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Mittwoch» 5. Januar 1916. ITlOrQClt 5 flUSQClbC. Nr. 5. ♦ 64. Jahrgang.
Die vergebliche russische Offensive an der beffarabischen Kwnt.
Ungeheure Verluste der Russen. — 800 Gefangene. — KrtillerieKämpfe an der italienischen Zront.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
W.T.-B. Wien, 4. Jan. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 4. Januar, mittags:
Russischer Uriegsschauplatz.
Die Schlacht in Ostgalizicn dauert an. Der Feind setzte gestern seine Durchbruchsversuche bei T o p o r o u tz an der beffarabischen Grenze mit großem Kräftcausgcbot fort. Sein Mißerfolg war der gleiche wie an den vergangenen Tagen. Die russischen Angriffe wurden überall abgeschlagen, zum Teil in lang andauerndem Handgemenge. Besonders erbittert waren die Kämpfe Mann gegen Mann in den zerschossenen Gräben beim Hcgehaus, östlich von Rarancza, wo sich insbesondere das Warasdincr Infanterieregiment Nr. 16 neuerlich mit Ruhm bedeckte.
Ebenso wie an der beffarabischen Front scheiterten die Angriffe, die der Feind nordöstlich von O k n a und gegen die Brückcnschanze bei U s z i e c z k o führte, und alle mit großer Zähigkeit erneuerten Versuche der Ruffen, im Raume nordöstlich von Buczacz in unsere Gräben einzudringen.
Die V e r I u st e des Feindes sind nach wie vor überaus groß. In einem zehn Kilometer breiten Abschnitt zählten wir 2300 russische Leichen vor unserer Front. Einzelne ruffische Bataillone, die mit tausend Mann ins Gefecht gingen, sind laut ihrer eigenen Meldungen mit 130 Mann zurück- gekehrt. Die Zahl der nordöstlich von Buczacz in den letzten Tagen eingebrachten Gefangenen übersteigt 800. An der oberen I k w a schossen die Truppen der Heeresgruppe Boehm-Ermolli ein ruffisches Flugzeug ab. Die Bemannung, aus 2 Offizieren bestehend, wurde gefangen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
In Südtirol und an der Dolomitenfront fanden wieder Artilleriekämpfe statt. Unsere Flieger belegten ein Magazin des Feindes in Ala mit Bomben. Der Ort Malbvrghet wurde abermals aus schweren Geschützen beschaffen. Auch im Flitschcr Becken und im Krn-Gebiet rührte sich die italienische Artillerie. Nördlich Doljc nahmen unsere Truppen gestern früh einen feindlichen Graben, um den seither sehr hartnäckig gekämpft wurde. Drei italienische Gegenangriffe wurden abgewiesen. Auf der Hochfläche von D o b e r d o kommt es täglich an einzelnen Stellen der Front zu Handgranaten- und Minenwerferkämpfen.
Südöstlicher Rriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Der Krieg über See.
Jaunde in Kamerun von den Feinden besetzt?
W. T.-B. London, 4. Jan. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Amtlich wird mitgeteilt: Eine britische Abteilung hat am 1. Januar Jaunde iu Kamerun besetzt. Der Feind zog sich nach Südosten zurück. Die Truppen haben Fühlung mit den Nachhuten des Feindes. Die Behörden in Jaunde sind ge f I ü ch t e t.
ver unvergleichliche Opfermut der tapferen Verteidiger.
W.T.-B. Berlin, 4. Jan. (Nichtamtlich. Draht- vericht.) Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus" ist Jaunde, das Zentrum der Verteidigung Kameruns, am 1. Januar in die Hände des Feindes gefallen. Mit diesem Fall mußte schon seit längerer Zeit in Anbetracht der ungeheuren englisch-französisch-belgischen Übermacht, die, mit allam modernen Rüstungszeug versehen, von allen Seiten die kleine Schar der tapferen Verteidiger des großen Schutzgebietes bedrängte, gerechnet werden. Doch auch jetzt hat die Schutztruppe die Waffen noch nicht gestreckt, sondern zicht sich kämpfend zurück. Daß sie mit einem unvergleichlichen Opfermute und einem unerschütterlichen Vertrauen auf den schließ- lichen Sieg der deutschen Sache in Europa nun schon fast 1i/2 Jahre lang das Schutzgebiet gehalten hat, trotz ihrer Abgeschlossenheit von aller Zufuhr aus der Heimat und trotz der großen Überlegenheit des Feindes an Zahl und an Kriegsinaterial, dafür gebührt der tapferen Truppe und ihrem umsichtigen Führer
Oberstleutnant Z i m m e r m a n n der heiße Dank des Vaterlandes. Und wenn auch die Schutztruppe trotz heldenmütiger Gegenwehr schließlich völlig unterliegen sollte, so ist Kamerun für uns noch nicht verloren. Über das endgültige Schicksal auch dieser Kolonie wird auif anderen Kriegsschauplätzen entschieden werden.
