Sette i. Morgen-Ausgabe» Erstes Blatt.
haberien Kriegsherrn unld ruhmgsskrürrten Führers der eng verbündeten deutschen Kameraden und treuen Bundesgc- nossen> Seiner Majestät unseres allergnädigsten Kaisers und Königs. Namens der von mir befehligten k. k. Streitkrärte bitte ich allevumtertänigst, daß Euwe Majestät geruhen, unsere ehrfurchtsvollsten Neujahrwünfche allergnädigst entgegenzu- nehmen. Möge das neue Jahr uns alle der beseelenden Zuversicht Enfüllwng bringen, mit Gottes Hilfe unsere übermächtigen genrein sauren Feinde gänzlich zu besiegen.
Fekdmcrrffchall Erzherzog Friedrich." ß Hierauf evtvideute der deutsche Kaiser: „Für Deine und der Dir unterstellten österreichisch^unyarischen Stveitkrüfte Neusahrswünfche danke ich herzlichst. Mit Dank für den allmächtigen Beistand, aber auch mit berechtigtem Stolz können unsere verbündeten Heere auf das verflossene Jahr zurückUicken. Feste Waffe nkameradscha ft und edler Wettstreit in der Betätigung des Willens zum Siege waren die Losung, unter welcher so schöne Siege erfochten wurden. Sie wird uns auch ferner 'die f e st e Zuversicht erhalten, mit Gottes Hilfe zu einem glücklichen En Verfolg zu kommen. Dir U'nd Deinen braven Truppen sage ich meine wärmsten Segemswünsche für die Arbeit des beginnenden Jahres. Möchte der Soldaten Tapferkeit und Beharrlichkeit unter Deiner Leitung den verdienten Lohn finden. W i l h e l m."
Die VeerdiZung der Gpfer des Eisenbahnunglücks in Ventfchsn.
Bentfchen, 3. Jan. Zu einer würdigen Trauerfeier hat- fich am Neujahrstag die Beerdigung der Opfer des Eisenbahnunglücks vom 28. Dezember gestaltet. Die meisten Verunglückten sind in die H e i m a t übergeführt worden. In Bentschen waren mir 5 Tote zurückgeblieben. Der stellvertretende General von Bock und Polach war vertreten durch Generalleutnant Herhudt von Rohden; der Oberpräsident und die Regierung von Posen durch den Regierungspräsidenten Krahmer. Die Teilnahme der Bevölkerung aus Stadt und Land war allgemein. Mit ergreifenden Worten übergaben die Geistlichen die Leichen braver Kämpfer, an denen der Tod auf dem Schlachtfeld so oft vorübergegangen ist und die hier so tragisch starben, der letzten Ruhe. — So t es beklagenswert die Opfer des Unglücks sind, so sei hier, um übertriebenen Gerüchten entgegenzutreten, erwähnt, daß sich die gemeldete Anzahl von 18 Toten zwar durch den Tod von Schwerverletzten auf 23 erhöht hat, daß aber der entgleiste Zug weit über ein halbes Tausend Urlauber zur Front bringen sollte.
Theodor Heine über die ttriegs- kreditverWeigerer.
Es ist hoch schade, daß die Umstände, deren zwingend«: Berechtigung wir freilich anerkennen müssen, eiire ungewohnte Behandlung im Reichstag über die neue Kriegsanleihe in der Weise, wie sonst im Frre- .deri. solche Verhandlungen vor sich zu gehen pflegen, verhindert haben. Eine Beratung im herkömmlichen Stil einer breiten und ungehinderten Aussprache, die sich aber, taie gesagt, aus vielen Gründen jetzt von selber verbot, würde rms beispielsweise eine Rede des Ageonöneten Wolsgang Heine gebracht haben, von der wir um so mehr bedauern müssen, daß sie nicht gehalten worden ist, weil wir sie jetzt in anderer Form kennen lernen. In den „Sozialistischen Monatsheften" veröffentlicht Heine einen Aussatz gegen die bedauerlich kurzsichtige Mindevheit der Genossen, die den traurigen Mut fand, ibic neue Anleihe abzulühnen. Wir möchten wohl, ldaß viele diesen Artikel lesen. Er enthält wichtige Ausführungen, er ist ein Muster klarer und eindringlicher Beweisführung für die Notwendigkeit, den uns aufgezwungenen Krieg