Seite 2 _Merid-Ausgabe. Erstes Blatt.
Die Bestätigung der feindlichen Schiffsverluste an der albanischen Küste.
' W. T.-B. Cettinje, 8. Dez. (Nichtamtlich. Drccht- Dericht.) Amtlicher Bericht: Am Morgen des 4. Dezember beschoß ein österreichisches Geschwa- b c r,^ idas aus einem Kreuzer und 7 Torpedoboots- Zerstörern bestand, San Giovanni di Medua. Zwei Dampfer, darunter ein italienischer, sanken; ebenso zehn montenegrinische mit Lebensmitteln beladene Segelschiffe. Ein französiches Unterseeboot wunde an der Küste nahe Bojana zerstört und die Besatzung gefangen genommen.
König Nikita zu einem Sonderfrieden geneigt?
Frankfurt a. M.» 8. Dez. (Zeus. Bln.) Ein Telegramm der „Franks. Atg." meldet: Der König von Montenegro hat in eurem von ihm persönlich den bei ihm beglaubigten Vertretern der Mächte überreichten Memorandum die Möglichkeit für einen Sonderfrieden Montenegros mit den Zentvalmächten erwogen. Der König führt aus, daß bei dem sühübaven Druck weit überlegener feindlicher Streitkräste '«egen Montenegro, das der Erschöpfung nahe ist, ein aussichtsvoller Widerstand unmöglich sei. Me Vertreter der Ententestaaten haben nunmehr ihre Antwort erteilt: Sie drohen einmütig mit dem Abbruch der diplomatischen'Beziehungen und mit Einstellung sämtlicher Unterstützungen, wenn Montenegro diesen Sondergelüsten nachgeben sollte.
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Eine Unterredung mit König Konstantin über Griechenland.
Weitgehendes Entgegenkommen gegenüber dem Bierverband.
W. T.-B. New Kork, 7. Dez. (Nichtamtlich. Reuter.) Der Korrespondent der „Associated Preß" in Athen hatte ein, Unterredung mit König Konstantin. Ter König sagte, Griechenland werde neutral bleiben. Es bestehe leine Ursache anzunehmsn, daß Griechenland die Entente an Deutschland zu verraten beabsichtige. Die griechische Neutralität sei bereits so weit als möglich gedehnt worden, um den Wünschen der Entente entgegenzukommen. Der König sagte weiter, er verpfände persönlich sein Wort, daß die griechischen Truppen die Truppen der Entente nicht angreifen würden. Die Entente ihrerseits verspricht für den Fall, daß ihre Truppen auf griechisches Gebiet zurückgetrieben werden, diese einzuschiffen und die Balkankampagne als erledigt zu betrachten. Er würde in diesem Falle den Schuh seiner ganzen Armee gegen einen Angriff der Mittelmöchte garantieren, so lange die Einschiffung dauere. Mehr als das lvürde er nicht tun. Er würde seine Touppen nicht von Saloniki und von der Grenze zurückziehen, noch gestatten, daß Griechenland mit Gewalt oder Schmeicheleien von seiner Neutralität abgebracht wird.
Weitere Erklärungen des Königs.
W. T.-B. Amsterdam, 7. Dez. (Nichtamtlich.) Emern hiesigen Blatte zufolge hatte ein Mitarbeiter der „Times" ■in Achen eine Unterredung mit dem König. Der König sagte, Griechenland sei eben im Begriff, sich von z w e i Kriegen zu erholen. Er wünsche um jeden Preis zu verhüten, daß Griechenland das Elend des euirvpäischen Krieges teile. Er könnte seine Truppcin nur rnarschieren lasten, wenn die Existenz des Landes bedroht lvare. Er versicherte stets, daß Griechenland keine Pläne gegen ine Alliierten schmiede. Trotzdem werde er persönlich schlecht behandelt. Griechenlands Lage lasse nicht zu, irgendwelches Risiko zu laufen. Die Balkanpolitik der Alliierten sei nicht genau umschrieben gewesen. Angenommen, Griechenland hätte sich ihntzn angeschlossen und diese hätten später beschlossen, minder kräftig anfgutreten und sich zurückzugiehen, dann wäre es dem Lande ergangen wie Belgien. Griechenland gab bereits durch Entgegenkommen die Neutralität a u f und setzte sich der Möglichkeit aus, daß die M ittel- m ächte mit ähnlichen Forderungen kamen wie die Entente. Der griechisch-serbische Vertrag gelte nur ftir der, Fall, daß eines der beidrin Länder von Bulgarien allein angegriffen würde. Unter den gegenwärtigen Umständen hätte die Hilfe Griechenlands für Serbien kaum großen Wert gehabt. ES wären aber zlvei Länder verwüstet worden anstatt eines. Der König betonte, daß kein Vertrag zwischen Griechenland . .
