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Dienstag, 14. Dezember 1915

Kbend-klusgabe.

Der Seittö bei plevlje abermals zum Rückzug gezwungen.

weitere 2500 Gefangene-

Der Tagesbericht vom 14. Dezember.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 14. DeZ. (Amtlich.) . „. , .

Gestlicher und westlicher Kriegsschauplatz.

. Keine wesentlichen Ereignisse.

Valbanbriegsschauplatz.

Südwestlich und südlich von Plevlje haben die österreichisch-ungarischen Truppen den Feind erneut zum Weichen gebracht. Dort und rn den s- montenegrinischen Bergen wurden etwa 2v00 Gefangene cingebracht. Oberste Heeresleitung.

Der amtliche bulgarische Bericht.

Die Verfolgung der französisch-englischen

Truppen auf Sewegli und Doiran.

yy x-B Sofia, 14. Dez. (Nichtamtlich.) Bulgarischer Heeresbericht vom 11. Dez.: Wir fetzten heute die L e r - f o l g u n g der englisch-französischen Trupven aus beiden Usern des Wardar in der Richtung aus G e w g e I» und Doiran fort. Diejenigen Teile unserer Streitkräste, welche auf dem rechten Wardaruser vorrücken, «rissen die Fran­zos c n aus der ganzen Front an und nahmen deren Stellun­gen bei den Dörfern Miletkowo und Smokaw.tza bei der Höhe 720, südwestlich K-wanetz, im Sturm. Dre 122. französische Division, die aus den Regimentern 45, 34, 148 und 284 zusammengesetzt ist und an diesem Abschnitt operierte, erlitt große Berluste an Verwundeten, Tote» und Ge­fangenen. In einem einzigen Schützengraben bei Miletkowo wurden 180 Leichen gesunden. Die Kavallerie die dre F.ante unserer Armee deckt, griff bei dem Dorfe N e g o r tz k t et» französisches Bataillon an, das zersprengt wurde, wobei dessen Kommandant gefangen genommen wurde. Unsere ans dem linken Ufer des Wardar operierenden Abteilungen warfen mittels eines kräftigen Angriffes die englisch ° ^""äf­fischen Truppen auf der von ihnen auf der Lime Baba- Berg, Cotc 51, Torf Dadcli, Cote 678 und Cote 618 ausge- bauten Stellung, die sie besetzten. Die Engländer zogen sich nach Südosten in der Richtung des Dorfes Karanglarlar, die Franzosen nach Südwesten in der Richtung des ---orses Bodantzi zurück. Die englisch-französische Stellung bei dem Dorfe F u r k a wurde mittels eines Bajonettangriffes erobert. Eine mazedonische Division, welche dem Feind in diesem Ab­schnitt nachsetzte, durchbrach im Laufe der Verfolgung dre Front der englisch-französischen Truppen und nahm das Dorf Bogdantzi und drängle auf diese Weise die französischen Abteilungen, welche zwischen dem Kozludere-Fluß und dem Wardar operierten, von den Engländern ab, die sich südlich von Furkan an den Doiran-See zurückzogen. Wir machten zahlreiche Gefangene, darunter 5 Offiziere. Die genaue Anzahl der Siegcsbeute ist noch nicht frstgestellt. Dre Gefangenen und Toten gehören zumeist der englischen Armee und der Division deS Generals Baillaud an, welche dre fran­zösischen Infanterie-Regimenter 175 und 176 sowie zwei Zuaven-Regimenter umfaßt. Gegen 2 Uhr nachmittags stand Gewgeli in Flammen. Die Verfolgung dauert fort und bezweckt die Einnahme der Städte Gewgeli und Doiran.

Der Valkanfeldzug im Rahmen der allgemeinen Kriegslage.

Von General der Infanterie z. D. v. Blume.

