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Nr. 586. * 63. Jahrgang.

klbend-Kusgabe.

vijtlcpoljt im Sturm genommen.

verhinderte englische Vorstotzversuche bei klrmentieres. Russische Angriffe in Nurland zusammengebrochen.

Der Tagesbericht vom 17. Dezember.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 17. Dez. (Amtlich.)

westlicher Nriegsschauplatz.

Südöstlich von Armentieres stieß gestern vor Helle­werden eine kleine e n g l i? ch e Abteilung überraschend bis in eine» unserer Gräben vor und zog sich in unserem Feuer wieder zurück. Weiter südlich wurde ein gleicher Versuch durch unser Feuer verhindert.

Sonst blieb die Gefechtstütigkeit bei vielfach unsichtigem Wetter auf schwächere Artillerie-, Handgranaten, und Minenrämpfe an einzelnen Stellen beschränkt.

G-rstlrcher NriegLsckauplatz. He-rresgruppe des GeneralfrldmarscbaK» von HinSenburg.

Russische Angriffe zwischen Nar -> sz und M i a d z i 0 l > See brachen nachts und am srühen Morgen unter erheb­lichen Verlusten für den Feind vor unserer Stellung zusammen. 120 Mann bl,eben g r f a n g e n in unserer Hand.

Heeresgruppen des Gsneralfeldmar «Halls Prinz Leopold von Sayern und des Generals von Linsin. en.

Keine Ereignisse vsn Bedeutung.

ValkanstriegssÄrauplatz«

B i j c l 0 p 0 l j e ist im Sturm geuvmmeu. Über 700 Gefangene sind cingcbracht.

Oberste Heeresleitung.

Die Ereignisse auf dem Kallran.

Ver Rückzug der Alliierten beendet. Andauernde Räumung von Saloniki durch dir Griechen, Befestigung durch die Alliierten.

W. T.-B. Mailand, 17. Dez. (Nichtamtlich.) Magrini meldet aus Saloniki: Die Rückzngsbewegung der Alliierten scheint beendet. Tie Deutsche» und die Bulgaren haben die Grenze noch nicht überschritte». Die Ausschiffung englischer Truppen und Artillerie dauert fort. Die Alliierten bauen in der Umgebung von Saloniki Festungswerke. Ser bische Flüchtlinge und Stadtbewohner vcrlasien Saloniki. Alle Dampfer nach Bolo und dem Piräus seien dicht besetzt mit Reisenden, darunter zahlreichen Deutschen, Österreichern und Bulgaren. Die R ä u m » n g von Saloniki durch grie­chische Truppen werde fortgesetzt. Die 11. griechische Division, die allein zurückblieb, werde Saloniki sofort verlassen, wenn die Truppen der Mittelmächte die griechische Grenze überschreiten. Der Auszug der griechischen Truppen erfolgte unter dem Schweigen der neugierigen Zuschauer. Alle» Kriegsmaterial werde von den Griechen mitgenommen.

Die vulgare» 15 Meilen von Durazzo.

Rotterdam, 17. Dez. (Zens. Mn.) Wie der Moruing Post" aus Rom gemeldet wird, stehen bte Bulgaren 15 Meilen von D urazzo entfernt.

Valkanmüdlgkeit Frankreichs?

Sarrail und Joffre gegen die nutzlosen Blutsopfcr?

Br. Amsterdam, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln. Aus Paris erfährt der Berichterstatter derB. Z.": Trotz ihrer formellen Zustimmung ist die französische Regierung der Fortführung der Operationen auf dem Balkan noch s e h r abgeneigt. General Sarrail hat berichtet, es wäre fchade, wenn durch die ziellosen Versuche, die van S a l o n i k i aus unternommen werden, auch nur ein ein­ziger Mann geopfert würde. Man sagt in Paris, Joffre sei der gleichen Ansicht, und hält auch die neugeschlossene Einigkeit mit dem Bundesgenossen für ziemlich locker. Wenn das französische Kabinett den engli schen Wünschen weiter Folge leiste, würde S a r r a i l sich vom Balkan abberufen lassen.

ver Ropspreis!

