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Verlag Langgaffe 21

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Tagdlatt-Haus" Nr.«650-5;.

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Samstag, 4. Dezember 1915. Nr. 566. 63. Jahrgang.

Die Ereignisse auf dem valkan.

Der Fall von Monastir.

Die bulgarische Zange.

London, 4. Dez. (Zens. Bln.) Reuter meldet aus Athen: Der Fall Moncrstirs war nicht mehr zu vermeiden-, weil die Bulgaren durch tägliche Eilmärsche eine UmzingelungAbe- wegung cmsgeführt hatten und sich Monastir in südöstlicher Richtung näherterr. Mehrere serbische Abteilungen, die, weil der Feind zu ftarf war, über Modena auf griechisches Gebiet in der Richtung auf Saloniki sich znrückziehM wollten, wur­den von überlegenen bulgarischen Stveitkrästen gefairgen ge­nommen. Bisher sollen den Bulgaren bei Monastir 6 0 00 Serben in die Hände gefallen sein. Die Front der bul­garischen Streitmacht, die sich bereits zu Beginn der Woche vom Wardarsluß bis Monastir immer mehr dem Laufe der Cerna anpaßte, welcher Fluß jetzt überschritten wurde, nimmt mehr und mehr die Form einer Zange an, zwischen deren Schenkeln die englischen -und französischen Truppen am unteren War dar bezw. zwischen Wardar und Strumitza eingeschloffen werden. Es ist daher anzunehmen, daß diese Truppen südliche Stellungen besetzt haben, sofern sie schnell genug Verstärkungen erhalten.

Aus der Berliner Presse.

Berlin, 4. Dez. (Zeus. Bln.) Zum Fall von Monastir schreibt Major Moraht imBerliner Tageblatt": Falls sich die Eroberung der Stadt Monstir bestätigen sollte, so wäre sie ein weiterer Erfolg der bulgarischen Südarmee. Für die gesamte Kriegslage hat der Fall nur nebensäch­liche Bedeutung, für die Bulgaren besitzt er Wichtig­keit. Er macht sie zu unumschränkten Herren des südlichen Zipfels von Südmazedonien und gestattet, erhebliche Kräfte gegen die französische linke Flanke zu schicken, die zurzeit wahrscheinlich sich im Rückmarsch im Wardartale be­finden. Der Widerstand der Serben im Gebiet von Monastir war geradezu bewundernswert. Trotz schwerer Ent­behrungen und scharfer Kalte haben die Serben Widerstand geleistet, so lange es ging Ob nach dem Fall von Monastir ebne Vereinigung der serbischen Heeresreste mit den Lan­dungstruppen der Alliierten möglich sein werde, erscheint dem Berl. Lokal-Anzeiger" mehr als fraglich. In der Kreuzzeitung"- heißt es: Auch im Falle Monastir sind die BierverbandIhoffuungen, wie in so vielen anderen Fällen, kläglich gescheitert.

Die ersten Bulgaren in Monastir.

W. T.-B. Mailand, 3. Dez. (Nichtamtlich.) Magrini drahtet demSecolo" aus Florina: Nachmittags 3 Uhr (An­gabe des Tages mehlt, vermutlich Donnerstag) näherte sich bulgarische Kavallerie, von Mogila kommend, Monastir bis auf 2 Kilometer. Um 4 Uhr nachmittags fuhr ein Automobil mit zwei Kavalleristen in die Stadt ein. Die amerikanische Flagge, die auf den als Hospitäler be­nutzten Schulen wehte, wurde durch die österreichische ersetzt.

Deutsche und Oesterreicher in Monastir?

Frankfurt, 4. Dez. (Zeus. Frkft.) DieFranks. Ztg." läßt sich aus Amsterdam melden: Reuter berichtet aus London: Nach einem Bericht aus Florina vom 2. Dezember --sind deutsche und österreichische Truppen heute nach­mittag um 3 Uhr in Monastir eingerückt. Sie hißten die österreichische Flagge. Die bulgarischen Streitkräfte befinden sich noch in K e n a l i und werden mor­gen in Monastir ihren Einzug halten.

Monastir von den Serben nach französischer Meldung freiwillig geröumt?

