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Dienstag, 7. Dezember 1915.
Morgen - klusgade.
Nr. 569. ♦ 65. Jahrgang.
Großer österreichisch-ungarischer Lrsolg zur See.
Dar sranzöfische Unterseeboot „Zrernel" vernichtet. - tz Vamps«, \ Motorsegler und zahlreiche Segelschiffe versenkt.
Gesterreichisch-ungarische Truppen im Vormarsch aus Zpek.
Die feindliche Nrtiverietätigkeil auf dem italienischen Rrisysschauplatz heilt an Montenegrinische Truppen im Narstgelande zurüchgeworfen. — Eine serbische Nachhut östlich Ipek geschlagen.
v«r österreichisch-ungarische Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 6. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 6. Dezember, mittags:
Russischer Nriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Italienischer Kriegsschauplatz.
An der Jsonzofront hielt das feindliche Ge- schützscuer an. Es war an einzelnen Stellen, insbesondere gegen den Görzer Brückenkopf, zeitweise ziemlich lebhaft. Auch die Stadt Görz und der anschließende Ort. St. Peter wurden aus allen Kalibern beschossen. Im Abschnitt der Hochsläche von D o b e r d o setzte italienische Infanterie unter Tag bei Red i- pugl ia und Polazzo, abends bei Sa» Martina zum Angriff ein; sie wurde überall abgewiesen. An der Tiroler Front dehnte sich die gegen den befestigten Raum von Lardaro gerichtete Tätigkeit der feindlichen Artillerie nun auch auf die anschließenden Stellungen nördlich des Le d rotales aus.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unsere Truppen sind nun auch westlich und südwestlich von Novibazar und an der von Mitrowitza nach Zpek führenden Straße auf montenegrinisches Gebiet vorgedrungen. Im K a r st g e l ä n d e der fester« wurden montenegrinische Bortruppen auf ihre Hauptstellungen zn rückgeworfen. Östlich von Z p e k schlugen wir eine serbische Nachhut; unsere Spitzen nähern sich der Stadt.
Die Zahl der in den gestrigen Kämpfen cingcbrach- ten Gefangenen übersteigt 2180 Mann.
Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. Höf er, Feldmarschallcntnant.
Rühne Taten österreichisch-ungarischer
Rriegs-chiffe nahe der albanischen Rüste
Am 5. d. M. früh hat unser Kreuzer „N o v a r a" mit einigen Zerstörern in San Giovanni di Medua drei große und zwei kleine Dampfer, fünf große und viele kleine Segelschiffe, während sie Kriegsvorräte landeten, durch Gcschützfcuer versenkt. Einer der Dampfer flog in die Luft. Die Flottillen wurden dabei von etwa 28 Geschützen sehr heftig, aber erfolglos beschossen.
Nahe davon hat S. M. S. „Warasdiner" das französische Unterseeboot „Fresnel" vernichtet und den Kommandanten, den zweiten Offizier und 26 Mann gefangen genommen.
Eine andere Flottille hat in der Nacht auf den 2 3. November einen mit drei Geschützen armierten Dampfer und einen großen Motorsegler, beide italienisch, vollbeladcn auf der Fahrt von Brindisi nach Durazzo versenkt, die Überlebenden des Dampfers, darunter vier von der Kriegsmarine, gefangen genommen, die Bemannung des Motorseglers in Booten freigelassen.
Flottenkommando.
*
Diese neuesten und großartigen Erfolge der Flotte des uns verbündeten Donaustaates werden überall ein Echo der Freude auslösen. Nicht allein, weil auch ein französisches Torpedoboot zum Opfer filD sondern weil dadurch auch unseren Gegnern abermals vor Augen geführt wird, daß Truppen- und Munitionsüber
führungen nach Albanien, zur Hilfe für Serbien, nicht so einfach und leicht sind, wie sich die Verbündeten diese Transporte gedacht haben mögen. Die Nähe der österreichischen Küste uird österreichischen Kriegshäfen wird für derartige Unternehmungen stets eine große Gefahr blechen. Dieselbe Ausgabe und dasselbe Ziel, das sich die österreichisch-ungarischen und deutschen Unterseeboote im Mittelmeer gegen das englisch-französische Saloniki-Abenteuer gestellt haben, erwachsen auch in der Adria und gegen den schon vor einiger Zeit ange- kündigten Zug durch Albanien. Erfreulich ist dabei, baß auch Italien dabei sein Teil abbekommt.
vermehrte Teilnahme feindlicher Rrkegsschiffe an den Dardanellen. — Englische Truppen im Irak bei Rut eiKmara zur Flucht gezwungen.
