Einzelbild herunterladen
 

feliaöfiwr TsgblA

21 tPöcftcntlid) 12 Ausgaben. „xmtuJS^i-^no-^

6<6aIttt=CaBe gedffntt Don 8 Uftic motten« bi* 7 Uijr »Stnti«. WOUfCfWUttJ ^ 9 *»« 8 Uhr morgrfä b.« 8 llh- Ofen». «»&« S-rmt-g«

„T-gVlatt-HxuS" »x. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgen» bis 8 Uhr abends. -»Her Sonntag«

aen-Breis für die 3eile: 15 Pi-, inr örtliche Anzeigen im ..Arbettsmartt» und ..»leiner A-zeiaer^ in einhetrlicher Satziorm. 20 Big. in davon abweichender Satzauskihrung. i°w,e iür-L-übrigen ör-I.chen Anzeigen, 8ü Ps, für alle auswärtigen Anzeigen: i Mk iur örtliche Reklamen. 2 Mk Mrauswarti^ Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlanirnd. nach beianderrr Berechnuna. - !>i wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwiichenraumen entivrechender Naö

BerlinerSchriftlrituugdes WiesbadenerTagblatts:Berlin^.,PotsdamerStr.121L. Fernspr.:AmtLützvw6202u.6203. T-^n'undPlä"e"i^»keine«eÄh^bern-mmm.

Mittwoch» 1. Dezember 1915.

klbend-klusgabe.

Nr. 560. . 63. Jahrgang.

«

17000 Gefangene bei prizrend!

Der Sieg der Bulgaren bei Prizrend.

17000 Gefangene, 50 Geschütze und sonstige reiche Beul«. — Unaufhörlich wachsende Ge- fangenenzahl. — Uönig Peters Flucht. — Das Ende des Feldzugs gegen Serbien.

Der bulgarische Bericht vom 29. November.

W. T.-B. Sofia, 1. Dez. (Nichtamtlich. Drccht- boricht.) Bulgarischer Generalstabsbericht vom 28.: Mittags haben unsere Truppen nach kurzem Kampfe von entscheidender Bedeutung die Stadt Prizrend genommen. 16000 bis 17 000 Gefangene wurden gemacht, 50 Feldgeschütze und Hau­bitzen, 20 000 Gewehre, 148 Automobile und eine Menge Kriegsmaürrial erbeutet. Tic Zahl der Gefan­genen wächst unaufhörlich. König Peter und der russi­sche Gesandte Fürst Trubctzkoi sind am 28. November, nachmittags, ohne Begleitung mit unbekanntem Ziel davon geritten. Alter Wahrscheinlichkeit nach wird die Schlacht von Prizrend, wo wir die letzten Reste der serbischen Armee gefangen nahmen, das Ende des Feldzuges gegen Serbien bedeuten.

Oer bulgarische Bericht vom 28. November. Die Verfolgung über prizrend. — wieder 2200 Gefangene, 1b Geschütze, 22 Munitions­wagen erbeutst. — Die Serben nur noch umherirrende Massen. — Nruschewo und ttichewo in Mazedonien besetzt. — Kein einziger Serbe oder Franzose mehr auf dem linken Cernaufer.

W. T.-B. Sofia, 30. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt vom 28. November: In der Richtung von Prizrend verfolgen unsere Truppen restlos die Serben, welche sich in großer Unordnung gegen Montenegro zurückziehen. Auf der Straße P r i st i n a - Prizrend liegen allenthalben Ausrüstungsstücke und Kriegsmaterial. Auf beiden Seiten der Straße sieht man zahlreiche tote Pferde und Ochsen sowie beschädigte Wagen und Motorlastwagcn. Wir entdeckten in der Umgebung des Dorfes Suharska eine erhebliche Menge Munition sowie zahlreiche Geschütze, von denen nur noch die Lafetten und Achsen übrig waren. Weiter südlich fanden wir die Trümmer eines Pontonparks einer Pionierkompagnie. Das alles be­weist, daß die Reste der serbischen Armee nur noch umher- irrend: Massen sind. Im Laufe dieses Tages machten wir 22ÜV Gefangene und erbeuteten 16 Geschütze und 22 Muni­tionswagen.

