^ g09, _* Freitag. 31. Dezember 1S15.
Wiederaufbau -er zerstörten tcarpathendörfer.
spende deS östrrreichifch-un,»rischen Kaiser-Ailhelm- Regimenti» ,
, ^5 Wi^n, Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.)
» D«s K aschauer Jnftmterie-Regiment Nr. 34, das den .Kaiser Wilhelm" trägt, spendete 4600 Kronen für d^e Wrederernchtmig der zerstörten Karpathendör ser. Dre Spender wünschen, daß eines der neuen Häuser die Auf- sthrifr haben ,oll „Haus der Kaiser-Wilhelm-Jnfanteristen Russische Puldermazazme in die Lust geflogen.
Eerlin. 30. De,. Das „B. T." meldet aus Stockholm: „Bir- ^ k^wia Wi-domist," melde, aus Minsk, daß in Slonim infol^ Brandstiftung Pulvermagazine in di- Lust geflogen sei«
■ ' Einige verdächtige Einwohner wurden verhaftet. Der Schaden enorm groß. .
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Professor Th. Zchliemann zur baltischen Frage.
^..Die putsche „Lilbauische Zeitung" vom 6. Dezsmt« veröffentlicht den folgenden hochinteressanten Au.fi z ^er Wenschrrft .Deutsche Interessen an der battychen Frage":
Mit Bezug auf die in Kurland und auch im üibriaen, noch nicht besreiton Baltenland als Kardinalfrage un- atemloier Spannung erwartete bc- dorftchenHe Entschevdung über das Schicksal der drei
S ch'i e!n fn’J” an btx Eee schreibt Professer LH.
u 6^orß richtig, daß wir den blutigen und
1 in ^.m wir stehen, nicht auf uns
i ITkI n , e " ^ £n s s"n Eroberungen zu machen. Er ist un» ausgedrangt worden, und wir haben zur L«hr gegriffen, mn unsere Ehre und unsere Grenzen
Wer nun stehen wir iÄ A Unb 1 Monate in Waffen. Bis auf An Otucf Land an * unserer. Südwestarenze bat der
deutschen Landes mehr als vor- udergghend behaupten können. Wir haben Belgien und das schönste Stück Norldsrankreichs besetzt, P o l e n. Litauen und Kurland erobert, den Österreichern r' ÖCn S°nd^°k Navi'bazar zurückae- I ö Q r e rt möglich gemacht, den Ser- b J?. abzuiagen. die Türkei unterstützt
mit Rat und Lat und ihr die Aussicht auf eine ver- mngte großer« Tätigkeit eröffnet! Das alles sind ge- wiß ruhmvolle Blätter rn unserer Geschichte und sie wenden unsterblich fortlcben in der Geschichte. Wer allem ist das noch nicht ein deutscher Lohn für Deutschlands Opfer. Nicht um beireien hahen wir geblutet, die Bundestreue Österreich gegenüber war uns Ehrenpflicht und einen anderen Lohn als ehrliche und fest« Bundestreue in Zu-
l £fLÄ ten ' hnr r ni£f)t: wir aus den welschen
f S?™!™ if i n unserer Hand sind, machen werden, vermögen wir beute noch nicht zu sagen. Wohl aber gibt ^12. deutsches Ziel, dos wir noch
Urab ^ Gott Mft, auch erreichen wer- den. Di« Ostsee muß wieder ein deutsches Meer werden, wie sie ein deutsches Meer bis um dl« Mitte des 16. Jahrhunderts L?wesen ist. Kernen Fußbreit Landes an seinen Küsten gcht es das nicht durch deutsch«? Blut und deutsche Arbeit.deutscher Gesittung gewonnm imd roher Barbarei entrissen wäre. Als deudscheKanf. £nÄÄ Male die Ufer der Düna erreichten, brandschatzten die heidnischen Piraten von Oesel und ^ Wsten Schwedens und hielten Handel urch Wandel von der Ostküste des Meeres fern Wir dre See von Piraten befreit, das gesamte Land von der Mundung der Narva über den Peipiis bis hmÄ nach Dunaburg deutscher Kultur gewonnen, Mte und Bimgen. Kirchen, Klöster und Schulen ge- baut und -die Grenzen geschützt gegen Russen und Litauer und Polen. 300 Jahre lang und mehr. Der Staat aber, der hier erblüht«, wunde getragen von wehrhaften Bischöfen, einem stolzen Ritterorden, der em Teil.des deutschen Ordens m Preußen war und chn um ein Menschenalter überlebte, von reichen Städ- kn, dre ein Teil der deutschen Hansa waren, das
