Jugendliche ist verboten, ferner der Auf- enthalt in Restaurants und Kaffeehäusern. Um zu verhindern, daß Jugendliche Zigaretten bekommen, dürfen Automaten mit Tabak und Zigaretten nicht ausgestellt werden. Alle Zuwiderhandlungen werden mit G e f ä n g n i s bis zu 1 Jahr und bei Annahme mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafen bis zu 1506 M. bestraft. Die gleichen Strafen treffen denjenigen, der durch eigene Schuld verabsäumt, die ihm unterstellt« ZugendUcheu zur Befolgung der Verordnung an-
Wiesbadener Tagblatt.
— Kriegsauszeichnungen. Der Kriegsinvalide Georg Heppenheim er in Wiesbaden, der Kriegsfreiwillige beim Landwehr-Jn-fanterre-Regiment 118 August Bicking aus Wiesbaden und der Vizefeldwebel beim Fußartillcrie- Bataillon 21 August B u r k a r d, Sahu des Beamten des städtischen Elektrizitätswerks Wiesbaden C. Burkard, wurden mit dein Eisernen Kreuz 2. Klasse; der Schütze bei der FelN- Mafchinengewehrkmnpagnie 262 Emil Müller aus Wiesbaden mit der Hessrichen Tapferkeitsmedaille und der Pionier- Gefreite Adolf Horaczek, Sohn des Schreinermeisters Philipp Horaczek in Wiesbaden für seine Leistungen auf Gallipoli mit dem Türkischen Halbmond am rotweitzen Band ausgezeichnet.
— Wer Angehörige in Rußland hat oder aus Rußland geflüchtet ist, lasse sich das Merkblatt kommen, dos der „Geschäftsführende Ausschuß der aus Rußland ausgewiesenen Reichsdeutschen" (Geschäftsstelle: Berlin 81V. 11, Halleiche Straße 1) herausgegeben hat. Das Merkblatt erteilt beachtenswerte Ratschläge darüber, wo Auskünfte übet deutsche Kriegs- und Zivilgefangene eingeholt werden können, was im brieflichen Verkehr mit diesen Personen, bei Paketsendungen und bei Geldüberweisungen zu beachten ist. Es enthält ferner Mitteilungen über die Fürsorge für Flüchtlinge, über Schadenersotzanmeldungen ufw. In Wiesbaden befindet sich übrigens eine Abteilung des Ausschusses, und zwar im „Haus Damb«htal", die ebenfalls gerne zu Auskünften bereit ist und monatliche belehrende Zusammenkünfte veranstaltet.
— Die Preußische Verlustliste Nr. 428 liegt mft der Bayerischen BeDlustliste Nr. 245 in der Tagblattschalteihalle (Auskunstsschalter links) sowie in der Zweigstelle Bismarckrrng 19 zur Einfichtncchme auf. Sie enthält u. a. Verluste des Füfi- lier-Regrments Nr. 86, der Infanterie-Regimenter Nr. 87, 88 urid 118, der ReserLe-Jnfanlerie-Rsgtmenter Nr. 87, 88, 118, 233, 224, 253 und 254, des Landwehr-Jnfanterie-Regi- ments Nr. H8, des Pionier-Regiments Nr. 25, des Pionierbataillons Nr. 21 sowie- des Ersatzbataillons des letzteren Truppenteils.
— Staats- und Gemeindesteuer. Die Zahlung der 4. Rate hat zu erfolgen am 15., 17. und 18. Januar von den Steuerpflichtigen der Straßen mit den Anfangsbuchstaben A und B. Die cmf dem Steuerzettel angsbene Straße ist maßgebend.
Wiesbadener Vsrgniigunss-Vühnen «nd Lichtspiele.
» Wiesbadener Bergnügunzspalakt. Spielplan vom 16. bis
31. Januar: Acosta, Fangkünstler in einem großartigen Bombe«, und Granatenakt: Schw. Weichart, hervorragende Kunstradfahre-
rinnen; Käthe Jnnthalrr, Volksliedersängecin und Jodleriu: Bild- Hauer D Canova mit vielfach preisgekrönten Künstlerhunden; Maricmni-Trio, Verwandlungs-Tänzerinnen, Markgras Rowellh, in ihrer humoristisch-musikalischen Neuheit; Robert Nickel, der geniale Humorist und Charakterdarsteller; 3 Fchw. Korallis, Kunstturnakt; Hansl und Greil Alpinos, Meisterschastslänzerpaar; Lichtspiele.