Atzf der Südsront entwickeln sich die Operationen für uns g ü n st i g. Unsere Truppen besetzten am 26. d. M. die Stadt K i ch c w o, heute nahmen sie die Stadt Kruschcwo in Besitz. Die Serben operieren nunmehr in dieser Gegend nur noch als kleine vereinzelte Abteilungen. Unsere Truppen, die längs der oberen Cer na operieren, über­schritten diesen Fluß und bemächtigten sich der Brücke und Straße, die nach Bitolia (M o n a st i r) führt. Auf den übri­gen Fronten wenig Veränderungen.

In den täglichen Heeresberichten unseres Großen Gcnc- talstabs werden die Operationen unserer Truppen nur da skizziert, wo Änderungen in der Lage eintrctcn. Im all­gemeinen wird nichts erwähnt von den Fronten, wo die Lage pnverändert blieb. Dies bezieht sich besonders auf die süd­liche Front, wo infolge der passiven Haltung der englisch- französischen Truppen unsere Berichte nur weniges über die Operationen meldeten, die dort stattgefunden haben. Um jeder Deutung dieses Schweigens in Europa vorzubeugen, die dieses vielleicht als ein Zeichen von Mißerfolgen darstellcn wollte, gibt der bulgarische Genrralstab bekannt, daß die Ope­rationen der englisch-französischen Truppen sich auf das Cernatal beschränkt haben. Die englisch-französischen Truppen haben nicht nur um keinen einzigen Schritt Vordringen können über die Stellungen, die sie zur Zeit der Ankunft unserer Truppen besetzt hiel­ten, sondern sie wurden sogar um einige Kilometer hinter diese Stellungen zurückgcdrängt. Alle ihre

Versuche, nordwestlich der Cerna vorzugehen, blieben er­folglos. Heute befindet sich kein einziger Serbe oder Franzose auf dem linken Ufer der Cerna. Die Brücken des Flusses bis zur Mündung in den Wardar wnrden von den Serben und Franzosen anf ihrem Rückzug zerstört.

Firns Serbiae.

Ein norwegisches Urteil über die hervorragenden Leistungen der Balkan-Offensive.

W. T.-B. Christiania, 1. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbe­richt.) Der militärische Mitarbeiter des „Mvrgenblrdet" schreibt in einem Artikel „Unis Serbiae": Nach den Ereig­nissen der letzten Tage ist die Lage des serbischen Heeres ver­zweifelt. Die letzten Teile ihres Landes werden bald erobert sein. Ihre Heere oder was davon noch übrig ist, werden gezwungen sein, Zuflucht in Montenegro und Manien zu suchen. Ihre Wrderstaiidskraft, gar nicht zu reden von der Offensivkraft, ist gebrochen. Das Heer ist außer Spiel gesetzt. Die Verbündeten und die Bulgaren können binnen wenigen Tagen den größten Teil ihrer Streit- kräfte gegen neue Ziele führen. Jedenfalls ist der erste Tei l des großen Krieges auf dem Balkan abgeschlossen. Der Feldzug wurde von den Verbündeten und den Bulgaren mit einer Kraft und Tüchtigkeit geführt, die ihn in die Reihe mit vielen hervorragenden Taten der ersten Zeit des Krieges stellen. Ein Heer von 250 000 Morrn, wohl eins der tapfersten und kriegsgeübtesten der Welt, belagern und bis zur Machtlosigkeit verringern und noch dazu in einem Lande, das so geeignet ist für eine hartnäckige und zähe Ver­teidigung, wre Serbien mit den denkbar elendesten Wegen, größtenteils in wilden Gebirgsgegenden, wo überhaupt keine Wege sind, and ununterbrochene Regengüsse und Schnee allen .Kriegshandlungein und seder Zuftchr die größten Schwie­rigkeiten bereitet haben, alles das im Lause von 6 bis 7 Dockien zu vollbringen, ist eine so großartige Leistung, daß selbst der tapfere Kampf der Serben fiir ihr Land Da­gegen verblaßt.

Die Erledigung der französisch-englischen Komödie mit ein Teil des bulgarischen Programms.

Die Erklärung eines bulgarischen Ministers.