Die gegenwärtige Kriegslage auf dem Balkan zeigt folgendes Bild: Serbien, eingsschlossen der schmale an Griechenland grenzende Landstreifen im Südosten, de- findet sich in der Gewalt der Mittelmächte und Bul- gariens. Dorthin war die auf dem neutralen Boden Griechenlands bei Saloniki gelandete französisch- englische Streitmacht oder doch ein mehr oder wem- ger großer Teil von ihr vorgerückt und hatte dort seit längerer Zeit untätig gestanden. Zu welchem Zweck, ist für den Fernstehenden nicht erkennbar und auch den Nächstbeteiligten Wohl nicht ganz klar. Denn die Trümmer der serbischen Armee, der durch das Saloniki Unternehmen Hilfe geleistet werden sollte, irren langst, ihrer Artillerie und aller Hilfsmittel beraubt, in eien- der Verfassung in den entfernten Bergen Montenegros und Albaniens umher. Ein paar tausend Mann von ihnen sollen die adriatische Küste erreicht haben und von dort nach Saloniki übergeführt worden sein. Wenn das richtig ist, so sind sie nach dent Völkerrecht der Ent waffnung und Internierung durch Griechenland vcr fallen.

> Die französisch-englische Hilfsmacht war dadurch rn schwierige Lage geraten, daß sie durch überlegene bul­garische Kräfte, die wahrscheinlich auch nachdrircklrche Unterstützung durch die Truppen der Zentralmächte empfingen, angegriffen und unter nicht unerheblichen Verlusten zum R ü ck z u g e gezwungen wurde. Will sie fciefc*« Rückzug nach SalonÄi durch griechisches

Gebiet aussühren, und verhindert sie Grrechenland hieran nicht, so haben die Gegner das unbestrrt- tene Recht, die Verfolgung über dre Grenze fortzusetzen. Wie wird die Sache dann cndrgen. Die Stärke der Franzosen und Engländer betragt letz? jedenfalls mehr als 100 000 Mann., Die Zuruckfuhrung einer solchen Macht im Angesicht eines mtt Uiietlegen- heit drängenden Gegners nach dem einen stunrre Saloniki, der wenig mehr als 00 Kilometer hinter der Front liegt, ist ein an sich schwieriges Manöver, und gering ist die Aussicht, daß es gelingen wird, die Zeit zur Einschiffung und zur Fortsüh run g einer solchen Truppenmacht sowie des bei Saloniki an­gehäuften Kriegsmaterials zu gewinnen. Das Mißlingen aber würde eine Katastrophe von weittragender Bedeutung zur Folge haben. .

Gerüchtweise verlautete vor einigen Tagen, Grre- chenland hätte die Zusage der Mittelmächte und Bul- gariens nachgesucht, daß sie auf eine Verfolgung aus griechisches Gebiet verzichten, wenn es die Verpflich­tung übernähme, dafür zu sorgen, daß die Franzosen und Engländer dieses Gebiet, insbesondere Saloniki unverzüglich räumen. So viel mir bekannt, ist das Gerücht weder bestätiat noch widerrufen worden. Wenn ein Antrag der gedachten Art gestellt sein und An- nähme gefunden haben sollte, so wäre letzteres etn neuer Beweis der weitgehenden Rücksichtnahme seitens Deutschlands und seiner Verbündeten auf die Inter­essen des in schwieriger Lage befindlichen kleinen Staates, die anaesichts der Rücksichtslosigkeit, mit der untere Geaner sich über die Rechte schwächerer Neu- traler hinwegsetzen, hoffentlich Anerkennung finden

würde. _ ,, r ~r. r

An Ansehen und an Grund zu Selb,stgefuhI würden freilich unsere Gegner durch das törichte Salonikiunternebmen auch dann nicht gewinnen, .wenn sie auf solche Weise aus ihm mit blauem Auge davon- komMen sollten. Und auch die Überraschungen, die ie geheimnisvoll als bevorstehend andeuten, werden ich als Seifenblasen erweisen.

und

kubanische Kngriffs auf die Serben Montenegriner.