* Monopol-Lichtspiele, Wilhelmstraße. DaS neue Programm, das um bis Montagabend Vorgefühl, wird, bringt außer neuen Kriegsbildcrn. besonders ms dem Westen, dr- Erstanfführung einer Detektiv-Komödie: „Spürnäschen", ut deren Hauptrolle Rita Eler- mont, die beliebte Darstellerin der Hofer-Serie, austritt. Aus viel- fachen Wunsch wird außerdem das packend- Zigeunerdrama mit Erna Morena als Zigeunerin und Kaiser-Titz und Mierendorf in Haupt- rvllcn ausgeführt. Dieser Frlm zeichnet sich durch jpanueiideu In- halt, landschaftliche Reize und Pußta-Tänze aus.
Mus dem vereinsleben.
vorberichte. Vereinsversarnmlungen.
* Die „Literarische Gesellschaft Wiesbaden" gibt bekarmi, daß zunächst am Montag, abends 814 Uhr (genau), nn Roten Saale des Kurhauses — Eingang Sonnenberger Straße — ein Rezitativ »Labend Forchhannner startsinden wird, an dem Kammersänger Ejnar Forchhammer aus den Werken Jens Peter Ia-obsens vortragen und Rane Forchhammer Lieder von Jacobsin singen wird. Eine kurze Einleitung über Leben und Dichten des so früh verstorbenen Dichters des „Niels Lyhne" geht den Reztta- tiouen und Gesangsvorträgen voran. Frau Forchhannner wird von Adolf Sccker am Flügel begleitet werden. Am 29. Januar wird weiter ein Vortragsabend stattfinden, veranstaltet von Jnsfizrat Dr. Fleischer hier, der eine Plauderei über „Alpine Lyrik" mit eigenen Dichtungen bringe» wird.
Provinz Hessen-Nassau.
Regierunasbezirk Wiesbaden.
Von der Universität.
hl. Frankfilrt a. M.. 18. Jan. Zu ordentlichen Honorar. Professoren an der Universität Frankfurt wmden ernannt: in der medizinischen Fakultät Professor Dr. mcd Karl v. N o o r d e n in Frankfurt und der emer. ord. Professor der inneren Medizin an der Kieler Universität Geh. Medizrnalrat Dr. H-inrtch Quincke, in der Wirtschafts- und soüalwiss-nschaftlichen Fakultät der Frankfurter Stadtrat Dr. oec. publ. Heinrich Bleicher und der Direktor des städtischen Bölkermuseunis Dr. med. et. Phil. A. c. Bernhard Hagen.
Verhaftung einer Einbrecherbande.
fit. Herborn, 14. Jan. Eine Einbrecherbande, die seit Wochen die Umgebung unsicher machte und zahlreiche Einbrüche verübte, wurde in fünf 17- bis l8jährigen Burschen ermittelt und der- hastet. Die Gesellschaft benutzt- einen alten Wasserleitungsstollen als Aufbewahrungsraum der gestohlenen Sachen. Zuletzt räumten die Burschen das Haus des Professors Caesar bei Sinn aus. Dieser Einbruch führte aus die Spur der jugendlichen Einbrecher. Das Diebslager enthielt eine Unmenge geswhlener Sachen aller Att.
— Höchst a. M., 14. Jan. In einzelnen Gemeinden des Kreises hat man Butterkarten eingeführt, auf Grund deren die In- Haber alle 14 Tage % Pfund Butter zu 1.35 M. empfangen können.
Gerichlssaal.
Verurteilter Spion.
IV. T.-B. Leipzig, 14. Jan. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Bor dem vereinigten 2. und 3. Straffenat des Reichsgerichts wurde gestern der Spionageprozeß gegen den dänischen Staatsangehörigen, den Kaufmann Frands Frandsen aus Kopenhagen, verhandelt, der nach dem Eröffnnngsbeschluß hinreichend verdächtig ist, in der Zeit von Ende November 1914 bis zum 16. April 1915 rm Krieg als Ausländer unter dem Schutz des Deutschen Reichs innerhalb des Bundesgebiets einer feindlichen Macht vorsätzlich Vorschub geleistet und dem Feind als Spion gedient zu haben, ferner im In- und Ausland gehcimzuhaltenden Nachrichten an eine mit einer ausländischen Negierung in Verbindung stehende Person weitergegeben zu Haben. Er hat in den Hafenstädten militärische Geheimnisse ausgespäht und an mehrere Feinde gelangen lassen. Es erschienen mehrere Zeugen und ein Sachverständiger. Die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Das Reichsgericht verurteilte den Angeklagten wegen Spionage zu 12 Jahren Zuchthaus und 16 Jahren Ehrverlust.
««inifsd, 15 . $mhm* im. set. zs.
