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Kreitag. 3. Dezember 1915.

ktbend-Kusgabe.

Nr. 564. . 65. Iahrgang.

Erfolgreiche Rümpfe im GebirgesuöWestlichMilrowitza.

Wieder 1200 Serben gefangen-

Der Tagesbericht vom 3. Dezember.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 3. Dez. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Zwei feindliche Monitorc beschossen wirkungslos die Gegend von W e ft e n d e.

Südlich von Lombartzyde (bei Nicuport) wurde ein französischer Posten überrascht. Einige Gefangene fielen in unsere Hand. Im übrigen zeigt die Gesechtstätigkeit an der Front keine Veränderung gegen die vorhergehenden Tage.

Westlich von Rohe mußte ein französischer Doppel­decker im Feuer unserer Abwehrgeschütze landen. Die Insassen, zwei Offiziere, wurden gefangen genommen.

Gsstlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem größten Teil der Front hat sich nichts von Be­deutung ereignet.

Bei der Heeresgruppe des Generals v. L i n s i n g e n überfielen unsere Truppen bei Podczerewicze am Styr (nörd­lich der Eisenbahn Kowcl-Sarny) eine vorgeschobene russische Abteilung und nahmen 68 Mann gefangen.

Balkanstriegsschauplatz.

Im Gebirge südwestlich von Mitrowitza spielen sich erfolgreiche Kämpfe mit vereinzelten feindlichen Abteilungen ab. Dabei wurden gestern über 1260 Serben gefangen ge­nommen. Oberste Heeresleitung.

Die Ereignisse auf dem Balkan.

Das Ende des serbischen Feldheeres.

Bulgarische Blkttcritimmen.

W. T.-B. Sofia. 3. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die Matter besprechen mit Befriedigung das Ende des ser­bischen Feldheeres und die Befreiung des größten Teiles von Mazedonien. Die Presse hebt den FuM hervor, mit dem die bulgarischen Truppen van der Bevölkerung Mazedoniens begrüßt worden sind.Echo de Bulgare" schreibt: Der gegen­wärtige Kampf ist eine Folge des hinterlistigen Angriffs der Serben aus unsere Einheit im kritischsten Augenblick unseres rationalen Daseins. Der Kampf wird entschieden.zugunsten des Rechts gegen den anmaßenden Nachbarn.Narodni Prava" schreibt: Tie serbische Armee ist vernichtet. Nun irren in Alba n i e n kleine Truppenkörper ohne Nahrung. Artillerie und Munition umher. Das Nest des Verbrechens und der Streithähne ans dem Balkan ist aufgehoben. Ser­bien besteht nicht mehr. Heil den Helden, die sich dem Vaterlcmde geopfert haben. Heil den Führern der verbün­deten Heere, die so klug die Truppen zum Siege führten. Der Bericht des deutschen Hauptquartiers erkennt das Heldentum der bulgarischen Armee an und erkennt weiter cm, daß sie ihre Ausgaben stets mit besonderem Erfolg ausgesübrt hat. Diese Anerkennung freut uns ungemein. Wir sind glücklich, die würdigen Verbündeten der Eroberer Polens, Nordfrcmkreichs und Galizien zu sein.

Die Lage in Monastir.

Die Kapitulation schon erfolgt?

Berlin, 3. Dez. (Zeus. Bln.) Die Lage von Monastir schildert der Berichterstatter Magrini dem MailänderSecolo' verschiedenen Morgenblättern zufolge als trostlos. Die Kaufläden feien am hellen lichten Tage geplündert wor­den. Der italienische Konsul sei nach Saloniki abgereist, während der russische, der englische und der französische Konsul in Florina verblieben, um dort den Schluß der Tragödie abzuwarten. Die Kapitulation von Monastir sei in Gegenwart des griechischen Konsuls, des serbischen Metro­politen, des Bürgermeisters von Monastir und der bulga­rischen und deutschen Delegierten unterzeichnet worden. - - Mehrere Morgenblätter bemerken ausdrücklich, daß die Übergabe von Monastir von anderer Seite bisher noch nicht bestätigt worden sei.

Radoslawow über die politische und militärische Lage.

