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«erlag Lauggafse 21

„Tagd»arl-HauS".

SLalter-Holle gfäftnrt von 8 llbr morgens bis 7 Uhr afenM.

wöchentlich

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marckring 1». lotme die Aurgadeffellen in allen Teilen der stadt; in Biebrich: die dorligen AuL- gabeiiellen and in den benachvarlen Landorien und im Rheingau die betreffenden Tagblati > Träger

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Donnerstag, 23. Dezember 1913.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 597. » 63. Jahrgang.

Der ttrieg.

iZei Ipek 69 vergrabene Geschütze erbeutet.

O«r österreichisch-ungarische Tagesbericht

W. T.-B. Wien, 22. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 22. Dezember, mittags:

Russischer Rrregsschauplatz

Stellenweise Artilleriekampf und G e- i länf eL

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Tätigkeit der italienischen Artillerie gegen dir Tiroler Südsront hält an. Auch an den übrr- llcn Fronten stellenweise vereinzelter Geschützkampf. Der Angriff einer feindlichen Kompagnie bei D o l j e am Tolmeiuer Brückenkopf brach in unserem Feuer zu­sammen.

Südöstlicher Nrlegsschauplatz.

Bei I p e t wurden neuerlich 69 von den Serben vergrabene Geschütze erbeutet. Diese Zahl durfte sich noch erheblich steigern.

Der Stellvertreter des Ghcis des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Oer Valkanfeldzug im Rahmen der allgemeinen Kriegslage.

Bon General £>. Inf. z. D. v. Blume.

Berlin, 22. Dezember.

Die zur Hilfeleistung für Serbien bei Saloniki ge­landete und in den südöstlichen Teil von serbrsch- Mazedonien -vorgerückte f r a n z ö s i s ch - e n g l i s ch e Streitmacht hat in der Tat ihren dortigen Aufenthalt so lange ausgedehnt, daß die Bulgaren Zeit ge­wannen, sie mit überlegener Macht und _ gewohnter Tatkraft umfassend anzugreisen, ihnen eine schwere Niederlage zu bereiten und sie zu verlustreichem R ü ck z u g e hinter die griechische Grenze zu zwingen <2. bis 12. Dezember). Den feindlichen Truppen kann hieraus kein Vorwurf gemacht werden, sie haben sich tapfer gewehrt. Ein einheitliches Kommando über die französischen und englischen Streitkräfte scheint nicht bestanden zu haben. Inwieweit die Führer beider durch Weisungen ihrer Regierungen verhindert waren, sich der Niederlage rechtzeitig zu entziehen, ist uns nicht bekannt. Doch scheinen die feindlichen Staaten den Mangel an einheitlicher und zweckmäßiger Oberleitung ihrer bisherigen kriegerischen Unternehmungen selbst einpfunden zu haben und zuzugeben. Es ist dies daraus zu schließen, daß sie jetzt einen aus Vertretern jedes von ihnen gebildeten obersten Kriegsrat eingesetzt haben, der befugt sein soll, in minder wichtigen Ange­legenheiten selbständig Weisungen ergehen . zu lassen, während er in wichtigen Fällen die Entscheidung der einzelnen Regierungen einholen muß.