Berlin, 1. Dez. (Zens. Mn.) Ein bulgarischer Minister sagte dem Vertreter der ..Voss. Ztg." in Sofia, Passäuge: Ich erachte den serbischen Feldzug für so gut wie erledigt. Selbstverständlich, setzte der Minister hinzu, wird Bulgarien so lange unter den Waffen bleiben, bis auch die übrigen Verbündeten Serbiens n i ed er g er n n g en sind. Die Erledigung der französisch-englischen Komödie, die fiir die Feinde eine Tragödie werden wird, gchört mit ins.Pro- granun.

Kaiser Franz Ioseph an Generalfeldmarschall v. Machensen.

Hohr Auszeichnungen für die Heerführer Mackensen, Gallwitz und Kocveß.

W. T.-B. Wien, 30. Nov. - (Nichtamtlich.) Seine Kaiser!, und Königl. Apostolische Majestät haben geruht, das nach­stehende Handschreiben zu erlassen: „Lieber Generalfeld­

marschall v. Mackensen! Dank Ihrer mustergültigen Führung, der vortrefflichen Mitwirkung der Ihnen unterstell­ten Kommandanten und der ausgezeichneten heldenmütigen Leistungen der verbündeten Truppen, wurde der Feind emp­findlich geschlagen, ist am Balkankricgsschauplatz ein hocher- freulichcr Erfolg erreicht. Führergcschick und zähe Ausdauer der Truppen, die das bisherige Ergebnis errungen haben, wer­den auch die iwch erübrigenden Aufgaben bewältigen. Dankerfüllten Herzens verleihe ich Ihnen, lieber Generalfeld- marschall, die Brillante n zum Militärvcrdienst-

k r e u z 1. K l a s s e mit der K r i c g s d c k o r a t i o n und den

Führern der Ihnen unterstellten Armeen, General der Artillerie v. Gallwitz und General der Infanterie von K o e v c ß, das Militärvcrdicn st kreuz 2. Klasse mit der K r i c g S d c k o r a t i o n. Vermitteln Sie all den Braven, die unter Ihrer ruhmgckröntcn Führung Hervorragendes geleistet, meinen Dank und Gruß.

Wien, am 28. Nov. 1915. Franz Joseph."

Skuludis Erklärungen.

W. T.-B. London, 1. Dez. (Nichtamtlich. Drahtbcricht.) Reuter meldet aus Athen: Die von Skuludis am 29. Novem­ber den Gesandten des Vierverbands abgegebene Erklä­rung stellt tatsächlich Griechenlands Antwort auf den letzten gemeinsamen Schritt dar. Die Grundlage der Antwort Griechenlands bildet die Neutralität, die so lauge für den Viervcrband einen wohlwollenden Charakter hat, als, die Souveränitätsrechte nicht angetastet und keine militärischen Beschränkungen auferle-gt werden. Es besteht keine Ursache, anzunehmen, daß der Vierverband beabsichtigt, seine ursprünglichen Forderungen abzuändern. Man hofft in diplomatsscheu Kreisen auf eine günstige Lösung.

Der Eemps verlangt -ringend Verstärkung der Landungstruppen; insbesondere von den Italienern.

W. T.-B. Paris, 30. Nov. (Nichtamtlich.) Unter Hin- weis auf das zahlenmäßige Mißverhältnis dev- tstveiKräftS der Alliierten und der Mittelmächte auf dem Balkan fordert „Demps" an der Spitze der Pariser Blätter dvingend Ver­stärkungen der Landungstruppen in Saloniki. Griechen­land sei kein Hindernis mehr inder Freiheit der Bewegungen dieser Truppen. Es gilt zu Handels, nämlich Saloniki zu halten. „Temps" stellt fest, daß Italien zwar bereits Truppen nach Saloniki und Durazzo gesandt habe, läßt aber deutlich durchblicken, daß die Alliierten nach der Rede Orlandos und den zu erwartende» höchst wichtigen Erklärungen Salandras bei der Kammev- eröffnung bedeutend mehr echoffen. Die vollkommen« Solidarität Italiens müsse zu einem vollständigeren Ein» greifen führen als zu dem, was ihm durch die Sorge um Albanien diktiert sei. Italien habe, wie die anderen Alliierten, so starke Interessen, daß das Germanentum nicht durch die Ägäis ans Mittelmeer komme. Die Küste MbanwnZ gegen einen allfälligen Angriff zu schützen, genüge nicht- Serbien müsse geholfen werden, wieder eine aktive Roll« zu fpielem, also müßten die Mittelmächte verhindert werden, nach Saloniki zu kommen. — „Echo de Paris" droht Grie­chenland, so lange Krieg fei, wird ©aIottifj_ beaj setzt gehalten werden. Nur wenn die Alliierten Sieg«! feien, könne Griechenland da wieder einziehen.

