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Verlag Langgasse 21

„Tagblgtr-HnnS".

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„Tagblatt-Hans" Nr. KKSS-S3.

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Mittwoch. 22. Dezember 1915. MorgM - KUSgÄVE.

Die verfolgllngMmpft in Montenegro.

Erstürmung einer feindlichen Stellung nördlich verane. — Eine russische klufklärungsabteilung zersprengt. — 2 italienische Rompagnien am San Michele aufgerieben.

v«r österreichisch-ungarische Tagesbericht

W.T.B. Wien, 21. Dez. (Nichtamtlich. Amtlich verlautet vom 21. Dezember, mittags:

Russischer Rriegsschauplatz

Gegen Nafaloloka am Styr wurde eine russi­sche Ausklärungsabteilung zersprengt. Sonst stellen- weise Geschützkämpfe.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Artiüeriekämpfe an der T i r o! e r Süd­grenze dauern fort. Zwei italienische Konipagnien, dir nachts gegen den Monte San M i ch e le vorzu­bringen versuchten, wurden aufgerieben.

Südöstlicher ttriegsschauplatz.

Die Verfolgungskampfc gegen die Monte- negriner führten gestern neuerlich zur Erstürmung einer feindlichen Stellung nördlich von Berane. — Unsere Truppen haben in den letzten 2 Tagen 608 Ge­fangene eingebracht.

Der Stellvertreter des Chcks des Gcneralstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Die Ereignisse cms dem Salkan.

Die letzte Verteidigungsstellung der Entente-Truppen.

Br. Sofia, 21. Dez. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.)

Die englischen Truppen in Griechenland beziehen gegenwärtig die letzte Berteidigungsstellung vor Saloniki. Diese zieht sich »on der Bahnstation Toptschi über die Höhe nördlich des Langaza-Sccs, dann zwischen diesem und dem Beschik-See und an dem Südrande des letzteren entlang gegen den Gols von Orfano. Gin Beweis dafür, das? der Biervcr- band auch diese letzte Stellung nicht stark genug hält, ist, datz die südlich führenden Rückzugslinien bereits instand gesetzt werden.

Frankreich und die neue Loge auf dem Balkan

Castellnau soll nach Saloniki gehen?

Br. Genf, 21. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) „L'oeuvre" meldet: Der letzte Ministerrat faßte einen Geheimbeschlutz. Nachdem aber die Angelegenheit der Beratung bereits in den Kammergängen besprochen wuvde, verlautet, datz die Maßregel Castellnau betrifft, welcher sofort nach Saloniki abreist, behufs Entfchei- düng über weitere Plane, falls Saloniki unter allen Umständen okkupiert bleibe.

Italiens Ungewißheit über die Haltung Griechenlands.

Br. Lugano, 21. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) In großer Ungewißheit schweben die italienischen Blätter über die Ereignisse, die sich in Mazedonien vor­bereiten. Während die einen vor gefährlichen Ab­machungen zwischen Griechenland und den Zentral- machten warnen, ahnen die anderen Zerwürfnisse und versteigen sich, wie der „Secolo", bis zu dem Gedanken eines Sonderfriedens Bulgariens. Tatsächlich wird nur gemeldet, daß seit 6 Tagen an der englisch-französi­schen Grenze Ruhe herrscht, daß verschiedene französi­sche Kavalleriepatrouillen bis jenseits der Grenze keine Feinde entdecken konnten und der Bahnhof Doiran von 50 griechischen Soldaten besetzt ist.

Griechenland macht bereits Schadenersatz­anspruch geltend.

Rotterdam, 21. Dez. (Zens. Mn.) Der „Nieuwe Rotter- damsche Courant" meldet aus Athen: Eine Kommission der geriechiffchen Regierung ist jetzt bereits in das griechische Grenzgebiet abgereist, um den Schaden festz-ustellen, den die Entente bei ihrem Rückzug durch Vernichtung einer An­zahl von Brücken, Landstraßen und Häusern verursacht hat. Die Rechnung soll den Verbündeten schon im Laufe dieser Woche überreicht werden.