* Lebensmittelwucher vor Gericht. Dresden, 14. Im.
Weoen Preistreibereien mit Lebensmitteln wurde» von sächsischen Gerichten verurteilt: Der Mitbesitzer der großen Mühlengeseüschast in Knauth-Klceberg, Fest« er, zu 1500 W.; er Hatte Futterjchrot zu übermäßigen Preisen verkauft; der Rittergutspächter T » pier in Groß-Zschochcr zu IE« M., weil er Kartoffeln zu 4J0 9L statt 2.50 M. für den Zerttner verkauft hatte; endlich der Gutsbesitzer Urban in Leisnig zu 300 M. und der Gutsbesitzer Kretjchmar aus demselben Ort zu 100 Dt., weil sie Schweine wett über de» Höchstpreis verkauft harten.
W. T -B. Ein LanbesdrrratSprozeß. Kiel, M. Iu«, (Nicht- amtlich.) Bor dem außerordentliche» Kriegsgericht bei dem Landgerichr Kiel hatte sich da Kausmau» Jens Lause» aus Kope«. hagcn wegen fortgesetzte» LandcsverrotS und Verrats militärischer Geheimnisse zu verantworten. Der Angeklagte wurde zu IS Jahreu Zuchthaus not 12 Jahre» Ehrverlust verurteilt.
Zporl und Luftfahrt.
* Wiesbadener Automobilklub, E. v. Nach dem Bericht des Vorstandes über das Jahr 1915 brachte das 12. üiubverwattuugs- jahr, bedingt durch die Kriegsverhättusssi, eiue wettere Einjchrau- kuug des Automobilv-ttehrs. Es wurden aus de« Mitgliederlreise auch diejenigen Fahrerlaubznsschettre pirückgezogr», welche injolge besonderer Boravssetzungen ausnahmsweise aus begründete Anträge hin durch die Königliche Regierung erteilt worden waren. Recht umsongreich war die Tätigkeit der Geschäftsstelle tt> der Auskunsts- erteilung an Mitglieder tür die Erledigung bestehender Verstche- rungsverträge und in Beantwortung von Stcuersrageu. Der Mit- gliederstand des Klubs hat sich, bedingt durch tue Zettoerhältursse, im Jahre 1915 nicht gehoben. er beträgt 179 Mitglieder. Der Klub )a! insgesamt den Betrag von 3400 W. für die Zwecke der Kriegs- ürsorge in seinem Brrwaltungsbezirl und als Beitrag zur deui- chen Krostsahrecspeude ausgewaudt. Außerdem wurden wiederhott x« zahlreichen im Felde stehenden Mitgliedern Liebesgaben über- smrdt, was die dankbarste Anerkennung gesunde« hat. Er wurde beschlossen, ein Archiv für Kriegs eriuuerungen in Beziehung ans ' as Kraftsahrwesen iw Klub einjurichteu nnd stud die Lieferung von ieiträgen, Einsrndung von Ph-logravhien und Erttinerun^seichen scitens der in der Front stehenden Mitglieder wett^heudst «folgt Der Klub hat den Verlust zweier lieber Mrt^icder aus dem Felde der Ehre zu beklagen. Das langjährige Borstaudsmitalied Häupt- männ der Reserve Walther Warkert welcher alt BaraUlonskommau» keur in einem Infanterie-Regiment an der Westsrom stand, starb am 6. Oktober 1915 den Heldentod Ei» gleied«« Schicksal traf das langjährige Mitglied Herrn Gerichtsassrssor Rudolf Ewerding. Mtt Genugtuung stellt der Klub fest, daß hauptsächlich durch die
rührt«
Berlin
Tätigkeit der unter Führung de« Kaiserlichen Sutmn-btMub»
B rden deutsche» Kartellklubs eiue erhebliche Färbers», des chen AutomobilwesenS erreicht worden ist und di« großen U»s. gaben, welch« das Krastfahrwesrn tu dem Heeresdienst währeud der Kriegszett zu erfüllen hatte, konnten nicht zum mindesteu «ft die vorbereitend« Förderung desselben durch den «gautsterle» Spart, seine vielseftigeu Beraustaltung-n pn Ermtttelung brauchbarer Tourensahrzeug« usw. zurückgrsührt werde». Nr »rdemlich« Generalversammlung findet am 15. Jauuar 1916, abends I Uhr, tm Kludhett» „Hotel Metropole statt.
Neues aus aller Welt.
Die SturmfiM aus »er Nntercid«.
