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-i v Abs«d-Ausg«be. Erstes itzkatr.

Mesl»abs«ev Tagblarr.

«tittwoch, 5. Januar Iöi6.

Nr. S.

General v. Goltz an ven Iungdeutschland-

vund.

Ein Aufruf für Liebesgaben an die türkische Armee.

_ W r ' T :' B - Berlin. 5. Jan. (Nichtamtlich.) In einem Aufruf der Bundeslettung des Jungdeutschlai d- Bundes an Jungdeutschland und seine Gönner heißt es: Generalfeldmarschall Frhr. t>. d. Goltz bittet um Übersendung von wavmen Bekleidungsstücken für die unter seinem Oberbefehl stehende osmanische Armee. Unsere Waffenbrüder tn der Türkei haben in diesem Kriege mit größter Tapferkeit schönsten Erfolge für den gemeinsamen Sieg ge­stritten und haben sich «inen Anspruch auf unseren Dank er­worben. Diesen köninen wir am besten dadurch beweisen, daß wir den türkischen Soldaten als Liebesgaben das senden, was ihnen am meisten fehlt: warme Beklei­dungsstücke zum Schutz gegen die Unbilden der Witte- vung. Es fehlen ihnen vor allen Dingen wollene Unterbein- lletder, Leibbinden. Strümpfe, auch allerlei Tücher. Schals, Zecken, selbst von kleinerem Format, überhaupt wollene oder andere warme Stoffe. Die Geschäftsstelle des Jungdeirtsch- land-Bundes, Eharlottenburg 4, Wielandstvaße 6, nimmt alle eingehenden Gaben an Wollsachen entgegen. Geldspenden stnd zu senden an die Discontv-Gesellschaft, Depositenkasse, Kwntstraße 137 in Charlottenburg, Konto: Liebesgaben für die Armee v. d. Goltz.

stelle. Von dieser wird jedem auf sein Ersuchen in die mili­

tärischen Ausweispapiere hineingeschrieben, welcher von den obengenannten drei Gruppen er augehürt. K. P.

Musterung österreichisch-ungarischer Landsturm­pflichtigen.

Die in den Jahren 1872 bis 1865 einschließlich geborenen gedienten und ungedienten ö st erreicht schen i und ungarischen Land sturm pflichtigen, welche im Amtsbezirk des K. u. K. Generalkonsulats Frankfurt a. M., Provinz Hessen-Nassau und Großherzogtum Hessen, ständig wohnhaft sind, werden voraussichtlich in der Zeit vom 18. bis 22. Januar 1916 der L a n d st u r m m u st e r u n g unterzogen werden. Sie haben unverzüglich, insofern dies noch nicht ge­schehen ist, ihre Adressen unter Angabe des Geburtsjahres, der Heimatgemeinde und des Geburtsortes dem K. u. K. Gene­ralkonsulat zu melden. Desgleichen haben alle in den Jah­ren 1896 bis 1878 geborenen Laudsturmpflichtigen, welche noch nicht zweimal der Landsturmmusterung unterzogen worden stnd, und die im Jahre 1897 geborenen Landfturmpflichtigen, welche der Landsturmmusterung noch gar nicht unterzogen worden sind, ihre Adressen unverzüglich bekanntzugeben. Die Einrückung der geeignet Befundenen wird Ende des Monats Februar zu erfolgen haben.

Regengüsse hernieder, so daß die abschüssigen Straßen in wenig«» Lekundcn überflutet waren. Auch fegte ein orkanartiger Sturm, wind durch die Straßen und richtete in den Waldungen wie in d«r Parks und Obstanlagen großen Schaden an. Strichweise ist Hagel gefallen, besonders in den benachbarten Gemarkungen Wolfsang«: und Waldau. Das aus Nordwesteu kommende Gewitter zog na^ Südostcn weiter und scheint in großen Teilen Mitteldeutschlands si entladen zu haben.

Serichtssaal.

6u§ Stabt und Canb.

