Verlag Langgaffe 21
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tur Mf Morgen-Ausg. 61« 3 Uhr -»ichmittags Berliner Schriftleitung desWicsbadenerTagblatts
12 Ausgaben.
Fernruf:
„ScglUtt-i>«u*‘‘ Nr 6650-53. Ban 8 Uhr morgen« in« 8 Uhr abend« anher
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Berlins'., PotsdamerStr. 121L. Fernspr.: AmtLützow 6202 u.6203.
Montag, 6. Dezember, morgens.
Sonder-Kusgabe.
1915.
Jeiilsche m!> bnlgniWe Abteilungen in loimilit eingejogen!
Oie Serben südwestlich von prtzrend geschlagen.
Drohe bulgarische Rriegsbeute: Ueber 100
Geschütze und zahlreiches ttricgsgerät. — Im Iamagebirge serbische Nachhuten geworfen.
Der Tagesbericht vom 5. Dezember.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 5. Dez. (Amtlich.)
westlicher und östlicher Uriegsschauplatz.
Keine wesentlichen Ereignisse.
valkankriegsschauplatz.
In erfolgreichen Kämpfen bei P l e v l j c und im Gebirge nordöstlich von Jpek wurden mehrere hundert Gefangene gemacht.
Bulgarische Truppen haben südwestlich von Prrzrend den zurückgehenden Feind gestellt, geschlagen und ihm über hundert Geschütze und große Mengen Kriegsgerät, darunter zwei, hundert Kraftwagen, abgenommen. Im Jama- Gcblrgc (ostltch von Debra) und halbwegs K r c o v a. Ochrrda wurden serbische Nachhuten geworfen.
In Monastir sind deutsche und bulgarische Abteüungen e l n g e r ü ck t und von den Behörden wie der Bevölkerung freudig begrüßt worden.
_ Ober ste Heeresleitung.
Die Montenegriner bei Celebic an die Grenze zurückgeworfen.
Italienische Angriffe bei Dslavia abgewiesen. — Montenegrinische Gegenangriffe südlich plevlje abgewiesen. — Südlich Novtbazar abermals 600 Gefangene gemacht.
V«r österreichisch,ungarische Tagesbericht.
W T.-B. Wien, 5. Dez. (Nichtamtlich) Amtlich verlautet vom 5. Dezember, mittags:
Russischer Rriegsschauplatz.
Stellenweise Geschützkämpfc.
Italienischer Rriegsschauplatzr
Gestern beschränkten sich die Italiener an der Lj? UZ "front auf Geschützfeuer von wechselnder Starke. Nur ber Oslavia versuchten sie bei Tag und Nacht vereinzelte Angriffe, die alle abge- ^"sen.wurden. An der Tiroler Front ent- wickelte btc feindliche Artillerie lebhafte Tätigkeit gegen den befestigten Raum von Lardaro.
Südöstlicher Kriegs-chauplatz.
ar fa , m cß ueucrlich zu einem größeren
Gefecht. Die Montenegriner wurden durch eine von , 50 m aus eingreifende Gruppe an die Grenze z u r u ck g e w o r f e n. Südlich von Plevlje wiesen unsere Truppen heftige montenegrinische Gegengriffe ab. Unter dem rm Gebirge erbeuteten Kriegsmaterial befinden sich eine MiIIron In fanterie- Patronen und hundert Artilleric- Munitionsverschlage. Südlich von Novi- bazar wurden gestern abermals 600 Gefangene angebracht.
Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. Höf er, Feldmarschalleutnant.
Ver amtliche türkische Bericht. Welterverfolgung der englischen Truppen im Irak. — Umtaufe eines erbeuteten Ranonen- bootes. — Tin feindliches Transportschiff an den Dardanellen zum Stranden gezwungen. — Lin feindlicher Panzerkreuzer von 4 Granaten getroffen und ein Torpedoboot in die Slucht getrieben. — Erfolgreiche türkische ZliegertStigkeit.
W. T.-B. Konstantinopel, 5. Dcz. (Nichtamtlich) Das H a u p t q u a r t i e r tefft mit: An der Irak- Ü 0 ", * 'etzten unsere Truppen, die am 2. Dezember -5 Kilometer zurucklegten, die Befolgung des Feines, der sich m voller Auflösung zurückzieht, fort. $ie
Ortschaft Bagh Kaie, dicht westlich Kut el Amara, wurde von unseren Truppen besetzt. Wir erbeuteten dort den feindlichen Schleppdaurpfer „EI e a v e n". sowie einen mit Proviant, Munition und Kriegsmaterial aller Art beladenen Leichter von 250 Tonnen und machten einige Gefangene. Die Zahl der in einer ein- zigen Woche gemachten Gefangenen beträgt acht Offiziere, 520 Mann. Das kürzlich erbeutete Kanonenboot „FirikIesse" wurde in „SeIman Pak" umgetauft, weil die Engländer die sechs Diener des Grabes dieses Heiligen, das bei dem Orte desselben Namens liegt, getötet hatten.
An der Kaukasusfront nichts Neues.
