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Mittwoch, 8 . Dezember 1915 . WOvtzEN-KUSgltbE» '_ { _

Nr. 571. * 63. Jahrgang.

Djakova von den Vulgaren besetzt.

Die montenegrinischen verschsnzungen bei Suhodol erstürmt. — Bei Novibazar abermals 1300 Gefangene singebracht. — Beim Angriff auf IpeK 6 Geschütze erbeutet.

ver österreichisch - ungarische Tagesbericht-

W.T.-B. Wieu, 7. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 7. Dezember, mittags:

Russischer Rriegrschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert. Es fanden keine größeren Kämpfe statt.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Südlich von P l e v l j c schlugen wir montenegrini­sche Vorstöße ab. Im Grcnzraum nördlich von B e r a n e greifen unsere Truppen die montenegrinischen Haupt­stellungen au. Sic erstürmten gestern mittag die Ber- schanznngen bei S u h o d o l. Südlich von Novi­bazar brachten wir abermals 1300 Gefangene ein. Der Raum östlich von I p c k war gestern neuer­lich der Schauplatz heftiger Kämpfe. Der Feind wurde überall geworfen und verlor 6 Geschütze. Heute früh drangen wir in I p e k ein.

D j a k o v a wurde von den Bulgaren besetzt.

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Die Ereignisse auf dem BalLan.

Griechenlands Schmierigkeiten mit dem Visrverbsnv.

Ein militärischer Ausschuß soll helfen.

W. T.-B. Athen, 7. Dez. (Nichtamtlich. Reuter.) Es wird mitgeteilt, daß die letzte Vorstellung der Diplomaten der Berbarrdsmächte bei der griechischen Regierung über Mazedonien und die militärischen Fragen eine Grundlage für eine Verständigung enthalte. Die Regie­rung schlägt vor, einen von den Vevbcmdsmächten und Grie­chenland gebildeten militärischen Ausschuß nach Saloniki zu entsenden, um die beiderseitigen Wünsche feftzu- stellen und'die Lage zu besprechen.

Kundgebung der Benizclos-Partcr.

Sofia, 7. Dez. (Jens. Bln.) Aus Saloniki wird ge­meldet: Die leitende Partei (Benizelos) richtet ein Manifest an das Volk, in welchem sie mitteilt, daß die Partei zwar den Wahlen fernbleibe, aber an der Politik teilnehnre. Die der Regiernng freundlichen Blätter richten gegen Veni- zelos Vorwürfe wegen seiin-er Haltung gegen den König.

vierverbandsseindiiche StratzenknndZebunsen in Saloniki.

Die Volksmenge fordert die Entfernung der französisch- englischen Truppen.

Br. Saloniki, 7. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Vor dem griechischen Regierungspalast fanden hier lärmende Straßenknndgcbungen gegen den Vier- verbawd statt. Die Menge forderte die sofortige Ent­fernung der englisch-französischen Truppen und zog darauf vor die Konsulate Deutschlands und Östcrrc Ungarns, wo sie Veifallskundgebuugcn veranstaltete.

Rutzland sperrt den Hafen Reni.

Berlin, 7. Dez. (Pridattelegramm.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Galatz: Der ruffische Hafen Reni an der Pruthmündung gegenüber Galatz ist für den Waren- und Personenverkehr gesperrt worden.

Englische Gerüchte von der Versenkung eines U-Bootes.

Guter Fang eines österreichischen Unterseeboots.

W. T.-B. Paris, 7. Dez. (Nichtamtlich.) Nach einer Madrider Depesche des „Journal" ist in Gibraltar das Gerücht verbreitet, daß die Batterien von Punta de Europa Unterseeboote, welche durch die Meerengen fuhren, ver­senkt haben. — Dasselbe Blatt meldet aus Messina: Ein die österreichische Flagge führendes Unterseeboot nichm an Bord des vom Piräus kommenden Dampfers „Spetsac" zwei englische Reisende, den Oberst Rapier und den Kapitän Wikson, fest. Hauptmann Wilson ist Abgeord­neter de? Unterhauses, Oberst Rapier Militärattache in Sofia. Ein dritter englischer Offizier konnte an Bord bleiben, da er nachwies, daß er dem Roten Kreuz angehörte. Große' Säcke mit sehr bedeutender Korrespondenz, die man versuchte, versc^vinden zu lassen, indem man sie inZ Meer warf, sind von den Österreichern beschlagnahmt worden.

