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S*cUe L.

Mkorgcn-Ausgade. Erstes Vlatt.

Wiesbadener TaMatt.

Dienstag, 11. Januar 1916,

Stt. 15.

inMtärffcher ©eite erführt, die Lage in der letzten Zeit keine Veränderung «cftrhren. Die verbündeten Truppen stehen noch immer Gewehr bei Fuß, der Befehle harrend. Auch teuf Seiten der Engländer und Franzosen sind keine nennens­werten Vorgänge zu verzeichnen. Die äußerste Linke der Entenietriuppen, die, wie berichtet, bis zum Majaga- gebirge reicht, ist womöglich noch kürzer geworden. Sie beschränkt sich jetzt fast vollkommen auf das Gebiet von Caramki, Kiilindir und Kuknsch. Dagegen bauen die Engländer und Franzosen ihre brückenkopfartigen Stellungen bei Saloniki sowie 'die Linie nach Orfani eifrigft weiter aus.

Dir Angst vor den deutschen U-Booten.

Der Hafeneingang von Mudros durch Versenkungen versperrt.

Br. Athen» 10. Jan. (Eig. Drahtbericht. Jens. Mn.) Ms Mudros (Insel Lemnos) befindet sich seit geraumer Zeit der stärkste Stützpunkt der englffch-französifechn Flotte. Die zunehmende Tätigkeit der deutschen und österreichischen Unterseeboote hat bei 'dem Flottenkommandv jetzt die Besorgnis wachgemufen, daß es den verwegenen Führern dieser Boote gelingen könnte, einmal in den Hafen von Mudros zu ge­langen. Um einer solchen Möglichkeit vorzubeugen, wurden mehrere Schiffe in der Hafeneinfahrt versenkt.

Die Hoffnung der Zranzofen.

Ein französisch-italienisches Zusammenwirken.

Sr. Sofia, 10. Jan. lEig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Ein sehr bemerkenswertes Gespräch höherer französischer Offiziere hat eine aus Saloniki hier eingetroffene, absolut zu­verlässige Persönlichkeit belauscht. Darnach scheint man in französischen Militärkreisen au eine Kooperation mit den m Balona gelandeten Italienern zu denken, wenigstens sprachen die Offiziere im Lauf ihrer Unterhaltung die Hoff­nung ans, mit den Italienern in zwei Monaten auf bul­garischem (I?) Boden zusammen zu treffen.

Der ttrieg der Türkei.

Die verteidlgungsarbeilen in Ägypten. B

Wachsende nationalistische Bewegung in Abessynien.

Sr. Lugano, 10. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) „Jdea Nationale" erhält von einem besonderen Kenner Afrikas und der Kolonien, der soeben von einem mehrmona­tigen Dufenchalt in Ägypten und Erythrea zurückge­kehrt ist, folgende Mitteilungen: In Ägypten wird fieberhaft an der Verteidigung des Kanals gearbeitet. In Kairo und Alexandrien behauptet man, von der von den Türken neu­erbauten Eisenbahnlinie durch die Sinai-Halbinsel fehlten immer noch etwa 40 Kilometer bis zum Kanal, und so lange die Arbeit nicht bedeutend weiter gediehen sei, sei der Angriff nicht zu erwarten. Die Engländer schicken nur Kundschafterabteilungen in die Halbinsel vor. Selbst der englische General st ab sei entschloflen, nicht angriffsweise vorzugehen, sondern den Feind zu erwarten. Diese Absicht wird vielfach kritisiert. In Ägypten herrscht Ruhe. Beunruhigende Nachrichten vom Gegenteil seien über­trieben worden. Eine nicht allzu große, aber doch auch nicht zu unterschätzende Gefahr liege in der Tätigkeit der Senussen an der cyvenaischen Grenze. Bei den Araber- stämmen, die um das Rote Meer wohnen, hat die Nach- richt von den Siegen der Deutschen und Türken und vcn den: Rückzug der Engländer aus der Suvlabucht eine gewisse Wirkung ausgeübt. Dazu kommt, daß die englische Scebehörde den ganzen Eingeborenenhandel unterdrückt hat, — nebenbei bemerkt, auch den ganzen italierfischen Handel. Der Schiffsverkehr im Roten Meer ist nur unter britischer Flagge gestattet. Dagegen herrscht auf der gegenüberliegen­den afrikanischen Küste vollständiger Frieden. Die erythräische Kolonie ist völlig ruhig. So war bis vor drei Monaten der Schutz des österreichischen Gesandten dem italie­nischen Konsul anvertraut. Am Hof Liasch Jeassus befinden sich noch immer einige Deutsche und Österreicher, deren Ein­fluß schwer abzuschätzen ist. Liasch Jeassus meint, er könnte von eineni siegreichen Krieg den Rang eines Negus erhoffen. In Abessynien ist eine beginnende Bewegung fühlbar, die man in Europa Nationalismus nennen würde.