Oer Krieg gegen Rußland.
Die Verblendung des Zaren.
W.T.-B. Petersburg. 4. Jan. (Nichtamtlich. Drccht- bericht.) Während der Parade am 2. Januar richtete der Zar eine Ansprache an die Ritter des St. Georg- Ordens, in welcher er sagte: Seid darüber beruhigt,
daß ich, wie zu Beginn des Krieges ausgesprochen wurde, nicht Frieden schließe, solange wir nicht den letzten Feind von unserem Gebiete vertrieben haben und daß ich den Frieden nur in voller Übereinstimmung mit unseren Alliierten schließen werde, mit welchen wir nicht mit papiernen Verträgen, sondern durch eine wahre Freundschaft und Blut verbunden sind.
OisKämpfe an der Sfrypa. o-^u'io s ****** Qie Pfeile kennzeichnen cfie russischen Angriffe.
Oie Ereignisse auf dem Balkan.
König Peters Aufgabe in Saloniki.
Eine 100 Kilometer lange befestigte Jone.
W. T.-B. Paris, 4. Jan. (Nichtamtlich.) Die Agence Halms meldet aus Saloniki vom 2 . Januar: König Peter, der im serbischen Konsulat abgestiegen ist, hütet wegen k ö r p erlich e r A b s p a n n u n g das Zimmer. Er soll nach Saloniki gekommen sein, um die Reorganisation der serbischen Armee zu überwachen, die in Gruppen von 200 bis 400 Mann ans Albanien eintrifft. Der König wird einen Ausruf zugunsten des heiligen Bundes zur B e f r e i u ng des vom Feind besetzten Landes an die Serben richten.
Die Militärbehörden fahren mit der Verhaftung verdächtigter blotzgestcllter Personen fort.
Die Alliierten beginnen mit der Anlage einer befestigten Zone an der Front der strategischen Linie, die sich über eine Gesamtlänge von 10 0 K i l o m e t e r n erstreckt.
. Br - Christiania, 4. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zent. Mn.) König Peter, der mit der serbischen Regierung, wie gemeldet, in Saloniki angekommen ist, hat im serbischen Konsulat Wohnung genommen. Er fühlt sich angeblich krank und empfängt keine Besuche. Die Regierung in Athen hat Reuter zufolge deni König einen Willkommengruß übermitteln lassen.
Der Aufenthalt des Scrbcnkvnigs für längere Zeit bcmcffcn.
W. T.-B. Athen, 4. Jan. (Nichtamtlich. Agence Havas.) Nach Blättermeldungen dürfte sich der Aufenthalt von'König Perer in Saloniki einige Zeit hinziehen. Es sei der Auftrag gegeben worden, für die serbischen Beamten Wohnungen zu mieten. Ein Besuch des Königs Peter bei König Konstantin werde vom Gang der politischen und militärischen Ereignisse abhängen. Auch von einer baldigen Ankunft des Königs von Montenegro wird in Saloniki gesprochen, doch üegt eine amtliche Bestätigung der Nachricht nicht vor.
Keine Antwort der Entente auf Griechenlands Protest.
Br- Lugano, 4. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Die »Jdea Nationale" bestätigt, daß die Ententemächte
auf den Protest Griechenlands kerne Antwort erteilten. Die Gesandten >der Entente beschränkten sich darauf, der griechischen Regierung mitzuteilen, sie würden Sarrgil mm Aufklärung bitter, und würden die Gründe der Verhaftung alsdann der griechischem Regierung bekcmntgeben.
Die Mitverhafteten.
Br. Rotterdam, 4. Jan. (Gig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) „Daily Telegraph" erfährt aus Athen: Außer den feindlichen Konsuln 'wurden noch 350 Personen verhaftet, deren „Schuld" sich aus den gefundenen Dokumenten ergab. Wie verlautet, wird eine Anzahl dieser Dokumente in den Blättern von Saloniki zum Abdruck gebracht werden. Die Verhaftung deS norwegischen Konsuls wurde wegen verschiedener An-' deutumgen in den gefundenem Dokumenten auf Sarmils Befahl veranlaßt.
Noch ein weiterer griechischer Protest zur Verhaftung des norwegischen Konsuls.