mit allen Mitteln f o r t-zu s c tz e,n. Gewiß, wir brauchen solche abermaligen Beweise nicht, wir sind von der un- . entrinnbaren Notwendigkeit, alle Kräfte anzuspannen, auch so überzeugt, aber es ist nicht gleichgültig, wer uns diese Notwendigkeit vor Augen hält, und es ist schön und ebenso von idealem wie von praktischem Nutzen, daß gerade ein Sozialdemokrat es tut. Dem deutschen Volk als Ganzes genommen, als politischer und kultureller Gemeinschaft, so schreibt . Wolfgang Heine u. a., wird von zum äußersten entschlossenen Feinden Zerstörung angedroht. Man komme uns nicht mit dem Einwande, ein Volk von unserer Größe könne nicht verniästet werden. Wenn Deutschland die jetzige Gefahr bestehen kann, so vermag es dies eben, weil es 'von Anfang an alle Kräfte der Abwehr angespannt hat und weil es von einem Gefühl der Notwendigkeit gemeinsamen Handelns und nicht wankender Treue zu sich , selbst, zu seiner eigenen Sache, erfüllt ist. Zerstörung unserer nationalen Existenz und rmserer Kultuvfähigkeit wäre es aber auch, wenn man uns zwar die äußere Form des politischen Da- stzins beließe, was man selbstverständlich tim würde, uns aber politisch auf die Ohnmachtsstellung von 1815 bis 1860 zurückschraubte und wirtschaftlich mittels Kriegsentschädigungen und Beengungen von Handel und Industrie zu Fronknechten der siegreichen Feinde erniedrigte. Das aber ist tzs, was die Wohlwollenden in den feindlichen Staaten Deutschland an- . drohen und was heute noch unter dom irreführenden Namen „Krieg gegen den pA'ußischen Militarismus" das Kriogsziel sogar von Sozialisten des Aus- landes ist. Was das deutsche Volk betrifft, das haben in erster Reihe die deutschen Arbeiter zu tragen. Heine fragt, was unsere Kämpfer an den
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ist das
„Wiesbadener Cagblatt“
zu dezieben durcb
den Verlag „Cagblatt-ßaus“ Canggaffe 2t,
Die Zweigstelle Bismarckring 19,
vle Ausgabeftellen Der Stabt unb nacbbaro^e,
sowie durcb fämtlicbe Deutfcbe Relcbspoftanftalten.
Wiesbadener Taablalt.
Grenzen von einer Sozialdemokratie sagen würden, die dem Reiche im Kriege die Mittel verweigerte, auch fernerhin das deutsche Gebiet gegen die Feinde zu -schützen. Er spottet über die Minderheit, die sich der armseligen Entschuldigung für ihre Abstimmung bedient, daß nicht ein. Mann weniger ausgerückt wäre, auch wenn die ganze Fraktion die Kriegskrodite verweigerte. Er spricht das starke Wort aus, daß ^verdiente Verachtung aus eine Partei fallen müßte, die es anderen überlassen hätte, das Notwendige Zu tun, um nachher über diejenigen herfallen zu können, die für das Notwendige die Verantwortung zu übernehmen gewagt hätten. Heine kommt wioderholt darauf zurück, daß derjenige zum Schaden des Volkes beiträgt, der nicht alles tut, uin die deutschen Arbeiter vor dom grauenhaften Schicksal oiner Niederlage zu schützen. Man nenne uns, so rust er aus, einen Staatsmann eines der kriegführenden Länder, der so offen und warm für den Frieden und so maßvoll über dessen Ziele gesprochen hätte, wie unser Reichskanzler. „Das Schicksal", so schließt Heine seinen schönen Aufsatz, „hat der deutschen Sozialdemokratie eine unvergleichliche, nie wiederkchrende Möglichkeit geschenkt, fruchtbare Arbeit zu leisten. Wer jetzt nichts Gescheiteres zu tun weiß, als sich an die „alte bewährte Praxis" der Worte und des Nichtstuns zu klammern, den kann das deutsche Volk nicht brauchen."
Alles ist gut und alles ist richtig, was Heine sagt.
aus Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Erhöhung der Margarine- und Speifefellpreise.