Wiesbadener Nachrichten.

verbotene Sonderverkäufe.

Die Verfügung des Gouvernements Mainz, wonach Son- ^^rkÄlfe zeder Art für den Monat Januar verboten sind, stützt sich auf eine Verfügung des Kriegsmini st e- rrums vom 27. Dezember 1915 an alle Generalkommandos, durch die der folgenden Bekanntmachung des Oberkomman­dos in den Marken im ganzen Reich Geltung verschafft worden ist: "

Huf Grund des §8 des preußischen Gesetzes über den Belage- rungszustand vom 4. Juni 1851 bezw. des § 4 des bayerischen Ge- setzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 in Verbin- düng mit der Allerhöchsten Kabinettsorder vom 31 Juli 1912 den Ubngang der vollziehenden Gewalt auf die Militärbehörde be- treffend, werden hiermit für den Monat Januar jede Art von Sonder aus ver k aufen, wie Inventur- oder

TrSL'S&?* V tIa Ü f 4' . s-genannte Weiße Wochen oder Tage, Propaganda- und Reklamewochen oder -tage sowie Verkaufe unter Ankündigung von herabgesetzten Preisen für Web- und Wirkstoffe und yreraus konfektionierte Gegenstände und für alle Strickwaren verboten."

Die Heeresverwaltung hat natürlich nichts gegen den normalen Verkauf der etwas aus der Mode geratenen ^.aren einzuwenden. Auch Ausverkäufe in Glas- und Por- zel^nwaren, Küchengerätschaften und dergleichen mehr sind nach wre vor zugelassen. '

Nriegsverwendungsfäffig. garnisonverrvendungs- TOtjig, arbeitsverwendungsfähig.

2>iefe Bezeichnungen werden von den militärischen Dienst­stellen gegenwärtig amtlich gebraucht zur Kennzeichnung der drei verschiedenen Grade der Dienstfähigkcit. über die Be- deutung der Bezeichnungen herrscht vielfach Unklarheit. und zwar hauptsächlich deshalb, weil man noch immer an die Ver- haltmsse der Friedenszeit denkt. Wir geben daher nachstehend Im w-eder, die wir dieser Tage in derNordd.

Allg. Ztg. über die Frage:Wer ist kriegsverwenduirgsfähio wer garnisondienftfühig und wer arbeitsverwendunosfähia?" gelesen haben: 1

...3« Frieden gab es nur zwei Grade der Dienst- sahlgkeit, nämlichfelddienstfähig" undgarnisondienstfähig". Jetzt im Krieg gibt es drei Grade der Dienstfähigkeit, nämlich -

1. krregsverwendungsfähig (abgekürzt: k. v.),

2. garnisonverwendungsfähig (abgekürzt: g. v.),

3. arbeitsverwendungsfähig (abgekürzt: a. v.). ..Kriegsverwendungsfähig" sind die Wehrpflichtigen, die

öE Dienst beim Feldheer für tauglich befunden sind. Hierzu zahlen im allgemeinen alle, die im Frieden alsfelddienst- fahig^ ausgehoben sind; aber auch viele, dre in Friedenszeiten garnisondtenstfäbig oder dem Landsturm überwiesen waren werden im Krieg ..kriegsverwendungsfähig" sein. Denn im Frieden wurden bei der großen Zahl der GestellungSpfl-chtigen urü, dem begrenzten Bedarf alle, deren körperliche Leistungs­fähigkeit auch nur rm geringsten vermindert erschien, für garnisondienftfähig erklärt oder dem Landsturm überwiesen. Im Krieg gibt es beim Feldheer niehr Verwendungsmöglich­keiten als beim stehenden Heer im Frieden.

..Garnisonverwendungsfähig" sind die Wehrpflichtigen, die zur Ausübung des militärischen Dienstes in der Garnison (z. B. des Wach-, Bewachungs-, AuSbildungs-, Bureau-, Handwerkerdienstes ufw.) für tauglich befunden werden.