!. a ; n i £ a et v römischens
p"'<ues deutscher Natron. Nicht kämpf- un!d richm
Mirsdadrnrr T«gb!att»
ios ist dieses deutsche Gebilde vom Reich losgerissen worden. Liblaud — so nannte man diese einzige Kolonie deS deutschen Reiches — hat gekämpft, bis ihm vas s-chwcrt aus der Hand gerangen war, bis seine Burger gefallen, seine EdÄsitze rstört und seine Städte bis. auf Riga und Reval verlc n vom Reiche und den Reichsständen rn Asche gesuv'M waren. Aus bem ö e u t scheu 392 g e r wurde ei. dänisches, schwedisches, polnisches Einflußgebiet, Ms Land siel den Fremden anheim und die hoben dann aederthalbhundert Jahre um den Gesamtbesitz gerungen: mm Herren her Ostsee aber vermwchte sich keiner von i!nen zu machen. Sie begann zu veröden. Mit dem N odergang Livlands be- gcmn auch der Niedergang der Herrlichkeit des alten Reiches und. mit dem Veröden der Ostsee ging der Aufstieg der englischen Seeherrschaft parallel. Das Land aber blieb trotz Fremdherrschaft und Verwüstung deutsch in Sprache, Kultur und Gesittung. Es ist dem Reich neuer geblieben, als das Reich chm, urrd das gilt auch ür die mit Peter dein Großen «ersetzende russische Periode, deren An- fange wiederum Verwüstung urrd Verödung brachten, von denen erst langsam, aber dennoch dieses baltische Deutschtum sich erholen konnte. Auch damals hielt es erne Bücke auf Deutschland gerichtet, sichte dort nach lernen Idealen und hielt so fest an ihnen, daß die 200 ^chve russischer Herrschaft wohl einige Abtrünnige in das vustrsche Lager hinüberführen konnten, das Land ms. Ganzes aber deutsch blieb, wie seine Väter es rn den Tagen der allen Ordens- und Städteherrlch- keit gewesen waren.
Auch die Ostsee schien wieder ein deutsches Meer geworden zu sein. Es waren deutsche Kaufleute aus RrgQ und Noval, «die den Handel -venna-leich unter russrscher Flagge mit dem -deutschen Westen und darüber hinaus auf den Seewegen der Hansa vermittelten. Die.Russen sind niemals Seefahrer und auch n r e m a I s Kaufherrn großen Stils ge- we^n. ^ Die schwerfällige Struse (Floß) ist ihr nationales Fahrzeug, das sch zu keiner Zeit auf das Meer hat hinauswagen dürfen. Ihre Schifte sind von Fremden gebaut, von nicht russischen Kapitänen geführt und mit fremdstämmigen Matrosen bemannt. Sogar mrf der Narva wird der gesamte Verkehr von sinn- lachiichen Dampfern besorgt. Ihre Kaufleute aber nno Kramer.
Sie sind niemals geistig die Herren der Ostseeprovinzen gewesen und niemals die Herren der Ostsee. Land und See blieben deutsch, in
wohner'^"^ und im Geist ihrer Be-
<s? fc** ,u,uEst der Tag gekommen sein, die
Schein Herrschaft russischen Wesens auf der See Nne auf dem altdeuftchen Boden Livlands zu b reche n an die Stelle der russischen Lüge deutsche Wirk-' r k e r t i setzen, -dmn Reich den Baden für ein großartiges Siedlungsfeld zu gewinnen, und dieseni- "en zu befreien, die nach Deutschland
Morgrm-Ausgabe, ---»<*•
Erstes Blatt.
Seite 3.
e en vnd rufen in ihrer Not?
Wir hoffen e» wohl und wenden für den Gsdanken der uns ein heiliges Vermächtnis der Vergangenheit jJL J®L r ^ dem putschen Reich und dem
deiitichen Volke kern höherer Gewinn für alle seine Opfer zuteil werden kann, als der Gewinn dies«« Lande lind dieses Meeres. orsser
®ott schenke unserem Glauben und unserem Hoffen Erfüllung!"
