Einzelbild herunterladen
 

Uiksbs-kilkr TsgbM

21 wöchentlich 12 Ausgaben. ..T.gdl°t.L"-Nr'sss«.^

Kch-lter-H-ll- geiffnel vm> 8 llhr morgen» b« 7 Uhr -br»d». ' * ^ i\ Bon 8 llbr morgen» bl» 8 Uhr abend», anher Eo-mMg».

BezngS-PrriS für beide Ausgaben: 75 *Bfg- monatlich, M. 2.25 vierteljährlich durch den Verlag Langgasie 21, ohne Briagerlohn. M. 3.5» vierteljährlich durch alle deutschen Postanllalten, au»ILliehlich Bestellgeld. — Bezugs - Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bi»> marckring 19, sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Ltadt: in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden TagblaN- Träger.

„Tagdlatt-Haus" Nr. 8850-55.

Bon 8 llhr morgen» bi» 8 Uhr abend», anher EoimOg».

Rellamen. Ganze. halbe, drittel und viertel Seiten, durchlausend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in lurzen Zwischenräumen entsprechender Nachiah.

Berliner Schriftleitung desWiesbudeuerTagblatts- Berlin^'., Potsdamer Str.121L. Fernspr.: Amt Lützow 6202 u. 6203,

Zreilag» 7. Januar 1916.

Kbenö-Ausgabe.

Nr. IO. - 64 . Jahrgang.

Die verhafteten Konfuln m Zreiheit gesetzt!

Der ttrieg.

Der Tagesbericht vom 7. Januar.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 7. Jan. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem Kirchhof, nördlich von Czartorysk, in dem sich gestern eine russische Abteilung festgesetzt hatte, wurde der Feind heute nacht wieder Ver­trieben.

Salkankriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

^ Oberste Heeresleitung.

Die heutige Kriegslage.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

Tj. Berlin, 7. Jan. (Eig. Meldung. Zens. Bln.) Im Westen scheinen die Franzosen zu einer neuen Taktik über­gehen zu wollen. Sie haben mit einer sehr lebhaften Artillerietätigkcit fast entlang der ganzen Front begonnen. Wenn sie hoffen, uns artilleristisch Niederkämpfen und unsere verdersten Linien vernichten zu können, täuschen sie sich. Auch sind unsere Verluste verschwindend; jedenfalls steht die von den Franzosen erzielte Wirkung in keinem Verhältnis zu der maßlosen Munitionsverwcndung.

Im O st e n nichts von Bedeutung. Bei Czartorysk Borpostengefechte, über die Kampfe in der Bukowina er­fahren wir, daß nur während der ersten Tage von den russi­schen Massrnangrifken gesprochen werden konnte, die sich bann in Einzelgescchte auflöstcn, nachdem der Feind furchtbare Verluste erlitten hatte und nicht vorwärts gekommen war. Zwei Tage lang herrschte fast völlige Ruhe, doch heute früh setzt erneut bei dem schon oft genannten B u k ac z ein russischer Angriff ein; zurzeit läßt sich noch nicht übersehen, ob abermals eine Offensive beginnen soll oder ob sich wieder ein einzelner Angriff abspielt.

Vom Balkan keine deutschen Meldungen. Der öster­reichisch-ungarische Hanptbericht wird unö heute vom Fort­gang der wiederaufgenommenen Offensive in Montenegro unterrichten.

Oie Ereignisse auf dem Balkan.

Oie Mitteilung von Ser Freilassung Ser Konsuln in Kthen überreicht.

W. T.-B. Mailand, 7. Jan. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Nach einer Meldung der „Agencia Stefanie" berichtet „Giornale d'Jtalia" aus Athen: Die Gesand­ten des Vierverbandes haben der griechischen Regierung mitgeteilt, daß die in Saloniki verhaftetcn Kon­suln in Freiheit gesetzt worden seien.

General Sarrails Antwort auf dep Protest des griechischen Präfekten.