Lin Handschreiben König Konstantins an seine Kommandeure.

Br. Budapest. 1. Dez. (Erg. Drahtbericht. Jens. Bkmj „A Villag" meldet aus Saloniki: König Konstantin richtete ein eigenhändiges Schreiben an die Kommandeuwe der griechischen Armee, in welchem die Weisung erteilt wird, die B e g c i st er u n g der Truppen wach zu halten und dafür zu sorgen, daß die Disziplin im Heere nicht gelockert wirb. Später n,achte der König die Generale darauf anfmepk- sam, die politische Agitation von den Mannschaften, fern zu halten und dafür zu sorgen, daß die Soldaten lediglich Soldaten bleiben, und durch fortdauernde Übungen die Bereitschaft des griechffchen Heeres noch zu erhöhen:.

Line türkische Stimme zu Griechenlands - Entfchluh.

W. T.-B. Koifftantinopcl, 30. Nov. (Nichtamtlich. Draht, bericht.) Bezüglich der Antwort Griechenlands auf die Note des Vierverbandes drücken die Blätter, indem sie die schwierige Lage Griechenlands anerkennen, die ^Meinung aus, daß das letzte Wort in dieser Frage den Streitkräften gehöre, dis wie eine Lawine von Norden herabkommen. „Tanin" schreibt: Sicherlich ist es nicht wüitschenswert ge- wesen, daß Griechenland, die Entwaffnung der Endentetruppenl fordernd, sich Feindseliccheiten seitens der Entente aussetzte. Morgen wird Griechenland sich vor einer neuen Lage füÄeu, die neue Entschlüsse fordern toird. Da Griechenland angesichts der Forderung der Entente nach einer raschen Antwort seine Entscheidung nicht bis zur endgültigen Reg« luny der Lage aufschieben konnte, empfand es das Be­dürfnis, sofort zu antworten. EZ war jedoch nicht möglich, durch eine negative Antwort eine feindselige Haltung anzunehmen. Griechenland hat es vorgezogen, Zeit zü gewinnen, indem es die Entente teilweise zufrieden- stcllte und teilweise eine reservierte Haltung eingenommen hat. Nach unserer Meinung ist dies das beste Vorgehen ge­westen. Griechenland t trieb feine endgültige Entschließung a m Tage entscheidender Ereignisse fassen. Wenn die Ereignisse ihren normalen Verlauf nehmen, wir« die Entschließung sicherlich gegen die Entente fallen.

Montenegrinische Eingeständnisse.

W. T.-B. Ccttinjc, 1. Dez. (Nichtamtlich. Drahtberichl.) Amtlicher Bericht vom 28. Nov.: Der Feind nahm Foca, Metalka und Propolj wieder. Wir machten un Laufe dieser Kämpfe 54 Gefangene.

Der Druck des Vierverbandes auf Griechenland.

W. T.-B. Budapest, 1. Dez. (Nichtamtlich: Drahtbaricht.) Der „Pester Lloyd" veröffentlicht eine Wiener Korrespondenz über den Druck des Vierverbandes aus Griechenland und sagr: Die Forderungen der Entente sind keineswegs harm­los oder ei« selbstverständliche Vorlegung aus den bis­herigen prinzipiellen Zugeständnissen des Athener Kübinetts. Griechenland wird wahrscheinlich auf den Verhandlungsweg hindrängen und versuchen, den Dingen die Spitze abzubrechen. Das Athener Kabinett Ivird in diesem Streben durch die Ent­wicklung der militärischen Lage wesentlich unterstützt. Die Laae Griechenlands muß mit der fortschreitenden Annähe­rung unserer Armeen sich immer weiter bessern. Der Vier- verband rechnet zwar mit der Notwendigkeit einer Zurück-, zichurg seiner Truppen, von Mazedonien,, plant aber SweW<