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Bette 4. Msrg«r-A«Sgabe. ErSeS Statt.

Ausgleichs für bulgarische Gewinne, Ru»

moniert hat Liese Möglichkeit auf dem Balkan selber nicht, wohl aber entweder nach der ungarischen oder wach der russischen Seite hin. Die Sehnsucht, die nach Siebenbürgen hinübergreift, haben unsere Er­folge auf der Balbanhalbinsel gründlich zerstört, die Richtung genBessarabien hin ist aber gerade dadurch weiter geöffnet worden. Will Rumänien die Gunst der Stunde voll ausnutzen, so muß es also eine Wahl treffen und nicht bloß neutral bleiben. Die Schwie­rigkeit dieser Wahl ist freilich angesichts der entgegen­stehenden Triebkräfte im Innern außerordentlich groß. Wenn wir nun im Zusammenhänge mit den Zirstän- den im Südosten auf die Bsdeütutrg Schwed'.us für die neueste Entwicklung des Weltkrieges Hinweisen, 'o geschieht es selbstverständlich ohne die Einbeziehung der Frage, ob Schweden am Kriege irgendwie teilnclimen werde. Das wird gewiß nicht geschehen, ;edock hat sich das Verhältnis dieses Landes zu den kriegführen­den Mächtegruppen augenscheinlich verschoben, und das muß nach Gebühr ins Auge gefaßt werden. Eng- ländern und Russen ist es gelungen, durch die Grün­dung der GesellschaftTransits" die Schweden f ü r die Freimachung des Verkehrsweges zwi- schen beiden Staaten zu gewinnen, der rntit Zustt m- ni u v g Schwedens gegründete Durchfuhrtrnst wird es Rußland ermöglichen, Waren jeder Art und namentlich Kriegslieferungen aus und über Großbritannien zu beziehen, sowie seinerseits Lebens­mittel, Jeder usw. nach England abprsepen. Wir brauchen es nicht zu verhehlen, daß uns diew Wendung die nach dem früheren Verhalten Schwedens als Ent­täuschung wirken muß, wenig behagliche Gefühle er­weckt. Es ist im Augenblick nichts weiter darüber zu sagen, die Tatsachen sprechen bereits ur Genügt, aber wir werden natürlich ein besonderes Augenmerk aus diese Dinge zu richten haben.

3ur Ernennung dos päpstlichen Nuntius §riihwirt zum Nardinal.

Das besondere Wohlwollen des Papstes für König Ludwig und das bayerische Volk.

W. T.-B. München, 8. Dez. (Nichtamtlich.) DieBayer. Staatsztg." schreibt zur Ernenrru-ng des Münchener Papst- liehen Nuntius Msgr. F r ü h w i r t und seine Bemrfung rn den obersten Rat der katholischen Kirche u. a.: Diese hohe Ehre, die dem Kardinal damit zuteil geworden ist, kann m allen Kreisen nur Gefühle freudigster Anteilnahme hervor- rufen. Im Laufe des gestrigen Vormittags begab fich StaatSmmister Graf v. Hertling in die päpstliche Nuntiatur, um dem neuernannten Kardinal die Glückwünsche der bayerischen Staatsvegierung zu übermitteln. Am 19. Dez. wird der König in feierlicher Weise dem Kardinal Früh- irnrt in der Hofkirche das Kardmalsbarett aufsetzen. Hiermit wird zum erstenmal die feierliche Zeremonie am bayerischen Königshofe vollzogen. Nach kirchlicher Auffassung den be­sonderen Vorzug der Barettaufsetzung zu vollziehen, wurde bisher nur noch dem österreichischen Kaiser und dem König von Spanien zugestanden. Wenn sich Kardinal Frühwirt zur Barettaufsetzung nicht nach Rom begibt, so hat dies seinen Grund nicht in den derzeitigen kriegerisckten Verhältnissen, da ja die Reise dorthin für ihn ebenso wie für Kardinal von Hartmann, der bekanntlich zurzeit sich in Rom aufhäkt, mög­lich gewesen wäre, vielmehr ist in der Tatsache, daß der Papst den König von Bayern zum erstenmal damit betraut hat, dem neuernannten Kardinal das Barett auszufetzen, ein hocher­freulicher Beweis besonderen Wohlwollens des Papstes für den König, das königliche Haus und das bayerische Volk zu erblicken.