Br. Biidapest, 14. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens Bln.) Villag" läßt sich aus Athen drahten, daß nach dort aus Korfu einqetroffenen Meldungen starke albanische -Streiit'räste die Serben und Montenegriner fortgesetzt angreisen und ihnen emp sin bliche Verluste beibriugen. Die zurückfluten den serbischen Heeresreste leiden sehr unter den An griffen der Albanesen. Die Verluste der Serben und Montenegriner werden dadurch noch vermehr, daß die gut ausgerüsteten Albanesen ihnen Transport­mittel, Geschütze, Tragtiere, Lebens mittel usw. ab jagen.

Skutari» kintivari und Dulcigno durch öfterr.-ungarische ZNeger bombardiert W.T.-B. Cettinic, 14. D-z. (Nichtamtlich. Draht bericht.) Amtlicher montenegrinischer Kriegsbericht dom 11. Dezember: Vormittags warfen zwei öfter

reichisch-ungarische Flugzeuge 7 Bomben auf Sku tari ohne Schaden anzurichten. Nachmittags warfen 5 andere Flugzeuge 16 Bomben auf Anti- k. a ri. Zwei fielen in die Gärten des Landhanses des Kronprinzen Danilo, eine explodierte auf dem Magazin der Tabakregie, richtete aber nur geringen Schaden an. Durch zwei auf D u l c i g n o geworfene Bomben wur den einige Zugtiere getötet.

Deutsche Verwaltung in Monaftir.

40 000 serbische Flüchtlinge ouf griechischem Gebiet.

Br. Kopenhagen, 14. Dn. (Eig. Drahtbericht. Zens Bln.) Pariser Blättermeldungen aus Athen zufolge herrscht in Monastir vollkommene Ruhe. Ein deut­scher Ober st wurde' zum Militärkomman­danten ernannt. Die Zahl der serbischen Flucht linge ans griechischem Gebiet übersteigt jetzt 40000.

Der Rückzug aus Mazedonien.

Englische Eingeständnisse.

W. T.-B. London, 14. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Das Kriegsmmisterium berichtet: Nach heftigen Angriffen durch den sehr überlegenen Feind gelang eZ der 10. Division mit Hilfe von Verstärkungen, vom D o r i o n ° S e e in westlicher Richtung nach dem Wardartal zurück- zugehen und im Anschluß an die Verbündeten eine starke Stellung zu besetzen. Ta die Stellungen sehr gebirgig sind, wurde es notwendig, acht Geschütze an einer Stelle auf- zustellen, von der sie beim Rückzug nicht wieder geholt werden konnten. Unsere Verluste betragen ungefähr 1500 Mann.

Englische Befürchtungen über das Balkan abenteuer.

Besorgnisse um RumLnic».

Rotterdam, 14. Dez. (Zens. Bln.) Der römische Korre­spondent des „Daily Telegraph", Dr. Dillon, wendet sich m

einem längeren Telegramm an die englische Regr«-ung, bte Balkanexpödition nicht aufzugeben, vor allem die He^e aus Saloniki nicht ärü ckzuziehen. Im gleichen Augen­blick in dem 'das Expeditionskorps Griechenland vertage, werde Rumänien sich den 3 entral m ächten an. schließen. Alle in Rom vorliegenden Nachrichten über dre Haltung Rumäniens lauten in den letzten Tagen äußerst p e s s i m.i st i s ch.

Die serbischen Zlüchtlinge in Saloniki.

W. T.-B. Paris, 14. Dez. (Nichtamtlich.) »Petit Journal" schildert den riesigen Zustrom der serbisthen flucht- linge nach Saloniki. Diese erzählen, so weit sie auS Albanien kamen, daß der Rückzug der Trümmer d«S serbischen Heeres unter besonders schwierigen Verhältnissen sich vollziehe. Dm Straßen seien völlig unpassierbar. In den verschiedensten Gegenden wüteten Schneestürme. Der VerpflegungZtnenst vollziehe sich nur unter den allergrößten Schwierigkeiten.

französische Trostmeldungen.

Bi-. Genf, 14. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.)