IV. T.-B. Hamburg, 14. Jan. (Nichtamtluh. Drahkdericht.) Gestern abend hat ein wütender Sorvwestwtnd a» der llmerrld« starke Verheerungen cmgerichtet. In > l ü ck ft a d > wurde die Mole größtenteils zerstört. Der Wasserstaud erreichte dort ein« Höhe von 20 Fuß über dem normalen Stand. I« W i l ft e r ist die Kirchturmspitze in einer Länge von mehreren Metern abgebrochen. D'e Kugel, das Kreuz und der Blitzableiter hängen herunter nach dem Marktplatz. In Stade überschwemmte die Sturmfiut die Unterstadt vollständig Der Verkehr in den überschwemmten Sttaßen mußte notdürsti« mtt Booten aufrecht erhalte» werden. Bei der Rotierschen Schiffswerft wurden von der Gewalt dar Flut Baumstämme von erheblicher Stärke iort geschwemmt. Bet T w i e l e n s l e t wurde der Deich statt beschädigt, cm der Wieder, herftelftmg wirb fieberhaft gearbeitet, um eiue» Detchdruch zu ver. hindern.
Tod eiue» IdSsährigeu Brrliuers. Berlin, 14. Jan. Der
Hauseigentümer Wilhelm Plau, der im Juli v. I. seinen 166. Ge- burtstax in Frische und Rüstigkert feiern konnte, ist nach weingen Tagen plötzlichen Krästeversalls gestorben. Er war Kaufmann und später Bücherrevisor. Als Armenvorfteher hat er sich 46 Jahre lang betätigt. Di« Kriegsereigmss« verfolgte er mtt ungetrübtem Interesse. Da seine Ehe kinderlos blieb, bat er sein wettvolles Grundstück Landsberger Straße 74 der Freimaurerloge „Zur siegenden Wahrhett" vermacht, deren Miglieb er jett 44 Jahren war.
6us unserem Leserkreise.
(Nicht verwendete Einsendungen Hhmei: weder -irrüSaeiandt, »och anfdewadrt werden.)
* Sehr aeehtte RedakttonI Sie haben in Nr. 15 des „Wies- badener Tagblatts" einen Aufsatz verössentlicht unter: „Seid
sparsamer!" Sic kommen zu dem Schluss«: W-rrum verbietet man da nicht einfach die Herstellung von Kuchen usw.? Gestatten Sie mir, als älterer Herr und auszestattrt mit Mitteln zum Lebe», Sie auf die Verschwendung aufmerksam zu machen, die in de» Kaffees und Süßwarenhandlungen zetttrd-n wird. Man kommt in kein Kassie, wo nicht soft alle, besonders die Frauen und Mädchen, Kuchen essen. Aus der Wilhelmstraße sind die Kaffees mit essenden und trinkenden Frauen und Herren überfüllt. Ist denn das dem Ernste der Zeit Rechnung getragen? Ist das Sparsamkeit? Wir haben oft Feldgraue gesehen, deren Glieder zerschoss:,, und zerschlagen waren, vor den Fenstern dieser Kaffees, wie sie hinein schauten und dann kopfschüttelnd weitergmgen. Was habm die Feldgrauen wohl gedacht, welche Bitterkeit ist in ihr Herz geträufelt worden beim Anblick der üppig Essenden und Trinkenden? Ist denn das, siagen wir nochmals, der Ernst der Zeit ersaßt? llnd ebenso kann man die Frage stellen, wer kaust denn alle die Sachen, die Kuchen und Süßigkeiten in unseren Süßwarenhandlungen? Seid spattamer und haltet euch lvohl vor Augen: Einer für alle, alle für
ei n e n ! Dr. Z.
TagblatL-Sammlurrgen.
Es gingen bei uns ein: Für erblindete Krieger: Frl. L. Lerch 10 M., M. G., Oranienstraße, 5 M., Erlös sür Häkelarbeiten von Frau Direktor Finkei (Verkauf durch die Firma Poulet) 131 M., Ungenannt 6 M., zusammen bisher 8707 M. 50 Pf.; für die Kriegs- pserde: Ungenannt 3 M., zusammen bisher 046 M.; für die Ostpreußen: Ä. G., Oranienstraße, 5 M., zusammen bisher 21 424 M. 27 Pf.; für das Rote Kreuz: M. G., Oranienstraße, 5 M., Erlös aus der Meverballade. 2. Gabe, 12 M., zusamn'en brSlier 27 748 M. 46 Pf.; für den Rot- Halbmond: Dank für Gsllrpoli 20 M.. K. 2 M.; für warmes Frühstück für armc Kinder: Dr. Kunn 5 M., Rechnungs- rat Drllmann 5 M., zusammen bisher 739 Dl.
Der Verlag.
= ReMamen,