Die nationalliberale Fraktion zur Er­nährungsfrage im Keicktstaa.

Br. Berlin, 8. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bl«.) Die Ab­geordneten Bassermann, Dr. Böhme, Held, Roland, Lücke und Dr Stresemann, welche die nationalliberale Fraktion bei den Beratungen über die ErnäbrungSfrage im Ausschuß des Reichs­haushalts vertreten, haben folgende Anträge eingebracht: Der Reichs­tag wolle beschließen, bei der weiteren Ausgestaltung der Wirt- schaftlichen M aßnahmen zu berücksichtigen: 1. da sich in verschiedenen Bezirken Deutschlands eine Brennholznot geltend macht, durch Enteignung und nötigenfalls zwangsweise Durchführung sofortigen genügenden Brennholzeinschlages in den fiskalischen und erforderlich auch in den Privatwaldungen, durch Einführung ange- messener Höch st preise sür Brennholz, die nicht höher als 20 Proz. über dem letzten Durchschnittsfriedenspreis sein dürfen, die wirkungsvolle Abstellung der vbelständc zu veranlassen. 2. Die Nutzbarmachung privater Wälder für Zwecke der Landwirt­schaft. da wo ein wirtschaftliches Bedürfnis vorliegt, falls es nicht freiwillig geschieht, zwangsweise durchzuführen. 3. Bei einer Be- schlagnabme von Futtermitteln ist künftig zu berück­sichtigen. daß den kleineren Betrieben ein größerer Prozentsatz ihrer Ernte für die Biehversorgung zngebilligt wird, als den größeren. 4. Bei der Verteilung einheimischer oder fremder Futtermittel in erster Linie die Biehzahl zu berücksichtigen mit der Maßgabe, daß denjenigen Betrieben, welche aus einer kleinen Fläche eine verhält- nismößig große Meßzahl halten, für den Kops ihres Viehes mehr zugewiesen wird als solchen Betrieben, die aus der gleichen Fläche weniger halten. Weiter möge der Reichstag beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen. Maßnahmen zu treffen, die eine möglichst gleichmäßige Beschäftigung der MLHIenbetriebe, auch der mittleren und kleineren, nach ihrer Leistungsfäbiakeit sicher» stellen. Der Reichskanzler soll ferner ersucht werden. Maßnahmen dafür zu treffen, daß im Interesse der Erhaltung der Schweine- zucht und Züchter eine entsprechende Menge Futtergetreide nach Maßgabe der gebastenen Zuchttiere gegen die Verpflichtung der Fort- setzung der Zuchi aus den eigenen Erzeugnissen oder den von seiten des Reiches eingefübrten Futtermitteln überlassen wird, daß die Ab- gäbe von Futtermitteln an Metzger und Züchter nur durch die Kommnnalverbände erfolgt, daß die Preise für die abgegebenen Futtermittel dem angemessenen Berbältnis zu den Inlandspreisen bei Übernahme des Unterschiedes zwischen Einstand- und Abgabe- preise auf das Reich gestellt werden.

Der Ankauf rumänitOien Getreides.

Das Erstlbais der bisherigen Verhandlungen.

W- T.-B. Bukarest. 7. Dez. (Nichtamtlich. Meldung deS Wiener k. I. Teleyr..Korrest>.-Bwr.) Die zwischen den Der- tretern der Ernkaufsgesellschast der Mittelmächte unter dent. scher Führung und der nwmänischen Kommission für den Ver­kauf und die Ausfuhr begonnenen Verhandlungen über den Anta-wf größerer Mengen rumänischen Getreides dauern an. Bisher hat man sich daraus geeinigt, daß (wie schon früher kurz gemeldet) SO 000 Waggons Getreide gekauft werden, wobe^ das aus Schleppern verladene, bereits bezahlte Getreide eingerechnet wird. Die Bezahlung erfolgt cm der «nen^e. Die Art der Bezahlung ist noch nicht festgesetzt.

