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arbe i te n gegenwärtig 16 786 Ätiefl*fl«f a nfl*™* ® ie Gesamtzahl der in den füdrusftschen Bergwerken veschasi gien Kriegsgefangenen beträgt 86 088 . Daneben stnd.
Anbeiterd-völkrnng 18 008 Kinder rmd Kranen beschäftig. Die BergwerkSbefitzer fordern, die Frawenarbett mich m den metallirrgifchen Betrieben zn gestatten.
Dir Enteignung deutschen Grundbefihes.
Br. Sttckholm, 17. D^. (Eig. Drcchtbericht. Zerff. An.) Die Demftrov-Versammlung von Nowgorod verlangt, daß das Gnteignungsgesetz auch auf die deutschen Bauerngüter nn Kreise Nowgorod ausgedehnt und der Bcden der Bauernbanl übergeben werde.
Oie „Kncona-Nrifir".
Der „korrekte" Stanb»nnkt der amerikanischen Regierungs- presse.
H.-L. New York, 17. Dez. (Nichtamtlich. Durch Fttnkspvuch von dem Vertreter des W. T.-B.j Die Krise wegen der .Ancona' ist m,dauernd der Gegenstand eingchen. der' Besprechungen. In der Presse, di« den Sdan^mnki d« amerikanischen Regievung vertritt, wird vielfach di« Ansicht gesichert, die Ablehnung der amerikontschen Forderungen würde den A b b r u ch der Beziehungen nicht nur zu Österreich-Ungarn, sondern auch zu Deutschland zur Folge haben. Di« der Regierung nahestehende „Evemng Post meldet aus Washington: Amerika bewachtet im der Untersee. bootsfrage Österreich-Ungarn und Deutschland nicht als getrennte Parteien; es werde daher die Entschließung Österreich-UngcrrnS als eine Entschließung beider anfeken, zumal Österreich-Ungarn Amerikas Standpunkt zum Unter, seebootskrieg genau kannte und wußte, welche Folgen ein Angriff auf Passagierdampfer haben müsse.
Reuter über die Ruknahme
der österreichisch-ungarischen klntwort.
Br. Amsterdam, 17. Dez. (Eia. Drahtibericht.^ Zens. Bin.) Aus Washington meldet .Lieuter : cingöwcihten Kreisen wird erklärt: Wenn der Tert der östereichisch->ungQrischen Antwort auf die amertkantsche „Ancono"-Note laute, wie er telegraphiert worden ser, würden die Vereinigten Staaten die Antwort als u n- genügend bezeichnen. Deutlich sei zu erkennen ge- geben daß die Vereinigten Staaten die Vorschläge über den Fall, in einen diplomatischen Noten- Wechsel zu treten, was die Sache nur verzögern würde, nicht annehmen werde.
Oie Lage im Westen.
Frankreichs Finanzoperationen.
Stürmische Auseinandersetzungen.
D.-D. Paris, 17. Dez. (Nichtamtlich. Drahtvericht.) Die Kammer setzte gestern die Beratung über die vorläufigen Kredite für das erste Vierteljahr 1016 und die Ermächtigung zur Regelung der Steuer im gleichen Zeitabschnitt fort. Zum Schluß der Erörterungen sprach Finanzminisier Ribot über die Gründe zu der unerhörten Vermehrung der Kriegsausgaben, die von 1600 Millionen monatlich zu Anfang des Kriege« jetzt auf 2888 Millionen monai- lich angewachsen sind. Alle Völker planten zurzeit eine Be- stsuerung der Gewinne der Kriegsindustrie. Auch die französische Regierung werde im Januar einen Gesetzentwurf dieser Art vorlegen. Die Einkommensteuer könne nicht in der von dem Haushaltsausschuß vorgeschlagenen Weise aufgestellt werden. Man lnüsse auf eine Anleihe zurückgreifen.
