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Verlag Langgaffc 21

„Tagblari-Haus".

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12 Ausgaben.

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Berliner Schriftleitung des WiesbadcnerTagblatts: Berlin^., Potsdamer Str. 121K. Frrnspr.: Amt Lützow 6202 n. 6303, f aacnunb$iä”m wfrt

Montag» 3. Januar» morgens.

Sonder-Ausgabe.

1916.

Lebhaftere SefechtrtAigkeit int Offen.

Ein russischer Angriff über das Eis der Düna abgeschlagen. — Deutsche und österreichische vorstöhe bei Czartorysk. — Abwehr russischer Angriffe bei Burkanow.

Oer Tagesbericht vom 1. Ianuar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 1. Jan. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Bei Fricdrichstadt scheiterte ein über das Eis der Düna geführter russischer Angriff in unserem Feuer.

Feindliche Jagdkommandos und Patrouillen wur­den an mehreren Stellen der Front abgcwiesen.

Nördlich von Czartorysk stießen starke deutsche und österreichisch-ungarische Erkundungsabtellungcn vor. Sie nahmen etwa 50 Rüsten gefangen und kehrten nachts in ihre Stellungen zurück.

Österreichisch-ungarische Batterien der Armee des Generals Grafen v. Bothmer beteiligten sich wirkungs­voll flankierend an der Abwehr russischer Angriffe süd- lich von Burkanow.

Balkankriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

•

Lin Vorstoß -er Engländer in der Silvesternacht vereitelt.

Km Hartmannsweilerkopf ein französischer Graben erobert. — Uebrr 200 Franzosen gefangen.

Der Tagesbericht vom 2. Januar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 2. Jan. (Amtlich.)

westlicher Rriegsschauplatz.

In der Nacht znm 1. Januar wurden Versuche stärkerer englischer Abteilungen, in unsere Stellungen bei Frelinghen (nordöstlich von Armentiöres) einzu­dringen, vereitelt.

Nordwestlich von Hulluch besetzten unsere Truppen nach erfolgreicher Sprengung den Trichter.

Bei der Eroberung eines feindlichen Grabens süd­lich des Hartmannswciler Kopfes fielen über 200 Ge­fangene in unsere Hände.

Gestlicher Rriegsschauplatz.

An verschiedenen Stellen der Front wurden vor­gehende schwächere russische Abteilungen abgewiesen. Nördlich des Dryswjaty-Sees war es einer von ihr ge­lungen, vorübergehend bis in unsere Stellung einzu­dringen.

valkan-Rriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Die österreichisch - ungarischen Tagesberichte.

Fortdauer der Schlacht inDstgalizien. — Starke russische Angriffe unter schweren Verlusten abgeschlagen. — Sei verestiany ein russisches Bataillon zersprengt. — An der italienischen Front lebhaftes Artilleriefeuer des Feindes.

W. T.-B. Wien, 1. Jan. (Nichtamtlich.)" Amtlich verlautet vom 1. Januar, mittags:

Russischer Rriegsschauplatz.

Die Schl ach t in Ostgalizien dauert unver­mindert heftig an. Das Schwergewicht der Kämpfe lag auch gestern auf unserer Front an der mittleren und unteren Strhpa. Im Raume nordöstlich von Buczacz traten kurz nach Mittag die russischen Artillerie- masten in Tätigkeit, deren Feuer bis in die Abend­stunden wahrte, dann ging der Feind zum Angriff über. Seine Kolonnen drangen in zahlreichen Angriffswellen stellenweise vier- bis fünf­mal an unsere Drahthindernisse vor, brachen aber immer und überall unter der verheerenden Wirkung unseres Feuers zusammen. In der Nacht zog sich der Gegner, Hunderte von Toten und Schwer- verwundeten liegen^ lassend, in seine 600 bis 1000 Schritt entfernte Ausgangsstellung zurück. Auch die Angriffe, die die Russen bei Jaslowicc südlich von Buczacz und nächst klsrieczko am Dnjestr unter­nahmen, erlitten das gleiche Schicksal, wie die an der mittleren Strypa. An der b r s s a r a b i s ch e n Front verlief der Tag abermals verhältnismäßig ruhig. Die Stellungen der Armee des Generals Grafen von

