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Verlag Lauggaffe 21

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Samstag. 18. Dezember ISIS. Nr. 5W. . 63» Jahrgang.

Der Krieg.

Zeinvkicher Fliegerangriff auf Metz.

13 300 Gefangrns von den Gesterreichern bei Mojkovac gemacht.

Oer Tagesbericht vom 18. Dezember.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 18. Dez. (Amtlich.)

westlicher Rrt<rgs,chauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Aus M e tz wurde einseindlicherFliegerangriff ausgeführt, bei dem das städtische Museum schwer be­schädigt, sonst aber kein Schaden angerichtet wurde.

Gestlicher ririegssebauplay.

Die Zahl der zwischen N a r o s z - und M i a d z i o l - See eingebrachten Gefangenen hat sich auf 2 Offiziere und 235 Mann erhöht.

Die Lage ist an der ganzen Front unverändert. Es fanden nur kleine Patrouillengefechte statt.

Valkarffnüegsschaupiatz.

Bei dem Kampf um Bijelopolje wurden im ganzen 1950 Mann, darunter eine geringe Zahl Montenegriner, gefangen genommen.

Das Gebiet nordöstlich der Tara, abwärts von Mojko- vac ist vom Feind gesäubert. Den österreichisch-ungari­schen Truppen sind bei den erfolgreichen Kämpfen der letzten Tage in dieser Gegend 13500 Gefangene in die Hände gefallen. Oberste Heeresleitung-

Die Greignisie auf dem Salkan.

Die Serben auf albanisetzem Boden.

W T -B. Rom, 18. Dez. (Nichtamtlich.) Am 10. Dez. betrug'der Rest des serbischen Heeres in Albamen und :n Montenegro 60000 Mann. Meldungen aus Durazzo be­zeichnen die Lage der serbischen Flüchtlinge als entzetzlich. Hunderttausend« entbehrten aller Nahrung. Dre „Trwuna betont, daß Albanien in ein großes Verproviantrerungs- und Reoraamsotionslager umgewandelt sei, wohin 150000 werben -reslüchtet sei«n. Die Albanesen verzweifelten nicht an einer besseren Zukunft ihres Landes. Die Aktion Italiens bweute den Anfimg des Kampfes auf dem albanischen Kriegsschau.

^ Die italienische Landung in Albanien.

w T -B Mailand, 18. Dez. (Nichtamtlich.) Der „Secolo" meldet'aus Rom. die glückliche Landung in Albanien werde allerseits mit wahrer Befriedigung ausgenommen, man dürfe aber ihre Bedeutung nicht übertreiben, um nicht unverhält­nismäßig große Hoffnungen zu erwecken. Bekanntlich habe die Landesnatur Albaniens keine größere Expedition erlaubt, wodurch man die Offensive ins Herz Mazedon-ens tragen könne; der sicherste Weg dazu bleibe Saloniki. Die Truppenlandung sei hauptsächlich eine Hypothek Jtal cns auf diejenigen Gebiete, die ihm besonders am Herzen lagen und ein Beweis für die Solidarität Italiens mit dem serbi­schen Heere. Hoffentlich würden Ausschiffungen m größerem Maße nicht nötig werden, da Italien nützlichere und wichtigere Aufgaben habe.

Italienische Sorgen wegen des Vorrückens unserer Verbündeten gegen dre albanische Büste.

Br. Wien, 18. Dez. (Eig. Drahtberrcht. Zens Bin.) Das „Neue Wiener Journal" lasst sich aus Lugano drahten: In Rom hat die Nachricht von dem scharen bulgarischen Vorgehen gegen Gl Bas an sehr fKtra- ruhiat, da man die Einnahme der alb«ntschen Küstenstädte durch die osterreichlsch-ungartschen und bulgarischen Truppen befürchtet. Man spricht von der Absicht Österreichs, g e m e r n s a m nnt der bulgarischen Armee S k u t a r i, D u ra z z o und S an G l o v a n n t bi Medua zu nehmen, um aus diese Werse der rtalrc- nisch-scrbischen Adriastellung für immer er» Ende

zu bereiten. ^ ._

Ptc zukünftige Verwendung der bulgarischen Armee.