Die Diskussion in der Kamnrersitzumg am Mittwoch über da« provisorische Budgetzwölftel war stürmisch. Es kam zu heftigen Zwischenfällen zwischen Broufle und Blanc, der ersierem vorwvrf. sein Wahlbezirk zähle die meisten Deserteure. — Der Deputierte Accambray erklärte, er verweigere die Annahme der geforderten Kredite, da er die Tätigkeit der Regierung nicht gutheißen könne. Der Redner erinnert, daß er an den Ministerpräsidenten eine Anfrage über die Ausdehnung der Machtbefugnisse des Oberkomman- dos gestellt habe, worauf er nur eine ausweichende Antwort erhalten habe. Aufklärung über gewisse wichtige Fragen sei nunmehr erforderlich. Da dies in der öffentlichen Sitzung mchl geschehen könne, verlange er den Zusammentritt der Kammer in einer Geheimsitzung. — Ribot, der in Abwesenheit Briands antworten will, kann nicht zum Worte gelangen. Inmitten sich steigernden Lärm» erklärte Des- chanel. datz auf Verlangen von 20 Mitgliedern des Paria
ments der Zufanrmentritt einer Geheinrsitzrrng beantragt werden kann. Die erste Abstimmung bleibt ergebnislos. Die Sitzung wird um 5 Uhr 5 Minuten unterbrochen und um 6 Uhr wieder aufgenommen. Der Antrag auf Bildung erneS Geheimkomstees wird sodann mit 327 gegen 164 Stimmen zurück ge wiesen.
Scharfe ttritik an demifranzösischen Flugwesen.
Br. Zürich, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Sin.) Im .Journal" unterzieht George Pr ade das französische Flugwesen einer äußerst scharfen Krittk. Er ,chreibk unter dam Titel .Anarchie — Chaos — ein Chef ,st nötig! : Un,er Flugwesen liegt infolge der widersprechenden Anschauungen schwer darnieder. Was tut denn unser Unterstaatssekretar des Ntrgwesens? Er will nicht streng sein, denn er kann eS nicht sein, denn man kann nicht fein, was man nicht ist. Man würde zur Stunde einen Mann brauchen, der mit der Materie vollständig bewandert ist, der alle Einzelheiten kennt, der ein Leiter ist mit einem Willen von Ehen, ein Menschenbändiger. Die Anarchie ist ein Übel; das einzige Mittel da- gegen ist ein Führer.
Die letzte englische Verlustliste.
W.T.-B. London, 17. Dez. (Nichtamtlich.) Die letzte Verlustliste nennt 31 Offiziere und 364 Mann.
Der Krieg gegen Italien.
Eine bewegte Sitzung ves italienischen Senats.
Heftige Beschwerden über die Beiseiteschiebung der parlamentarischen Berantwortlichkeit.
W. T.-B. Bern, 17. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Aus Berichten von Zeitungen geht hervor, daß die gesttige Senaissltzung in Rom sehr stark besucht und ungewöhnlich bewegt war. Zwei Reden wurden besonders beachtet, nämlich die von Guglielmo Marco ni und Berze- loiti, dessen Kritik an der R e g i e r u n g s i ä t, g k e, t angekündigi und erwartet wurde. Berzelotti erklärte, er verurteile nicht die nationalen Ziele, die die Regierung sich ge- steckt habe, wohl aber den Gebrauch, den die Regierung zu deren Erreichung von ihren Machtvollkommenheiten gemacht habe. Der Redner forderte für das Parlament das Recht auf die Prüfung der ausführenden Gewalt und fügte hinzu, daß in einem Lande, das, wie Italien, konstitutionell regiert werde, es nötig sei, daß die großen politischen Akte, wie die Abschließung und Kündigung von Bünd- nissen nicht einer vorausgehenden Prüfung seitens der Nattonalverlretung entzogen werden. Tatsächlich sei eine Verbindung zu den ausführenden Gewalten und den Landes- Vertretungen nie so selten, kurz und flüchtig gewesen wie seit Ausbruch des Kriegs bis heute. Die beiden wichtig, sten Dokumente der auswärtigen Politik, das Grünbuck und die letzte Rede Sonninos, hätten bewiesen, daß, ausgenommen von der Kriegserklärung, die als bereits be- schlossen und unvermeidlich vorgelegi wovden ist, kein einziger entscheidender grundlegender Akt, durch den das Schicksal des Landes festgelegi wurde, v o r h e r dem Be- schluß des Parlaments unterbreitet worden wäre. Der Redner erklärte ferner, der von der Regierung angenommene Vorschlag Molinas. die Kammer bis zum 1. März zu ver- tagen, bedeute