Hierzu zählen im allgemeinen die im Frieden alsgar- msondienstfähig" Gemusterten, so weit sie inzwischen nicht fürkriegsverwendungsfähig" oder für nurarbeitsverwen- dungsfähig" erklärt worden sind.

Arbeitsverwendungsfähig" sind die Wehrpflichtigen, die zum eigentlichen militärischen Dienst, d. h. zum Dienst mit der Waffe, ungeeignet stnd, aber zum Dienst als Armierungs- sclldaten (Schanzarbeiters oder zu einer ihrem bürgerlichen Beruf entsprechenden Beschäftigung verwendbar erscheinen.

Die Zuweisung zu einer dieser drei Gruppen ist nicht ein- für allemal feststehend. Vielmehr kann im Verlauf der Zeit eine Änderung des Dienstfähigleitsgrades eintrelen; denn es ist möglich, daß jemand, der z. B. eines vorübergehenden Leidens wegen nur fürgarnisonverwendungsfähig" oder arbeitsverwendungsfähig" erklärt wurde, nach Behebung die­se« Leidenskriegsverwendungsfähig" wird.

Maßgebend ist in jedem Fall einzig und allein die von der zuständigen Militärbehörde ausge­stellte amtliche Bescheinigung, das heißt: für Wehrpflichtige, die zurzeit nicht eingezogen sind, der Ausweis des Bezirkskommandos, für alle gegenwärtig zum Militärdienst Einberufenen eine Bescheinigung des Truppen­teils. Wenn in den Militärpapieren der Grad der Dienst­verwendungsfähigkeit nicht klar mit der Bezeichnungkriegs- verwendungsfähig" (k. p.) odergarnisonverwendungsfähig"

(g. v.) oderarbeitsverwendungsfähig" (a. v.) odergarnison- und arbeitsverwendungsfähig" (g. u. a. v.) angegeben ist, sondern noch mit einer alten Bezeichnung, wie z. B.L. o.

W. A.", so wende man sich unverzüglich an die nach den vor- jttchenden Ausführungen in Betracht kommende militärische

Kriegsauszeichnungen. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurden der Marinepionier Lbecheizer d. R. Johann Raschi aus Niederwalluf und der Leutnant d. R. Otto Fink aus Bierstadt ausgezeichnet.

Warnung vor direktem Bezug von Butter aus dem Ausland. Zahlreiche Vorfälle, die bei den Zollbehörden und der Zentral-Einkaufsgesellschaft m. b. H. wahrgenommen wurden, lasten erkennen, daß deutsche Gemeindeverwaltungen und Privatleute immer wieder sich Butler aus dem Ausland kommen lassen und nicht daran denken, daß diese Butter chnen ausnahmslos mit erheblichem Schaden abgenommen wird. Es wird wiederholt dringend vor den Angeboten einzelner deutscher und ausländischer Butterhändler bezw. Meiereien gewarnt und gebeten, derartige Angebote, in denen stets die Ablieferpflicht verschwiegen wird, der Staatsanwaltschaft zur Verfolgung wegen versuch­ten Betrugs zu übergeben. In den meisten Fällen handelt es sich dabei überwiegend auch noch um Überschreitung der Höchstpreise, 'da die deutschen Händler gar nicht befugt sind, ausländische Butter zu Preisen in den Verkehr zu brin­gen, die die deutschen Höchstpreise überschreiten. Die Zentral- Einkaufsgesellschaft m. b. H. hat bedauerlicherweise schon wiederholt gegen Stadtverwaltungen und Butterhändler das Strafverfahren einleiten müsien.

Fleisch- und fettlose Tage. Herr Regierungspräsident Dr. v. Meister richtet eine ernste Mahnung an die Bevöl­kerung des Regierungsbezirks, in der er betont, daß es Ehren­pflicht sei, die fleisch- und fettlosen Tage zur Schonung des Viehbestandes uird zur Streckung der Fettvorräte auch in den privaten Haushaltungen peinlichst innezuhatten.