Der „Reichsanzeiger" enthält folgende Bekanntmachung: Mit Zustimmung des Reichskanzlers hat der Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Ole und Fette, die durch Verpflichtungsschein zwischen Margarine- und Speisefettfabriken sowie für den Margarine- und Speisefetthandel vereinbarten Groß- und Kleinhandelspreise mit Wirkung vom 3. Januar 1916 wie folgt geändert: Die Großhandelspreise dürfen für Margarine von 1,28 M. auf 1,48 M., die für Speisefette aller Art mit 100 vom Hundert Fettgehalt, wie Schmelzmargavine, Pflanzenfett, Rindecfett, Kunstspeisefett usw. von 1,82 M. auf 1.69 M., dre Kleinhandelspreise für den direkten Bezug der Verbraucher bei Margarine von 1,40 M. auf 1,60 M-, bei Speisefetten aller Art mit 100 vom Hundert Fettgehalt von 1,64 auf 1,84 M., sämtliche Preise für das Pfund berechnet, erhöht werden. — Durch diese Bekanntmachung werden die Angaben in den Verpflichtungsschctnen in der oben angegebenen Weise geändert, so daß der Absatz zu den neuen Preisen vom 3. Januar, morgens, ohne besondere Bekanntmachung durch den KriegSausschutz oder die Margarine- sabrrken erfolgt. _
— Kriegsauszeichnung. Oberstabsarzt Abesser aus Wiesbaden, zurzeit Chefarzt des Reservelazaretts Oberlahn- stein, hat das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhalten.
— Die Fremdenstadt Wiesbaden und der Krieg. 08382 Fremde wurden im Jahre 1913 hier gemeldet, das ist eine Ziffer, die weit die Zahlen aller anderen Badeorte übersteigt. Sie seht sich aus 37 699 Kurgästen und 57 658 Paffanten zusammen. Während vom August bis Dezember 1914 insgesamt nur 19 660 Fremde angemekdet wurden, tonnten für die gleiche Zeit 1915 insgesamt 42 167 Fremde verzeichnet werden. Die Befürchtungen, die man im ersten Kriegsjahr angesichts des großen Rückgangs der Kur hegen konnte, waren also glücklicherweise unbegründet. Dem anfänglichen Rückgang ist ein außerordentlich starker und erfreulicher Aufschwung der Kur gefolgt.
— Die Pastbramtenschaft im Krieg. Von den aus dem Oberpost direktionsbezirk Frankfurt a. M. stammenden mittleren Postbeamten haben im letzten Vierteljahr 1 das Eiserne Kreuz 1. Klaffe und 46 das Eiserne Kreuz
1. Klaffe erhalten; zu Offizieren des Deurlaubtenstandes sind 14 befördert worden; auf dem Feld der Ehre gefallen sind in dem gleichen Zeitraum 9 mittlere Beamte. Die Zahl der im gesamten Reichspostgebiei zur Fahne, zur Feldpost oder zum Dienst in den besetzten fremden Gebieten einberufenen Post- und L-elcgraphenbeaniten beläuft sich am Jahresende auf rund 90 000. Hiervon haben insgesamt 36 mittlere Beamte das Eiserne Kreuz 1. und 3950 die gleiche Auszeichnung
2. Klaffe erhalten, von zahlreichen anderen Auszeichnungen akgesehen. Die Zahl der auf dem Feld der Ehre gefallenen mittleren Postbeamten beträgt am Ende des Jahres rund 1530.
— Musik im Feld. Von Angehörigen der 5. Kompagnie des Füsilier-Regiments v. Gersdorff (Kurheff.) Nr. 80 geht ums ein Schreiben zu, in dem sich die Soldaten für die Weih- nachtÄiebesgaben des Kreiskomitees vom Roten Kreuz besonders herzlich bedanken. Rührend erwähnen sie vor allem die „nützlichen Sachen" und die „warmen Sachen". Auch an Rauchutensilien habe es nicht gefehlt, und sie seien mit vielem Dank ausgenommen worden. Bemerkenswert ist aber — und das ist der Grund, weshalb wir unseren Lesern von dem, Inhalt des Schreibens Kenntnis geben — die ungeheuchelte große Freude der Feldgrauen über „die M u n d h a r m o n i» kas und das Blasinstrument Fluta". Mit diesem Instrument habe die Kompagnie einen fröhlichen Abend gefeiert. Kleine, handliche Musikinstrumente sind im Feld immer willkommen und ein stets begehrter Artikel. Wer den Soldaten an der Front eine Mund- oder Ziehharmonika spendet, darf überzeugt sein, daß er ihnen damit eine wirkliche Freude bereitet.
— Italienische Blumen. Wie Schweizer Blätter berichten, hat der Versand von Blumen der italienischen und französischen Riviera über die neutrale Schweiz nach Deutschland einen Umfang erreicht, wie er zu Friedcns- zeiten nicht besser sein kann. Schon seit Oktober treffen täglich in Romanshorn Hunderte von Körben mit den erlesensten Rosen und Nelken ein, die durch Vermittlung von dortigen Fuhrgeschä-ften nach allen Teilen Deutschlands gesandt werden. Die Schweizer Blätter wundern sich nicht mit Unrecht, wie sich Deutschland in solch ernster Zeit noch solchen Luxus erlauben kann, noch mehr aber darüber, daß die deutschen „Luxuskreise" noch für italienische
Dienstag, 4. Januar 1916. Nr. 6.