MirsbaSrner Tagblair»

Bus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Kus den Verhandlungen der vezirkssqnode

Wiesbaden.

In der heutigen Sitzung der Bezirkssynode, der auch Herr Regierungspräsident Dr. v. Meister beiwohnte, berichtete Herr Pfarrer Veesenmeyer über die Eingaben. Den Sammlungen für die Deutsche Seemannsmission, die Anstalt Bechel, den Naffauischen Gefängnisverein und den Evangelisch-kirchlichen Hilfsverein wurde stattgegeben. Dekan Lehr (Dausenau) berichtete über das Ergebnis der Kirchenkollekten sowie der H a u s s a m m l u n g e n in den Jahren 1913, 1914 und 1015. Das Gesamtergebnis beläuft sich auf 19 000 M. Von diesem Betrag werden 5t»,0 M. als Reservefonds zurück- gelegt. 60 Gemeinden sind um Unterstützungen eingekommen. davon eine verspätet. Der Gesamtbetrag der Bewilligungen beziffert sich auf 15 750 M. Die Oster-Kirchensaminlung und die Haussammlung für bedürftige Gemeinden des Konsisto- rialbezirks wurden auch für 1918 bewilligt. An d:e Geist­lichen ergeh: Aufforderung, sich der Sammlungen anzuneh- men. Herr Maiwald berichtet über den Befund der Rechnung des Zentralkirchensonds sowie der Bezirkssynadal lasse. Dem Rechner wird die nachgesuchte Entlastung erteilt.

Dem Bericht über die Wirksamkeit des Bezirks- shnodalausschusses entnehmen wir folgendes: Der

Beschluß der 12. Bezirkssynode, betr. die Erhöhung der G e - Halter von Organisten und Vorlesern, hat die Beteilig­ten wenig zufriedengestellt. Der Organistenverein für den Regierungsbezirk Wiesbaden hat das in einer Eingabe an den Synodalvorstand zu erkennen gegeben. Eine polizeiliche Regelung der Nacht- und Sonntagsruhe auf den Rheinschiffen steht in nicht allzu langer Zeit bevor Ein« vollständige Sonntagsruhe wird sich allerdings nicht durchführen lassen. Zur Förderung der kirchlichen Jugendpflege find mit Genehmigung des Königl. Kon­sistoriums in Dillenburg, Biebrich und Höchst je ein Jugend Pfleger angeftellt worden. Die allgemeine Einführung des norddeutschen Buß - und Bettags betzegnel berm Groß­herzoglich Hessischen Oberkonsistorium an sich voller Zustim mung, man ist jedoch dort Gegner des einfachen Anschlusses Hessens an den norddeutschen jwerktägigen) Buß- und Bettag K i r ch e nb o te n" besteben zurzeit in 18 von 20 Dekana­ten. Sie sind in diesem Krieg besonder? zur Geltung ge­kommen. Bezüglich der 400säbrrgen Feier der Reformatio: in Verbindung mit der lOOjäbrigen Wiederkehr der Einfüb rung der Union in Nassau im Jahre 1917 wird die Heraus gäbe einer durchaus objektiv zu haltenden Geschichte de: nassauischen Kirche in den letzten 100 Jahren empfohlen welche als Festschrift allen Gemeinden des Bezirks unentgelt lich zugehen soll. Außerdem soll in der Kirche zu Idstein als dem Ort der Unwnsschließung eine Feier stattfinden. Zu> Vorbereitung der Jubelfeier soll der Synodalausschuß geeig riete Personen zuwählen können. Gegen die A u s w ü ch s < des Ausflüglerwesens in den Taunusorten, wie sie besonders in einer Notiz desWiesbadener Tagblatts" vom 5. August gerügt werden, sind Schritte unternommen worden

Morgen vormittag findet die nächste Sitzung dsk Synode

statt.