Bothmer an der oberen Strypa und der Heeresgruppe Boehm-Ermolli an der Jkwa standen unter feindlichem Artilleriefcucr. Bei der Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand wurde rin russisches Bataillon zer­sprengt, das südlich von Berestiany vorzustoßen ver­suchte. Am Styr-Bug, nordöstlich von Czartorysk, überfielen deutsche und österreichisch-ungarische Trup­pen mit Erfolg die feindlichen Vorposten. Bei Kolodia westlich von Rasalowka schlugen wir einen Angriff ab.

Italienischer Rriegsschauplatz.

Gestern beschoß die italienische schwere Artillerie neuerdings die Orte Marlborghet und Wolfsbach. In der Ncujahrsnacht unterhielt sic ein besonders leb­haftes Feuer gegen den Col di Lana. Die Lage ist u n- verändert.

Südöstlicher Rriegsschauplatz.

Bei Jpck wurden neuerlich vier von den Serben vergrabene Geschütze eingebracht. An der Tara Ge­plänkel.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer Feldmarschalleutnaut.

*

Wiederaufnahme der russischen Gffensive an der bessarabischen Front. — Sechs russische Regimenter geworfen. — In Gstgalizien in

der letzten Woche 3000 Russen gefangen.

W. T.-B. Wien, 2. Jan. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 2. Januar, mittags:

Russi'ct er Rriegsschauplatz.

Der Feind nahm nun auch seine Offensive gegen die b e s s a r a b i s ch e Front der Armee Pflanzer- Baltin wieder auf. Nachdem er schon in der Ncu- jahrSnacht zweimal und am darauffolgenden Vormit- tag ebenso oft vergeblich versucht hatte, in unsere Stel­lungen cinzudringen, führte er um 1 Uhr nachmittags gegen die Verschanzungen bei Toporoutz einen neuer­lichen st arten Angriff aus, der von den tapferen Verteidigern im Handgcincnge abgeschlagen wurde. Zwei Stunden später drangen im gleichen Raume 6 russische Regimenter vor, die zum größten Teil abermals geworfen wurden. Nur in einem Bataillonsabschnitt ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. Die Verluste des Gegners sind außerordentlich groß. Auch auf unsere Strypafront nordöstlich von Buczacz griff der Feind am Neujahrsmorgen au. Der Angriff miß­lang ebenso wie ein russischer Vorstoß auf eine Schanze nordöstlich van Bnkanow. Die Zahl der seit einer Woche in Ostgalizien eingrbrachtcn Ge­fangenen reicht an 300 0 an. Südlich von Dubno und bei Brrestany im Kormingcbict wurden schwach- liche feindliche Abteilungen abgewiese».

Italienischer Rriegsschauplatz.

Nichts Neues.

SAdöstlicher Rriegsschauplatz.

Keine besonderen Creignistc.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfcr, Feldmarschalleutnant.

Reujahrsgrutz des Raisers an die Truppen.

Berlin, 1. Jan. Durch eine Sonderausgabe des „Arinee- verordnungsblatts wird der folgende kaiserliche Erlaß ver­öffentlicht:

An daö deutsche Heer, die Marine und die Schutztruppen.

Kameraden! Ein Jahr schweren Ringens ist abgeionfen. Wo immer die Überzahl der Feinde gegen unsere Linien an­stürmte, ist sic an Euerer Treue und Tapferkeit zerschellt. Überall, wo Ich Euch zum Schlage» ansetztc, habt Ihr den Sieg glorreich errungen.

Dankbar erinnern wir unS heute vor allen, der Brüder, die ihr Blut freudig dahingaben, um Sicherheit für unsere Lieben in der Heimat und unvergänglichen Ruhm für das Vaterland zu erstreiten.