„T r e u b r u ch b l u m e n" so viel Geld übrig haben, während die deutschen Gärtner bittere Not leiden und für ihre Blumen keinen Absatz finden können.
— Die Preußische Verlustliste Nr. 418 liegt mit de» Marine-Verlustliste Nr. 61 und der Sächsischen Verlustliste Nr. 241 in der Tagblattschalterhalle (Auskunftsschalter links) sowie in der Zweigstelle Bismarckring 19 zur Einsichtnahme auf. Sie enthält u. a. Verluste des Infanterie- Regiments Nr. 88, der Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 80, 87, 88, 118, 223, 224, 253 und 254, des Pionier-Regiments Nr. 25, des Pionierbataillons Nr. 21 und der Artillerie- Munilionstolonne Nr. 3 des 18. Armeekorps.
— Kleine Notizen. In Schreibers Konservato. rium beginnt der Unterricht in sämtlichen Fächern der Musik: Klavierspiet, Violine, Cello, Gesang, Theoriesächer, Musiklehrerseminar usw., am kommende» Mittwoch. — Die von H/ Lehmann neu begründete Unterrichtsanstalt für Stenographie beginnt ihren näcbsien Kursus für Ansänger am 10. Januar, abends Uhr, in der Volksschule am Schulberg. — Eine neue Methode in dem Unterricht für schwerhörige und taube Personen beruht darauf, daß die verschiedenartigen, beim Sprechen vor sich gehenden Muskelbewegungen nicht allein am Munde, sondern am ganzen Mienenspiel des Redenden sich ausdrücken. In dieser Methode unterrichtet hier die Dipl.-Lehrerin Frau E. Simmersbach, Adelheidstraße 12, seit Jahren mit bestem Erfolge; sie beginnt An- sang Januar mit neuen Kursen.
vorberichte über Kunft, Vorträge und verwandtes.
* Königliche Schauspiele. Heute geht Schillings Oper „Mona Lisa" im Abonnement v in Szene; sür den erkrankten Herrn de Garmo singt den „Francesco Herr Johannes Bischoss von der Königlichen Oper in Berlin.
* Im Residenz-Theater veranstaltet, wie bereits mitgeteilt, am Montag, abends 8 Uhr, die Kammersängerin Bosetti aus München und der Kammersänger Mols unter Mitwirkung von General a. D. Burckart (Klavier) ein Konzert, da? Lieder und Duette von Schumann, Hugo Wolf, Reger, Weingärtner, Strauß und Bizct bringt.
* Kunstsalon Aktuarhus. Neu ausgestellt: Otto Graeber,
Karlsruhe: „Rauchender Mohr", „Alter Mann", „Akt", „Mädchenkops", „Italienerin", „Rheinhasen, „Durlach bei Karlsruhe", „Alt- Wasser", „Gemüsegarten", „Amorbach im Odenwald", „Apselstilleben", „Schnepfe", „Sttlleben mit japanischem Holzschnitt", „Spargel". Th. v. Stiernberg, Wiesbaden 10 Bilder: 5 Landschaften, 5 Stillleben.
Aus dem vereinsleben.
Dereittsfefte. (äufnafimc frei 6« ,» 20 Zeilen.,
* (Ohne Gewähr.) Im „F r a u e n k l u b" fand am 30. Dezem- ber ein Konzert statt, das die alljährliche Weihnachtsfeier in dankens- werter Weise verschönte. Unsere König!. Hosopernsängerin Frau Dr. Hans-Zoepffel erfreute die Anwesenden durch Lieder von Brahms, R. Strauß, Reger und Hildach und wußte durch ihren meisterhaften, .temperamentvollen Gesang, wie gewöhnlich, ihr Publikum zu begeistern und zu nicht endenwollendeu: Beifall hinzureitzen, Sie ließ sich in liebenswürdiger Weise dadurch zu einigen Zugaben veranlassen, unter denen die Morgenhymne von Georg Henschel durch den zeitgemäßen Ernst von tiefster Wirkung war. Die Begleitung am Flügel lag in den künstlerisch bewährten Händen von Hermine Schröder. — Der herrliche Ehristbaum des Klubs mit seinen brennenden Kerzen und der allgemeine Gesang von „Stille Nacht, heilige Nacht" brachte in das darauffolgende gemütliche Beisammensein der Mitglieder die rechte, trauliche Weihnachtsstimmung.
Nachbarstaaten u. -Provinzen.