Die Preußische Verlustliste Nr. 419 liegt mit der Säch­sischen Verlustliste Nr. 241 in der Tagblattschalterhalle (Aus- kunftsschalter links) sowie in der Zweigstelle Msmarckring 19 zur Einsichtnahme auf. Sie enthält u. a. Verluste der In­fanterie-Regimenter Nr. 88 und 118, der Reserve-Jnfanterie- Regimenter Nr. 118, 223 und 224 sowie des Pionier-Regi­ments Nr. 25.

NeujahrSwunsch-Ablösungskarten wurden in Wies­baden im letzten Jahr 253 gelöst, welche einen gesauttcn Er­trag von 1613,50 M. eindrachten. Im Jahre 1914 belief sich der Erlös bei 264 verkauften Karten auf 1013 M., 1913 bei 299 auf 963 M., 1912 bei 285 auf 927 M. und 1911 bei 355 Karten auf 1147 M. Im einzelnen gingen im letzten Jahre ein: einmal 100 M., 4mal 40 M., 15mal 10 M., 4mal 6 M 35mal 5 M., 7mal 4 M., 84mal 3 M., lural 2,50 M. und lOlmal 2 M.

Schreiben mit der liuken Hand. Kriegsinvaliden und anderen Leuten, die den Verlust des rechten Armes zu beklagen haben, wird das im Verlag von E. A. Christians in Hamburg erschienene BüchelchenDie Ausbildung der linken Hand" von Hans Rederer, Lehrer an der Einarmigen-Schule in Hamburg, interessieren. Wir machen auf das Werkchen aufmerksam.

Pcrsoual-Nachrichte». Lehrer Hermann C z Y p e r r e k an der Wiesbadener Blindenschule bestand kürzlich in Berlin die Prüfung für Direktoren an Blindenanstalten.

Kleine Notizen. Das Wiesbadener Konservatorium für Musik und Musik-Vorschule (Direktor Michaelis) beginnt am Donnerstag neue Kurs- in allen Fächern der Tonkunst. Dem Lehrerkollegium ist neu hinzugettetr» Karl Brust (Violine).

Aus dem Landkreis Wiesbaden.

Dotzheim, 4. Jan. Infolge eines Schlaganfalls ist der seit 1. Oktober 1897 in hiesiger Gemeinde angesiellte Gemeinde, s e k r e t a r Fritz Müller gestorben. Bei Berhütung eines Eisen­bahnunglücks hatte er als Unteroffizier eines Wachkommandos in Belgien besonderen Mnt bewiesen und sich dadurch das Eiserne Kreuz erworben. Wegen eines Nervenleidens kam er wieder in die Heimat, wo ihn jetzt der Tod ereilte. Zur bleibenden Erinnerung hat die hiesige Gemeindeverwaltung für den Regierungsreferendar Ritter­gutsbesitzer v. Eichel-Streiber, der in einer für unsere Ge­meinde schweren Zeit, vom September 1912 bis März 1913, als kommissarischer Bürgermeister hier besonders segensreich wirkte, und der als Leutnant sich das Eiserne Kreuz erwarü und bei den Kämpfen in Flandern am 20. Mai 1915 den Heldentod fand, ein künstlerisches Gedenkblatt Herstellen lassen. Es trägt das Bild des Ber- storbencn nebst Widmung und Versicherung unwandelbarer Treue, Anhänglichkeit und Dankbarkeit der hiesigen Gemeinde. Nachdem das Erinnerungsblatt für kurze Zeit im Schaufenster der Geschäftsstelle derDotzbeimer Zeitung' ausgestellt sein wird, findet es seinen Ehrenplatz im Bürgecmeisterznnmer des hiesigen Rathauses.

Bierstadt, 4. Jan. Frau Witwe Senffleben dahier kaufte das zweistöckige Wohnhaus des Herrn Steinhauermeisters Wilhelni Frechenhäuser, Ecke Röderstraße gelegen, zum Preise von 16 000 M.