König Peter aus der Reise nach Rom.

W. T.-B. Bern, 21. Dez. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Nach einer Meldung der „Agencia Stefani" hat König Peter aus der Reise nach Rom Bari passiert. Er wird im Königspalast in Biserta wohnen.

Ein deutsches Blatt in Belgrad.

Br. Belgrad, 21. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Am 16. Dezember ist die erste Stummer der neuen deutschen Zeitung „Belgrader Nachrich­ten" erschienen. Das Blatt, das Eigentum der Bel­grader Zeitungsherausgeber ist, wird vorläufig dreimal wöchentlich erscheinen.

Der bulgarische klusfuhrverkehr nach Rumänien.

IV. T.-B. Sofia, 21. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die Bulgarische Telegraphen-Agentur teilt mit: Um eine raschere, zufriedenstellende Regelung der Frage des bul­garischen Ausfuhrverkehrs durch Rumänien zu erzielen, schlug die rumänische Regierung der bulgarischen vor, daß die beiden Regierungen je einen technischen Dele- gierten ernennen. Die beiden Delegierten sollen in Bukarest zulfammentreten, um das beste Mittel ausfindig zu machen, die auf rumänischen Linien befindlichen Waggons, die mit für Bulgarien bestimmten Waren beladen sind, ohne Verzug äbzusertigen. Ein Ingenieur der Verwaltung der bulgarischen Eisenbahnen ist bereits nach Bukarest äbgereist. 3u den GetreideanKäufen in Rumänien.

Der Standpunkt der rumänischen Regierung.

Br. Bukarest, 21. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der „Abverul" meldet: In der Wohnung Bratianus fand eine Konferenz statt, in der Finanzminiister C o st i n e s c u, der Ackerbauminister K o n st a n t i n es c u und der Präsident der Getreidekommission Seceleanu anwesend waren. In dieser Konferenz standen die Getreideankäufe Öster­reich-Ungarns und Deutschlands zur Erörterung. Bratiann erklärte, die endgültige Entschließung Rumäniens sei darauf gerichtet, Ausfuhrprämien in Gäldgeld zu erheben, die in Rumänien zahlbar seien und nicht, wie Deutschland und Österreich-Ungarn es wünschten, auf Konto der rumänischen Negierung in Berlin.

Der deutsch-englische Gegensatz.

O Berlin, 20. Dezember.