Die Befestigung der Sucs-Kanalzone.

Lr. Lugano, 10. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Bln.) Der „Secolo" erfährt aus Port Said über die V-erteMgunigsvorbevertungen am Sues-Kanal: fortwährend treffen nach diesem Berichte neue Truppen ein. Der Kanal ist bereits von zahlreichen kleinen Kanonenbooten bevöftert, die samt ihrer schweren Geschütze gelb angsstrichen sind. Am Kanal-

Der Dom am Meer.

Ostpreußens schönste Kirche.

Bon Dr. Paul Lindau.

„Eine feste Burg ist unser Gott". — Das wundervolle Lutherwort aus seinem „Triumphgesang de§ christlichen Ritters" hat die künstlerische Phantasie um eine großartige Vorstellung bereichert, uni die Idee der Gvttesburg, wie sie Dürer in seinem Kupferstich vom Ritter, Tod und Teufel dargestellt: eine hochtürmige, mauerumwehte Feste, an der alle Wut des bösen Feindes zerschellen mutz, eine stolze starke Kirche zugleich, in der das Wort des Herrn eine sichere Stätte findet. Doch keines Dichters oder Malers Geist konnte ein so überwältigendes Bild der Gottesburg ersinnen, wie es kraftvolle Wirklichkeit und hoher GlaubenSrnut gestaltet haben tmDomzu Frauenburg. Hier ist das Lutherlied, zwei Jahrhunderte vorher, Stein geworden, geboren aus dem gleichen Gefühl frommer Inbrunst, demütiger Stärke eines alle menschliche Bedingtheit überwindenden Gottesbewußt­seins.

Wie hebt sie sich hoch über Land und Meer, diese schönste Kirche Ostpreußens, mit ihren mächtigen Gliedern, den schlanken Türmen und dem steilen Dach! Eine Kathedrale und eine feste Burg zugleich, umhegt und umgürte! von starken Mauern, dicken Mmdtürmen, tiefen Toren, breiten Gräben. Lmahibar emgeschlossen und gepanzert steht dieser bedanHam und dach sparsam geschmückte Bau, wie ein hohes Heiligtum im festen Schrein. Ein Kranz vornehmer Dom­herrnsitze, stattlicher Bauten mit großen Gärten, legt sich noch darum und friedet den Domberg gleichsam ein. Das -Städt­chen mit seinem Gewirr spitzer Dächer und winkliger Gassen, in tax wie ein Schmuckkästchen der entzückende Dcarktplatz Ach eag, mk Schutz fachet», am Abhang zusam.

abhang entlang sowie in -der Richtung zum Kanal sind breite Fahrstraßen angelegt. Jeden Morgen wind der Kanal nach Minen abgesucht und von Hydro» planen überflogen.

Oer englische Nriegswille.

o Berlin, 8. Januar.

Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England bedeutet den Entschluß von Regierung und Nation, den Krieg mit äußerster Krastanspannung fortzusetzen. Alle anderen Gesichtspunkte, von denen aus diese große Wandlung im englischen Leben zu 'be­trachten wäre, niüssen für uns gleichgültig sein gegen­über der entscheidendesi Tatsache, daß unser Haupt­feind entschlossen ist, weiterzukämpsen. Wir _ sollten auf die inneren Zwistigkeiten in England, die sich auch bei dieser Gelegenheit zeigen, nicht allzuviel Gewicht legen. In England wird alles, das Größte wie das Kleinste, mit rücksichtsloser Lebhaftigkeit durchge- spvochen, und gerade im Bewußtsein seiner inneren Stärke, deren Bestreitung ein bei uns zum Glück ver­miedener Fehler wäre, kann sich das Britenvolk immer wieder den Luxus von anscheinend schweren Krisen er­lauben. Je kräftiger sich drüben der Widerspruch einer Minderheit gegen das Verlassen einer festgewurzelten Überlieferung äußert, desto mehr -müssen wir uns be­wußt bleiben, daß nur die größte Not und zugleich nur die klarste Erkenntnis von der schicksalsschweren Bedeu­tung einer großen Stunde einen so außerordentlichen Entschluß wie den der Einführung der Wehrpflicht er­möglichen kannten. Sb die englischen Leistungen aus den verschiedenen Kriegsschauplätzen durch die all­gemeine Dienstpflicht wesentlich vermehrt werden kön­nen, das wäre eine Untersuchung für sich, die natur­gemäß den fachmännischen Beurteilern Miegt. Für uns bleibt es, wie gesagt, richtunggebend, -daß England jetzt emeut bekundet, es wolle und werde im Kriege nicht erlahmen. Auch das rst verhältnismäßig gleich­gültig, ob England damit nur dem Drängen seiner Verbündeten auf Mchrleistung nachgegsben hat. Wollte es den Krieg beendigen, so hätte es sich diesem Drän­gen ja entziehen können, und für Frankreich und Ruß­land wäre alsdann nicht übrig geblieben, als eben­falls ein wahrscheinlich nicht einmal unwilliges Ende zu machen. Aber gerade England verlangt nach der Weiterführung des Kriegs. Es gab eine Zeit, wo es scheinen konnte, als ob jenseits des Kanals die Nei­gung zum Frieden im Wachstum begriffen fei, und auch manche Mrnifterrede ließ zwischen den Zeilen merken, daß Großbritannien ffir eine Verständigung zu haben wäre, wenn nur wir Deutschen das Einsehen und die Güte haben wollten, uns auf den Zustand vor dem Krieg, zurückzuzichen. Seitdem wir jedoch den Damm, der uns vom Südosten trennt, politisch wie militärisch durchbrochen haben, seitdem also England die Schärfe des deutschen Schwertes schon dicht an den Nervensträngen seiner Weltmacht, in Ägypten, fühlt, von diesem Tage an ist der britische Entschluß zum un­beugsamen Durchhalten zu datieren. Wir Deutschen können diese Feststellung mit der kaltblütigen Sicher­heit machen, daß keine Anstrengung Englands uns an der Fortsetzung unseres Weges verhindern oder gar uns zurückdrängen wird. Es gefällt uns gut, daß Eng­land eine letzte und für die Zukunft der Welt end­gültige Entscheidung sucht. Auch wir wollen gerade dies und nichts anderes, und wenn wir, wie es der Reichskanzler im Dezember ausgesprochen hat, zum Frieden jederzeit bereit sind, sobald uns die Gegner vernünftige Vorschläge machen, so brauchen wir wahr­lich nicht unglücklich darüber zu -sein, daß sie sich in Trotz und Starrsinn verhärten. So werden wir schließlich vor einem halben Erfolg bewährt bleiben und den ganzen erringen, weil man uns daM zwingt, ihn anzustreben.

Die Vernichtung des „Edward VII."

Br. Rotterdam, tO. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der amtliche Bericht über den Untergang des englischen Schlachtschiffes „Edward VII." durch eine Mine erwähnt wiederum, wie jüngst bei dem Untergang des Panzerschiffes .Natal", nicht die Stelle des Unglücks. Da von dem

men. Wie der Hirt, der über seine Herde wacht, thront der Doni, begleitet von dem mächtigen Glockenturm, der in dem Gleichnis den Schäferhund dorstellen könnte. Weiterhin aber dehnt sich unabsehbar die graue Ostsee, unermeßlich flutend hinter dem schmalen Dünenstreifen des Frischen Haffs, der große ewige Hintergrund für diese Hauptkirche des Ecmlands, die dadurch noch mehr abgerückt wird von allem Irdischen, in ihrer hohen Einsamkeit als der steinerne Gefährte erscheint von Luft und Meer, ein Tenkn'.al urtümlicher Größe. Wun­dervoll wirkt das Bild im lichten Grün des Frühlings, wenn die grauroten Ziegel über dem blendenden, Funken sprühen­den Wasserspiegel leuchten; noch erhabener, wenn im einför­migen Schneekleid alle Formen und Linien des Baues mit monumentaler Wucht hervortreten und die dunklen Wogen mit den gespenstischen Schaumköpfen die ernst-schwermütige Begleitung rauschen zu dieser Zinkonia eroica vom Dom am Meer.