Br. Wien, 18. Dez. (Eig. DraWericht. Jens. Bin.) Von politischer Seite wird dem Berichterstatter der „Tägl. Rundsch" erklärt: Wenn dre Verbündeten trotz ihrer Niederlagen auf dem Balkan sich noch vrcht ent­schließen können, das aussichtslose Salonrkr-Abenteuer a ufz uneben, so scheint dabei die Rechnung eine große Rolle zu spielen, daß, falls dre bulgarrschen Truppen aus S ch o n u n g der grrechucherr Empfrnd- lichkeit Griechenlands Boden nicht betreten wurden, dre Mittelmächte allein den Angriff auf Salonrkr fortsetzen müßten. Aber ganz abgesehen davon daß den Mittelmäclften die hierfür erforderlichen militärischen Kräfte zweifellos zur Verfügung stehen wurden, fft auch die Tatsache nicht zu unterschätzen, daß -damit die bulgarische Armee für a n d e re U n t e r n ehm u n- gen frei würde. Ob man insbesondere m Ruß­land diese Tatsache mit besonderer Genugtuung be- grüßen würde, muß man um so mehr bezweifeln, als sich die bulgarische Armee dank chres beispiellosen Siegeslaufes in sehr gehobener und zu­versichtlicher Sti-m/--"-""

Die Rückkehr der Belgrader Flüchtlinge.

Sr. Wien, 18. Dez. (Eig. Dvahwericht. Zeus- Bin.) Die „Grazer Tagespost" meldet aus Semlin: Während der Belagerung Belgrads war ein großer Teil der Einwohner entflöhen. Kaum 18 000 Menschen waren in der Stadt zu­rückgeblieben. Efft vor einigen Tagen kehrten die Flücht­linge aus dem Innern des Landes wieder zurück und die Stadt beginnt, ihr altes Aussehen wieder anzurvehmen. Bis­her sind 36 000 Flüchtlinge, meist Frauen «und ältere Männer, nach Belgrad zurückgekehrt.

Griechenlands Entscheidung endgültig getroffen?

Keine abwartcndc Haltung mehr?

Br. Athen, 18. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) In den letzten Ministerberatungen, z» denen auch hohe Militärs hiuzugczogen waren, hat Griechenland seine Entscheidung endgültig getrof­fen. Es heißt, daß diese Entscheidung ans Grund an­derer Voraussetzungen erfolgte, als dies bisher ge­meldet wurde. Bei den künftigen Ereignisien wird Griechenland durchaus keine abwartendc Hal­tung mehr einnehmen, sondern sich vielmehr sehr tätig erweisen.

Der deutsche Gesandte bei Skuludis.

Die Venizelisten fordern zur Stimmenthaltung auf.

W.T.-B. Mailand, 18. Dez. (Nichtamtlich.) Der Sonderberichterstatter des „Corriere della Sera" brach­tet aus Achen: Miniisterprälsident Skuludis sei von dem

senbst worben feien, -um gegen Bratianu, Coftinscu-, Filipescu und Take J-onescu ein Dh n ami t atte n tat zu verüben. Es wurde taffächlich Ekrasit bei ihnen gefunden. Der Fall erregt großes Aufsehen. — Die „Wiener Allg. Ztg." bemerkt hierzu: Es fft klar, daß es sich hier um nichts anderes »ls um eine Machenschaft der Feinde der Monarchie handeln kann, die.bestimmt ist, die öffentliche Meinung in Rumänien gegen Osteirreich-Ungarn zu erregen-. Die Sache ist um so unsinniger, als es nicht nur ganz ausgeschlossen ist, daß die ungarische Behörde sich der Anstiftung zu einem Ver­brechen schuldig macht, sondern auch nicht einzusehen ist, welchen Nutzen zumal bei den gegenwärtigen politischen und militärischen Situationen ein derartiger Anschlag der Monarchie bringen soll. Es zeugt nur für die verzweifelte Situation, in der unsere Feinde sich befinden, daß sie sich keinen anderen Rat wissen, als zu solchen Mitteln zu greifen, um Rumänien gegen die Zentralmächte au-fzuhetzen. Es zeugt über auch für die Verworfenheit, daß sie vor nichts zu- rückschrecken, um ihre Ziele zu erreichen. In Österreich-Ungarn kann diese neueste Verleumdung nur höchste Entrüstung Ijer? vorrufen.

