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Verlag Langgasse 21

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Montag» 27. Dezember, morgens.

Sonder-Ausgabe.

1915.

Der Nrieg.

Keindliche Minenanlagen im Westen zerstört. — verscheuchte russistze klufklärungsabteilungen.

Der Tagesbericht vom25. Dezember.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 25. Dez.

(Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Westlich von La Basste wurden die feind­lich e n gegen unsere Stellungen vorgetriebcnen Minenanlagen durch eine erfolgreiche Sprengung unserer Truppen zerstört. Sonst fiat sich nichts von Bedeutung ereignet.

Gestlicher Kriegrfckauplatz.

An verschiedenen Stellen der Front fanden Patrouillengefechte statt. Russische Auf­klärungsabteilungen, die an nnserc Linie heranz,»kommen versuchten, wurden abgcwiesen.

Balkankriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

*

Verstärkte Gefechtstätigkeit in der Champagne und in den Vogesen. — Erfolgreiche deutsche Patrouillen bei Diinaburg.

Der Tagesbericht vom 2b. Dezember.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 26. Dez. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Bei andauerndem Regenwctter war die Gefecht s- tatigleit ans dem größten Teil der Front nur gc- >r,rng, lebhafter in Gegend nördlich von Albert, an einzelnen Stellen der Champagne und in den Vogesen nördlich von S e n n h e i m.

Gestlicher Kriegsschauplatz. Deutsche Patrouillenunternehmungen in Gegend von Dünaburg waren erfolgreich. Stärkere r u's s i- sche Erkundungs - Abteilungen wurden nordwestlich von C z a r t o r y s k und bei B c r e st i a n v (sudostllch von Kolki) abgcwiesen.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Die Lage ist im allgemeinen unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

ktbgewiesene russische Angriffe bei Rarancze. — ver Brückenkopf von Tolmein weiter unter feindlichem Zeuer.

W. T.-B. Wien, 25. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 25. Dezember, mittags:

Kussi'cf er Kriegsschauplatz.

Angreifende Russen, die sich nach den gestern abge­schlagenen Angriffsversuchen östlich von Rarancze nahe vor unseren Stellungen eingcgraben hatten, wur­den nachts überfallen und Vertrieben; zwei Maschinengewehre blieben in unserer Hand. Sonst keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Das feindliche Geschützfeuer gegen einzelne Stellun­gen des Brückenkopfes von Tolmein dauerte tags­über fort. Auf den Nordhänsscn des A l t i s s i m o wurde der Vorstoß einer italienischen Kompagnie ab ge- to 1 e f e »t.

An allen übrigen Frontabschnitten verlief der gestrige Tag ruhig.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. Höf er, Feldmarschalleutnant.

*

W. T.-B. Wien, 26. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich derlautet vom 26. Dezember, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Im Sumpfgebiet der Polcs'e wurden an mehre­ren Stellen starke feindliche Aufklärungs-Ab­teilungen zurückgeworfen. Sonst nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Annäherungsversuche gegen den Südteil der Hoch- lläche von Do berd o wurden leicht abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

! Die Lage ist unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. Höf er. Feldmarschalleutnant.

Die amtlichen türkischen Berichte.

verhinderte feindliche Truppenbeförderung bei Tektte-Burun.— vie Zahl der bei Rrj-Burun und Knaforta erbeuteten Geschütze auf 10 erhöht.

W. T.-B. Konstantinopel, 26. Dez. (Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit:

An der Dardanellen front Artillerie-, In­fanterie- und Bombenkampf mit Unterbrechungen. Un­sere Artillerie brachte drei feindliche Batterien zum Schweigen, erzielte gute Wirkungen gegen feind­liche Truppen, die mit Vcrschanzungsarbeiten beschäf­tigt waren, und zerstörte einen Teil der feindlichen Gräben.

Am 22. Dezember näherte sich ein feindliches Tor­pedoboot den Gewässern von Ari Burun, warf einige Granaten ohne Erfolg und zog sich dann zurück.

Einige unserer Batterien in der Meerenge beschossen gestern bei S c d d - ü l - B a h r die Ausschifsungsstcl- len von Tekke Bnrnn und die benachbarten Bootshäuser. Sic verhinderten dadurch die Beförderung von Trup­pen, zerstörten sieben Schaluppen und versenkten zwei beladene Boote. Die Zahl der bei A n a f o r t a und A r i B u r u n dem Feinde abgcnommcncn Geschütze hat sich auf zehn erhöht, und zwar acht schwere und zwei Feldgeschütze. Eine Station für drahtlose Tele­graphie fiel gleichfalls in unsere Hände. Am 21. De­zember nahmen wir aus den zahlreichen an der Küste gestrandeten Booten alles Verwendbare und zerstörten sodann die Boote.

Sonst nichts Neues.

weitere fortschreitende Umfassung des Zeindes.