gegenüber der großen Verantwortlichkeit, dre auf der Regierung laste, einen allzu großen Zeitraum. Berzelotti beschuldigte die Regierung, die Verantwortlichkeit, die dem Parlament zusiebe, auf sich genommen zu haben, um sie später auf das Parlament abzuwälzen. Der Redner fuhr fort: Von dem Krieg, den der König als einen nationalen Erlösungskrieg bezeichnet hat. gingen wir zu weiteren Kriegserklärungen über, durch welche unsere Lage aus Grund der Abmachungen mit den Alliierten immer mehr mit derjenigen der kriegführenden Mächte verflochten wurde. Die letzte und wichtigste dieser Abmachungen, näm- lich die Beteiligung am Londoner Vertrag, ist am Vorabend der Kamwererösfnung unterzeichnet und von dem Minister des Äußern gleichzeitig mit emem anderen wichtigen Beschluß, nämlich der italienrs che n Expedition nach Albanien zur Unterstützung Ser- biens, verkündet worden. Die Regierung ging also vor, rief der Redner aus, indem sie eine ungeheure Vera nt- w o r t l i ch k e i t auf sich nahm und das Schicksal und die Zu- kunfi des Lande» aufs Spiel setzte. Sie hielt die ver- antwortlichen Fragen von dem Parlament fern, das
sie nur dann zu hören bekam, als sie bereit» nicht meh diskutierbar waren, da sie schon zur Taisack^geworden waren. Nach mehreren anderen Rednern sprach M a r c o n i unter großer Aufmerksamkeit des Hauses. Marron» sprach seine Freude darüber aus, daß Italien dem Lmrdoner Vertrag beigetreten sei und wünschte, daß dieser Akt al» sichere Folge die vollständigere Zusammenarbeit mu den Alliierten und ein reelleres gegenseitigeres ^erträum unter ihnen mit sich bringen werde. Marconi vertraut, datz die Regierung Großbritanniens die ©efinmniflta Italiens genau erfaßt habe, und daß sie ihre Mitarbeit
bei der ö k o n o m i s ch e n, i n d u st r i e l l e n und k o m m e r-
zi eilen Anstrengungen leihen werde, die Italien zurzett unternehme. Es sei notig, die schwerwiegende Frage rn Be- trocht zu ziehen, die eine aufmerksame Prüfung der Negierungen der Alliierten fordert. So glaubte Marconi z. B-, eS sei nicht ganz gerechtfertigt, daß die Valuta des italienischen Lire gegenüber den» Sterling beträchtlich gefallen >c». uuch die Frachtsätze der Handelsmarine, die auf London veruhien. seien aus eine Höhe gestiegen, die nicht gerechtrerttgt erscheine und in Italien die Preise der für das Volk unent- behrlichen Rohstoffe auf eine u n er sch w r n g l, ch t Hoy« getrieben habe.
Enttäuschung in Italien über den Londoner vertrag.
Wie», 17. Dez. (Zens. Bin.) Nach der Politischen Korr»> fpondenz hat in italienischen poetischen Kreisen Italiens Beitritt zum Londoner A b k o m m e n deshalb starke Ent. Täuschung hevvcsogerufen, weil Sonninos Mitteilar^ ubaL gewisie als Gegenleistung gewährte Zusicherungendahin ver- tanben wurde, daß die Verbündeten Italiens Ansprüche auf österreichisches Gebiet auch bei ungenügenden Waffenerfolgen desselben anerkennen wurden, das Loridoner Abkommen aber kein in solchem Sinne deutbares Wort Mt, hält Das Übereinkommen scheine somit weniger dem «ott- ^ritätsgefühl als gegenseitigem Mißtrauen der beteiligten Mächte entsprungen zu sein. -»
Die neutralen.
Das deutsche Hospital in Valparaiso. -*
ad New York, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) In V a l p a r a i s o ist ein deuffches Kulturwerk ersten Ranges Ständen: der nach allen Erfahrungen deutscher Wissenschaft anaeleate und eingerichtete Neubau des deutschem £ o I P l- talS. Im letzten Berichtsjahre wuvden 6S6 Personen verpflegt. von denen 317 Deutsche waren, während die übrigen sich auf 23 Nationen verteilen. Die 20 ringe lieferten Der- wundsten des in chilenischem Gewässer von den Engländern zerstörten Kreuzers ..Dresden" wurden sämtlich geheilt, und zwar trotz der schwersten Verwundungen ohne eme ernzrg- Amputation. Bei der ersten Behandlung der Verwundete» haben übrigens auch zwei hervorragende chilenrsche Ärzte mtt» gewirkt. -j'
„Die (Erneute in Berlin."
Die maßlose Verlogenheii der feindlichen Presse.
