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Verlag Lauggasse S1

„Tagbl»n-H>r»j".

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Bezugs-Brrrs für beide Ausgaben: 7a PIg monailich, M. 2 .- «ierteljShrlich dnrch den «erloa e-nggÄi- 2 b. ohne BrmgeAodn M. Z.--vierteljährlich durch alle deittiche,, P°stan«»iten. ansichliehlich Beilworld — Bezugs - Lcttellnnnen nehmen anßerdein entgegen: in Wiesbaden die Zwkioltellc Bis- marikrlng lS, sowie die Auisabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die derNiaen Ans- g-deitellen und in den benachbarte» Landorten und im RH-iNgau die b-tressend-n Tagblatt-Träger.

nrnttgl, tut die Morgen-Ausg. bis Ä uhr'ki-chmHtag^ BerlinerSchriftleitung des WiesbadruerTagblattS: BerlinW., PotsdamerStr. 121 K. Fernspr.: Amt Lützow 6202 ll. 6203. Ägen llnd^Äche>,«n^Än?v-wäh?üÄM!mM>!

12 KusgQben.

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„Tagdlatt-HarrS" Nr. 6650-53.

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Anzeigen-PreiS für die Zeile: 15 Pfg für örtliche Anzeigen im „ArßeilSmarlt" und „Ktemer Auze^er^ in einheitlicher Sayform. 20 Pfg. in davon abweichender Satzaustühruug. sowie für alle übrigen örtlichen Anzergeni 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen: 1 Mk für örtliche Reklamen. 2 Mk für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Derschrnmg. -- Lei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen euriprechender Nachlaß.

Kbend-Kusgabe«

Montag, 27. Dezember 1915.

An unsere Leser!

Die durch die Kriegslage bedingte außerordentliche, ftettge Preissteigerung aller zur Herstellung einer Zeitung ^forderlichen Rohstoffe macht eine

ßrhvlimz M BemAeises M Mesükier TOM

unabweisbar.

Der Bezugspreis berechnet sich daher

vom L. Januar 1S1G ah

lvie folgt:

73 > Pfg. für den Monat,

S-K5 Mk. für das Vierteljahr

für beide Tagesansgaben.

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20 Pfg. monatlich.

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10 Pfg. monatlich.

Der Berlag.

wir und die Zemde.

Wir sind in eine Kanwfpau.se eingetreten. Zwar an keiner Front schweigen die. Kanonen, aber größere Kampfe finden nirgends statt, weder in: Westen noch an der russischen Front, weder auf dem Balkan noch am Fsonzo. Wir dürfen nicht glauben, daß dies der Be­ginn völliger Ruhe und Beruhigung ist, wir werden vielmehr gut daran tun, es für die Ruhe vor dem 2 t u r m zu halten. Aber die Frage, was demnächst oder nach Wochen weitergeschehen wird, läßt sich nicht so einfach beantworten. Die Kanonen gehen ja nicht von selbst los, sondern es muß ein Plan und ein g i e l da sein. Was uns betrifft, so läßt sich darüber selbstverständlich nicht sprechen, wohl aber müssen wir untersuchen, wie es mit der Geistesverfassung der Feinde bestellt ist. Was verspricht sich der Vierver- hanü von der Zukunft? Da wir die Dinge immer sehen wollen, wie sie sind, und uns nichts vovmachen möchten, sind wir bereit anzuerkennen, daß unsere Feinde er­neut die größten Anstrengungen machen wer­den, nm uns zurückzuwerfen und auf die Knie zu zwin­gen. Wir haben indes immer zu unterscheiden zwischen dem, was die Regierungen durch ihre Minister und durch ihre Presse ihren Völkern zu sagen für nützlick» halten, und dem, was die Regierungen aus ge­wiß guter Kenntnis und sorgfältiger Prüfung der wirk­lichen Sachlage selber glauben und für mög­lich halten. Tie anfeucrnden und beschwichtigenden Reden in den Parlamenten, die lärmenden Artikel in den gegnerischen Blättern bedeuten ja nichts wenn die Minister und die unterrichteten Zeitungsschreiber besser wissen, wie es steht. Wie können die Feinde nun ernstlich auf unsere Erschöpfung rechnen, wenn sie die peinvolle Gewißheit haben, daß jede Anstren­gung, zu der sie uns nötigen und die allerdings Blut Und Gut erfordert, drüben mindestens dieselben An­strengungen und . dieselben Opfer bedingt? Klarer kann wohl keine Rechnung sein als diese. Den Fran­zosen, den Engländern, den Russen kann doch nichts m den Schoß fallen, wofür sie nicht einen unge­heuren Preis zahlen müssen, und dieser Preis muß unweigerlich größer als der unsrige sein, weil w i r uns ja nur in den eroberten Stellungen, mili­tärisch wie politisch, zu behaupten haben, während die Feinde die doppelte Aufgabe hoben, zuerst uns mit ernsthaften Kräften zu schlagen und dann sich ihrer­seits mit kaum verringerter Mühe zu behaupten. Wie sollen, wie wollen sie das machen? Wir stellen uns bei dieser Frage nicht aus unseren Standpunkt, sondern ge­rade auf den der Feinde, indem wir versuchen, uns in eine doch bei ihnen vovauszusetzende Objektivität hineinzudenken. Man ist bei uns sehr geneigt, an die Entschlossenheit des Vierverbandes zur Fortsetzung des Krieges zu glauben, und wir werden natürlich immer gut daran tun, dies zu glauben. Aber es ist doch auch niöglich, daß unsere Feinde zwar selber von dieser Ent­schlossenheit überzeugt sind und sie sich gegenseitig ge­wissermaßen bescheinigen, daß sie indessen nur darum die äußerste Willenskraft vorspiegeln und sich ein-