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Liebergaben-Sammlung des Landkreises Wiesbaden.

Der Kreisverein vom Roten Kreuz für den Landkreis Wiesbaden teilt uns mit, daß es. dank der opferwilligen Zuwendungen aus mehreren Gemeinden der Landkreises, dem Kreisverein ermöglicht wurde, in den letzten 6 Wochen 200 Paket« mit WollsachLn, Taschentüchern, Schoko lade, Zigarren, Zigaretten usw. an Feldgraue zu senden, die gemäß Mitteilung von zuständiger Stelle noch nie Liebes gaben erhalten hatten, ferner wurden rund 150 Pakete an Krieger aus dem Landkreis abgeschickt, wobei deren Wünsche besonders berücksichtigt worden sind. Die von allen Seiter eingelaufenen Dankschreiben bekunden, wie willkommen die Gaben waren, und welche große Freude den Empfängern da mit bereitet worden ist. Infolge Aufforderung von höhere: Stelle wurden dem Militär-Paketdepot des 18. Armeekorps zugeführt: 30 Normalkisten Weihnachts-Liebesgaben, jede füi 100 Tapfere im Osten und Westen, enthaltend je: 10 Hemden 10 Unterhosen. 10 Paar Handschuhe, 10 Paar Socken, 24 Taschentücher, 10 Hosenträger, 24 Paar Fußlappen, 3 Wämse 400 Zigarren, 500 Zigaretten, 20 Pack Tabak, 6 Pfeifen 6 Messer, 3 elektrische Lampen mit 3 Reservebatterien 4 Pakete Kerzen, 300 Bogen Briefpapier, 300 Briefumschläge 12 Tintenstifte, 10 Dosen Konserven, 80 Tafeln Schokolade Konfekt, 6 Mundharmonikas. 3 Kartenspiele, 5 Stück Seife und 30 Kisten mit je 10 Flaschen Wein.

Für die Weihnachtsfeier in den Vereinslazaretten und für Spenden an Feldlazarette werden noch viele Liebesgaben aller Art benötigt, und der Kreisverein hofft, auf eine weitere und rege Unter st ützung von seiten der Ein­gesessenen de? Landkreises rechnen zu dürfen und bittet um Abgabe der Gaben im Landratsamt, Lessingstraße 16, bis zum 15. d. M.

Lin Wiesbadener über Deutschland in Amerika.

Herr Privatier S. M e n d e l, der vierzehn Jahre in Wies­baden gelebt hat und im August d. I. erst wieder nach Savannah im nordamerikanischen Staat Georgia zurück­kehrte. wo er zu Hause ist, wurde dort gleich bei seiner An­kunft von einem Journalisten in Empfang genommen, dem er seine Eindrücke in Deutschland und über den europäischen Krieg wiedergeben mußte. Durch dieses in derSavannab Preß" darüber erschienene Referat erfahren die Amerikaner nun abermals, daß wir voller Zuversicht auf den Sieg sein können, daß wir in unseren Städten wenig merken, daß dieser verwüstende Krieg nun fast sechzehn Monate dauert, daß fich mehr als zweiundeinehalbe Millionen K r i e g s g e - -ange ne in Deutschland befinden, die menschlich behandelt und genügend ernährt werden. Herr Mendel hat dem ameri­kanischen Berichterstatter aber auch nicht verschwiegen, daß wir den Vereinigten Staaten gegenüber zwar nicht feindlich gesinnt sind, aber doch Grund genug zur Verstimmung haben, weil Amerika fortgesetzt Waffen und Munition an die Verbündeten liefert und in Deutschland allgemein das Gefühl vorherrscht, daß Präsident Wilson den Verbünde­te» zuueigt. Man könne es nicht in Einklang bringen, daß die

Donnerstag, S. Dezember ISIS. Nr. 578.