^ Tharenton. Ich wollte nach dem Westen, nach Meutzon. Ich schlendere zur Brücke zurück. Fast dieselben Leute noch. Ermge beratschlagen, ob sre ntcht doch gut täten. Straßen, bahnen und Metro zu benutzen. „An der Gare d'Auteuil ist Mt gestern eine Stockung eingetreten", meint eine ältliche Frau, „die Eisenbahn geht nicht und die Tram auch nicht. Ich setzte meine Hoffnung auf die Dampfer. Und nun. . ." Die Ärmste stöhnt. Man schenkt ihr Glauben. Ein den kleinbürgerlichen Kreisen angchöriger Herr tritt vor und sagt- „Jch wollte es den Zeitungen nicht glauben, daß wir mitten nn Chaos stecken. Es war schrecklich zu lesen: Chaos und Anarchie! Aber jetzt möchte ich fast annehmen, daß die Blätter diesmal nicht übertrieben haben. Wie soll das enden? ' Und rings im Kreise echote man: „Wie soll das bloß enden?" und ließ seine Blicke trüb und bang über die Seine schweifen wo sich allem Sehnen zum Trotz noch immer keinS von den flinken Bateaux-Omnibus zeigen «dollto Ich folg!« dem Beispiel ent- schlußfähiger Leute und ging anS andere Ufer, wo uns ein Angestellter von dem besagten Bateoux erklärte: „Das wird bald ganz aufhören. Heute können wir gerade noch mit Not vier Dampfer im Betrieb erhalten. Mit keinem änderen möchte ich mein Leben gefährden. Das eine hat ein <?cck das andere keine Schrauben, das dritte ein« kaputne Maschine das vierte geplatzte Rohre. Und sc geht das weiter. Niemand -st da für Ausbesserungsarbeiten Drei hat man geflickt so gut es ging. Aber das müssen wohl Lehrlinge gewesen sein. Auf dem Wasser bewegen sich die drei jedenfalls nicht."
Ich suchte nunmehr Anschluß an Straßenbahnen. Irgend- wo mußte man doch aus Paris herauskommen. Die Gore des Invalides war geschlossen. An der Gave d'Orleans prangten schon von weitem ins Gesicht fallende Plakate des Inhalts daß die und die Züge ausfielen. Meine befanden sich natür- lich darunter. Da die Straßenbahnen am Lyoner Behnhos reinen Dienst taten, so vertraute ich mich der Untergrundbahn
Der Dank -er tkomman-anten vom tkreuzer
„vre«-en". *
fiei*at 8 , 30. Dez. (Zens. Bln.) Den „L. N. N " wir» * u , ä Dresden gemestwt: Von dem Desehlshaber der satzung des Kreuzers „D r e S d e n", Kapitän zur See Lüdecke ging be, dem Vorsitzenden der Kriegsorganisationen Dresde.' ner Vereine folgendes Dankschreiben aus Chile ein- „Quiriquina, den 1. Nov. 19,6. Vor einigen Tagen wurde ,mr von der Deutschen überseeischen Bank die «LI , ' A>e««°rgamsationen Dresdener Vereine in Hobe von 2000 M. uberwiesen. So weit ich auch einem mir vor langer Zeit zugegangenen Schreiben des Herrn Staats- selretars des Reichsmarineamts entnehmen kann, handelt es sich hrerbe, um eine Gabe, die der B«sa tz u ng des kleinen
Kreuzers, der die Ehre hatte, den stolzen Rameri der Hauptz« und ResÄenzstadt Ihres Landes zu tragen, zu« W sih- nachtsfest des vorigen Jahres, bei ta» «*{et Ga» denken mehr denn je in der Patenftadr \n»f«ees Schiffes weilte, zugegangen war. Für das hochherzig «chchewk h-rtc ich allen gütigen Spendern i«r Namen der noch immet m Chile vorläufig festgehaltenen Besatzung Sr. M. Schiff „Dresden" unseren innigsten Dank entgegemiehmen zu wollen. Ich hoffe, im Ncmiess der Geber zu handeln, »mn ich d-e Summe nunmehr für das diesjährig« Weihnacht», fest verwende. Hiermit wird das Band, das die Schiffsbesatzung mit Ihrer schönen Stadt verbindet, noch enger verknüpft, wenn dies überhaupt noch möglich ist.
Ich verbleibe mit borzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener Lüdecke, Kapitän z. See."
vuttervertetlungsstellen.