r e d e n. sie hätten sie wirklich, weil ihnen einfach nichts anderes übrig bleibt. Wer sich im Gebirge ver­stiegen hat, kann ja oft auch nicht zurück, aber den Sprung in den Abgrund mutet er sich begreiflicher­weise nicht zu, und so bleibt er stehen, auf irgend ein Wunder hoffend, bis ihn sein Schicksal doch ereilen wird. _ In dieser Lage fft der Vierverband. Wir kön­nen nicht leugnen, daß unsere Ungeduld, die Früchte unserer Siege zu genießen, auf eine harte Probe gestellt wird, und die psychologische Verfassung unserer Feinde mag darmn vorübergehend wirklich nicht so schlecht sein, weil sie sich mit einer seltsamen Selbsttäuschung sagen: Solange Deutschland und seine Verbündeten nicht völlig gesiegt haben, nützt u u s, den Vieröerbands- mächten, die Verlängerung der F r i st, vielleicht geschieht doch noch ellvas Unerwartetes. Wir unsererseits können darauf nur immer wieder antwor­ten, daß wir, wenn es denn so sein muß, warten werden, solange es den anderen beliebt. Wir können in der Zwischenzeit nicht schwächer als sie werden, wir können nicht finden, daß die Zeit für u n s schlechter als für die Feinde arbeitet. Wir dürfen sogar behaup­ten, daß sie besser für uns arbeitet, aber überheben wollen wir uns auch nicht, und es genügt, eine gewisse Gleichartigkeit der Grundlagen hüben und drüben für die. weitere Entwicklung anzunehmen, weil wir in Ver­gangenheit und Gegenwart schon eine Vorzugsstellung erlangt haben, aus der man uns zunächst doch einmal hevausdrängen müßte. Inzwischen haben wir uns da- niit vertraut zu machen, daß der K"^g noch lange dauern wird. Wie lange, das kann niemand sagen, ober wie wenige haben wohl vor einem Jahre ge­dacht, daß wir zum zweiten Male das Weih- n a ch t s f e st im Kriege wenden begehen müssen?

Oer Rrieg der Türke!,

ver amtliche türkische Bericht.

Der Erfolg der Senussen gegen die Engländer.

W. T.-B. Konstantinopel, 27. Dcz. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) Das Hauptquartier teilt mit: Die Krieger des Scheits der S e n u s s e u setzten in mehreren Kolonnen ihre Angriffe gegen die Engländer in Ägypten m i t E r f o l g fort. Die Gegend von Siva ist vollständig van den Engländern gesäubert. Die Kolonnen, die an der Küste vorrückten, griffen die Ortschaft M a t r u h <240 Kilometer östlich von S o l u m) an. Im Kampf wurde der Kommandant von Matruh und 300 englische Soldaten getötet. Der Rest der Feinde floh gegen Osten. Die muselmanischen Krieger erbeuteten bei S o l u m und M a t r u h von de» Eng­ländern 2 Feldkanonen und eine Menge Artillerie­munition. sowie 10 Automobile, wovon drei gepan­zert sind, und eine Menge Kriegsmaterial.