Ans den Kunstausstellungen.
Kunstsalon Nktuaryus.
Claus Bergen (München) hat diesmal Schwarz-Weiß- Blätter ausgestellt, Seebllder voll virtuoser Technik. Trotzdem hat man sofort das Gefühl, Jllnstrationsmaterial gsgen- überzustehen zu einem Prachtwerk über den Seekrieg. Wenn sich diese Bilder auch turmhoch erheben über den Buchschmuck, den die bekannten Marinemaler sonst „verbrechen", so ganz vollwertig sind sie nicht. Das kleinste freie Skizzchen von des Künstlers Hand ist mir lieber. Wo so viel Können ist, dürfen auch die Ansprüche des Beschauers groß sein.
B r a b a n d (Wiesbaden) hat große Fortschritte auf landschaftlichem Gebiet gemacht. Seine Landschaft „Amorbach" ist ihm sehr gut gelungen; unter den Bildniffen ragt das „Jungmädchenbildnis" hervor. Fast noch ein Kind, blondhaarig, mit flott behandeltem gewürfeltem Kleid.
Galerie Banger.
Auch hier ein Bildnismaler — der in München lebende Schweizer Gustav Schneeli. Ein Künstler, der besonders Damenbildnisse gut zu bringen weiß. Allerdings steht Schneeli in Gefahr, durch seine flotte sichere Technik unterstützt, zu verflachen, weniger der Psychologie seines Modells nachzuspüren und den Schwerpunkt auf Äußerlichkeiten zu logen. Eine elegante Arbeit ist „Der grüne Mantel". Schlank, blondhaarig die Frau, das Grün des Mantels prächtig zum übrigen abgestimmt. Doch scheint es sich hier um eine ausgeführte Farbenstudie zu handeln, nicht um ein Portrait. Und wenn man bedenkt, daß dann nur eine Modenfigurine geschaffen wurde, kann man beinahe bedauern, daß so viel Arbeit und so viel Aufwand daran verschwendet wurden. Männerbild- niffe liegen Schneeli weniger. Fast alle haben etwas Langweiliges, durch die stetige Wiederkehr der Stellung. Es ist, als sei auf denselben Körper immer ein anderer Kopf gesetzt und nur die Uniform oder sonst unsere unmalerische moderne Herrenkleidung je nach Bedarf geändert worden. Meist ein Sessel, auf dem das Modell bald ein wenig mehr nach rechts, bald ein wenig mehr nach links, bald ganz in der Mitte sitzt, und fast immer die gleiche Stellung, der Hände. Eine Aus-' nähme macht das interessante Bildnis des Schriftstellers von Gleichen-Ruhwurm. Hier ist der Geist des Modells erfaßt.
_WresdaLevev Tagblatt.
und Bulgarien bestehe. Die Alliierten hätten von Griechenland nichts zu fürchten, aber dieses könne sich nicht binden, so lange es nicht das Programm kennt, das die Alliierten für sich selbst ansstellen, es werde aber unter Linen Umständen seine Neutralität aufgeben.
Griechenland lehnt das Kngebot der verbündeten ab?
Be. Budapest, 8. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Bln.) In Sofia wird mit größter Bestimmtheit behauptet, daß Griechenland das letzte Angebot der Verbündeten zurückgewiesen hat.
Italien drängt zu energischen Schritten in Kitzen
Sr. Berlin, 8. Dez. (Eig. Drahtberichk. Zeus. Bin.) Das „B. T." meldet aus Lugano: Die römische Presse fordert dem Dreiverband aus, dem ewigen Zaudern Griechenlands ein gewaltsames Ende zu machen. Die „Tribmia" erfährt aus Athen: Die Gesandten Englands und Frankreichs überreichten dem Ministerpräsidenten einen Bericht des Generals Sarrail, worin der General die unerläßlichen Forderungen des Ententeheeres auszählt. Skuludis sagte wohlwollende Prüfung durch den griechischem General- stab zu. Natürlich sei dies, sagt die „Tribuna", nur ein Versuch, die Lösung der Frage iridieLän ge zuziehen. Tln rumänischer Politiker gegen Rußland. „Rußland der größte Feind Rumäniens."