(Anmerkung des W. T.-B.: Die Nachricht von der Ver­senkung von Unterseebooten bei Gibraltar ist, wie wir an zu­ständiger Stelle erfahren, frei erfunden.)

Von einem deutschen Unterseeboot verfolgt.

W. T.-B. London, 7. Dez. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) „Reuter" meldet: «Das Presselmreau ver­öffentlicht folgende nichtamtliche Mitteilung über das Entkommen des britischen HandelAdampser „Japanese Prince" vor einem deutschen Unterseeboot: Der

Dampfer begegnete mit großer Besatzung und einer an­sehnlichen Zahl van Paffagieren kürzlich einem deut­schen Unterseeboot. 5% ©tun&en bemühte sich das Schiff, diesem zu entrinnen. Es wurde den größten Teil der Zeit von diesem beschossen. Der Kapitän blieb tapfer auf seinem Posten und manövrierte mit unge­wöhnlicher Geschicklichkeit. Dank seinen Bemühungen und der raschen Mitwirkung der Bkannschaft konnte der Dampfer schließlich entkommen. Er Nmrde nach einem Hasen gebracht. Niemand an Bord ist verletzt worden.

Landung Schiffbrüchiger.

W.T.-B. London, 7. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) „Daily Telegraph" meldet: Der britische Jndiendampfer

„Omeda" irrurde, wie beirichtet, vom Feinde versenkt. 49 überlebende wurden gelandet, 5 Offiziere und 47 Laskaren werden vermißt.

Ein neues englisches Greuelmürchen.

Von einem dänischen Blatt nachgedruckt. Vom franzö­sischen Marineministrrium widerlegt.

W.T.-B. Berlin, 7. Dez. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Das Kopenhagener Blatt „Degens Nyheter" bringt am 1. Dezember wieder einmal ein Londoner Telegramm, demzufolge Offiziere eines deutschen U-Bootes bei der Verseilung des französischen Dampfers „Ta fna" dem Todeskampf von Frauen und Kindern zusahen, ohne eine Miene zu verziehen. — Demgegenüber liegen gerade in diesem Fall so viel zuverlässige Nachrichten über den wahren Sachverhalt des Zusammenstoßes des „Tafna" mit dem Untersee­boot vor, darunter eine amtliche des französi­schen Ma r i nemi n i st er i u m s, welche besagt: Am 24. November wurde der französische Dampfer b e- schossen. Das Schiff entkam infolge des stürmi­schen Wetters welches die Schnelligkeit des Untersee­bootes beeinträchtigte. Einige Passagiere und Mann­schaften, welche sich trotz des ausdrücklichen Verbots des Kapitäns in die Boote begaben, ertranken, weil die Boote sofort infolge des hohen Wellenganges kenter- tsn. Hätte der Kapitän des Schiffes, wie es seine Pflicht war, das Schiff gestoppt, so wäre es, nachdem die Passagiere und die Besatzung von Bord gegangen tnaren, zwar versenkt worden, aber sicher wäre es mög­lich gewesen, daß die Boote unter sachkundiger Führung der Schiffsoffiziere den nächsten Hasen hätten erreichen können. — Die Art und Weise wie das von der „Degens Nyheter" gebrachte Londoner Telegramm die Tatsachen auf den Kops stellt, ist ebenso topisch für die die Inter­essen der Entente vertretende Presse, wie der Umstand, daß auch im vorliegenden Fall wieder Frauen und Kinder herhalten müssen. um die angebliche Bar­barei der deutschen Kriegführung in die Welt hinaus zu schreien._

Der Krieg tnt Grient.