Sr. Budapest, 7. Jan. (Eig. Dnahtbericht. Zens. Bln. T.-U.) Der Speziakberichterstatter des „Az Est" telSFvaphisrt aus Saloniki: General S a r r a! l antwortete heute auf den

Protest des Präfekten von Saloniki wegen der Verhaftung der fremden Konsuiln. In der Antwort wird erklärt, die Ver­haftung der Konisuiln sei eine militärische Notwen­digkeit gewesen im Interesse der Sicherheit der in Grie- chisch-MaFedomen befindlichen Truppen.

Oie Konsulatsgebäude als Enlentekasernen!

Sr. Bukarest, 7. Jan. (Gig. Drahtbericht. Zens. Mn. T.-U.) Wie das hiesige englische Telegraphen-Bnreau meldet, wurden die Amtsgebäude der in Saloniki verhafteten Konsuln zu Enten tekäsevnen eingerichtet. Der Berichterstatter der T.-U. erfährt hierzu von besitnsormierter Seite, daß die griechische Regierung auch in dieser Angelegenheit Aufklärung von den Entsnteregrevungen verlangte.

Reuter über die schwierige Lage der griechischen Regierung.

Sr. Haag, 7. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Remter meldet aus Athen: Die Lage der Regierung ist schwierig, da der Einspruch des Vierbundes Griechen­land für die Verhaftung der Konsuln verantwortlich gemacht hat. Die Presse bringt längere Ausführungen über die Entfernmig der griechischen Behörden in Saloniki, die von dem Kommandanten der Debbündeten als wün­schenswert bezeichnet worden fei, falls cs binnen kurzem jfii Kämpfen ternären sollte.

Frankreich zu einem Anleihe-vorschutz an Griechenland bereit!

W. T.-B. Paris, 7. Jan. (Nichtamtlich.) Agence HavaS meldet aus Athen: Die französische Regierung hat die grie­chische Regierung benachrichtigt, daß sie ihr 10 Millionen Franken als Vorschuß auf die Anleihe zur Verfügung halte, über die augenblicklich verhandelt wird.

Französische Klagen über die englische Kriegsführung.

Nicht Hilfe für Serbien, sondern die Rettung Ägyptens der Hauptzweck des Balkanunternehmens.

Die französische Zeitschrift „Revue des Denx Mondes" veröffentlicht einen Artikel ihres Mitarbeiters Charmes über die Balkanexpedition. Darin heißt es u. a.: „Die Truppen, welche England zur Hiilfekeistung gegen Serbien versprach, waren :m richtigen Augenblick nicht zur Stelle. General Sarrail tat jedoch, was er konnte, aber seine Kräfte genügten nicht, um Serbiens Schicksal zu wenden. Der erste Teil des Feldzuges hat fein Ziel nicht erreicht. Was ist jetzt zu tun? Was werden unsere Verbündeten, vor allem die Engländer, tun? An einem gewissen Tage sagte in England ein gewisser Minister, daß unsere Versuche, die Serben zu retten, zu spät kämen, und daß alles, was be- reits geschehen sei, unwiderbringlich verloren wäre. Eine derartige Sprache hätten wir eher aus Berlin als aus London erwartet. Am nächsten Tage sprachen jedoch die englischen Minister anders. Einige hatten plötzlich die größten Sympathien für Serbien und erklärten laut, daß die Wiederherstellung dieses Landes der Hauptzweck des Balkanfeidzuges sei. Die Engländer hatten dann, ihrer Ge­wohnheit entsprechend, wieder einen Schritt nach vorn und zwei nach hinten getan. Auch Mußte die franzö­sische Regierung in entschiedenster Weise auftretcn, um die englische Regierung davon abzuhäliteu, alles im Stiche zu lassen. Um diesen ewigen Zwistigkeiten ein Ende zu Machen, kam Lmd Kitchener und untersuchte an Ort und Stelle die Verhältnisse. Es ist aber kein Geheimnis, daß der Hauptzweck der englischen Hilft in Serbien zurzeit die A b - Wendung der drohenden Gefahr für Ägypten ist. Nur um dieses Zwecke? willen hat England östlich Salonikis eine Landung gemacht. Die Lösung des Saloniki-Rätsels liegt in Englands Hand. Ob Frankreich aber fest <nuf England vertrauen könne, fei noch sehr fraglich.

Oke englischen Diplomatenbeamten leugnen den blotzsteüenden Briefwechsel.