W. T.-B. Budapest» 7. Dez. (Nichtamtlich.) Der „Pesber Lloyd" veröffentlicht Äußerungen des rumänischen PolitrlerS Virgal Arion, der lange Zeit an der Spitze der rumän^ schon Ktultwrliga gestand«, hat, sich jedoch zurückzog, als diese Vereinigung ein blindes Werkzeug der r-ufftschen Politik wunde. Amon sagte: Falls es Rußland gelingen sollte,
Rumänien in der Jsolierumg und in dem gegenwärtigen Zustand unglückseliger Unentschlossenheit zu erhalten, so würde dies für die Zuckrtnst Rumäniens verhängnisvolle Folgen haben. Das besiegte Rußland möchte Rumänien derzeit eine Politik der Neutralität auserlogen. Es gibt leider bei uns Kreise, die, durch frühere Versprechungen gebunden, weder Mut noch Patriotismus genug besitzen, um diese Ketten zu zerbrechen. Rumänien erwacht allmählich zum Bewußtsein, daß der angekündiate Sieg der Alliierten niemals kommen Wird. Wenn Rumänien diese Tatsache genügend sinnfällig geworden ist, so wird das rnmänifche Volk gegen feinen größten Feind, gegen Rußland, in den Kampf treten."
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Der amtliche türkische Bericht.
Lin neuer Lrfolg im Irak. — Die Artillerie Kämpfe an ben Dardanellen.
W. T.-B. Konstantinopel, 7. Dez. (Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit:
An der Jrakfront näherten sich nnsere Truppen am
4. Dez. Kut el Amara und unternahmen in der Nacht zum 5. Dez. mtt starken Abteilungen eine Erkundung auf dem rechten Tigrisufer und mit Hilfe überraschenden Feuers einen Angriff gegen die feindlichen Stellungen. Am
5. Dez. beschoß unsere Artillerie die Stellungen des FeindeS sowie die Umgebung von Kut el Amara. Unsere Kolonnen, die getrennt östlich Kut el Amara vorrückten und ihr Feuer gegen drei Transportschiffe und zwei Monitore des FeindeS richteten, steckten einen Monitor in Brand und nahmen zweff Schiffe weg. Außerdem erbeuteten unsere Truppen in der Gegend von Kut el Rmara zwei Frachtkähne. Auf einem derselben fanden wir Flugzeuge und eine Menge Fliegergerät. Im ganzen erbeuteten wir bisher an dieser Front sechs feindliche Flugzeuge. Der Feind feuerte, um seine Niederlage vor den Eingeborenen zu verheimlichen, einen S i e g e 8 s a l n t von 21 Schuß.
An der Kaukasus-Front schlugen wir einen vom Feinde in der Nacht vom 4. znm 5. Dezember gegen unsere Borposten im Abschnitt Kale-Bogaz unternommenen Überfall ab und machten einige Gefangene. In den anderen Abschnitten, von Patrouillen-Scharmützrln abgesehen, nichts Neues.
An der Dardanellenfront bei Anaforta nahm unsere Artillerie feindliche Truppen, die Befestigungen auf-
hier schuf Schneeli mit der Seele. Jntereffant sind seine gro
ßen freskoartigen Gemälde, die ganz leise an Hodler gemahnen, aber doch auch wieder eine ganz eigene Note besitzen. Es ist freilich viel Gesuchtes und Gewolltes in der Linienführung, aber sie berührt doch klangschön. Prächtig gelang dem Künstler der landschaftliche Hintergrund, in welchen er seine Figuren stellt, besonders bei dem Mann und dem Weib, die sich an der Hand halten. „Die Alte" ist auch gut gesehen und gelungen. Diese alte, hoffnungslos alte und einsame Frau in der dürren Landschaft, so spröde sie auch gemalt ist, packt und läßt nicht so leicht los.
Da sind ferner noch griechische Landschaften ausgestellt, von der Hand des Malers Joseph Schneider-Franken. Ein Künstler, der, klug abwägend, vor seiner Aufgabe sicht und sie mathematisch löst — nur mit dem Verstand. Liebe spricht nicht aus diesen Bildern. So können sie auch nur als geschickt gelöste Farbstudien interesiieren, aber nicht erwärmen.