Bevölkerung der Vereinigten Staaten für den Frieden betet» während gleichzeitig Kanonen- und Gewehrkugeln für die mit Deuffchland im Krieg befindlichen Nationen hinübergesandt werden. Den Versuch Englands, Deutschland auszuhuu» gern, bezeichnete Herr Mendel als den beschämendsten Miß­erfolg, besonders, weil in diesem Jahre auch die Ernte über alle Erwartungen reichlich ausgefallen sei. In diesem Zu­sammenhang erwähnte er auch unsere Organisation i» bezug auf die Lebensmittelversorgung.

Natürlich fragt man sich auch in Amerika, warum die deutsche Flotte nicht aus ihrem Versteck auf See heraus­kommt, um der englischen Flotte eine Schlacht anzubieten. Dafür hatte Herr Mendel folgende Antwort:Ich glaube auch nicht, daß sie herauskommen wird. Aber ebensowenig wie die deutsche Flotte getraut sich die englische Flotte heraus. Die Engländer fürchten sich vor den Unterseebooten, die sich als die gefährlichste Vernichtungsmaschine des Kriegs er­wiesen haben, gegen die selbst der Dreadnought hilflos ist." Herr Mendel ist der Meinung, daß dieser Krieg ohne große Seeschlachten zu Ende geführt werden wird. Die Zahl unserer Unterseeboote schätzt er gegenwärtig auf 184. Diese Zahl dürfte er wahrscheinlich ausländischen Blättern entnommen haben, da der deutschen Öffentlichkeit selbst nichts darüber be­kannt geworden ist.

Einige interessante Erlebnisse erzählte der frühere Wies- badener auch über seine Reise von hier nach Amerika. Bei seiner Fahrt nach Rotterdam muhte er selbstverständlich die deutsch-holländische Grenze und die Kontrolle passieren. Dar­über berichtet er. daß kein Stück Papier Deutschland ohne Er­laubnis des Zensors verlassen darf. Es dürfte wohl leichter sein, nach Deutschland hereinzukommen als hinaus. Zwei Briefe von Freunden, die er aufgeben sollte, wurden ihm weg­genommen. Das Papier, das er um ein Paar Schuhe ge­wickelt hatte, wurde durch die Militärbehörde entfernt. Der DampferNoordam", auf dem Herr Mendel fuhr, wurde in Dover cmgehalten und die Passagierliste untersucht, aber nie­mand belästigt. Besondere Anerkennung fand er im Lauf seines Gesprächs dann noch für die große Opferffeudigkeit des deutschen Volkes, die sich wohl nie glänzender als bei den Kriegsanleihen betätigt habe.

Die Schuld an diesem Krieg mißt Herr Mendel, wie jedermann in Deutschland, England zu, das durch die.wunder­volle industrielle und kommerzielle Entwicklung Deutschland» eifersüchffg geworden sei und keinem anderen europäische» Land erlauben wolle, daß eS zu stark würde.

Beigeordneter Theodor Körner, dessen Wahlzeit am 1. März 1916 abläuft, hat die Absicht, mit diesem Zeitpunkt sein Amt niederzulegen und sich in den Ruhestand Zersetzen zu lassen. Zurzeit ist Herr Körner, der im Mi. Lebensjahre steht, beurlaubt. Er gehört dem Magistrat ieit 1892 an. Von seiner Absicht, aus der städtischen Verwal­tung auszuscheiden, wird man in weiten Kreisen der WieS- vadener Bürgerschaft mit Bedauern Kenntnis nehmen.

Das unbefugte Anlegen militärischer Uniformen, Aus. .eichnungen nsw. ist laut folgender Verordnung deS Gouverneurs der Festung Mainz, General der Kavallerie o. Bück : ng, untersagt. Auf Grund des § 9b des Gesetzes iber den Belagerungszustand wird das unbefugte Anlegen nilitärischer Uniformen oder von Kriegsauszeichnungen, von Orden und Ehrenzeichen überhaupt, sowie die unberechtigte Annahme militärischer Titel im Interesse der öffentlichen Sicherheit verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Ge- mngnis nicht unter 1 Monat bestraft.