W. T.-B. London, 7. Jan. (Nichtamtlich.) Dem Reuter- schen Bureau zufolge dementiert der Athener Mitarbeiter der „Dästh Mail" den von österreichffch-ungcmtscher Seite ver­breiteten Bericht, wonach bei dem Obersten Rapier, der mi Bord des griechilschen Dampfers „Spetzai" verhaftet wurde, ofn Brief des Sekretärs des britischen Gesandten in Athen an den britischen Staatssekretär des Äußern gefunden wor­den sei, in dem die Errichtung einer griechischen Republik mit Venizelos an der Spitze vorgeschlagen wirb. Alle Sekretäre der britischen Gesandtschaft erklärten dem Korre­spondenten übereinstimmend, daß sie keinen solchen Brief geschrieben hätten. Der britische Gesandte in Athen, Elliot, teilte ferner dem Mitarbeiter mit, daß er die ihm zngeschvtebenen Worte: „Ich habe wenig Sympathie mit den Serben, meine Gefühle sind mehr aus bulgarischer Seite", nie geschrieben habe.

Ein rumänischer Mknisterrat.

Sr. Bukarest, 7. Jan. (Eig. Drahtberich!. Zens. Bln T. U.) Die „Minerva" meldet: Mittwoch hat in der Wohnung des Ministerpräsidenten B r a t i a n u ein Minisierrat stattgefun- den. In erster Linie wurden Fragen der äußeren Politik besprochen. Eine eifrige Erörterung war der allgemeinen Lage auf dem Balkan gewidmet. Auch über die Vechaftung der Konsuln entspann sich eine lebhafte Debatte. Finanz- minister Costinescu berichtete über die finanzielle Lage Rumäniens. Er gab zu, daß gegenwärffg eine Finanz­krisis vorhanden sei und in vieler Hinsicht Reduzie­rungen des Budgets vorgenommen werden müßten Auf der anderen Seite betonte er, daß durch den Getreidc- export Rumänien neue Einnahmequellen eröff­net worden seien. Im Ministerrat wurden auch die von der Bukowina eingelaufenen Meldungen verlesen. Die Kom­mandanten der Grenzwache haben Anweisung erbalten, strengste Wache zu halten und jede Grenzverletzung za ver­hüten.

*

Amerika und der „Persia"-Fall.

W. T.-B. New Nork, 7. Jan. (Nichtamtlich. Durch Funk- spvuch von döm Vertreter des W. T.-B.) Bei der Besprechung des „Per sia" - Falles verweilen die Morgenblätter aus­führlich bei der amtlichen Ankündigung, daß der Präsident und der Staatssekretär Lansing alle möglichen Maßregeln getroffen hüben, um ausführliche Berichte in dieser schwierigen-Sache zu erlangen und baß sie verhandeln wer­

den, sobald Ausklärnng erlangt sein wirb. — „World" sagt: Angesichts der Krisis, so schwer und drohend, wie nur je eine cm den Präsidenten seil' dem Bürgerkrieg hercrngetreten ist- setzt Wilson alle Hilfsmittel der Regierungs Maschine in Be­wegung, um den Wert der Ablerugnungen, Beteuerungen und Zusicherungen Österreich-Ungarns in Washington sestzustellen.

— Die Berichte der Abendblätter stellen fest, daß kein über­

stürztes Verfahren «ingeschlagen werden wird. — „Evening Post" meldet aus Washington: Amtliche .Kreise gäben die

Berechtigung der Klage zu, daß, so lange die Alliierten Han­delsschiffe bewaffnen, die Amerikaner dauernd i» Gefahr sind und die Regierung in Washington von Verwick­lungen bedroht ist.

Zwei beachtenswerte Anträge im Senat.

W. T.-B. New Uork, 7. Jan. (Nichtamtlich. Durch Funk- sprach von dem Vertrete: des W. T.-B.) Die „Evening Post" berichtet auS Washington: Senator ©ore (demokratische

Partei) hat zwei Beschlußanträgc zur Verhinderung der Ausgabe von Pässen cm Amerikaner zur Reise auf Schiffen der Kriegführenden und zur Einschränkung des Passagierverkehrs auf Schiffen mit Kriegsmnnition einyebracht. In der sich hieran an­schließenden Besprechung trat stark die Tatsache hervor, daß die Senatoren über die Frage von Reffen von Amerikanern ans Schiffen der Kriegführenden nicht einer Meinung sind.