Der Kriegsbrand auf dem Balkan scheint infolge des Mangels an brennbaren Stoffen zu erlöschen, aber der Schein wird trügen. Freilich, nachdem ganz Serbien mit allen seinen mazedonischen Angliederun- gen von unseren, den österreickpsch-vngarischett und den bulgarischen Truppen besetzt worden ist, und nachdem die französischen und die englischen Eindringlinge über die griechische Grenze zurückgejagt worden sind, sieht es so aus, als sei dort unten nicht mehr viel zu tun. Jedoch dürfen wir nie vergessen, daß dieser Bal- kankrieg nur ein T e i l st ü ck der großen Auseinander­setzung mit England ist. Der Krieg kann aller­dings aufhören, wenn England die Folgerung aus seinen schweren politischen wie militärischen Nieder­lagen rechtzeitig zichen will, wenn es als geschlagen in die Neuordnung willigen will, die wir und unsere Verbündeten allein vorzunehmen entschlossen sind. Solche Nachgiebigkeit wird England indessen nicht zeigen, und darum wird der Krieg weitergehen. England, man kann es nicht oft genug sagen, kämpft im Südosten und in den vorderasiatischen Gebieten um seine Weltgeltung. Es will sich nicht bloß be­haupten, sondern uns und die zu uns gehörige Staaten­gruppe auch daran verhindern, daß wir eines unserer größten Kriegsziels, das größte vielmehr, er­reichen. die politische, wirffchaftspolitische und kulturelle Gemeinsamkeit von Hamburg bis Bagdad. Dieser Krieg hätte für uns gar keinen Sinn, wenn wir nicht die Brücke nach Vorderasien schlagen könnten, und er wäre für England trotz aller Schlappen und Er­schütterungen ein Sieg, wenn uns dieser Brückenbau verwehrt bliebe. Darum allein zwar geht es in diesein Weltkriege nicht, aber darum in erster Linie gäbt es. Wir haben mehrfach darauf aufmerksam ge­macht, daß sich in der letzten Zeit wieder die Erörte­rung darüber entwickelt hat, ob wir unsere Politik auf ein späteres Zusammenstehen mit Rußland gegen Eng­land oder mit England gegen Rußland einrichten soll­ten. Vielleicht braucht überhaupt nicht gewählt zu werden, aber wenn denn doch gewählt werden muß, dann nehmen wir keinen Anstand. England für un< seren Hauptfeind zu erklären. Zum mindesten erblicken wir die größere Möglichkeit einer Verständi­gung nach der russischen Seite hin. Rußland bleibt das, was es ist, auch wenn es auf den unerfüllbaren Traum der Beherrschung Konstantinopels und Border- asiens verzichtet: denn Asien ist groß und kann Er- s a tz bieten, zumal wenn unsere Interessen es gestatten, solchem Ausbreitungsdvang die Bahn freizulassen. England aber bleibt nicht, was es ist, sondern muß herunter steigen, wenn wir nach dem Süd­osten hin durchstoßen, und dies müssen und wollen wir, wenn wir nicht um alle Früchte unserer Anstrengun­gen betrogen stin wollten. Darum gibt es keinen Ausgleich zwischen uns und Großbritannien. Der von englischer Seebeherrschung freie Land- Weg nach jenen Gebieten mit ihren unendlich reichen wirtschaftspolitischen Möglichkeiten, deren Ausschließung zugleich den Balkanlän­dern und der Türkei Segen bringen würde, dieser Landweg ist es, ohne den wir eine Weltstellung über­haupt nickt erringen können. Denn wir sind überall eingeschnürt und unsere Seewege werden immer unter den Kanonen der übergewaltigen britischen

Nr. 595» ♦ 63. Jahrgang.

Flotte liegen. Wir können dies« Riesenmacht nur, lahnÄsgen, indem wir uns Stellungen verschaffen, gegen die keine Flotte etwas auszurichten vermag. Hier soll sticht untersucht werden, was alles _ wir an unseren Grenzen in Ost und West jetzt und im Frie­densschluß fordern oder nicht fordern könnten, aber in der Richtung nach dem Persischen Golf hin müssen wir unbeugsam sein. Ein Verzicht auf dieseWelt- handelsstraße hieße, daß wir dauernd einge- kapselt sein wollen, .daß wir trotz aller unsererStärke bereit sind, uns zu einem Staatswesen zweiten Ranges herabdrücken zu lassen. Davon darf keine Rede sein, dort unten liegt unsere Zukunst, und wenn wir sie preisgeben, dann geben wir auch die Türkei preis, dann wird sie zum Vasallenstaat Großbritan­niens auch dann, wenn England einen Brocken von Land und Küsten mit billiger Großmut an Rußland überlassen sollte. Es wäre aber doch wohl zu fragen, ob Rußland, das nur durch eine unnatürliche Ver­bindung von vorübergehenden Interessen an den britischen Wagen gespannt werden konnte, seine Zuknust nicht besser durch ein Nebeneinandergehen mit uns in Asien als durch eine Politik gewahrt sähen würde, mit der es für Augenblickserfolge nur die un­gleich größere Stärkung Englands als seines dauern­den Gegners in den Gebieten zwischen Zentralasien und dem Indischen Ozean einzutauschen haste. Es sind jsdoch Zukunstsfragen, die wir nur berühren und heute nicht lösen können. Was wir aber wissen, das ist die Unmittelbarkeit des deutsch-englischen Gegensatzes zwischen Balkan, Persischem Gols und Sueskanal. Dort muß die Ent­scheidung fallen, und darum wird der Krieg weiter­gehen.