An der Dardanellensront zwang in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember unsere Artillerie ein Torpedo­boot. das die Landestelle bei Ari-Burun beschoß, sich zu entfernen. Bei S e d d - ü l - B a h r warf der Feind eine ziemlich große Menge Bombe» und Lufttorpedos. Unsere Artillerie zerstörte feindliche Minenwerfer und ver­ursachte bedeutenden Schaden in der ersten und zweiten Linie der feindlichen Schützengräben. Unsere Artillerie traf viermal eine« feindlichen Kreuzer, der verschiedcncmal Altschi Tepe und Umgebung beschoß. Unsere Meere ngen- b alterten beschaffen wirksam die Landestelle von Sedd-ül-Bahr und die Bersammlungsplatze der Truppen bei Morto Liman, sowie die feindlichen Schützen­gräben in der Umgebung von Krcre Bisodcrc, die Rcscrve- trnppen westlich von Eski und Siffariik und eine Haubitzcn- batterie. Sie richtete merklichen Schaden an und ver­senkte zwei gepanzerte B o o r e bei Morto Liman. Am 25. Dezember führte eines unserer Wasserflugzeuge erfolg­reiche Erkundungsflüge über Tenedos. der Insel Navro und die feindlichen Stellungen bei Sedd-ül-Bahr aus und traf rrn Torpedoboot südlich von Sedd-ül-Bahr mit einer Bombe,

Sonst nichts von Bedeutung.

ttämpfe zwischen Engländern und Arabern östlich von Tripolis.

Sollum von den Engländern geräumt.

W. T.-B. Bern, 27. Dez, (Nichtamtlich.) Eine Meldung des „Temps" aus Rom ergänzt die frühere Meldung über Kämpfe zwischen Engländern unter den: Oborstein Gordon und Arabern^ in der Gegend von Matruh. östlich Tripolis, dahin, daß rsollum infolge de: Angriffe ambischer Auf­ständischer von der Garnison geräumt worden ist. Ver­stärkungen sind unterwegs.

viervsrbändlerischs Machenschaften gegen die Türkei.

W. T.-B. Konstantinopel, 27. Dcz. (Nichtamtlich. Mel­dung der Agentur Milli.) Der Vierverband mackt An­strengungen, die guten Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland zu ftöncn und bedient sich dabei der Venizelospartei als Werkzeug. So fern am 5. Dez. eine Truppenabteilung. welche gegen eine Räuberbande ans- gesandt war. die sich bei dein Orte Patritza auf der Insel Vortda. gegenüber von A-walvk, bemerkbar gemacht hatte, in ein Gefecht mit Banden und feindlichen Streitkräftcn. die von

Nr. 602. ♦ 63. Jahrgang.

eküSnt Motorboot und einem Kanonenboot in der Bucht v«t Patritza gelandet Warpen waren. Bei dieffem Gefecht, welches mit der Bermichchung der Banden und der feindlichen Streit- kräfte endete, hatten wir einen Berlnst von 8 toten Soldaten, acht Verwundeten und 3 Vermißten sowie von einem ToKn aus der Zivilbevölkerung und 6 Beamten, die vermißt werten. Unter deii Verwundeten befindet sich der Abschnittskomman- deur. Dieser Vorfall zeigt, daß der Vierverbcmd durch Ver­mittlung der Venizelisienleute diesmal auch die Griechen an der osmanischen Küste des Ägäischen Meeres zu Verbrechen und Unruhen anstiftete in der Llbsicht, die guten Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei zu gefährden.

Oie Ereignisse auf dem Balkan.

Zum Zusammenbruch des serbischen Heeres.