2>tr französische Oberkommandierende setzt Preise auf ,eden

gefangenen oder getöteten Deutschen und Bulgaren.

IV T -B. Sofia. 17. Dez. (Nichtamtlich. Bulgarische Telearäphen-Ägentnr.) Bulgarische Blätter bringen eine Depesche des Reuter-Vertreters in Saloniki, worin berichtet wird, daß der Oberkommandicrenide der französischen Orient- tru'ppen an die Soldaten einen Preis von 5 Franken für jeden gefangenen Bulgaren, 3 Franken für jeden getüteten Bulgaren und 5 Franken für jeden getöteten Deutschen bezahlt. Diese Mitteilung, die eine ganz entschiedene Ver­dammung der von unseren Feinden gepflogenen Kriegs- sitten enthält, wurde von der englischen Presse unterdrückt, vermutlich, um die französische Kriegs moral nicht AoßKusteLen.

Gefangene in Knstendil.

Br. Sofia, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.)

In Küstendil wurden 230 gefangen« Franzosen und Eng­länder eingebracht. In Knstendil sind auch mehr al§^ oO ge­fangene serbische Offiziere, darunter Oberst Jankowiftch. Sre sind seelisch gebrochen. Einige unter ihnen, die aus ^.escovac und Pirot stammen, sprachen den Wunsch aus, in die b nt - garische Armee eingereiht zu werden. Sie ließen ihre Fvaukn und Kinder Nachkommen.

Der bulgarische Gencralisiimus über den Krieg und seine Fortsetzung.

W. T.-B. Sofia, 17. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Ter bulgarische GencralstabSchef Sch e stow erklärte einem Vertreter des .Äalkanska Tribuna" auf die Frage, ab der Krieg bald beendet sein werde: Der Feind ist hinausgejagt, das bedeutet nicht, daß der Krieg zu Ende ist. Wir dürfen nicht vergessen, daß wir nicht nur mit Serbien Krieg sichren, sondern auch mit der Entente. So lange es Engländer nur Franzosen in Griechenland gibt, dürfen wir nicht den­ken, daß der Krieg beendet ist. Vielleicht geht der Krieg in eine n e u e P h a s e über. Indem wir uns auf alle Möglich­keiten vorb ereilen, werdeii wir noch stärker, um ihnen zu be­gegnen. Jetzt warten wir darauf, daß uns die Diplomatie sagt, bis wohin und wie wir den Feind verfolgen sollen. Nach um serer Kenntnis sind die Engländer und Franzosen gänzlich desorganisiert und keines ernsten Widerstands fähig. Wahr­scheinlich werden sie sich bei 'Saloniki verschanzen, um dort den letzten Widerstand zu leisten.

Reine deutschen Truppen auf griechischem Soden.

L. Berlin, 17. Dez. (Eigene Meldung. Zens., Bin.) Nachrichten, die sämtlich über Mailand kamen, besagten, das b l, l g a r i s ch e Truppen die griechische Grenze überschritten hätten. Als dies durch drc bulgarlsch- griechische Verständigung über eine rnutralc Zone dementiert wurde, meldeten dann ,,«ecolo und Corrierc della Sera", deutsche Truppen, insbeson­dere deutsche Kavallerie, wären auf gnechischeni Boden angelanqt. Auch diese zweite Nachricht ist zum nnnde- sten verfrüht. Wir Hören, das? deutsche Truppen bis setzt nicht die Grenze Griechenlands überschritten haben. Es scheint so, als erwarte die Entente das Überschreiten dieser Grenze durch Truppen der Mittet- machte mit Ungeduld. Sic vermag sich offenbar nicht zu denken daß die freundschaftliche Haltung Tcutschlands und dsterrcick,-Ungarns so weit gehen kann, drc von England und Frankreich vergewaltigte Neutralität Griechenlands noch zu achten, und Zeit für die Ver­hütung von Zwischenfällen zu lassen. Wenn ober dre Vierverbändler recht schnelle Kämpfe auf griechischem Boden entstehen zu sehen wünschen, wobei die griechi­sche Regierung möglicherweise nicht zu verhindernden Zerstörungen nicht teilnahmlos zusehcn wird, so wird der Virrverband ncirc Enttäuschungen erleben.