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Englands Handelskrieg.

Der „Manchester Guardian" gegen dir Vertreter der Konfiskation des deutschen Privateigentums.

W.T.-B. Manchester, 21. Dez. (NrckchamWch. Dnchkbe- richt.) Der „Manchester Guardian" bespricht in einem Leit­artikel abfällig die Bestrebungen, alle deutschen Handels­gesellschaften in England aufzuheben arid fttgt, eS handle sich nicht darum, die Zufuhr an den Feind oder ander« materielle Unterstützung während des Krieges zu verhin- dorn, sondern darum, den deutschen Handel tn England nicht nur während des Krieges, sondern dauernd auszu- rotten. Das Blatt betont, daß die deutsche Regierung bis­her keine solchen Schritte gegen englische Firmen unter­nommen Hobe, wie sie der englischen Regierung angeraten worden seien, obwohl sich bedeutende britische Han­delsinteressen in Deutschland bsfirtden, die deutschen Verzel- tungsmaßvegeln arisgefetzt wären. Der Artikel fährt fort: Die Vertreter der Konfrskationsidee beabsichtigen zweierlei: den Zustand der Feindschaft mit Deutschland zu einem dauernden zu machen und ihn nach Beendigung des Krieges als Handelsboykott fortzusetzen, sowie während des Krieges das Schutzzollsystem so fest zu begründen, daß es nach dem Kriege nicht aufgehoben werden könnte, aber das Koalitions­kabinett habe kein Recht, Schutzzollpolitik ins Arkge za fassen.

Oer Krieg im Grient.

Das amtliche deutsche Organ zum Sieg auf Gaklipoli.

Berlin, 21. Dez. (Drahtbericht. Zens. Bin.) Me „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Der glänzende Erfolg der türkischen Truppen an der Dardanellenstont wird -in ganz Deutsch- land steudig begrüßt. Der letzte Schlag gegen die Feinde auf Gallipoli ist ein wirklicher Abschluß der ruhmreichen Kämpfe um die Meerengen. Damit ist der gegnerische Plan endgültig gescheitert, bei den Dardanellen der Türkei den Todesstoß zu versetzen. Der Mißerfolg der englisch-französischen Flotten- angriffe schließt sich dem Zusammenbruch der Operationen zu Lande an. Aus den heldenmütigen Kämpfen um sein« Unabhängigkeit wird das türkische Volk ungeahnte Kraft ziehen. Das Unheil, das dem türkischen Volk von seinen Feinden zugedacht worden war, wird ihm zum Segen. Mit fteudigem Stolz sehen wir, daß unsere Bundesgenossen von Erfolg zu Erfolg schreiten. Wir beglückwünschen :hn von Herzen zu dem in diesen Tagen abermals bewiesenen Heldenmut seiner tapferen Krieger.

von Len östlichen Kriegsschauplätzen.

Mißwirtschaft im allrussischen Semstwoverband?

Br. Stockholm, 21. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Der russische Ministerrat hat neuerdings dem allrussischen Semstwoverband aufgetragen, bis zum 1. Januar russischen Stils eine vollständige Abrechnung vorzulegen über sämtliche Summen, die von der Regierung seit KrieySbeginn dem Verband für Verwundeten- und Flüchtlingsfürsorge eingc- händigt Worden sind. Wie schon gemeldet, hat die Regierung bis zur Vorlage der Abrechnung die Verabfolgung weiterer Geldmittel sowohl au den Semstwoverband wie an den Städtobund äbgelehnt.

Der Eindruck von Tiszas Red«„

W.T.-B. Budapest, 21. Dez. (Nichtamüich. DraG» bericht. Ungarisches Korresponäenz-Buc««.) SM