W.T.-B. Konftantinopcl, 26. Dez. (Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit:

An der Jrakfront macht die Umfassnngsbe- weqnng gegenüber dem bei Knt-el-Amara be­drängten Feind von allen Seiten erfolgreiche Fort- schritte. Die Beschießung der Stellung, und der Vorräte des Feindes in Kut cl-Amara hat gute Ergeh- nlße.

An der Kaukasusfront nichts Wesentliches außer schwachem Feuergesecht.

A? der D a r d a n e I l e n f r o n t hat unsere Ar nllerre am ^4. Dezember, vormittags, einen feind- Nchen Krenzer, welcher sich dem Meerbusen von Saros zu nähern versuchte, dreimal getroffen so daß der Kreuzer sich entfernte. Als am Nachmittan ein Kreuzer und ein Torpedoboot einiae Granaten aus Kirctich Tepe, Bulckink Kcmikli und Ari Burun war- men, ^ras unsere Artillerie einmal das Torpedoboot kd d - u l - B a b r beschoß unsere Artillerie dik filndlkcken scbubenaräben vor unserem linken Flügel nnd richtete erheblichen Schaden an. Ein feindliches Flugzeug, das wir bei Bir-el Sabe herabgeschossen haben, wird nach einigen Ausbesserungen von uns ver­wendet werden. Der Flugzeugführer wurde lebend qc- wnaen aenommen; cs ist der französische Hanptmann Baron De Ceuon. Der andere Insasse, der englische Leutnant Lmtscher, ist tot.

Die Ereiqnisse auf dem Balkan.

Der bnlgarisck-grieckiscke Zwischenfall

W. T.-B. London, 26. Dez. (Nichtamtlich. Reuter.) .Dail Ehronicle' erfährt aus Athen vom 22. d. M.: Die griechisch Regierung hat neuerlich einen Protest gegen die Über schrertung der g r i e ch i s ch e n G r e n z e durch die Bul goren verfaßt. Sie tat es, um dadurch ihre Unparteibchkei zu beweisen. Andererseits hat die griechische Regierung vo den Mittelmächten entsprechende Versicherungen erhalten, da das besetzte Gebiet nach der Einstellung der Feindseligkeit unvermindert zurückgegeden werden wird.

, W. T.-B. Sofia, 26. Dez. (Nichtamtlich. Von dem Privat beruhter,tatter des W. T.-B.) Der griechisch.bulgari sche Zwischenfall hat hier lebhaftes Bcdauer: herdorgerufen, da die bulgarische Negierung bereits früher $ verschiedenen Malen bewies, daß sic g u t e B e z i e h u n g e zu Griechenland zu unterhalten wünscht. Die nähere Prü fung des Vorganges durch die bulgarischen Behörden hat zwei felsfrei ergeben, daß keine Verletzung des g r i e ch i s ch e n G c b i e t s vorliegt. Das Verhalten der bulgarische Truppen war durchaus korrekt. Di- hiesigen por^jschc Kreise glauben, daß durch die Aufklärungen, die die bulgari sche Regierung der griechischen gegeben hat, der Zwischenfal erledigt ist und keine Trübung des bisherigen guten Ver hältniffes beider Staaten sich ergeben wird. Der Zwischenfa entstand dadurch, daß bulgarische Truppen, die auf der Ver fclgung der Serben das Westufer des Ochridasees vw Norden nach Süden entlangmarschicrtcn, bei der Annäkerun an Pogradetz, das am Südufer des Sees auf'älbanischem Ge biet liegt, von griechischen Truppen, von deren Anwesenhei sie keine Kenntnis hatten, mit Gewehrschüssen empfange, wurden. Die griechischen Soldaten, die von den Bulgaren ge fangen genommen wurden, wurden von diesen wie Freund behandelt und die Verwundeten wurden gut gepflegr, wa

von dem Kommandanten des griechischen Postens in Leschnitz« in einem Brief an den bulgarischen Befehlshaber bestätigt worden ist.

wichtiger Dokumentenfund in Nische

W. T.-B. Sofia, 26. Dez. (Nachtamtlich.) Im Pakai» des serbischen Thronfolgers Alexander in Nisch sind zahlreiche wichtige Dokumente gefunden worden, darunter der umfangreiche Briefwechsel Alexanders mit gekrönten Häuptern, ferner einige Handschreiben des Zaren. Unter den letzteren befindet sich ein Handschreiben, daS die serbisch - bulgarischen Beziehungen und di« Verhandlungen Bulgariens mit den Ententemächten betrifft. Die gefundenen Briefe, deren Zahl etwa 560 beträgt, sollen interessante Streiflichter auf die Rolle Serbiens vor AuLbruch des Weltkriegs sowie auch vor Beginn des serbisch-bulgarischen Kriegs des Jahres 1913 werfen.