B-. Berlin, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zerrs. Mm) Unter dem Titel „Die Emeute in Berlin schreibt das „B. T.": Englische Berichterstatter, die in Kopenhagen und in Arnsterdam sitzen, erzählen dem Publikum ihrer Bla ter «jetzt täglich, datz bei uns so halb und halb dt- Revolution aus- gebrochen sei. Sie schildern, wie Strome von Blut durch die Berliner Friedrichstraße stießen und berichttnuver Straßenschlachten mtt vielen hundert Toten urw unzähligen Verwundeten. Der „Figaro" legt diesen Nachrichten einen solck«n Wert bei - oder er tut wch so daher si« zu einem Arttkel verarbeitet, der die flammende Überschrift ttägt „Die Ermeute in Berlin". Der Artikel beginnt mit den ttagischen Worten: „In Berlin ist Mut geflossen', und er sagt dann weiter: „80 080 zur Verzweiflung ge- brachte Männer und Frauen, faßen 6* m»S Holland und Dänemark uns zugehenden Depeschen, haben das Reichstagspalais zu stürmen versucht, um d«e dort Beratenden, die den Lügen des Reichskanzlers Beifall ge- spendet hatten, zu zwingen, sie anzuhören. Als diese wütende Memre sich weigerte, ben Aufforderungen ber Polizisten KU folgen, hat die Polizei geschossen. Es hat Tote und Ver- wundste gegeben. Dann ist die Menge zum Schloß Gezogen." . . . Was dort vor dem Schloß alles geschehen ist, kann man gar nicht nacherzählen. Aber der geschichtlich ge.
wiederum dem Balkan zugute. In Gemeinschaft mrt ihren bulgarischen Kollegen führen unsere Stabsärzte Operationen aus, in denen die Art der Verletzung noch vor wenigen Jahren als unheilbar betrachtet worden wäre. Mit der hochentwickel, ten Technik der modernen Chirurgie werden z. B. an schwer- verwundeten Schädeln mehr als handtellergroße Teile bloß- aelegi, Splitter von Knochen und tief eingedrungenen Geschoß, teilen oder im Gehirn sitzende Kugeln enfferni: Nervendruck, Lähmungen. Sprachlosigkeit werden mit einem Schlag be- seitigt, und dies alles unter sog. Lokal-Anäsihesie, d. h. ohne daß Chloroform oder Äter zur allgemeinen Bedeutung ge- braucht werden. Früher galt das Schicksal der von Kopf- schüsien Betroffenen als besiegelt. Noch Ernst v. Bergmann verorünete bei Kopfschüffen: „Eisblase und ein wenig Hoffnung". Jetzt holt der Finger de« Arztes tief aus leb-uSwich. tigen Hirnteilen die Kugel, deren Sitz vorher durch Röntgen- aufnahme genau erkundet rjt. Die bei solchen Operationen geleistete Präzisionsarbeit kann nur durch Kaltblütigkeit, ver- eint mit umfasiender Erfahrung zustande gebracht werden. Das gleiche gilt in zum Teil noch vermehrtem Maße vom Heilverfahren an Rückenmark und Nerven und ganz beion- ders von den ärztlichen Eingriffen an den Blutgefäßen, zumal den Schlagadern. Auf diesen Gebieten sind gerade wahrend des großen Kriege» Fortschritte gemacht worden, d,e man sich früher nicht hat träumen lasten. Die Naht von Murgefatzen rettet beute Gliedmatzen, die früher unrettbar dem Brand oder dem Absterben verfallen wären. Auch die Hilfe der Augen- Ehirurgie Hai manchen Verwundeten vor dem schrecklichsten Kriegsschicksal, dem Blindwerden, bewahrt. Der „C. 1" besitzt in seinem leitenden Arzt Dr. Hans Roesen (Hamburg), aus der Pagensteckerschen Schule, einen erfahrenen Okulisten. Neben der rein operativen Tätigkeit ist auch die moderne Ver- bandstechnik in einer Weise entwickelt, die wesentliche Mn. schränkunyen der unheilvollen Geschoßwirkung und der Fol. gen anderer Kriegsverletzungen gestattet, so bei Knochen- brüchen un* Gelenkverletzungen. Heut, ist es dank dieses Hochstmrdes der BerbarrdStcchnik möglich, gebrochene oder zer-
schosiene Gliedmaßen und Gelenke ohne Verkürzung und unter Herstellung der normalen Funktionen zu heilen, so daß die Zahl der Kriegskrüppel wesentlich verringert werden kann. Wie die deutschen Spezialisten der Kriegschirurgie und ihre bulgarischen Kollegen in den Hospitälern in trefflicqster Weise Hand in Hand arbeiten, so erfüllen auch die deuMen Schwestern und die bulgarischen Pflegerinnen »n edlem Wett- bewerb ihre Pflicht im aufopfernden Dienst der Verwundeten- pflege.