W. T.-B. Saloniki, 4. Doz. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Ha va s in eidun g. (!) Die Serben haben gestern ab-end Monastir geräumt, und zwar auf Befehl und nicht infolge bulgarischen Drucks.

Die Reste der serbischen Rrmee befestigen sich in Albanien und Montenegro.

Br. Christiania, 4. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Aus Rom wird berichtet: Der Rest der serbischen Armee be­festige sich jetzt in den hohen montenegrinischen und albanischen Gebirgen. Der Krieg werde jetzt ein Fel­senkrieg werden.

Berlin, 4. Dez. (Zens. Bln.) Aus Bukarest meldetAz Est", daß die Reste der serbischen Armee in den albanischen Bergen neue Stellungen bezogen haben.

Oer Befehlshaber der britischen Artillerie in Serbien in Skutari eingetroffen.

W. T.-B. London, 4. Dez. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) Hier ist die Nachricht eingetroffen, daß Ad­miral Tro-bridge, der die britische Artillerie bei Belgrad befehligte, in Skutari eingetroffen ist.

Das Elend des serbischen Rückzugs.

Br. Berlin, 4. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der serbische Berichterstatter desCorriere della Sera" tele- graphi«xt demB. T." zufolge aus Florina entsetzliche Ein­zelheiten über die Flucht der Serben. Es sei nicht mehr ein Heer, sondern ein Zug von Gespenstern, die in grauer Ferne verschwinden. Die österreichischen Gefangenen wurden vor den fliehenden Truppen hergetrieben. Es seien keine Menschen mehr, sondern Wandel ndeSkelette, die am Wege niedersinken, dann rafft man sie wohl aus und sucht

sie auf der Flucht mitzuschleppen, aber sie haben keine Kraft mehr, zu marschieren und lassen sich von neuem im Schnee niedersinken, der chr Grab wird.

Die fortschreitende Offensive gegen Montonegro.

Fortschaffung der öffentlichen Kassen aus der Hauptstadt Eettiuje.

Berlin, 4. Dez. (Zens. Bln.) Wie die WienerReichs­post" meldet, wurden infolge Fortschreitens der österreichisch- ungarischen Offensive gegen Montenegro die öffentlichen Kassen in Cettinje über Manien nach Italien gebracht.

Serbiens zertrümmerte Scharen.

Br. Lugano, 4. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Wie jetzt aus verschiedenen Quellen festgestellt wird, hat Ioffre den Plan für den serbischen Rück­zug persönlich ausgearbeitet. Der Rückzug wurde von dem Woywoden Putnik durchgeführt. Die kümmer­lichen Überreste der Armee des Königs Peter kämpfen jetzt in drei Gruppen. Me eine Gruppe zieht sich mit Montenegrinern zurück. Sie leidet großen Mangel an Verpflegung, namentlich an Brot. Bisher hat die Entente die versprochenen Vorräte über Antivari und San Giovanni di Medua nicht nach Montenegro schicken können. Der zweite Teil -der serbischen Armee flüch­tete in die albanischen Berge, wo zurzeit ein besonders strenger Winter herrscht. Me Lage der serbischen Trup­pen ist hier, ganz abgesehen von Lebens- und Futter­mittelmangel, sehr schwer wegen des feindlichen Ver­haltens der albanischen Eingeborenenstämme. Die Munition geht ihnen aus und die Entente kann ihnen kein Kriegsmaterial zukommen lassen. Dieser Rest der Serben besitzt nicht einmal Stacheldraht, so daß sie ihre Stellungen ohne Drahthindernisse ausbauen müssen. Dieses Häuslein demoralisierter Soldaten kommt ernst­haft nur noch für den Guerillakrieg in Betracht. Me dritte Gruppe des ehemaligen serbischen Heeres ist diejenige, welche bei Monastir steht. (Bekanntlich liegt eine Bestätigung des Falles von Monastir von amtlicher Seite noch nicht vor. D. Schriftl.)

Die Wiederherstellung der Orientbahn.

London, 4. Dez. (Zens. Bln.) Reuter meldet aus Saloniki : Aus zuverlässigen Meldungen geht hervor, daß die Eisenbahn zwischen Konstantinopel und Risch bereits v o l l ft ä n d i g hergestellt ist. Dagegen nehmen die Her­stellungsarbeiten an der Linie Belgrad-Nisch voraus­sichtlich noch eine Woche in Anspruch.