General Castelnaus Besuch in Griechenland.

W. T.-B. Saloniki, 26. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Havasmeldung: General Ca st ein au hat seine Besichtigungsreis« beendigt. Nach zahlreichen Unterredungen mit General Sarrail mü dem Oberbefehlshaber der englischen Truppen verließ Castelmm Saloniki und begab sich nach Athen, wo er vom König emp> fangen werden wird.

Zur angeblichen Beschießung von Warna.

W- T.-B. Sofia, 26. Dez. (Nichtamtlich. Bulgarisch» Tetegraphen-Agentur.) In der ausländischen Pveffe findet sich eine Flut van Meldungen über etete angebliche Be­schießung von Warna durch drei russische Schisse. Der Ursprung dieser durchaus phantastischen Nachrichten ist in dem zufälligen Zusammenstoß zu suchen, der zwischen vier russischen Torpsdobootszerstövsvn uind einem bulgarischen Torpedoboot stattsand, das vor dem Kloster Heiliger Kon­stantin unweit Warna vor Anker lag. Bei diesem Zivsammen­stoß sind bekanntlich lediglich etwa 56 Kanonenschüsse ge­wechselt worden, ohne daß irgend ein Schaden verursacht wurde. Die russischen Torpebobootszerstörer zogen sich zurück, ohne die Stadt beschossen zu haben. Es erübrigt sich hinzu. Aussigen, daß kein Versuch zur Landung von russi- scher Seite unternommen wurde.

Line montenegrinische Offensive.

W. T.-B. Genf, 26. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Amtlicher niontenegrinischer Bericht vom 23. Dez.: Unsere Sandschak-Armee griff im Verlauf der Offensive den Feind in der Richtung auf Lepenatz an. Nach erbitter­tem Kampf wurde der Feind trotz Widerstands vollkommen auf B j e l o p o l j e zurückgeworfen. Er ließ auf dem Kampf, platz 506 Tote zurück. Wir machten etwa 160 Gefangen«) darunter einen Hanptmann. An den anderen Fronten Artillerie- und Jnfanteriekämpfe.

Die Adretzdebatte auf die rumänische Thronrede.

Bratianus neueste Erklärungen.

W. T.-B. Bukarest, 26. Dez. (Nichtamtlich.) Dev Senat beendete anr Samstag die Beratung der Antwort­adresse _auf die Thronrede. Die Adresse wurde mit 72 gegen 16 Stimmen angenommen. Gradischtean» warf der Regierung vor, daß die Thronrede zu lakonisch ge» halten sei und den bedeutenden Ereignissen, bie Rumänien durchmache, nicht entspreche. Der Redner hielt der Regierung vor, daß sie durch ihr Schweigen seit 14 Monate» dem Parlament gegenüber nicht die nötige Achtung gezeigt habe. Er erkannte die Richtigkeit der in der Thronrede ent­haltenen Aufforderung zur Einigkeit an, meinte aber, daß man sich mit einer Regierung nicht einigen könne, die «ine Politik des Zögerns und Zuwartens befolge.

Ministerpräsident B r a t i a n u erklärte hierauf, daß man von ihm bei der bekannten Haltung der Regierung gewiß keine lange Rede erwarten werde.

Die Angriffe gegen die Regierung seien leidenschaftlich und deshalb ungerecht. Sie beschränkten sich im Grunde auf die Beschuldigung, daß der Ministerpräsi­dent seine persönliche Autorität geltend machen wolle und, wie ein geistreicher Vorredner gesagt habe, sich einbilde, in der heutigen Lage alles zu sein. Können Sie sich, fragte der Redner, vorstellen, daß im Jahre 1915 ein Wahnsinniger an der Spitze der Regierung sei? Es wäre verrückt, wenn sich dies jemand einbilden wollte. (Beifall.)' Wenn ich öfter von mir spreche, so spreche ich immer auch im Namen der Regierang. In der Verantwortung, dis wir dem Land gegenüber tragen, stellen wir eine voll­ständige Einheit des Handelns dar, die dem Chef erlaubt, im Namen aller zu sprechen, weil er weiß, daß er den Willen aller zum Ausdruck bringt. (Beifall.) In dieser Hinsicht sind wir mit der Mehrheit des Parlaments einig, wir sind der Ausdruck dieser Mehrheit (Zwischenruf Filipescus,) Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kam Bratian» auf die

Haltung der Opposition

zu sprechen, die er ebenso wie die Mehrheit des Parlament» um Unterstützung ersucht habe.' Ein Teil habe sie gewährt» ohne die Verantwortung für die Handlungen der Roaierung zu übernehmen, ein anderer Teil habe die Unterstützung ab­gelehnt. Bei dieser Gelegenheit, fuhr der Ministerpräsident fort, wurde von diesem Teil der Opposition auch die Wirt- schaftliche Politik der Regierung zur Diskussion gm