Verlag Lauggaffe 21
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Samstag. 15. Januar 1916.
Morgen-Ausgabe.
Nr. 25. . 64. Jahrgang.
Dar vsrrüüen auf montenegrinisch« Gebiet auch östlich Bilek begonnen.
Vie erfolglose russijü,« (Offensive. — Bisher
8100 Mann Gefangene. — Gejcvütz- und Munttionsbeute in Montenegro.
ver österreichisch-ungarische Tagesberichte
W. T.-B. Wien, 14. Jan. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 14. Januar, mittags:
Russischer Rriegsschauplatz.
Der Feind versuchte seit gestern früh neuerlich un- scre bessarabische Front bei Toporoutz und östlich von Raranza zu durchbrechen. Er unternahm fünf strotze Angriffe, deren letzter in die heutisten Morgenstunden fiel. Er mutzte aber jedesmal unter den schwersten Verlusten zurückgehen. Hervorragenden Anteil an der Abwehr der Russen hatte abermals das vorzüglich geleitete überwältigende Feuer unserer Artillerie. Seit Beginn der Schlacht in O st g a l i z i e n und an der bestarabischen Front wurden bei der Armee des Generals Freiherrn von Pflanzer-Baltin und bei den österreichischen Truppen des Generals Grafen Bothmer über 5100 Gefangene, darunter 30 Offiziere und Fähnriche, eingebracht. Bei Karpilowka in Wolhvnien zersprengten unsere Streifkolonnru einige russische Feldwachen.
Zta lieniseber Rriegsschauplatz.
An der Südwcstfront ereignete sich n i ch t s v o n Bedeutung. Einzelne Punkte bei Malborghet und Raibl standen unter feindlichem Gcschntzfener. Die Tätigkeit der italienischen Flieger erstreckte sich auch auf den Raum von Triest; eine auf Spirano abgeworfene Bombe verursachte keinen Schaden.
Südöstlicher Nrzegsjchauplatz.
Die Montenegriner haben unter Preisgabe ihrer Hauptstadt an allen Punkten ihrer Süd- und Westfront den Rückzug angetreten. Unsere Truppen sind in der Verfolgung über dir Linie B u d u a- Cettinjc-Grahovo hinausgerückt und dringen ' auch östlich von B i l c c a und bei A v t o v a c in montenegrinisches Gebiet ein. Bei Grahovo fielen 3 Geschütze samt Bedienung, 500 Gewehre, 1 Maschinengewehr, viele Munition und anderes Krirgsgerät in unsere Hand. Bei Berane und westlich von I p e k nichts Neues.
Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. Höfer, Feldmarschallcutnant.
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Zwei Tage erst ist es her, seit der österreichisch-ungarische Togesbericht die Erstürmung des Lowffchengobirgcs mit dem 1759 Meter, oft yanz steil ansteigende» Berge gleichen Namens meldete. Von der Eroberung dieses Berges oder ton seiner Lauernden Verteidigungsmöglichkeit hängt das Schicksal ganz Montenegros ab und die Gegner hatten, mir schon oft Vorher in diesem Weltkrieg auch diesmal zur Beruhigung ihrer eigenen Völker behauptet, daß auch der Lowtschen uneinnehmbar wäre. Mit welcher Richtigkeit, hat der Erfolg unserer Verbündeten gezeigt. Vor allem war der Lowtschen aber auch der Schlüssel zu der nur wenige Kilometer entfernt liegenden Hauptstadt Cettinje. Ihre Besttuahme konnte deshalb auch nur eine Frage bon wenigen Tagen sein, und in dieser Erwartung sind wir nicht enttäuscht worden. Eine Residenzstadt voll höfischen Prunkes, breiter, kunstvoller Strotzen, Anlagen und einer überfülle steinerner und erzener Denkmäler ist Cettinje nicht. Nutzer einem notdürftigen Dheater, einer Bibliothek, einem Grabmal des Njegus Peters I., einem Museum und einem Hotel interessiert in der kaum 3090 Einwohner zählenden Stadt kaum etwas. Denn üuch deZ alten Nikita Wohnsitz ist alles andere, als was wir uns im westlichen Europa unter etneni Palast vorstellen. Dleichwohl dürfen wir die dort kämpfenden Truppen der Donaumonarchie zu diesem neuesten Erfolg, der auch gleich- tütig mit einein allgemeinen Rückzug der Montenegriner im Süden und Westen verbunden ist, während auch von Norden der, östlich von Bilek und Avtovac eine neue Bewegung eingesetzt hat, beglückwünschen.