Unter den festen Burgen, die der-Orden auf seinem Er­oberungszug an der Küste des Frischen Haffs anlegte, ist diese Domburg der köstlichste Edelstein, das unvergängliche Denkmal jener großen Kulturtat, die „das Kreuz an der Ostsee' errich­tete. Keine andere deutsche Kirche hat eine so eindrucksvolle, großartige Lage, wirkt schon allein so durch ihr geoietendes Herausragen aus einer mächtigen Landschaft. Mit -der be­wundernswerten Sicherheit des Blicks, die sich an so vielen Anlagen der Ordenszeit offenbart/ wählte der Bischof Heinrich I. von Ermland für „Unserer lieben Frauen Burg" diese vom Ufer des Frischen Haffs steil auffteigende, an zwei Seiten durch Schluchten begrenzte Anhöhe, die den besten natürlichen Schutz gegen Angriffe gewäbrte. Die Burganlage entstand zuerst, und sie bestimmt auch heule noch, obwohl ihr Wehrgang gefallen, ihre Bedeutung durch die Kathedrale ver­dunkelt ist, den ersten Eindruck. An btc Stelle des ursprüng­lichen Heiligtums trat im Lauf des 14. Jahrhunderts in lang­samer sorgfältiger Arbeit der Backstein!»» des Domes: 1342

Bericht gesagt wirb, daß das Schiff auf hoher See mm der

Mannschaft verlassen werden mußte, und die Uriache des Untergangs nicht angegeben wird, so liegt auf der Hand, da^ sich der Untergang auf der während der letzten Tage vcm. schweren Stürmen heimgesnchten Nordsee, in der viele los- gerissene Mnen umhertreiben, abgespielt hat. Die holländi­schen Schiffer berichten noch immer, daß sie an vielen treiben­den Minen vorübergesahren sind. Die Verluste der 180 Mann zählenden Besatzung des „Edward VII." sollen sich auf zwei Verwundete beschränken.

Der Untergang eines neuen Limenschrffs und eures neuen Panzerkreuzers innerhalb 10 Tagen wird jedenfalls in England nicht leicht verschmerzt werden.

Die Mannschaften des Unterseebootes „<E 17."

Enttäuschte englische Hoffnung.

Br. Rotterdam, 10. Jan. (Eig. Drahtbeoicht. Zens. Bin.) Die 30 Matrosen des englischen Unterseeboots „E 17" trafen unter Führung eines Deckoffiziers in Groningen ein, wo sie bei den übrigen englischen Truppen in das Inter­nierungslager ausgenommen wurden. Diese Inter­nierung der Mannschaft scheint in England verschnupft zu haben, weil man erwartet hat, daß sie, da sie aus Seenot gerettet wurden, nach England zurückgcsührt würden, wie früher die Mannschaften der Kreuzer „Aboukir", „Creffy" mrd „Hogue", die allerdings durch einen Privatschlepper gerettet wurden. Die Mannschaft des „E 17“ dagegen wurde oit Bord eines holländischen Kriegsschiffes aufgenom- men, was zur Folge hatte, daß sie nach den Regeln deS inter­nationalen Rechts sich nicht mehr an den weiteren Operatw- nen beteiligen dürfen. Auch der Kommandant des Un- terseeboots hatte offenbar die Internierung nicht erwartet, da er nach der Rettung an die Mannschaft eine kurze Ansprache richtete, worin er die Hoffnung aussprach, daß sie bald mit einem neuen Unterseeboot in See stechen würden.

Die Schatten der Dienstpflicht.. Abwanderung zur besser bezahlenden Munitionsinduyrie. —> Gewaltiges Hinauffchnellen der Löhne.

London, 10. Jan. (Zenf. Bln.) Die „Daily RewS" weift dcwcvuf hin, daß jetzt bereits die Schatten der Dienstpflicht in der englischen Industrie bemerkbar werden. Namentlich in der Textilindustrie macht sich eine wahre Abwande­rung von weiblichen Arbeitskräften bemerkbar, die sämtlich laejjarc der höheren Löhne in die Munitionsfabrlken ein treten. Gleic^eitig hat die Einbevuftmg von einer Rei-he van Mann- schaftsklassen nach dem Derbyschen System auch die männ­lichen Arbeitskräfte erheblich verringert. Dia Löhne steigen überall geradezu in phantastischer Weise. Welchen Umfang die Einftellinng weiblicher Arbeitskräfte angenommen hat, geht deutlich daraus hervor, daß eine einzige staatlich« Fabrik in der ersten Januarwoche 10 000 weibliche Koafte an* gestellt hat. ______________

Die Lage im westen.