Die Vksrverbandsmächre muffen sich auf Ueberraschungen gesaht machen.

W. T.-B. Sofia, 17. Dez. (Nichtamtlich. Draht bericht.) DasEcho de Bulgare" schreibt: Nach dem stchmcihlichen Scheitern der Balranunternehmung .wäre es für die Regierungen in Paris und London der einzige vernünftige Ausweg, die geschlagenen Truppen wieder einzuschiften. Der Umstand, daß der Viewer­band beschloß, Saloniki als Basis der künftigen Opera­tionen beizubchalten, kann eine gewaltige Überraschung für die Mächte werden, die den Terror als Mittel für Aktionen gegen kleine Staaten cingesührt haben.

Kus dem Rrisgsrat der verbündeten

Das Balkan- und Gallipoliabcnteuer gehen werter.

Br. Amsterdam, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) Aus London erfahrt der Berichterstatter derB. Z.": Die

Schlußberatung der Ententeminister in Paris hatte das Ergebnis, daß die Franzosen darin cinwilligtcn, die Opcrati-nSbasis Saloniki weiter zu stützen. Die Minister waren der Ansicht, daß weitere Schritte gegen die griechische Regierung unmöglich seien. Kitchener sagte, er sei immer der Ansicht gewesen, daß Griechenlands Widerstand nur durch Waffengewalt gebrochen werden könne. Tie Minister beschlosien, nachdem Joffre sich ihnen angrschloflcn hatte, durch Landung weiterer Truppen, die Frankreich aus Marokko und England von Gallipoli wegholt, die OperatienSbasis von Saloniki mit der Front gegen Bulgarien so zu stärken, daß die feindlichen Heere eine große Trnppenmacht dort dau­ernd unterhalten müsicn. Ebenso sollen die Operationen auf Gallipoli nicht eingestellt, sondern mit Hilfe der Flotte lebhafter fortgesetzt werden. Die italienische Regierung hat, wie in der Konferenz der Ententeminister fer­ner gesagt wurde, den Maßnahmen der Verbündeten zuge­stimmt und wird schnellstens größere Truppenkontingente nach Libyen und Ägypten senden. Dem in Italien ernge- tretenen Munittonsmangel wird durch Frankreich abgeholfen. Zum Schluß werde» Maßnahmen getroffen, wie man Ruß­land durch gemeinsame Hilfe wieder stark machen könne, da­mit es im Frühjahr in der Lage sei, eine starke Osfeusive auf der Ostfront auszunrhmen. - -

Br. Lugano, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. S3bi4 Gestern empfing Sonnino den englischen Gesandten >srr Rennel Rodd. Die Unterredung zimschen den beiden Diplo­maten, so sagt derSecolo". behandelte zweifellos die Bal- kansrage und die Verteidigungsmaßnahmen der Franzosen und Engländer in Saloniki. Dort seien bis jetzt 180 000 Mann gelandet.

Neue Schwierigkeiten in den Saloniki rer Verhandlungen.

W T -B Paris, 17. Dez. (NtchtmnMch.) Nach einer Meldung desTemps" haben sich bei der Anwendung der Maßnahmen zur Besetzung von Saloniki, über dre zwischen Griechenland und den SerbandSmachten eine Einigung erzielt worden ist, neuerdings einige Schwie­rigkeiten untergeordneter Art ergeben.

Neue Zugeständnisse des Vierverbandes an Griechenland.

Freilassung der festgehaltcnen griechischen Danrpfer.

Br. Lugano. 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Corriere della Sera" berichtet aus Athen: Am 14. d. M. be- suchte der italienische Gesandte Graf Bosdar, den Mmftter- präsidenten Skuludis umd teilte ihm m!it, daß dre bisher in Italien sestqehaltenen griechischen Dampfer av- sähren könnten. Das gleiche erklärte der engliffche und französische Msandte bezüglich der in den Häfen ihrer Lander sestgehaltenen Schisse. Der russische Gesandte Demitoff soll Griechenland ein neues Darlehen von 10 MilliEn äuge- boten haben. Demitoff soll für die Au-frecchechaltwig der griechischen Mobilmachung sein. Übrigens wird ieoe gm» chische Demobilisierungsabsicht öffentlich geleugn et. Skickwis empfing am IS. d. M. auch den österreichiich-ungarrschen Ge- scnidten.