Zum Rückzug drr Engländer im Irak.

Br. Amsterdam, 7. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bkn.) Reuter meldet: Das indische Amt erklärt: Die Streitkräfte deS Generals TownSend erreichten ohne weitere Kämpfe K u t e l A m a r a. (Die Stadt liegt am Tigris, 176 Kilometer südlich von Bagdad.),

Russische Streitkräfte durch persische Miliz vernichtend geschlagen.

W.T.-B- Konstantinopel, 7. Dez. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) Der Vertreter der Agentur Milli in Bagdad meldet, daß die durch den persischen Nationalausschluß aufge­stellte Miliz zwischen Hamadan und Kaswin russische Streitkräfte, welche auf 5006 Mann geschätzt werden, angegriffen, 1000 Mann getötet und die übrigen in die Flucht geschlagen hat. — Die glänzenden Erfolge, welche die osinanifchen Truppen im Irak über die Engländer er­rungen haben, erregen in Persien große Freude.

Die schwierige Lage der Engländer auf Gallipoli.

Sofia, 7. Dez. (Jens. Mn.) Alle aus Konstantinopel hier cingetroffenen Meldungen lassen die schwierige Lage er­kennen, in der sich die Engländer auf Gallipoli befindest. Ihre Lage wird mit jedem Tag gefährlicher und schwieriger. Selbst die Möglichkeit, zu fliehen, von der sie jetzt, wie es scheint, sehr gern Gebrauch machen würden, ist ihnen bereits sehr beschränkt worden. Infolge des hohen Seeganges und der beginnenden Winterstürme können sich die englischen Schiffe oft tagelang den Küsten von Gallipoli nicht nähern. Die Landungsstege, die die Engländer mit großer Kunst nnd Mühe während des Sommers in monate- langer Arbeit ins Dteer geführt haben, sind alle van den stürmischen Wogen losgerrffen nnd wsggejchwLmnrt worden.

Der Krieg Gegen England.

ver Wortlaut des Londoner Sonderfriedens» Abkommens.

Br. Rotterdam, 7. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Bln.) Die englischen Blätter veröffentlichen den Wort­laut des Fünf-Machte-Abkommcns wie folgt: Nachdem die italienische Regierung sich entschlossen, der am 7. September 1914 in London zwischen der englischen, rauzösischen und russischen Regierung Unterzeichneten l Erklärung, welcher sich die japanische Regieruu.g am 9. November 1914 anschloß, beizutreten, erklären die lnterzeichneten, welche von ihren Regierungen dazu ermächtigt wurden, folgendes: Die britische, französische, italienische, japanische und ruffische Regierung ver­pflichten sich, im gegenwärtigen Kriege n i ch t Einzel­riede» zu schließen. T>ic fünf Regierungen verein­baren, daß so bald Friedensbedingmigen zur Dis- kuffion kommen werben, keiner der Verbündete« Frie- dcnSbedingungen aufstellen wird, ohne vorher die Ge­nehmigung eines jeden anderen Verbündeten erhal­ten zu haben. Zur Bestätigung dieses unterschreiben die Unterzeichneten diese Erklärung und hefte» daran ihre Siegel. Gegeben z» London, 30. November 1915. Gezeichnet: Eduard Grey, Cambon, Jmprriali, Jnotuye und Benckendorsf.

Die Schiffsvcrlnste der seefahrenden Nationen.