— Ludwizshaseil, 3. Jan. Im Stadtteil M 0 n d e n h e i m er- schoß am Neujahrsabend der 37jährige Schlaffer Grimm aus Mann- heim nach einer Eifersuchtsszene zuerst seine 20 Jahre alte Frau und dann sich selbst. Die Frau verschied aus dem Wege nach dem Krankenhause, während der Mann sofort tot war.
Spott unb Luftfahrt.
* Keine Teilung des Weinbergschen Rennstalles. An die kürz-
liche Verlobung des Fräuleins v. Weinberg mit dem österreichischen Markgrafen Pallavicmi hatte eine Wiener Sportzeitung die Meldung geknüpft, dah der künftige Schwiegersohn einen Teil des Weinbergschen Rennstalles übernehmen und die Pferde in Österreich- Ungarn lausen lasten würde. Wie aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, ist jedoch kerne Teilung des Weinbergschen Rennstalles beabsichtigt.
Neues aus aller Welt.
so Jahre Hagenbeck. Hamburg. 3. Jan. Die bekannte Firma Karl Hagenbeck in Stellingen bei Hamburg beging am t. Jan. 1916 das 50jährige Jubiläum ihres Bestehens. Der Tag wurde mit Rücksicht auf die Kriegszeiten in aller Stille begangen. Das Hagen- becksche Geschäft, das so weite Kreise über den ganzen Erdball ge- zogen, geht schon auf den Großvater der jetzigm Inhaber zurück. Es ging aus einer Fischhandlung hervor, und das erste fremde Tier, das dem Publikum vorgesührt wurde, war ein Seehund aus dem Hamburger Dom. Am I. Januar des Jahres 1866 übernahm Karl Hagenbeck das Tiergeschäft sür eigene Rechnung. Uber das Gründungsjahr schreibt er in seinem Buche: „Nun war alle Ruhe dahin. Bald weilte ich an den Ufern des Rheins nnd bald an den Gestaden des Roten Meeres, und kam ich endlich nach Hause zurück, dann riefen mich inzwischen angelangte Telegramme schon wieder in die Ferne." Später wurde er durch seine beidenSöhue Heinrich und Lorenz unterstützt, die jetzt, nach dem Tode des Vaters, das Geschäft weiterführen. Wie bekannt, hat auch der Kaiser. lebhaftes Interesse sür das Unternehmen an den Tag gelegt und sich namentlich die Ergeh, niste der Kreuznngsvcrsuche Hagenbecks vorsühren lassen.
Mit 14 000 M. durchgebrannt. Königsberg, 3. Jan. Die Buchhalterin Gertrude Klein ist mit 14 000 M. verschwunden. Dian vermutet, daß sie sich nach Berlin gewandt habe. Sie ist etwa 30 Jahre alt, stark und klein und trug zuletzt ein schwarzes Krimmer, jakett und einen schwarzen Rock. Als besondwes Kennzeichen wird angegeben, daß sie sich stark parfümiert und ein gewinnendes Wesen hat.
Untergang eines Kieler Kohlendampsers. Höganas, 8. Jan. Der Kieler Dampfer „Franz", auf der Reise von Winiar noch Göteborg mit Steinkohlen, strandete gestern abend bei Kullen. Im Lause der Nacht brach das Schiff auseinander und sank. Die ganze Be- satzung ist gerettet. . _ ,
Blitzschlag in eine Kirche. Lugano, 2. Jan. In Birnbaum bei Podgrad in Istrien schlug während des Frühgottesdienstes ein Blitz in die dortige Pfarrkirche ein. Durch den Blitzschlag wurden 50 Personen betäubt, von denen die meisten Brandwunden erlitten.
Letzte vrahtberichte.
ver Gewaltakt der Entente in Saloniki.
Wertere Berücksichtigung der schwierigen Lage der griechischen Regierung durch die Mittelmächte.
L. Berlin, 3. Jan. (Eigene Meldung. Zens. Bin.) Wie wir hören, hat die griechische Regierung ihre» energischen Protest gegen die Gefangennahme der Kon» suln in Saloniki nicht nur d en Mittelmächten und ihren Verbündeten, sondern auch den Regierungen aller neutralen Staaten zur Kenntnis ge- bracht. Die Gesandten Deutschlands, Österreich- Ungarns, Bulgariens und der Türkei wiesen in ihren Protesterklärungen in Athen aufs nachdrücklichste darauf hin, daß wir diesen neuen Völkerrcchtsbruch der Entente politisch als das bedeutendste Ereig- t n i s betrachten, weil er in seiner Rücksichtslosigkeit noch