Br Berlin, 30. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der Reichskanzler hat sich durch Erhebung«, in Städten von mehr als 60 000 Einwohnern ein« Übersicht 6a*. ü&e* verschafft, welche Buttermengen die mit. Butter handelnden und Butter verbrauchenden Betviebe einschl. G»st. und Schankwivtschafteii von auswärtigen Lieferanten bezogen haben. Da die ausländische Butter und ein Teil der in Molkereien hergestelllen Butter der Zentral-Einkaufsge- sellschaft iw b. H. zugeführt werden muß, so mutz eine Be c - scrgungsregelung erfolgen, durch welche nach einem einigermaßen zuverlässigen Mahstab die Zuschußmenge aus die einzelnen Teile zur Verteilung kommen. Es ist iabei ausgeschlossen, daß die Zuschußniengen etwa d« Höhe der oon den Händlern von auswärts bezogenen Mengen entsprechen wird. Die Bundesregierungen gehen mit der Errichtung eigener Butterversorgungs st eilen vor, und diese treten in die Aufgabe der Zentral-Sinkaufsgesellschaft . ein. So ist jetzt, zwar nicht in Preußen, auch in Anhalt eine Landesverteilungsstelle geschaffen worden. Bon diesen Stellen erfolgt dann die Zuweisung cm die einzelnen Koui- munalverbände.
Deutsches Reich.
* Tob eines katholischen Domherrn. Der „Echlef, Volksztg." zufolge starb in Breslau der residierende Damherr Alumnatsrbktor Prälat Dr. Augustin Herb i g rm Mer von 69 Jahren.
* Die «useinanbersetzunsen in der soziasbe«v»kr«trsche» Presse. In der sozicrldernoiratischcn Presse .««den sss;on gang levhafte Erörterungen über die Mstimnmrng bei k«r Kreditvorlag« gepflogein. Der „Vorwärts" sucht ?en Nachweis zu führen, daß di« bekannte ErLärung von Mehr- heitsabgeoüdneten, die kurz vor der Abstinrnnimg zur ^nnr- haltunig der Disziplin im Parteiinterrss« riet, den SteAipü einer offiziösen Parteiku.ndgebun!g erhalten habe, dies aber keineswegs gewesen sei. Die „Leipziger i8o«Szerbu«g' lochet sich zur Beschönigumy der Haltung der Minderheit s-l^noen paradoxen Satz: „Sie übten Treue gegenüber b«r s»g»tdemo- kvatischen Partei, indem sie die Dsiziplin der Fnrffwn -er- letzten. Das Blatt des Minderheitsabgeordneden Dittmann, die ., Bergsiche Arveitor-Zeitung", schreibt gegen die Mchrheit: „Die ganze Partei hat man unter die Herrschaft der plattesten
.die es «iht. seftellt." Das „Hamburger Echo" dagegen nimmt an, es habe sich firr die Minderheit der Re-chs- tagßfraKion „lediglich um eine Demonstration gehandelff. Die Herren meinten: die unmittelbare KrvMmt btecht msierem Volke ja doch erspart. Und nachher sind wir die Prinzipiellen, die Hüter des heiligen Grals. — Die Anbein- andeüsetzungeu scheinen auch weiterhin noch recht interessant zu werden.
yeer und $!<>«<*.
Perso«al.B«rSn>rruii^n. Frbr. v. T ü r ck e kWierbaden), Ober- Leut, mt Jnf.-Regt. Nr. 13, jetzt Adj. der Ms.
32. Jnf.-Bng., zum Hauptm. befördert. * Rückert «iesbadeni, Siaefelbtt im Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 87, zum Leut, der Lon»w.. ftnf. 2. Aufgeb. befördert. * v. Wentzky u. PeterShevd«, »en.-Maj. von der Armee, vorher Kom. der 11. Kew.-Vrig.. mit der -fetzlichen Pension zur Di^>. gestellt. * Scheche. siätznr. (1 «res- m), Küher Im Jnf.-Regt. Nr. 117, jetzt in der Mag.-Fuhrp -Ko! 176, zum Leut, der Landw.-Ynf. 2 «ufgeb. befördert • Weymar Unteroff. im Fuhart.-Regt. Rr 3, zum Fthnr. besikdert. » Mut hing (Mannheim), Vizeft'.dw im Inf. egt. Nr. 88, pm Scui. bet %f. dieses Regts. befördert. » «redel, Obertem der Res. des Jnf.-Regts. Nr. 87 (Eoerbrückeu), jetzt ftn 1. Vrf -Gat. des Regts., der Abschied mit der gesetzlichen Pension bnoMtzt mit der Erlaubnis ,um Tragen feiner bisherigen Uniform. »Hufs («omz), Bizefeldw. des Jnf.-Regts. Nr. 117, jetzt Im L<mdv>..Jnf.-N^gk.