Tin stillschweigender Waffenstillstand aus dem Balkan?

Br. Rotterdam, 17. Dez. (Eig. D-ahtbericht. Z^rs. Bln.) DieDaily Lchronicle" meldet aus Athen: Das Interesse deS Publikums ist außer den bevorstehenden Wählender Mög­lichkeit wichtiger Ereignisse an der Grenze zugewanot. Es ist wahrscheinlich, daß die Kriegführenden stillschweigend über einen Waffenstillstand übereinkamen, der wenigs.ttls b-S näcksten Sonntag dauern solle, i-m den Griechen Gelegen­heit zu geben, die Wahlpflicht zu erfüllen. ^

55 000 Mann Verluste des Expeditianshesres. Die Engländer natürlich durchweg in der zweiten Ver­teidigungslinie. ^ ,

Br. Lugano, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zeni. Mn) Di- Verlust- des Expeditionsheeres i«den, tme ctj3 Saloniki gemeldet wird, bis jetzt auf 30 000 Diann &e^ffeit 2>tc schwersten Verluste haben dre Franzofen. ^re Verlast- der Engländer sind niedriger. Die Ei^smrder hatten beim Mckzug wach der griechischen Grenze diirchweg dre zweite Vertei'digmigslinie inne.

Iusammenziehung starker griechischer Truppenmaffen.

Sofia, 17 Dez. (Zens. Bln.) Einer Meldung aus Saloniki zufolge hat die griechische Heeresleltung zu Manövcrzweckeu starke Truppenmassen rn Attrka zu­sammengezogen.

Feuersbrunst in einem bulgarischen Lazarett.

W T -B Sofia, 17. Dez. (Nichtamtlich.) Um Mitter­nacht brach insdlge von Kurzschluß in dem nahe von Sozia gelegenen Alexander-Krankenhaus eure Feuers- brunst aus, der ein Seitengebäude zum Opfer 7 m. Dank vor werltägigen Hilfeleistungen der Ärzte und des Sanitätsper- sonals gelang es, all« in dem Gebäude unteryebrachten^ Ver- mundeten, mehr als 300, rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Die Gefährdung der Schiffahrt im Mittel­meer durch deutsche und Ssterreichifche U-Voote.

Wahrheit und Dichtung.

Br. Berlin, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) DemL.-A." meldet ein Telegramm aus Rotlevdam:Daily Telegraph" bringt die Nachricht, das; auch die englischen Schifsahrtsgesellschaften, welche mit ihren Schiffen den Sues- kanal befahren, beschlossen haben, künftig die Kaproute zu wählen. DieDaily News" bestätigt dies wie folgt: Ob- gleich noch keine amtlichen Meldungen über Maßnahmen hin­sichtlich des SueZkanals vorliegen, haben jetzt auch verschiedene englische Schiffahrtsgesellschaften beschlossen, ihre Schisse nicht mehr durch den Sucskanal, sondern um das Kap der Guww Hoffnung fahren zu laßen. In derTimes" erklären dre Englischen Kohlenhändler, daß der Grund, den die Holland,, schen Schiffahrtsgesellschaften für ihre Entschließung angebm, ihre Schiffe künftig die Route um das Kap der Guten Hoft- nuna fabren zu lassen, nämlich Schwierigkeiten der K o y l e n- versorgung, nicht gut zu verstehen sei. Tie behauptet, daß inPortSaid und in den Stationen des Mittelineers, obgleich der Preis für Kohle hoch sei, genug Kohlen zu habe« seien. In Port Said wird der Preis für die Kohlen ,n den nächsten Monaten sich auf 87 bis 90 Schilling für ine To um­stellen gegen 25 ober 28 Schilling vor dem Krieg. Aber jetzt, da so viele Schifte, die sonst den Sueskanal befahren, van der englischen Regicrurig requiriert worden sind, und da^dre , deutschen Schifte stilliegcn, seien die Kohlenreperven ich«