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Scheitern der Verhandlungen zwischen

Griechenland und dem Vierverband?

Beunruhigung und Gerüchte in Italien.

W. T.-B. Rom, 3. Dez. (Nichtamtlich.) DerMefsatzgerv" teilt Mit, daß in der gestrigen Kammersitznnig nach der Rede des Abgeordneten Mtcheli die Minister Sonnino und Salandva schleunigst den Sitzungssaal verließen. Die Sitzung wurde -unterbrochen. Beide Minister blieben etwa 28 Minuten im Minifterzimmer zu einer Be- spvechung. Bald verbreitete sich das Gerücht, die Conft-lta habe schlimme Nachrichten erhalten; die griechische Regie­rung habe ablehnend aus die letzten kategorischen Forde­rungen des Bierverbandes geantwortet, sowohl auf das Ver­langen des freien Gebrauches des Häsens und der Bahn­linien von Saloniki, wie auf die Forderung, die griechischen Küsten überwachen zu dürfen, um zu verhindern, daß öster­reichisch-ungarische Unteffeeboote sie als Basis benutzten. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt bisher nicht vor.

W. T.-B'. Nom, 3. Dez. (Nichtamtlich.) Zu den Ge­rüchten von einem Scheitern der Verhandlungen zwischen Griechenland und dem Vterverband schreibt dasGiornale d'Jtalia", daß nach Erkundigungen an wdhlunterrirhteter Stelle kein neuer Vorfall eingetveten sei. Ans die Forde­rungen des Verbandes in der letzten Note, worüber die Be­sprechungen andauern, liegt keine Weigerung Griechen­lands vor. Die Nachrichten über einen Abbruch der Verhand­lungen sind daher unbegründet.

pariser Besorgniffe.

W. T.-B. Paris, 3. Dez. (Nichtamtlich.) Den Stillstand der Athener Verhandlungen führenMatin" und andere Blätter aus den Erfolg der zähen Arbeit der deut­schen Diplomatie zurück. Des Königs Wunsch sei der Abmarsch der Truppen des Verbandes . Man dürfe sich nicht wundern, wenn der Einigkeit mit Deutschland in diesem Wunsche die Einigkeit im Handeln folge. Hierüber seien aber keinerlei Voffichtsmahregeln in Saloniki getroffen, so daß nach Ansicht desMatin" eine weitere ab­wartende Haltung bei dieser Sachlage als sträflich an- zUsehon sei. >

Oie griechische Regierung an den vierver­band über die Zwecklosigkeit des Salonlkier Unternehmens.

Französische Besorgnisse über eine mögliche gemeinsame

Aktion Griechenlands mit den Zentralmächten.

Br. Genf, 4. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Wie Meldungen der Pariser Presse besagen, legte die griechische Regierung de« Vertretern des Vierverbandes

ein militärisches Gutachten vor, welches das SalsaWer Unternehmen der Entente als nunmehr _ gegen­standslos bezeichnet«:, nachdem die serbische Armee vernichtet sei. Die Athener Regierung rate daher der englisch-französischen Heeresleitung an, ihre Lan­dungstruppen vor den Gefahren einer deutsch- bulgarischen Angriffes zu retten und Saloniki wieder zu verlassen. Die Pariser Presse führt die Haltung Griechenlands ans Schritte der Mittel­mächte in Athen zurück, die einen Vorstoß der deut­schen und bulgarischen Armee« ans Saloniki angekun- digt hätten. DerMatirr" erklärt, man dürfe nicht er­staunt sein, wenn die politische Übereinstimmung zwi­schen Athen und Berlin zu einer gemeinsamen militärischen Aktion führen werde. Die von Sonnino angekündigte Hilfe Italiens, wie die Intervention Rußlands an der rumünffchen Grenze erweckten nur wenig Hoffnung. DerTemps" schreibt: Solche Entschlüsie gewinnen nur Wert durch rasche energische Taten.

Venizelos' Verhandlungen mit dem Vierverband.