Aus dem rumänischen Senat.

Beratung der Antwort auf die Thronrede. — Anklagen und Verteidigungen der Regierungspolitik.

W.T.-B. Bukarest, 18. Dez. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Der Senat begann bie Beratung ber Abresse in Beantwortung der Thronrede. Argetoianu bedauerte, daß die Opposition der Regierung nicht das Vertrauen aussprechen könne. Die Regierung hübe

Die Lage bei Saloniki.

deutschen Gesandten besucht worben, und habe darauf einen Ministerrat einberufen. Die Wahlen würden in vollkommener Ruhe erwartet. Die V e n i- z e I i st e n -beschränken sich darauf, die Wähler zur Stimmenthaltung aufzufordern.

Verarungen der griechischen Minister über das bulgarische Anerbieten.

Vorläufig kein Einmarsch der Deutschen?

W.T.-B. Athen, 18. Dez. (Nichtamtlich. Reuter.) Der Ministerpräsident hatte gestern eine lange Konferenz mit dem Kriegsminister und dem Chef des Generalstabes über den Zustand in Mazedonien. Wie verlautet, bildeten den Gegenstand der Beratung die bulgarischen Voffchläge, eine neutrale Zone von Monastir bis Gewgeli fostzusetzen und die Räumung von K o n a l i durch die Bulgaren. In amt­lichen Kreisen glaubt man, daß vorläufig keine deutsche Invasion in griechisches Gebiet zu erwarten sei und es jedenfalls nur dann dazu- kommen werde, wenn sie nicht mehr zu vermelden sei.

verworfene Machenschaften des Vierverbandes.

Die angeblichen Dynamitanfchlägc auf rumänische Politiker.

W. T.-B. Wien, 18. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Wiener Allg. Zig." veröffentlicht folgendes Telegramm aus Bukarest: Oppositionelle Blätter melden, es seien bei F i l i p e s c u mehrere Individuen erschienen und hätten ihm gestanden, daß sie von der Budapester Polizei wach Bukarest enl-

ei Beginn bes Krieges mit der, einen oder anderen ktrtei gehen können. Sie habe keines von beiden etan und eine zu abwartende Haltung angenommen. Zünftige Augenblicke für Rumänien, zum Eingreifen mren: Die Anwesenheit der Russen rn den Karpathen, ie Zeit nach der Einnahme von Lemberg durch die Bussen, der Eintritt Italiens in den Krieg, ferner ser s Runränien nicht erlaubt gewesen, die Zertruiwne- ung Serbiens zuzulassen. Heute sei die Rolle Ruma- iens auf dem Balkan ausgespielt. Argetomnu erklärte, aß, wenn Bratianu eine für das Land günstige Politik machen wolle, die konservativen Parteien chm alle lnderstützung leihen werden. Abg. Fernyck v-erlangi -lehr guten Willen der Regierung „ tim allge- reinen bei der Behandlung von Handel und ^ndustrre. im besonderen bedauerte er, daß ein Teil, der Oppofr- ion nichts tue, als die Regierung anzugreffen, und sie erhindere, für das Wohl des Landes zu arbeiten, owie ungerechtfertigterweise die Armee anzugrelfeu. der Redner betonte, daß Rumänien Forderungen :ach Ost und West habe, deren Derwrnklichung <cker ur nach reifer Überlegung und unter bestimmten Be­ingungen erfolgen könne. Er sprach die, Überzeugung us, daß Runränien als Sitz, der Zrvrlrsatwn mit fahr- en Männern und einer tapferen Armee zu gegebener Stunde seine Pflicht tun werde. Bratianu werde ls erster das Beispiel geben. (Beifall.) Dre Sitzung cmrde unterbrochen.