An der Dardancllenfront war das gewöhnliche feindliche Feuer zu Lande und zu Wasser dank der kräftigen Antwort unserer Artillerie ergebnislos. Bei Kemikli Liman strandete ein von unseren Granaten getroffenes feindliches Transportschiff, wahrend ein Torpedoboot die Flucht ergriff. Bei A r r B u r n u vernichteten wir vor Kanlisirt ein feindliches Maschinengewehr. Bei Scdd Ll Bahr fand m der Nacht zum 3. Dezember ein h efti ger Bombenkampf statt. Der Feind schleuderte zahlreiche Lufttorpedos gegen unser Zentrum und den linken Flügel. Unsere Artillerie traf mit vier Geschützen ein s e l n d l i ch c s V a n z e r s ch i f f, welches aus der Bucht von Saros die Gegend von Kavak Köprü beschoß. Das Panzerschiff stellte sein Feuer ein und entfernte sich. Sie zwang auch ein Torpedoboot zur Flucht, welches versuchte, sich den Inseln dieser Bucht zu nähern. Auf dieser Front wetteiferten in den lebten Tagen unsere Flieger tn glänzenden Leistungen. Ein von unserem Flreaerleutnant Hali Nizza geführtes Militärflugzeug schoß be, Sedd ul Bahr ein feindliches F l n q- z c u g herunter und zwang durch Bombenwürfe ein feindliches Panzerschiff, das einem gestrandeten Torpedoboot zur Hilfe eilte, zur Flucht. Darauf eröffnete unser Flregcr ern Maschinengcwehrfener gegen die auf dem Deck des Panzerschiffes befindliche Besatzung, sowie ans die des Torpedobootes und zwang durch sein Feuer ein feindliches Flugzeug, welches ihn angreifen wollte, sich zuruckzuziehen. Am 2. Dezember griff derselbe Flieger ernen feindlichen Monitor, der unsere Stell,uigen beschoß, an und traf ihn. wie man fcftstellen konnte, mrt seinen Bomben. Der Monitor sah sich ge- zwungen, das Feuer einzustellen.
Die Ereignisse auf dem Balkan.
Vie Eisenbahnverbindunq Nisch—Sofia wiederheryeflellt.
o' r W ‘ 5,9- (Nichtamtlich. Bulgarische
Telegraphen-Agentur.) Tic Eisenbahnverbindung zwilchen Sofia und Risch ist wicderhergestellt. Ter Zug- verkehr hat heute begonnen.
Wa8 Reuter über Monastir meldet.
Br> Amsterdam, 5. Dez. feig. Drahtbericht. Z«nf. Bln) Reuter meldet aus Athen: Amtlich wird bekanntgeyeben, daß kerne einzige Truppenabteilung in Monastir eingerückt 'st. Nur deutsche Offiziere sind in die Stadt eingezogen und haben auf den Regierungsgebäuden drei Flaggen gehißt.
Rena« in der Nähe der griechischen Grenze besetzt.
Krivolac von den Franzosen geräumt.
Nr. Genf, ö. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Lyoner Blätter melden, daß sich die Serben nach dem Fall von Monastir in der Richtung nach Res na zurückzogr». Die Bulgaren besetzten in der Nähe der griechischen Grenze Kenali an der Eisenbahnlinie Salonlki-Monastir. Die Franzosen, die zur Vorbereitung der Offensive gegen Prrlcp und BeleS große Mengen Lebensmittel und Munition nt Krivolac angehäust hatten, mußten die Stadt räumen. Der Privatverkehr zwischen Saloniki und Athen ist seit einigen Tagen eingestellt.
Rönig Ferdinand in Nisch.
W- T.-B. Sofia, 5. Dcz. (Nichtamtlich. Bulgarische Tele- graPhen-Agentur.) König Ferdinand reiste am Freitag nach Nrsch, wo cr m dem Hause abstieg, das dem serbischen Kronprrnzen Alexander zur Wohnung gedient hatte. Nach Be- stchtrgung des Gebäudes, in dem die Skupschtina und verschiedene Ministerien untergebracht waren, kehrte der König nach Sofia zurück. Während der ä.ages verteilte der König unter die Arbeiter, die an der Ersenbahnstrccke beschäftigt waren, Geschenke.
Wachsende Sorge um das Salonikiabcntcuer.
m G ' Drahtbericht. Zens. Bln.)
Nach dem Fall von Monastir wendet sich die Sorge der Verbündeten dem Schicksal des Salonikiuntcr nehme ns
zu. Im englischeil Kronrat herrschte darüber Uneinigkeit. Mehrere Minister befürworteten die Aufgabe Salo> n i k? S sowie Gallipolis. Asguith und Kitchener verfochten jedoch die gegenteilige Ansicht aus Furcht vor dem völligen Verlust des englischen Prestiges im ganzen Orient. Die Entscheidung wird im Pariser Kriegsrat fallen.
Die Scepolizei des BiervcrbandeS bereits in vollem Schwung.