Rr 56, zum Leut, der Res. befördert. * Prinz A b b a e Halim. Fähnr. im 3. Garde-UIan.-Regt., zum Leut., verläusig ohne Pate ' befördert.
an S^n pries ich meinen Schöpf«, dass er mich bis zum Bastillenplatz gelangen ließ. Da war wieder die Welt mit ^fftewi vernagelt. Bis zum Louvre ging es zu Fuß. Dann Metro und bei der nächsten Station Wiederaufnahme d« Fuss- wanderung. Endlich sehe ich mich an der Porte Maillot. Ich hatte glücklich das Freie erreicht, wo man nicht am ersten WeihnachtSfelertag Pariser Luft zu schnappen braucht.
Wer nach zwei Stunden schöner Wanderung kommt da« Verhängnis: an einen geordneten Rückzug nach Pari- ist nicht zu denken. Chaos, Anarchie in all und jedem Verkehr. Kurz- schluh über und unter der Erde. Da ein Straßenbahnwagen, dessen Gehwerkzeug« schon seit einigen Tagen nach einem Aus- besserer rufen. Dort ein durch den Regen verschobenes Geleise. dann eine Weiche, die vollkommenen Ersatz verlangt Di« Eingänge zur Untergrundbahn bald geöffnet, bald ac dMcn. 2M e Beamten zucken mit den Achseln. Niemand kann Bescheid erteilen. Endlich erwische ich einen Techniker aus der Avenue de l'Alma: „Das kommt davon, brummt er nicht mlßv«gnugt, wenn man glaubt, das Wekbsvolk überall hineinstecken zu können. Das .st eine ganz falsche Rechnung. Von solchen Dingen sollten di« Frauen die Hände lassen Mein Herr, wenn Sie erst in die Maschinerie sehen würden dann mußten auch Sie meinen, besser steht Frankreich einä Weile ganz still, als daß alle Maschinen verdorben ««den."
Also auch hier: Cherchez la femme! Dabei rackert sich Zu Tode. Die kräftigste ihres Ge- Mechts ist sie mcht. Und doch soll sie den Mann hinter der ni fast allen Berufen ersetzen. Freilich mit Dynamos und ähnlichen komplizierten Dingern der neuesten Technik wciss sie nicht umzugehen. Und daher Stillstand auf dielen Wegen.
Am zweiten WeihnachtSfeiertag, abermals in der Frühe. Der Bäck« hat uns im Stich gelassen, der Metzgn, uns«
Kräm«, die Frau, die Mich bringt. Sit begeben tm# auf bte Suche mtb finden, je weiter die ©tunten soeridte*», um so zahlreichere LmdenSgenossen. ttteieB toftMte Sied Keine Ware voehanden. Der zweite Festtag »trete den »efwKmten surn Ruhetag, weil, nach ihren Angaben, auch die Msendechiren sich einen Festtag gemacht hatten. Mt mir »kt «in höher« Esienbahiibeamt« von Loden zu Laden. Auch seine Fsurstie hat nichts für den MittaqStisch vorgesehen. Er Sagt: „Meine beiden Söhne sind im Feld. Meine Tackt« ist unter de« Schmerz über den Tod, den ihr Uräutigam im Feld geftrnten, seelisch^ zusammengebrochen. Meine Frau krank. Ich Hecke beute sämtliche Beamtinnen an der Grwe du Nord beneteM. Nur ein Schalter bleibt geöffnet, der für AuSkunfiteMMring. Die viel«lei Fragen w«den sehr einfach zu beantworten sein: „Verkehr aus unbekannten Gründen unterbrochen." — „Stber Sie selber, Herr Direktor", warf ich ein, „kennen doch die Gründe." — „Ja, und nein. Nur das eine weiß ich sicher, daß die Zeitungen mit ihren Anklagen gegen die Verkehrs- nrinister unrecht haben. Schon vor Monaten sahen wir eS so kommen. Die Eisenhahn ist am Ende ihr« Kraft. ES tiegt nicht an der Organrsasion, wie behauptet wird, man hat uns das Mat«ial genommen, die Wagen, die Lokomotiven, man ist so lange wild draufloSgefahren, dis alles kaputt war. Dann hat man uns die menschlichen Kräfte genommen, bis auch die marode wurden. Und jetzt sollen wir mst lffdentea §ta»uett und defektem Material den Betrieb auffechtehaSen. lkns allen blutet das Herz. Ab« die Leraujwortrnq mag ate«n£> mehr übernehmen."
Wir wandern beide noch eine halbe Stunde von einem Laden zum and«en. Ein Stück Schinken und ein hakb« Brot war unsere Beute. Ans Butter haben wir schon fen drei Tagen verzichten gelernt. Gegen 5 Uhr v«durtelt sich die Stadt des Lichts, das uns nur in unseren vier Wtecken dmch- t-n darf. Das aennt sich Paris« WechnmtztShete. " ' ~