Die Preußische Berlustliste Nr. 398 liegt mit der Säch- üschen Verlustliste Nr. 233 und der Württembergischen Ver- ustliste Nr. 315 in der Tagblattschalterhalle (Auskunftsschal- -er lmks) sowie in der Zweigstelle Bismarckring 19 zur Ein- ichtnahme auf. Sie enthält u. a. Verluste des Füsilier-Regi- ments Nr. 80. der Infanterie-Regimenter Nr. 87. 88, 117 und 118, der Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 80, 87, >18, 223, ?24 und 253, der Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 87 und 118.

Eine Spielsachen-Sammelstelle befindet sich am Kranz, vlatz Nr. 5. Die Sammelstelle hat den Zweck, möglichst ? i e l e Bücher und Spielsachen für die Weihnachtsbescherung >er Kinder der im Felde stehenden Wiesbadener Kr:eger zu ^schaffen. Erfreulicherweise hat die Sammlung bereits viel Anklang und Unterstützung gefunden. Herzerffeuend ist es. zu sehen, so schreiben die Veranstalter, wie die Kinder in nn» -igennütziger Weise sich von liebgewonnenen Sachen trennen 'der sich bemühen, Spielzeug selbst herzustellen, sei es durch Gießen von Bleisoldaten oder in anderer Art. Alles, um anderen Kindern Freude zu machen! Diejenigen, die fich red- !rch bemühen, zum Gelingen der Sammlung beizutragen, füh- len sich durch diesen Opfersinn der Kinder vollauf belohnt Es gilt jedoch, viele Kinderherzen glücklich zu machen; nahezu 10000 Kinder sind eS, die beschenkt werden sollen! Wir hoffen, daß es möglich ist, für jedes Kind ein Spielzeug oder nn schönes Buch aufzubringen. Viele erwartungsfrohe Ge- lichter drängen sich tagsüber an die Fensterscheibe der Sam- melstelle, und der heiße Wunsch derer, die bei der Samm­lung mithelfen, ist, diese Kinder nicht zu enttäuschen. Darum eichten sie immer wieder die Bitte an groß und klein: Bringt uns Spielzeug und Bücher! Die Sammelstelle ist von 10 bis I Uhr und von 3 bis 6^ Uhr geöffnet.

Weihnachts-Liebesgaben. Zum Weihnachtsfest habe» verschiedene Wiesbadener Firmen dem Roten Kreuz in hochherziger Weise Liebesgaben zur Verfügung ge­stellt. So stifteten die Firmen I. Dolginswer 1000, Keiles insgesamt 47 500, Menes 25 000 und Wittenberg 20 000 Zigaretten und die Firma Gebrüder Simon 50 Flaschen Wein. Eine besonders reiche Spende überwies dem Rote:: Kreuz die ..Wiesbadener Kasinogesellschaft" aus Anlaß ihres 100jährigen Bestehens in Gestalt von 1500 Flaschen Wein. Bei den besonders großen Anforderungen, werche die Ostffont zurzeit an die Abteilung 3 des Roten Kreuzes stellt, ist diese Gabe besonders willkommen gewesen, da immer wieder Wein jeglicher Art von dort verlangt wird.

Kriegsunterstützung keine Brmenunterstütznng. Kriegsunterstützungen sind auch dann keine Armenunter­stützungen, wenn oer Armenverband oder die Armenverwal- tung (Armendirektion) die Unterstützungen aus irgend einem Grunde an Notleidende aus Anlaß des Krieges zahlt. Das Bundesamt bat enffchieden, daß diese Auffassung auch dan» beibehalten werden müsse, wenn ein außergewöha- kicher Notstand vorlisge» der nicht auf Kriegsbete:ki- gung zurückzuführen sei.