Was sie begonnen, werde» wir mit Gottes gnädiger Hilfe vollenden.

Noch strecken die Feinde von West und Ost, von Nord und Süd in ohnmächtiger Wut ihre Hände nach allem aus, was uns das Leben lebenswcrt macht. Die Hoffnung, uns im ehrlichen Kampf überwinden zu können, haben sic längst be­graben müssen. Nur auf das Gewicht ihrer Maffe, auf die Aushungerung unseres ganzen Volkes und auf die Wiriungen ihres ebenso frevelhaften wie heimtückischen Verleumdungs­feldzugs auf die Welt glauben sic noch bauen zu dürfen.

Ihre Pläne werden nicht gelingen. An dem Geist und dem Willen, der Heer und Heimat unerschütlerlich eint, wer­den sie elend zuschanden werden: dem Geist der Pflicht­erfüllung für das Vaterland bis zum letzten Atemzug und dem Willen zum Sieg.

So schreiten wir denn in das neue Jahr. Vorwärts mit Gott zum Schutz der Heimat und für Deutschlands Größe!

Großes Hauptquartier, den 31. Dezember 1815.

Wilhelm.

Ein Tagesbefehl des Rönigs ^Ludwig an di« bayerische Armee.

W. T.-B. München, 2. Jan. (Nichtamtlich.) Wie die Korrefpon- dcnz Hoffmapn" meldet, hat König Ludwig III. von Bayern an die bayerische Ärnree folgenden Tagesbefehl gerichtet: Das Jahr 1815 liegt hinter uns, ein Jahr heißen Völkerringens, wie es die Weltge­schichte noch nicht gesehen hat. Gewaltiges haben unsere Truppen im treuen Zusammenhalten mit unseren tapferen Verbündeten geleistet.

An unserer Westfront zerschellten die feindlichen Stürme. Aus dem ostprenßischen, galizischen und polnischen Schlachtfeldern wurde der an Zahl weit überlegene Gegner geschlagen und tief in das Land zurückgeworfen. In rastlosem Vorgehen wird aus dem Balkan ein tapscrer Feind überwältigt. Überall, wo gekämpft wurde, sehen wir Bayerns Söhne in edlem Wetteifer mit deutschen Bruderstämmem Von Flanderns Küste bis zu den Vogescnkämmen, von Kurland bis tief in den Balkan hinein, wo schon vor mehr als 200 Jahren Kur­fürst Max Entauuel seine Bayern zum Siege geführt hat, aller Orten haben sich die bayerischen Truppen bewährt in kühnem Angriff wie in zäher Verteidigung der ihnen anvertrauien Stellung. Ich sage meinen königltcheu Dank den Tapferen, die der bayerischen Arm« neuerdings so hohen Ruhm erworben haben. Ich sage meinen könig­lichen Dank den Helden, die ihre Bayerntrene mit dem Tode auf dem Schlachtfeld besiegelt haben. Nicht vergesse» will ich der uner­müdlichen Arbeit derer, die in der Hetmat das Schwert schärfen, das den Feind zu Boden schlägt. Auch ihnen meinen wärmsten Dank und Anerkennung. Noch wollen aber die Feinde nicht an den Sieg unserer gerechten Sache glauben. Noch bedarf es weiterer Kämpfe zur Entscheidung. Voll stolzen Vertrauens auf meine kampferprobten Truppen gebe ich mich der Erwartung hi«, daß sic weiter kämpfen in treuer Pflichterfüllung für Hetmat und Herd, für König und Vaterland, für Kaiser und Reich bis zu einem siegreichen Frieden. Gegeben zu München, 1. Januar 1816. gez.: j

Ludwig.

Die Ereignisse auf dem Balkan.

Iurverhaftung ver deutschen» österreichischen und türkischen Ronsuln in Saloniki.

Ein Protest der deutschen, österreichisch-ungarischen und türkischen Gesandte«.