W. T.-B. Mailand, 5. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der „Corriere della Sera" erklärt, aus griechischen Zeitungen gehe hervor, daß eine der Verbandsforderungen, nämlich die Seepolizei in den griechischen Gewässern, bereits tatsächlich seit einiger Zeit in llbung sei, ohne daß Griechenland Einspruch erhob. Der „Corriere della Sera" legt dies so aus, als könne nun Griechenland nicht umhin, zuzugestehen, daß dieser tatsächliche Zustand ei» Rechtszustand werde.
Die Aktion dcö Korps znm Stillstand gekommen.
Br. Rotterdam, 5. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Die „Daily Mail" meldet aus Saloniki, daß die Unternehmungen an der englisch-französischen Front wegen heftiger Schneestürme und ungeheurer Kälte — das Thermometer weist 27 Grad unter Null auf — zum Stillstand gekommen sind.
vie Neugestaltung der valkankarte.
Die türkisch-griechischeu Beziehungen. — Griechenland wird nicht unberücksichtigt bleiben.
W- T-B- Konstantinopel. 5. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Zu den von der französischen und italienischen Presse veröffentlichten Nachrichten, daß zwischen Griechenland und Bulgarien em Abkommen bestehe, sagt „Tasvier-e-Efkiar": Gleichviel, ob ein deutsches Übereinkommen besteht oder nicht, für uns ist es unwahr- scheinllch, daß bei einer Neugestaltung der Balkankarte die Interessen Griechenlands nicht berücksichtigt werden. Der ein- ,lge Grund des Mißverständnisses zwischen der Türkei und Griechen- land war die Veni, eloSpolitil. Nachdem nun dieser Grund beseitigt rst, könnte, falls an die Stelle der Phantasie die Ber- bie Freundschaft zwischen der Türkei und Griechenland, mehr noch eine Freundschaft zwischen Griechenland und Bulgarien hergestellt werden. Insbesondere eine Freundschaft poischen der Türkei und Griechenland ist es, die Italien die größten Besorgnisse einflößen könnte, da sie dem italienischen Ehrgeiz den schwersten Schlag versetzen würde.
Rumänien widersetzl sich einem russischen Durchzug.
. Köln, 5. Dez.. (Zens. Bin.) Dir „Köln. Ztg." will durch ihren Berichterstatter in Sofia erfahren haben, daß die rumänische Regierung am 28. November Ruß.
, 0 ^ crFIari Ijßoe, das; sie keinen Durchzua üurch rnmaniichcs Gebiet gestatten und sich jeder Gr- Walt wldcrsetze» werde Hier herrscht die allgemeine Meinung, daß Griechenland nicht mit dem Vier- v e r b a n d gehen kann, besonders wegen der letzten Plervcrbandsnote, die wegen der Forderung auf Preisgabe von Saloniki eine Vergewaltigung bedeute.
Der ttrieg gegen England.
Unsere v-voote an der Arbeit.
I?„ J S m ;!L ber Besatzung landeten in Malta, einer Z öo« Nt schwer verwundet, vier sind umgekommeu. —
ffnkt worden. Pfn '^lan Mac Leod" ist per-
ver gestrandete vampfer „Germania".
... «acnortigcr Akt von Rcnschcnfrcundljchlcit.
, 5. Dez. (Nichtamtlich.) Am 11. Oktober war
.® aö J$f ct "® ermania " von einem englischen O-Boot m schwedischem Hoheitsgebiet eine längere Zest be- schoßen worden und auf der Flucht vor dem Unterseeboot schließlich f'f 1 “" 1 '^.Danach wurde er von der Mannschaft des englische» O-Bootes durch eine ,m Maschinenraum angelegte Dynamitbombe gesprengt, nachdeui verschiedene Gegenstände von Bord besetttat worden waren. Jetzt bemüht sich das englische Auswärtige Ami den Sachverhalt zu verdrehen. Das O-Boot will danach sch a r f e Splisse gegen den Dampfer nur gefeuert haben, um ihn vor dem Auslaufen auf eine Sandbank zu warnen. Ein eigenartiaer » " ch ° r M ° n s ch e n f r e u n d l i ch k ° i t dies durch schaffe Schüsse zu tun, was blinde Schüsse viel besser getan hätten. Nach emstundtgen Abschleppungsversuchcn - man höre, ein O-Boot ver- sucht, einen etwa 2000 Tonnen großen Dampfer obzuschleppen — soll nach engl,scher Darstellung das Master in das Schiff aelaufe» fern, wgurch eine Kesselexplosion, verursacht worden sein soll Be. dauerltch ist für die englische Negierung, daß ihre O-Bootsmann- schast vergessen hat, dre zur Dhnamitbombe gehörige Zündschnur mitzunehmen, die, wie in dem Seeverhör durch die schwedischen Be- horden gerichtlich festgcstcllt worden ist. an Bord gesunden wurde und daß die Explosion nicht im Kestelraum des Schiffes, wie die Engländer behaupten, sondern im Maschinenraum crsolat toar. Diese englischen Entstellungen, die die Welt nicht mehr über- raschen können nach so vielen gleichen Vorgängen, werden auch jetzt von der schwedischen Presse scharf zurückgewiesen. da ifcx ! Unhaltbarkeil einwandfrei festzustellen ist. i