— Senator Jonas forderte, die Bürger sollten sich aus ein­facher Verminst und Taktgefühl abseits von den Kriegswirren halten. — Senator Works meinte, die Regierung selbst habe eine Versäumnis begangen, als sie bei der Wreise der „Lust« tarn" und in anderen Fällen die Amerikaner nicht gewarnt hätte, daß sie sich von Schiffen fernhalten möchten, welche zugestandenermaßen Kriegsmunition führten. — Senator: Robiiffon gab zu verstehen, wenn eine solche Waruemg ergehen würde, würde sie Zweiftl erwecken, ob Amerika noch glaube, daß nach dem Völkerrecht das vorerwähnte Recht überhffiivt bestehe.

Sr. Berlin, 7. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der Sonderberichterstatter der „Voss. Ztg." in New Dark mal­tet seinem Blatt durch Funkspruch über den Verlaus ler Sitzung des Senats der Vereinigten Staaten von Amerika weiter: Ihren Höhepunkt erreichte die Debatte, als Senator Works (Kalifornien) in einer leidenschaftlichen Rede er­klärte, daß die amerikanischen Reeder eine mora­lische Verantwortlichkeit für das „Lusitania"- Unglück treffe, da sie den Passagieren ans einem Schiff zu fahren gestatteten, das, wie sie wußten, eine Ladung von Munition führte. Redner verlangte mit aller Ent­schiedenheit ein V e r b o t der W a f f e n a u s f u h r, indem er die Neutralität Amerikas als heuchlerisch bezeichnete. Senator L o dg e und andere führten aus, daß ein solche? Ver­bot eine unneutrale Haltung' wäre, und Amerika tatsächlich zum Verbündeten Deutschlands machen würde. Senator R e e d (Missouri) verteidigte die Munitionslirfcrung, der allein die günstige wirtschaftliche Lage (!) zuzuschreiben sei. Nachdem Senator Stole, Obmann des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, vergeblich ver­sucht hatte, die Debatte, die für die wachsende Strö­mung zugunsten des Waffenausfuhrberbots bezeichnend war, obzuschneiden, meinte er schließlich, diese Debatte lasse auf die Auffaffung des Senats betreffs der Fragen schließen, die später zur Entscheidung gelangen werden.

Lansings Stellungnahme.

W. T.-B. Köln, 7. Jan. (Nichtamtlich. Diraht- bericht.) Die „Köln. Ztg." meldet aus Washington vom 6. Januar durch Funkspruch: Staatssekretär Lansing

hat am Nachmittag wiederholt erklärt, es gäbe keinen ,.Perfia"-Fall, solange die Staatsbehörden nicht den leisesten Beweis für die Anwendung für Torpedos hätten. Lansing weigerte sich, die Frage ob etwa eine Kanone auf der „Persia" gewesen sei, zu erörtern, aber die allgemein verbreitete Ansicht nimmt an, daß die Regierung die Amerikaner davor warnen will, auf bewaffneten Schiffen Überfahrten zu machen. Ueberlebende von der „persia" in Kairo.

Sr. Lugano, 7. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der „Secolo" meldet aus Kairo: Aus Alexandria käme» 59 überlebende Passagiere, 2 Offiziere, 6 Mechaniker und 90 Mann der Besatzung des torpedierten Dampfers „Persia" an. Es sind dies die Schiffbrüchigen aus den vier Schaluppen, welche der Minenleger „Mallow" aufnahm. Der Amerikaner Grant erzählt, die Explosion erfolgte 10 Minuten nachdem, man sich zu Tisch gesetzt hatte. Sie verursachte verhältnis­mäßig wenig Lärm. Der Speisesaal füllte sich mit Rauch und Dampf, und von allen Seiten flogen die Glassplitter, und es begann eine panische Flucht. Grant lief auf die Brücke, wo er einen Rettungsgürtel fand, den er sich anctguetc. Depe­schen aus Malta berichten über die Ankunft etnqr 6. Schaluppe mit Passagieren.