Br. Lugano. 27. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Die „Tribuna" veröffentlicht einen Drähtbericht, den der Arnerikaner Browne an fiein Blatt, die „Chicago Daily News", ffetdrt: Der letzte größere Widerstand der Serben wwte bei Prizvend geleistet, wo sie noch 100 Kanonen, meist französische 75-Millimetcr-Geschühe. gegen die Bulgaren verwenden konnten und wo sie fünf Tage lang kämpften, bis die Munition aufgebraucht war. Dann wurden die Kanonen vernagelt und Fahrzeuge und Protzkaften ins Wasser geworfen. Der Geweralstab gab jede Führung des geschlagenen Heeres auf. Kourpagnien, Regimenter, Divisionen und ganze Armeekorps gerieten durcheinander. Der letzte Befehl war, daß die Flucht auf den drei Wegen: über Jpek nach Montenegro, auf der alten Römerstraße über Drbra und Elbasan »rach Durazzo wird endlich von Prizrend direkt nach Südalbanien, erfolgen sollte. Wer der Weg über Jpek wurde von den Öster­reichern gesperrt, die mit außerordemtlicher Schnelligkeit in Montenegro eingedrungen waren, so daß es kaum 3000 Serben gelang, auf diesem Wege durchzukommen. Albanesen und bulgarische Komitatschis schlossen die Straße von Dibra, und nur der einzige Paß von Ljums KUekuek am Drin, auf dem auf einer Strecke von 25 Kilometer kaum für drei Därnn nebeneinander Raum war, blieb für den Rückzug vom» 70 000 Dkann offen. Am fünften Tage erreichte die bul­garische Armee den Paßeingang uffd feuerte fünf Stunde« lang auf die in tvilder Verwirrung Hinsliehenben. Ern« große Menge wurde getötet, andere gefangen. So kam es, daß die Bulgaren beim Rückzug von Prizvend noch 46000 Gefangene machten. Der Rückzug Napoleons von Moskau, so sagt Browne, kann nicht schrecklicher gewesen sein als dieser Rückzug nach Albanien. Der Weg ist eine lange Dlnt- spur geworden. Sehr viele starben nntertvegs vor HunMv und Kälte, und von den 70 000, die den Rückzug vom Amsel- feld angetretcn hatten, kamen vielleicht 40 000 cm der Küste an und von diesen 40 000 sind vielleicht noch nicht 10 000 kampffähig.

Eine Schlacht bei Elbasan?

Br. Genf, 27. Dez. (Eig. Dr-chkbericht. Jens. Bl'N.) Dev

„Temps" meldet, daß die bulgarischen Truppen, die von Monastir gegen die Adriaküste vorrücken, bei Elbasan auf serbische Streitkräfte stießen. Die Serben, die mit Lebensmitteln. Munition und leichter Artillerie versorgt waren, leisteten verzweifelten Wider st and. um das weitere Bordringen der Bulgaren aufzuhalten, dnrch welche die nach Nordalbanien geflüchteten Serben von Balona ab­geschnitten werden. Die äußerst erbitterte Schlacht dauert bereits zwei Tage.

ttörrig Peter in Italien ein«etroffen.

W. T.-B. Rom, 27. Dez. (Nichtamtlich. Agence Havas.)' König Peter bon Seibieu ist aus Balona in Italien ein- gLtrofsen.

Eine Unterredung mit dem bulgarischen Gesandten.

Br. Wien, 27. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.l Dev Berichterstatter der „33. Z." hatte eine Unterredung mil dem hiesigen bulgarischen Gesandten T o n t s ch e f f. Auf die Frage, ob der Feldzug von Saloniki als hofsnungslcs er­scheine, antwortete Tontschefs: Der Zusammenbruch erscheine unvermeidlich. Die Expedition werde mit genau der bitteren Enttäuschung enden wie dce von Gallipoli. Einsichts­volle Intellektuelle der Entente sehen das negative Ergebnis der Saloniki-Expedition voraus. Der Berichterstatter der „B. Z." fragte dann, welche Aussicht der Erschöpfungs- p l a n hätte, worauf der Gesandte erwiderte: Die Zentral­mächte bilden mit den östlichen Verbündeten einen geogra­phisch vereinten Block, der nicht ausgehungert werden kann. J»n Gegenteil wird die unüberwindliche Stärke EuropW» mit seinen ungeheuren Anbauflächen von märchenhafter Fruchtbarkeit ernwglichen, daß unser geographischer Block Jahre hindurch einen g e sch lo ss en en H a nd el ssta« r bilden kann. Und Kupfer? Die Balkanländcr sind reich an Kupferminen. Im Notfall könnte unendlich viel Alt, kupfer aufgebracht werden. Der Orient gebraucht wenig Por­zellan und vorwiegend kupferne Kafferolen und kupfern» Töpfe, so daß wir für Jahre reichen. Wie steht es um dis nationale Zone zwischen Bulgarien und Griechenland? Alle Verhandlungen zwischen Sofia und Athen sind auf einen freundschaftlichen Ton gestimmt. Die neutrale Zone gilt nur für Griechenland und Bulgarien. Ich unterstreiche, daß ein lebhafter Wunsch Bulgariens besteht, durch loyale Vc'ritändigung mit Griechenland alle schwebenden Fragen end­gültig zu regeln, zuncal eine Gemeinschaft der Interessen