W. T.-B. Sofia, 2. Dez. (Nichtamtlich. Verspätet ein- getroften.) Ministerprästdent Radoslawotp erklärte dem Vertreter des W. T.-B., die allgemeine politische und militärische Lage sei durchaus befriedigend. Die serbische Armee sei nach ihrer Verdrängung aus P r i st i n a und Mitrowitza in einer geradezu verzweifelten Lage. Während die verbündeten Streitkräfte die Städte und Ebenen besetzt halten, seien die Serben ans das mon­tenegrinische und albanische Bergland be­schränkt. Der Winter sei jetzt dort eingekehrt und mache bte wenigen Wege, die vorhanden seien, ungangbar. Militärische Unteimehmungen in größeren Verbänden während der schlechten Jahreszeit seien unmöglich. Die serbische Armee sei infolgedessen tatsächlich erledigt. Schwieriger sei die Aufgabe der bulgarischen Truppen an der Süd fr out. wo sie in einem gebirgigen Gelände operieren müßten; aber der Heldenmut und die Ausdauer der Bulgaren würden es er­möglichen, auch diese Hindernisse zu überwinden. Von Grie­chenland sei keine Überraschung zu befürchten. Griechenland befinde sich mitten in einer lebhaften Wahlbewegung und be-

toeise -damit die Absicht, nicht auS feiner Neutralität heraus- zntreten. Über den weiteren Verlaus der kriegerischen Ope­rationen könne noch nichts gesagt werden. Bedeutungsvoll für weitere Beschlüsse fei die Reise Enver-Pafchas nach Orsova, welcher vom König empfangen wurde und mit dem Ministerpräsidenten und dem Kriegsminister Unter- rsdungen hatte.

wirtschaftliche Abkommen Bulgariens mit den Ientralmächten.

Eine Unterredung mit dem bulgarischen Arbeitsminister.

W. T.-B. Sofia, 26. Nov. (Nichtamtlich. Verspätet ein­getroffen.) Arbeitsminister P e t k o w erklärte dem Vertreter des W. T.-B. unter Hinweis auf die Dresdener Konferenz zur Besprechung der künftigen wirtschaftlichen Beziehungen der Zentralmächte und ihrer Verbündeten, alle Bulgaren haben jetzt erkannt, daß Rußland sie nur befreite, um bereit­willige Diener seiner Eroberungssucht ans ihnen zu machen. Bulgarien verfolgt keine uferlosen Pläne. Es erstrebt nur die Verwirklichung serrrer nationalen Ein­heit und die Sicherung seiner staatlichen Unabhängigkeit. Es wünschte seine Politik nur nach seinen eigenen Interessen zu gestalten. Das bulgarische Volk ist jetzt einig darüber, daß es seine politischen und wirtschaftlichen Interessen am besten im Anschluß an die Zentralmächte wahren kann. Die Auf­gabe der Dresdener Konferenz, was Bulgarien anlangt, hätte darin zu bestehen, die Vorbedingungen für eine wirtschaftliche Annäherung Bulgariens an die Zentralmächte zu schaffen. Es kann sich jetzt, während die Waffen sprechen, naturgemäß noch nicht um eine Festlegung von Einzelheiten handeln. Zweck der Besprechungen ist vielmehr nur die Fühlungnahme zwischen den Vertretern der beteiligten Staaten und eine Äußerung über die Auffassung, welche sie über A r t und U m- fang der zu treffenden Abkommen haben. Was sein eigenes Ressort betrifft, erklärte Petkow, daß sich den

Zentralmächten ein großes Feld für die wirtschaftliche Be­tätigung eröffne. Bulgarien brauche Straßen und Eisen­bahnen, es bedürfe fremder Kapitalien, um seine wirtschaft­lichen Kräfte voll entfalten zu können. Bulgarien werde gern den deutschen Kapitalisten. Kaufleuten und Ingenieuren seine Pforten öffnen, da es von ihrer Tätigkeit eine Stärkung seiner eigenen Volkswirtschaft erhoffe. Diese Gemeinsamkeit der Interessen bilde die beste Bürgschaft für ein gutes und fruchtbares Zusammenwirken Bulgariens mit den Zentral­mächten.