Was die weitere Entwicklung auf dem Balkan be­trifft, so sind es allem Anscheine nach politische Rück- sichten, die die Bulgaren verhindert hoben, den erzlei­ten Vorteil durch ununterbrochene Verfolgung des be­siegten Feindes aus griechischem Boden voll auszu­nutzen. Dadurch gewinnt dieser Zeit. Verstärkungen auf dem Seewege heranzuziehen und Saloniki trotz nicht günstiger örtlicher Verhältnisse in einen starken Waffenplatz umzuwandeln. Griechenland soll gegen letztere Absicht protestiert haben, seine Truppen jedoch, mit Ausnahme einer schwachen Besatzung der Stadt Saloniki, aus der Nähe dieses Ortes zurück- sichen. Aber was wird geschehen, wenn die Franzosen und Engländer den Protest unbeachtet lassen, wie es ihre Absicht zu sein scheint? Sie werden geloben, den griechischen Boden zu gelegener Zeit wieder zu ver­lassen. Was solche von ihnen gegebene Versicherung wert ist, lehren Erfahrungen, besonders die in Ägyp­ten gemachten. Wird Griechenland sich über sie hinweg­setzen? Und könnten die Mittelmächte sowie die Türkei !,nd Bulgarien die fortdauernde Bedrohung ihrer er­kämpften Verbindungslinie von Saloniki aus unbe­denklich zulassen? Oder welche Vorbeugungs- oder Gegenmaßregeln werden sie ergreifen? Diese Fragen kennzeichnen die augenblickliche Lage auf dem Balkan. Wie sie ihre Lösung finden werden, entzieht sich selbst der Vermutung. Ihnen gegenüber ist das Erscheinen italienischer Truppen bei Valona, wenig­stens für die nächste Zukunst, von untergeordneter Be­deutung. Rußland aber scheint die Truppen­ansammlung an der rumänischen Grenze aufgegeben zu haben. -

Don nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Beurteilung der allgemeinen Kriegslage, insbesondere auch für die fernere Entwicklung der Verhältnisse auf der Balkanhalbrnsel sind die soeben von der Halbinsel Gallipoli eingetroffcne« türkischen Siegesnach­

richten. Unter dem Schutz des Nebels ist es den Eng­ländern gelungen, einen Teil ihrer Streitkräfte und ihres Kriegsmaterials aus den dortigen Stellungen von A n a f o r t a und Art B u r u n übers Meer — vermutlich nach Saloniki — zurückzuziehen, die Türken sind aus diesen: Anlaß zum Angriff gegen die genann­ten Stellungen geschritten und haben diese wieder er­obert. Bei Sedd-ül-Bahr wurde ein Gegen­angriff der Engländer unter schwersten Verlusten für diese zurückgewtesen. Die Kämpfe sind noch im Gange, aber es unterliegt wohl keinen: Zweifel, daß wir vor dem lange vovhergesehenen rühmlosen Ende des, törichten Dardanellen-Abenteuers unserer Feinde stehen. Es wird sich nur noch darum handeln, wie viel oder wie wenig sie von den zurückgelassenen Truppen, Ge­schützen usw. noch auf die Schisse zu retten vermögen. Mehr als 100000 Mann haben sie bereits in den ver­gangenen neun Monaten zwecklos geopfert. Und wie das Schlußdrama auch verlaufen mag, das Endergeb­nis wird eine für sie folgenschwere Einbuße an Ansehen sein. Unsere Verbündeten, die Türken, aber werden entsprechend an Ansehen und Selbstver­trauen gewinnen und ihre auf Gallipoli frestverdenden Kräfte anderwärts zweckmäßig zu verwerten wissen.

Q Italiens 3u! unftstroum über Albanien.

Der neue Kriegsvlan der Alliierten.

Br. Amsterdam, 22. Dez. (Eig. Drahtbericht. genf. ©In.) Nach verläßlichen Mitteilungen aus London beschränkt sich Italiens Anteil an der Fortsetzung des Balkannnter- nehmens des Vierverbandes ans 3 0 0 0 0 Mann, 'die nach Albanien übergeführt werden. Für die neue Front in Mbcmien werden als militärische Gründe angeführt, daß der Kampf gegen die Zentralmächte an zwei Fronten an den serbischen und bulgarischen Grenzen mit großer Aussicht auf Erfolg durcbgeführt werden könne. Andererseits besäße Italien für das gebirgige Gelände in Albanien und Mon­tenegro geeignetere Truppen als die Franzosen und Eng­länder. Politisch begründet man die Front in Albanien da- mit, baß die Küsten Albaniens im Besitze der Zentralmächte eine große Gefahr für Italien bedeuten. Auch solle gerade Albanien eine .teilweise Entschädigung für Italien bieten, das sich als Friedensbedingung Flottenstationen in Albanien ausbedungen habe, da die Herrschaft Wer den Ein­gang zur Adria italienisch bleiben müsse. Endlich seien auch England und Frankreich nicht geneigt, Albanien aufzu- teilen. Albanien solle ein selbständiger Staat werden mit einem italienischen Fürsten als Herrscher unter dem Schutze des VierverbcmdeS.