Je mehr die französischen und englischen Truppen ge­zwungen sind, sich aus Saloniki z u r u ck z r e h e n zu müssen, um so optimistischer lauten die Mel- düngen über die H a lt un g G r i e ch en la nd s gegen- über dem Vierverband, die die französische Regierung offenbar in der Absicht durchläßt, die Leser über den Mißerfolg der Balkanexpediffon hinwegzw- täuschen. Während gestern und vorgestern die Pov- tische Lage noch immer in den düstersten Farben gemalt wurde, glaubt die französische Presse heute annshEi zu können, daß die Verhandlungen zwischen der gmech»- scheu Militärbehörde und den Verbündeten eine, be­friedige ii de Lösung gefunden haben oder entgegengingen.

warum die verbündten ln Saloniki bleiben wollen.

W. T.-B. London, 14. Dez. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Lovat Fraser bespricht in der „Daily Mail" den Bälkanfeldzug und sagt: Die Ursache, daß, wrr Saloniki nichtv aufgeben, ist anscheinend der leide», schastliche Wunsch der F r a n z o s e n, auf diesem Kriegs­schauplatz zu bleiben. Die französische Haltung wird in England wenig verstanden. Die Regierung sollte möglichst bald aufklären; sie scheint nnt gewissen dunk- leren Rücksichten zusammenzuhängen, dre hier nicht er- örteri Lverd-en können. Der Wunsch toßt nnfcmgK keineswegs allgemein. Viele hervorragende Militärs und andere Persönlichkeiten sind für den Rückzug ge- wesen; aber die Stimmung für ein Ausharren scheint zu wachsen und immer mehr Anhänger gefunden zu haben.

Ein Ultimatum des vteroerbander an Griechenland?

Br. Wien, 14. Dez. (Eig. Dvchtbericht. Zens. Bin.) „Sccolo" meldet, das? die Athener Gesandten Frank- reichs imd Englands den Auftrag erhielte», Griechen­land ein Ultimatum zu überreichen.

Einberufung der bulgarischen Sobranje.

W. T.-B. Sofia, 14. Dez. (Nichtamtlich Draht­bericht. „Uiro" meldet: Der Ministerrat hat be­

schlossen, die Sobranje auf den 28. Dezember crnznbk- rufen. Er hat dabei festgestellt, daß Bulgarien sein Ge­biet um 50 000 Quadratkilometer vergrößert habe. Seine Kräfte sind so unversehrt, daß es im Verein mit seine» Verbündeten allen Ereignissen gegenüber gerüstet d«- steht. Die Sobranje wird sich in erster Lime mit finanziellen Gesetzentwürfen befassen, namentlich mit einem Kricgskrcdit von 150 Millionen. Die Tagung wird am 14. Januar beendet sein. Die Re­gierung ist verständigt worden, daß sie aus die Unter- stützung aller Parteien, außer den Sozialdemokraten, rechnen kann. In der ersten Sitzung wird Radoslawow eine Rede über die äußere und innere Politik halte». Griechenland und Bulgarien.

Wien, 14. Dez. (Zens. Bln.) Aus Athen wird ge- drahtet: Hiesige Mäkler legen der Unterredung, welche der bulgarische Gesandte in Athen mit dem Minister­präsidenten Skulndis und dem GeneralstabSchrf Dus- manis führte, große Bedeutung bei. Häufig geschehe es, daß bei den Berrckunyen auch der KriegSminister und der Minister des Innern zugezoyen werde. Bei einer früheren: Gelegenheit suchte der Generalstabschef sogar den bulgari­schen" Gesandten auf, was um so größeres Aufsehen erregte, als es hier bekanntermaßen niemals der Fall war, daß ein griechischer Generalstabschef unter solchen Äußerlichkeiten mit dem Gesandten einer fremden Macht Beratungen führte. Großes Gewicht wird in politischen Kreisen auch dem Umstand beigemeffen, daß vor Überreichung der griechischen Antwort- note der König Konstantin den bulgarischen Gesandten zwemral in je 'zweistündiger Audienz empfangen hat. Margholiman beim rumänischen König.

Br. Bukarest, 14. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) König Ferdinand hat den Führer der konservativen Partei Marghilomanui besonderer Audienz eWpstmg^