Provinz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk rviesbaden.

Frankfurt a. M 4. Jan. In der heutigen Vollversammlung der Handelskammer Frankfurt a. M. wurden als Präsident Herr Geh. Kommerzienrat Richard v. P a s s a v a n t und als Vize- Präsidenten die Herren Kommerzienrat Ernst Ladcnburg und Otto H a n ck einstimmig wiederzewählt. Ferner wurde als Mitglied Herr Direktor Hermann Malz einstimmig kooptiert.

Regierungsbezirk Rassel.

Gewitter im Januar!

Ms- Kassel, 3. Jan. Eine seltene meteorologische Erscheinung, ei» schweres Wintergewitter, begleitet von stacken Blitzen und grollendem Donner wie mitten im Juli, entlud sich heute nach- mittag von 2 Uhr 11 Minuten bis gegen 3 Uhr über Kastel und dem Fuldatale. Das Thermometer stieg b,s auf 10 Grad Celsius im Schatten, zugleich gingen mit dem Gewitter wolkenbruchattige

wc. Gefährliche Zigarrengeschäfte. Es ist den Kundigen bekannt, daß sich in den letzten Jahren in Wiesbaden gewiss« Zigarrengeschäfte, die durch dichtverhängte Fenster und an­deres ihren Charakter verraten, bedeutend vermehrt haben. Der Zigarrenverkauf bildet in diesen Geschäften, die stets von Frauen betrieben werden, lediglich ein Lockmittel für die Männer. Vor dem Schöffengericht hatten sich jetzt zwei In­haberinnen derartiger Geschäfte, die Ehefrau Malkus und die Witwe Marg. Müller wegen Kuppelei zu verantworten. Die eine wurde zu 6, die andere zu 4 Wochen Haft verurteilt^ und in jedem Fall wurde die Überweisung an die LandeS- behörde zur Unterbringung in einem Arbeitshaus verfügt.

Sport nnb Luftfahrt.

* Gau 9 des Deutschen Radfahrerbundes. Aus dem Neujahrs» schreiben des Ganvorstandes ist zu entnehmen, daß für 1916 folgende größere Veranstaltungen geplant sind: im Januar eine Fußwande­rung in den Taunus, im Februar eine Fußwanderung in die Berg­straße, zwischen April und September 5 oder 6 Wandersahtten, je rin Preisfahren über 100 Kilometer und 50 Kilometer, I Rennen über 130 KilometerRund im Gau" und, wenn möglich, Radrennen auf den verschiedenen Rennbahnen im Gaugrbiet. Für die Kraft­fahrer können Veranstaltungen, solange Gumnii und Benzin gesperrt sind, nicht vorgesehen werden. Sollten hier die Verhältnisie sich ändern, dann wird der Fahttwart für Krastfahren seine Tätigkeit wieder aufnehmen.

vermischtes.

Die englische Weihnachts-Feldpost. Nach einer Mitteilung der Daily News hatte die englische Feldpost in der Weihnachlswoche täglich mehrere Millionen Briese, Karten und Pakete zu befördern. Zur Organisierung des Weihnachtsseldpostdienstcs mußte ein eigenes Gebäude in London gemietet werden; 6 Sonderzüge und 4 Schiffe waren Tag und Nacht im Betrieb, uni die Weihnachtssendungen von England über den Kanal zu befördern.

Eine Pariserin im Werte von drei Kamelen. In einem Paris» Lazarett entwickelte sich, nach demGaulois", zwischen einem ver­wundeten schwarzen Soldaten aus Afrika und einer Pariserin, die Liebesgaben verteilte, das folgende Gespräch:Du bist ein nettes kleines Mädchen."Ich bin kein Mädchen. Ich bin verheiratet, Hab« drei Kinder."Das schadet nix. Du bist sehr nett. D u b i ft d r e i Kamele wert." Angesichts der beleidigten Verblüffung, die die Pattserin infolge dieser Wertschätzung an den Tag legte, ktätte eine anwesende Krankenschwester sie mit den Worten aus:Unsere Afri- kaner schätzen jeden Weit nach Kamelen ab. Sie haben allen Grund,

, stolz zu fein; denn mir und nieinen Kolleginnen hat dieser Astikauer | nur den Wert eines Kamels zugesprochen."