Mitzglückte provianlzusuhren für die fliehenden Serben.

Berlin. 3. Dez. (Jens. Bln.) Bon einem in Sofia eili­ge troffenen Führer der Albanesen will der Berichterstatter der Voss. Ztg.". Mario Passarge, erfahren haben, daß _ die Entente längs der albanischen Küste kleinere Abteilun­gen gelandet habe, die zur Begleitung von Proviant und Munition für die Serben bestimmt wagen, deren Vormarsch aber durch die feindselige Haltung der Albanesen auf­gehalten wurde, so daß ihre Aufgabe nunmehr hinfällig ge­worden sei. Die Albanesen hätten den Bulgaren vielfach große Dienste geleistet.

Die Besetzung von Plcvelje.

Bi-. Wien. 3. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Aus dem K. und K. Kriegspressequartler wird gemel- det: Durch die am 2. Dezember erfolgte Einnahme von

P l e v e l j e gelangte die erste größere montenegrini­sche Ansiedlung in den Besitz unserer Batkanstreitkräfte. Die Eroberung war die rasche Folge einer ausgezeich­neten strategische Anlage des umfassenden Angriffs, der von drei Seiten erfolgte. Im Nordosten und Osten geschlagen, flohen die Montenegriner in allgemein westlicher Richtung. Nachdem sie das Munitions­magazin und die über den Gebirgsfluß -Cehotina führende Brücke gesprengt hatten. In der Stadt blieben ungefähr 3000 Einwohner, hauptsächlich Mos­lems, die die siegreichen Truppen jubelnd empfingen. Bei Plevelje erbeuteten die Unsrigen viele von den Montenegrinern weggeworfene Gewehre und viel. Sanitätsmaterial.

| (Ein dringlicher griechischer Ministerrat

W. T.-B. Athen, 3. Dez. (Nichtamtlich. Agcnce Havas.) Skuludis hatte eine lange Unterredung mit dem König, der, wie die Zeitungen sagen, die Ansicht der Regierung voll­kommen teilt. In einem 'dringlich etnbevnfemien Minftterrat berichtete der Ministerpräsident über den Meinungsaus­tausch mit den Gesandten des Vier Verbandes. Der Ministerrat erörterte alle Möglichkeiten der Lage. Es entspann sich eine lange Auseinandersetzung über die Haltung, die Griechenland unter den vorliegenden Umständen emzn- nehmen hat. Der Chef des Generalstabes wohnte der Be. ratnng bei.

Griechisch-türkische Verhandlungen?

Br. Haag. 3. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Aus einer Bukarester Drahtung derDaily News" geht hervor, daß gegenwärtig zwischen der Türkei und Griechenland Verhandlungen wegen eines b e- sonderen Abkommens stattfinden, und zwar in dem Sinne, in dem das Abkommen zwischen Griechen­land und Rumänien gehalten sei. Die Verhandlungen

werden in Athen von Triama und in Konstantnwpel von dem ehemaligen griechischen Minister des Äußern Dr. Streit geführt.

Eine geheimnisvolle Bombeuexplosion.

Br. Budapest, 3. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Noch einer Athener Meldung desA Villag fand gestern in der Wohnung der Witwe Katra eine Bombenexplosion statt, wobei zwei Studenten, die dort zur Miete wohnten, getötet wurden, der letzten Zeit hatten diese oft den Besuch franzö­sischer Soldaten empfangen, die kleine Päckchen mit- brachten. Die Wirtin glaubte, daß sich Lebensmittel darin befänden. Man nimmt an, datz die Studenten einen Mordanschlag im Schilde führten, an dessen Ausführung sie durch die Erplosion verhindert wurden.

Nutzland und Rumänien.

Br. Budapest. 3. Dez. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.)A Villac," läßt sich aus Sofia drahten: Laut aus Petersburg über Rumänien eingetroffenen Berich­ten. weilt seit einigen Monaten eine von Rumänien entsandte Kommission in Petersburg, um Per- Handlungen mit dem russischen Reiche zu führen. Die Verhandlungen haben bisher kern Ergebnis ge- habt. Rußland beabsichtigt, größere Truppen- massen gegen Bulgarien zu entsenden, doch will man