Und nun noch einmal zur Ausstellung des
„Rassanischen Kunstvcreins"
im neuen Museum. Unsere Wiesbadener Künstler verdienen eine eingehende Würdigung, haben doch viele gezeigt, wie sie in rastlosem Fleiß weiterstreben und bereits eine bemerkenswerte Höhe erreichten. Alice Lehnhard-Falkenstein fällt da ganz besonders ans. Sie hat starke Fortschritte gemacht, malt zwar sehr modern, bleibt aber geschmackvoll in den richtigen Grenzen. Männlich-kühn führt sie ihren Pinsel. Kräftig ist das Stilleben, besser noch die „Arbeiterin", die einfach und lebendig wiedergegeben ist. Willy Mulot erfreut wieder durch einige ganz eigenartig anfgefaßte Landschaften. Es ist nicht nötig, erst nach der Unterschrift zu suchen, man weiß sofort: ein Mulot. Fritz Kaltwasser bringt neben guten Zeichnungen zwei bereits früher an anderer Stelle gewürdigte Landschaften, eine neue dritte „Sonnendurchbruch" genannt, die ihm außerordentlich gut gelang. Dieses Blinzeln der Sonne durch graue schwere Wolken auf eine ferne Landschaft ist unmittelbar fcstgehalten. Eine schwere, fein gelöste Aufgabe. Toni Clavel sandte einen gut durchgearbeiteten Negerkopf, besser noch ist der Neger von Hans Dahlen, und dann der Kopf einer alten Frau, der schon einmal im „Kunstsalon Aktuarys" ausgestellt war, hier aber entschieden besser zur Geltung kommt und
Mittwoch, 8. Dezember ISIS. Nr. 572.
führten und Bakterien großen und kleinen Kalibers aufstellte«, unter wirksawe» Feuer. Bei Ari-Bnrun beschoß ei« feindlicher Kreuzer am 5. Dez. einige Augenblicke ohne Erfolg unsere Stellungen. Unsere Artillerie zwang eine» audere« Kreuzer, der sich Kaba-Tepe zn nähern versuchte, abzudampfen. Bei Sedd-Ll-Bahr zerstörte unsere Artillerie mehrere zu Bombenangriffen bestimmte Stellungen des FeindeS und verhinderte ihn, daS namentlich gegen unseren linken Flügel gerichtete heftige Lnfttorpebo-Feuer fortzusetzeu.
Ein englisches Lob der türkischen Krmee.
Die englische Niederlage von Ktesiphon.
W. T.-B. London, 7. Dez. (Nichtamtlich.) Der wili, tarische Mitarbeiter der ..Morning Post" schreibt: Es ist klar, daß die heutige türkische Armee nach Zahl, Kriegstüchtigkeit und Bewaffnung sehr verschieden von der im Balkan- kriege ist. Die Türkei kämpft an drei Fronten, auf Gallipolr, im Kaukasus und «n Mesopotamien. Sie ist trotz starker Vsrlu-sre imstande gewesen, Truppen nach Bulgarien und erhebliche Berstärümgen an den Tigris zu senden, sowie zugleich die Streitkräste an der Grenze Syriens zn erhalken. Diese Leistung ist im Vergleich zu 1912 bemerkenswert. Sie beweist aufs neue die Torheit, die Hilfsquellen des Feindes zu unterschätzen. Der Zug nach Mesopotamien hat ein wesent- lich politisches Ziel gehabt. Die Niederlage von- Ktesiphon kommt zn ungünstiger Zeit,' gerade wo die Lage auf dem Balkan neue Anforderungen cm uns stellt. Hoffentlich erhält Generäl Nixon bald Verstärkungen, die ihm ermöglichen, den Angriff unverzüglich wieder aufzunehmen und unwnter» brachen durchzusühren.
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vor der Reichskanzlerre-e.
O Berlin, 7. Dezember.