Eine gemeinsame englisch-italienische Aktion?

Sr. Basel, 22. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Mn.) Die „Baseler Nachr." melden aus Rom: Zahlreiche eng­lische Offiziere treffen mit den letzten Schnellzügen aus Turin und Frankreich ein. Da ihr Aufenthalt sich verlängert, wirb auf eine gemeinsame englisch - italienische Aktion geschlossen. (Diese dürfte sich wohl aus ein Vor­

gehen in Albanien' erstrecken, denn an eine Teilnahme von Engländern gegen die Österreicher an der italienischen Jsongo- oder Tiroler, Front ist wohl kaum zu 'denken. Schrift!.)

Der spanische Warenverkehr über Italien, w. T.-B. Bern, 22. Dez. (Nichtamtlich.) Ter „Bund" bringt eine Privatmeldung aus Zürich, nach der dem italie­nischen Amtsblatt zufolge gemäß Verfügung der italienischen Regierung für Deutschland bestimmte spanische, Waren, die vor dem 24. Mai 1915 in Genua angenommen sind, freie Durchfahrt genießen. Ebenso ist die Durch-, fahrt durch Italien für spanische, nach der Schweiz be­stimmte Waren ftei, so weit es sich nicht um Bannware handelt. Die Bedeutung der griechischen Wahlen. t Drohende Gefahr für den Vierverband.

Sofia, 21. Dez. (Agence Bulgare.! Das halbamtliche „Echo de Bulgarie" erklärt in Besprechung der griechi­schen Wahlen: Saloniki, um dessen Besitz Griechenland Krieg führte, wird gegenwärtig von den Engländern und Franzosen befestigt, die laut ihren Beschluß verkündigten, es selbst gegen seinen gegenwärtigen Besitzer zu behaupten. Die Truppen des Vierverbands, die ans den Balkan gekommen sind mit der angeblichen Sendung, Serbien zu helfen, sind jämmerlich gescheitert. Serbien ist vernichtet, die Retter selbst sind geschlagen und von den Bulgaren und ihrv*>

großen Verbündeten zurückgeworfen. Sie stellen keine wirkliche Gefahr mehr dar. Sie bilden eine Gefahr n n r für Griechen- laitb, dessen Unversehrtheit und Sicherheit sie bedrohen. Un­ter diesen Umständen können die Ergebnisse des Wahltages keinen Zweifel daran aufkommen lassen, daß das griechische Volk, in seinen Interessen verletzt und cm seiner Eigenliebe gekränkt, sein ganzes Vertrauen der Regierung schenken wird, die eine schwere, aber edle Aufgabe auf sich genommen hat. Die Kammerwahien in Griechenland werden für die Balkanpolitik des Vierverbands eine ebenso schwere Schlappe werden wie die an den Ufern des Wardars er. littene Niederlage.

Ein neuer griechischer Gesandter in Ronstantinopel-

W. T.-B. Athen, 22. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung des früheren Ministers des Auswärtigen Kallorghis zum Gesandten in Konstantinopel.

Belobigungen für Bratianus Politik.

Die konservative Partei verspricht der Regierung Unterstütz»»,.

W. T.-B. Bukarest, 22. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) In Fortsetzung der Adreßdebatte verteidigte Senator Schukulesou (Lib.) die Politik der Regierung. Er wies darauf hin, daß der vielbesprochene Augenblick für das Eingreifen Rumäniens in den Weltkrieg viel­leicht vom Standpunkt der Strategie, aber nicht vom Stand­punkt der Politik aus günstig war. Wenn man den Minister­präsidenten zu viel Vorsicht und Geduld vorwerfe, so sei es doch auch richtig, daß stets die ungeduldigen Völler zugrunde gingen, während die weisen sich erhielten. Mm» könne un-