Aber auch unser in Hunderten von Kisten mitgebrachieS Sanitäikmaierial muß hier erwähnt werden; denn ohne diese Hilfsmittel, die dank der freien Donau immer wieder von der Berliner Medizinalabteilung des Kriegsministerium freigiebig ergänzt werden, wären ärztliche und organisaiorische Leistunaen unmöglich. Da fehlen weder die feinsten ärztlichen Instrumente, uock) die erlesensten chemischen tzerlmrt^l. Das medizinische Arsenal birgt vollständige Operationstische. Aber auch nicht rein medizinische Mittel der Gesundheitspflege sind reichlich vorhanden, so umfaßt daS^Tepot z. B. ein ganzes Lager von Wolldecken und wollenen Strümpfen. Für medizinische Fachleute ist es eine Freude, dieses wohlassor- iierte Lager in der Graniioidfabrik des Herrn Naudaicher zu besichtigen. „ .
ES sei ferner noch zweier Verwendungsmöglichkeiten des „C. 1" gedacht, die dartun. welche an sich auch wichtige ^eben- leistungen dem „C. 1" hier in Europa S. O. obliegen. Mit bilden eine Art von Rasthaus, ein „Lütt-tzusung für hier avkomwende Mitkämpfer männlichen und weibliche,, Ge. schlechts. So beherbergen wir zurzeit 52 Schwestern und 32 Pfleger, welche der zum Ersatz für Oberstabsarzt Henning» heranqerufene Kollege Delbanco innerhalb 4 Tagen, und zwar musterhaft von Hamburg hierher geleitet; sie sind inzwischen in ÜSküb im Frontdienst tätig geworden. Vor 3 Wochen war Profesior Hergesell, der Mitarbeiter Graf Zeppelins, unser Frühstücksgaft; unser Gesandter und unser Konsul, der Mili- tär- und Marinedevollmächtigte, bulgarische Würdenträger und prächttge Fliegerofftziere erschienen in der Messe rlS ltebe
Gäste. Ebenso hatten wir die angenehme Pflicht, täglich eine Kompagnie unserer Eisenbahn-Regimenter so lange zu verpflegen, bis eine feldgraue Kantine, unter Leitung von Herrn und' Frau Naudasck>er aus Sofia, im Hauptbahnhof fertig- gestellt wurde. Die von den Eisenbahn-Regimentern im Osten „eingearbeiteten' und mitgesührten russischen Gefangenen erhielten aus demselben Kessel wie ihre Befreier ihre Portion, und kamen auch auf die photographische Platte.
Auch unseren BundeSgenosien, deren Lazarettzug Rumänien nicht mehr durchgelasien, komvii der ,C. 1 zugute. 60 Schwerverwundste und Typhus-RekontxAenAzenten fftngerr im „C. 1" zur Donau heimwärts. Eine andere, nicht minder wichtige Aufgabe führte die Herren Profesior MühlenS mäd den Kaiierl. Delegierten F. F. Eiffe Mitte November unt dem „C- 1" nach Küstendil; dort standen Autos zur P-rfugung zur Fahrt an die mazedonische Front. Die beiden Her«« untersuchten die Bedürfnis- und Ortsftage für Aufstellung neuer ärztlicher Lazarette. Professor MühlenS, Abteilungsleiter am tropenhygienischen Institut in Hamburg, hcckper- dient um die sanitären Einrichtungen der anatolischen and der Sinai-Etappen, und dafür mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasie geschmückt, widmete sich der Vorbeugung von Seuchen, der Untersuchung des Trinkwasiers, der Abwäffer und dergleichen. Bewundernswert war die in langjähriger Übung erprobte Emrichtung der LaboratoriumSkasten und ine überlegene Ruhe, mit welcher ein deutscher Bakteriologe für das schnee- und eisstarrende Gebirgsland Maßnahmen traf, um dem Elend der Kriegsseuclien vorzubeugen.
Aus diesen schlichten Schilderungen soll rrur hervorgehen, daß die deuisch-bulgarische Saniiätsmission wohl berechtigt ist, das Fichtc-Wort:' „Deutsch sein, heißt um der Sache willen etwas tun", für sich in Anspruch zu nehmen. Wir statte» mit unseren Leistungen auch den Dan! für das lebhafte In- teresie. welches überall der deutsch-bulgarischen Sache entgegengebracht wird, ab und fördern das gegenseitige »er* fteten der aufeinander angewiesenen BundeSgenotzett. Wrp grüße» dir walkenferne Heimat! ^