W. T.-B. Athen, 4. Jan. (Nichtamtlich. Drahtbcricht.) Reuter wird berichtet, daß die Verhaftung des norwegischen Konsuls Seefelder in den Kreisen der griechischen Regierung verschieden beurteilt wird. An die Mächte des Vierverbands wurde ein neuer Protest gerichtet. Wie die Blätter mel- ' den, hat die griechische Regierung auch gegen die Verhaftung griechischer Untertanen durch die Mächte des Vierverbands auf den Verdacht der Spionage protestiert.
General Sarrail will Griechenland in den Kampf zwingen.
Br. Athen, 4. Jan. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Die Zeitungen berichten, General Sarrail hätte geäußert: „Ich versuche mit aller Kraft, eine Lage zu schaffen, welche Griechenland mit uns in den Krieg zwingt, selbst wenn es gegen uns geht."
warnende Stimmen in Frankreich.
Br. Genf, 4. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Blm) Haehey drahtet aus Saloniki dem „Journal", Frankreich möFe die Illusionen der Offensive am Balkan auf- geben. Nur Chklopen könnten fortan den Kontakt Deutschlands mit Kleinasien unterbrechen. Das Serbenheer sei aufgerieben. Rußland empfinde gegenwärtig die größte Schwierigkeit, 300 000 neue Soldaten vcllständig auszurüften. Frankreich möge die Reliefkarte von Albanien betrachten, um einzusehen, welche ungeheure Anstrengungen Italien machen müsse, falls es wirklich eine Expedition unternehme. Der Vierverband sei gründlich allein, müsse aber trotzdem in Saloniki bleiben, weil dasselbe jetzt französischen Boden darstelle.
Österreichische Blätter über den Gipfel der Völkerrechts- brüche.
Wien, 3. Jan. (Zeus. Bin.) Die Verhaftung der Konsuln des Bierbundes im Saloniki nennen die Blätter den Gipfel der Bölkerrechtsbrüche des Vierverbands und die brutalste Vrrhühnung der griechischen Staatshoheit. Als erschwerend bezeichnen sie den Umstand, daß sich die ftanzösische und britische Soldateska nicht nur an den Personen der Konsuln, sondern auch an den Konsulatsarchiven vergriffen. Die^ „Reichspost" nagelt Sarrails Begründung dieses Gewaltakts als unerhörte Sophisterei fest, da nicht erst das Werfen von Fliegerbomben durch deutsche Flieger, sondern schon die Landung der französffch-englischen Truppen in Saloniki und noch mehr die militärische Besetzung und Befestigung Saloniki zum Kriegsgebiet gemacht habe.
Neue Matznahmen der Alliierten in Saloniki«
Weitere Verhaftungen. — Dxr Lebensmittelmangel.
W.T.-B. Paris, 4. Jan. (Nichtamtlich. Agence Havas.) Jnfolige der jüngsten Luftangriffe der Deutschen auf Saloniki treffen die Alliierten außergewöhnliche Maßnahmen, um die Wiederkehr ähnlicher Vorgänge zu verhindern. Der serbische Geuerakstab wird vermutlich nach Saloniki gehen, um sich mit den Alliierten über die beste Verwendung des serbischen Heeres zu verständigen. — In Saloniki dauern die Verhaft usngeu von Angehörigjen der feindlichen Nationen an. Alle Verdächtigen werden nach einem Verhör an Bord eines Schiffes der Alliierten verbracht. Me Alliierten sind entschlossen, die Stadt von allen verdächtigen Elementen zu reinigem. — Die Knappheit der Lebensmittel wird in Saloniki mit jedem Tag fühlbarer. Die Kaufleute erfuchten deshalb die Regierung, den Lebens- mittelbezug zu erleichtern, um für die Bedürfnisse der Bevölkerung sargen zu können.
ver Gesundheitszustand des Königs von Griechenland.
B. Berlin, 4. Jan. (Eig. Meldung. Zenf. Mm) Nach hier eingetroffenen authenttschen Telegrammen aus Athen ist die von Professor Kraus und v. Eiselsberg Unterzeichnete Bekanntgabe nicht etwa als bloßer B e f ch ö n i gu n g s v er - such aufzufassem. Es entspricht den Tatsachen, daß die beiden Ärzte das Besinden des Königs Konstantins durchaus zufriedenstellend fanden. Der Umstand, daß die Operationswunde noch offen gehalten werdest muß, wird allen Klinikern nach der Art der Erkrankung als notwendig für die allgemeine völlige Genesung erscheinen. Die griechische Regierung hat auch nur deshalb den nochmaligen Besuch der beiden berühmten Ärzte gewünscht, um zugleich dem griechischen Volke und der griechischen Königsfamilie voth'tc