Br. Haag, 7. Dez. (Eig. Dmhtbevicht. Jens. Bln.) Nach einem durch Lloyds Register veröffentlichten Bericht find im zweit«» Quartal 1915 im ganzen 317 Schiffe (244 Dampfer und 73 Segelschiffe) durch Unfälle verloren ge­gangen,. Der größte Teil davon, auch prozentual, kommt auf Rechnung von Großbritannien, näntlich 165 Schiffe mit 237 975 Tonnen Inhalt oder 1,78 Prozent der Schiffe und 1,22 Prryynt des Tonneminhalts der Fbotpe. Dann folgen die Niederlande und die Vereinigten Staa-tsa« mit 10 Schiffen (IM Prozent) und 32 Schiffen (1,24 Prag.) mit einem Tonneuinhalt von 14162 (0,93 Prozent) und 26 978 Tom«ni.7chalt (0,77 Prozent). Norwegen hat 1,15 Prozent 'der Schiffe und 1,48 Potent des ToarnLnrnhaltS verloren. Die kleinste Ziffer kommt, wie ganz stNwerskänd- lich durch die VerhÄtniffe der Schiffahrt bedingt, aus Rech- nnrog von Deutschland, irämlich 0,09 der Schiffe und 0,06 Prozent des Tonn-enirchakts.

Im November 47 Minen an der halländischen Kiffte angrtrieben.

W.T.-B. Amsterdam, 7. Dez. (NichtMirtüch. Droht- bericht.) Im November wurden an der nieöerlänbi- schen Küste 47 Minen angespült. Davon snrb 28 engli- ftyett, 15 deutschen und der Rest unbekannten Ursprungs. Im ganzen wurden bisher gefunden 728 Mrnev, davon 381 englischen und 67 französischen, 112 deutschen mrd 177 imbekannten Ursprungs.

Don den östlichen rrriegsfthcknplützen.

Thrvostow endlich zum voll-ülti«en Minister ernannt.

W.T.-B. Petersburg, 7. Dez. (Nichtamtlich.) Der Ver­weser des Ministeriums des Innern, Chwostow, ist zum Minister des Innern ernannt '.oordcm.

Chwvstows Name ist in letzter Zeit wiederholt genannt worden, wenn Ministervevänderirnyen in Rußland erfolgten. Serue Berufung zum Vevwef,sr des Mmisterrums des Innern als Nachfolger des nur sechs Wochen im Amte gewesenen Schterbatow erfolgte erst am 10. Oktober. Als was Chwostow, der einstige Gmwernaur von Nischnj Nowgorod, selbst in Rußl^crnd angesehen wird, char-ckerPert twchl am besten der kürzliche Ausspruch des ReichÄmtsmitgliebeS Gurkow: „Die letzten Zuckungen der R-Wkiion." Wan sieht daraus, daß die «rffrsche Regierung in den jetzigen Ereigniffen, Ko-ngreffen .und Beschlüssen .eine Analogie des Jahres 1006 sieht, während tatsächlich zwischen beiden Epochen keinerlei Ähnlichkeit be­steht. Damals war die Gesellschaft, oder wenigstens ihr größter Teil, von endloser politischer Sbümpwei und nie crnf- hörenden revcchutionären Exzeßen ermüdet. Die politischen Parteien jewr Zeit standen sich in scharfem Gegensatz gegen, über, den die Regier««, au-snutzte. Ter daarals wudenLare parlamentarische Block ist bei seinem Rückhalt im Lande jetzt eine unyeheure politische Tatsache, und kenne R-egiar-mrg, noch weniger ihre einzelnen Glieder, werden in der Lage fein, sich gegen diese Gewalt anzuftemmen, sie zu übergehen und auf ihre Hilfe zu verzichten. Ebensowenig wird der neuie Minister des Innern, was für schöne Worte er auch macht, in der Lage sein, irgend cüoas ohne Unterstützung der Duu rapartv ien, und der organisierten Kräfte des Landes zu unternehmen.

ver russische NttnisterprSsibent beim Zar«».

Ein Ministerrat faßt BvrkehrSbeschküffe.

Br. St-ckh-lm, 7. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der Zar berief nach der Rückkehr aus dem Hauptquartier nach .Zarskoje Sf-lo sofort Goremykin zu einer mehrstün­digen Beratung. Wie der Berichterstatter des „L.-A." von gut informierter Quelle hört, hat Goremykin sich gege« die sofortige Duma-^lnberufnng ausgesprochen und empfohlen, zunächst den Erfolg der Kriegsanleihe «bznwarten. Sollte durch sie die Regterrmg die mrügen Wtiü «clanKn,