Eine weitere Stärkung der anonyme« Diktatur i» Frankreich.

Zürich, 10. Jan. (Zenf. Bln.) Im „Temps" km* Wer ibie Grrvennujng StnicrtsvÄH JuHes ©cachcr Amn föcnexal*

direkter der Presseabteilung geschrieben: Die kurz« Art, mit der die Ernennung angekündigt wunde, Hot sicherlich alle jene zusammen rücken lassen, die vor dem Gesetz von 1881 für die Freiheit der Väter gekämpft hoben. Wird die offizielle Ernennuing eines Chefs dieser zeitlich bed ingte n Zeichnrbehörde diese Einrichtung, der man sich aoS patrio­tischem Grürtden beugte, noch schreckhafter machen? Man gibt sich aber immer noch der Hoffnung hin, daß die An- Wesenheit eines verantwortlichen Direktors nicht als eine wettere Stärkung der anonymen Diktatur, der wir uns bis h-Üte unterordnen mußten, cmfgefaßt werden kann.

Frankreichs Achtzehnjährige.

Rotterdam, 10. Jan. (Zenf. Mn.) Pariser MStta inelden, daß die Einziehung der Jcchreskl-asse 1017 am 5. Jan. begonnen hat. Bis zum 11. Januar werde der Jahrgang planmäßig eiorgezogen sein. Die Matter widmen dem jungen Reknuten wehmütige, patriotische Begleftworte und «- mntigende Bilder.

Kohlennot in Lyon.

Sr. Bern, 9. Jan. (Eig. Dnahtbericht. Zmff- Wegen Kohlen-not kann das Elektrizitätswerk- in Lyon dl« vormittags 7 Uhr bis nachmittags 2 Uhr keine Kraft liefern. Während dieser Zeit stehen die Straßenbahnen still. Von heute an wird die Beleuchtung eingestellt. — Der französisckte General R am bet wuride bet einem Atttomobfl- Unfall getütet.

war der Chor fertig; dann entstand das Langhaus, und f* schritt der Bau, gleichsam im Krebsgang, von hinten be- ginnend, vor, bis die Vollendung der Voroalle 1388 das ganze Werk krönte. Der eigentliche Bauherr war das Domkapitel, das seinen Sitz in Frauenburg aufgeschlagen hatte und vo« hier das Ermland regierte, während der Bischof in Heils» berg wohnte. Aber diese Prälaten und Domherren bauten ganz so wie die Ordensritter, bauten im schönsten OsbcnS» stil, wie er in dieser Blütezeit unter dem großen Hochmeister Winrich von Kniprode sich entfaltet, und es ist töricht, der Kunst des bischöflichen Landesteils, wie es wohl versuch: wor­den ist, eine Sonderstellung einriumen zu wollen. „Das kirch­liche Gebiet", sagt ein so vorzüglicher Kenner wie Detklefse» mit Recht, „steht in dieser Hinsicht dem Ordensgebiet völlig gleich und darf mit ihm zusammen behandelt werden."

Dem Dom zu Frauenburg ist seine Ausnahmestellung un­ter den altpreußischrn Bauten, ja, seine überhaupt nirgends wiederkchrende Eigenart sozusagen auf die Stirn geschrieben. Wie die hohe Stirn des Ganzen leuchtet nämlich der herrliche Westgiebel mit seinen edlen Zieraten über Burg und Stabt bin, eine besondere Genietat des unbekannten Meisters, der ihn geschaffen. Ernst, streng und schwer wirken sonst dir Giebel der preußischen Hallenkirchen, dem Charakier der Ordenskunst cnffprechend. Nur hier, an der Bischofskatbedrale, sollte auf dem wuchtigen Hauptgeschoß ein festlicher reicher Schmuck prangen, und die schwierige Aufgabe wurde glänzend gekäst. Schon die flankierenden, schlanken, achteckigen Tüvmchen mit den vier, durch Fenster bezeichneten Stockwerken und den hoch- strebruden spitzen Helmen umrahmen die Fläche m gtküWch- sker Weise. Ein reiches, organisches Leben aber empfängt da> Giebeldcrieck durch die Einzeichnungen eines kleineren Drei­ecks, das in hergebrachter Art durch senkrechte Blcndnischerr großzügig gegliedert wird. Uber diesem kleineren Drcreck ist sodann, der aufsteigenden Linie des Giebels folgend, emo «iche Lischencackatur avgebrachr, die wie die feierlich j