Oer amtliche türkische Bericht.
W. T.-B. Konstantinopel, 6. Dez. (Nichtamtlich. Dcaht- bevicht. Amtlicher Bericht vom 5. Dez.) Das Hauptquartier meldet: An der Jrakfront sammelt sich der geschlagene Feind bei Kut el Amara in den vorher befestigten Stellungen. Unsere Truppen näherten sich am 3. Dez. Kut el Amara auf eine Entfernung von zwri Wegstunden. Indem sie den Feind von Norden und von Westen her bedrängen, zwangen sie die feindlichen Truppen, die sich auf dem Kut el Amara gegenüberliegenden feindlichen Ufer befanden, sich «ns ihre Schiffe zu flüchten. Zwischen Kut el Amara und Bagh Kale erbeuteten wir rin unversehrtes, mit Munition beladenes feindliches Schiff und machten emige Gefangene. Wir finden im Fluß viele Leichen des Feindes.
An der Dardanellenfront nahm unsere Artillerie, indem sie die vom Feinde zu Wasser und zu Lande ausge- führtc Beschießung energisch erwiderte, die Stellungen der feindlichen Infanterie und Artillerie mit Erfolg unter Feuer.
Bei Ar i B u r u n richtete ein feindliches Torpedoboot am 4. Dez. sein Feuer nach verschiedenen Punkten. Am gleichen Tage zeitweiliger Artillerie- und Bombcnkampf. Zwei feindliche Transportschiffe wurden auf der Höhe von Ari Burun durch unser Feuer gezwungen, sich zn entfernen.
Bei Sedd-ül-Bahr zerstörten am 4. Dez. 2 Minen, die wir vor unserem rechten Flügel zur Entzündung brachten, eine feindliche Gegenmine. Ter Feind eröffncte darauf ein heftiges Jnfanteriefcuer gegen diesen Flügel, warf mehrere Bomben und beschoß sodann 2 Stunden lang ununterbrochen unsere Stellungen. An der Beschießung nahm auch ein Monitor teil und ein Panzerkreuzer. Auf dem linken Flügel schwaches Jnfanteriefcuer. Der Feind warf dorthin eine große Anzahl Torpedos. Unsere Flugzeuge setzten die Erkundungsflüge und die Angriffe mit Erfolg fort. Der Kriegsflugzcngführer Leutnant v. Hansen und der Beobachter v. Schiltmigen warfen Bomben auf einen feindlichen Monitor und zwangen ihn, das Feuer einznstellen und sich zurück, z u z i e h e n. Im übrigen ist nichts zu melden.
Die Ereignisse auf dem valkan. vor erneutem ernsten Angriff auf das französische Expeditionskorps bei Rrivolac.
Br. Kopenhagen, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Aus Saloniki erfährt das Pariser „Journal", General Sarrail erwarte in jedem Augenblick einen ernsten Angriff auf das französische Expeditionskorps bei Krivolac. Gegenüber den stark ausgcbautcn französischen Stellungen zögen sich in breiter Front die bulgarischen Gräben hur, die sich an einzelnen Stellen bis auf 15V Meter an die französischen Stellungen herangearbeitet hätten. Das englische Korps habe in den letzten Tagen erhebliche Verstärkungen erhalten.
Die Franzosen verstärken ihre Front bei Krivolac.
W. T.-B. Athen, 6. Dez. (Nichtamtlich. Renten.) Aus französischer Quelle wird berichtet, daß die ganze Frontiinie von der Cerna bis Krivolac regelmäßig v e r - stärkt wird. Auch die Stellungen östlich des Flusses Warbar werden allmählich verstärkt, um die Zone, welche zum Schutze der Eisenbahn dient, auszubreiten.
Eine Warnung an das französische Hauptquartier.
Der veränderte deutsch-österreichische Aufmarsch.
Br. Rotterdam, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Vln.) Der Berichterstatter des „Journal" in Saloniki meldet, daß das französische Hauptquartier am 30. Nov. ein Telegramm mit der Warn u n g erhalten hat, die österreichisch-ungarischen Truppen hätten die Richtung chres Aus- marsches verändert und gingen nunmehr eilig nach Bulgarien.
Was über König Peter gesagt wird.
Br. Amsterdam, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Aus zuverlässiger Quelle erfährt der Berichterstatter der „Boss Ztg.", daß König Peter zu dem bisherigen französischen Gesandten in Serbien vor einigen Tagen sagte: Noch im Juli habe ihm Rußland versichert, daß nicht viel gefehlt habe und die serbischen Truppenabteilungen wären nach einem anderen Kriegsschauplatz gesandt worden. König Peter gedenkt in Kürze nach Paris zn reisen, wo er einstweilen bleiben will. Der König ist sehr krank und sein Gemütszustand erschüttert.