- Br. Lugano, 2. Jan. (Eig. Drahtbcricht. Zens. Bin.) Der „Corriere dela Sera" meldet aus Athen unter dem 31. Dezember: Die Gesandten von Deutschland, Österreich-Ungarn und der Türkei protestierten bei Skuludis wegen der Verhaftung ihrer Konsuln in Saloniki. Gunaris, der Minister des Innern, telegraphierte an den Präfekten von Saloniki, General Moscopulos, er solle sich zu General Sarreil begeben Der Präsekt sandte seine« Feldadjutanten zum Generalstab der Verbündeten. Dian sagt, daß Sarrail seine Maßregel mit den Fliegerangriffen des Feindes auf Saloniki begründe, um sich vor der Spionage der Konsuln zu sichern. Der Zwischenfall hat in Athen großen Eindruck gemacht.

Ein Protest der griechischen Regierung

Die B-rhaftcteu auf französischen Kriegsschiffe».

Br. Rotterdam, 2. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Me griechische Regierung protestierte nach einer Athener Depesche gegen die Verhaftung der Konsuln der Mittelmächte und ihrer Verbündeten in Saloniki, tn der sie eine Verletzung der Souveränitätsrechte Griechenlands erblickt, über die Verhaftung wird in der Londoner „Evcning News" berichtet, daß General Sarrail nach dem Angriff deutscher Flugzeuge auf Saloniki, der alz Krtegstat betrachtet werde, die Verhaftung befohlen habe. Englische und französische Truppen umzingelten die Konsulate und führten die Verhafteten nach dem Hauptquartier, von wo sie nach französischen Kriegsschiffen geführt wurden. General SarraU teilte den Vorfall den griechischen Behörden mit.

Mit den Ronsuln noch 62 Personen verhaftet

Der bulgarische Konsul der Berhastung entronnen.

Br- Rotterdam, 2. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die „Times" meldet aus Athen unter dem 31. Dezember. Die Anzahl der mit den Konsuln verhafteten Personen beträgt 62. Der bulga­rische Konsul war nicht auffindbar und wurde deshalb noch nicht verhaftet.

Die Meinung in Berlin.

. l. Berlin, 2. Jan. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Griechen­land hat, wie bestätigt wird, energischen Protest gegen die neue un­erhörte Kränkung seiner Souveränität, als welche es die Brrhastuno der deutschen, österreichisch-ungarischen, bulgarischen und türkischen Konsuln in Saloniki betrachten muß, in Paris und London erhoben. So groß die Empörung in Deutschland und bei seinen Verbündeten über die frevelhafte Verletzung des Völkerrechts ist, gewähren wir der Negierung in Athen, die sich ihrer Verantwortung für die Sicherheit unserer offiziellen Ver­treter in Saloniki voll bewußt ist, weiteren Kredit und erwart«^ daß ihr Protest den Erfolg haben wird, daß unsere Konsuln mit Familien und Personal alsbald von den französischen Kriegsschiffen in andere griechische Häfen zurückgeführt werden. Der Eindruck den die Griechen von dem neuen Gewaltakt der Entente haben muffen, kann unseren Feinden nur zum Schaden gereichen. SarrailS Vorwand, nach dem Luftangriff dreier Tauben auf griechischem Gebiete habe er keine Rücksicht mehr zu üben, ist völlig hin- fällig. Der Angriff kann sich nur gegen französische und englische militrische Werke gerichtet habrnä, die, obschon sie sich auf griechischem Gebiet befanden, und weil sie dessen Neutralität verletzten, jeden An­griff rechtfertigen. Keine völkerrechtliche Bestimmung widerspricht dem. Dagegen mußte die Exterritorialttät der det der grtechffche» Regierung beglaubigten Konsuln diese vor jeder Berührung schützen. Aber die jetzt in Wien verösfentlichten Briefe an das Auswärtige Amt in London zeigen ja, daß Engländer und Franzosen die Griechen als ein verächtliches Völkchen de. handeln, das nur einen festen Tritt hinten hinein" verdiene. Es wird ein Tag kommen, wo die Hellenen sich itzrer Würde be­wußt werden müffcu.