Das Raten und Rätseln darüber, wie der Reichskanzler die sozialdemokratische Friede nsinterpeIIation beantworten wird, dünkt uns überflüssig; in wenig Tagen wird die Welt' ja wissen, was der verantwortliche Staatsmann über die Friodensfrage zu sagen hat. Dies ffeilich ist schon heute klar und wird durch frühere Äußerungen des Kanzlers belegt, daß er aus-sprechen wird, Deutschland werde sich der -Erwägung vernünftiger Friedens- Vorschläge nicht entziehen. Indem Herr v. Bethmamr- Hollweg das zweifellos wiederholen wird, wird er naturgemäß auch die Gelegenheit haben, Andeutungen zu machen, aus denen unsere Feinde werden entnehmen können, was sich unsere verantwortlichen Männer unter dem Begriff der „realen Garantien" vorstellen. Wir müsjMi es abllvarten, ob der Reichskanzler diese Gelegenheit benutzen wird, möglich ist es jedenfalls. Qb wahrscheinlich, darüber möchten wir uns des Urteils enthalten. Denn es wird ja nicht bloß darauf an- kommen, Klarheit Wer diese Fragen bei uns selber zu verbreiten, sondern jedes Wort muß selbstverständ- lich auf seine Wirkung nach außen hin geprüft werden, und darum haben wir uns die AufgoLe, die dem Kanzler ldemnächst obliegt, nicht als leicht Vvrzu» stellen. Es fft eine falsche Einstellung des Gesichts- Winkels, wenn uns immer vorgehalten wird, wir sollten nicht so viel vom Frieden reden, well das Ausland daraus auf Kriegsmüdigkeit schließe und so nur neue Antriebe der Kampflust erhalte. Von Frieden wird in Deutschland eigentlich erst gesprochen, seitdem dis ersten Friedensreden aus England herLerklangen. Auf diese Reden, mußte doch wohl geantwortet werden^ die, Art aber, wie es geschah, kann uns doch nicht geschädigt haben, denn eine ruhige Untersuchung der bekannten Raden im Parlament ergab, daß unserem Hauptfeinde unsere Vernichtung nach wie vor erstes und letztes Ziel bleibt, daß man sich aber dieses Vernichtungsgeschäft möglichst billig Herstellen möchte, und daß wir zu diesem Zweck mit den Künsten der geölten britischen Pfiffigkeit ein gefangen werden sollen. Es ist nichts mit 'dem Frieden, den uns verantwortliche und nichtverantwortliche Leute im Jnselreich angeboten haben, wir können ihn nicht annehmen, aber um das festzustellen, mußte man bei
durch seine Innerlichkeit überrascht. Br ab and schneidet auch hier mit seiner Landschaft besser ab als mit seinen Bildnissen. Das Bild „Miltenberg am Main" legt beredtes Zeugnis von starkem Können ab. Professor Christiansen ist durch einige Landschaften vertreten, die bereits bekannt und anerkannt sind, weiterhin durch ein elegantes Bildnis vom Oberbürgermeister Glässimg. sehr ähnlich und repräsen- tativ, aber etwas äußerlich wirkend, und durch ein Bildnis seiner Tochter, das allerdings nicht zu den besten zählt, die er bisher von ihr geschaffen. Schon die Farben berühren mcht sonderlich angenehm, fast qualvoll aber ist die Stellung, die unfrei wirkt, etwa wie eine Momentaufnahme. „Bitte recht freundlich!" Man stelle sich vor, dieses Bild zehn Minuten lang betrachten zu müssen. Man wird unbedingt dabei denken, ob denn der Arm und die blumenhaltende Hand, nicht bald ermüdet herabsinken. Merkwürdig, daß der so geschätzte Künstler gerade diese Stellung wählte, die eigentlich jeder Regel des Bildmäßigen und Malerischen ins Gesicht schlägt. Richard H a r t m a n n stellte das bereits früher gewürdigte, sehr gelungene Bild seiner Gattin aus, Olga K u r z- Hasselmann ein gut durchgezeichnetes Pastell eines Mönches. M. v. Ha de ln intim wirkende Landschaften, ebenso Ella v. Freyhold. Ilse H o ch h u t nmlt stark und farbenfreudig, glutvoll und leidenschaftlich, Altmeister Kogler ist durch einige seiner bekannten Landschaften und durch famose Zeichnungen bestens vertreten, Hermann Koenemann sandte stimmungsvolle verinnerlichte Land- schäften, E. Labes eine feinerfaßte Arbeit „Chorumgang im Dom zu Lübeck", Maria Luft-Klette ein sonniges Erntebild, Jda Schulz zwei Stilleben, die durch gute Farbengebung auffallen. Es ist natürlich unmöglich, auf alle Bilder der Wiesbadener Aussteller einzugehen, doch seien noch zwei Künstler genannt, die besonderes Interesse beanspruchen: Zuerst E. Wolsf-Malm. Den Werdegang des jungen Künstlers konnten wir vom ersten Anfang an verfolgen. Wolsf-Malm hat schon manche Wandlung erfahren, er ringt ehrlich mit der Kunst, diesmal aber ist er im Kampfe unterlegen. Die neue Richtung, die er beschreitet, liegt noch unge- klärt in ihm selbst. Er bringt ein großes Bild „Die Granate", ein Bild vom Kriegsschauplatz. Ihm ergeht es mit dieser Arbeit, wie den Schriftstellern mit Kriegsromanen und