Griechenlands Neutralität.
Eine widersinnige Erfindung.
Sofia, 6. Dez. (Zens. Bln.) Die MeDung einiger Blätter, Griechenland habe von Deutschland eine Bürgschaft, dafür verlangt, daß deutsche oder österreichlsch- umgarische Truppen nicht in griechisches Gebiet einrücken ioürden, selbst wenn Saloniki zum ausgesprochenen Stützpunkt der Engländer und Franzosen gemacht würde, wird von zuständiger Seite als Erfindung bezeichnet. Eine solche Bürgschaft sei weder gegeben noch von Griechenland verlangt worden. Sie wäre auch ein reiner Widersinn. Eben deswegen hat sich die griechische Regienumg so eifrig um die Anerkennung ihrer Neutralität durch den Bierverband bemüht. Deswegen wurde auch die Anerkennung der griechischen Neutralität durch die Verbandsmächte dtö ein Sieg der griechischen Pölitik begrüßt.
Eine griechisch-offiziöse Äußerung. *
Br. Athen, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Die beste Antwort auf die neue BerverbaUdSnccke gibt die offiziöse „Nea Himeüa", irckem sie schreibt: Wenn die englischen Pläne auch mit den griechischen Plänen überrrn- stimmten, wäre kein Grieche englandfeirEch gestimmt. Wenn aber, wie es Tatsache ist, die Interessen beider Lärtder sich kreuzen, muß man sich fragen, weshalb Griechenland den englischen Befehlen und Ratschlägen sich unterstellen soll, wenn Griechenland unabhängig bleiben und keine Kolonie oder Filiale der Londoner Bank sein soll.
Ter diplomatische Sieg Griechenlands.
Sofia, 6. Dez. (Zens. Bln.) Die Note der Verbands» Mächte hat den beklemmenden Schwebezustand in befriedigender Weise b e e n de t. Der Inhalt der Note, welche die N e u- tralität Griechenlands auch fernerhin anerkennt und nur die Regelung verschiedenen, für die Sicherung und Bewegungsfreiheit der Bcrbandstrnppen im Mazedonien unerläßlicher Maßnahmen fordert, wird als maßvoll und freundschaftlich bezeichnet, das Versprechen der unverkürzten Rückgabe des für die Operationen benutzten griechischen Gebiets und eines Schadensersatzes besonders unterstrichen. Sobald die Regierung sich mit dem Inhalt der Note einverstanden erklärt, soll sofort die Aufhebung der bisherigen Zwangsmahregeln erfolgen.
Zuspitzung des Verhältnisses zwischen Griechenland und der Entente.
Bor einem kurzfristigen Ultimatum?
Br. Sofia, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Dln.) Hier angelangte Meldungen aus Saloniki besagen, daß der Bierveckcmd infolge der Ablehnung seiner Forderungen von seiten Griechenlands ein kurzfristiges Ultimatum in Athen zu überreichen beabsichtige und möglicherweise Gewaltmaßnähmen gegen Griechenland anwenden dürfte. Für diesen Fall hält man es hier nicht für ausgeschlossen, daß sich Griechenland offen den Mittelmächten anschließt umd Mit Bulgarien Abmachungen über die südmazedoniscben Gebiete trifft.
Sperrmatznahmen gegen die griechische Flotte
Br. Genf, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Pariser Blätter melden, daß die Sperrmaßnahmrn gegen die griechische Flotte bereits getroffen wurden. Englische Behörden verboten den griechischen Handelsschiffen, die englischen Häfen zu verlassen. Die Spannung zwischen Griechenland und der Entente verschärft sich immer mehr. Die Hauptstützpnnkte des Widerstands gegenüber den Forderungen der Verbündeten gehen von Gunaris aus, mit dessen feindseliger Haltung gegen die Aktion der Alliierten Skuludis rechnen müsse.
Torpedierte englische vampfer im Mittelmeer.
W. T.-B. Marseille, 6. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet: Der Dampfer „Billedagler" von Tunis hat elf gerettete Matrosen eines englischen Dampfers gebracht, der torpediert worden ist. Mit dem italienischen Dampfer „Bolognc" sind 16 Mann der Besatzung des torpedierten englischen Dampfers „T r e n t i n o" angekommen.
Warum die Saloniki-Expedition versagen muß.
Br. Haag, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Mn.) Der „Nieuwe Rotterd. Courant" meldet aus Sofia: „Französische Verwundete, die hier aus der Schlacht am