Neues aus aller Welt.

Eine furchtbare Bluttat. Berlin. 4. Jan. DasB. T." meldet aus München: Der 30jährige Hausdiener L t e b l, der früher in einem Seidenhause beschäftigt war und wegen Unregelmäßigkeit«» entlassen wurde, unterhielt ein Liebesverhältnis mit der von ihrem Manne getrennt lebenden Frau Wohltat.' Diese sollte in einem gegen Liebl schwebenden Strafverfahren als Zeugin vernommen werden. Um die für ihn gefährliche Zeugin zu beseitigen, begab sich Liebl gestern abend in ihre Wohnung und feuerte aus sic und ihre vier Kinder Rcvolverschüste ab. Drei Kinder und die Mutter wur­den sofort getötet, während ein jüngerer Knabe und Liebl selbst, der sich schließlrch durch einen Schuß in die Schläfe zu töten versuchte, mit sehr schweren Verletzungen in die Klinik gebracht wurden.

Große Verwüstungen durch eine Windhose. Berlin, 5 Ja». Uber die Heimsuchung dreier daher,scher Ortschaften von einer Windhose wird berichtet: Ein schweres Unglück ist über die Gegend zwischen Frankenthal und Bamberg hcreingedrochen. Eine Wind- dose hat die Ortschaften Steinfeld, Treppdorf und Wiescntseld schwer hermgesucht. Hunderte von Bewohnern sind obdachlos geworden. Biele Häuser wurden teils ganz zerstött oder vom Sturm abgedeckt. Vom Schloß des Grasen Gich wurde das Dach abgeristen. Ei» Lkonom wurde unter den Trümmern seines Hauses begraben und konnte noch nicht geborgen werden. Die Waldungen lind in emem Umkreise von 18 Kilometer verwüstet. Aus den benachbarten Ort­schaften wurde den Obdachlosen die erste Hilfe gebracht.

Absturz franMscher Flieger. Parts, 5. Jan. DasEcho de Paris" meldet: Aus dem Marsselde bei Lunäville stnd zwei Flieger abgestürzt. Einem wurde durch den Propeller der Kopf abgeschlagen, der andere wurde hoffnungslos in ein Krankenhaus gebracht.

^etterbenietite.

Beobachtungen in Wiesbaden

▼Oil der Wetterstiktwu um ass. Ve.ama für Naturkunde.

l Januar

1 7 Uhr

! mororens.

2 Uhr

Tun,

abends. 1

MittaL

Barometer auf 0° und Normaisohwere

761.5

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Barometer auf dem Meeresspiegel . .

772,1

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Relative Feuchtigkeit (°/o) . ...# Wind-Richtung und -Stärk®«

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88

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tfiederschlagshOhe (mm) .

Äeshste Temperatur (^slsias) g,7,

Niedrigste Temperatur 4,J.

Monats-Uebersichten der Meteorologischen Beobachtungsstation zu Viesbaden

vom Monat Derbr. 1915. Mitgeteilt von dem Stationsvorstand Ed. Linpl

jnft druck. II

Lufttemperatur. 1

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712 -

Wettervoraussage für Donnerstag, 6. Januar 1916

von der meteorologischen Abteilang des Physikal. Vereins za Frankfurt a.

Wechselnd bewölkt, stellenweise Niederschläee. etwas kalter.

Wasserstand des Rheins

am 6. Januar.

Biebrich Pegel". 1.66 m gegen 230 m am gestriges ftnd bti

Caub. » 2 . 92 » » 1.90 » » » »

1.78 a * 1,66 * » a »