Wichtiger aber als der militärische Erfolg, erscheint auch hier, wie so oft schon, der moralische und politische. Wie Serbien und vordem Belgien, so war auch dem Reiche der ^zernagorzen von seiten des Vierverbands weitgehendste. Hilfe versprochen worden. Russlands neue Offensive an der beffarabeschen und galizischen Front soll ja zum großen Teil desha lb mit eingeleitet worden fern, um Montenegro zu ent- k^ikcn und die österreichisch-ungarische Kriegführung dort zu "^chvere«. Namentlich aber war eS di« italienische Regie
rung, die durch eine Expedition dem.Schwiegervater König Viktor Emanueks, dem König der Schwarzen Berge Ersatz bringen sollte Denn der Kan:pf um Montenegro bedeutet auch für Italien eine Lebensfrage; kämpft doch Italien neben der Befreiung der „unerlösten Provinzen" auch für die Vorherrschaft an der Adria, die bisher von den Österreichern so glänzend verteidigt wurde. Wie viel haben die Italiener gerade in der Adria schon verloren. Nur wenig, was Aiontenegro an Waffen, Munition und Lebensmitteln gesandt wurde, hat seine Bestimmung erreicht. Immer und immer wieder konnte die Versenkung solcher Transporte gemeldet weiden. Do hat es fast ganz den Anschein, als ob dem italienischen Unternehmen derselbe Mißerfolg wie dem englisch-französischen Dardanellen-Abenteuer beschieden sein wird. Was wollen die Italiener noch, nachdem der hohe meer- beherrschende Lowtschen und die Hauptstadt Montenegros in des Gegners Besitz gelangt ist und auch dieser Staat ball) ganz dom Feind genommen sein wird! Cattaro aber ist zu einem uneinnehmbaren Hafen geworden, von den Höhen und der Kunststraße von Cattaro tragen die Geschütze weit übers Meer hinaus! . . . vr. A. H.
Italien wehrt sich.
W. t._b. Bern, 14. Jan. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Ein Leitartikel d:S „Corriere della Sera" verteidigt die Haltung der italienischen Regierung hinsichtlich Montenegros gegen die ..Times" und den „Temps" sowie gegen italienische Mütter. Der Artikel erweckt den Anschein, daß die Entente für Montenegro italienische Truppen verlangt hat was Italien rlicht gebilligt hat. Der „Corriere della Sera" erklärt zunächst, daß Rußland der. italienischen Regierung an dem Tage das Vertrauen entziehen müsse, an dem Rußland die Uberzeuguarg gewinne, daß die Regierung den Krieg auf die Front Stilfser Joch-Monsalcone beschräriken wollte, weil alsdann die Regierung über ihre Handlungsweise eine irrige Auffassung haben werde. Vielfach höre man die Klage, Italien wolle Blut- und Energieopfer sp rcn. Es gehört e>n Mt Teil Naivität dazu, zu glauben, daß Truppen, die nicht direkt am Kampfe beteiligt seien, anderswohin geschickt werden können. Solche Truppen gebe es übrigens genug, besonders aber in Frankreich, w» Hunderttausende von Engländern hinter der Front lägen.
ver letzte türkische Boischaftsbeamte in ^paris verhaftet.
W. T.-B. Paris, 14. Jan. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der türkische Beamte Ealim-Bri, dessen Obhut das Archiv der türkischen Botschaft in Paris anvertraut worden
war, ist >ester» samt Gattin und Tvchter verhaftet wor
den. Die Verhaftung ist als BergeltungS maß reget bezeichnet worden.
Siegreiche Defensive.
Von einem alten Offizier.
Die Kämpfe an der b e f s a r a b i s ch e n und o st- gall zischen Front wenden noch immer mit äußerster Heftigkeit fortgesetzt. Immer deutlicher tritt zutage, daß es sich dabei nicht um ein Vorgehen des Gegners auf örtlich beschränktem Raum von untergeordneter Bedeutung handelt, gewissermaßen um eine Nckenkriegshandlung, die mibensächliche Zwecke verfolgt, sondern daß die Russen mit ihrer erneuten Offensive einen Haupt schlag zu sichren beabsiä)- gen. Dies gcht auch aus den russischen Meldungen hervor, die jetzt allmählich über das neutrale Ausland eintreffen. So berichtet ein dänisches Telegramm aus Petersburg, daß die Russen außerordentlich viel von ihrer Offensive erwarten, sie habe einen solchen Um
fang angenommen, „daß vielleicht von einer E n t- fcheiüungsschlacht des ganzer Krieges ge- sprochsn werden könne". Dafür spricht ferner die Tatsache, >datz die Kämpfe, die schon am ersten Wechnachks- feiertag einsetzten, bis heute, von kurzen Rnhepairsen abgesehen, ununterbrochen forkgeführt werden, und daß nach den österreichischen Feststellungen fortgesetzt neue Berstärkungen an der russisck>en Front eintreffen. Es scheint, daß nicht nur die int Herbst und im Laufe des Winters in Südrußland und an der ruimänischen Grenze neugebildete russische Armee zu diesem Zwecke eingesetzt worden ist, sondern daß auch aus dem Innern des Reiches, ja selbst ans dom fernsten Osten Verstärkungen herangeholt wurden, so sind erst kürzlich zahlreiche neue tscherkessi'che Regimenter an der Front eingetrofsen. Die große Munitionsmenge, die, die reichlich vorhandene leichte und schivere Artillerie in diesen Kämpfen verwendet, zeigt auch, daß der Angriff seit langer Zeit gründlich vorbereitet war.
Da sich der französische General Pau in der,unmittelbaren Begleitung des Zaren' befand, als dieser die zum Angriff bestimmten Truppen besichtigte, mn ihre Begeisterung für den bevorstehenden Kampf zu entflammen, mutz man auch annehmen, daß der russische Vorstoß in voller Übereinstimmung mit den obersten Militärbehörden der Westmächte erfolgte und mit eurem Teil des neuen Operatronsplanes unserer