Br. Lugano, 4. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Di« venizolistischeHestia" gibt einem Athener Telegramm derGazette dcl Popolo" zufolge ein« Darstellung der Er­eignisse, die zur Landung der verbündeten Truppen in Saloniki geführt hätten. Am 10. September habe Vemizelos nach einem Besuch beim König die Vertreter des V r er- ve rband es zu sich gebeten und diese befragt, ob der Vi-er- verband, ioenn die Griechen im Falle eines Krieges mit Bul­garien die ausbedungenen 150000 Mann kaum würde stellen können, mit der gleichen Truppenzahl für sie eiuzutreten be­reit sei. Ms dies bejaht wurde, dankte Venizelos ihnen für ihre Bereitwilligkeit, sprach jedoch die Befürchtung aus, daß gegen feine Erwartungen Griechenland seine Ne -utralität schwerlich aufgeben werde. Damals war die Mi nister- krise bereits ausgesprochen, wenn auch das Kabinett noch über eine Woche im Amt blieb. Am 19. September erfolgte die erste TruWenlandung vom Vierverband, die Venizelos nicht erwartet hatte und gegen die er protestierte.

Landung italienischer Truppen in valona.

Kopenhagen, 4. Dez. (Zens. Mn.) Aus Athen wird telegraphiert: Eine größere italienische Truppenabtei­lung ist am Donnerstag in Valona gelandet.

Die von der rumänischen Regierung angestrebte Verständigung der Parteien.

Br. Bukarest, 4. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bon.) Das hiesige Regierungsblatt veröffentlicht einen Leitanfsatz unter dem TitelDer Ausruf des Königs zur Verständigung der Parteien", worin dann am Schluß der Errvartnng Aus­druck gegeben wird, daß er seine Wirkung nicht verfehlen werde, indem die polttischen Parteien, die feit Beginn des Krieges einander heftig bekämpften, den Weg zn einer Ver­ständigung und Vereinigung finden werden. Unter den gegenwärtigen Umständen bedarf Rumänien des Friedens zwischen sämtlichen politischen Parteien. Das Blatt Minerva" teilt mit: Der gestrige Ministerrat beschäf­tigte sich mft der mnerpolitischen Lage. Ein Minister äußerte sich zu einem Mitarbeiter des genannten Blattes nachher folgendermaßen: Die Regierung ist fest entschlossen, jede Gewalttat der Opposition, sowohl im Parlament, als auch auf der Straße, zu unterdrücken, und wird auch alle hierzu nötigen Maßregeln ergreifen. In der morgigen Sitzung wird an die Regierung d-ie Anfrage ge­stellt werden, welche Richtung sie in der äußeren Politik einschlagen werde. Man erwartet gespannt die. Beantwor­tung dieser Interpellation durch den Ministerpräsidenten. In Regierungskröisen glaubt man jedoch, daß die Antwort bloß im allgemeinen sich mit der Lage beschäftigen werde, ohne auf die neuen Pläne der Regierung einz-ugehen.

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Das Dardanellsn-Rbenteuer.

In London erwögt man die Zurückziehung der Truppen von Gallipoli?

Br. Haag, 4. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln) Die Morning Post" meldet, daß Kitchener zurzeit lange Konferenzen mit -den Mitgliedern der Regierung habe, wobei, wie schon erwähnt wurde, hauptsächlich die Frage er­örtert werde, ob es ratsam sei, die Streitkräfte der Verbün­deten von G al l i p o l i zurückzuziehen, um sie nach dem Balkan zn schicken. Dort stucke sich gegenwärtig der wich­tigste Abschnitt des ganzen Feldzuges ab. Andererseits sei die Vermehrung der Streitkräfte der Ver­bündeten auf Gallipoli infolge technischer Schwierigkeiten fast unmöglich-

Die Niederlage der Engländer in Mesopotamien. ,

Siegesfeier in Konstant! iropel.

W. T.-B. Konstantinopcl, 3. Dez. (Nichtamtlich.) Die Nachricht von dem Sieg der Türken über die Engländer in Mesopotamien, die gestern um die Mittagsstunde be­kannt wurde, rief ru der ganzen Stadt großen Jubel hervor. Die Häuser legten sofort Flaggeuschmuck au. Die Bevölkerung von Bagdad hat unverweilt eine Samnllung zugunsten der Verwundeten eingeleitet. Die erste Liste enthält Zeichnungen im Betrag von 7000 Pfund, für Bagdad eine ansehnliche Summe. Ergänzenden Nachrich-